Wie radikal innovativ sind deutsche Unternehmen?

Wie entstehen Sprunginnovationen? Was bedeuten sie für die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaftsregion, und was charakterisiert radikale Innovatoren? Eine vom DIHK in Auftrag gegebene Studie widmet sich der Frage, wie es um die Fähigkeit deutscher Unternehmen bestellt ist, solche Neuerungen hervorzubringen.

DIHK, Mitteilung vom 18.02.2021

Die mRNA-Impfstoffe gehören zu den größten Hoffnungsträgern im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Nicht zuletzt auch wegen der schnellen Produktionszeit könnte diese neue Technologie die Pharmabranche revolutionieren – und damit zur Sprunginnovation werden.

Sprunginnovationen sind grundlegend neue Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die vom Markt aufgenommen werden, neue Bedarfe schaffen und Wettbewerbskonstellationen verändern können. Hierzulande gibt es viele innovative Unternehmen, die erfolgreich bestehende Produkte oder Verfahren verbessern, also schrittweise innovieren. Treiber von Innovation ist die Industrie, die rund 85 Prozent der privaten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stemmt.

Die Wirtschaft ist also innovativ, aber sind ihre Neuerungen auch disruptiv, sind es also Sprunginnovationen? Eine vom DIHK in Auftrag gegebene Studie widmet sich der Frage, wie es um die Fähigkeit deutscher Unternehmen bestellt ist, solche Neuerungen hervorzubringen.

Nicht jede Innovation ist öffentlich sichtbar

Wenn die Nachfrage des Marktes nach einem Produkt sprunghaft ansteigt und bestehende Anbieter verdrängt werden, entsteht die sog. Disruption – eine “kreativ-zerstörerische” Kraft, die alte Geschäftsmodelle oder Technologien ersetzt. Externe Schocks wie etwa die Corona-Krise können solche marktverändernden Prozesse befördern. In Gesprächen mit mehr als 70 hochinnovativen Unternehmerinnen und Unternehmern belegt die Studie, dass solche disruptiven Neuerungen deutlich häufiger vorkommen als bisher angenommen. 64 Prozent der Innovatoren berichteten von einer schlagartig gestiegenen Nachfrage.

Demnach sind Sprunginnovationen zwar ein häufiges Phänomen und keine seltene Ausnahme. Allerdings findet die Disruption in hochspezialisierten Beziehungen mit anderen Firmen statt. Diese sog. B2B-Märkte sind keine Massenmärkte, die das Erleben der Konsumenten verändern, sie beeinflussen vielmehr die Gewohnheiten von Produzenten. Sprunginnovationen sind daher in der Öffentlichkeit nicht so präsent, wie ihre Bedeutung es vermuten ließe. Den Kunden der Innovatoren sind sie hingegen sehr wohl bewusst.

Gerade forschende Unternehmen bringen bahnbrechend Neues auf den Weg

Die Studie zeigt auch, dass sich radikale Innovatoren deutlich von solchen Betrieben unterscheiden, die Neuerungen vor allem schrittweise umsetzen. Meist handelt es sich um forschende Unternehmer mit einem hohen akademischen Bildungsgrad, die über Labore oder Werkstätten verfügen. Sie sind eng mit der Wissenschaft vernetzt und beliefern Pioniermärkte sowie frühe Anwender. Dagegen erzielen schrittweise vorgehende Unternehmen einen höheren Umsatz und beschäftigen mehr Mitarbeiter als die radikal-innovativen Firmen, da sie die Konsumenten in der Breite bedienen.

Unterstützung für innovative Unternehmen

Die vom Bund 2019 gegründete Agentur für Sprunginnovationen (SPRIND) ist ein wichtiger Partner für Unternehmen, die Märkte umkrempeln wollen: Ihr Auftrag ist es, vielversprechende risikobehaftete Innovationen zu finden und zu unterstützen. Die neue Studie liefert hierzu unter anderem den Vorschlag, öffentlichkeitswirksame Formate wie Preise, Roadshows, Veranstaltungen oder Podcasts zu nutzen, um das vielfältige Potenzial radikaler Innovatoren einer breiteren Öffentlichkeit aufzuzeigen.

Wertvolle Hilfestellungen erhalten innovative Unternehmen auch bei den Industrie- und Handelskammern – sei es bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, beim Netzwerken oder bei Patentsprechtagen: Mit über 13.000 Gesprächen zur Innovationsberatung und mehr als 1.500 thematischen Veranstaltungen pro Jahr bietet die IHK-Organisation eine erste Anlaufstelle für innovationsfreudige Unternehmen – in Pandemiezeiten auch online.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Deutsche Wirtschaft strebt nach mehr digitaler Souveränität

Digitale Souveränität hat in der deutschen Wirtschaft inzwischen einen herausragenden Stellenwert: Deutschland sei bei digitalen Technologien zu sehr auf Importe angewiesen, sollte verstärkt in eigene Entwicklungen investieren und auf dem Weltmarkt gemeinsam mit Europa eigenständiger und selbstbewusster auftreten, um neue Gestaltungs- und Innovationsspielräume zu gewinnen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 18.02.2021

  • 95 Prozent der Unternehmen wollen mehr Digital-Know-how in Deutschland
  • USA müssen als Handelspartner verlorenes Vertrauen wiederaufbauen

Digitale Souveränität hat in der deutschen Wirtschaft inzwischen einen herausragenden Stellenwert: Deutschland sei bei digitalen Technologien zu sehr auf Importe angewiesen, sollte verstärkt in eigene Entwicklungen investieren und auf dem Weltmarkt gemeinsam mit Europa eigenständiger und selbstbewusster auftreten, um neue Gestaltungs- und Innovationsspielräume zu gewinnen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.100 Unternehmen aller Branchen in Deutschland ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Zur Entwicklung digitaler Souveränität besteht demnach ein breiter, branchenübergreifender Konsens: Nahezu alle Unternehmen (95 Prozent) sind der Ansicht, dass Deutschland vermehrt auf eigene technologische Fähigkeiten bauen sollte. Aktuell sind Digital-Importe existenziell wichtig für die deutsche Wirtschaft. 94 Prozent der Unternehmen sind darauf angewiesen. Darunter hält sich eine große Mehrheit für nur kurzzeitig überlebensfähig, wenn digitale Technologien beziehungsweise Dienstleistungen plötzlich nicht mehr aus dem Ausland bezogen werden könnten. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) könnten 13 bis 24 Monate überleben. 13 Prozent wären sieben bis zwölf Monate überlebensfähig, 9 Prozent sogar nur bis zu sechs Monate. Länger als zwei Jahre könnten 13 Prozent der Unternehmen durchhalten. „Die Digitalwirtschaft lebt vom Global Sourcing und bezieht ihre Innovationsstärke aus ihrer intensiven weltweiten Vernetzung und Arbeitsteilung. Den schnellen Austausch von Technologien und Innovationen im Weltmaßstab dürfen wir nicht riskieren. Wenn internationale Handelsbeziehungen aus dem Gleichgewicht geraten und digitale Technologien wie im Konflikt zwischen den USA und China als politisches Druckmittel missbraucht werden, müssen wir gegensteuern können und dazu unsere Ausgangsposition verbessern“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Aus dem zunehmenden Protektionismus der vergangenen Jahre und den Erfahrungen in der Corona-Krise müssen Deutschland und Europa die Konsequenz ziehen, im digitalen Raum ein starker, selbstbewusster, digital souveräner Player zu werden und sich aus einer Position der Stärke heraus für offene Digitalmärkte einzusetzen.“

Corona-Krise verschärft Ungleichheiten im Wettbewerb um digitale Technologien

Mit der Corona-Krise hat sich das digitale Ungleichgewicht nach Einschätzung der Unternehmen weiter verschärft. Acht von zehn (81 Prozent) erwarten, dass die führenden Technologiekonzerne ihre Vormachtstellung weiter ausbauen. Drei von vier (74 Prozent) sehen durch die Corona-Pandemie verschärfte internationale Ungleichheiten im Wettbewerb um digitale Technologien. Vier von zehn (41 Prozent) gehen sogar davon aus, dass der technologische Vorsprung anderer Länder für Deutschland nicht mehr aufzuholen ist. Berg: „In den vergangenen Jahrzehnten haben wir in einigen Bereichen an Boden verloren, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass es auch so weitergehen muss. Wenn wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen und gezielt digitale Schlüsseltechnologien fördern, können wir die Trendwende einleiten.“

