Rezessionsrisiko kräftig gesunken

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession eintritt, ist in den vergangenen Wochen erneut gesunken, und zwar deutlich. Das zeigen die neuesten Werte, die der IMK-Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung liefert.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.01.2020

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession eintritt, ist in den vergangenen Wochen erneut gesunken, und zwar deutlich. Das zeigen die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für die drei Monate von Januar bis Ende März zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 14,8 Prozent an – nach 30,2 Prozent im Dezember. Da die statistische Streuung im Indikator – sie spiegelt die Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure wider – wegen der Spannungen im Mittleren Osten mit 17,7 Prozent relativ hoch ist, weist das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem die aktuelle Lage zwar noch als “gelb-rot” (erhöhte konjunkturelle Unsicherheit) aus. “Die Situation hat sich aber ganz klar deutlich entspannt, das macht die Halbierung der Rezessionswahrscheinlichkeit deutlich. Unsere Konjunkturampel ist wieder nah am ?grünen Bereich?”, sagt IMK-Experte Dr. Thomas Theobald.

Dass sich die Aussichten so kräftig aufhellen, beruht nach Analyse des IMK in erster Linie auf der jüngsten Produktionssteigerung im Verarbeitenden Gewerbe, einem optimistischeren Geschäftsklima und robusten Aktienkursen. Hinzu kommt eine Verbesserung bei den Finanzierungsbedingungen für Unternehmen. Bei dem letztgenannten Einflussfaktor dürfte es sich aber aufgrund veränderter Zusammensetzung bei Anleihelaufzeiten zum Teil um einen Sondereffekt handeln. Negative Signale resultieren aus den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe, die jüngst rückläufig waren, und einem leicht gestiegenen Finanzmarktstress, den das IMK gesondert misst. Beide Negativ-Faktoren wirken sich im Algorithmus des Indikators derzeit aber deutlich weniger stark aus als die positiven Trends. Das gilt auch für den Rückgang bei den offenen Stellen, weil die Zahl der unbesetzten Jobs gleichwohl mit 700.000 weiterhin auf einem historisch hohen Niveau ist.

Die neuen Indikator-Werte bestärken die Düsseldorfer Konjunkturforscher in ihrer Erwartung, dass der deutschen Wirtschaft auch 2020 keine Rezession droht, weil ein robuster Arbeitsmarkt und ein starker öffentlicher und privater Verbrauch der Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe gegenüberstehen. “Die deutsche Wirtschaft hat die Talsohle durchschritten. Im Jahresverlauf wird sich das Wachstum von der 2019 erlebten Quasi-Stagnation ausgehend langsam beschleunigen”, sagt Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher Direktor des IMK. “Angesichts der schwachen Industriekonjunktur wird das Wachstum aber wenig dynamisch bleiben. Wir rechnen für das Gesamtjahr mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von gerade einmal 0,8 Prozent.”

Die nächste Aktualisierung des IMK Konjunkturindikators erfolgt Mitte Februar 2020.

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Verbraucherpreise 2019: +1,4 % gegenüber dem Vorjahr

Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2019 um 1,4 % gegenüber 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag die Jahresteuerungsrate 2019 damit niedriger als im Vorjahr (2018: +1,8 %). Im Dezember 2019 war die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – höher als in den Vormonaten und erreichte einen Wert von +1,5 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.01.2020

Verbraucherpreisindex, Dezember und Jahr 2019

  • +1,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +1,4 % im Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018 (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Dezember und Jahr 2019

  • +1,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +1,4 % im Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018 (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2019 um 1,4 % gegenüber 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, lag die Jahresteuerungsrate 2019 damit niedriger als im Vorjahr (2018: +1,8 %). Im Dezember 2019 war die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – höher als in den Vormonaten und erreichte einen Wert von +1,5 %.

Veränderung im Jahr 2019 gegenüber dem Jahr 2018

Die Energieprodukte verteuerten sich 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % nach +4,6 % im Jahr 2018. Der geringe Preisanstieg bei Energie in 2019 resultiert vor allem aus dem Preisrückgang bei Mineralölprodukten (-1,8 %; davon leichtes Heizöl: -2,5 %; Kraftstoffe: -1,6 %). Dennoch verteuerten sich einige Energieprodukte deutlich (zum Beispiel Erdgas: +3,9 %; Strom: +3,4 %). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2019 ebenfalls bei +1,4 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2019 gegenüber 2018 ebenfalls nur moderat um 1,4 %. Im Einzelnen gab es auch hier gegenläufige Preisentwicklungen: Deutlich teurer wurden Gemüse (+6,3 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+3,1 %). Günstiger hingegen für die Verbraucher wurden beispielsweise Speiseöle und Speisefette (-6,0 %) sowie Obst (-3,3 %).

Waren insgesamt verteuerten sich 2019 gegenüber 2018 um 1,3 %. Am stärksten erhöhten sich die Preise für Verbrauchsgüter (+1,5 %). Darunter verteuerten sich neben Nahrungsmitteln und Energie (jeweils +1,4 %) vor allem Tabakwaren (+3,7 %) und Druckerzeugnisse (+3,4 %). Die Preise für Gebrauchsgüter erhöhten sich im gleichen Zeitraum nur um 0,7 %. Telefone (-6,8 %) und Geräte der Unterhaltungselektronik (-5,6 %) wurden deutlich günstiger.

