Exporte im Mai 2020: +9,0 % saisonbereinigt zum April 2020

Im Mai 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 80,3 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 73,2 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die Exporte im Mai 2020 um 29,7 % und die Importe um 21,7 % niedriger als im Mai 2019.

Exporte im Mai 2020: +9,0 % saisonbereinigt zum April 2020

Exporte liegen aber noch 26,8 % unter dem Vorkrisenniveau im Februar 2020

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.07.2020

Exporte, Mai 2020

  • 80,3 Milliarden Euro
  • +9,0 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -29,7 % zum Vorjahresmonat

Importe, Mai 2020

  • 73,2 Milliarden Euro
  • +3,5 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -21,7 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, Mai 2020

  • 7,1 Milliarden Euro
  • 7,6 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Mai 2020

  • 6,5 Milliarden Euro

Im Mai 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 80,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 73,2 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die Exporte im Mai 2020 um 29,7 % und die Importe um 21,7 % niedriger als im Mai 2019.

Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat April 2020 um 9,0 % und die Importe um 3,5 % zu. Gegenüber Februar 2020 – dem Monat vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen – nahmen kalender- und saisonbereinigt die Exporte um 26,8 % und die Importe um 18,2 % ab.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2020 mit einem Überschuss von 7,1 Milliarden Euro ab. Im Mai 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 20,7 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Mai 2020 bei 7,6 Milliarden Euro.

Die deutsche Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+8,5 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+1,1 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+0,4 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-3,5 Milliarden Euro) im Mai 2020 mit einem Überschuss von 6,5 Milliarden Euro ab. Im Mai 2019 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 13,3 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2020 Waren im Wert von 42,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 38,4 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2019 sanken die Exporte in die EU-Staaten um 29,0 % und die Importe aus diesen Staaten um 25,2 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Mai 2020 Waren im Wert von 29,9 Milliarden Euro (-29,1 %) exportiert und Waren im Wert von 26,7 Milliarden Euro (-25,2 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Mai 2020 Waren im Wert von 12,5 Milliarden Euro (-28,6 %) exportiert und Waren im Wert von 11,7 Milliarden Euro (-25,3 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) wurden im Mai 2020 Waren im Wert von 37,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 34,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Mai 2019 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 30,5 % und die Importe von dort um 17,5 % ab.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Außenhandel mit ausgewählten Staaten

Je nach Handelspartner waren die Exporte im Vorjahresvergleich unterschiedlich stark beeinträchtigt: Während Exporte in die Volksrepublik China im Mai 2020 vergleichsweise moderat um 12,3 % auf 7,2 Milliarden Euro gegenüber Mai 2019 zurückgingen, nahmen die Exporte in die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Vereinigten Staaten um 36,5 % auf 6,5 Milliarden Euro ab. Die Exporte in das Vereinigte Königreich verzeichneten mit einem Rückgang von 46,9 % auf 3,5 Milliarden gegenüber dem Vorjahresmonat einen besonders starken Rückgang.

Die meisten Importe kamen im Mai 2020 aus der Volksrepublik China nach Deutschland. Von dort wurden Waren im Wert von 10,7 Milliarden Euro eingeführt, das waren 23,4 % mehr als im Mai 2019. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken im Mai 2020 um 26,9 % auf einen Wert von 4,4 Milliarden Euro. Die deutschen Importe aus dem Vereinigten Königreich sanken um 20,3 % auf 2,2 Milliarden Euro.

Powered by WPeMatico

Deutsche Industrie erwartet leichte Zunahme ihrer Produktion

Die deutsche Industrie erwartet in den kommenden drei Monaten lt. ifo Institut eine Zunahme ihrer Produktion. Die Stimmung hat sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Erstmals nach drei Monaten überwiegt also der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen.

Powered by WPeMatico

Kommission erwartet noch tiefere und uneinheitlichere Rezession

Die Corona-Pandemie trifft Europas Beschäftigte und Unternehmen härter als erwartet. Nach der am 07.07.2020 vorgestellten Sommerprognose der EU-Kommission schrumpft die Wirtschaft im Euro-Raum in diesem Jahr um 8,7 Prozent und legt 2021 um 6,1 Prozent zu. Die Wirtschaftsleistung in der EU insgesamt dürfte 2020 um 8,3 Prozent sinken und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen.