Mehrheit importiert Hardware und Software aus dem Ausland

Digital-Importe haben eine hohe Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Ganz oben auf der Einfuhrliste stehen digitale Endgeräte, die von drei Vierteln der Unternehmen (77 Prozent) aus dem Ausland bezogen werden. Zwei Drittel (66 Prozent) importieren Bauteile beziehungsweise Hardware-Komponenten. Sechs von zehn (57 Prozent) beziehen Software-Anwendungen und ‑Module aus dem Ausland. Vier von zehn (42 Prozent) setzen auf den Import von digitalen Dienstleistungen wie Cloud Services. Nur 2 Prozent der Unternehmen verzeichnet keinerlei Digital-Importe. Die wichtigsten Handelspartner für Einfuhren sind vor allem die EU-Länder, aus denen acht von zehn Unternehmen (80 Prozent), die importieren, digitale Technologien oder Services beziehen – gefolgt von den USA (74 Prozent) und China (62 Prozent). Aus Japan importiert jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) IT oder digitale Dienstleistungen. „Digitale Technologien gehören in allen Branchen zum Standard. Es gibt praktisch kein Unternehmen, das nicht Hardware, Software oder digitale Dienstleistungen im Ausland einkauft. Die internationale Arbeitsteilung bietet extrem viele Vorteile, die es zu sichern gilt“, sagt Berg.

Deutschland gilt als besonders abhängig von Digital-Importen

Der eigene Standort wird im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen als besonders abhängig von Digital-Importen eingeschätzt. Acht von zehn Unternehmen (80 Prozent) halten Deutschland für abhängig vom Import beziehungsweise vom Bezug digitaler Technologien, Dienstleistungen und Expertise aus anderen Ländern. Das ist der höchste Wert im Vergleich der untersuchten Wirtschaftsräume. Jeweils zwei Drittel sehen die restliche Europäische Union (68 Prozent) und das Vereinigte Königreich (68 Prozent) als abhängig an, bei Russland (51 Prozent), den USA (48 Prozent) und Japan (46 Prozent) ist es etwa jedes zweite. Als vergleichsweise wenig abhängig gilt China (31 Prozent). Jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) geht davon aus, dass die Abhängigkeit Deutschlands und Europas in den kommenden fünf Jahren weiter zunimmt. Nur jedes fünfte (19 Prozent) erwartet, dass die Abhängigkeit künftig abnimmt. Besser werden die Perspektiven der USA wahrgenommen: Während drei von zehn Unternehmen (30 Prozent) auch für die USA eine steigende Abhängigkeit erwarten, meinen vier von zehn (38 Prozent), dass sie abnimmt. Am stärksten wird China eingeschätzt, für das fast die Hälfte (46 Prozent) der Unternehmen damit rechnet, dass die Abhängigkeit abnimmt, während nur jedes vierte (26 Prozent) glaubt, dass sie zunimmt. „Sicherlich fällt der Blick auf das eigene Land immer besonders kritisch aus. Nach vorne gedacht müssen wir Projekte wie die europäische Cloud-Initiative Gaia-X noch entschiedener vorantreiben“, sagt Berg.

Abhängigkeit bei ITK-Hardware und 5G-Technologie am größten

Die Abhängigkeit Deutschlands ist nach Einschätzung der Unternehmen am größten bei Hardware-Importen. Acht von zehn (81 Prozent) schätzen Deutschland als abhängig vom Import von IT- beziehungsweise Kommunikationsgeräten und -systemen ein. Sieben von zehn (71 Prozent) sagen das für 5G-Technologie. Jeweils rund zwei Drittel sehen eine Abhängigkeit bei Künstlicher Intelligenz (68 Prozent), Virtual beziehungsweise Augmented Reality (67 Prozent), Quantencomputern (65 Prozent) und Blockchain (65 Prozent). Im Mittelfeld liegen Drohnen (56 Prozent) und IT-Sicherheitstechnologien (55 Prozent). Als vergleichsweise gering gilt die Import-Abhängigkeit bei 3D-Druck (37 Prozent), Sensorik (35 Prozent) und ERP-, ECM- und CRM-Lösungen (21 Prozent). Berg: „Die Corona-Krise hat uns nicht nur eine Reihe von Abhängigkeiten ins Bewusstsein gerufen, sie hat auch gezeigt, was junge deutsche Unternehmen im Bereich der Bio-Technologie und was große deutsche Unternehmen im Bereich Smart Distancing leisten können. Die deutsche Wirtschaft kann hoch innovativ sein und muss diese Fähigkeit in den extrem schnellen Digitalmärkten künftig stärker ausspielen. Dazu braucht es leistungsfähige internationale Partner.“

Preis, Leistung und Sicherheit entscheiden bei Geschäftspartner-Wahl

Bei der Wahl ausländischer Geschäftspartner im Zusammenhang mit digitalen Produkten und Dienstleistungen spielen neben Preis und Leistung insbesondere Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit eine entscheide Rolle. Neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) achten auf Rechtssicherheit im Land des Geschäftspartners, sechs von zehn (60 Prozent) auf Transparenz der Lieferketten, 85 Prozent auf die IT-Sicherheitsstandards des Partners. Für 95 Prozent ist das technologische Know-how des Geschäftspartners ein wichtiges Kriterium, für 93 Prozent sind es die finanziellen Konditionen.

USA rangieren im Vertrauens-Ranking nur knapp vor China

Das Vertrauen in die globalen Wirtschaftsräume fällt sehr unterschiedlich aus. Als besonders verlässlich gelten die EU-Länder, in die neun von zehn (89 Prozent) großes Vertrauen haben. Ebenfalls groß ist das Vertrauen in Japan (61 Prozent) und das Vereinigte Königreich (59 Prozent). Indien (41 Prozent) rangiert dabei noch vor den USA (39 Prozent), die nur knapp vor China (31 Prozent) landen. In Russland hat nur jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) großes Vertrauen. Berg: „Die USA haben in der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahren massiv Vertrauen verspielt und werden aktuell nur bedingt als verlässlicher Handelspartner gesehen. Eines der zentralen Anliegen der neuen US-Regierung sollte sein, dieses verloren gegangene Vertrauen wiederaufzubauen.“ Denn für Unternehmen, die internationale Handelsbeziehungen rund um digitale Produkte und Dienstleistungen unterhalten, spielt zu 91 Prozent Vertrauen in die Politik des Partnerlandes eine wichtige Rolle bei der Auswahl ihrer Geschäftspartner. Dabei sind die internationalen Handelsbeziehungen nicht selten prekär: Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) gibt an, hinsichtlich der Verlässlichkeit der nationalstaatlichen Politik am Sitz der Partner gezwungenermaßen Risiken einzugehen. Jedes Dritte (33 Prozent) sieht faktische keine Abwehrmöglichkeit, wenn es von bestimmten ausländischen Partnern beziehungsweise Regierungen unter Druck gesetzt wird. 14 Prozent sehen eine grundsätzliche Gefahr, dass ihr Unternehmen von ausländischen Geschäftspartnern oder Regierungen erpressbar ist.