Im Vergleich zu den Waren erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018 mit +1,5 % etwas stärker, darunter Nettokaltmieten um 1,4 %. In 2019 lagen zudem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,0 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,5 %) deutlich höher als 2018.

Veränderung im Dezember 2019 gegenüber Dezember 2018

Die Verbraucherpreise insgesamt lagen im Dezember 2019 um 1,5 % höher als im Dezember 2018. Damit zog die Inflationsrate am Ende des Jahres an (November und Oktober 2019: jeweils +1,1 %).

Maßgeblich verantwortlich für die im Vergleich zu den Vormonaten höhere Inflationsrate war die Preisentwicklung bei Energie, die im Dezember 2019 nur noch um 0,1 % unter dem Vorjahresmonatsniveau lag (November 2019: -3,7 % gegenüber November 2018). Von Dezember 2018 bis Dezember 2019 verbilligten sich vor allem leichtes Heizöl (-6,2 %) und Kraftstoffe (-4,5 %). Einige Energieprodukte verteuerten sich hingegen deutlich, zum Beispiel Erdgas (+5,2 %) und Strom (+4,1 %). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Dezember 2019 bei 1,8 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Dezember 2018 bis Dezember 2019 um 2,1 %. Deutlich teurer waren Fleisch und Fleischwaren (+5,5 %).

Waren insgesamt sind im Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat mit 1,2 % unterdurchschnittlich gestiegen, geprägt durch die Preisentwicklung bei den Energieprodukten. Neben den Nahrungsmitteln verteuerten sich vor allem Tabakwaren (+4,2 %) und Druckerzeugnisse (+4,1 %).

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 1,8 %. Unter den Dienstleistungen verteuerten sich die Nettokaltmieten um 1,5 %. Einige Dienstleistungspreise zogen noch stärker an (zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Einrichtungen: +5,2 %; Wartung und Reparatur von Fahrzeugen: +4,8 %).

Veränderung im Dezember 2019 gegenüber dem Vormonat November 2019

Im Vergleich zum November 2019 stieg der Verbraucherpreisindex im Dezember 2019 um 0,5 %. Ein wesentlicher Grund war der saisonbedingte Preisanstieg bei Pauschalreisen (+21,1 %).

Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland hat sich im Jahresvergleich 2019 gegenüber 2018 um 1,4 % erhöht. Im Dezember 2019 lag der HVPI um 1,5 % über dem Stand von Dezember 2018. Im Vergleich zum November 2019 stieg der Index im Dezember 2019 um 0,6 %.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2020

Laut BMWi ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2019 das 10. Jahr in Folge gewachsen. Die konjunkturelle Dynamik hat sich allerdings merklich verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Jahr 2019 preisbereinigt um 0,6 % zu.

BMWi, Pressemitteilung vom 15.01.2020

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 das 10. Jahr in Folge gewachsen. Die konjunkturelle Dynamik hat sich allerdings merklich verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt nahm im Jahr 2019 preisbereinigt um 0,6 % zu.

Zum Jahreswechsel gibt es erste Hoffnungsschimmer. Die Schwächephase in der Industrie ist zwar noch nicht überwunden. Stabilisierungstendenzen bei den Auftragseingängen und abschwellender Pessimismus bei den Geschäftserwartungen sind positive Signale. Die Hochkonjunktur im Baugewerbe setzt sich fort.

Die Indikatoren für den privaten Konsum senden für das vierte Quartal gemischte Signale. Die verfügbaren Einkommen nehmen aber weiter kräftig zu.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust, auch wenn die schwache Konjunktur am aktuellen Rand wieder stärker sichtbar wurde.

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2019 das 10. Jahr in Folge gewachsen. Die konjunkturelle Dynamik hat sich allerdings merklich verlangsamt. Dies ist insbesondere auf die Schwäche der Industrie zurückzuführen. Die gesamtwirtschaftliche Leistung nahm im Jahr 2019 um 0,6 % zu. Dies war zwar etwas mehr als zuletzt erwartet, aber deutlich weniger als in den fünf vorangegangenen Jahren, in denen das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich etwa 2,0 % pro Jahr stieg. Der Beschäftigungstand erhöhte sich dennoch weiterhin recht kräftig um 400.000 Personen auf den Rekordstand von 45,3 Mio. Erwerbstätige.

Zum Jahreswechsel hat die deutsche Wirtschaft ihre konjunkturelle Schwächephase noch nicht überwunden. Einer durch den gegenwärtig flauen Welthandel beeinträchtigten Industrie stehen nach wie vor mehrheitlich prosperierende Dienstleistungsbereiche sowie der Bausektor gegenüber. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich daher im zweiten Halbjahr 2019 nur wenig. Es zeichnen sich aber allmählich Besserungstendenzen ab. In der Industrie haben in den vergangenen Monaten die Auftragseingänge und die Umsätze begonnen, sich auf niedrigem Niveau zu stabilisieren. Gleichzeitig haben sich die Geschäftserwartungen wieder etwas aufgehellt. Dies spricht dafür, dass die Industriekonjunktur ihren Wendepunkt bald erreicht. Nach wie vor bleibt das außenwirtschaftliche Umfeld aber durch erhebliche Unwägbarkeiten geprägt.

