Inflationsrate im April 2020 bei +0,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im April 2020 bei +0,9 %. Damit schwächte sich die Inflationsrate erneut ab (März 2020: +1,4 %; Februar 2020: +1,7 %). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat März 2020 um 0,4 %.

Inflationsrate im April 2020 bei +0,9 %

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 14.05.2020

Verbraucherpreisindex, April 2020

  • +0,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis: +0,8 %)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis: +0,3 %)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2020

  • +0,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im April 2020 bei +0,9 %. Damit schwächte sich die Inflationsrate erneut ab (März 2020: +1,4 %; Februar 2020: +1,7 %). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat März 2020 um 0,4 %. Die vorläufigen Ergebnisse für den Verbraucherpreisindex (VPI) vom 29. April 2020 werden durch die endgültigen Ergebnisse leicht nach oben korrigiert.

Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist unterdurchschnittlich um 0,3 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von April 2019 bis April 2020 unterdurchschnittlich um 0,3 %. Maßgeblich hierfür war der Preisrückgang bei Energieprodukten um 5,8 %. Am stärksten gaben die Preise für Heizöl infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt nach, unter anderem aufgrund der Corona-Pandemie. Binnen Jahresfrist sanken die Preise für Heizöl im April 2020 erheblich um 23,7 %. Auch Kraftstoffe wurden dadurch für Verbraucherinnen und Verbraucher mit -15,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich günstiger. Neben den Preisrückgängen bei den Mineralölprodukten gab es auch einige Preiserhöhungen, wie beispielsweise für Strom (+4,4 %).Kräftig stiegen auch die Preise für Nahrungsmittel (+4,8 %). Hier wurden die Auswirkungen der Corona-Krise insbesondere durch die Preisanstiege bei Obst (+11,0 %) und Gemüse (+6,5 %) deutlich.

Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe bei +1,6 %

Vor allem die deutlichen Preisrückgänge bei Mineralölprodukten wirkten sich im April 2020 dämpfend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Heizöl und Kraftstoffe hätte die Inflationsrate im April 2020 weitaus höher bei +1,6 % gelegen.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im April 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich um 1,3 %. Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war die Preiserhöhung bei den Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Deutlicher erhöhten sich zum Beispiel die Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,0 %) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,0 %).

Deutlicher Preisanstieg gegenüber dem Vormonat bei Gemüse

Im Vergleich zum März 2020 stieg der Verbraucherpreisindex insgesamt im April 2020 um 0,4 %. Nennenswert sind die steigenden Nahrungsmittelpreise (+1,1 %). Dabei mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für Gemüse mehr bezahlen als im Vormonat (+5,1 %). Die Preise für Energieprodukte gingen hingegen zurück (-3,0 %), insbesondere wurden Kraftstoffe billiger (-8,3 %).

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Für rund 50 Mio. Beschäftigte in Europa ist Kurzarbeit beantragt

Kurzarbeit als Alternative zu Entlassungen hat sich in Europa zur Bewältigung der Corona-Krise breit durchgesetzt. Für rund 50 Mio. Beschäftigte haben Unternehmen in der EU sowie Großbritannien und der Schweiz Ende April 2020 Kurzarbeit beantragt. Allein in den 27 EU-Staaten wurde für rund 42 Mio. Menschen Kurzarbeit beantragt. Dies entspricht knapp 27 Prozent aller Beschäftigten, so das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Hans-Böckler-Stiftung und des Europäischen Gewerkschaftsinstituts.

Für rund 50 Mio. Beschäftigte in Europa ist Kurzarbeit beantragt

Forscher empfehlen Mindeststandards für faire Kurzarbeiterregelungen

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 12.05.2020

Kurzarbeit als Alternative zu Entlassungen hat sich in Europa zur Bewältigung der Corona-Krise breit durchgesetzt. Für rund 50 Millionen Beschäftigte haben Unternehmen in der EU sowie Großbritannien und der Schweiz Ende April 2020 Kurzarbeit beantragt. Allein in den 27 EU-Staaten wurde für rund 42 Millionen Menschen Kurzarbeit beantragt. Dies entspricht knapp 27 Prozent aller Beschäftigten, so das Ergebnis einer neuen gemeinsamen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) in Brüssel.

Am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Frankreich (11,3 Millionen Anträge bei der nationalen Arbeitslosenversicherung), Deutschland (10,1 Millionen), Italien (8,3 Millionen) und Großbritannien (6,3 Millionen; siehe auch die Abbildung 1 in der PDF-Datei unten). Gemessen an der Beschäftigtenzahl hatte die Schweiz mit 48,1 Prozent den höchsten Anteil aller Anträge zur Kurzarbeit, gefolgt von Frankreich (47,8 Prozent), Italien (46,6 Prozent) und Luxemburg (44,5 Prozent, siehe auch die Abbildung 2 in der PDF-Datei unten). In Deutschland beziehen sich die Anträge auf Kurzarbeit auf etwas mehr als ein Viertel (26,9 Prozent) aller Beschäftigen.

