ifo Institut senkt Prognose für das Wirtschaftswachstum – es droht eine Rezession

Das ifo Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum für dieses und kommendes Jahr gesenkt. Statt 0,6 Prozent erwarten die Forscher nun für 2019 nur noch 0,5 Prozent. Der deutschen Wirtschaft drohe eine Rezession. Die Schwäche in der Industrie breite sich wie ein Ölfleck nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik.

ifo Institut senkt Prognose für das Wirtschaftswachstum – es droht eine Rezession

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.09.2019

Das ifo Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum für dieses und kommendes Jahr gesenkt. Statt 0,6 Prozent erwarten die Forscher nun für 2019 nur noch 0,5 Prozent. „Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession. Die Schwäche in der Industrie breitet sich wie ein Ölfleck nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik, die zu den Dienstleistern zählt“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Der Ausblick ist mit hohen Unwägbarkeiten verbunden. So unterstellen wir, dass ein harter Brexit oder eine Eskalation des US-Handelskrieges ausbleiben.“

Nach dem Schrumpfen der Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 0,1 Prozent rechnet das ifo mit ebenfalls minus 0,1 Prozent im dritten Quartal. „Das wäre dann eine technische Rezession“, sagt Wollmershäuser. Eine leichte Erholung im vierten Quartal und die starken plus 0,4 Prozent aus dem ersten Vierteljahr dürften dann plus 0,5 Prozent für das Gesamtjahr bedeuten.

„Dieser Abschwung wurde durch eine Reihe weltpolitischer Ereignisse ausgelöst, die eine über Jahrzehnte gewachsene, globale Wirtschaftsordnung in Frage stellen“, sagt Wollmershäuser. Auch für das kommende Jahr wurde der Ausblick dunkler: Statt bislang 1,7 Prozent erwartet das ifo Institut jetzt nur noch 1,2 Prozent Wachstum, bereinigt um die vielen Arbeitstage sogar nur 0,8 Prozent. Für 2021 veranschlagen die Forscher jetzt erstmals 1,4 Prozent.

„Die Konjunkturschwäche hat ihre Spuren mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen“, fügt Wollmershäuser an. Während die Beschäftigung in der Industrie bereits seit dem Frühjahr sinkt, kam der bislang kräftige Zuwachs bei den privaten Dienstleistern und im Baugewerbe im Sommer zum Erliegen. Die Arbeitslosigkeit steigt bereits den vierten Monat in Folge, und der Anteil der Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, hat deutlich zugenommen. Für 2020 erwartet das ifo einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 2,313 Millionen, von 2,275 in diesem Jahr. Die Zahl der Beschäftigten soll allerdings weiter langsam zunehmen, von 45,2 Millionen über 45,4 auf 45,5 Millionen im Jahre 2021.

Die Konjunktur stützen die hohen Einkommenszuwächse der privaten Haushalte, die aus kräftigen Tariflohnsteigerungen und einer Ausweitung der staatlichen Transfer-Leistungen stammen. Der Finanzüberschuss des Staates wird abschmelzen von 45,8 Milliarden Euro in diesem Jahr über 23,1 im kommenden auf 18,6 Milliarden 2021. Der viel kritisierte Überschuss der Leistungsbilanz (Export, Importe, Dienstleistungen, Übertragungen) wird von 245 Milliarden über 258 auf 265 Milliarden Euro 2021 steigen. Das sind in diesem Jahr 7,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, im kommenden 7,3 Prozent und 2021 dann 7,2 Prozent.

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IMK-Konjunkturindikator springt auf „rot“ – Strategisches Investitionsprogramm kann Folgen einer Rezession mildern

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten eine Rezession erlebt, ist in den letzten Wochen noch einmal drastisch gestiegen. Das zeigen die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des IMK der Hans-Böckler-Stiftung liefert.

IMK-Konjunkturindikator springt auf „rot“ – Strategisches Investitionsprogramm kann Folgen einer Rezession mildern

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 12.09.2019

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten eine Rezession erlebt, ist in den letzten Wochen noch einmal drastisch gestiegen. Das zeigen die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für den Zeitraum von September bis Ende November weist der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 59,4 Prozent auf – nach 43 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit dem Winterhalbjahr 2012/2013, als die deutsche Wirtschaft während der Hochphase der Euro-Krise eine technische Rezession durchlief. Ebenfalls stark gewachsen ist die statistische Streuung im Indikator – sie spiegelt die große Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure wider. Deshalb schaltet das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem auf „rot“, was eine akute Rezessionsgefahr anzeigt.

