Exporte im März 2020: -7,9 % zum März 2019

Im März 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 108,9 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 91,6 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die Exporte im März 2020 um 7,9 % und die Importe um 4,5 % niedriger als im März 2019.

Außenhandel mit EU-Staaten durch Corona-Pandemie stark rückläufig
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.05.2020

Exporte, März 2020

  • 108,9 Milliarden Euro
  • -11,8 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -7,9 % zum Vorjahresmonat

Importe, März 2020

  • 91,6 Milliarden Euro
  • -5,1 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -4,5 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, März 2020

  • 17,4 Milliarden Euro
  • 12,8 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, März 2020

  • 24,4 Milliarden Euro

Im März 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 91,6 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die Exporte im März 2020 um 7,9 % und die Importe um 4,5 % niedriger als im März 2019. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Februar 2020 um 11,8 % und die Importe um 5,1 % ab.

Im kalender- und saisonbereinigten Vormonatsvergleich war dies bei den Exporten der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990. Bei den Importen handelte es sich um den höchsten Rückgang zum Vormonat seit Januar 2009 (-6,5 %).

Die Außenhandelsbilanz schloss im März 2020 mit einem Überschuss von 17,4 Milliarden Euro ab. Im März 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +22,3 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im März 2020 bei 12,8 Milliarden Euro.

Die deutsche Leistungsbilanz schloss unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel (+18,0 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-0,3 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+9,5 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-2,7 Milliarden Euro) im März 2020 mit einem Überschuss von 24,4 Milliarden Euro ab. Im März 2019 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 30,9 Milliarden Euro ausgewiesen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im März 2020 Waren im Wert von 55,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 48,7 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber März 2019 sanken die Exporte in die EU-Staaten um 11,0 % und die Importe aus diesen Staaten um 8,0 %. In die Staaten der Eurozone wurden im März 2020 Waren im Wert von 38,3 Milliarden Euro (-14,0 %) exportiert und Waren im Wert von 34,0 Milliarden Euro (-7,8 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im März 2020 Waren im Wert von 17,3 Milliarden Euro (-3,8 %) exportiert und Waren im Wert von 14,8 Milliarden Euro (-8,6 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) wurden im März 2020 Waren im Wert von 53,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber März 2019 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 4,3 % und die Importe von dort um 0,1 % ab.

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Ein Drittel der Deutschen will weniger ausgeben

Laut einer aktuellen GfK-Studie zur Konsumentenstimmung in der COVID-19 Epidemie glauben 33 Prozent der Befragten in Deutschland, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Dies hat natürlich auch Einfluss auf ihr zukünftiges Konsumverhalten: Während ein Viertel auf ihren geplanten Urlaub verzichtet, wollen beispielsweise sieben Prozent den Kauf von Kleidung, Autos und Luxusgütern verschieben. GfK-Experten gehen davon aus, dass Verbraucher in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen werden und digitale Services weiter an Bedeutung gewinnen.

GfK, Pressemitteilung vom 08.05.2020

Laut einer aktuellen GfK-Studie zur Konsumentenstimmung in der COVID-19 Epidemie glauben 33 Prozent der Befragten in Deutschland, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Dies hat natürlich auch Einfluss auf ihr zukünftiges Konsumverhalten: Während ein Viertel auf ihren geplanten Urlaub verzichtet, wollen beispielsweise sieben Prozent den Kauf von Kleidung, Autos und Luxusgütern verschieben. GfK-Experten gehen davon aus, dass Verbraucher in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen werden und digitale Services weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben die Verbraucherstimmung im April schwer getroffen. Das zeigt nicht nur das GfK Konsumklima, sondern auch die aktuelle GfK-Studie “COVID-19 Consumer Pulse”. Laut Befragung (24. bis 26. April) gehen 33 Prozent der Deutschen davon aus, dass sich die finanzielle Situation ihres Haushaltes in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Ein Drittel gibt an, in Zukunft weniger Geld für den Kauf langlebiger Produkte, wie z. B. Möbel, Autos oder Fernseher ausgeben zu wollen. 26 Prozent der Befragten verzichten beispielsweise auf den geplanten Urlaub, acht Prozent auf den Kauf von Möbeln und sieben Prozent wollen den Kauf von Kleidung, Autos und Luxusgütern wie Uhren und Schmuck verschieben.

In der ersten Phase der Krise, der Panikphase, haben die Menschen vor allem das gekauft, was sie unbedingt benötigten: Ausstattung für das Homeoffice wie Monitore oder Webcams, Kühl- und Gefriergeräte für die Lagerung von Lebensmitteln.