Die Weltwirtschaft ist weiterhin durch den Abschwung der Industriekonjunktur nicht zuletzt aufgrund protektionistischer Politik geprägt. So ist die globale Industrieproduktion im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen und sank damit erstmals seit der Finanzkrise unter ihr Vorjahresniveau. Gleichzeitig zeichnet sich für den globalen Warenhandel trotz einer leichten Steigerung im Oktober für das Gesamtjahr ebenfalls erstmals seit zehn Jahren ein Rückgang ab. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit für die Weltwirtschaft schloss das Jahr 2019 zwar mit einer erneuten Steigerung ab, der Teilindex für die Industrie gab zuletzt jedoch leicht nach und lag nur noch knapp oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Angesichts der aktuellen Indikatorenlage gehen die internationalen Organisationen für das laufende und kommende Jahr von einer nur wenig beschleunigten, aber weiterhin aufwärtsgerichteten Entwicklung der Weltwirtschaft aus.

Bei schwachen Impulsen aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld haben sich die deutschen Ausfuhren zuletzt seitwärts bewegt. Ihre Aussichten bleiben verhalten. Die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen sind im November saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Vormonat zwar kräftig um 3,8 % zurückgegangen. Im Zweimonatsvergleich ergab sich dennoch ein geringer Zuwachs von 0,1 %, der bei stabilen Ausfuhrpreisen in realer Rechnung ähnlich ausfallen dürfte. Die ifo Exporterwartungen vom Dezember 2019 spiegeln mit ihrem leicht positiven Saldowert die optimistischste Erwartungshaltung seit zehn Monaten wider. Auch die Importe von Waren und Dienstleistungen haben sich im November saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Oktober deutlich verringert (-2,5 %) und sind auch im Zweimonatsvergleich leicht zurückgegangen (-0,3 %).

Die Industrie konnte ihre konjunkturelle Schwächephase noch nicht beenden. Allerdings gibt es Stabilisierungstendenzen bei den Auftragseingängen und der Pessimismus bei den Geschäftserwartungen nimmt seit einigen Monaten ab. Die Industriekonjunktur dürfte sich daher in den kommenden Monaten etwas aufhellen. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt stieg im November nach einem schwachen Vormonat um 1,1 %. Die Erzeugung in der Industrie und im Baugewerbe nahm um 1,0 % bzw. 2,6 % zu. Die Energieproduktion sank um 0,8 %. Im Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September wurde die Herstellung im Produzierenden Gewerbe aber noch um 0,7 % eingeschränkt. Innerhalb der Industrie bremsten insbesondere die Kfz-Industrie und der Maschinenbau (-4,3 % bzw. -2,5 %). Die Auftragseingänge wiesen im Zweimonatsvergleich insgesamt ein minimales Plus aus, wobei die Impulse aus dem Euroraum kamen. Die Geschäftserwartungen verbessern sich seit Spätsommer. Das Baugewerbe befindet sich weiter in der Hochkonjunktur.

Die privaten Konsumausgaben bleiben eine verlässliche Stütze der Binnenkonjunktur. Hierzu tragen der hohe Beschäftigungsstand sowie die merkliche Erhöhung der verfügbaren Einkommen bei. Diese waren im dritten Quartal 2019 um 3,4 % höher als vor einem Jahr. Im Jahresschlussquartal dürften die privaten Konsumausgaben den aktuellen Indikatoren zufolge allerdings vorübergehend eine langsamere Gangart einschlagen. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz haben sich nach schwachem Start in das vierte Quartal im November zwar um 2,1 % erhöht. Im Durchschnitt liegen sie aber leicht unter dem Niveau des dritten Quartals. Die Neuzulassungen von Pkw stiegen insgesamt im vierten Quartal um 0,8 %. Die Zulassungen der privaten Halter, die für den privaten Konsum maßgeblich sind, waren hingegen rückläufig. Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal nicht verändert und bleibt per saldo positiv und spürbar oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Das Preisklima ist weiterhin relativ ruhig. Die Inflationsrate wird im Jahr 2019 voraussichtlich bei 1,4 % liegen nach 1,8 % im Vorjahr. Für den nachlassenden Preisauftrieb spielten rückläufige Kraftstoffpreise eine wichtige Rolle.

Die gedämpfte Konjunktur machte sich am aktuellen Rand wieder deutlicher auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Erwerbstätigkeit wurde im November gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt nur geringfügig um 13.000 Personen ausgeweitet. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war im Oktober (+41.000 Personen) allerdings wie bereits im Vormonat recht kräftig. Im Verarbeitenden Gewerbe (-9.000 Personen) und dabei insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie sowie der Stahlindustrie ging die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oktober allerdings merklich zurück. Die Arbeitslosigkeit ist tendenziell leicht aufwärtsgerichtet, sie nahm im Dezember saisonbereinigt um 8.000 Personen zu. Nach den Ursprungszahlen (2,23 Mio. Personen) wird der Vorjahresstand um 18.000 Personen überschritten. Auch die Unterbeschäftigung hat sich leicht um 6.000 Personen erhöht. Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wurde im Oktober etwas mehr als in den Vormonaten von 84.000 Personen in Anspruch genommen. Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lagen im November bei unverändert 49.000 Personen. Die Frühindikatoren zeigen einen robusten Arbeitsmarkt an, haben sich aber insgesamt etwas verschlechtert. Sie lassen einen nur noch moderaten Beschäftigungsaufbau und eine geringfügig steigende Arbeitslosigkeit erwarten.