Deutschland und Europa sollen selbstbestimmter werden

Ungeteilte Einigkeit herrscht darüber, dass einseitige Abhängigkeiten bei digitalen Technologien zu vermeiden sind: Ausnahmslos jedes Unternehmen (100 Prozent) sagt, Deutschland müsse mehr digitale Souveränität erlangen. Allgemein wünschen sich die Unternehmen mehr Selbstbestimmung. Acht von zehn (81 Prozent) sind der Ansicht, dass die deutsche Wirtschaft generell zu stark vom Ausland abhängig ist. Zwei Drittel (64 Prozent) meinen, dass Deutschland und Europa in globalen Handelsstreitigkeiten zu passiv auftreten. Eine übergroße Mehrheit (94 Prozent) wünscht sich, Deutschland solle sich dafür einsetzen, dass die EU im Handel auf Augenhöhe mit China und den USA agiert. Beim internationalen Handelsstreit zwischen den beiden wirtschaftlichen Schwergewichten befürworten die meisten Unternehmen hingegen Neutralität. 85 Prozent meinen, Deutschland sollte sich auf keine der beiden Seiten stellen, sondern neutral bleiben. 7 Prozent meinen, Deutschland sollte sich für die USA starkmachen, 2 Prozent tendieren zu China. Berg: „Der Wunsch nach Neutralität ist auf das neue Misstrauen zurückzuführen, das mit dem Protektionismus der vergangenen Jahre gewachsen ist. Zugleich ist es ein Plädoyer dafür, sich von ungesunden Abhängigkeiten zu lösen und mehr Eigenständigkeit zu entwickeln, um künftig auf Augenhöhe digitale Schlüsseltechnologien, Geschäftsmodelle und Ökosysteme mitzugestalten.“

Hohe Erwartungen an einen starken Staat

Um sich technologisch stärker aufzustellen, sollte Deutschland nach Ansicht von mehr als neun von zehn Unternehmen in IT-Sicherheitstechnologien (96 Prozent), Künstliche Intelligenz (96 Prozent) und 5G (93 Prozent) investieren. Auch Big Data und Analytics (86 Prozent), Robotik (85 Prozent) und das Internet of Things (80 Prozent) stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Neun von zehn Unternehmen (91 Prozent) fordern die Verstärkung der öffentlichen Forschungsförderung von Schlüsseltechnologien. Ebenso viele (91 Prozent) meinen, dass die Bundesregierung eingreifen sollte, wenn eine Übernahme wichtiger deutscher Technologieunternehmen durch ausländische Investoren droht. Acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) sagen, die Bundesregierung sollte verhindern, dass Deutschlands Infrastrukturen in die Hand von Nicht-EU-Unternehmen geraten. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) hingegen meint, der Staat sollte sich grundsätzlich aus der Wirtschaft heraushalten.

Bitkom-Vorschläge für digitale Souveränität

Digitale Souveränität ist neben digitaler Teilhabe, Nachhaltigkeit und Resilienz eine der vier Säulen des neuen Bitkom-Programms. Bitkom schlägt vor, in der Forschungsförderung vom geltenden Gießkannenprinzip wegzukommen und ausgewählte Forschungs- und Förderschwerpunkte für digitale Schlüsseltechnologien zu definieren und stark zu machen. Wichtig sei dabei, vorhandene Stärken zu stärken, etwa beim autonomen Fahren, in der IT-Sicherheit oder bei Künstlichen Intelligenz in der Medizin. Kommunikationssysteme und Netze stellten die zentrale Infrastruktur der Digitalisierung und hier müsse die aktuelle Vorreiterrolle gerade bei mobilen Netzen weiter ausgebaut werden. Speziell bei datengetriebenen Plattformen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Mobilität und IoT müsse Deutschland eine herausgehobene Position anstreben. Diese Ziele sollten gemeinsam auf Ebene der Europäischen Union angegangen werden, um im globalen Wettbewerb an Schlagkraft zu gewinnen. Die Förderung zukunftsfähiger Technologiefelder müsse von einer modernen und wettbewerbsfördernden Industriepolitik begleitet werden. Diese sollte sich an dem Grundsatz orientieren, dass die besten Voraussetzungen für Innovation und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in offenen und resilienten Systemen, fairem Wettbewerb und einem Level Playing Field liegen. Die industriellen Ökosysteme Europas sollten stärker vernetzt werden, um Synergien zu erzeugen und Kooperationen zwischen Startups, Mittelständlern und Konzernen in der gesamten EU zu fördern. Das vollständige Programm „Nachhaltig, souverän, resilient: Deutschlands digitale Dekade“ findet sich unter www.digitalwahl21.de.

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Fachkräftemangel in Deutschland steigt trotz Lockdown zu Jahresbeginn

Zwar lässt der aktuelle Lockdown die Fachkräftenachfrage in den direkt betroffenen Branchen wie Gastronomie oder Einzelhandel nach wie vor einbrechen – gesamtwirtschaftlich hingegen nimmt der Fachkräftemangel bereits wieder zu: Im laufenden 1. Quartal 2021 klagt ein Fünftel (20,6 %) der Unternehmen in Deutschland über eine Behinderung der Geschäftstätigkeit aufgrund von fehlendem Fachpersonal. Der Anteil der durch Fachkräftemangel betroffenen Firmen hierzulande ist damit gegenüber dem 3. Quartal 2020 um 5,6 % angestiegen, wie eine im Januar durchgeführte repräsentative Unternehmensbefragung für das neu konzipierte KfW-ifo-Fachkräftebarometer zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 18.02.2021

  • Neuer Indikator von KfW Research zeigt Behinderung der Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal auf
  • Ein Fünftel der Unternehmen sind aktuell betroffen, starke Unterschiede nach Wirtschaftsbereichen und Regionen
  • Mittelstand beklagt Engpässe häufiger als Großunternehmen

Seit dem Jahr 2009 hat der Fachkräftemangel in Deutschland erheblich zugenommen. Im 1. Quartal 2020, dem letzten Quartal vor der Corona-Krise, beeinträchtigte er die Geschäftstätigkeit von 29,1 % der Unternehmen hierzulande. Im vergangenen Jahr traten pandemiebedingt die Fachkräfteprobleme der Wirtschaft in den Hintergrund, doch der dämpfende Effekt dürfte nur kurz anhalten. Zwar lässt der aktuelle Lockdown die Fachkräftenachfrage in den direkt betroffenen Branchen wie Gastronomie oder Einzelhandel nach wie vor einbrechen – gesamtwirtschaftlich hingegen nimmt der Fachkräftemangel bereits wieder zu: Im laufenden 1. Quartal 2021 klagt ein Fünftel (20,6 %) der Unternehmen in Deutschland über eine Behinderung der Geschäftstätigkeit aufgrund von fehlendem Fachpersonal. Der Anteil der durch Fachkräftemangel betroffenen Firmen hierzulande ist damit gegenüber dem 3. Quartal 2020 um 5,6 % angestiegen, wie eine im Januar durchgeführte repräsentative Unternehmensbefragung für das neu konzipierte KfW-ifo-Fachkräftebarometer zeigt.

Der neue Indikator von KfW Research beleuchtet neben der gesamtwirtschaftlichen auch die unterschiedliche Betroffenheit der verschiedenen Wirtschaftsbereiche. Im Dienstleistungssektor wirkt sich der Fachkräftemangel mit 25,2 % betroffenen Unternehmen zurzeit am deutlichsten aus. Die stärksten Engpässe melden – abgesehen von der heterogenen Zeitarbeitsbranche – die Wirtschaftszweige Landverkehr, Architektur und Ingenieurbüros, Rechts- und Steuerberatung sowie Dienstleistungen der Informationstechnik (zwischen 30 und 44 %). Im Bauhauptgewerbe sehen 18,2´% der Firmen ihre Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindert. Das Verarbeitenden Gewerbe (14,9 %) hingegen hatten deutlich geringere Probleme: In der Chemischen Industrie, dem Automobilbau, und dem Maschinenbau gaben jeweils unter 12 % der Unternehmen an, von Fachkräfteengpässen betroffen zu sein. Unternehmen der pharmazeutischen Industrie sahen sich so gut wie gar nicht beeinträchtigt.

Ein Blick auf die Größenklassen zeigt, dass mittelständische Unternehmen häufiger mit Fachkräftemangel zu kämpfen haben als große Firmen. Im 1. Quartal 2021 meldeten 20,9 % der Mittelständler Behinderungen der Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal. Bei den großen Unternehmen waren es 19,9 %. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe werden kleine und mittlere Unternehmen (19,8 %) deutlich häufiger als große (7,7 %) von Fachkräftemangel beeinträchtigt.

Neben Größenklassen- und Branchenunterschieden gibt es auch regionale Disparitäten: Ostdeutschland ist stärker von Engpässen betroffen als Westdeutschland. Dies ist hauptsächlich auf die hohe Abwanderung von Erwerbspersonen seit 1990 zurückzuführen. Zudem ist es für strukturschwache, kleinstädtisch oder ländlich geprägte Regionen schwerer, Fachkräfte aus anderen Regionen Deutschlands und dem Ausland zu gewinnen. Im laufenden Quartal meldeten 27,7 % der Unternehmen in Ostdeutschland (inkl. Berlin) Behinderungen durch Fachkräftemangel. Hessen folgt mit 24,2 %, am geringsten war die Beeinträchtigung in Bayern (16,3 %).

