Inflation für 7 von 9 Haushaltstypen leicht über Zielrate der EZB, doch Rückgang ist absehbar

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 2,4 Prozent gestiegen und liegt damit aktuell über dem Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Bereits im laufenden Oktober dürfte die Inflation wieder sinken und „sehr nah am Inflationsziel der EZB liegen“. Von neun verschiedenen Haushaltstypen hatten im September sieben eine haushaltsspezifische Teuerung etwas oberhalb des EZB-Zielwerts. Lediglich Alleinlebende mit geringen Einkommen lagen etwas darunter, Familien mit niedrigen Einkommen genau bei 2,0 Prozent, zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 20.10.2025

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 2,4 Prozent gestiegen und liegt damit aktuell über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Der Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegenüber August beruhte aber vor allem darauf, dass der Rohölpreis im Referenzmonat September 2024 seinen Jahrestiefpunkt erreichte. In der Folge lagen nicht nur die Kraftstoffpreise ebenfalls auf einem Jahrestiefstand, sondern auch die Preise für Pauschalreisen und Flüge waren auf niedrigem Niveau. Die entsprechend starke Teuerung von Pauschal- und Flugreisen im September 2025 erklärt zusammen mit zeitlich begrenzten Sondereffekten wie einem für die Saison untypischen Anstieg der Hotelpreise im Bundesland Nordrhein-Westfalen größtenteils den Anstieg der Teuerung bei Dienstleistungen. Bereits im laufenden Oktober dürfte die Inflation wieder sinken und „sehr nah am Inflationsziel der EZB liegen“, prognostiziert Dr. Silke Tober, Geldpolitikexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Von neun verschiedenen Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, hatten im September sieben eine haushaltsspezifische Teuerung etwas oberhalb des EZB-Zielwerts. Lediglich Alleinlebende mit geringen Einkommen lagen mit 1,8 Prozent haushaltsspezifischer Teuerungsrate etwas darunter, Familien mit niedrigen Einkommen genau bei 2,0 Prozent, zeigt der neue Inflationsmonitor des IMK.

Insgesamt reichte die Spannbreite der haushaltsspezifischen Inflationsraten im September von 1,8 bis 2,3 Prozent, der Unterschied lag also bei relativ geringen 0,5 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 betrug die Spanne 3,1 Prozentpunkte. Während Haushalte mit niedrigen Einkommen, insbesondere Familien, während des akuten Teuerungsschubs der Jahre 2022 und 2023 eine deutlich höhere Inflation schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, war ihre Inflationsrate in den vergangenen Monaten etwas unterdurchschnittlich. Im langfristigen Vergleich über die vergangenen sechs Jahre hatten einkommensschwache Familien mit zusammengenommen 22,8 Prozent seit September 2019 gleichwohl die höchste Teuerungsrate zu verkraften. Das liegt daran, dass in ihren Warenkörben Güter des Grundbedarfs wie Lebensmittel und Energie ein hohes Gewicht haben, die nach der russischen Invasion in die Ukraine 2022 für längere Zeit die stärksten Preistreiber waren. Familien mit mittleren Einkommen folgten mit 22,6 Prozent kumulierter Teuerung.

Dagegen war die Inflation bei Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen mit 20,7 Prozent im Gesamtzeitraum am niedrigsten, während sie im September 2025 mit 2,3 Prozent etwas höher lag als bei den anderen Haushalten. Genauso hoch war im September die Teuerungsrate von Familien mit hohen Einkommen. Ein wichtiger Faktor dafür ist, dass die konsumstarken Haushaltstypen mit hohen Einkommen stärker Dienstleistungen nachfragen, die sich derzeit noch merklich verteuern, etwa Versicherungsdienstleistungen und soziale Dienstleistungen.

Paarfamilien und Paare ohne Kinder mit jeweils mittleren Einkommen verzeichneten im September eine Inflationsrate von 2,2 Prozent. Bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden mit mittleren Einkommen sowie bei Alleinlebenden mit höheren Einkommen verteuerte sich der jeweilige Warenkorb um je 2,1 Prozent.

Inflationslage entspannt, trotz des kurzfristigen Anstiegs

Die Inflation in Deutschland und im Euroraum werde wieder etwas sinken und im weiteren Jahresverlauf sehr nahe am EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent und 2026 sogar darunter liegen, erwartet Inflationsexpertin Tober. Gleichzeitig belasteten US-Zölle, weiterhin hohe Energiepreise und die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn die Wirtschaft – im ganzen Euroraum, der insgesamt von Investitionsschwäche geprägt sei, aber insbesondere in Deutschland. „Bis die staatlichen Investitionen in Deutschland an Breite gewinnen, wird auch die Unsicherheit hoch bleiben“, warnt die Ökonomin „Daher sollte die EZB die Zinsen erneut senken und damit einen Beitrag zur Stärkung der Investitionstätigkeit insgesamt leisten.“

Lebensmittel um gut 39 Prozent, Energie um knapp 36 Prozent teurer als im September 2019

Das IMK berechnet seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden (mehr zu den Typen und zur Methode unten). In einer Datenbank liefert der IMK Inflationsmonitor zudem ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen.

Zwar dürfte die in den Jahren 2022 und 2023 entstandene Kaufkraftlücke bei den meisten Haushalten mittlerweile durch Lohnsteigerungen und wirtschaftspolitische Entlastungen weitgehend geschlossen sein, analysiert Tober. Unabhängig davon dokumentiert der längerfristige Vergleich von Preisen, den die Forscherin in ihrem neuen Bericht ebenfalls anstellt, die seitdem stark erhöhten Preisniveaus gerade von Waren des Grundbedarfs: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im September 2025 um 39,3 Prozent höher als im September 2019, also vor Pandemie und Ukrainekrieg. Damit war die Teuerung für diese unverzichtbaren Basisprodukte mehr als dreimal so stark wie mit der EZB-Zielinflation von kumuliert 12,6 Prozent in diesem Zeitraum vereinbar. Energie war trotz der Preisrückgänge in den vergangenen beiden Jahren um 35,8 Prozent teurer als 2019, darunter Haushaltsenergie um 45,4 Prozent und Kraftstoffe um 22,6 Prozent.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Erzeugerpreise September 2025: -1,7 % gegenüber September 2024

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2025 um 1,7 % niedriger als im September 2024. Im August 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -2,2 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im September 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.10.2025

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), September 2025
-1,7 % zum Vorjahresmonat
-0,1 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im September 2025 um 1,7 % niedriger als im September 2024. Im August 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -2,2 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im September 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,1 %.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im September 2025 die niedrigeren Energiepreise. Ebenfalls günstiger als vor einem Jahr waren Vorleistungsgüter. Teurer als vor einem Jahr waren hingegen Investitionsgüter, sowie Verbrauchs- und Gebrauchsgüter. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im September 2025 um 0,9 %, gegenüber August 2025 blieben sie unverändert.

Rückgang der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat

Energie war im September 2025 um 7,3 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber August 2025 sanken die Energiepreise um 0,3 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei Erdgas in der Verteilung. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Erdgaspreise gegenüber September 2024 um 10,7 % (-0,6 % gegenüber August 2025).