„Die bisherige Hoffnung, dass die gute Inlandsnachfrage Deutschland vor der Rezession retten kann, schwindet zunehmend“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Nun sei die Wirtschaftspolitik in Deutschland gefragt, um einer Rezession gegenzusteuern oder zumindest ihre Effekte abzumildern. Zudem, so Dullien „erhöht sich der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Geldpolitik weiter zu lockern.“

Der starke Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit basiert nach Analyse des IMK auf einer breiten Palette von Frühindikatoren. Darunter sind rückläufige Zahlen für die Produktion und für die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, weniger offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und eine gedrückte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Stabilisiert wird das Prognoseresultat demgegenüber nur durch die mittelfristig weiter günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sowie durch die etwas bessere Entwicklung der Aktienkurse. Entscheidend für die Eintrübung des Indikators sind laut IMK die beträchtlichen außenwirtschaftlichen Risiken, also ein harter Brexit, die US-Handelskonflikte und geopolitische Spannungen. Hinzu kämen strukturelle Schwächen deutscher Schlüsselindustrien wie der Automobilindustrie, die sich derzeit etwa in verzögerter Markeinführung neuer Modelle, einem Modellportfolio, das nicht der aktuellen Nachfrage entspricht, sowie der Unsicherheit über künftige Antriebstechnologien zeigten.

„Mit den vorliegenden Ergebnissen mehren sich die Indizien dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt auch im dritten Quartal des Jahres zurückgehen wird“, sagt Dr. Thomas Theobald, Experte für Finanzmärkte und Konjunktur am IMK. „Damit wäre Deutschland nach landläufiger Definition in der Rezession angekommen. Damit diese keine tiefen Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt, sollte die Wirtschaftspolitik möglichst zeitnah reagieren. Auch die Ankündigung eines strukturellen Ausbaus der öffentlichen Investitionen wäre jetzt hilfreich, da diese die Nachfrageaussichten der Unternehmen zu einem konjunkturell sinnvollen Zeitpunkt verbessert“, sagt der Forscher.

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Verbraucherpreise August 2019: +1,4 % gegenüber August 2018

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) – lag im August 2019 um 1,4 % höher als im August 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, schwächte sich die Inflationsrate damit ab (Juli 2019: +1,7 %). Im Vergleich zum Vormonat Juli 2019 sanken die Verbraucherpreise im August 2019 um 0,2 %.

Verbraucherpreise August 2019: +1,4 % gegenüber August 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.09.2019

Verbraucherpreisindex, August 2019

  • +1,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • -0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, August 2019

  • +1,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • -0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) – lag im August 2019 um 1,4 % höher als im August 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, schwächte sich die Inflationsrate damit ab (Juli 2019: +1,7 %). Im Vergleich zum Vormonat Juli 2019 sanken die Verbraucherpreise im August 2019 um 0,2 %.

Energieprodukte verteuerten sich von August 2018 bis August 2019 um 0,6 %. Der Preisanstieg war damit deutlich geringer als die Gesamtteuerung. Im Vormonat Juli 2019 hatte die Teuerungsrate bei Energie noch bei +2,4 % zum Vorjahresmonat gelegen. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren Fernwärme (+4,7 %), Erdgas (+4,6 %) und Strom (+3,8 %). Hingegen gingen die Preise sowohl für leichtes Heizöl (-5,2 %) als auch für Kraftstoffe (-3,3 %) gegenüber August 2018 deutlich zurück. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im August 2019 bei +1,6 % gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte bei +1,7 %.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im August 2019 mit +2,7 % überdurchschnittlich gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich damit gegenüber August 2018 im fünften Monat in Folge verstärkt (Juli 2019: +2,1 %). Erheblich teurer als ein Jahr zuvor war im August 2019 Gemüse (+12,8 %). Weitere deutliche Preiserhöhungen gab es bei Fleisch und Fleischwaren (+4,3 %) sowie bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten (+4,0 %). Den Preisanstiegen standen einige wenige Preisrückgänge gegenüber (zum Beispiel Speiseöle und Speisefette: -8,9 %; Obst: -2,6 %).