„Die Corona-Krise hat den Fachkräftebedarf nur vorübergehend verringert, mit der wirtschaftlichen Erholung seit dem Sommer haben die Engpässe bereits wieder spürbar zugenommen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Der Fachkräftemangel zeigt sich derzeit besonders im Dienstleistungssektor, etwa bei Architekten und Ingenieurbüros, Rechts- und Steuerberatern und Dienstleistungen der Informationstechnologie sehr deutlich. Viele Unternehmen suchen händeringend IT-Experten, um die Digitalisierung voranzubringen. Und in den Kommunen fehlt es an Personal in der Verwaltung, was vielerorts die Daseinsvorsorge gefährdet.“ Es sei zu erwarten, dass der Anteil der Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindert wird, schnell weiter steige und Ende des Jahres wieder das Vorkrisenniveau erreichte.

„Wenn in den nächsten Jahren die Babyboomer-Jahrgänge 1955 bis 1969 nach und nach in den Ruhestand gehen, wird sich das Problem noch verstärken. Ohne ausreichendes Gegensteuern kann das zu einer dauerhaften Wachstumsschwäche führen, die das Abtragen der Folgelasten der Corona-Krise sowie Investitionen in die Digitalisierung und den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft erheblich erschweren würde, was wiederum einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und erhebliche Wohlstandseinbußen zur Folge hätte“, so Köhler-Geib. Um dies zu verhindern, seien sowohl der Staat als auch die Unternehmen gefordert. Neben einer Erhöhung des Fachkräfteangebots etwa durch mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Erwerbspersonen oder durch Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, spiele auch die Weiterqualifizierung von Arbeitskräften eine Rolle. „Ein wirksamer Hebel ist auch die Steigerung der Arbeitsproduktivität. Wenn weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen, müssen die vorhandenen produktiver werden. Dazu brauchen wir mehr Innovationen und Investitionen in digitale Technologien, die fehlende Arbeitskräfte ersetzen können. Die Produktivitätspotenziale der Digitalisierung sind in Deutschland bisher nur unzureichend gehoben worden. Hier kann und muss mehr passieren“, sagt die KfW-Chefvolkswirtin

Das neue KfW-ifo-Fachkräftebarometer wird künftig zweimal jährlich veröffentlicht, jeweils im Frühsommer und im Herbst.

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

Deutschland braucht mehr Blockchain-Start-ups

Blockchain gilt als wichtige Zukunftstechnologie. In Deutschland steckt die Technologie noch in einer Nische fest, nur wenige Unternehmen beschäftigen sich damit. Zwar ist die Zahl der Start-ups in diesem Bereich seit 2015 stark gestiegen. Doch in Relation zur erwerbstätigen Bevölkerung gibt es hierzulande immer noch wenige Unternehmen, die sich der Technologie widmen. Das zeigt eine neue Studienreihe des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 16.02.2021

Blockchain gilt als wichtige Zukunftstechnologie. In Deutschland steckt die Technologie noch in einer Nische fest, nur wenige Unternehmen beschäftigen sich damit. Zwar ist die Zahl der Start-ups in diesem Bereich seit 2015 stark gestiegen. Doch in Relation zur erwerbstätigen Bevölkerung gibt es hierzulande immer noch wenige Unternehmen, die sich der Technologie widmen. Das zeigt eine neue Studienreihe des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Eine Blockchain ist – vereinfacht gesagt – eine Datenbank, die nicht auf einem großen, zentralen Server liegt, sondern auf vielen Rechnern verteilt. Das bekannteste Anwendungsgebiet von Blockchain sind Digitalwährungen wie Bitcoin, die zuletzt mit Kurssprüngen für Schlagzeilen sorgten. Doch auch in der Industrie 4.0, in der Logistik oder im Gesundheitswesen wird die Technologie immer wichtiger, weil sie eine dezentrale und sichere Buchhaltung verspricht.

Die meisten Blockchain-Firmen in der EU

In Deutschland sind Start-ups, die Blockchain zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben, noch immer die Ausnahme. 275 Unternehmen arbeiten hierzulande mit Blockchain, wie eine neue IW-Studienreihe auf Basis einer Auswertung der Tech-Datenbank „Crunchbase“ zeigt. Das ist zwar – absolut betrachtet – mehr als in jedem anderen EU-Land, im Verhältnis zur erwerbsfähigen Bevölkerung liegt Deutschland mit nur 4,4 Firmen je 1.000.000 Beschäftigten allerdings weit hinten, das Start-up-freundliche Estland sowie Malta liegen vorne.

Ein Grund für die karge deutsche Blockchain-Landschaft ist der schlechte Zugang zu Risikokapital, der nicht nur Blockchain-Firmen, sondern alle Start-ups betrifft. In Deutschland wurden 2019 nur 0,06 Prozent des BIP an Risikokapital bereitgestellt – im Vergleich zu anderen OECD-Ländern liegt Deutschland damit nur im unteren Mittelfeld. „Beim Thema Start-ups und Venture Capital sollte Deutschland von Israel und Estland lernen, um in dieser wichtigen Technologie den Anschluss nicht zu verlieren“, sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary.

Die meisten Firmen sind klein und jung

Rund 60 Prozent der deutschen Blockchain-Firmen haben weniger als zehn Angestellte, 70 Prozent sind noch keine fünf Jahre alt. „Viele der Firmen haben noch keine fertigen Produkte, sondern nur Prototypen oder Beta-Versionen“, sagt Studienautorin Vera Demary. „Die hohe Korrelation zwischen Start-Up-Aktivität und der Anzahl an Blockchain-Firmen zeigt aber, dass in diesem Sektor viel Dynamik steckt. Will man Blockchain fördern, muss man auch Start-ups fördern.“

Powered by WPeMatico

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2021

Das Bruttoinlandsprodukt ist lt. BMWi im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal praktisch nicht mehr gewachsen (preis-, kalender- und saisonbereinigt +0,1 %), nachdem im dritten Quartal noch ein kräftiges Plus von 8,5 % verzeichnet worden war. Der deutliche Erholungsprozess, der nach dem Ende des ersten Lockdowns vom Frühjahr letzten Jahres wiedereingesetzt hatte, ist im Zuge des zweiten Lockdowns erst einmal weitgehend zum Stillstand gekommen.

BMWi, Pressemitteilung vom 15.02.2021

  • Im Jahresschlussquartal 2020 kam es im Zuge des neuen Lockdowns zu einer Stagnation in der deutschen Volkswirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich nur geringfügig um 0,1 %. Im Gesamtjahr 2020 ist die Wirtschaftsleistung pandemiebedingt um 5,0 % zurückgegangen.
  • Die Industrie konnte ihre Produktion im Dezember trotz der verschärften Lockdown-Maßnahmen weiter steigern, nur im Baugewerbe kam es zu einem Rückgang. Die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes liegen deutlich über dem Vorkrisenniveau. Dies deutet darauf hin, dass die Industrie – anders als im Frühjahr – von den Maßnahmen auch weiterhin weniger stark betroffen ist.
  • Der Einzelhandel war im Dezember empfindlich vom verschärften Lockdown betroffen, das Weihnachtsgeschäft wurde stark beeinträchtigt. Die Umsätze ohne Kfz gingen deutlich zurück, allerdings verlief die Entwicklung im Einzelnen recht unterschiedlich. Der stationäre Handel litt unter den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung, während der Internet- und Versandhandel weiter merklich zulegen konnte.
  • Bis zuletzt präsentiert sich der Arbeitsmarkt trotz Lockdown stabil. Die Erwerbstätigkeit nahm im Dezember um saisonale Effekte bereinigt leicht zu und die Arbeitslosigkeit sank im Januar erneut beachtlich. Die Anzeigen für Kurzarbeit im Januar und Dezember deuten indes darauf hin, dass die Zahl der Menschen in Kurzarbeit noch etwas zunehmen könnte.