Elektrischer Strom kostete 10,2 % weniger als im September 2024 (-0,5 % gegenüber August 2025), Fernwärme kostete 2,5 % weniger als im Vorjahresmonat (-0,1 % gegenüber August 2025).

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber September 2024 um 2,5 % (+0,5 % gegenüber August 2025). Leichtes Heizöl kostete 5,6 % mehr als ein Jahr zuvor (+3,8 % gegenüber August 2025) und die Preise für Kraftstoffe waren um 2,7 % höher als im Vorjahresmonat (+0,7 % gegenüber August 2025).

Preisanstiege bei Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Gebrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im September 2025 um 1,9 % höher als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber August 2025). Maschinen kosteten 1,8 % mehr als im September 2024 (0,0 % gegenüber August 2025). Die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,1 % gegenüber September 2024 (+0,2 % gegenüber August 2025).

Verbrauchsgüter waren im September 2025 um 3,2 % teurer als im September 2024 (0,0 % gegenüber August 2025). Nahrungsmittel kosteten 3,8 % mehr als im September 2024 (0,0 % gegenüber August 2025). Deutlich teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren Rindfleisch mit +34,8 % (+1,2 % gegenüber August 2025) und Kaffee mit +27,6 % (-0,6 % gegenüber August 2025). Billiger als im Vorjahresmonat war im September 2025 insbesondere Zucker mit -36,2 % (-0,6 % gegenüber August 2025). Butter kostete 5,6 % weniger als ein Jahr zuvor (-3,7 % gegenüber August 2025). Schweinefleisch war 2,3 % billiger als ein Jahr zuvor (-1,5 % gegenüber August 2025).

Gebrauchsgüter waren im September 2025 um 1,8 % teurer als ein Jahr zuvor (+0,1 % gegenüber August 2025).

Preisrückgang bei Vorleistungsgütern gegenüber September 2024

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im September 2025 um 0,9 % niedriger als im Vorjahresmonat und 0,1 % niedriger als im Vormonat.

Futtermittel für Nutztiere kosteten 4,3 % weniger als ein Jahr zuvor (-1,7 % gegenüber August 2025). Getreidemehl kostete 2,2 % weniger als im September 2024 (+0,1 % gegenüber August 2025). Chemische Grundstoffe waren 2,2 % günstiger als im Vorjahresmonat (+0,1 % gegenüber August 2025).

Die Preise für Metalle sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 % (+0,5 % gegenüber August 2025). Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 6,0 % billiger als im September 2024 (-0,8 % gegenüber August 2025). Die Preise für Betonstahl lagen im Vorjahresvergleich 2,5 % niedriger (-1,0 % gegenüber August 2025). Dagegen waren Kupfer und Halbzeug daraus 1,1 % teurer als im September 2024 (+1,4 % gegenüber August 2025). Die Preise für Edelmetalle sind gegenüber dem Vorjahresmonat besonders stark angestiegen. Gold verteuerte sich gegenüber September 2024 um 31,4 % (+7,4 % gegenüber August 2025), der Platinpreis stieg um 24,2 % (+3,3 % gegenüber August 2025) und Silber war 22,5 % teurer (+6,4 % gegenüber August 2025).

Preissteigerungen gegenüber September 2024 gab es unter anderem bei Holz sowie Holz- und Korkwaren mit +4,8 % (+0,2 % gegenüber August 2025). Nadelschnittholz war 12,4 % teurer als im September 2024 (0,0 % gegenüber August 2025). Laubschnittholz kostete 1,6 % mehr als im Vorjahresmonat (+0,2 % gegenüber August 2025). Pellets, Briketts und Scheiten waren 18,0 % teurer als im September 2024 (+4,5 % gegenüber August 2025).

Glas und Glaswaren waren 2,8 % teurer als im Vorjahresmonat (0,0 % gegenüber August 2025), die Preise für veredeltes und bearbeitetes Flachglas lagen 4,9 % über denen des Vorjahresmonats (+0,5 % gegenüber August 2025). Dagegen war Hohlglas 4,4 % billiger als im September 2024 (-0,1 % gegenüber August 2025). Papier, Pappe und Waren daraus kosteten 1,0 % weniger als im September 2024 (-0,4 % gegenüber August 2025).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Länder fordern beim Lieferkettengesetz noch größere Entlastung für Unternehmen

Der Bundesrat hat sich zur geplanten Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes positioniert. Diese sieht u. a. einen Wegfall der Berichtspflichten für Unternehmen vor.

Bundesrat, Mitteilung vom 17.10.2025

Der Bundesrat hat sich am 17. Oktober 2025 zur geplanten Änderung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes positioniert. Diese sieht unter anderem einen Wegfall der Berichtspflichten für Unternehmen vor.

Bundesrat warnt vor Übererfüllung von EU-Vorgaben

Die Länder begrüßen das Entfallen der Berichtspflicht – es gebe jedoch noch mehr Möglichkeiten, die Unternehmen zu entlasten. Diese sollten vollständig ausgeschöpft werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stärken. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die EU-Vorgaben eins zu eins umgesetzt werden, um nationale Alleingänge zu vermeiden, die vor allem kleinere Unternehmen überfordern könnten. Der Bundesrat spricht sich daher dafür aus, den Geltungsbereich der EU-Richtlinie (CSDDD) direkt in das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz zu übernehmen.

Was die Bundesregierung vorhat

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz bleibt in Kraft, bis die EU-Richtlinie über nachhaltige Unternehmensverantwortung (CSDDD) im Jahr 2027 in deutsches Recht umgesetzt wird. Kern der aktuellen Reform ist der Wegfall der Berichtspflicht: Unternehmen sollen künftig keine jährlichen Berichte mehr über ihre Sorgfaltspflichten veröffentlichen müssen. Die inhaltlichen Verpflichtungen bleiben zwar bestehen, Sanktionen drohen künftig nur noch bei schweren Verstößen, zum Beispiel, wenn Unternehmen keine Präventionsmaßnahmen ergreifen oder kein Beschwerdeverfahren einrichten. Nach Angaben der Bundesregierung sollen die Änderungen die Wirtschaft spürbar entlasten, Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken.

Gesetzesziel bleibt bestehen

Trotz der Vereinfachungen bliebe das Ziel des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes unverändert: Unternehmen müssen weiterhin sicherstellen, dass entlang ihrer Lieferketten keine Menschenrechtsverletzungen oder gravierenden Umweltschäden entstehen. Mit der Reform möchte die Bundesregierung den Übergang zum künftigen europäischen Rechtsrahmen wirtschaftsfreundlich und rechtssicher gestalten.

Wie es weitergeht

Die Bundesregierung hat nun die Möglichkeit, sich zu den Vorschlägen des Bundesrates zu äußern. Dann entscheidet der Bundestag. Wenn er das Gesetz beschließt, befasst sich der Bundesrat erneut und abschließend damit.