Insgesamt existieren mittlerweile in fast allen EU-Staaten Programme zur Kurzarbeit oder ähnliche Formen einer vorübergehenden Lohnsubvention. Viele Länder haben in den vergangenen Jahren die Möglichkeit zur Kurzarbeit neu eingeführt, die nun im Rahmen von Sonderprogrammen für die Corona-Krise teilweise stark ausgeweitet wurden. Zwar dürfte letztendlich die Zahl der Anträge spürbar höher sein als die Anzahl der Beschäftigten, die tatsächlich kurzarbeiten, weil Unternehmen oft präventiv für größere Gruppen Kurzarbeit beantragen. Trotzdem sei damit europaweit ein „Allzeit-Rekordhoch erreicht“, schreiben die Autoren der Studie, Dr. Torsten Müller vom ETUI und Prof. Dr. Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs.

Wie bedeutsam die Kurzarbeit als ein Instrument zur Krisenbewältigung sei, zeigt nach Ansicht von Müller und Schulten der Vergleich mit den USA, wo kaum Kurzarbeiterreglungen genutzt werden und deshalb bereits mehr als 33 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Umso wichtiger sei die finanzielle Unterstützung von Kurzarbeit, für die die EU-Kommission in ihrem „SURE“-Programm den Mitgliedstaaten günstige Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Verfügung stellen will, betonen die Wissenschaftler.

Die nationalen Regelungen weisen in Hinblick auf Höhe und Dauer des Kurzarbeitergeldes deutliche Unterschiede auf. So reicht die Höhe des Kurzarbeitergeldes, gemessen am ausgefallenen Entgelt, je nach Land von 50 Prozent in Polen bis zu 100 Prozent in den Niederlanden, Dänemark oder Irland. In vielen Staaten liegt das Niveau bei 70 oder 80 Prozent. Die Dauer der Zahlungen variiert zwischen zwei Wochen in Rumänien über drei Monate in Dänemark oder Luxemburg, sechs Monate in den Niederlanden oder Österreich bis zu 12 Monaten in Deutschland, der Schweiz oder Frankreich und bis zu 13 Monaten in Finnland. Oft sind Kurzarbeitende mit drastischen finanziellen Einbußen konfrontiert. Auf Basis guter Lösungen, die sie in unterschiedlichen Ländern beobachtet haben, beschreiben die Forscher Mindeststandards für faire und existenzsichernde Kurzarbeiterregelungen. Hierzu gehören u. a.:

  • ein Kurzarbeitergeld, das mindestens 80 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens ersetzt;
  • ein Kündigungsschutz, der über die Zeit der Kurzarbeit hinausreicht;
  • eine angemessene Beteiligung von Gewerkschaften und Betriebsräten bei der konkreten Umsetzung der Kurzarbeit.

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HWWI-Rohstoffpreisindex verzeichnete weiterhin starke Preisverluste

Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im April um durchschnittlich 22,9 % (Eurobasis: -21,3 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 53,7 Punkten (Eurobasis: 54,9 Punkten). Die fortschreitende Corona-Krise beeinflusste im April weiterhin maßgeblich die Entwicklungen auf den globalen Rohstoffmärkten und sorgte für starke Preisverluste.

HWWI-Rohstoffpreisindex verzeichnete weiterhin starke Preisverluste

Preis für WTI-Rohöl rutschte erstmals ins Minus

HWWI, Pressemitteilung vom 12.05.2020

  • HWWI-Gesamtindex fiel um 22,9 % (US-Dollarbasis)
  • Rohölpreise sind um 31,6 % gesunken
  • Preisrückgang auf den Märkten für Industrierohstoffe um 7,2 %

Der HWWI-Rohstoffpreisindex fiel im April um durchschnittlich 22,9 % (Eurobasis: -21,3 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 53,7 Punkten (Eurobasis: 54,9 Punkten). Die fortschreitende Corona-Krise beeinflusste im April weiterhin maßgeblich die Entwicklungen auf den globalen Rohstoffmärkten und sorgte für starke Preisverluste. Die weltweit verhängten Ausgangsperren bremsten die globale Wirtschaft und führten dazu, dass auch im April alle im HWWI-Rohstoffpreisindex enthaltenen Indices durchschnittlich im Vergleich zum Vormonat fielen. Den stärksten Rückgang verzeichnete im April der Teilindex für Energierohstoffe, welcher um durchschnittlich -27,4 % (Eurobasis: -25,9 %) auf 46,4 Punkte (Eurobasis: 47,4 Punkte) fiel. Der Index für Industrierohstoffe sank um 7,2 % (Eurobasis: -5,5 %) auf 106,7 Punkte (Eurobasis: 109,1 Punkte) und der Index für Nahrungs- und Genussmittel um 3,2 % (Eurobasis: -1,4 %) auf 88,5 Punkte (Eurobasis: 90,4 Punkte). Im Vergleich zum Vormonat fiel der Index ohne Energie durchschnittlich um 5,8 % (Eurobasis: -4,0 %) auf 99,3 Punkte (Eurobasis: 101,4 Punkte).