Die Preise für Waren insgesamt lagen im August 2019 um 1,3 % höher als im Vorjahresmonat. Neben den genannten Preiserhöhungen bei den Energieprodukten (+0,6 %) und Nahrungsmitteln (+2,7 %) verteuerten sich unter anderem Zeitungen und Zeitschriften (+5,3 %), Tabakwaren (+3,3 %) sowie neue Personenkraftwagen (+2,4 %). Andere Waren wurden hingegen günstiger, insbesondere Geräte der Informationsverarbeitung (-7,7 %) und Telefone (-7,1 %).

Im Vergleich zu den Waren erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen im August 2019 binnen Jahresfrist mit +1,6 % etwas stärker. Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war die Preiserhöhung bei Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Deutlich stärker verteuerten sich zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,7 %), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 %) sowie Gaststättendienstleistungen in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (+2,7 %). Daneben erhöhten sich eine Vielzahl von Dienstleistungen mit vergleichsweise geringer Verbrauchsbedeutung ebenfalls deutlich (zum Beispiel Fernbusse: +18,5 %; Briefdienstleistungen: +10,6 %; Bank- und Sparkassengebühren: +4,1 %). Einige Dienstleistungen waren auch günstiger, unter anderem Telekommunikation (-0,7 %).

Veränderung im August 2019 gegenüber dem Vormonat Juli 2019

Im Vergleich zum Juli 2019 sank der Verbraucherpreisindex im August 2019 um 0,2 %. Energie insgesamt verbilligte sich binnen Monatsfrist um 1,0 %. Preisrückgänge gab es hier sowohl bei Kraftstoffen (-2,4 %) als auch bei leichtem Heizöl (-2,0 %). Nennenswert sind zudem die Preisrückgänge im Bildungswesen für Dienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (-3,0 %) sowie bei den Pauschalreisen (-2,5 %).

Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im August 2019 um 1,0 % über dem Stand von August 2018. Die deutliche Abweichung der Inflationsrate für August 2019 zwischen HVPI und VPI von 0,4 Prozentpunkten resultiert – wie bereits im letzten Monat – aus einem methodischen Sondereffekt bei den Pauschalreisen im HVPI. Im Vergleich zum Juli 2019 sank der HVPI im August 2019 um 0,1 %.

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0,7 % mehr Gründungen größerer Betriebe im 1. Halbjahr 2019

Im 1. Halbjahr 2019 wurden in Deutschland rund 64.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 0,7 % mehr als im 1. Halbjahr 2018.

0,7 % mehr Gründungen größerer Betriebe im 1. Halbjahr 2019

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.09.2019

Im 1. Halbjahr 2019 wurden in Deutschland rund 64.000 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen weiter mitteilt, waren das 0,7 % mehr als im 1. Halbjahr 2018.

Gründungen von Kleinunternehmen niedriger als im 1. Halbjahr 2018

Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen lag im 1. Halbjahr 2019 mit knapp 86.300 um 4,0 % unter dem Wert des 1. Halbjahrs 2018. Die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben hingegen stieg um 5,9 % auf fast 138.400.

Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg im 1. Halbjahr 2019 auf rund 352.200, das waren 0,9 % mehr als im 1. Halbjahr 2018. Gewerbeanmeldungen müssen nicht nur bei Neugründung eines Gewerbebetriebes erfolgen, sondern auch bei Betriebsübernahme (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlung (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) oder Zuzug aus einem anderen Meldebezirk.

Weniger Aufgaben von größeren Betrieben und Kleinunternehmen

Knapp 51.300 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im 1. Halbjahr 2019 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 2,8 % weniger als im 1. Halbjahr 2018. Die Zahl der im 1. Halbjahr 2019 aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 7,3 % auf rund 101.200. Geringfügig auf fast 93.800 gestiegen ist dagegen die Zahl der Aufgaben von Nebenerwerbsbetrieben (+0,6 %).

Insgesamt lag die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern mit knapp 308.800 um 2,9 % unter dem Vorjahreswert. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in einen anderen Meldebezirk.