Quelle: Bundesrat

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Arbeitsschutz: Zukunftsfähigkeit stärken – Wirtschaft entlasten

Das BMAS hat ein Gesamtkonzept zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz vorgelegt und will die Arbeitsschutzregelungen effizienter und digitaler gestalten.

BMAS, Mitteilung vom 16.10.2025

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ein Gesamtkonzept zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz vorgelegt und will die Arbeitsschutzregelungen effizienter und digitaler gestalten.

Das Konzept für einen effizienten und bürokratieärmeren Arbeitsschutz wird in drei aufeinander folgenden Paketen umgesetzt. Die Umsetzung des ersten Pakets ist geplant im Rahmen des Sofortprogramms für den Bürokratierückbau der Bundesregierung und eines entsprechenden Kabinettsbeschlusses Anfang November. Die weiteren Reformschritte sollen im Laufe der 21. Legislaturperiode unter Beteiligung der betroffenen Akteure umgesetzt werden.

Das Konzept zielt darauf ab, die Arbeitsschutzregelungen effizienter und digitaler zu gestalten. Es gilt, das Arbeitsschutzrecht so zu modernisieren, dass es noch stärker als bisher auf tatsächliche Gefahrenlagen ausgerichtet wird. Insbesondere für kleine- und mittlere Unternehmen (KMU) sollen praxisgerechte einfache Lösungen realisiert werden.

So soll etwa die Verpflichtung für Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten entfallen, eine Sicherheitsbeauftragte oder einen Sicherheitsbeauftragten zu bestellen. Größere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten sollen sich auf einen Beauftragten beschränken können.

Alle Vorhaben erfolgen dabei mit Augenmaß, um das hohe Schutzniveau im Arbeitsschutz zu erhalten.

Mit der Umsetzung der im Konzept enthaltenen Vorhaben leistet der Arbeitsschutz zugleich einen Beitrag zu dem im Koalitionsvertrag vom 5. Mai 2025 enthaltenen Auftrag zum Bürokratierückbau. Dabei geht das BMAS davon aus, dass schon die Pakete 1 und 2 zu einer Entlastung der Wirtschaft in Höhe von knapp 200 Millionen Euro im Jahr führen.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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Rezessionsrisiko kaum gestiegen – Aussichten auf Erholung bleiben intakt

Trotz starker Belastungen, insbesondere durch die amerikanische und die chinesische Wirtschaftspolitik, sind die Chancen relativ hoch, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2025 leicht wächst. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 16.10.2025

Trotz starker Belastungen, insbesondere durch die amerikanische und die chinesische Wirtschaftspolitik, sind die Chancen relativ hoch, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2025 leicht wächst. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember weist der Indikator, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt, eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 34,8 Prozent aus. Das ist zwar etwas mehr als Anfang September, damals betrug sie für die folgenden drei Monate 33,7 Prozent. Leicht erhöht hat sich auch die statistische Streuung im Indikator, die eine Verunsicherung von Wirtschaftsakteuren widerspiegelt. Die Anstiege sind aber nicht so stark, dass der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator von „gelb-rot“ auf „rot“ schalten würde. Der Indikator signalisiert damit wie im Vormonat „konjunkturelle Unsicherheit“, aber keine akute Rezessionsgefahr für die kommenden drei Monate.

„Wir haben in den letzten Wochen einige schlechte Konjunkturnachrichten gesehen, vor allem beim schwachen Export nach Übersee. Die sind natürlich relevant, aber zum Glück ist der Außenhandel nicht alles. Die Aussichten auf eine schrittweise wirtschaftliche Erholung bleiben trotz einiger Eintrübungen erhalten“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Klar ist zwar: Auch in den kommenden Monaten kann die deutsche Wirtschaft nicht darauf hoffen, wie früher vom Export aus der Krise gezogen zu werden. Dazu dämpfen die US-Zölle sowie die aggressive Industriepolitik Chinas den Außenhandel zu stark. Aber es besteht Hoffnung auf einen binnenwirtschaftlich getriebenen Aufschwung. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz sorgt die Bundesregierung für mehr Dynamik bei den Investitionen, die vor allem 2026 wirken wird. Extrem wichtig ist jetzt, dass die Politik ihre Impulse nicht wieder konterkariert, indem sie das langsam wachsende Konsumvertrauen der Verbraucher*innen ausbremst. Zugespitzte Debatten über Kürzungen, etwa bei der sozialen Sicherung, schädigen dieses Vertrauen, und sie sind unnötig. Denn die Sozialstaatsfinanzierung ist weitaus stabiler als etwa Äußerungen des Bundeskanzlers Glauben machen“, sagt Dullien (mehr in der unten verlinkten Kurzstudie).

Die aktuelle leichte Zunahme des Rezessionsrisikos beruht in erster Linie auf realwirtschaftlichen Indikatoren, vor allem auf den Rückgängen bei Industrieproduktion und Auftragseingängen aus dem außereuropäischen Ausland, hinzu kommt, dass der ifo-Index zuletzt leicht gesunken ist. Positiver ist der Trend bei Finanzmarktindikatoren – er verhindert, dass die Rezessionswahrscheinlichkeit stärker zugenommen hat. Auch der Index für die Lkw-Fahrleistung, der als Frühindikator für die Produktion gilt, wies zuletzt leicht nach oben.

In der Gesamtschau prognostiziert das IMK weiterhin ein Mini-Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 Prozent in diesem Jahr. Für 2026 erwarten die Konjunkturforscher*innen in ihrer aktuellen Konjunkturprognose eine spürbare Erholung und eine BIP-Zunahme um 1,4 Prozent.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Kaum Verbesserungen beim Kreditzugang für kleine und mittlere Unternehmen

Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen bei der Aufnahme von Bankkrediten hält an. Im dritten Quartal 2025 gaben nur 19,5 Prozent der KMU an, Kreditgespräche mit Banken geführt zu haben – der niedrigste Wert seit Ende 2023.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 16.10.2025

  • Nur wenige Unternehmen führen Kreditgespräche – trotz günstigerer Zinsen
  • Banken lockern Kreditvergabepolitik geringfügig
  • Mehr als ein Drittel der Mittelständler meldet weiterhin Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme

Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen bei der Aufnahme von Bankkrediten hält an. Im dritten Quartal 2025 gaben nur 19,5 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an, Kreditgespräche mit Banken geführt zu haben – der niedrigste Wert seit Ende 2023. Dies ist bemerkenswert, da die durchschnittlichen Kreditzinsen mit rund 3,5 Prozent nun etwa zwei Prozentpunkte unter dem Höchststand von Oktober 2023 liegen und somit günstiger sind. Auch der erwartete Wachstumsschub durch das Fiskalpaket der Bundesregierung hat die Kreditnachfrage bisher nicht beleben können.

Die Hürden beim Kreditzugang bleiben insbesondere für den Mittelstand hoch. 33,9 Prozent der KMU bewerten das Verhalten der Banken in Kreditverhandlungen als restriktiv. Nach sechs Anstiegen in Folge ist dieser Wert erstmals leicht rückläufig. Besonders betroffen waren im dritten Quartal KMU im Einzelhandel. Fast die Hälfte berichtet von Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme. Die strikten Maßstäbe der Banken dürften vor allem auf Risikoüberlegungen beruhen: Die Quote notleidender Kredite bei KMU stieg im zweiten Quartal auf über vier Prozent, und die Unternehmensinsolvenzen bleiben erhöht.