Index für Energierohstoffe: -27,4 % (Eurobasis: -25,9 %)

Auch im April waren die Entwicklungen auf den Rohölmärkten durch die Auswirkungen der Corona-Krise bestimmt. Der weltweite Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie senkte weiterhin die globale Nachfrage nach Rohöl und der Abwärtstrend auf den Rohölmärkten setzte sich fort. Anfang April fanden weitere Verhandlungen der OPEC+ Staaten statt, die zum Ziel hatten, Einigkeit in dem seit März anhaltenden Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland zu erlangen und weitere Förderungskürzungen zu vereinbaren. Um dem Preisverfall auf den Rohölmärkten entgegenzuwirken, einigte sich das Ölkartell auf eine Drosselung der Fördermenge von 9,7 Millionen Barrel pro Tag für Mai und Juni. Zusätzlich wurden weitere Förderlimits bis zum 30. April 2022 angekündigt. Im April führten die Ankündigungen der OPEC+ allerdings noch zu keinen Preissteigerungen, sodass alle im Index enthaltenen Rohölpreise deutlich im Vergleich zum Vormonat fielen.

Einen besonderen Verlauf wies der Preis der amerikanischen Rohölsorte WTI im April auf; sie verzeichnete erstmals negative Preise. Der Preis für WTI Rohöl rutschte am 20. April auf -37,63 USD pro Barrel. Der außergewöhnliche Preissturz ließ sich auf das Auslaufen des Mai-Terminkontraktes und auf erschöpfte Lagerkapazitäten zurückführen. Rohölhändler, die eine Kaufposition des im Mai auslaufenden Rohölkontraktes am Terminmarkt hielten, wollten diese vor Laufzeitende verkaufen, um nicht das physische Rohöl geliefert zu bekommen. Aufgrund der gefüllten Rohöllager und der durch die Corona-Krise bedingten geringen Nachfrage stellte es sich als schwierig heraus, Käufer für diese Positionen zu finden. Der Preis sank erstmals ins Minus, sodass die Händler dafür zahlen mussten, damit ihnen das Öl abgenommen wurde. Die Preise für WTI Rohöl blieben jedoch nur kurzfristig im Minus und stiegen bereits am nächsten Tag wieder an. Insgesamt fielen im April die Preise aller drei im Index enthaltenen Rohölarten deutlich und verzeichneten im Vergleich zum Vormonat einen durchschnittlichen Preisrückgang von über 31,2 % (Eurobasis: -29,8 %).

Die europäischen und die amerikanischen Erdgaspreise entwickelten sich gegenläufig im April. Während die europäischen Erdgaspreise stark fielen, stiegen die Preise für amerikanisches Erdgas leicht an. Die Entwicklung der Preise für amerikanisches Erdgas steht in Abhängigkeit zu der Entwicklung der amerikanischen Rohölpreise, da amerikanisches Fracking-Gas ein Nebenprodukt der Schieferölproduktion ist. Aufgrund des stark gesunkenen Rohölpreises verringerten US-amerikanische Schieferölproduzenten ihre Kapazitäten und nahmen Investitionskürzungen vor, was wiederum ebenfalls zu einer Reduktion des US-amerikanischen Erdgasangebots und damit zu steigenden Preisen führte. Der fallende Verlauf der europäischen Erdgaspreise ist hingegen auf den milden Winter und die gut gefüllten Erdgasspeicher zurückzuführen. Zusätzlich führte der Einbruch der industriellen Nachfrage aufgrund des Corona-Lockdowns zu sinkenden Preisen für europäisches Erdgas.

Auch auf dem Markt für Kohle waren im April enorme Preisverluste zu beobachten. Auch hier sind die Gründe in der weltweit gelähmten Industrie und dem damit einhergehenden Einbruch der Nachfrage nach Kohle zu finden.

Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um -27,4 % (Eurobasis: -25,9 %) auf 46,4 Punkte (Eurobasis: 47,4 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: -7,2 % (Eurobasis: -5,5 %)

Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Der Preisverfall auf den Märkten für Industrierohstoffe verstärkte sich im April im Vergleich zum Vormonat. Alle drei Subindizes verzeichneten Preisverluste aufgrund des weltweiten Lockdowns und der dadurch gesunkenen Nachfrage.

Der fallende Verlauf des Index für Agrarische Rohstoffe setzte sich im April fort, da die Textilindustrie weiterhin stark von den weltweiten Corona-Beschränkungen betroffen war. Die gebremste Produktion führte zu Nachfragerückgängen und Preissenkungen auf den Märkten für Baumwolle, Wolle und Häuten.

Die Preise für NE-Metalle sanken ebenfalls im April, allerdings verlangsamte sich das durchschnittliche negative Wachstum im Vergleich zum März. Die chinesische Industrie kehrte langsam wieder zu Normalität zurück und steigerte die Nachfrage auf den Märkten für NE-Metalle.