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Jeder Zweite will Vertrauensarbeitszeit und Recht auf Homeoffice

Mobiles Arbeiten ohne festen Schreibtisch, flache Hierarchien und Vertrauensarbeitszeit: Die große Mehrheit der Berufstätigen ist offen für moderne Arbeitskonzepte, die auch unter dem Schlagwort „New Work“ zusammengefasst werden. Neun von zehn (92 Prozent) stehen New-Work-Konzepten sehr oder eher aufgeschlossen gegenüber – nur 6 Prozent lehnen diese ab. Das u. a. sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Bitkom-Befragung.

Jeder Zweite will Vertrauensarbeitszeit und Recht auf Homeoffice

Bitkom, Pressemitteilung vom 11.09.2019

  • Deutsche Berufstätige wünschen sich mehr Selbstverwirklichung im Job und fordern von ihren Arbeitgebern soziale Verantwortung
  • Auch Gleichstellung von Männern und Frauen ist wichtiges Anliegen
  • Jeder Zehnte hat keinen eigenen Schreibtisch mehr, aber Klammeraffen halten sich hartnäckig

Mobiles Arbeiten ohne festen Schreibtisch, flache Hierarchien und Vertrauensarbeitszeit: Die große Mehrheit der Berufstätigen ist offen für moderne Arbeitskonzepte, die auch unter dem Schlagwort „New Work“ zusammengefasst werden. Neun von zehn (92 Prozent) stehen New-Work-Konzepten sehr oder eher aufgeschlossen gegenüber – nur 6 Prozent lehnen diese ab. Die allermeisten Berufstätigen möchten einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen und stellen an ihren Arbeitgeber hohe moralische Ansprüche, etwa was die soziale Verantwortung angeht. Eng damit verbunden ist die Digitalisierung der Arbeitswelt: Schon neun von zehn Berufstätigen (91 Prozent) messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei (2017: 80 Prozent). Die Mehrheit (55 Prozent) rechnet damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis 2030 durch neue Technologien verändern wird – Sorge vor einem Job-Verlust haben aber nur die wenigsten (8 Prozent). Insgesamt sehen zwei Drittel (66 Prozent) in der Digitalisierung eine Chance für ihre berufliche Situation, ein Drittel (32 Prozent) eine Gefahr. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Berg: „Digitalisierung ist Treiber für New Work“

„Die Digitalisierung ist der Treiber von New Work. Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Erwerbstätige stellen heutzutage nicht allein die Karriere in den Mittelpunkt, sondern wollen Erfolg im Beruf mit Zeit für Familie und Privatleben verbinden.“ Berg betont die breite Zuversicht, die allgemein mit der Digitalisierung des Arbeitslebens einhergeht: „Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Berufstätigen sieht in der Digitalisierung eine Chance. Und die meisten derjenigen, die eher eine Gefahr sehen, blicken dennoch optimistisch in die Zukunft und halten ihren Arbeitsplatz auch langfristig für sicher.“

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg

Im Job wird Digitalkompetenz immer mehr zur Schlüsselqualifikation. Schon drei von zehn Berufstätigen (30 Prozent) meinen, Digitalkompetenz werde künftig die wichtigste Fähigkeit überhaupt für ihren Arbeitsplatz sein. 2017 waren es erst 8 Prozent. Sieben von zehn (68 Prozent; 2017: 77 Prozent) glauben, Digitalkompetenz werde zumindest genauso wichtig sein wie fachliche oder soziale Kompetenz. Dass Digitalkompetenz künftig von untergeordneter Bedeutung sein werde, glaubt mittlerweile niemand mehr (0 Prozent). 2017 waren es noch 11 Prozent. Entsprechend positiv sind die allgemeinen Einstellungen gegenüber der Digitalisierung der Arbeitswelt und des eigenen Arbeitsplatzes. Jeweils eine Mehrheit der Berufstätigen sagt, digitale Technologien seien unerlässlich, um die Arbeit zu erledigen (78 Prozent), würden bei der Arbeit motivieren (67 Prozent) und die Arbeit produktiver machen (62 Prozent). Jeweils eine Minderheit sieht die Nachteile, dass digitale Technologien oft nicht so funktionieren, wie sie sollten (34 Prozent), für zu viele Informationen auf zu vielen Kanälen sorgen (23 Prozent) und Stress hervorrufen (11 Prozent) würden.