Die leichte Lockerung der Kreditvergabepolitik zeigt sich auch bei Großunternehmen. 20,4 Prozent meldeten ein restriktives Verhalten der Banken– ein Rückgang um 1,1 Prozentpunkte.

„Wir erwarten, dass sich die Kreditzugangsbedingungen erst dann merklich entspannen, wenn sich der erhoffte Konjunkturaufschwung tatsächlich einstellt und die wirtschaftlichen Unsicherheiten abnehmen“, sagt Stephanie Schoenwald, Ökonomin bei KfW Research. „Solange werden die Banken vorsichtig und die Kreditnachfrage verhalten bleiben.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen bietet Weiterbeschäftigung älterer Mitarbeiter

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Arbeitskräftemangels gewinnt die Bindung älterer Beschäftigter an den Arbeitsmarkt an Bedeutung. Eine Sonderbefragung des KfW-Mittelstandspanels zeigt, dass rund ein Drittel der KMU in Deutschland grundsätzlich eine Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters ermöglicht.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 15.10.2025

  • Der demografische Wandel lässt die Erwerbstätigkeit bis 2035 um rund 9,4 Prozent schrumpfen
  • Größere Unternehmen sind besser aufgestellt, flexible Modelle für Ältere anzubieten
  • Aktivrente soll zusätzliche Anreize für längere Erwerbstätigkeit schaffen und Fachkräftemangel mildern

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Arbeitskräftemangels gewinnt die Bindung älterer Beschäftigter an den Arbeitsmarkt an Bedeutung. Eine Sonderbefragung des KfW-Mittelstandspanels im September zeigt, dass rund ein Drittel (32,4 Prozent) der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland grundsätzlich eine Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters ermöglicht.

Der Anteil variiert stark nach Unternehmensgröße und Branche: Während 71 Prozent der Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten entsprechende Angebote machen, sind es bei Kleinstbetrieben mit weniger als fünf Beschäftigten nur 26 Prozent. Branchenbedingt bieten vor allem Betriebe im verarbeitenden Gewerbe häufiger Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten an als etwa im Baugewerbe.

Die Erwerbstätigkeit älterer Menschen in Deutschland hat in den Jahren deutlich zugenommen. So stieg die Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen von 14 Prozent im Jahr 2014 auf 21 Prozent im Jahr 2024 – ein Wert, der über dem EU-Durchschnitt liegt. Hauptursache ist die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Dennoch wird der demografische Wandel die Erwerbsbevölkerung bis 2035 voraussichtlich um rund 9,4 Prozent schrumpfen lassen, während die Zahl älterer Menschen deutlich wächst. Dies verschärft den Fachkräftemangel, der bereits heute etwa jedes dritte Unternehmen in seiner Geschäftstätigkeit beeinträchtigt.

In diesem Zusammenhang gewinnt die geplante Aktivrente an Bedeutung. Sie soll älteren Beschäftigten ermöglichen, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei neben der Rente hinzuzuverdienen. Ausgenommen werden sollen Minijobber, Selbstständige, Beamte sowie Frührentner. Damit will die Bundesregierung finanzielle Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit schaffen und so den Arbeitsmarkt entlasten. Die Aktivrente soll Anfang des kommenden Jahres starten.

„Die Weiterbeschäftigung älterer Mitarbeiter ist bereits heute ein etabliertes Instrument in vielen Unternehmen. Die Aktivrente kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie zusätzliche Anreize schafft und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirkt“, sagt Kathrin Schmidt, Autorin der Studie bei KfW Research. „Insbesondere kleinere Unternehmen zeigen Potenzial, ihre Angebote auszubauen.“

Quelle: KfW, KfW Research

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Hoffnung auf Aufschwung bleibt

Im Oktober 2025 steigen die Erwartungen über die wirtschaftliche Lage Deutschlands lt. ZEW leicht an. Sie liegen mit plus 39,3 Punkten um plus 2,0 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage sinkt dagegen weiter.

ZEW, Pressemitteilung vom 14.10.2025

Im Oktober 2025 steigen die Erwartungen über die wirtschaftliche Lage Deutschlands leicht an. Sie liegen mit plus 39,3 Punkten um plus 2,0 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage sinkt dagegen weiter. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 80,0 Punkten um minus 3,6 Punkte unter dem Vormonatswert.

„Die Hoffnung auf einen mittelfristigen Aufschwung bleibt bestehen. Trotz der Unklarheit um die Umsetzung des staatlichen Investitionsprogramms sowie der anhaltenden globalen Unsicherheiten nimmt der ZEW-Index im Oktober leicht zu“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Nach dem jüngsten Einbruch der Exporte nach China verbessern sich die Erwartungen für die exportintensiven Branchen im Oktober zum Teil deutlich, insbesondere für die Metallproduktion, Pharmaindustrie, Maschinenbau und Herstellung elektrischer Ausrüstungen. Eine Ausnahme bildet die Automobilbranche, deren Saldo sich gering verschlechtert.

Die Erwartungen für die Eurozone verschlechtern sich leicht, getrieben von Frankreichs Haushaltsstreit. Diese liegen aktuell mit plus 22,7 Punkten um minus 3,4 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Bewertung der Lage sinkt im ähnlichen Ausmaß. Diese liegt mit minus 31,8 Punkten um minus 3,0 Punkte unter dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2025

Die aktuellen Konjunkturindikatoren zeigen lt. BMWE noch keine wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal. Vor allem die ungünstigeren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dämpfen die deutschen Ausfuhren, insbesondere in die USA. Die Industrieproduktion wird von rückläufigen Auslandsaufträgen belastet. Die binnenwirtschaftlichen Bereiche zeigen dagegen Anzeichen einer Stabilisierung, insbesondere im Baugewerbe sowie bei konsum- und unternehmensnahen Dienstleistungen. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland zu Beginn des zweiten Halbjahres jedoch schwach.