Nur geringes Wachstum aufgrund des Lockdowns im Schlussquartal 2020

Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal praktisch nicht mehr gewachsen (preis-, kalender- und saisonbereinigt +0,1 %), nachdem im dritten Quartal noch ein kräftiges Plus von 8,5 % verzeichnet worden war. Der deutliche Erholungsprozess, der nach dem Ende des ersten Lockdowns vom Frühjahr letzten Jahres wiedereingesetzt hatte, ist im Zuge des zweiten Lockdowns erst einmal weitgehend zum Stillstand gekommen. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres belastet die Verlängerung und die Verschärfung der Maßnahmen die deutsche Wirtschaft. Ihre weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell das im Winter angestiegene Infektionsgeschehen wieder eingedämmt werden kann. Klar ist dabei: Ohne wirkliche Eindämmung der Corona-Pandemie kann es keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung geben. Dies gilt umso mehr, seit sich Mutationen des Coronavirus verbreiten, die ansteckender sind und das Infektionsrisiko erhöhen.

Die Erholung der Konjunktur wurde im vierten Quartal 2020 von einer zweiten Pandemiewelle und den daraufhin vorgenommenen Maßnahmen zur Eindämmung gedämpft. Besonders betroffen dürfte im Zuge der Kontaktbeschränkungen der private Konsum gewesen sein. Die Verschärfungen haben ab Mitte Dezember auch den stationären Handel betroffen, während seit November schon die Bereiche Gastgewerbe, Kunst und Unterhaltung stark eingeschränkt gewesen waren. Diese Beschränkungen setzen sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 fort. Die Warenexporte und die Bauwirtschaft dürften die wirtschaftliche Entwicklung hingegen gestützt haben. Der konjunkturelle Verlauf zeigt nach wie vor ein zweigeteiltes Bild: Während sich zum einen die Industrie weiter robust entwickelt, ist zum anderen der Dienstleistungssektor von den Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens stärker betroffen. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin stabil. Die Erwerbstätigkeit zeigt seit dem Sommer einen leichten Aufwärtstrend und die Arbeitslosigkeit geht wieder zurück. Die Kurzarbeit dürfte angesichts des zweiten Lockdowns wieder verstärkt in Anspruch genommen werden, aber deutlich unter ihrem Niveau vom Frühjahr letzten Jahres bleiben.

Weltwirtschaftliche Entwicklung aufwärtsgerichtet

Die Weltkonjunktur erholt sich weiter aber die Stimmungsindikatoren signalisieren eine Verlangsamung des Aufholprozesses. Die globale Industrieproduktion stieg im November um 1,1 % und damit nun den siebten Monat in Folge. Mit dieser Entwicklung überschritt die weltweite industrielle Erzeugung auch erstmals wieder sein Vorkrisenniveau. Der Welthandel überschritt ebenfalls zum ersten Mal wieder diese wichtige Marke und erhöhte sich im November um kräftige 2,1 %. Die Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand sprechen allerdings nach wie vor für eine Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Aufholprozesses. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit ging im Januar erneut zurück und notierte bei 52,3 Punkten. Er hält sich damit jedoch weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die zweigeteilte Entwicklung mit einer deutlich besseren Stimmung in der Industrie als im Dienstleistungssektor setzte sich dabei fort. Nach wie vor dürften hierfür die primär die Dienstleistungsbereiche einschränkenden Lockdowns ursächlich sein.

Aussenhandel zum Jahresende kaum verändert

Der deutsche Außenhandel setzte nach deutlichen Steigerungen in den Vormonaten sein Wachstum im Dezember etwas verlangsamt fort. Der Wert der Waren- und Dienstleistungsexporte stieg saisonbereinigt und nominal um 0,7 %. Im Quartalsvergleich ergab sich damit ein Anstieg um 4,7 %. Die Einfuhren gingen im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,4 % zurück. Im Quartalsvergleich kam es durch die deutlichen Zuwächse in den Vormonaten dennoch zu einem Anstieg um 2,8 %.

Auf nationaler Ebene spiegelt sich der Lockdown derweil kaum noch in den Frühindikatoren zur Außenwirtschaft wider, die von der Industrie geprägt werden. Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe stiegen im Januar kräftig an und lagen nahezu auf gleichem Niveau wie im Oktober. Die Auftragseingänge aus dem Ausland hingegen gingen im Dezember wieder zurück (-2,6 %), und korrigierten damit den kräftigen Anstieg des Novembers (+2,9 %). Die weiteren Aussichten für den deutschen Außenhandel stellen sich somit angesichts geringerer Effekte des Lockdowns auf die Industrie verhalten positiv dar.

Industrie vom neuen Lockdown auch weiterhin weniger betroffen

Im Dezember kam es zu einer Stagnation der Produktion im Produzierenden Gewerbe. Gegenüber dem Vormonat blieb der Ausstoß mit 0,0 % unverändert. Die Industrie verzeichnete erneut einen Zuwachs und steigerte ihre Produktion um 0,9 %, während sich die Erzeugung im Baugewerbe um 3,2 % verringerte. Im Baugewerbe lag die Produktion damit aber noch immer spürbar über dem Corona-Vorkrisen-Niveau (+2,1 % im Vergleich zum 4.Quartal 2019). Für den November wurde das Plus für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt auf 1,5 % aufwärtsrevidiert. Im Quartalsvergleich ergab sich eine deutliche Zunahme der Produktion im Produzierenden Gewerbe um insgesamt 6,1 %. In der Industrie stieg der Ausstoß um kräftige 6,8 %, die gewichtige Kfz-Branche verzeichnete sogar einen Zuwachs von 14,4 %. Im Bau- und Energiegewerbe stieg die Herstellung derweil um jeweils 4,0 % und 4,5 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe beendeten im Dezember ihren Aufwärtstrend und fielen erstmals seit Mai 2020 um 1,9 %. Bei Investitionsgütern kam es zu einem Nachfragerückgang um 4,6 %, während bei Konsum- und Vorleistungsgütern Zunahmen um 6,4 % bzw. 0,8 % verzeichnet wurden. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen verringerten sich die Bestellungen in etwa genauso stark (-2,0 %). Im gesamten vierten Quartal kam es gegenüber dem dritten Quartal zu einem Orderanstieg um 7,0 %. Die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt gingen damit im Dezember zwar etwas zurück, überschritten ihr Niveau vor Ausbruch der Pandemie im vierten Quartal 2019 aber immer noch um fast 5 %.

Der weitere Ausblick für die Industriekonjunktur bleibt allerdings angesichts des allgemeinen Pandemiegeschehens und aufgrund von Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie verhalten. Hierfür spricht auch eine zuletzt schwächere Auftragslage, vor allem in der gewichtigen Kfz-Industrie und im sonstigen Fahrzeugbau, sowie eine allgemein gedämpfte Stimmung in den Unternehmen.

Einzelhandel vom fortgesetzten Lockdown stark betroffen

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind zum Jahresende kräftig zurückgegangen, die Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens haben das Weihnachtsgeschäft stark beeinträchtigt. Im Dezember nahmen die Umsätze um 9,6 % gegenüber dem Vormonat ab, nach einem Plus von 1,1 % im November. Im Einzelnen verlief die Entwicklung dabei recht unterschiedlich. Während der stationäre Handel insbesondere mit Bekleidung sehr stark von den Einschränkungen der sozialen Kontakte betroffen war, konnte der Internet- und Versandhandel weiterhin deutliche Zuwächse verbuchen. Der Handel einschließlich Kfz nahm im November um 0,7 % zu, nach einem Plus von 1,3 % im Oktober. Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter sanken im Januar um über 50 %, nach Zuwächsen im Dezember und November von 15,0 % bzw. 14,0 %. Diese Entwicklung dürfte maßgeblich durch das Auslaufen der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze zum 1. Januar 2021 geprägt worden sein.

Die ifo Geschäftserwartungen im Einzelhandel haben sich im Januar massiv verschlechtert. Beim GfK Konsumklima wird für Februar eine weitere spürbare Eintrübung erwartet. In den beiden Frühindikatoren spiegeln sich nun die Maßnahmen zur Einschränkung des Infektionsgeschehens voll wider.