New Work: Persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche

Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche. Auf persönlicher Ebene möchten sich nahezu alle (96 Prozent) ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 Prozent wünschen sich flache Hierarchien. 90 Prozent möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. 82 Prozent wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und 71 Prozent befürworten regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben, also Job-Rotation. Auf gesellschaftlicher Ebene haben Berufstätige hohe Ansprüche an Arbeitgeber. 96 Prozent bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können. 92 Prozent finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und 72 Prozent sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.

Gleichstellung ist auch Männern wichtig

Die Gleichstellung der Geschlechter ist Berufstätigen ein wichtiges Anliegen. Praktisch alle (97 Prozent) fordern, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollten. Diese Forderung wird von Frauen und Männern gleichermaßen erhoben. Acht von zehn (79 Prozent) meinen, dass divers zusammengesetzte Teams, etwa mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Herkunft, bessere Arbeitsergebnisse liefern. In den Chefetagen ist das Thema nach Meinung der meisten angekommen: Neun von zehn (87 Prozent) sagen, ihr Arbeitgeber nehme das Thema Gleichstellung ernst. Allerdings erklären lediglich sechs von zehn (57 Prozent), bei ihrem Arbeitgeber gebe es Frauen in Führungspositionen.

New-Work-Ansprüche führen zur Umgestaltung von Büroflächen

Neben kulturellen Aspekten beinhalten New-Work-Konzepte auch die Neugestaltung der Arbeitsräume. Neue Raumkonzepte setzen sich allmählich in deutschen Büros durch. Jeweils drei von zehn abhängig Beschäftigten verfügen am Arbeitsplatz über Rückzugsmöglichkeiten zum Stillarbeiten (31 Prozent), Grünflächen mit Sitzgelegenheiten beziehungsweise eine Dachterrasse (30 Prozent) oder einen Lounge-Bereich (27 Prozent). Eine Seltenheit sind aber weiterhin Design-Thinking-Räume (6 Prozent), Telefonkabinen (5 Prozent) und Sport- oder Fitnessräume (4 Prozent). Häufiger findet man dagegen Klassiker wie Kaffeeküche (94 Prozent) und Kantine (31 Prozent). Das Einzelbüro ist mittlerweile nicht mehr Standard, nur noch jeder vierte Büroarbeiter ist allein in seinem Büro (27 Prozent). Jeder Zehnte (10 Prozent) verfügt nicht einmal mehr über einen festen Arbeitsplatz, sondern nutzt einen sog. Shared Desk oder ein non-territoriales Büro. Die meisten teilen sich ihr Büro mit Kollegen. 37 Prozent haben ihren Arbeitsplatz in einem Mehrpersonenbüro mit zwei bis vier Mitarbeitern, 22 Prozent arbeiten in einem Großraumbüro mit fünf und mehr Mitarbeitern. Großraumbüro-Erfahrungen haben sieben von zehn Büroarbeitern (68 Prozent) bereits gesammelt. Das Konzept ist umstritten: Während die eine Seite in Großraumbüros die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern für besser hält (66 Prozent) und einen stärkeren Zusammenhalt im Team (45 Prozent) und eine größere Zufriedenheit der Mitarbeiter sieht (45 Prozent), bemängelt die andere Seite mehr soziale Kontrolle (56 Prozent) und beklagt eine stärkere Ablenkung und geringere Produktivität (48 Prozent).

Zettel und Stift sind in deutschen Büros präsenter als Smartphone und Laptop

Deutsche Büroarbeiter verfügen auch im Jahr 2019 über analoge Vollausstattung: Schreibmaterialien, Locher und Klammeraffe (jeweils 97 Prozent) gibt es quasi an jedem Büroarbeitsplatz. Sieben von zehn Büroarbeiter (69 Prozent) verfügen über Klebezettel, um Nachrichten zu übermitteln oder Notizen zu hinterlassen. Klassische elektronische Geräte wie Drucker (97 Prozent) und Telefon (93 Prozent) sind ebenfalls nicht wegzudenken aus deutschen Büros. Auch das Fax-Gerät ist omnipräsent: An sieben von zehn Büroarbeitsplätzen (72 Prozent) gibt es darauf Zugriff. Die mobilen Arbeitsmittel der digitalen Welt – Smartphone (65 Prozent), Laptop (55 Prozent) und Tablet (34 Prozent) – rangieren teils deutlich dahinter.