BMWE, Pressemitteilung vom 14.10.2025

  • Die aktuellen Konjunkturindikatoren zeigen noch keine wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal. Vor allem die ungünstigeren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen – eine nachlassende globale Dynamik, auch infolge der zunehmend spürbaren höheren US-Zölle – dämpfen die deutschen Ausfuhren, insbesondere in die USA. Die Industrieproduktion wird von rückläufigen Auslandsaufträgen belastet. Die binnenwirtschaftlichen Bereiche zeigen dagegen Anzeichen einer Stabilisierung, insbesondere im Baugewerbe sowie bei konsum- und unternehmensnahen Dienstleistungen. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland zu Beginn des zweiten Halbjahres jedoch schwach.
  • Das Produzierende Gewerbe hat sein Produktionsvolumen im August preis-, kalender- und saisonbereinigt spürbar gesenkt – gegenüber dem Vormonat ergab sich ein Minus um 4,3 Prozent. Insbesondere in der Industrie kam es zu einer Drosselung um 5,6 Prozent. Der (auch werkferienbedingte) Einbruch im Bereich Kfz- und Kfz-Teile stach mit -18,5 Prozent besonders hervor. Die Produktion ging jedoch auf breiter Front der industriellen Wirtschaftszweige zurück. Der Ausstoß im Energiebereich verringerte sich um 0,5 und folgt damit seinem seit Juni anhaltenden rückläufigen Trend. Im Gegensatz dazu konnte das Baugewerbe mit einem Plus von 0,6 Prozent seinen dritten Anstieg in Folge verzeichnen.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im August nach einer Aufwärtsrevision des Vormonats erneut um 0,5 Prozent gegenüber Juli gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel ein Plus von 1,5 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln sich um 0,9 Prozent verringerte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 3,1 Prozent zulegte. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im September im Vormonatsvergleich ein Plus von 5,0 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung zeigt sich sogar eine Zunahme um 11,8 Prozent. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine eher gedämpfte Konsumentwicklung im zweiten Halbjahr 2025 hin.
  • Die Inflationsrate ist im September leicht auf 2,4 Prozent gestiegen. Wesentlicher Treiber bleiben die Dienstleistungen; die Kerninflationsrate bleibt mit 2,8 Prozent auf erhöhtem Niveau. Dämpfend wirken dagegen weiterhin die Energiepreise, die im September im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozent niedriger lagen. Bis zum Jahresende ist von einer stabilen Entwicklung der Inflation bei knapp über 2 Prozent auszugehen.
  • Die Zahl der Arbeitslosen hat im September saisonbereinigt um 14 Tausend Personen zugenommen. Die Erwerbstätigkeit nahm im August um acht Tausend Personen etwas ab, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Juli hingegen abermals ein leichtes Plus von ebenfalls acht Tausend Personen. Angesichts der zuletzt schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und des eher gemischten Bildes der Frühindikatoren bleiben die Chancen auf eine spürbare Herbstbelebung am Arbeitsmarkt verhalten.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Juli um 12,3 Prozent gegenüber dem Monat Juni auf 2.197 beantragte Verfahren gestiegen; verglichen mit dem Vorjahresmonat lag sie 13,4 Prozent höher. Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für September einen Anstieg von 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat aus.

Anhaltende Wachstumsschwäche im dritten Quartal

Nachdem die seit Jahresbeginn trendmäßige Aufhellung der Stimmungsindikatoren im Unternehmenssektor – insbesondere mit Blick auf die Geschäftserwartungen – eine wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr erwarten ließ, deuten die aktuell vorliegenden Konjunkturindikatoren für das dritte Quartal noch nicht auf eine Belebung hin.

Eine deutliche Dämpfung geht dabei vor allem von den außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus: Nach dem kräftigen Impuls bei den Exporten zu Jahresbeginn im Vorfeld der erwarteten US-Zollerhöhungen waren die deutschen Warenausfuhren, insbesondere in die USA, vor dem Hintergrund der nachlassenden globalen Handelsdynamik zuletzt in der Tendenz rückläufig.

Die Abschwächung der globalen Nachfrage in den vergangenen Monaten, auch infolge der höheren US-Zölle, schlägt sich auch in einem deutlichen Rückgang der Auftragseingänge aus dem Ausland nieder, vor allem außerhalb des Euroraumes. Hiervon ist die stark exportorientierte deutsche Industrie besonders betroffen. Entsprechend hat sich die Produktionsentwicklung seit dem Frühjahr tendenziell abgeschwächt. Allerdings dürfte der im August zu beobachtende deutliche Einbruch der Industrieproduktion im Vormonatsvergleich teilweise auf Sondereffekte in Form einer in diesem Jahr späteren als sonst üblichen Lage der Werksferien von Automobilproduzenten sowie Produktionsumstellungen zurückzuführen sein. Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, der eng mit der Industrieproduktion korreliert ist, deutet für den September zumindest wieder einen Anstieg an.

In den binnenwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsbereichen zeichnet sich im dritten Quartal bislang eine Stabilisierung ab. Die Bauproduktion nahm zuletzt leicht zu und lag saisonbereinigt leicht über dem Niveau des Vorquartals. Die Einzelhandelsumsätze waren im August zwar leicht rückläufig, der Produktionsindex für konsumnahe Dienstleistungen weist für Juli – nach einem spürbaren Rückgang im Vormonat – jedoch ein kräftiges Plus aus. Auch wenn sich das Geschäftsklima im Groß- und Einzelhandel zuletzt wieder etwas eingetrübt hat, deutet die jüngste Aufhellung der Konsumstimmung – gemessen am HDE-Konsumbarometer und dem GfK-Konsumklima – ausgehend von einem niedrigen Niveau auf eine gewisse Stabilisierung der privaten Konsumentwicklung hin. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen zeigt sich zu Quartalsbeginn ein Produktionsanstieg, der den vorangegangenen Rückgang zumindest teilweise ausgleicht.

Insgesamt deutet die aktuelle Indikatorenlage vor dem Hintergrund der anhaltenden außenwirtschaftlichen Nachfrageschwäche und der noch geringen binnenwirtschaftlichen Dynamik auf eine erneut schwache Entwicklung im dritten Quartal hin. Dies entspricht der Erwartung im Rahmen der Herbstprojektion der Bundesregierung. Im späteren Jahresverlauf dürften dann jedoch zunehmend die wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung spürbar werden und Impulse für eine schrittweise wirtschaftliche Erholung setzen.

Welthandel bleibt volatil, Abschwächung im weiteren Verlauf zu erwarten

Die weltweite Industrieproduktion stagnierte im Juli im Vormonatsvergleich angesichts leicht rückläufiger Ausbringung in den Industrieländern und moderat steigender Produktion in den Schwellen- und Entwicklungsländern; im ersten Quartal hatte die Industriekonjunktur angesichts zollbedingt vorgezogener Lieferungen an US-Unternehmen deutlich expandiert, im zweiten Quartal hatte die Dynamik erwartungsgemäß schon etwas nachgelassen. Frühindikatoren für die Weltwirtschaft bleiben volatil und senden nach wie vor uneinheitliche Signale: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft hat im September um 0,5 auf 52,4 Punkte nachgegeben und signalisiert damit eine etwas schwächere Dynamik als im August. Während die Stimmung in der Industrie mit 50,8 Punkten in etwa stagnierte, verschlechterte sie sich unter den Dienstleistern gegenüber dem Vormonat von 53,3 auf 52,8 Punkte. Die Stimmung unter Finanzinvestoren hat sich laut Sentix-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft dagegen im Oktober weiter verbessert, wozu sowohl optimistischere Erwartungen als auch eine verbesserte Lageeinschätzung beigetragen haben.