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Digitalbranche weiter im Aufschwung

Laut dem Bitkom-ifo-Digitalindex im Dezember 2019 ist die Digitalbranche weiter im Aufschwung und wird auch 2020 ihre Umsätze steigern. Um der Digitalisierung in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, hat Bitkom eine „Digitalstrategie 2025“ vorgelegt.

Bitkom, Pressemitteilung vom 14.01.2020

  • Prognose: ITK-Umsätze steigen 2020 um 1,5 Prozent auf 172,2 Mrd. Euro
  • Optimismus: Geschäftsklima klettert auf höchsten Stand seit Mai 2019
  • Programm: Bitkom stellt “Digitalstrategie 2025” vor

Die Digitalbranche ist weiter im Aufschwung und wird auch 2020 ihre Umsätze steigern. Der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll in diesem Jahr um 1,5 Prozent auf 172,2 Milliarden Euro wachsen. Bis zum Jahresende werden die Unternehmen in Deutschland voraussichtlich 39.000 zusätzliche Jobs schaffen. Damit wären erstmals mehr als 1,2 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt. Nach den gedämpften Erwartungen in der zweiten Jahreshälfte 2019 hat sich das Geschäftsklima zuletzt wieder aufgehellt. Mit 26,9 Punkten kletterte der Bitkom-ifo-Digitalindex im Dezember auf den höchsten Stand seit Mai 2019. Das gab der Digitalverband Bitkom zum Jahresauftakt in Berlin bekannt. “Aktuelle Debatten um Künstliche Intelligenz, 5G-Netze und digitale Souveränität zeigen, welche enorme Bedeutung die digitale Wirtschaft in Deutschland hat”, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. “Das stabile Wachstum der Bitkom-Branche ist Ausdruck der zunehmenden Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Das gilt auch und gerade für das wirtschaftlich allgemein sehr schwierige Jahr 2019, das von Handelskonflikten, konjunktureller Eintrübung und Brexit-Streit geprägt war.” Im vergangenen Jahr übertraf der ITK-Markt die Erwartung. Die Umsätze legten 2019 um 2,0 Prozent auf 169,6 Milliarden Euro zu. Zu Jahresbeginn hatte Bitkom ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet.

Digitalisierung der Wirtschaft treibt Nachfrage nach Informationstechnik

Die Informationstechnik gewinnt als größtes Segment der Branche weiter an Bedeutung. Die Umsätze steigen in diesem Bereich nach Bitkom-Berechnungen 2020 um 2,7 Prozent auf 95,4 Milliarden Euro. Am stärksten wächst der Bereich Software mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro. Der Markt für IT-Dienstleistungen, darunter Projektgeschäft und IT-Beratung, wächst ebenfalls überdurchschnittlich um 2,4 Prozent auf 41,9 Milliarden Euro. “Unternehmen verändern ihre Organisationsstruktur und entwickeln Digitalstrategien, was die Nachfrage nach IT-Beratung und Software-Anwendungen stimuliert.” Das Geschäft mit IT-Hardware entwickelt sich dagegen den Erwartungen zufolge leicht rückläufig. Die Umsätze sollen um 0,4 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro sinken.

Telekommunikationsdienste stehen unter Druck

Die Telekommunikation setzt voraussichtlich das Wachstum der vergangenen beiden Jahre fort. 2020 soll der Markt um 0,9 Prozent auf 68,8 Milliarden Euro zulegen. Mit Telekommunikationsdiensten werden nach Bitkom-Berechnungen 48,8 Milliarden Euro umgesetzt, das entspricht einem moderaten Plus von 0,4 Prozent. Das Geschäft mit Endgeräten wächst auf 12,8 Milliarden Euro (+2,5 Prozent). Die Investitionen in die Infrastruktur steigen um 2,0 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. “Die Netzbetreiber haben im vergangenen Jahr Milliarden aufgewendet, um die 5G-Frequenzen zu ersteigern”, sagt Berg. “Das Umsatzwachstum der Netzbetreiber bewegt sich um die Nulllinie, gleichzeitig werden von ihnen Milliardeninvestitionen in die Netze gefordert. Die Netzbetreiber stehen massiv unter Druck und brauchen jetzt stabile Investitionsbedingungen statt immer neuer Diskussionen um die Rahmenbedingungen des Netzausbaus.”

Unterhaltungselektronik schreibt im dritten Jahr rote Zahlen

Die Unterhaltungselektronik befindet sich weiter auf Talfahrt. Laut Bitkom-Prognose fallen die Umsätze 2020 zum dritten Mal in Folge kräftig. Der kleinste ITK-Teilmarkt schrumpft dieses Jahr voraussichtlich um 7,0 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Berg: “Der Markt für Consumer Electronics ist derzeit weitgehend gesättigt. Zwar entwickeln sich die Preise nahezu stabil, aber die Verbraucher investieren derzeit lieber in Smartphones oder neue Dienste statt in Geräte der Unterhaltungselektronik.”