Kommission erwartet noch tiefere und uneinheitlichere Rezession

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 07.07.2020

Die Corona-Pandemie trifft Europas Beschäftigte und Unternehmen härter als erwartet. Nach der am 07.07.2020 vorgestellten Sommerprognose der EU-Kommission schrumpft die Wirtschaft im Euro-Raum in diesem Jahr um 8,7 Prozent und legt 2021 um 6,1 Prozent zu. Die Wirtschaftsleistung in der EU insgesamt dürfte 2020 um 8,3 Prozent sinken und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen. In ihrer Frühjahrsprognose hatte die Kommission für dieses Jahr noch einen Rückgang von 7,7 Prozent für das Euro-Währungsgebiet und einen Abschwung von 7,4 Prozent für die EU insgesamt erwartet. Für Deutschland geht die EU-Kommission in diesem Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 6,3 Prozent aus, im kommenden Jahr soll die Wirtschaft wieder um 5,3 Prozent wachsen. Ein „ambitioniertes Konjunkturpaket“ habe in Deutschland einen stärkeren Abschwung verhindert, lobte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte:

„Die wirtschaftlichen Folgen der Ausgangsbeschränkungen sind schwerwiegender als ursprünglich erwartet. Die bestehenden Gefahren, zu denen beispielsweise eine zweite Infektionswelle zählt, verhindern weiterhin, dass wir in friedlichen Gewässern segeln können. Die vorgelegte Prognose zeigt überdeutlich, weshalb wir eine Einigung über unser ehrgeiziges Aufbaupaket „NextGenerationEU“ brauchen, um die Wirtschaft zu stützen. Mit Blick auf dieses Jahr und das nächste ist zwar mit einer Erholung zu rechnen, doch ist angesichts der uneinheitlichen Geschwindigkeit des Aufschwungs Wachsamkeit geboten. Wir müssen weiterhin Arbeitnehmer und Unternehmen schützen und unsere Politik auf EU-Ebene eng koordinieren, damit wir gestärkt und geeint aus dieser Krise hervorgehen.“

Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft, fügte hinzu:

„Das Coronavirus hat inzwischen weltweit mehr als eine halbe Million Menschenleben gekostet, und diese Zahl steigt noch immer Tag für Tag – in manchen Teilen der Welt sogar alarmierend schnell. Die Prognose verdeutlicht die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Zwar haben politische Maßnahmen in ganz Europa dazu beigetragen, die Folgen für unsere Bürgerinnen und Bürger abzumildern, doch haben sich dennoch die Ungleichheiten und die Unsicherheit durch die Krise weiter verstärkt. Deshalb ist es so wichtig, eine rasche Einigung über den von der Kommission vorgeschlagenen Aufbauplan zu erzielen. Wir müssen das Vertrauen in unsere Volkswirtschaften in dieser kritischen Zeit stärken und Finanzmittel verfügbar machen.“

Die wirtschaftliche Erholung dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte 2020 verstärken. Die Pandemie hatte bereits im ersten Quartal 2020 beträchtliche wirtschaftliche Folgen, obgleich die meisten Mitgliedstaaten erst Mitte März mit der Einführung von Ausgangsbeschränkungen begonnen haben. Da im zweiten Quartal 2020 während eines weitaus längeren Zeitraums Wirtschaftstätigkeiten unterbrochen waren und Ausgangsbeschränkungen galten als im ersten Quartal, dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Quartal deutlich stärker zurückgegangen sein.

Erste Daten für Mai und Juni deuten jedoch darauf hin, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Es wird erwartet, dass die Erholung in der zweiten Jahreshälfte an Schwung gewinnt, aber unvollständig bleibt, und dass sich die Lage in den Mitgliedstaaten uneinheitlich darstellt. Der Schock für die EU-Wirtschaft ist insofern symmetrisch, als die Pandemie alle Mitgliedstaaten getroffen hat. Jedoch dürften – sowohl im Hinblick auf den Produktionsrückgang 2020 als auch auf die Erholung 2021 – große Unterschiede zutage treten. Diese Uneinheitlichkeit wird der Sommerprognose zufolge stärker ausgeprägt sein als noch im Frühjahr erwartet.

Inflationsaussichten unverändert

Die Inflationsaussichten sind seit der Frühjahrsprognose trotz bedeutender Veränderungen bei den für die Preisentwicklung maßgeblichen Kräften im Wesentlichen gleichgeblieben.