In der zweiten Phase, der Anpassungsphase an die neue Situation, haben sich die Bedürfnisse der Verbraucher erneut verschoben. Produkte im Bereich Home Entertainment, wie Spielekonsolen oder Gaming Computer wurden stark nachgefragt, um das Leben zu Hause angenehmer zu gestalten. Jetzt beginnt die langsame Öffnung der stationären Geschäfte, was erneut starke Veränderungen im Kaufverhalten erwarten lässt.

Petra Süptitz, GfK-Expertin im Bereich Consumer Insights erläutert: “Wir gehen davon aus, dass die Verbraucher in nächster Zeit sehr bedarfsorientiert einkaufen werden. Aufgeschobene und weiterhin notwendige Käufe werden nachgeholt. Darunter auch Produkte, die stärker an den stationären Handel gebunden sind, wie zum Beispiel beratungsintensive Elektrogroßgeräte wie Einbaugeräte, aber auch Smartphones, Fernseher, höherwertige Elektrokleingeräte wie Kaffeevollautomaten oder auch Babyausstattung.”

70 Prozent der Deutschen haben im April Online-Käufe getätigt

Im April haben laut GfK 70 Prozent der Befragten hierzulande Produkte online eingekauft. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen waren es sogar 81 Prozent. Dieser Trend wird sich in vielen Warengruppen fortsetzen. Weitere Online-Käufe planen die Deutschen zum Beispiel bei Elektronikartikeln oder Gartenwerkzeugen. GfK-Daten aus China zeigen, dass sich der stationäre Handel nach Ende der Krise zwar langsam erholt, aber nach wie vor 23 Prozent unter dem Vorjahr liegt (Stand: Kalenderwoche 17). “Das neue ?Normal? wird durch ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld und knappere Verbraucherbudgets gekennzeichnet sein. Darauf werden sich Händler und Hersteller einstellen müssen” ergänzt Süptitz.

Vom stationären Handel wird die Einhaltung von Hygienekonzepten erwartet. Außerdem müssen neue und auch digitale Angebote wie zum Beispiel Click & Collect, Online-Beratung, Lieferservices oder verschiedene Zahlungsmethoden geschaffen sowie kreative Konzepte, die auf die Bedürfnisse der Verbraucher einzahlen, fortgesetzt werden.

Süptitz weiter: “Große Chancen bieten sich Händlern, wenn sie verstärkt digitale Apps und Medien zur Kundenkommunikation nutzen. Eine Möglichkeit könnte beispielweise sein, den Verbraucher kontinuierlich über Zeiten mit wenig Kundschaft bzw. Stoßzeiten zu informieren, sodass beim Einkaufen die Abstandsregeln besser eingehalten werden. So kann die Krise auch eine Chance sein, um Geschäftsmodelle und Konzepte neu zu überdenken.”

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Herausforderungen für die Ausbildung in der Corona-Pandemie

Die Umsatzeinbrüche und Berufsschulschließungen infolge der Corona-Krise stellen die mehr als 400.000 Ausbildungsbetriebe in Deutschland vor große Herausforderungen. Der DIHK unterbreitet Vorschläge, wie alle Akteure dazu beitragen können, bestehende und künftige Ausbildungsplätze zu sichern.

DIHK, Pressemitteilung vom 07.05.2020

Aufgrund der Corona-Pandemie stehen viele der über 400.000 Ausbildungsbetriebe in Deutschland vor großen Herausforderungen. Wenn Einnahmen fehlen und Berufsschulen schließen, geraten nicht nur bestehende Ausbildungsverhältnisse in Gefahr, auch künftige Ausbildungsangebote werden unsicherer. Die Akteure in der Allianz für Aus- und Weiterbildung werden sich hier deshalb in der kommenden Zeit mit unterstützenden Aktivitäten engagieren. Der DIHK unterbreitet in Anlehnung an sein Anfang Mai vorgestelltes
10-Punkte-Programm
folgende Vorschläge:

Kreative Wege in Betrieben gehen

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten können Betriebe freie Zeiten dafür nutzen, Lerninhalte vorzuziehen und den Ausbildungsplan umzustellen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Azubis in anderen Abteilungen oder in der Lehrwerkstatt einzusetzen. Wenn Betriebe Teile der Ausbildung nicht mehr selbst erbringen können, sollten sie versuchen, diese Aufgabe an einen Verbundbetrieb oder überbetriebliche Einrichtungen zu übertragen. Für manche Azubis sind auch digitale Angebote eine Zwischenlösung, um die Ausbildung fortzusetzen. Vor allem in kaufmännischen Berufen gibt es viele digitale Tätigkeiten, die mit modernen Kommunikationsmitteln von zu Hause aus erledigt werden können.