Weiterhin relativ stark fielen die Preise für Blei und Aluminium im Monatsdurchschnitt. Beispielsweise sorgte die gelähmte Autoindustrie für einen Nachfragerückgang nach Aluminium und damit zu einem Preisverfall von fast 10 % (Eurobasis: -7,9 %) verglichen mit dem Vormonat.

Die Eisenerzpreise, die im März noch aufgrund von Angebotsengpässen gestiegen sind, sind im April aufgrund des Nachfragerückgangs aus Europa, Südkorea, Japan und der USA begründet durch die dortigen Lockdowns wieder gesunken. Die anhaltende Erholung der chinesischen Wirtschaft führte zwar zu einer leichten Erholung der Stahlproduktion und damit zu einer erhöhten Nachfrage nach Eisenerz, allerdings stieg gleichzeitig das Angebot aus den chinesischen Eisenerzmienen, welche durch die Lockerung des chinesischen Lockdowns wieder geöffnet wurden. Auch die Preise für Stahlschrott sanken durchschnittlich im April aufgrund der runtergefahrenen Stahlindustrie. Insgesamt sank der Index für Eisenerz und Stahlschrott im April durchschnittlich um -6,4% (Eurobasis: -4,7 %) im Vergleich zum Vormonat.

Insgesamt fiel der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 7,2 % (Eurobasis: -5,5 %) auf 106,7 Punkte (Eurobasis: 109,1 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -3,2 % (Eurobasis: -1,4 %)

Im Vergleich zu den Entwicklungen der übrigen Teilindices fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel im April weiterhin relativ gering um 3,2 % (Eurobasis: -1,4 %). Während die Preise insbesondere für Zucker und Mais deutlich sanken, verzeichneten die Preise für Gerste Weizen und Reis Steigerungen.

Wie im Vormonat wiesen auch im April die Preise für Zucker und Mais einen deutlichen Rückgang auf. Die weltweit eingebrochene Nachfrage nach Treibstoffen, bedingt durch die Corona-Krise, führte zu einem Einbruch der Biotreibstoffproduktion und damit auch zu einem Nachfragerückgang nach Mais und Zucker. Gleichermaßen fielen die Preise für Palmöl durchschnittlich im April und spiegelten ebenfalls den Einbruch der Nachfrage nach Biodiesel wider.

Gegensätzlich verhielten sich die Preise für Grundnahrungsmittel wie Gerste, Weizen und Reis, welche deutlich im April verglichen zum Vormonat anstiegen. Viele Länder kauften vermehrt Grundnahrungsmittel, um möglichen Lebensmittelknappheiten aufgrund der Corona-Krise entgegenzuwirken. Zusätzlich schränken die weltweit verhängten Ausgangsperren die Verfügbarkeit von Arbeitskräften ein, was zu Problemen bei der Ernte dieser Rohstoffe führen könnte.

Insgesamt fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um -3,2 % (Eurobasis: -1,4 %) und notierte bei 88,5 Punkten (Eurobasis: 90,4 Punkten).

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Deutschland auf dem langen Weg aus dem Corona-Tal

Seit Anfang März hat die Corona-Pandemie Europa mit voller Wucht erfasst und die Konjunkturaussichten radikal verschlechtert. KfW Research erwartet eine Erholung zwar schon in der zweiten Jahreshälfte, das Vorkrisenniveauv wird jedoch voraussichtlich erst im Herbst 2021 wieder erreicht.

Deutschland auf dem langen Weg aus dem Corona-Tal

KfW, Pressemitteilung vom 12.05.2020

  • KfW Research erwartet für 2020 Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland um -6 %, Einbruch in der Eurozone mit -7 % noch stärker
  • Nach Tiefstständen im April starkes und dann nachlassendes Erholungstempo ab dritten Quartal wahrscheinlich
  • Geld- und Fiskalpolitik mildern die Folgen der Krise
  • Abwärtsrisiken überwiegen

Seit Anfang März hat die Corona-Pandemie Europa mit voller Wucht erfasst und die Konjunkturaussichten radikal verschlechtert. Wie alle Staaten der Eurozone reagierte Deutschland mit harten Eindämmungsmaßnahmen, die das öffentliche Leben und die Wirtschaftsaktivität teilweise lahmlegten. Infolgedessen dürfte die Wirtschaftsleistung hierzulande für mehrere Wochen um etwa 20-25 % unter dem Vorkrisenniveau gelegen haben, in der Eurozone sogar um etwa 30 %. Unter der Bedingung, dass eine zweite Infektionswelle vermieden werden kann, sollte die Wirtschaftsaktivität im April ihren Tiefpunkt erreicht haben. Mit der Rücknahme vieler Einschränkungen dürfte sie sich bis zum Sommer zumindest teilweise normalisieren, was fast mechanisch zu einem sehr hohen Wachstum im dritten Quartal führt. Für das gesamte Jahr 2020 erwartet KfW Research einen Einbruch des deutschen BIP von -6 %. In den anderen großen Eurostaaten (Frankreich, Italien und Spanien) dürfte die Rezession aufgrund einer stärkeren Betroffenheit durch das Coronavirus noch deutlich tiefer als in Deutschland ausfallen, sodass die Wirtschaftsleistung der Eurozone in diesem Jahr um -7 % schrumpfen wird. Für 2021 erwartet KfW Research ein Wachstum von +5 % in Deutschland und +6 % in der Eurozone.