Fast jeder Zweite fordert ein Recht auf Homeoffice

Mit dem Thema New Work verknüpfen Berufstätige auch konkrete Erwartungen an die Politik. Neun von zehn (91 Prozent) fordern, dass sich auch Selbstständige verpflichtend fürs Alter absichern sollten. Drei Viertel (74 Prozent) sagen, dass die Regelungen zur Beteiligung von Mitarbeitern am finanziellen Erfolg von Unternehmen vereinfacht werden sollten. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) befürworten gelockerte Regelungen zum Arbeitsschutz, um Homeoffice zu erleichtern und es Startups leichter zu machen. Sechs von zehn (58 Prozent) wünschen sich die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Und fast die Hälfte (46 Prozent) regt an, dass alle Beschäftigten eine Auszeit nehmen können, um ein eigenes Unternehmen zu gründen, mit dem Recht auf Rückkehr in den alten Job. Ein mögliches Recht auf Homeoffice findet unter vielen Berufstätigen Zuspruch (45 Prozent) – dabei wäre das längst nicht in allen Berufen umzusetzen.

Frage der Arbeitszeiterfassung spaltet Berufstätige

Gespalten sind Berufstätige in der Frage, ob ihre Arbeitszeit genau dokumentiert werden sollte oder nicht. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 müssen künftig alle Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen. Wenn die Berufstätigen selbst wählen könnten, würde eine Mehrheit (53 Prozent) lieber das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit bevorzugen. Dagegen befürworten 41 Prozent die genaue Arbeitszeiterfassung. Die große Mehrheit der abhängig Beschäftigten macht das bereits. 77 Prozent, weil es der Arbeitgeber vorschreibt, und 13 Prozent aus eigenen Stücken.

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Deutschland an der Schwelle zur Rezession

Der deutschen Wirtschaft steht eines der schwächsten Jahre seit der Finanzkrise bevor. Das IfW Kiel rechnet für 2019 nur noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang prognostiziert. Mitte nächsten Jahres dürfte die Konjunktur aber wieder anziehen. 2021 zeichnet sich erstmals wieder ein Defizit in den öffentlichen Haushalten ab.

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1. Halbjahr 2019: 3,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im 1. Halbjahr 2018

Im 1. Halbjahr 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 9.604 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,7 % weniger als im 1. Halbjahr 2018.

Insolvenzen in Deutschland

1. Halbjahr 2019: 3,7 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im 1. Halbjahr 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.09.2019

Im 1. Halbjahr 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 9.604 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,7 % weniger als im 1. Halbjahr 2018.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im 1. Halbjahr 2019 mit 1.653 Fällen im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen; 1. Halbjahr 2018: 1.739). Unternehmen des Baugewerbes stellten 1.586 Insolvenzanträge (1. Halbjahr 2018: 1.772). Im Gastgewerbe wurden 1.143 (1. Halbjahr 2018: 1.123) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 1.032 (1. Halbjahr 2018: 1.037) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich nach Angaben der Amtsgerichte im 1. Halbjahr 2019 auf rund 10,2 Milliarden Euro. Im 1. Halbjahr 2018 hatten sie bei 13,1 Milliarden Euro gelegen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 43.843 übrige Schuldner im 1. Halbjahr 2019 Insolvenz an (-4,7 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2018). Darunter waren 32.757 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 9.094 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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Unternehmen in Deutschland gehen Digitalisierung in der Breite an

Die Unternehmen in Deutschland nehmen sich in der Breite des Themas Digitalisierung an. Knapp 66 % der Unternehmen plant in den kommenden zwei Jahren die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben fest ein. Dies ist das zentrale Ergebnis der Unternehmensbefragung 2019, die die KfW gemeinsam mit Spitzenverbänden sowie Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat.