Finanzierung der Ausbildung sicherstellen

Die Industrie- und Handelskammern unterstützen die Arbeitsagenturen dabei, Azubis aus insolventen Unternehmen in Betriebe zu vermitteln, in denen sie ihre Ausbildung fortsetzen und beenden können. Dazu wird die gemeinsame Lehrstellenbörse der IHKs als Plattform genutzt.

Kurzfristig würde es den Ausbildungsbetrieben helfen, wenn sie Kurzarbeitergeld für Azubis uneingeschränkt wie für Beschäftigte erhalten können – ohne die derzeit geltende sechswöchige Wartefrist und rückwirkend ab dem 1. März.

Bei weiter angespannter wirtschaftlicher Lage könnte der Bund solchen Betrieben eine Bonuszahlung gewähren, die in diesem Jahr zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten.

Ausbildungsprüfungen nachholen

Die IHK-Organisation arbeitet mit Hochdruck daran, die wegen der Pandemie verschobenen Abschlussprüfungen möglichst im Mai und Juni nachzuholen. Damit das gelingen kann, müssen nicht nur Hygiene- und Schutzvorschriften erfüllt werden, auch eine solide Prüfungsvorbereitung muss möglich sein. Es ist daher unerlässlich, dass die Berufsschulen bundesweit ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Gezielt beraten, vermitteln und fördern

Mit Blick auf das kommende Ausbildungsjahr müssen wir junge Menschen und Betriebe möglichst schnell wieder zusammenbringen. Die Arbeitsagenturen sollten daher Schüler noch während der Kontaktsperren auf digitale Informationsangebote aufmerksam machen und telefonische oder digitale Beratungen durchführen. Die IHKs werden Speed-Datings über Skype oder andere digitale Formate anbieten.

Einstiegsqualifizierungen und überbetriebliche Ausbildung

Falls die Situation im Herbst trotz aller Anstrengungen schwierig ist, sollten insbesondere leistungsschwächere Bewerber zunächst die Chancen einer Einstiegsqualifizierung ergreifen. So bald wie möglich könnten dann der Übergang in Ausbildung und eine zeitliche Anrechnung auf das erste Ausbildungsjahr das Ziel sein.

In Regionen mit besonders angespanntem Ausbildungsmarkt sollten die Partner vor Ort gemeinsam abwägen, inwieweit bedarfsgerecht und vorübergehend Angebote einer außerbetrieblichen Ausbildung sinnvoll sein können. So könnten Azubis während der Pandemie zunächst in einer außerbetrieblichen Einrichtung lernen. Nach einer wirtschaftlichen Erholung könnten sie dann zum zweiten Ausbildungsjahr in einem Betrieb vermittelt werden.

Für Jugendliche, die ihre favorisierte Berufsausbildung im kommenden Ausbildungsjahr nicht starten können oder sich beruflich orientieren wollen, sollten zeitlich begrenzt Angebote im gemeinnützigen Bereich ausgebaut werden – etwa das Freiwillige Soziale Jahr.

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Deutsche Unternehmen von der Corona-Krise stark betroffen

Die Ergebnisse einer vom BMWi in Auftrag gegebenen Unternehmensumfrage zeigen, dass drei von vier Unternehmen zum Zeitpunkt der Befragung negative Auswirkungen der Corona-Krise erwarten. Die Ergebnisse belegen auch, dass die von der Bundesregierung eingeleiteten Krisenmaßnahmen wirken.

Staatliche Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen kommen an
BMWi, Pressemitteilung vom 07.05.2020

Die Ergebnisse einer vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Unternehmensumfrage zeigen, dass drei von vier Unternehmen zum Zeitpunkt der Befragung negative Auswirkungen der Corona-Krise erwarten. Am stärksten betroffen sind die Branchen “Beherbergung und Gastronomie”, “Gesundheits- und Sozialwesen und übrige personennahe Dienstleistungen”, “Fahrzeug- und Maschinenbau” sowie “Nahrungsmittelproduktion”.

Am häufigsten sahen sich Unternehmen durch einen Rückgang der Nachfrage sowie Liquiditätsengpässe betroffen. Etwa die Hälfte der negativ betroffenen Unternehmen musste zudem vorrübergehend Betriebsteile oder ganze Betriebsteile schließen, hatte logistische Schwierigkeiten beim Absatz der eigenen Produkte oder Schwierigkeiten beim Bezug von Vorleistungen oder Zwischenprodukten. Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten Umsatzeinbußen im zweiten Quartal 2020 in Höhe von durchschnittlich 55 Prozent.