Auch der weltweite Warenhandel ist gemäß CPB World Trade Monitor weiterhin hohen Schwankungen unterworfen, die mit den angekündigten Zollanhebungen und anschließenden Verzögerungen oder Änderungen der Zollsätze in Verbindung stehen dürften. Nach dem durch Sondereffekte gestützten ersten Quartal und den anschließenden monatlichen Rückgängen hat die Handelsaktivität im Juli mit + 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat wieder deutlich zugenommen. Grund hierfür waren insbesondere kräftig steigende Importe in die USA. Für den August weist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index mit einem geringfügigen Rückgang von 138,5 auf 138,3 Punkte auf eine Seitwärtsbewegung hin. Während die Aktivität in den chinesischen Häfen etwas zunahm, ging sie in den europäischen Häfen zurück. Bisher zeigt sich der Welthandel also recht robust, die Zolleffekte dürften aber noch nicht vollständig sichtbar sein. Laut RWI dürfte sich der Containerumschlag in den kommenden Monaten abschwächen. Dazu passt die Einschätzung internationaler Organisationen wie der Welthandelsorganisation, die ihre Prognose für den weltweiten Warenhandel für 2025 zwar zuletzt infolge des deutlichen Anstiegs der US-Importe vor der Erhöhung der Zölle sowie eines lebhaften Handels mit KI-bezogenen Produkten auf 2,4 Prozent angehoben hat. Für 2026 wird aber angesichts der Zollanhebungen und Unsicherheiten mit lediglich +0,5 Prozent eine deutlich reduzierte Handelsdynamik erwartet.

Außenhandel im August weiter im Rückwärtsgang

Vor dem Hintergrund gestiegener Handelshemmnisse und anhaltend hoher Unsicherheiten hat sich das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen weiter abgeschwächt. Im August sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent erneut zurückgegangen. Seit Jahresbeginn 2025 liegen die Exporte, auch angesichts der zollbedingt vorgezogenen Lieferungen in die USA, aber noch um 0,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Während in die EU und abermals auch in die USA weniger als im Vormonat geliefert wurde, stützte ein deutliches Plus im Exportgeschäft mit China. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gaben im August saison- und kalenderbereinigt mit -2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat deutlich und auf breiter Front nach; die Einfuhren aus den USA nahmen nach dem kräftigen Rückgang im Juli dagegen zuletzt wieder zu. Insgesamt liegen die Importe damit seit Jahresbeginn immer noch spürbar um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau im Plus. Der monatliche Außenhandelsüberschuss expandierte infolge des stärkeren Rückgangs der Importe im Vergleich zu den Exporten im August zwar saisonbereinigt von 8,8 Milliarden Euro auf 9,1 Milliarden Euro. Damit hat er sich aber im Vorjahresvergleich von Januar bis August betrachtet um knapp 37 Milliarden Euro verringert.

Die Einfuhrpreise sind vor allem angesichts geringerer Preise für Energie und Rohstoffe im August saisonbereinigt weiter um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Gleichzeitig stagnierten die Ausfuhrpreise, sodass sich die Terms of Trade gegenüber Juli um 0,3 Prozent verbesserten. Preisbereinigt dürfte der Rückgang der Einfuhren von Waren und Dienstleistungen entsprechend etwas geringer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren bleiben angesichts der Zollanhebungen und -änderungen volatil und zeigen nach wie vor ein uneinheitliches Bild: Die Neuaufträge aus dem Ausland haben ihre Abwärtsbewegung im August mit einem Rückgang um -4,1 Prozent gegenüber dem Vormonat fortgesetzt. Dabei verringerten sich insbesondere die Auslandsbestellungen von Konsumgütern (-13,3 Prozent), aber auch Investitions- (-4,1 Prozent) und Vorleistungsgüterproduzenten (-1,2 Prozent) verzeichneten eine geringere Nachfrage aus dem Ausland. Auch im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lagen die Auftragseingänge erstmals seit März mit -2,6 Prozent wieder im Minus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im September dagegen merklich von auf -3,0 auf +3,5 Saldenpunkte aufgehellt und liegen damit erstmals seit April 2023 wieder im positiven Bereich. Eine nachhaltige Belebung kann daraus aber noch nicht abgeleitet werden. Während die Automobilbranche deutlich optimistischer auf ihr Auslandsgeschäft blickt, rechnet der Maschinenbau mit rückläufigen Exporten in den kommenden drei Monaten. Höhere Zölle, anhaltende handels- und geopolitische Unsicherheiten sowie eine geringere (preisliche) Wettbewerbsfähigkeit lasten auf dem Auslandsgeschäft der deutschen Unternehmen, insbesondere auch des Mittelstands. Da sich die Auswirkungen der US-Zollpolitik nach der Korrektur der deutlichen Vorzieheffekte zu Jahresbeginn erst nach und nach in einer geringeren Welthandelsaktivität niederschlagen dürften, ist auch in den kommenden Monaten insgesamt mit einer schwachen Exportentwicklung zu rechnen.

Sondereffekt dämpft Industriekonjunktur

Das Produzierende Gewerbe hat sein Produktionsvolumen im August preis-, kalender- und saisonbereinigt spürbar gegenüber dem Vormonat um 4,3 Prozent gedrosselt. Insbesondere die Industrieproduktion verzeichnete im Vormonatsvergleich einen deutlichen Einbruch um 5,6 Prozent. Der Ausstoß im Energiebereich verringerte sich nur um 0,5 Prozent, folgt damit allerdings seinem seit Juni anhaltenden rückläufigen Trend. Im Gegensatz dazu konnte das Baugewerbe mit +0,6 Prozent seinen dritten Anstieg in Folge verzeichnen.

Die Mehrheit der Wirtschaftsbereiche weist im August eine rückläufige Entwicklung auf: Am deutlichsten war diese bei Kfz und Kfz-Teilen (-18,5 Prozent), aber auch andere gewichtige Branchen haben ihre Produktion zurückgefahren: So kam es im Maschinenbau nach der kräftigen Ausweitung im Juli zu einem deutlichen Rückprall (-6,2 Prozent).

Produktionsdrosselungen wurden auch bei den Metallerzeugnissen (-1,1 Prozent), bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse (-1,0 Prozent) sowie der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (-2,3 Prozent) vorgenommen.

Im Dreimonatsvergleich fällt der Produktionsrückgang des Produzierenden Gewerbes weniger stark aus (-1,3 Prozent). Auch in der Industrie mildert sich das Minus deutlich ab (- 1,7 Prozent). Für den Bausektor zeigt sich trotz des positiven Trends der vergangenen Monate ein leichter Rückgang aufgrund des starken Einbruchs im Mai (-0,7 Prozent). Der Energiebereich kann hingegen eine Zunahme verbuchen (+1,4 Prozent).

Ursachen für den starken Rückgang der Kfz-Produktion waren laut Statistischem Bundesamt die diesjährige Lage der Werksferien, die in diesem Jahr anders als sonst üblich überwiegend im August stattgefunden haben, sowie Produktionsumstellungen.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im August zum vierten Mal in Folge gesunken. Das Ordervolumen sank preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent gegenüber Juli. Im Juli war es revidiert zu einem Rückgang um 2,7 Prozent gekommen. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen gingen die Auftragseingänge der Industrie insgesamt um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Im Dreimonatsvergleich nahmen die Order um 2,3 Prozent ab.