Zwar sind die Öl- und Lebensmittelpreise stärker gestiegen als erwartet, doch dürfte dieser Anstieg durch die schwächeren wirtschaftlichen Aussichten, Mehrwertsteuersenkungen und andere Maßnahmen in einigen Mitgliedstaaten ausgeglichen werden. Die Inflation im Euro-Währungsgebiet wird, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), nun auf 0,3 Prozent im Jahr 2020 und 1,1 Prozent im Jahr 2021 geschätzt. Für die EU wird eine Inflation von 0,6 Prozent im Jahr 2020 und 1,3 Prozent im Jahr 2021 prognostiziert.

Außergewöhnlich hohe Unsicherheit

Ob die Prognose sich als richtig erweisen wird, ist mit außergewöhnlich hohen Risiken verbunden – vor allem Abwärtsrisiken. Ausmaß und Dauer der Pandemie und der möglicherweise notwendigen künftigen Eindämmungsmaßnahmen sind nach wie vor nicht absehbar. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass die Maßnahmen weiter gelockert werden und es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommt. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass der Arbeitsmarkt sich langfristig schlechter entwickelt als erwartet und Liquiditätsengpässe für viele Unternehmen dazu führen, dass ihre Zahlungsfähigkeit gefährdet wird. Auch für die Stabilität der Finanzmärkte besteht ein Risiko, und sollten die Mitgliedstaaten ihre nationalen Maßnahmen nicht ausreichend koordinieren, könnte sich auch das nachteilig auswirken. Gelingt es nicht, eine Einigung über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU zu erzielen, könnte dies ebenfalls das Wachstum behindern, besonders im Vereinigten Königreich. Ganz allgemein ist es möglich, dass protektionistische Maßnahmen und eine übermäßige Abkehr von globalen Produktionsketten den Handel und die Weltwirtschaft beeinträchtigen.

Unter bestimmten Umständen könnten die Entwicklungen die Erwartungen aber auch übertreffen, so beispielsweise dann, wenn frühzeitig ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar wird.

Der Kommissionsvorschlag für einen Aufbauplan, in dessen Zentrum das neue Instrument NextGenerationEU steht, wurde im Rahmen dieser Prognose noch nicht berücksichtigt, da eine Einigung darüber noch aussteht. Wird sie erzielt, könnte dies die Wirtschaftsentwicklung positiv beeinflussen. Generell kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Erholung rascher einsetzt als erwartet, vor allem wenn die verbleibenden Beschränkungen aufgrund der epidemiologischen Entwicklung früher aufgehoben werden können als angenommen.

Vereinigtes Königreich: rein technische Annahme

Da die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich noch nicht geklärt sind, beruhen die Projektionen für 2021 auf der rein technischen Annahme unveränderter Handelsbeziehungen. Die Annahme dient ausschließlich Prognosezwecken und nimmt das Ergebnis der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in keiner Weise vorweg.

Powered by WPeMatico

Mittelständler hoffen auf bessere Zeiten

Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn lt. KfW rasant nach oben. Dennoch bleibt das mittelständische Geschäftsklima mit jetzt -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück.

Mittelständler hoffen auf bessere Zeiten

KfW, Pressemitteilung vom 06.07.2020

  • Mittelständisches Geschäftsklima hellt erneut deutlich auf
  • Erwartungen verbessern sich weit stärker als Lageurteile
  • Erhebliche Absturzgefahren auf dem Weg der Erholung

Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn rasant nach oben. Mit einem Plus von 13,8 Zählern im Juni gelingt der zweite Rekordanstieg in Folge. Dennoch bleibt das mittelständische Geschäftsklima mit jetzt -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück. Getragen wird der aktuelle Anstieg vor allem von der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten: Die Geschäftserwartungen steigen um 20,7 Zähler auf -15,0 Saldenpunkte. Die Geschäftslageurteile erholen sich hingegen eher zaghaft und klettern im Juni um 6,5 Zähler auf -26,7 Saldenpunkte.