Job-Motor Digitalisierung

2019 entstanden in der Bitkom-Branche 42.000 zusätzliche Jobs. “Die Digitalisierung schafft jedes Jahr Zehntausende neuer Jobs und ist in Deutschland der stärkste Beschäftigungsmotor. Seit 2016 hat die Bitkom-Branche gut 200.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen”, sagt Berg. “Die positive Job-Bilanz wird allein durch den Mangel an IT-Spezialisten getrübt, der sich immer weiter zuspitzt.” Nach einer aktuellen Bitkom-Studie waren Ende vergangenen Jahres 124.000 Jobs für IT-Experten unbesetzt. Das ist ein Anstieg um 51 Prozent im Vergleich zu 2018 mit 82.000 offenen Stellen. “Das Fachkräfteproblem ist der Bremsklotz der Digitalbranche und damit auch der gesamten deutschen Wirtschaft. Jede unbesetzte Stelle steht für ein Weniger an Wachstum, Wertschöpfung und Innovation – was uns im globalen Wettbewerb zurückwirft”, sagt Berg.

“Digitalstrategie 2025” – Programm für das digitale Deutschland

Um der Digitalisierung in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, hat Bitkom eine
“Digitalstrategie 2025”
vorgelegt. Berg: “Deutschland verliert gerade den Anschluss an die internationalen Vorreiter der Digitalisierung wie Dänemark, Singapur, China oder die USA. Die Digitalstrategie 2025 ist eine kritische Bestandsaufnahme des Status quo und schlägt konkrete Maßnahmen vor, wie Deutschland seine Digitalisierungsfähigkeit grundsätzlich und massiv steigern kann. Das System Deutschland braucht dazu mehr als ein Update, es braucht einen Restart.” Die Digitalstrategie 2025 identifiziert vier zentrale Handlungsfelder:

  1. Der Bund braucht mehr Bildungskompetenz, Weiterbildung braucht mehr Anerkennung: In der Bildung muss der Bund in die Lage versetzt werden, bundesweite Mindeststandards zu setzen und die Schulen dort zu unterstützen und zu verpflichten, wo sie diese Mindeststandards nicht erfüllen. Unabhängig davon müssen Weiterbildungen und jenseits formaler Bildungswege erworbene Kompetenzen sehr viel stärker gesellschaftlich und finanziell gewürdigt werden. Sie müssen auch im öffentlichen Sektor unkompliziert als Zugangsvoraussetzung für Laufbahnen anerkannt werden. Die Bedeutung der Weiterbildung muss politisch und kommunikativ viel stärker ins Zentrum rücken und auch in den Unternehmen selbst gestärkt werden.
  2. Beste Infrastrukturen für das Smart Country schaffen: Deutschland braucht erstklassige digitale Infrastrukturen: performante glasfaserbasierte und mobile Datennetze, intelligente Verkehrs- und Energienetze und leistungsfähige digitale Netze in smarten Städten und Gemeinden, Verwaltungen, Sicherheitsbehörden sowie Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Als wichtigster Akteur ist die öffentliche Hand zu entschlossenem Handeln aufgefordert und muss kräftig investieren. Neben effizienten Förderprogrammen sollten effektive Anreize für private Investitionen geschaffen werden. Nach dem Vorbild anderer Länder sollte Deutschland den Genehmigungsvorbehalt für Standardinfrastruktur wie Funkmasten abschaffen. Dies gilt gleichermaßen für den Einsatz neuer und effizienterer Verfahren für die Verlegung von Glasfaser. Parallel gilt es, traditionelle Infrastrukturen in den Bereichen Verkehr und Energie flächendeckend digital zu ertüchtigen.
  3. Unser Staat – digital by design: Der Staat ist als Leitanwender digitaler Technologien gefordert, seine Verwaltung von Grund auf umzubauen. Staatliche Strukturen und Prozesse müssen “digital by design” sein und von vornherein digital gedacht werden. Die bestehenden analogen Verfahren müssen mit einem Verfallsdatum versehen und damit beendet werden. So würde im Nebeneffekt dem sich verschärfenden Personalmangel im Öffentlichen Dienst begegnet. Mitarbeiter, die in Verwaltungstätigkeiten nicht mehr eingesetzt würden, könnten als digitale Streetworker denjenigen helfen, die in der Online-Welt Begleitung brauchen.
  4. Datenpolitik neu denken: Eine funktionierende digitale Wirtschaft und eine inklusive digitale Gesellschaft brauchen einen neuen, ganzheitlichen Ansatz in der Datenpolitik. Daten sind die Grundlage digitaler Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz und damit etwa auch der Individualmedizin, einer intelligenten Verkehrssteuerung, bedarfsgerechter Bildungsangebote oder beispielsweise der Industrie 4.0. Von der Schuhgröße bis zum analysierten Genom werden derzeit Daten unterschiedlichster Qualität und Kritikalität über denselben Kamm geschoren. Dieser Ansatz wird der Bedeutung von Daten für ein funktionierendes Gemeinwesen und eine leistungsfähige Volkswirtschaft nicht mehr gerecht. Wir müssen einen neuen Anlauf nehmen, um den Schutz persönlicher Daten und den Einsatz von Daten in eine funktionierende Balance zu bringen.