Während die Inlandsaufträge mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent kräftig anzogen, gingen die Bestellungen aus dem Ausland um 4,1 Prozent zurück. Besonders schwach zeigten sich die Auftragseingänge außerhalb des Euroraums mit -5,0 Prozent; die Order aus dem Euroraum gingen jedoch ebenfalls um 2,9 Prozent zurück. Damit trug die Inlandsnachfrage zuletzt die Auftragseingänge.

Nach Gütergruppen zeigten die Bestellungen von Konsumgütern einen Rückgang um 10,3 Prozent gegenüber Juli ein, während die Auftragseingänge für Investitionsgüter um 1,5 Prozent sanken. Bei Letzteren stiegen die Bestellungen aus dem Inland (+3,7 Prozent), während sie aus dem Ausland um 4,1 Prozent fielen.

In der Branchenbetrachtung verzeichneten die insbesondere die Pharmaindustrie (-13,5 Prozent), Daten-, elektrische und optische-Geräte (-11,5 Prozent) sowie Kfz und -teile (-6,4 Prozent) deutliche Rückgänge. Zuwächse meldeten hingegen der sonstige Fahrzeugbau (+17,1 Prozent), die Metallerzeugnisse (+15,4 Prozent), elektrische Ausrüstungen (+7,2 Prozent), die chemische Industrie (+0,4 Prozent) sowie der Maschinenbau (+0,9 Prozent).

Vor allem die wieder anziehende Inlandsnachfrage deutet auf eine Bodenbildung in der Industrie hin, während die zuletzt schwache Auslandsnachfrage noch dämpft. In dem erneut hohen Anteil inländischer Großaufträge von Investitionsgütern könnten sich die zunehmenden Aufträge im Rüstungsbereich widerspiegeln.

Erlöse im Einzelhandel nach Aufwärtsrevision im Vormonat leicht im Minus; Stimmungsindikatoren uneinheitlich

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im August um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Zahlen für Juli erfuhren dabei jedoch eine Aufwärtsrevision um 0,2 Prozentpunkte. Während der Handel mit Lebensmitteln um 0,2 Prozent leicht im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,4 Prozent nach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im August ein Plus von 1,5 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln sich um 0,9 Prozent verringerte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 3,1 Prozent zulegte. Im Dreimonatsvergleich stagnierte der Einzelhandel mit +0,1 Prozent nahezu. Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im September im Vormonatsvergleich leicht um 0,4 Prozent gesunken; in der Dreimonatsbetrachtung legten sie jedoch um 7,8 Prozent zu. Gegenüber September 2024 kam es sogar zu einem Plus von 12,8 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 5,0 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung zeigt sich eine Zunahme um 11,8 Prozent. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Umsatz im Gastgewerbe stieg im Juli gegenüber dem Vormonat nominal um 1,0 Prozent und preisbereinigt um 0,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe hingegen einen nominalen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent, in realer Rechnung von 3,7 Prozent. Nach der spürbaren Belebung des privaten Konsums im ersten Quartal 2025 und einer Stagnation im zweiten zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein uneinheitliches Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Oktober mit einer Zunahme von 1,2 Zählern auf -22,3 Pt. nach drei Rücksetzern in Folge stabilisieren. Im September nimmt die Verbraucherstimmung laut dem Marktforschungsinstitut ab und verbleibt mit -23,5 Pt. deutlich im negativen Bereich. Positiv wirkte sich ein deutlicher Anstieg der Einkommenserwartungen aus, von der die Anschaffungsneigung jedoch nicht profitieren konnte. Das HDE-Konsumbarometer zeigt sich in der Tendenz aufwärtsgerichtet und konnte im Oktober nach Verlusten in den beiden Vormonaten leicht zulegen. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) legte nach drei Rückgängen in Folge leicht um 0,3 Zähler auf -23,7 Saldenpunkte zu. Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte, nahmen die Erwartungen ab. Beide Indikatoren bewegen sich weiterhin spürbar im negativen Bereich.

Das aktuelle Stimmungsbild deutet insgesamt auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung im zweiten Halbjahr 2025 hin. Ängste in Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands, die Arbeitsplatzsicherheit und geopolitische Spannungen sorgen für eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Inflationsrate im September auf 2,4 Prozent gestiegen

Die Inflationsrate, also der Anstieg des Preisniveaus binnen Jahresfrist, erhöhte sich im September leicht auf +2,4 Prozent nach +2,2 Prozent im August. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Verbraucherpreisniveau saisonbereinigt ebenfalls leicht um +0,2 Prozent. Von den Energiepreisen geht weiterhin ein preisdämpfender Effekt aus, allerdings hat dieser mit einer Rate von zuletzt -0,7 Prozent deutlich nachgelassen (August: -2,4 Prozent). Preistreibend wirken mit +3,4 Prozent vor allem die Dienstleistungen. Die rückläufige Teuerungsdynamik ist bei den Dienstleistungen damit vorerst zum Erliegen gekommen (August: +3,1 Prozent). Die Kernrate – ohne Energie und Nahrungsmittel – lag im September bei 2,8 Prozent weiterhin auf erhöhtem Niveau. Bis zum Jahresende ist von einer stabilen Entwicklung der Inflation bei knapp über 2 Prozent auszugehen.

Arbeitsmarkt startet schwunglos ins Schlussquartal

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt fällt bislang vergleichsweise schwach aus. Die Zahl der Arbeitslosen hat im September saisonbereinigt um 14 Tausend Personen zugenommen. Dieser Anstieg geht insbesondere auf eine weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit im konjunkturreagiblen Rechtskreis des SGB III zurück, während die Arbeitslosigkeit im SGB II leicht zurückging. Die Unterbeschäftigung verblieb am aktuellen Rand in etwa auf Vormonatsniveau. Die Beschäftigung entwickelte sich ebenfalls weitgehend unverändert. Die Erwerbstätigkeit nahm im August um acht Tausend Personen ab, die SV-pflichtige Beschäftigung verzeichnete im Juli hingegen abermals ein leichtes Plus von ebenfalls acht Tausend Personen. Die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit blieb im Juli mit knapp 200 Tsd. Personen nahezu unverändert, wobei sich die Anzeigen von Kurzarbeit im Trend weiter rückläufig entwickelten.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung zeigen die Frühindikatoren zu Beginn des vierten Quartals ein gemischtes Bild. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnete im September den sechsten Anstieg in Folge, die Beschäftigungsaussichten haben sich nach Einschätzung der vom ifo Institut befragten Unternehmen jedoch spürbar eingetrübt und bewegten sich im September auf dem niedrigsten Wert seit Juni 2020. Der deutlichste Rückgang war dabei im Dienstleistungssektor zu verzeichnen. Während sich in der Industrie und im Handel ein weiterer Stellenabbau abzeichnet, deutet sich lediglich beim Bau ein leichter Beschäftigungsaufbau an. Die Chancen auf eine spürbare Herbstbelebung am Arbeitsmarkt bleiben daher verhalten.