Die Ergebnisse belegen auch, dass die von der Bundesregierung eingeleiteten Krisenmaßnahmen wirken: Fast 60 Prozent der befragten Kleinunternehmen nutzen die Soforthilfen des Bundes und der Länder oder planen dies. Mehr als ein Drittel der Unternehmen nutzen oder planen Kurzarbeit und jedes Dritte Unternehmen die Möglichkeit der Steuerstundung. Jedes vierte bis fünfte Unternehmen kann zudem durch einen Abbau von Überstunden, Home-Office oder Arbeitszeitverkürzungen personalpolitisch auf die Krise reagieren.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass mehr als ein Drittel der Unternehmen ihre Produkt- oder Leistungspalette im Zuge der Corona-Krise erweitert haben und verstärkt auf digitale Vertriebswege setzen. Zwei Drittel der Unternehmen, die für das zweite Quartal Investitionen uunter anderem in digitale Ausstattung oder Strukturen, Renovierungs- und Sanierungsarbeiten oder Forschung und Entwicklung geplant hatten, haben diese zunächst ausgesetzt. Auf der anderen Seite hat jedes zehnte Unternehmen im Zuge der Pandemie neue Investitionen getätigt, am häufigsten in Maßnahmen zum Gesundheits- oder Arbeitsschutz und digitale Ausstattung oder Strukturen.

In der von dem Marktforschungsunternehmen KANTAR durchgeführten Befragung wurden zwischen dem 14. und 23. April insgesamt 500 repräsentative Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige und Größenklassen befragt. Weitere Befragungen sind im Juli und Oktober geplant. Ziel der Befragungen ist es, eine direkte, repräsentative Rückmeldung der Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und konkreten Stützungsbedarfen zu erhalten. Die Folgebefragungen ermöglichen es dem BMWi, den Erholungsprozess der Wirtschaft zu verfolgen und staatliche Hilfsmaßnahmen im weiteren Jahresverlauf gegebenenfalls weiter bedarfsgerecht anzupassen.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im März 2020

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im März 2020

BMWi, Pressemitteilung vom 07.05.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im März im Vergleich zum Vormonat um 9,2 % gesunken. Dabei schränkte die Industrie ihren Ausstoß um 11,6 % ein, während das Baugewerbe ihre Produktion um 1,8 % erhöhte.

Im ersten Quartal wurde die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,2 % zurückgefahren. Der Rückgang in der Industrie fiel kräftiger aus (-2,4 %), wobei der Ausstoß des Maschinenbaus und der Kfz-Industrie besonders stark zurückging (-3,9 % bzw. -9,6 %). Im Bereich der Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen wurde die Produktion demgegenüber deutlich erhöht (+3,6 % bzw. +2,2 %). Auch die Bauproduktion wirkte im ersten Quartal noch stützend und wurde um kräftige 5,5 % ausgeweitet.

Angesichts des guten Einstiegs in das Jahr 2020 fällt der mit der globalen Corona-Krise ausgelöste Rückgang der Produktion im ersten Quartal noch gemäßigt aus. Vom Shutdown war die zweite März-Hälfte betroffen. Es ist von einem nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch im April auszugehen.

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Frühjahrsprognose: Rezession wird tief und ungleichmäßig – Erholung ungewiss

In der vorgelegten Frühjahrsprognose geht die EU-Kommission davon aus, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets infolge der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr um 7¾ Prozent, und damit stärker als je zuvor, schrumpfen und 2021 um 6¼ Prozent wachsen wird.

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 06.05.2020

In der am 06.05.2020 vorgelegten Frühjahrsprognose geht die Europäische Kommission davon aus, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets infolge der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr um 7 ¾ Prozent, und damit stärker als je zuvor, schrumpfen und 2021 um 6 ¼ Prozent wachsen wird. “Sowohl die Tiefe der Rezession als auch die Stärke der Erholung werden nicht überall gleich sein und davon abhängen, wie schnell die Beschränkungen des Lockdown aufgehoben werden können, welche Rolle Dienstleistungen wie Tourismus in den einzelnen Volkswirtschaften spielen und welche finanziellen Ressourcen den einzelnen Ländern zur Verfügung stehen. Solche Divergenzen stellen eine Bedrohung für den Binnenmarkt und das Euro-Währungsgebiet dar, können aber durch entschlossenes gemeinsames Handeln auf europäischer Ebene abgemildert werden. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen”, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