Die Rückkehr zu öffentlichem Leben und wirtschaftlicher Aktivität wird in Deutschland und Europa trotz der einsetzenden Lockerungsmaßnahmen nur schleppend verlaufen – vermutlich so lange, bis eine Impfung oder ein sehr effektives Medikament vorliegt. Vor allem wird es auch bis zur Verfügbarkeit von Schnelltests, der Möglichkeit Infektionsketten nachzuverfolgen und flächendeckenden Verhaltensprotokollen für verschiedene Wirtschaftszweige aus Angst vor Ansteckungen und der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit eine deutliche Konsumzurückhaltung geben. Zudem beschränken weiterhin notwendige Sicherheitsmaßnahmen die Kapazität in einigen Branchen und die Industrieproduktion dürfte durch Unterbrechungen der Wertschöpfungsketten und Nachfrageausfälle für längere Zeit gestört sein. Solange die Krise nicht bei allen wichtigen Handelspartnern nachhaltig überwunden wurde, werden wohl viele Investitionen aufgrund der enormen Unsicherheit unterbleiben.

„Die Corona-Krise hat Deutschland wie ein Blitz getroffen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Eine Erholung dürfte zwar schon in der zweiten Jahreshälfte einsetzen, aber dennoch wird das Vorkrisenniveau voraussichtlich erst im Herbst 2021 wieder erreicht. Die Kosten der Krise im Sinne der verlorenen Wirtschaftsleistung betragen dann etwa 300 Mrd. Euro.“ Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Dänemark.

„Ohne die schnelle Reaktion der Fiskal- und Geldpolitik würde die Rezession noch verheerender ausfallen“, so Köhler-Geib. „Zuschüsse und Überbrückungskredite sowie diverse Anpassungen bei der Bankenregulierung oder dem Miet- und Insolvenzrecht helfen der Wirtschaft. Das Kurzarbeitergeld reduziert die laufenden Kosten, Arbeitsplätze bleiben erhalten und die Binnennachfrage wird gestützt. Der Großteil der Unternehmen dürfte zwar mit Blessuren, aber überlebensfähig durch die Krise kommen. Alle Maßnahmen können allerdings nur zur Überbrückung dienen. Wir müssen jetzt schnell mit Hilfe von Schnelltests, der Nachverfolgung von Infektionsketten und Verhaltensprotokollen Wege finden, Leben und Lebensunterhalt zugleich zu schützen.“

Für die aktuellen Konjunkturprognosen von KfW Research überwiegen jedoch die Abwärtsrisiken. Am offensichtlichsten ist die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Aber auch ökonomische Zweitrundeneffekte sind möglich, wenn es infolge der steigenden Verschuldung zu Staatsschulden- oder Bankenkrisen in Europa kommen sollte. Wichtig ist daher die Stabilisierungsfunktion der Geldpolitik, die allerdings durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gefährdet wird. Positive Überraschungen für die Konjunktur sind denkbar, etwa durch schnelle medizinische Fortschritte.

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Viele Branchen planen Jobabbau

Die Corona-Krise wird in vielen Branchen Jobs kosten. Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge nicht zu verlängern, beschlossen im April bereits 58 Prozent der Betriebe in der Gastronomie, 50 Prozent in Hotels und 43 Prozent der Reisebüros. Das ergibt sich aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts.

Viele Branchen planen Jobabbau

ifo Institut, Pressemitteilung vom 11.05.2020

Die Corona-Krise wird in vielen Branchen Jobs kosten. Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge nicht zu verlängern, beschlossen im April bereits 58 Prozent der Betriebe in der Gastronomie, 50 Prozent in Hotels und 43 Prozent der Reisebüros. Das ergibt sich aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts. In der Autobranche sind es 39 Prozent der Betriebe. „Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch“, sagt dazu der Leiter der ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe.

Auch in anderen Branchen werden überdurchschnittlich viele Kündigungen ausgesprochen: Dies tun 57 Prozent der Unternehmen, die andere Arbeitskräfte vermitteln, 48 Prozent der Hersteller von Leder, Lederwaren und Schuhen, 30 Prozent der Druckereien und 29 Prozent der Hersteller von Metallerzeugnissen. Im Schnitt haben 18 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze gestrichen.

Weniger stark von Kündigungen bedroht sind Beschäftigte in Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkanzleien mit 5 Prozent, Beschäftigte im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 2 Prozent, auf dem Bau mit 3 Prozent sowie in der chemischen Industrie mit 5 Prozent und in der pharmazeutischen Industrie mit null Prozent.