Berg: “Digitalisierung ist nicht die Kür, Digitalisierung ist unser Pflichtprogramm. Dabei müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Andere haben vorgemacht, wie Digitalisierung geht, auch unter schwierigen Bedingungen. Die Digitalisierung wartet nicht auf uns. Jetzt heißt es: Last Call: Germany!”

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Strukturwandel in der Autoindustrie belastet deutsche Konjunktur

Der kräftige Rückgang der Automobilproduktion in Deutschland belastet die Konjunktur. Das ist das Ergebnis von ifo Schätzungen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.01.2020

Der kräftige Rückgang der Automobilproduktion in Deutschland belastet die Konjunktur. Das ist das Ergebnis von ifo Schätzungen. “Diese Schwäche dürfte den Anstieg der Wirtschaftsleistung 2019 um etwa 0,75 Prozentpunkte gedämpft haben. Dabei haben wir die Zulieferungen aus anderen Branchen berücksichtigt”, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

“Auch auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt der Strukturwandel jetzt seine Spuren”, ergänzt Wollmershäuser. Seit Beginn des Jahres 2019 ist die Beschäftigtenzahl im Kraftfahrzeugbau saisonbereinigt um 1,3 Prozent gesunken. Das ist wesentlich stärker als im übrigen Verarbeitenden Gewerbe (minus 0,2 Prozent).

“Zudem meldeten rund 14 Prozent der Automobilfirmen bei einer ifo-Umfrage im Dezember Kurzarbeit, deutlich mehr als der Schnitt der übrigen Industrie, die bei 7 Prozent lag”, sagt Wollmershäuser. Für die kommenden drei Monate erwarten sogar 19 Prozent der Unternehmen in der Autobranche Kurzarbeit, gegen 15 Prozent in der übrigen Industrie.

“Interessanterweise stieg gleichzeitig die Nachfrage nach deutschen Autos 2019”, sagt Wollmershäuser. “Die Kunden wurden aber nicht aus der inländischen Produktion bedient. Denn sie ist im vergangenen Jahr um 8,9 Prozent geschrumpft, nachdem sie bereits im Jahr 2018 um 9,3 Prozent zurückgegangen war. Vielmehr weitete die Branche die Produktion deutscher Marken an Standorten außerhalb Deutschlands aus und führte die Autos dann nach Deutschland ein.”

So legte die Produktion deutscher Automobilhersteller in anderen europäischen Ländern im vergangenen Jahr um schätzungsweise 2,0 Prozent zu, nach einem Anstieg von 7,5 Prozent im Jahr 2018. Gleichzeitig stiegen die deutschen Importe von Pkw aus der EU zwischen Januar und September 2019 um 16 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

“Eine mögliche Ursache für die Produktionsverlagerungen der deutschen Automobilhersteller ist ein vermehrtes Umrüsten deutscher Standorte auf die Herstellung von Elektroautos. In der Übergangsphase fällt das Angebot an neu produzierten Pkw in Deutschland weg und die vormals an den deutschen Standorten produzierten Pkw mit herkömmlichen Antrieben werden in anderen europäischen Ländern hergestellt”, sagt Wollmershäuser.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 3,6 Millionen Pkw neu zugelassen und damit 171.500 Fahrzeuge oder 5 Prozent mehr als im Jahr 2018. Dabei stiegen die Neuzulassungen deutscher Marken mit 5,1 Prozent sogar etwas stärker als die ausländischer Marken, die um 4,8 Prozent zulegten. Damit wurde die Nachfrageflaute des Jahres 2018 überwunden, in dem die Neuzulassungszahlen zum ersten Mal seit 2013 zurückgegangen waren.

Besonders gefragt waren im vergangenen Jahr Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieben. Aber auch Dieselfahrzeuge konnten im Vergleich zum Vorjahr ihren Absatz leicht steigern, nachdem der in den Jahren 2017 und 2018 im Zuge der Dieselskandale und der Diskussion um Dieselfahrverbote eingebrochen war.

Der Anteil der Automobilbranche an der gesamten Bruttowertschöpfung beträgt 5 Prozent. Dort arbeiten 3 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland.

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Langsameres Wachstum bei der Unternehmenskreditvergabe

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbständigen in Deutschland (ohne Wohnungsbau und Finanzunternehmen) hat in den Sommermonaten an Schwung verloren. Das Plus bei der Neukreditvergabe fiel im 3. Quartal 2019 auf 4,6 % zurück und lag damit merklich unter dem starken Wert von 7,0 % des Vorquartals, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt.

KfW, Pressemitteilung vom 13.01.2020

  • Kreditmarkt legt im 3. Quartal um nur noch 4,6 % zu
  • Magere Konjunkturdynamik, Industrierezession und politische Unsicherheiten sorgen weiter für Rückgänge
  • Abschwächung der Zuwächse bis ins neue Jahr erwartet

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbständigen in Deutschland (ohne Wohnungsbau und Finanzunternehmen) hat in den Sommermonaten an Schwung verloren. Das Plus bei der Neukreditvergabe fiel im 3. Quartal 2019 auf 4,6 % zurück und lag damit merklich unter dem starken Wert von 7,0 % des Vorquartals, wie der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt. Das Kreditneugeschäft setzt damit wie erwartet nach einer kurzen Unterbrechung seinen zum Jahresende 2018 begonnenen Abwärtstrend weiter fort. Im laufenden Schlussquartal des Jahres 2019 dürfte die Zuwachsrate des Kreditneugeschäfts nur noch 2,8 % erreichen und im ersten Quartal 2020 weiter auf rund 2,5 % sinken.