Die EU-Wirtschaft dürfte 2020 um 7 ½ Prozent kontrahieren und 2021 um 6 Prozent wachsen. Die Wachstumsprojektionen für die EU und den Euroraum wurden gegenüber der Herbstprognose 2019 um rund neun Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Der Schock für die EU-Wirtschaft ist insofern symmetrisch, als die Pandemie alle Mitgliedstaaten getroffen hat; gleichzeitig dürften sich sowohl im Hinblick auf den Rückgang der Produktion im Jahr 2020 (von -4 ¼ Prozent in Polen bis -9 ¾ Prozent in Griechenland) als auch die Stärke des Aufschwungs im Jahr 2021 deutliche Unterschiede zeigen. Angesichts der wechselseitigen Abhängigkeit der EU-Volkswirtschaften wird sich die Dynamik des Aufschwungs in den einzelnen Mitgliedstaat auch auf die Stärke des Aufschwungs in anderen Mitgliedstaaten auswirken.

Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte: “Aktuell können wir nur versuchsweise erfassen, in welchem Ausmaß und mit welcher Schwere sich der Coronavirus-Schock auf unsere Volkswirtschaften niederschlägt. Die unmittelbaren Folgen werden für die Weltwirtschaft weitaus gravierender sein als die der Finanzkrise und in ihrer Intensität davon abhängen, wie sich die Pandemie entwickelt und wie gut wir es schaffen, die Wirtschaftstätigkeit in sicheren Bahnen wieder aufzunehmen und danach in eine Erholung zu steuern. Wir haben hier mit einem symmetrischen Schock zu tun: Sämtliche EU-Länder sind betroffen und dürften in diesem Jahr eine Rezession kaum vermeiden können. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben sich bereits auf außerordentliche Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen geeinigt. Die kollektive Erholung wird davon abhängen, dass wir auf europäischer und auf nationaler Ebene konsequent, entschlossen und gut abgestimmt reagieren. Gemeinsam sind wir stärker.”

Starker Wachstumseinbruch, gefolgt von einer unvollständigen Erholung

Die Coronavirus-Pandemie hat Verbraucherausgaben, Industrieproduktion, Investitionen, Handel, Kapitalströme und Lieferketten stark in Mitleidenschaft gezogen. Die erwartete schrittweise Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen sollte den Weg zur Erholung ebnen. Es wird jedoch nicht erwartet, dass die EU-Wirtschaft die Verluste dieses Jahres bis Ende 2021 vollständig ausgleichen wird. Die Investitionen werden gedämpft bleiben, und auch der Arbeitsmarkt wird sich nicht vollständig erholen.

Nur wenn die politischen Maßnahmen, die die EU und die Mitgliedstaaten zur Bewältigung der Krise ergreifen, kontinuierlich Wirksamkeit zeigen, wird es gelingen, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und einen raschen, robusten Aufschwung zu ermöglichen, der die Volkswirtschaften auf den Weg eines nachhaltigen, inklusiven Wachstums bringt.

Weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet, eindämmende Wirkung politischer Maßnahmen

Auch wenn Kurzarbeitsregelungen, Lohnzuschüsse und die Unterstützung von Unternehmen dazu beitragen dürften, den Verlust von Arbeitsplätzen zu begrenzen, wird die Coronavirus-Pandemie schwerwiegende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben.

Für die Arbeitslosenquote im Euro-Währungsgebiet wird ein Anstieg von 7,5 Prozent im Jahr 2019 auf 9 ½ Prozent im Jahr 2020 und danach wieder ein Rückgang auf 8 ½ Prozent im Jahr 2021 erwartet. In der EU wird die Arbeitslosenquote voraussichtlich von 6,7 Prozent im Jahr 2019 auf 9 Prozent im Jahr 2020 ansteigen und dann auf rund 8 Prozent im Jahr 2021 sinken.

In einigen Mitgliedstaaten wird die Arbeitslosigkeit stärker ansteigen als in anderen. Besonders anfällig sind Länder mit einem hohen Anteil von Arbeitnehmern mit befristeten Kurzzeitverträgen und von Arbeitskräften, die vom Tourismus abhängig sind. Auch für junge Menschen, die in dieser Zeit in den Arbeitsmarkt eintreten, wird es schwieriger, ihre erste Stelle zu finden.

Starker Rückgang der Inflation

Die Verbraucherpreise dürften in diesem Jahr aufgrund des Nachfragerückgangs und der drastischen gefallenen Ölpreise erheblich sinken, wodurch isolierte Preiserhöhungen infolge pandemiebedingter Versorgungsunterbrechungen mehr als ausgeglichen werden dürften.

Die Inflation im Euro-Währungsgebiet, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), wird nun auf 0,2 Prozent im Jahr 2020 und 1,1 Prozent im Jahr 2021 geschätzt. Für die EU wird eine Inflation von 0,6 Prozent im Jahr 2020 und 1,3 Prozent im Jahr 2021 prognostiziert.