Auch regional gibt es Unterschiede: Besonders viele Betriebe in Baden-Württemberg streichen Jobs (22 Prozent der Firmen) und in Bayern (20 Prozent). Besonders wenige sind es im Saarland und in Rheinland-Pfalz mit 11 Prozent.

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Zwei Drittel der Unternehmen ohne Kontakte zu Startups

Um die eigene Digitalisierung voranzutreiben, nutzen nur die wenigsten Unternehmen in Deutschland lt. Bitkom eine Zusammenarbeit mit Startups aus der Technologiebranche. So geben zwei Drittel (65 Prozent) an, dass sie überhaupt nicht mit Startups zusammenarbeiten. Im letzten Jahr gab es damit kaum eine Annäherung zwischen etablierten Unternehmen und Startups, 2019 lag der Wert bei 67 Prozent.

Zwei Drittel der Unternehmen ohne Kontakte zu Startups

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.05.2020

  • Nur jedes zehnte Unternehmen entwickelt mit Startups neue Lösungen
  • Aber jedes Fünfte sieht seine Marktstellung durch aufstrebende Startups gefährdet
  • Partnerschaften werden vor allem mit etablierten Digitalunternehmen geschlossen

Um die eigene Digitalisierung voranzutreiben, nutzen nur die wenigsten Unternehmen in Deutschland eine Zusammenarbeit mit Startups aus der Technologiebranche. So geben zwei Drittel (65 Prozent) an, dass sie überhaupt nicht mit Startups zusammenarbeiten. Im letzten Jahr gab es damit kaum eine Annäherung zwischen etablierten Unternehmen und Startups, 2019 lag der Wert bei 67 Prozent. Nur jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) entwickelt gemeinsam mit Startups neue Produkte oder Dienstleistungen (2019: 11 Prozent). Immerhin jedes Vierte (25 Prozent; 2019: 22 Prozent) arbeitet auf andere Weise mit Startups zusammen, etwa bei Gründerwettbewerben. Und 6 Prozent geben an, finanziell an Startups beteiligt zu sein (2019: 5 Prozent).

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 603 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern aus allen Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung schwer tun, sollten Kontakt zu Startups suchen. Startups verfügen meist über Kenntnisse rund um die neuesten digitalen Technologien und bieten innovative Lösungsansätze für unternehmerische Herausforderungen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Von einer stärkeren Zusammenarbeit würden kleine und mittelständische Unternehmen ebenso profitieren wie umgekehrt auch die Startups.“

Jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) sieht aufstrebende Startups als eine Gefahr für die eigene Marktstellung. Um die eigene Digitalisierung voranzutreiben wird vor allem auf Partnerschaften mit IT- und Internetunternehmen gesetzt (68 Prozent). Partnerschaften mit sonstigen Unternehmen aus der eigenen oder einer fremden Branche nutzen dagegen nur 27 Prozent.

Weitere Ergebnisse der Befragung finden sich hier: Deutsche Unternehmen geben sich eine Drei im Fach Digitales

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Mittelständisches Geschäftsklima im freien Fall

Das mittelständische Geschäftsklima ist weiterhin im freien Fall, es sinkt im April um 26,0 Zähler und damit nochmals stärker als im März. Damit ist die Stimmung lt. KfW nun schlechter als vor elf Jahren im Tiefpunkt der Finanzkrise.

Mittelständisches Geschäftsklima im freien Fall

KfW, Pressemitteilung vom 08.05.2020

  • Corona-Krise führt Stimmung im April auf Allzeittief
  • Negativrekorde sowohl beim Rückgang der Urteile zur aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen
  • Relativ rasche Erholung möglich

Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand ist weiterhin im freien Fall: Es sinkt im April um 26,0 Zähler und damit nochmals stärker als im März, als es um 20,0 Zähler eingebrochen war. Mit jetzt -45,4 Saldenpunkten ist die Stimmung unter den kleinen und mittleren Unternehmen noch schlechter als vor elf Jahren auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise (März 2009: -37,6 Saldenpunkte). Beide Teilkomponenten des Indikators fallen mit neuen Negativrekorden auf: Die Geschäftslageurteile sinken um 30,6 Zähler, so viel wie noch nie binnen Monatsfrist. Der bisher stärkste Rückgang betrug 10,9 Zähler und ist datiert auf den März. Trotz des beispiellosen Absturzes seit Februar halten sich die Lageurteile mit -31,5 Saldenpunkten aber über ihrem Tiefstand während der Finanzkrise. Dies spricht für eine solide Verfassung der Mittelständler noch vor zwei Monaten, mit der sie in die Krise gegangen sind. Die Geschäftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen verschlechtern sich erneut rasant, wenngleich das Abwärtstempo geringfügig nachgelassen hat (April: -22,0 Zähler auf -57,6 Saldenpunkte, März: -28,0 Zähler). Noch nie zuvor blickte der Mittelstand so pessimistisch in die Zukunft wie jetzt.