Dass die im Frühjahr zu verzeichnende Wachstumsbeschleunigung bei den neuen Unternehmenskrediten nicht nachhaltig sein würde, war absehbar. Im zweiten Quartal hatten insbesondere die kurzfristigen Kredite für einen Schub gesorgt. Diese Entwicklung hat sich nun umgekehrt. In Phasen konjunktureller Schwäche ist eine solche Volatilität charakteristisch, da die Unternehmen vermehrt Liquiditätsengpässe oder unerwarteten Lageraufbau finanzieren müssen, bevor sie die Produktion anpassen. Im dritten Quartal dürften zudem Nebenwirkungen des Brexitpokers den Unternehmen bei der Lagerräumung geholfen haben.

Die längerfristigen Kreditneuzusagen entwickelten sich aktuell positiv, jedoch mit stetig nachlassendem Tempo. Dahinter steht, dass die Unternehmen erneut mehr für Investitionen ausgegeben haben als im Vorjahreszeitraum. Zu der angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung bemerkenswerten Stabilität der Investitionstätigkeit und der mit ihr einhergehenden Finanzierungsbedarfe dürfte die expansive Geldpolitik der EZB einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Die geldpolitischen Spielräume sind jedoch weitgehend ausgeschöpft Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die die Investitionstätigkeit und Kreditnachfrage belastenden Faktoren die Oberhand gewinnen. So sinkt die Kapazitätsauslastung in der Industrie bereits seit knapp zwei Jahren. Damit reduziert sich der Bedarf, sich für neue Anlagen und Ausrüstungen zu verschulden.

Die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen bleiben bis zuletzt außergewöhnlich gut. Dennoch dürfte die lang anhaltende Phase mit Lockerungen der Konditionen vorbei sein. Zudem meldet laut aktuellem Bank Lending Survey erstmals seit 2015 eine klare Mehrheit der Banken eine steigende Kreditablehnungsquote. Außerdem erreichte der Nettosaldo der Institute, die für riskantere Kredite die Zinsaufschläge ausgeweitet haben, den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren.

“Magere konjunkturelle Dynamik, Rezession in der Industrie sowie die vielfältigen politischen Unsicherheiten dämpfen den Appetit auf neue Kredite trotz Niedrigzinsen – sowohl bei den Banken als auch bei den Unternehmen”, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. “Die Kräfte auf beiden Seiten des Kreditmarktes wirken derzeit gemeinsam in eine Richtung und sorgen für ein Abflauen der Wachstumsdynamik.” Ungeachtet dessen dürften die Banken aufgrund der gesunden Bilanzen der deutschen Unternehmen noch immer bereit sein, bei unerwarteten Entwicklungen auftretende Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Sprunghafte Anstiege der kurzfristigen Kreditvergabe blieben somit weiterhin im Bereich des Möglichen. “Eine nachhaltige Trendwende am Kreditmarkt setzt jedoch voraus, dass sich die Konjunktur erkennbar belebt und die die Planungssicherheit der Unternehmen belastenden politischen Störfeuer zumindest nachlassen. Vor Mitte nächsten Jahres ist damit nicht zu rechnen”, so Köhler-Geib.

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Oktober 2019: 6,0 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Oktober 2018

Im Oktober 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.592 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 6,0 % weniger als im Oktober 2018.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.01.2020

Im Oktober 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.592 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 6,0 % weniger als im Oktober 2018.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Oktober 2019 mit 254 Fällen (Oktober 2018: 274) im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Unternehmen des Baugewerbes stellten 241 Insolvenzanträge (Oktober 2018: 280). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 171 (Oktober 2018: 175) Insolvenzanträge gemeldet und im Gastgewerbe 170 (Oktober 2018: 191).

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Oktober 2019 auf knapp 3,4 Milliarden Euro. Im Oktober 2018 hatten sie bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Oktober 2019 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Oktober 2018.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 7.369 übrige Schuldner im Oktober 2019 Insolvenz an (-2,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 5.268 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.615 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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Exporte im November 2019: -2,9 % zum November 2018

Im November 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 112,9 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 94,6 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im November 2019 um 2,9 % und die Importe um 1,6 % niedriger als im November 2018.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.01.2020

Exporte, November 2019

  • 112,9 Milliarden Euro
  • -2,3 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -2,9 % zum Vorjahresmonat

Importe, November 2019

  • 94,6 Milliarden Euro
  • -0,5 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
  • -1,6 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz, November 2019:

  • 18,3 Milliarden Euro
  • 18,3 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, November 2019

  • 24,9 Milliarden Euro

Im November 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 112,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 94,6 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im November 2019 um 2,9 % und die Importe um 1,6 % niedriger als im November 2018. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat Oktober 2019 um 2,3 % und die Importe um 0,5 % ab.