Auch die Großunternehmen gehen davon aus, das Allergröbste inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Ihr Geschäftsklima steigt im Juni ebenfalls den zweiten Monat nacheinander historisch kräftig (+15,6 Zähler auf -26,3 Saldenpunkte) und sogar noch etwas stärker als im Mittelstand. Während die Verbesserung der Lageurteile dabei aufseiten der Großunternehmen merklich bescheidener ausfällt (+4,2 Zähler auf -49,0 Saldenpunkte), springen ihre Geschäftserwartungen noch viel deutlicher als bei den Mittelständlern nach oben und erreichen mit einem Schlag den höchsten Stand seit anderthalb Jahren (+27,8 Zähler auf -3,3 Saldenpunkte). Diese Explosion an Optimismus ist zwar erfreulich. Angesichts der dynamischen Pandemieentwicklung in vielen Ländern außerhalb Europas müssen gerade die international engagierten Unternehmen aber auch mit Rückschlägen rechnen, zumal Risiken wie die US-Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexit noch nicht ausgeräumt sind.

Die weiter schwierige Lage gerade der exportorientierten Großindustrie lässt sich daran ablesen, dass deren Geschäftsklima trotz eines deutlichen, allerdings ausschließlich erwartungsgetriebenen Anstiegs noch immer das schlechteste unter allen im KfW-ifo-Mittelstandsbarometer erfassten Unternehmenssegmenten bleibt (+13,5 Zähler auf -38,4 Saldenpunkte). Ähnlich sieht es bei den mittelständischen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, wenngleich sich deren Geschäftsklima im Vergleich zu den großen Industrieunternehmen schon seit Ausbruch der Krise nicht auf ganz so tiefem Niveau bewegt (+12,7 Zähler auf -28,4 Saldenpunkte). In allen anderen Wirtschaftsbereichen klettert die Stimmung im Juni ebenfalls nach oben. Ins Auge stechen dabei die mittelständischen Bauunternehmen, die bislang als einzige wieder von einem leicht positiven Geschäftsklima berichten (+4,9 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte). Zumindest wieder nahe der Nulllinie, die für das langfristige Durchschnittsniveau steht, liegt im Juni das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel. Nach Wiedereröffnung der Läden steigt es mit +21,0 Zählern ein weiteres Mal so stark wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich und erreicht aktuell -1,2 Saldenpunkte.

„Der Tiefpunkt der Rezession, in die die Corona-Pandemie Deutschland, Europa und die Welt unvermittelt gestoßen hat, liegt mit dem zweiten Quartal inzwischen hinter uns. Die Juni-Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers unterstreichen, dass sich die Unternehmen Stück für Stück aus dem tiefen Konjunkturtal herausarbeiten“, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Für die Wirtschaftsleistung von April bis Juni hierzulande sei von einer prozentualen Schrumpfung in knapp zweistelliger Größenordnung auszugehen. „Die Wirtschaft hat nun den Weg zurück nach oben eingeschlagen. Dieser folgt jedoch einem schmalen Pfad, auf dem man sich trotz massiver wirtschaftspolitischer Sicherungsmaßnahmen jederzeit vor Absturzgefahren in Acht nehmen muss“, so Köhler-Geib weiter. Der lokale Anstieg von Neuinfektionen führe eindringlich vor Augen, wie gefährlich das Virus nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland noch immer ist. Es bleibe zu hoffen, dass solche lokalen Virus-Ausbrüche mit lokalen Quarantäne- und Lockdown-Maßnahmen rechtzeitig eingedämmt werden, bevor sie sich verbreiten können. „Wachsamkeit und Disziplin bei der Einhaltung der Hygieneregeln sind weiter dringend nötig, um einen erneuten wirtschaftlichen Rückschlag infolge einer zweiten Infektionswelle zu vermeiden.“

Powered by WPeMatico

5-Punkte Maßnahmenpaket soll deutsche Exportwirtschaft unterstützen

Die deutsche Exportwirtschaft spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr deutlich. Neben Störungen in den Lieferketten und bei der Abwicklung der Projekte im Ausland haben sich auch die Finanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert. Die Bundesregierung hat deshalb ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen, das die Finanzierung von Exportgeschäften erleichtert.

5-Punkte Maßnahmenpaket soll deutsche Exportwirtschaft unterstützen

BMWi, Pressemitteilung vom 07.07.2020

Die deutsche Exportwirtschaft spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr deutlich. Neben Störungen in den Lieferketten und bei der Abwicklung der Projekte im Ausland haben sich auch die Finanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert. Den bewährten staatlichen Exportkreditgarantien („Hermes-Bürgschaften“) kommt in dieser Situation eine besonders hohe Bedeutung zu. Sie sichern Auslandsgeschäfte gegen politische und wirtschaftliche Risiken ab, beispielsweise auch bei Zahlungsschwierigkeiten ausländischer Kunden. Die Bundesregierung hat deshalb ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen, das die Finanzierung von Exportgeschäften erleichtert.