Entschlossene politische Maßnahmen werden zu einem Anstieg der öffentlichen Defizite und des öffentlichen Schuldenstands führen

Die Mitgliedstaaten haben entschlossen mit fiskalischen Maßnahmen reagiert, um den durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. “Automatische Stabilisatoren” wie die Zahlung von Sozialleistungen dürften in Verbindung mit diskretionären fiskalischen Maßnahmen zu einem Anstieg der Ausgaben führen. Das gesamtstaatliche Defizit des Euro-Währungsgebiets und der EU dürfte infolgedessen von nur 0,6 Prozent des BIP im Jahr 2019 auf rund 8 ½ Prozent im Jahr 2020 ansteigen, bevor es 2021 wieder auf rund 3 ½ Prozent zurückgeht.

Nach einem seit 2014 rückläufigen Trend wird auch die öffentliche Schuldenquote voraussichtlich steigen. Im Euro-Währungsgebiet wird ein Anstieg von 86 Prozent im Jahr 2019 auf 102 ¾ Prozent im Jahr 2020 und danach wieder ein Rückgang auf 98 ¾ Prozent im Jahr 2021 erwartet. In der EU wird die Schuldenquote voraussichtlich von 79,4 Prozent im Jahr 2019 auf rund 95 Prozent in diesem Jahr steigen, bevor sie im nächsten Jahr auf 92 Prozent sinkt.

Außergewöhnlich hohe Unsicherheit und Abwärtsrisiken

Die Frühjahrsprognose ist mit einem höheren Grad an Unsicherheit behaftet als üblich. Sie beruht auf einer Reihe von Annahmen über die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen. Im Basisszenario wird davon ausgegangen, dass die Ausgangsbeschränkungen ab Mai schrittweise aufgehoben werden.

Die mit dieser Prognose verbundenen Risiken sind außergewöhnlich hoch und vor allem abwärts gerichtet.

Eine schwerere und länger andauernde Pandemie als derzeit erwartet könnte zu einem weitaus stärkeren Rückgang des BIP führen als im Basisszenario dieser Prognose angenommen. Ohne starke und zeitnahe gemeinsame Strategie zur Konjunkturbelebung auf EU-Ebene besteht die Gefahr, dass die Krise zu schwerwiegenden Verzerrungen auf dem Binnenmarkt und zu tief greifenden wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Unterschieden zwischen Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets führt. Zudem besteht die Gefahr, dass die Pandemie zu einem drastischeren und länger andauernden Wandel der Einstellung gegenüber globalen Wertschöpfungsketten und der internationalen Zusammenarbeit führen könnte, was die extrem offene und stark vernetzte europäische Wirtschaft belasten würde. Die Pandemie könnte auch durch Insolvenzen und lang anhaltende Schäden am Arbeitsmarkt dauerhafte Narben hinterlassen.

Auch die Gefahr von Zöllen, die nach Ende des Übergangszeitraums zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich eingeführt werden, könnte das Wachstum dämpfen, wenn auch in geringerem Maße in der EU als im Vereinigten Königreich.

Rein technische Annahme für das Vereinigte Königreich

Da die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich noch nicht geklärt sind, beruhen die Projektionen für 2021 auf einer rein technischen Annahme des Status quo in Bezug auf die Handelsbeziehungen. Sie dient ausschließlich Prognosezwecken und ist keine Vorwegnahme oder Vorhersage des Ergebnisses der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März 2020

Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2020 gegenüber dem Vormonat um 15,6 % gesunken. Besonders betroffen waren die Produzenten von Investitionsgütern mit einem Minus von 22,6 %.

BMWi, Pressemitteilung vom 06.05.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März gegenüber dem Vormonat um 15,6 % gesunken. Besonders betroffen waren die Produzenten von Investitionsgütern mit einem Minus von 22,6 %. Die Ordereingänge bei Konsum- und Vorleistungsgütern gingen um 1,3 % bzw. 7,5 % zurück. Der Rückgang ergab sich in ähnlicher Größenordnung aus dem In- und aus dem Ausland (-14,8 % bzw. -16,1 %). Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen verringerten sich die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe nahezu genauso stark (-15,5 %).

Aufgrund des guten Einstiegs in das Jahr 2020 ergab sich im ersten Quartal insgesamt gegenüber dem Vorquartal lediglich ein Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 2,7 %.

Im Zuge des weltweiten Konjunkturschocks durch die Corona-Pandemie sowie der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung sind die industriellen Auftragseingänge im März drastisch eingebrochen. Es ist von kräftigen Produktionsrückgängen ab März wegen Corona auszugehen.