Unternehmensinsolvenzen steigen weiter

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Juli um 12,3 Prozent gegenüber dem Monat Juni auf 2.197 beantragte Verfahren gestiegen. Ein höherer Monatswert wurde zuletzt im Oktober 2013 registriert. Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahmen die Insolvenzen 13,4 Prozent zu. Während die Zahl der betroffenen Beschäftigten (11.320) im Monatsvergleich zum dritten Mal in Folge gesunken ist (-15,8 Prozent) und auch unter dem Vorjahresmonat liegt, sind die voraussichtlichen Forderungen nach dem Rückgang im Juni wieder angestiegen (+48,3 Prozent). Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im September mit 1.481 Insolvenzen einen Anstieg von 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie von 14,1 Prozent gegenüber September 2024 aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten (19.990) nahm im Vergleich zum August um 62 Prozent zu. Für die nächsten Monate erwartet das IWH, dass der Trendanstieg der Insolvenzen vorerst gestoppt ist und eine Konsolidierung der Insolvenzzahlen auf hohem Niveau stattfindet.

Hinweis: In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 13. Oktober 2025 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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„Einfacher, schneller, digitaler“ – Echte Fortschritte beim Bürokratieabbau durchsetzen

Die deutsche Wirtschaft stagniert seit mehr als drei Jahren. Neben hohen Energiekosten und Steuern sowie dem Fachkräftemangel gilt die wachsende Bürokratie als eines der größten Investitionshemmnisse. Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage sehen 95 Prozent der Unternehmen den Abbau bürokratischer Belastungen als Priorität an, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stärken.

DIHK, Mitteilung vom 13.10.2025

Die deutsche Wirtschaft stagniert seit mehr als drei Jahren. Neben hohen Energiekosten und Steuern sowie dem Fachkräftemangel gilt die wachsende Bürokratie als eines der größten Investitionshemmnisse. Laut einer aktuellen DIHK-Umfrage sehen 95 Prozent der Unternehmen den Abbau bürokratischer Belastungen als Priorität an, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stärken.

Für die Betriebe ist klar: Deutschland braucht bei der Bürokratie endlich eine wirksame Entlastung. Unzählige Berichts-, Dokumentations-, Genehmigungs- und Statistikpflichten hindern die Wirtschaft daran, das zu tun, was sie am besten kann: gute Produkte und Dienstleistungen für Menschen entwickeln. Das würde die Produktivität erhöhen, für Wachstum sorgen und letztendlich staatliche Einnahmen steigern, die wiederum für die Erfüllung staatlicher Aufgaben entscheidend sind.

Belastungen nehmen jedoch weiter zu

Ob Green Deal, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, EU-Verpackungsverordnung oder Energieeffizienzgesetz: Viele neue Vorgaben aus Brüssel und Berlin haben in den vergangenen Jahren eine Rekordflut an bürokratischen Pflichten ausgelöst. Und es scheint nicht aufzuhören, wie man aktuell am Beispiel des sog. Tariftreuegesetzes sehen kann. Zudem kommt eine echte Entlastung nicht bei den Unternehmen an – etwa bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Zwar sind voraussichtlich nur noch große Unternehmen zur direkten Berichterstattung verpflichtet, doch diese fordern von den kleineren, mittelständischen Zulieferern Nachweise und Informationen für die Berichte ein, was letztlich die Zulieferer doch erheblich belastet.

Laut Schätzungen der Bundesregierung kommen allein durch die nationale Umsetzung der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung jährlich eine halbe Milliarde Euro an Kosten auf die deutschen Unternehmen zu. Solche Belastungen sorgen dafür, dass Entlastungen an anderer Stelle von den Unternehmen kaum wahrgenommen werden.

Bundesregierung stellt ambitionierte Agenda vor

Es gab durchaus gute Ansätze: So wurden mit dem vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) Schriftformerfordernisse gestrichen, digitale Lösungen akzeptiert, elektronische Arbeitszeugnisse ermöglicht und steuerliche Aufbewahrungsfristen verkürzt. Diese Schritte entlasten die Wirtschaft jedes Jahr um immerhin 1,3 Milliarden Euro.

Die Agenda der aktuellen Bundesregierung ist hier noch deutlich ambitionierter. Mit dem neuen Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) erhoffen sich viele Unternehmen einen Kulturwandel in der Gesetzgebung – von weniger Vorgaben hin zu mehr Vertrauen und Freiräumen. Minister Karsten Wildberger hat vor kurzem die Modernisierungsagenda der Bundesregierung vorgestellt. Mit den angekündigten Maßnahmen werden auch langjährige Vorschläge der IHK-Organisation und Unternehmen aufgegriffen. Durch konsequente Praxischecks sollen Gesetze bereits schon im ersten Entwurf unternehmensfreundlicher werden. Unnötige Bürokratie könne so erst gar nicht entstehen.

Mit der Einrichtung eines digitalen Bürokratiemeldeportals will die Bundesregierung zudem schneller auf die Belastungen der Unternehmen reagieren. Und bei vielen Verwaltungsleistungen soll das Tempo deutlich erhöht werden. So sollen beispielsweise Unternehmensgründungen zukünftig innerhalb von 24 Stunden möglich sein. Entscheidend ist aus Sicht der Unternehmen nun eine konsequente, verbindliche und transparente Umsetzung – mit klarem Monitoring, verbindlichen Zielwerten und echter Wirkung in der Praxis. Das Ziel, die gesamten Bürokratiekosten der Wirtschaft um 25 Prozent zu reduzieren – was einer Entlastung von etwa 16 Milliarden Euro entspricht –, dürfte sonst kaum erreichbar sein.

Deutschland braucht einen Wirtschaftsneustart

Eine Wirtschaft in Wartestellung investiert nicht – und gibt im schlimmsten Fall den Standort langfristig auf. Deshalb ist es Zeit für einen „Reset-Button“: Alles stoppen, was belastend ist. Positivbeispiele wie die zügige Genehmigung für den Bau von LNG-Terminals oder die Beschleunigungen bei der Beschaffung im Verteidigungsbereich haben gezeigt, dass ein höheres „Deutschland-Tempo“ möglich ist. Jetzt gilt es, diesen Pragmatismus auf die gesamte Wirtschaft zu übertragen. Es braucht eine klare Strategie und einen verbindlichen Fahrplan: entlasten, Hürden abbauen, Prioritäten setzen. Die Leitlinie sollte dabei lauten: einfacher, schneller, digitaler. Nur dann wird Bürokratieabbau vom Versprechen zur Realität – und Deutschland gewinnt an Wettbewerbsfähigkeit zurück.

Auf der DIHK-Konferenz „Bürokratieabbau und bessere Rechtssetzung“ am 10. Oktober in Berlin wurden diese Forderungen von den Unternehmen an die Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung, der EU-Kommission und an Mitglieder des Bundestags herangetragen. Die Wirtschaft hat dabei zugesagt, der Politik bei zukünftigen Prozessen beratend zur Seite zu stehen. Bürokratieabbau muss jetzt gelingen. Die Politik sollte den Ankündigungen nun Taten folgen lassen.

Quelle: DIHK

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