Bundesminister Altmaier:

„Mit unserem 5-Punkte-Maßnahmenpaket stärken wir den deutschen Exporteuren in dieser kritischen Phase den Rücken. Wir entlasten Unternehmen, die plötzlich und unverschuldet vor existenziellen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig schaffen wir im Ausland neue Anreize, um Waren und Dienstleistungen aus Deutschland zu bestellen. Denn der Export ist ein wichtiger Pfeiler unserer Wirtschaft und schafft und sichert hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland.“

Exporteure und exportfinanzierende Banken sollen an folgenden Punkten unterstützt werden:

  1. Verbesserte Finanzierungsbedingungen für neue Exportgeschäfte (z. B. reduzierte Anzahlungen und verzögerte Rückzahlungen bei bestimmten Geschäften)
  2. Einführung einer Shopping Line-Deckung (vereinfachte Absicherung verschiedener Exportfinanzierungen bei großen ausländischen Bestellern)
  3. Erleichterungen bei den Entgelten für Hermes-Bürgschaften
  4. Verbesserte Refinanzierungsmöglichkeiten für exportfinanzierende Banken
  5. Weitere technische Verbesserungen

Das 5-Punkte Maßnahmenpaket wurde im engen Austausch mit der deutschen Exportwirtschaft sowie Banken und Unternehmensverbänden entwickelt.

Die Maßnahmen im Einzelnen finden sich hier .

Bereits kurz nach Ausbruch der Krise hat der Bund den haushaltsrechtlichen Gewährleistungsrahmen angehoben und die Absicherungsmöglichkeiten für Exportgeschäfte erweitert.

Mit Exportkreditgarantien unterstützt der Bund die Finanzierung deutscher Exporte. Das jährliche Garantievolumen liegt bei ca. 20 Mrd. Euro. Die „Hermes-Bürgschaften“ werden gegen Zahlung einer marktgerechten Prämie übernommen und sind subsidiär zu privaten Versicherungsangeboten. In herausfordernden Märkten sind sie jedoch oft der Schlüssel dafür, dass ein Export überhaupt zustande kommt. Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal des Bundes unter www.agaportal.de .

Powered by WPeMatico

Ein Fünftel der deutschen Firmen hält sich für gefährdet

Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. Das ergibt sich aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts.

Ein Fünftel der deutschen Firmen hält sich für gefährdet

ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.07.2020

Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. Das ergibt sich aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts. 21 Prozent der Firmen antworteten im Juni, die Beeinträchtigungen durch Corona seien existenzbedrohend. „In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen“, sagt ifo-Forscher Stefan Sauer.

Das betrifft vor allem die Dienstleister, von denen sich 27 Prozent als gefährdet einstuften. Im Handel waren es 18 Prozent, in der Industrie 17 und auf dem Bau nur 2 Prozent.

Ganz besonders wackelig sind die Reisebüros und Reiseveranstalter mit 85 Prozent, die Hotels mit 76 Prozent und die Gaststätten mit 67 Prozent. Aber auch 55 Prozent der Kreativen, Künstler und Unterhalter sehen ihre Existenz bedroht. Es folgen die Schifffahrt mit 50 Prozent und die Filmbranche mit 48 Prozent.

In der Industrie sind es vor allem die Metallerzeuger und -bearbeiter, die sich zu 53 Prozent für gefährdet halten. Es folgen die Textilhersteller mit 38 Prozent, das Druckgewerbe mit 28 Prozent, die Lederbranche mit 27 Prozent und die Autohersteller und ihre Zulieferer mit 26 Prozent.

Im Handel sind es vor allem die Einzelhändler mit 21 Prozent. Der Großhandel ist mit 15 Prozent weniger betroffen.

Powered by WPeMatico

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2020

Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai gegenüber dem Vormonat um 10,4 % gestiegen, nachdem es zuvor pandemiebedingt zu kräftigen Rückgängen gekommen war.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2020

BMWi, Pressemitteilung vom 06.07.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai gegenüber dem Vormonat um 10,4 % gestiegen, nachdem es zuvor pandemiebedingt zu kräftigen Rückgängen gekommen war. Ein deutliches Auftragsplus von 20,3 % bei Investitionsgütern gab hierfür den Ausschlag (Kfz-Bereich +44,4 %). Die Hersteller von Konsum- und Vorleistungsgütern verzeichneten Zuwächse von 4,7 % bzw. 0,4 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen war die Zunahme bei den Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe nicht ganz so stark (+8,9 %).