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Einbruch am Stellenmarkt im ersten Quartal

Im ersten Quartal 2020 gab es bundesweit rund 1,08 Millionen offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der offenen Stellen um rund 330.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Einbruch am Stellenmarkt im ersten Quartal

IAB, Pressemitteilung vom 05.05.2020

Im ersten Quartal 2020 gab es bundesweit rund 1,08 Millionen offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der offenen Stellen um rund 330.000. Dies entspricht einem Rückgang von nahezu einem Viertel. Verglichen mit dem Vorjahresquartal beträgt der Rückgang rund 300.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

„Die Betriebe wurden verteilt über die ersten drei Monate des Jahres 2020 befragt. Von den rund 9.000 befragten Betrieben haben wir rund 1.500 in den letzten zwei Märzwochen kontaktiert. Da der wirtschaftliche Shutdown erst in dieser Zeit begann, bilden die Zahlen in erster Linie die abgeflaute Konjunktur vor der Corona-Krise ab. Die volle Wucht der wirtschaftlichen Einschränkungen wird sich erst in den Zahlen für das zweite Quartal zeigen“, erklärt der IAB-Forscher Alexander Kubis.

Die stärksten Rückgänge waren im ersten Quartal 2020 im exportnahen Verarbeitenden Gewerbe und im damit verbundenen Logistiksektor sowie in den Unternehmensnahen Dienstleistungen zu verzeichnen. Zusammen wiesen diese drei Bereiche im ersten Quartal rund ein Drittel weniger Stellen als im Vorquartal und im Vorjahresquartal auf. „Eine weiterhin hohe Personalnachfrage gab es im ersten Quartal dagegen im Gesundheits- und Sozialwesen,“ so Kubis.

Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im ersten Quartal 2020 wurden Antworten von rund 9.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet.

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Viele Unternehmen stellen DSGVO schlechtes Zeugnis aus

Die Unternehmen der deutschen Informationswirtschaft sind häufig unzufrieden mit der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). In jedem zweiten Unternehmen überwiegen nach der zweijährigen Laufzeit die negativen Aspekte der Neuregelungen zum Schutz personenbezogener Daten.

Viele Unternehmen stellen DSGVO schlechtes Zeugnis aus

ZEW, Pressemitteilung vom 04.05.2020

Die Unternehmen der deutschen Informationswirtschaft sind häufig unzufrieden mit der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). In jedem zweiten Unternehmen überwiegen nach der zweijährigen Laufzeit die negativen Aspekte der Neuregelungen zum Schutz personenbezogener Daten. Nur für knapp fünf Prozent der Unternehmen überwiegen die positiven Aspekte der DSGVO. Besonders häufig hat die Einführung der DSGVO die Geschäftsprozesse der Unternehmen verkompliziert und zu einem hohen Arbeitsaufwand zur Umsetzung der neuen Vorgaben geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage unter rund 600 Unternehmen der Informationswirtschaft, die das ZEW Mannheim im März 2020 durchgeführt hat.

Unter den Teilbranchen der Informationswirtschaft schneidet die DSGVO bei den Unternehmen der Branche Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) noch am besten ab. Etwa 62 Prozent der IKT-Hardwarehersteller und 58 Prozent der IKT-Dienstleister geben an, dass positive und negative Aspekte ausgeglichen sind oder die positiven Aspekte sogar überwiegen. Bei den Medien- und wissensintensiven Dienstleistern teilt nur weniger als die Hälfte der Unternehmen diese Einschätzung.

„In etwa 60 Prozent der Unternehmen haben sich die Geschäftsprozesse durch die Einführung der DSGVO verkompliziert“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, ZEW-Experte für Digitale Ökonomie. Bei der Umsetzung der neuen Regeln mussten mitunter umfassende Veränderungen der Informationspflichten und der Betroffenenrechte beachtet sowie neue Konzepte wie Privacy-by-Design und Privacy-by-Default umgesetzt werden. Diese notwendigen Anpassungen haben in mehr als zwei Dritteln der Unternehmen zu einem hohen Arbeitsaufwand geführt.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichten zudem von zusätzlichen Kosten für Mitarbeiterschulungen und einem gestiegenen Bedarf an externer Beratung durch die Einführung der DSGVO. 17 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft insgesamt verbinden mit der DSGVO sogar eine Gefahr für die eigene Geschäftstätigkeit – in der IKT – Branche liegt dieser Anteil bei lediglich acht Prozent. Mögliche Gründe für den negativen Einfluss auf die eigenen Geschäfte bestehen darin, dass Innovationen gebremst wurden (24 Prozent) und der Einsatz neuer Technologien wie der Künstlichen Intelligenz erschwert oder verhindert wurden (13 Prozent).