Noch schlechter als den Mittelständlern geht es im April den Großunternehmen. Nach einem weiteren extrem heftigen Einbruch um 23,2 Zähler fällt ihr Geschäftsklima auf das neue Allzeittief von -54,5 Saldenpunkten. Sowohl die Urteile zur aktuellen Geschäftslage (-30,4 Zähler auf -49,1 Saldenpunkte) als auch die Geschäftserwartungen (-17,1 Zähler auf -59,4 Saldenpunkte) der großen Unternehmen geben in Riesenschritten weiter nach.

Die in der zweiten Märzhälfte eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wie Kontaktverbote und umfangreiche angeordnete Geschäftsschließungen schlagen im April auf alle Branchen durch, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die Einbrüche des Geschäftsklimas gegenüber dem Vormonat reichen von -30,8 Zählern beim mittelständischen Einzelhandel bis zu -17,7 Zählern bei den großen Dienstleistungsunternehmen. Dort war die Stimmung aber schon im März regelrecht kollabiert. Am allerschlechtesten ist das Geschäftsklima mit -60,5 Saldenpunkten zurzeit in den großen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit seinem Schwerpunkt bei Autos und hochwertigen Investitionsgütern. Auch die Exporterwartungen in diesem Wirtschaftszweig sind so düster wie nie zuvor, sowohl bei den großen (-28,0 Zähler auf -60,7 Saldenpunkte), als auch bei den mittelständischen Unternehmen (-32,2 Zähler auf -57,9 Saldenpunkte). Noch am wenigsten schlecht ist die Stimmung dagegen im mittelständischen Bau (-8,8 Saldenpunkte).

„Das April-Ergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers ist zweifelsohne deprimierend. Die Rückgänge bei sämtlichen darin berücksichtigten Einzelindikatoren betragen im Schnitt rund das Zehnfache einer üblichen Monatsveränderung“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Das führt eindrücklich vor Augen, welch umfassende wirtschaftliche Auswirkungen der zum Gesundheitsschutz notwendige, erzwungene Stillstand in weiten Teilen des Lebens hat.“ Da der historische Einbruch des Geschäftsklimas den ganz besonderen Umständen der Corona-Pandemie geschuldet sei und nicht etwa von genuin ökonomischen Faktoren getrieben, sollte aber eine relativ rasche Erholung der Stimmung möglich sein, sobald die Bremsen nicht mehr so fest angezogen werden müssten. „Dabei sind alle vertrauensbildenden Maßnahmen zentral, die gleichzeitig dem Schutz des Lebens und des Lebensunterhaltes dienen, wie Schnelltests, verlässliche Nachverfolgung von Infektionsketten und Hygienekonzepte. Denn die Menschen werden sich nur dann am wirtschaftlichen und öffentlichen Leben wieder voll beteiligen, wenn die Risiken einer Ansteckung möglichst klein und für sie einschätzbar sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir im April das Stimmungstief gesehen haben – dank des umfassenden öffentlichen Corona-Schutzschirms, der seit März erzielten Erfolge bei der Zurückdrängung der Virus-Infektionen und der nun angekündigten oder bereits umgesetzten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen.“ In der zweiten Jahreshälfte 2020 sei eine beginnende Erholung des Wirtschaftswachstums zu erwarten.

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Februar 2020: 3,2 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Februar 2019

Im von der Corona-Krise noch unbeeinflussten Monat Februar 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.529 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,2 % weniger als im Februar 2019.

Februar 2020: 3,2 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Februar 2019

Neuer Indikator zeigt Entwicklung eröffneter Regelinsolvenzverfahren bis April 2020

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.05.2020

Im von der Corona-Krise noch unbeeinflussten Monat Februar 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.529 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,2 % weniger als im Februar 2019. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Februar 2020 auf knapp 1,0 Milliarde Euro. Im Februar 2019 hatten sie bei 2,0 Milliarden Euro gelegen.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Februar 2020 mit 255 Fällen (Februar 2019: 282) im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Unternehmen des Baugewerbes stellten 226 Insolvenzanträge (Februar 2019: 248). In den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wurden 177 Insolvenzanträge gemeldet (Februar 2019: 144).

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 6.604 übrige Schuldner im Februar 2020 Insolvenz an (-4,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 4.823 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.505 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Verbraucher- bzw. ein Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.

Trend für April 2020: Eröffnete Regelinsolvenzverfahren nehmen deutlich ab

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind viele Unternehmen in Not geraten. Um frühzeitig aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen, erstellt und veröffentlicht das Statistische Bundesamt erstmals vorläufige Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland. Demnach nahm die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im März 2020 im Vergleich zum März 2019 um 1,6 % zu. Für den April 2020 sank die Zahl der eröffneten Verfahren dagegen deutlich um 13,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte wirtschaftliche Krise spiegelt sich im März und April somit nicht in einem Anstieg der eröffneten Insolvenzverfahren wider. Das Ausbleiben eines solchen Anstiegs, oder gar ein Absinken der Zahlen wie im April, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht überraschend.