Der Wegfall der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze hat auch für die Entwicklung der Verbraucherpreise zum Jahresbeginn 2021 eine maßgebliche Rolle gespielt. Sie sind im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,8 % gestiegen. Die Inflationsrate, die Preisniveauentwicklung gegenüber dem Vorjahr, lag im zuletzt bei 1,0 % und damit seit Juni letzten Jahres erstmals wieder im positiven Bereich. Dabei verteuerten sich Nahrungsmittel um 2,2 %. Demgegenüber sanken die Preise für Energieprodukte um 2,3 %, was aber weitaus geringer als noch in den Vormonaten war (November -7,7 % bzw. Dezember -6,0 %). Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) erhöhte sich im Januar um 1,0 Prozentpunkte auf +1,4 %.

Arbeitsmarkt weiterhin stabil – Kurzarbeit dürfte im Lockdown vermehrt in Anspruch genommen werden

Bis zuletzt zeigt sich der Arbeitsmarkt robust. Die Beschäftigung setzte ihren seit dem Sommer zu beobachtenden leichten Aufwärtstrend zuletzt fort. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung gingen in saisonbereinigter Rechnung weiter zurück. Im Zuge des Lockdowns zeichnet sich jedoch bei der Kurzarbeit ein weiterer Anstieg ab. Im Dezember nahm die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt leicht um 10.000 Personen zu, die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb jedoch zurückhaltend. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im November saisonbereinigt deutlich um 57.000 Personen an. In Kurzarbeit waren lt. Hochrechnung im November wieder etwas mehr Beschäftigte (2,3 Mio.; Oktober: 2,1 Mio. Personen). Die Anzeigen für Kurzarbeit im Januar und Dezember (745.000 bis zum 25.1. bzw. 781.000 Personen) deuten auf eine weitere Zunahme im derzeitigen Lockdown hin. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit sollte aber deutlich unter ihrem Niveau vom Frühjahr letzten Jahres bleiben. Die registrierte Arbeitslosigkeit sank im Januar saisonbereinigt merklich um 41.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit auf 2,90 Mio. Personen. Der Vorjahresabstand hat sich weiter auf +475.000 Personen verringert. Die umfragebasierten Frühindikatoren von IAB und ifo entwickelten sich im Januar bedingt durch den Lockdown schwächer.

Quelle: BMWi

Powered by WPeMatico

Unternehmen sehen gestiegene Gefahr von Cyberangriffen

Die Gefahr, zum Opfer von Cyberangriffen zu werden, ist aus Sicht vieler Unternehmen im vergangenen Jahr gestiegen. Fast jedes vierte Unternehmen in der Informationswirtschaft gibt an, dass sich die Gefahr seit Anfang 2020 erhöht habe. Dies zeigt eine aktuelle Befragung des ZEW.

ZEW, Pressemitteilung vom 15.02.2021

Die Gefahr, zum Opfer von Cyberangriffen zu werden, ist aus Sicht vieler Unternehmen im vergangenen Jahr gestiegen. Fast jedes vierte Unternehmen in der Informationswirtschaft gibt an, dass sich die Gefahr seit Anfang 2020 erhöht habe. Dies zeigt eine aktuelle Befragung des ZEW Mannheim, an der sich mehr als 900 Unternehmen in der Informationswirtschaft beteiligt haben.

„Vor allem Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten sehen sich gestiegenen Cyberrisiken ausgesetzt. In der Informationswirtschaft gehen etwa 42 Prozent der großen Unternehmen von einer erhöhten Gefährdung durch Cyberangriffe aus“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich Digitale Ökonomie. „Eine mögliche Ursache für diese deutlich stärkere Betroffenheit könnte sein, dass große Unternehmen allein durch ihren höheren Bekanntheitsgrad eher zum Ziel von Cyberangriffen werden als kleinere, unbekanntere Unternehmen.“

Der Anstieg der Cybergefahr seit Anfang 2020 kann sich dabei aus verschiedenen Gründen ergeben. Zum einen kann die generelle Zahl an Cyberkriminellen oder Cyberangriffen gestiegen sein. Zum anderen können sich die Unternehmen vermehrt potenzieller Einfallstore für Cyberangriffe in ihre IT-Infrastruktur und damit einer steigenden Verwundbarkeit ihrer IT-Systeme bewusst geworden sein. „Schwachstellen in den Cybersecurity-Maßnahmen der Unternehmen könnten nicht zuletzt dadurch entstanden sein, dass Corona-bedingte Anpassungen der digitalen Infrastruktur oft kurzfristig umgesetzt werden mussten“, so Erdsiek. Denn zahlreiche Unternehmen haben seit Pandemie-Beginn binnen kurzer Zeit in ihre digitale Infrastruktur investiert, um ihre Beschäftigten schnellstmöglich ins Homeoffice schicken zu können.

Die Unternehmen wurden in der aktuellen Umfrage auch gebeten, ihre Einschätzung zur Bedeutung von IT-Sicherheit abzugeben. Insgesamt gaben 64 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft an, dass sie diese als sehr hoch einschätzen. Im Zeitverlauf lässt sich hier ein klarer Trend erkennen. So lag der Anteil 2013 mit 55 Prozent noch deutlich niedriger. „Mit einem Anteil von 70 Prozent messen insbesondere die Unternehmen der Branche Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) der IT-Sicherheit eine sehr hohe Bedeutung bei. Etwas geringer fallen die Anteile bei den wissensintensiven Dienstleistern mit 63 Prozent und bei den Mediendienstleistern mit 49 Prozent aus“, sagt Vincent Rost, ebenfalls Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich Digitale Ökonomie.

Quelle: ZEW

Powered by WPeMatico

Deutsche Wirtschaft bleibt trotz Pandemie auf Innovationskurs

Die Innovationsausgaben der Unternehmen in Deutschland sind lt. ZEW im Jahr 2019 erneut gestiegen und erreichten mit 176,9 Mrd. Euro einen neuen Spitzenwert. Immer mehr Unternehmen setzten beim Thema Innovation auch auf einen langen Atem: Der Anteil der Unternehmen, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben, ist in 2019 gegenüber dem Vorjahr mit acht Prozent deutlich gestiegen. Die Planzahlen für das Jahr 2020 sind angesichts der Pandemie noch vergleichsweise robust: Trotz Corona gehen die Unternehmen nur von einem leichten Rückgang der Innovationsausgaben um 2,2 Prozent im Vergleich zu 2019 aus.

ZEW, Pressemitteilung vom 12.02.2021

Die Innovationsausgaben der Unternehmen in Deutschland sind im Jahr 2019 erneut gestiegen und erreichten mit 176,9 Mrd. Euro einen neuen Spitzenwert. Immer mehr Unternehmen setzten beim Thema Innovation auch auf einen langen Atem: Der Anteil der Unternehmen, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben, ist in 2019 gegenüber dem Vorjahr mit acht Prozent deutlich gestiegen. Dies zeigt, dass die Unternehmen nachhaltig in neue Technologien, Produkte und Prozesse investieren. Die Planzahlen für das Jahr 2020, die Mitte des Jahres abgegeben wurden, sind angesichts der Pandemie noch vergleichsweise robust: Trotz Corona gehen die Unternehmen in Deutschland nur von einem leichten Rückgang der Innovationsausgaben um 2,2 Prozent im Vergleich zu 2019 aus. Angesichts eines prognostizierten Rückgangs der Wirtschaftsleistung in Deutschland von mehr als fünf Prozent ist dies ein moderater Einschnitt.

Dies sind zentrale Ergebnisse der Innovationserhebung 2020, die das ZEW Mannheim gemeinsam mit dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften (infas) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt hat. Die Innovationserhebung erfasst die Innovationsaktivitäten für das Berichtsjahr 2019 und gibt einen Ausblick auf die Jahre 2020 und 2021.

„Gerade in der Corona-Pandemie ist die Bedeutung von Innovationen noch einmal deutlicher geworden: Wissenschaft und Technologie helfen uns aus der Krise. Deshalb freut es mich, dass die deutschen Unternehmen 2019 so viel Geld für Innovationen ausgegeben haben, wie nie zuvor. Die Studie zeigt uns aber auch, dass der internationale Wettbewerb härter wird und wir unseren Blick gerade auf die kleinen und mittleren Unternehmen in unserem Land richten müssen: Denn während die Großunternehmen ihre Innovationsbudgets im Jahr 2020 fast stabil halten, rechnen die KMU mit einem Rückgang des Innovationsbudgets von knapp neun Prozent.