Im Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich ein Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 28,6 %. Aus dem In- und Ausland gingen 23,4 % bzw. 32,3 % weniger Bestellungen ein.

Die jüngsten Daten zu den Auftragseingängen sprechen dafür, dass die Industrierezession ihren Tiefpunkt durchschritten hat. Das nach wie vor niedrige Orderniveau zeigt aber auch, dass der Aufholprozess noch lange nicht abgeschlossen ist. Der vergleichsweise geringe Orderzuwachs aus dem nichteuropäischen Ausland deutet zudem darauf hin, dass das weltwirtschaftliche Umfeld zunächst schwierig bleibt.

Powered by WPeMatico

Existenzgründungen steigen 2019 erstmals seit 5 Jahren an – Corona belastet Gründungsjahr 2020

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

Existenzgründungen steigen 2019 erstmals seit 5 Jahren an – Corona belastet Gründungsjahr 2020

KfW, Pressemitteilung vom 02.07.2020

  • Zahl der Gründungen legt um 58.000 auf 605.000 zu
  • Jede dritte Gründung ist internetbasiert
  • Berlin in Rangliste der Bundesländer auf Platz 1

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

„Der Ausblick für das Gründungsjahr 2020 war positiv, doch die Corona-Pandemie belastet. Ich erwarte, dass Gründungspläne unter dem Eindruck der aktuell existenzbedrohenden Lage vieler Selbständiger teilweise verschoben werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Jedoch werde die Krise auch einen die Gründungstätigkeit antreibenden Effekt haben. „Aufgrund von krisenbedingt zunehmender Erwerbslosigkeit dürfte die Zahl so genannter Notgründungen – also Gründungen, die mangels besserer Erwerbsalternativen erfolgen – steigen.“ Welcher Effekt letztlich überwiegen werde, bleibe abzuwarten.

Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %). „Der Trend zu mehr innovativen, digitalen und internetbasierten Gründungen ist positiv, denn sie kreieren neue Märkte, treiben den strukturellen Wandel voran und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

Powered by WPeMatico

Deutsche Wirtschaft – es geht wieder aufwärts

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die deutsche Wirtschaft in die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Im kommenden Jahr soll sich lt. ifo Institut die Erholung fortsetzen.

Deutsche Wirtschaft – es geht wieder aufwärts

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.07.2020

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die deutsche Wirtschaft in die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Bedingt durch die niedrige Produktion an Waren und Dienstleistungen während des Shutdown fallen die Zuwachsraten mit 6,9 % und 3,8 % im dritten und vierten Quartal kräftig aus. Dennoch wird die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt dieses Jahres voraussichtlich um 6,7 % niedriger sein als im Jahr 2019. Im kommenden Jahr setzt sich die Erholung fort. Im Jahresdurchschnitt dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 6,4 % wachsen.

Powered by WPeMatico

DIW Konjunkturbarometer: Lockdown-Tief durchschritten

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen.

DIW Konjunkturbarometer: Lockdown-Tief durchschritten

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 30.06.2020

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen. Dementsprechend dürfte das hiesige Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr um rund zwölf Prozent und damit in bisher ungekanntem Ausmaß eingebrochen sein. Hintergrund für das abermalige Absacken des Barometerwertes sind zunehmend verfügbare Daten für das zweite Quartal, in das die meisten coronabedingten Einschränkungen fielen. So liegen mittlerweile Produktionszahlen der deutschen Industrie für April vor.

„Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte – es geht wieder aufwärts“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Lockerungen der Einschränkungen zeigen mittlerweile Wirkung: Der Konsum belebt sich allmählich, die Produktion in der Industrie läuft wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirken und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spricht. Viele Dienstleister kehren zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurück, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine – mit Blick auf die Einkommensentwicklung – gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhindern.

„In Deutschland dürfte das beherzte Krisenmanagement der Regierung das Schlimmste verhindern“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. „Der Bremsklotz wird wohl in den kommenden Monaten der Außenhandel sein, denn in vielen Ländern sind die Auswirkungen der Krise – insbesondere auf den Arbeitsmärkten – gravierender als in Deutschland. Das wird die Nachfrage nach deutschen Autos und Maschinen noch für geraume Zeit belasten.“

Powered by WPeMatico