Zum einem vergeht zwischen dem Antrag und der Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens Bearbeitungszeit. Erst nach der Entscheidung bei Gericht über die Eröffnung oder Abweisung eines Verfahrens gehen diese in die Statistik ein. Diese Bearbeitungszeit hat sich zudem durch den teilweise eingeschränkten Betrieb der zuständigen Insolvenzgerichte verlängert.

Zum anderen werden die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung für Unternehmen während der Corona-Pandemie voraussichtlich eine schnelle Zunahme der Insolvenzanträge verhindern. Hierzu zählt in erster Linie die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (bis vorerst zum 30. September 2020, geregelt im „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ vom 27. März 2020). Demnach sind Unternehmen, deren Insolvenzreife auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht und die Aussichten darauf haben, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen, von der Insolvenzantragspflicht befreit.

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Europäische Kommission legt erweiterten Beihilferahmen zu Rekapitalisierungsmaßnahmen vor

Die EU-Kommission hat ihren befristeten Sonderahmen für staatliche Beihilfen während der Corona-Pandemie (Temporary Framework) erweitert. Künftig dürfen Mitgliedstaaten durch sog. Rekapitalisierungsmaßnahmen die Eigenkapitalbasis Corona-bedingt in die Krise geratener Unternehmen stärken. Darauf wies das BMWi hin.

Europäische Kommission legt erweiterten Beihilferahmen zu Rekapitalisierungsmaßnahmen vor

BMWi, Pressemitteilung vom 09.05.2020

Die Europäische Kommission hat am 08.05.2020 ihren befristeten Sonderahmen für staatliche Beihilfen während der Corona-Pandemie (Temporary Framework) erweitert. Künftig dürfen Mitgliedstaaten durch sog. Rekapitalisierungsmaßnahmen die Eigenkapitalbasis Corona-bedingt in die Krise geratener Unternehmen stärken. Erfasst sind u. a der Erwerb von nachrangigen Schuldtiteln, Hybridanleihen, Genussrechten, stillen Beteiligungen, Wandelanleihen und Anteilsübernahmen.

Durch die Aufnahme von Rekapitalisierungsmaßnahmen wird auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) zeitnah seine Arbeit aufnehmen können. Die Bundesregierung hatte den WSF bereits am 24.03.2020 bei der Europäischen Kommission notifiziert. Die Gespräche zu der beihilferechtlichen Genehmigung dauern noch an und werden voraussichtlich in Kürze beendet werden können.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Der von der Europäischen Kommission vorgelegte erweiterte Beihilferahmen ist ein weiterer wichtiger Schritt für zusätzliche Flexibilität bei Finanzhilfen für die Wirtschaft. Viele Unternehmen sind durch die Pandemie unverschuldet in die Krise geraten. Auch wenn jetzt schrittweise Lockerungen in Kraft treten, müssen wir die Substanz unserer Wirtschaft notfalls auch durch zusätzliches Eigenkapital erhalten. Denn unser Ziel ist es, nach der Krise wieder durchzustarten.“

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Deutsche Industrie erwartet historischen Einbruch ihrer Produktion

Die deutsche Industrie erwartet einen noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der entsprechende ifo-Index für die kommenden drei Monate stürzte im April auf minus 51,4 Punkte, von minus 21,4 im März.

Deutsche Industrie erwartet historischen Einbruch ihrer Produktion

ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.05.2020

Die deutsche Industrie erwartet einen noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Der entsprechende ifo-Index für die kommenden drei Monate stürzte im April auf minus 51,4 Punkte, von minus 21,4 im März. Das ist der tiefste Punkt seit der Wiedervereinigung. Im Dezember 2008 lag der Index bei minus 42,9 Punkten. Der Rückgang ist mit minus 30,0 Punkten noch einmal stärker ausgefallen als im März mit minus 22,7 Punkten. „Das Tal der Produktion wird immer tiefer“, sagt dazu der Leiter der ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe.

„Nur die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen blicken optimistisch in die Zukunft. Ihr Index stieg von minus 19,4 Punkten auf plus 13,8 im April“, ergänzt Wohlrabe.

Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren ging der Index von minus 33 Punkten im März auf minus 55 im April zurück. In der Autoindustrie fiel der Index auf minus 44 Punkte, nach minus 36 im März. In der Chemiebranche sackte er auf minus 42 Punkte im April, nach minus 11 im März. Bei den Herstellern von Nahrungsmitteln sank er von plus drei Punkten auf minus 17. Besonders pessimistisch sind die Erwartungen in der Kokerei und Mineralölverarbeitung. Der Index fiel von minus 0,1 auf minus 92,0 Punkte.

In der Getränkeherstellung fiel der Produktionsindex auf minus 77 Punkte im April, nach plus fünf im März. Noch schlechter sind die Erwartungen in der Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen. Der Index fiel im April weiter auf minus 98 Punkte, nach minus 86 im März. Auch die Hersteller von Möbeln, Bekleidung, Glaswaren oder elektrischen Ausrüstungen blicken überaus pessimistisch in die Zukunft.

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