Mit der steuerlichen Forschungszulage, haben wir als Bund zur richtigen Zeit das richtige Instrument auf den Weg gebracht. Für die Phase des Aufschwungs wird die Forschungszulage eine entscheidende Stütze sein und vor allem Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von KMU stärken. Die Agentur für Sprunginnovationen hat ihre Arbeit bereits aufgenommen und wird in Zukunft neue Impulse setzen“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

„Deutschland gehört, gemessen an den Innovationsausgaben, zu den innovationsfreudigsten Ländern der Welt. Es ist wichtig, dass auch in der Krise die Unternehmen auf Innovationen setzen. Nur so wird es uns gelingen, den Strukturwandel durch Digitalisierung und hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft erfolgreich zu gestalten“, sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D., auf der gemeinsamen Online-Pressekonferenz mit der Bundesministerin.

Für das Berichtsjahr 2019 zeigt sich ein leichtes Wachstum der Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft auf 176,9 Milliarden Euro. Gegenüber 2018 ist dies ein Plus von 2,1 Prozent. Der Anstieg fiel geringer aus als zunächst geplant. „Dies deutet auf eine bereits eingetrübte konjunkturelle Situation im Jahr vor der Corona-Krise hin. Deutlich zugenommen haben die laufenden Innovationsausgaben mit plus 6,4 Prozent, zu denen insbesondere die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) zählen“, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ sowie Projektleiter der ZEW-Innovationserhebung. Kräftig eingebrochen sind dagegen die Investitionen im Zusammenhang mit Innovationsvorhaben (minus 8,8 Prozent). Dies ist typisch für konjunkturelle Abschwungphasen. Der Anstieg der Innovationsausgaben im Jahr 2019 wurde ganz wesentlich von den Großunternehmen getragen (plus 2,4 Prozent), während die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ihre Innovationsbudgets kaum erhöht haben (plus 0,4 Prozent).

Für 2020 setzt sich diese Entwicklung fort. Während die Großunternehmen trotz Corona-Pandemie ihre Innovationsausgaben nur geringfügig zurücknehmen wollten (minus 0,9 Prozent), planten KMU kräftige Einschnitte (minus 8,7 Prozent). Insgesamt sollen die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020 rund 173,1 Milliarden Euro erreichen (minus 2,2 Prozent gegenüber 2019). Je nach Branche zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild: „Eine positive Entwicklung ist nur in den Branchen Chemie/Pharma und Informations- und Kommunikationsdienstleistungen zu beobachten. Besonders starke Rückgänge verzeichneten hingegen die Unternehmensdienstleistungen, die Metallindustrie, die Konsumgüterindustrie und der Großhandel“, sagt Christian Rammer.

Für 2021 sind die Planzahlen von sehr hoher Unsicherheit geprägt. Mit Stand Mitte 2020 zeichnete sich ein leichter Zuwachs um 0,9 Prozent auf knapp 175 Milliarden Euro ab. Wiederum sind es die Großunternehmen, die optimistischer in die Zukunft blicken (plus zwei Prozent), während die KMU ihre Innovationsbudgets auch 2021 zurücknehmen wollen (minus fünf Prozent).

Die Anzahl der Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben, blieb 2019 mit rund 182.000 konstant. Dies entspricht 54,6 Prozent aller Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung. Merklich zugenommen hat 2019 die Anzahl der Unternehmen, die kontinuierlich FuE betreiben. 2019 waren dies rund 36.500 Unternehmen, das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit befassten sich 10,9 Prozent aller Unternehmen kontinuierlich mit FuE. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Chemie- und Pharmaindustrie (66 Prozent), in der Elektroindustrie (44 Prozent) und im Maschinenbau (41 Prozent).

Die Innovationserfolge der deutschen Wirtschaft blieben im Jahr 2019 unter den Vorjahreswerten. Der Umsatz, der mit Produktinnovationen erzielt wurde, ging um 6,4 Prozent auf 744 Milliarden Euro zurück. Dies entspricht 13,7 Prozent des gesamten Umsatzes der Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung. Der Umsatz mit Marktneuheiten, also mit Produktinnovationen, die zuvor noch nicht in gleicher oder ähnlicher Form im Markt angeboten wurden, sank um 12,2 Prozent auf 156 Milliarden Euro (2,9 Prozent des gesamten Umsatzes). Den höchsten Umsatzanteil von Produktinnovationen wies der Fahrzeugbau auf (45 Prozent), der auch beim Umsatzanteil von Marktneuheiten mit 10,9 Prozent vorne liegt. Prozessinnovationen trugen 2019 zu Kostensenkungen im Ausmaß von 3,0 Prozent der gesamten Kosten der Unternehmen im Berichtskreis der Innovationserhebung bei. Dies ist etwas weniger als im Vorjahr (3,5 Prozent).

Powered by WPeMatico

Mittelständisches Geschäftsklima sinkt im aktuellen Lockdown deutlich

Der lange Lockdown hinterlässt Spuren und drückt die Stimmung im deutschen Mittelstand, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen sinkt im Januar um 4,2 Zähler auf nun -14,8 Saldenpunkte.

KfW, Pressemitteilung vom 09.02.2021

  • Einzelhandel im Sturzflug, Dienstleistungen noch negativer als im Vormonat
  • Lediglich Industrie kann sich vom Pandemiegeschehen entkoppeln
  • Deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im ersten Quartal signifikant schrumpfen

Der lange Lockdown hinterlässt Spuren und drückt die Stimmung im deutschen Mittelstand, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen sinkt im Januar um 4,2 Zähler auf nun -14,8 Saldenpunkte. Trotz des deutlichen Rückgangs ist das Stimmungsniveau damit allerdings noch weit vom Rekordtief des ersten Lockdowns (-42,5 Saldenpunkte im April 2020) entfernt. Aktuell gehen sowohl die Lagebeurteilung (-5,3 Zähler auf -13,0 Saldenpunkte) als auch die Geschäftserwartungen (-3,1 Zähler auf -16,6 Saldenpunkte) zurück. Zum Pessimismus beitragen dürfte dabei sowohl das unbestimmte Ende des Lockdowns als auch die Enttäuschung über den langsamen Impffortschritt in Deutschland und der EU.

Beim Blick in die Branchen zeigt sich, dass besonders die kleinen und mittleren Einzelhandelsunternehmen hart betroffen sind: Ihr Geschäftsklima befindet sich mit einem Minus von 27,5 Zählern regelrecht im Sturzflug, nachdem schon seit Mitte Dezember die meisten Geschäfte geschlossen bleiben und es angesichts eines eher langsamen Rückgangs der Infektionszahlen unklar ist, wann eine Wiedereröffnung stattfinden wird. Darüber hinaus dürfte die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung seit Jahresbeginn die Umsätze belasten. Dennoch liegt das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel mit -26,7 Saldenpunkten aber immerhin noch deutlich über dem Tiefstwert vom April letzten Jahres (-42,3 Saldenpunkte). Unter mittelständischen Dienstleistungsunternehmen sinkt das Geschäftsklima indes um 3,4 Zähler auf -23,6 Saldenpunkte. Den großen Stimmungsabsturz hat das Segment schon im Herbst durchgemacht, schließlich beinhaltet es mit dem Gastgewerbe, Unterhaltung, Kultur, Sport und den persönlichen Dienstleistungen diejenigen Branchen, die schon seit Anfang November direkt von einem Lockdown betroffen sind. Auch mittelständischer Großhandel (-4,4 Zähler auf -13,1 Saldenpunkte) und das Bauhauptgewerbe (-5,8 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte) melden im Januar einen Stimmungsabfall. Lediglich die kleinen und mittleren Industrieunternehmen können sich vom allgemeinen Negativtrend abkoppeln und melden ein leicht verbessertes Geschäftsklima (+0,8 auf -4,1 Punkte).