Unternehmensbefragung 2019

Unternehmen in Deutschland gehen Digitalisierung in der Breite an

KfW, Pressemitteilung vom 10.09.2019

  • Zwei Drittel aller Unternehmen planen Digitalisierungsmaßnahmen in den kommenden zwei Jahren. Die Digitalisierungsvorhaben streuen breit über alle Unternehmensbereiche hinweg.
  • Mit stärkerem Engagement für die Digitalisierung rücken Schwierigkeiten ins Blickfeld.
  • Datensicherheit/-schutz, fehlende IT Kompetenzen inklusive IT-Fachkräftemangel sowie Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens-/Arbeitsorganisation sind die stärksten Hemmnisse.

Die Unternehmen in Deutschland nehmen sich in der Breite des Themas Digitalisierung an. Knapp 66 % der Unternehmen plant in den kommenden zwei Jahren die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben fest ein. Dies ist das zentrale Ergebnis der Unternehmensbefragung 2019 , die die KfW gemeinsam mit Spitzenverbänden sowie Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat. Gegenüber der Vorjahresbefragung ist dieser Anteil um 7 Prozentpunkte gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2017 nahm er um gut die Hälfte zu. In der aktuellen Befragung schließen 17 % die Durchführung von Digitalisierungsvorhaben in den kommenden zwei Jahren aus, ein Rückgang um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Der Trend zur Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen ist über alle Unternehmensgrößen hinweg zu beobachten. Vorreiter sind große Firmen (über 50 Mio. Euro Umsatz), von denen 91 % Digitalisierungsvorhaben fest eingeplant haben. Mit 38,8 % verfolgen inzwischen aber auch zwei von fünf kleinen Betrieben (bis 1 Mio. Euro Jahresumsatz) entsprechende Vorhaben. Keinen Bedarf an Digitalisierung sehen aktuell nur noch 9 % der Unternehmen. Dieser Anteil hat sich gegenüber der Befragung von 2017 halbiert.

Die geplanten Digitalisierungsvorhaben finden sich in nahezu allen Unternehmensbereichen beinahe ähnlich häufig. An der Spitze der Nennungen steht mit 64 % der Vertrieb, gefolgt von Verwaltung und Materialwirtschaft (jeweils 58 %) sowie der Leistungserstellung (z. B. Produktion) mit 57 %. Allerdings sehen sich die Unternehmen bei der Digitalisierung häufiger Problemen gegenüber als noch in der Befragung vor zwei Jahren. Lag der Anteil der Unternehmen, der keine Probleme bei der Digitalisierung wahrnimmt, damals bei 21 %, reduzierte er sich in der Zwischenzeit auf aktuell 13 %.

Die fünf am häufigsten genannten Digitalisierungshemmnisse sind die Anforderung an Datensicherheit bzw. Datenschutz (46 %), fehlende IT Kompetenzen im Unternehmen in Verbindung mit mangelnder Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Markt (38 %), Schwierigkeiten bei der Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation (36 %), Schwierigkeiten bei der Umstellung bestehender IT-Systeme (35 %) und eine mangelnde Qualität der Internetverbindung (30 %). Finanzierungsprobleme geben vor allem kleine Unternehmen als Digitalisierungshemmnis an. Mit 16 % nennen kleine Unternehmen (bis 1 Mio. Euro Jahresumsatz) Finanzierungsschwierigkeiten mehr als viermal häufiger als große Unternehmen.

Dr. Volker Zimmermann, Senior Economist bei KfW Research, sagt: „Die Unternehmen in Deutschland packen bei der Digitalisierung an. Mit der steigenden Aufmerksamkeit für dieses Thema geraten aber auch die spezifischen Schwierigkeiten wie etwa die Datensicherheit oder die Anpassung der Unternehmens- und Arbeitsorganisation immer stärker ins Blickfeld. Einigen der wahrgenommenen Hemmnisse, wie etwa dem Mangel an IT-Fachkräften oder bestehenden Finanzierungsschwierigkeiten, sollte durch verbesserte Rahmenbedingungen oder Förderangebote entgegengewirkt werden.“

Die Unternehmensbefragung 2019 wurde zum 18. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweige, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. Die Digitalisierung wurde zum 3. Mal in der Erhebung thematisiert.

An der Erhebung nahmen knapp 1.300 Unternehmen aus 17 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Mitte Dezember 2018 und Mitte März 2019.

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli 2019

Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,6 % zurückgegangen.