„Bereits im Dezember 2017, also kurz vor Inkrafttreten der DSGVO, haben wir die Unternehmen der Informationswirtschaft zu den erwarteten Auswirkungen der Neuregelungen befragt. Im Vergleich zu den aktuellen Ergebnissen zeigt sich, dass jede abgefragte negative Konsequenz der DSGVO häufiger eingetreten ist, als im Dezember 2017 erwartet“, so Erdsiek.

Neben den negativen Aspekten berichten die Unternehmen im März 2020 allerdings auch von positiven Auswirkungen. So geben 36 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Prozesse überprüft und optimiert wurden. Die Verfahren zur Verarbeitung von Daten wurden im Zuge der DSGVO in rund 29 Prozent der Unternehmen standardisiert. Der Aussage, dass die DSGVO zu einer erhöhten Rechtssicherheit geführt hat, stimmt indes nur jedes fünfte Unternehmen zu – zehn Prozent weniger als vor zwei Jahren erwartet.

Trotz der weitreichenden Neuregelungen und dem steigenden Bewusstsein für die Bedeutung von Datenschutz, rechnen nur etwa zwölf Prozent der Unternehmen mit einem Vertrauenszuwachs der Kunden durch die Einführung der DSGVO. Noch weniger verbreitet ist die Überzeugung, dass die DSGVO zu einem Wettbewerbsvorteil für EU-Unternehmen auf internationalen Märkten geführt hat (fünf Prozent) oder sich positiv auf die Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens ausgewirkt hat (drei Prozent).

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Drei von vier Digital-Unternehmen erwarten wegen Corona-Krise Umsatzeinbußen

Die Corona-Krise trifft die Digitalbranche mit Wucht, aber weniger stark als die deutsche Gesamtwirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des Bitkom-ifo-Digitalindex für den Monat April.

Drei von vier Digital-Unternehmen erwarten wegen Corona-Krise Umsatzeinbußen

Bitkom, Pressemitteilung vom 03.05.2020

  • Mehrheit will Umsatzminus aber teilweise oder komplett aufholen
  • Präsident Berg: Digitalbranche wird von nachhaltigem Wandel profitieren

Die Corona-Krise trifft die Digitalbranche mit Wucht, aber weniger stark als die deutsche Gesamtwirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des Bitkom-ifo-Digitalindex für den Monat April. Demnach stufen die IT- und Telekommunikationsunternehmen den Effekt der Corona-Pandemie auf einer Skala von -3 bis +3 mit durchschnittlich -1,1 ein, während die Gesamtwirtschaft bei -1,6 liegt. Drei von vier ITK-Unternehmen (74 Prozent) erwarten im Laufe des Jahres aufgrund der Pandemie Umsatzeinbußen, was bedeutet, dass die Umsätze niedriger ausfallen als ursprünglich gedacht (Gesamtwirtschaft: 84 Prozent). Immerhin 8 Prozent rechnen mit positiven Auswirkungen auf ihre Umsätze (Gesamtwirtschaft: 4 Prozent). Sechs von zehn ITK-Unternehmen (62 Prozent), die Einbußen erwarten, gehen davon aus, dass das Umsatzminus im weiteren Verlauf teilweise (54 Prozent) oder komplett (8 Prozent) aufgeholt werden kann. In der Gesamtwirtschaft erwartet die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent), dass sie Umsatzrückgänge teilweise (45 Prozent) oder ganz (4 Prozent) kompensieren können. „Die Digitalbranche geht davon aus, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis nach der Sommerpause anhalten werden. Trotzdem ist die Mehrheit zuversichtlich, dass es dann schnell wieder aufwärts geht“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Corona-Krise ist ein Digital Turning Point. Aktuell wird alles auf digital umgestellt – dieser Wandel wird nachhaltig sein und von der Digitalbranche getrieben.“

In Reaktion auf die Krise setzt die überwiegende Mehrheit der ITK-Unternehmen (94 Prozent) auf die verstärkte Nutzung von Homeoffice (Gesamtwirtschaft: 75 Prozent). Jedes Dritte (31 Prozent) nimmt Kurzarbeit in Anspruch (Gesamtwirtschaft: 50 Prozent). Jedes fünfte ITK-Unternehmen (19 Prozent) greift zu Beschäftigungsabbau, also Entlassungen oder Nicht-Verlängerung von Arbeitsverträgen. Vier von zehn (39 Prozent) verschieben Investitionsprojekte, jedes Achte (12 Prozent) hat diese komplett gestrichen.

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