Nachdem sich das Geschäftsklima in den Großunternehmen seit Herbst besser entwickelt hatte als bei den kleinen und mittleren, stellt sich im Januar nun auch hier Ernüchterung ein: Die Stimmung der großen Firmen sinkt noch deutlicher als im Mittelstand (-5,5 Zähler auf -7,7 Saldenpunkte). Zur Eintrübung tragen fast alle Wirtschaftsbereiche bei, am stärksten die großen Einzelhändler und Dienstleister. Lediglich bei den großen Bauunternehmen geht es geringfügig nach oben. Das Geschäftsklima der großen Industrieunternehmen stagniert zum ersten Mal, seitdem seine Erholung im Mai begonnen hat.

„Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt einen schlechten Jahresstart und zunehmenden Pessimismus bei einem Großteil der mittelständischen Unternehmen an“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Im Vergleich zum vergangenen Frühjahr bewegt sich die Stimmung in den von Ein-dämmungsmaßnahmen betroffenen Branchen aber immerhin weniger weit nach unten. Anpassungsmaßnahmen, wie die Erschließung von kontaktlosen Vertriebskanälen, dürften sich dabei auszahlen. Vor allem aber hat sich die Industrie anscheinend vom Pandemiegeschehen abgekoppelt, sodass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Quartalweit weniger schrumpfen wird als im vergangenen Frühjahr.“ Allerdings sei durch die Ausbreitung von Virus-Mutationen die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie sehr groß. „Im Frühjahr kann dennoch mit einer wirtschaftlichen Erholung gerechnet werden. Ihr Ausmaß hängt allerdings stark vom Impffortschritt und dem Erfolg des gegenwärtigen Lockdowns ab“, resümiert Köhler-Geib.

Quelle: KfW

Powered by WPeMatico

4,5 % weniger Gründungen größerer Betriebe im Jahr 2020 – Sondereffekte durch Corona-Pandemie

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 116.700 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 4,5 % weniger als im Jahr 2019.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.02.2021

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 116.700 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 4,5 % weniger als im Jahr 2019. Damit setzt sich der in den vergangenen drei Jahren beobachtete Trend rückläufiger Gewerbeanmeldungen größerer Betriebe fort. Durch die Corona-Krise hat sich die Entwicklung jedoch verstärkt. So waren in den Jahren 2019 im Vorjahresvergleich 0,1 % weniger größere Betriebe gegründet worden, im Jahr 2018 waren es 2,2 % weniger als im Vorjahr gewesen.

Die Ergebnisse des Jahres 2020 werden durch eine deutlich niedrigere Zahl von Gewerbeanmeldungen in den Gewerbeämtern ab März 2020 beeinflusst. Im Januar und Februar gab es im Vorjahresvergleich nur 2,3 % weniger Gründungen größerer Betriebe, von März bis Dezember dann 5,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum (Ergebnisse für Dezember ohne Sachsen). Gründe für den deutlicheren Rückgang seit März sind zum einen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gewerbeämter selbst, wie zum Beispiel die Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe. Zum anderen ist davon auszugehen, dass viele Gewerbetreibende aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten, bevor sie ein Gewerbe anmelden.

Weniger neu gegründete Kleinunternehmen, mehr Nebenerwerbsbetriebe

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im Jahr 2020 mit rund 135.400 deutlich unter dem Vorjahreswert (-17,3 %). Dagegen nahm die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe um 10,2 % auf rund 290.100 zu.

Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen sank im Jahr 2020 auf rund 658.800, das waren 1,8 % weniger als im Vorjahr. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Vollständige Gewerbeaufgaben gehen im Jahr 2020 ebenfalls zurück

Rund 87.800 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im Jahr 2020 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 11,2 % weniger als 2019. Rückgänge wurden bereits in den vergangenen 5 Jahren gemeldet, wenn auch nicht in solch einer Größenordnung wie im Jahr 2020. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank 2020 gegenüber 2019 um 20,8 % auf 160.100 und die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um 6,2 % auf rund 177.500. Damit war die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben mit rund 425.400 Betrieben 13,2 % geringer als im Jahr 2019. Auch hier ist davon auszugehen, dass die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Gewerbeämter sowie Konjunkturhilfen infolge der Corona-Krise zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben beigetragen haben.

Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen lag im Jahr 2020 mit rund 538.600 um 11,8 % unter dem Vorjahreswert. Hierbei handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico

November 2020: 26,0 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2019

Im November 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.046 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 26,0 % weniger als im November 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit weiterhin nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis zum 31.12.2020 ausgesetzt war.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.02.2021

Laut vorläufigen Angaben 5 % weniger eröffnete Regelinsolvenzverfahren im Januar 2021 als im Vormonat – nach zuletzt gestiegenen Zahlen

Im November 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.046 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 26,0 % weniger als im November 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit weiterhin nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt war. Die bereits ab Oktober 2020 wieder geltende Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen wird unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit der Gerichte erst später Auswirkungen auf die Zahlen haben. Ausgesetzt ist die Insolvenzantragspflicht weiterhin für jene Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im November 2020 im Baugewerbe mit 162 Fällen (November 2019: 212). Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) stellten 154 Insolvenzanträge (November 2019: 218). Im Gastgewerbe wurden 131 (November 2019: 158) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen im November 2020 beliefen sich auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Im November 2019 hatten sie noch bei rund 3,4 Milliarden Euro gelegen.

Neue Entwicklung bei eröffneten Regelinsolvenzverfahren: 5 % weniger Insolvenzbekanntmachungen im Januar 2021 als im Vormonat

Bei der vorläufigen Zahl der eröffneten Regelinsolvenzen im Januar 2021 deutet sich eine erneute Richtungsänderung an. Im Jahr 2020 zeigte sich eine stetig sinkende Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren, bis sich im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Umkehr des Trends abzeichnete. Diese Entwicklung wurde mit der vorläufigen Zahl vom Januar 2021 nun vorerst wieder beendet. Im Januar 2021 sank die Zahl der Verfahren im Vormonatsvergleich um 5 % und lag um 34 % niedriger als im Januar 2020.

Die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen veröffentlicht das Statistische Bundesamt seit dem Berichtsmonat März 2020, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie frühzeitig abzubilden.

53,8 % weniger Verbraucherinsolvenzen im November 2020

Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 3.282 übrige Schuldner im November 2020 Insolvenz an. Das waren 51,0 % weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 2 214 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern (-53,8 %) sowie 774 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen (-50,1 %).

Der deutliche Rückgang an Insolvenzanträgen von Verbraucherinnen und Verbrauchern hat sich bereits seit Juli angedeutet und ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Ende 2020 ein Gesetz zur schrittweisen Verkürzung von Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre beschlossen wurde. Die Neuregelung gilt bereits für ab dem 1. Oktober 2020 beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren und ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern einen schnelleren wirtschaftlichen Neuanfang im Anschluss an ein Insolvenzverfahren. Es ist davon auszugehen, dass deshalb nun nach und nach viele überschuldete Privatpersonen ihren Insolvenzantrag stellen werden.

Hinweise zu Regelinsolvenzverfahren

Vom 1. März bis zum 30. September 2020 waren Unternehmen, deren Insolvenzreife (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhte und die Aussichten darauf hatten, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, von der Insolvenzantragspflicht befreit. Auch bei Insolvenzanträgen von Gläubigerseite wurde vorausgesetzt, dass der Eröffnungsgrund bereits am 1. März 2020 und damit vor der Corona-Pandemie vorlag. Ab dem 1. Oktober 2020 war ein Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit wieder verpflichtend, bei Überschuldung galt die Befreiung weiterhin bis Jahresende. Für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht, ist die Insolvenzantragspflicht weiterhin ausgesetzt. Die Auswirkungen dieser Änderungen werden sich in den kommenden Berichtsmonaten in der Statistik zeigen.

Von den Insolvenzverfahren in Deutschland sind 30 % Regelinsolvenzverfahren, zu denen in erster Linie alle Verfahren von Unternehmen zählen (rund 55 %). Enthalten sind weiterhin Personen, die wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören unter anderem die persönlich haftenden Gesellschafter einer offenen Handelsgesellschaft (oHG), Mehrheitsgesellschafter einer Kapitalgesellschaft sowie ehemals selbständig Tätige, deren Vermögensverhältnisse als nicht überschaubar eingestuft werden.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Powered by WPeMatico