Die Außenhandelsbilanz schloss im November 2019 mit einem Überschuss von 18,3 Milliarden Euro ab. Im November 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +20,2 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss im November 2019 ebenfalls bei 18,3 Milliarden Euro.

Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+18,9 Milliarden Euro), Dienstleistungen (+0,1 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+9,6 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-3,6 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im November 2019 mit einem Überschuss von 24,9 Milliarden Euro ab. Im November 2018 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 23,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im November 2019 Waren im Wert von 66,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 53,9 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber November 2018 sanken die Exporte in die EU-Länder um 2,4 % und die Importe aus diesen Ländern um 1,4 %. In die Länder der Eurozone wurden im November 2019 Waren im Wert von 41,8 Milliarden Euro (-2,3 %) exportiert und Waren im Wert von 34,2 Milliarden Euro (-2,3 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im November 2019 Waren im Wert von 24,7 Milliarden Euro (-2,7 %) exportiert und Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro (+0,2 %) von dort importiert.

In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im November 2019 Waren im Wert von 46,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 40,7 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber November 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 3,5 % und die Importe von dort um 1,8 % ab.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im November 2019

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % gestiegen.

BMWi, Pressemitteilung vom 09.01.2020

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im November im Vergleich zum Vormonat um 1,1 % gestiegen. Dabei wurde der Ausstoß in der Industrie um 1,0 % und im Baugewerbe um 2,6 % erhöht, während die Erzeugung im Energiegewerbe um 0,8 % zurückging. Innerhalb der Industrie expandierte die Produktion von Investitionsgütern (+2,4 %) deutlich und auch die Erzeugung von Konsumgütern nahm um 0,5 % zu. Der Vorleistungsgüterbereich schränkte dagegen die Produktion um 0,5 % ein.

Im Zweimonatsvergleich Oktober/November gegenüber August/September ergab sich im Produzierenden Gewerbe insgesamt ein Rückgang um 0,7 %. Das Baugewerbe verzeichnete ein Wachstum von 2,1 % und die Energieerzeugung wurde um 4,1 % ausgedehnt. Die Industrie hingegen fuhr ihren Ausstoß um 1,6 % zurück, wobei vor allem die rückläufige Entwicklung in der Kfz-Industrie und im Maschinenbau (-4,3 % bzw. -2,5 %) dämpfend wirkte.

Die Konjunkturschwäche in der Industrie ist noch nicht überwunden. Die Stabilisierung bei den Auftragseingängen und verbesserte Geschäftserwartungen sprechen dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen dürfte. Die Baukonjunktur zeigt auf hohem Niveau bei monatlichen Schwankungen aufwärts.

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Krisenrisiko Nummer 1: Unerwartete Liquiditätsengpässe

Vor allem unerwartete Liquiditätsengpässe haben lt. IfM Bonn in den vergangenen fünf Jahren zu Krisen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in und um Frankfurt am Main geführt.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 07.01.2020

Das IfM Bonn verglich die Krisenanfälligkeit und -lösung von kleinen und mittleren Unternehmen im Raum Frankfurt.

Vor allem unerwartete Liquiditätsengpässe haben in den vergangenen fünf Jahren zu Krisen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in und um Frankfurt am Main geführt. Migrantengeführte KMU (40 %) gerieten dabei deutlich häufiger in eine krisenhafte Situation als nichtmigrantengeführte Unternehmen (27 %). Gleichwohl erholten sich die kleinen und mittleren Unternehmen, die von Migranten geleitet werden, schneller als nichtmigrantengeführte KMU von der jeweiligen Krise.

Dagegen benötigten frauengeführte Unternehmen deutlich mehr Zeit, um sich von einer Krise zu erholen, als Unternehmen, die von Männern geleitet werden. Allerdings scheinen etablierte Unternehmerinnen aufkeimende Krisen deutlich frühzeitiger erkennen und entgegenwirken zu können. “Unerwarteten Krisen durch Zahlungsausfällen sind sie dagegen stärker ausgeliefert als männergeführte Unternehmen”, so die Einschätzung von IfM-Wissenschaftlerin Dr. Susanne Schlepphorst. Einen Grund hierfür sieht sie im zurückhaltenderen Verhalten von Frauen gegenüber säumigen Zahlern. Insgesamt waren über 500 KMU mit bis zu 99 Beschäftigten in Frankfurt und Umland zu ihrem Umgang mit Krisen und zu ihren Präventionsmaßnahmen befragt worden. “Betrachtet man alle Unternehmensgruppen zusammen, zeichnet sich ein positives Bild ab: Die Mehrheit von ihnen befasst sich bereits in einem frühen Stadium ganz bewusst mit möglichen Krisen. Gleichwohl sind sie niemals vor unerwarteten Liquiditätsengpässen gefeit”, berichtet die IfM-Wissenschaftlerin.

Die Studie ”Krisen von KMU: Herausforderungen, Verlauf und Resilienz frauen- und migrantengeführter Unternehmen” ist auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung abrufbar. Voraussichtlich im Februar 2020 wird ein Vergleich der deutschen Ergebnisse mit denen in London, Paris, Mailand und Madrid vorliegen.

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