Wirtschaftliche Entwicklung

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli 2019

BMWi, Pressemitteilung vom 06.09.2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,6 % zurückgegangen. Während die Erzeugung in der Industrie um 0,8 % abnahm, stieg die Produktion im Baugewerbe um 0,2 %. Innerhalb der Industrie kam es bei Vorleistungs- und Investitionsgütern zu Rückgängen von 0,7 % bzw. 1,2 %, während die Erzeugung von Konsumgütern um 0,6 % zunahm.Im Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai ergab sich ein Rückgang der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,4 %. Besonders spürbar ging der Ausstoß in der Industrie (-1,3 %) und der Energieerzeugung (-5,6 %) zurück. Dabei ist der Rückgang in der Industrie breit angelegt. Im Baugewerbe zeigte sich eine Seitwärtsbewegung (-0,2 %).

Die Industriekonjunktur bleibt schwach. Das Produktionsniveau liegt im Juli etwa 1,4 % unterhalb des Durchschnitts aus dem zweiten Quartal. Angesichts des schwachen Starts in das zweite Halbjahr und der ausbleibenden Erholung bei den Auftragseingängen, ist noch keine Besserung der Industriekonjunktur abzusehen. Die Baukonjunktur ist demgegenüber weiterhin intakt.

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Stimmung nun auch im Mittelstand unterkühlt

Die in den Großunternehmen schon länger unterkühlte Stimmung greift mit rund einem halben Jahr Verzögerung lt. KfW nun auch auf den deutschen Mittelstand über. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen fällt im August um 4,2 Zähler auf -1,5 Saldenpunkte – das erste Ergebnis unterhalb der Nulllinie seit Februar 2015.

Stimmung nun auch im Mittelstand unterkühlt

KfW, Pressemitteilung vom 09.09.2019

  • Mittelständisches Geschäftsklima sinkt im August erstmals seit viereinhalb Jahren unter die Nulllinie
  • Geschäftslage und -erwartungen mit deutlichen Rückgängen
  • Technische Rezession in Deutschland wohl nicht mehr zu vermeiden

Die in den Großunternehmen schon länger unterkühlte Stimmung greift mit rund einem halben Jahr Verzögerung nun auch auf den deutschen Mittelstand über. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen fällt im August um 4,2 Zähler auf -1,5 Saldenpunkte – das erste Ergebnis unterhalb der Nulllinie seit Februar 2015. Beide Klimakomponenten belegen die schwindende konjunkturelle Widerstandskraft: Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verringert sich um beachtliche 5,1 Zähler auf jetzt noch 10,1 Saldenpunkte. Gleichzeitig sinken die mittelständischen Geschäftserwartungen um ebenfalls sehr deutliche 3,5 Zähler gegenüber Juli. Mit nunmehr -12,3 Saldenpunkten rutschen sie noch tiefer ins Minus und nähern sich damit den schon seit dem Frühjahr ausgesprochen pessimistischen Erwartungen der großen Unternehmen an. Auch in den Großunternehmen kühlt das Geschäftsklima im August weiter ab (-2,5 Zähler auf -13,1 Saldenpunkte). Sowohl deren Geschäftslageurteile als auch deren Geschäftserwartungen notieren schwächer (-2,7 Zähler auf -8,3 Saldenpunkte bzw. -2,4 Zähler auf -17,9 Saldenpunkte).

Der anhaltende Verfall der Lageurteile in Großunternehmen und Mittelstand lässt ein schwaches drittes Quartal befürchten, nachdem die Wirtschaftsleistung schon im zweiten Quartal leicht rückläufig war. Die Erwartungen beider Unternehmensgrößenklassen bringen darüber hinaus einen sehr pessimistischen Blick auf die kommenden sechs Monate zum Ausdruck. Konnte der in der Breite auf das Inland fokussierte Mittelstand bislang von der noch relativ soliden Binnennachfrage profitieren, so bekommt auch er allmählich die direkten und indirekten Folgen des heftigen außenwirtschaftlichen Gegenwinds einschließlich der handelspolitischen Unwägbarkeiten zu spüren. Die Binnenwirtschaft hat sich an der außenwirtschaftlichen Schwäche angesteckt. Von diesen Ansteckungseffekten betroffen sind in erster Linie der an der Schnittstelle von In- und Auslandsmärkten tätige Großhandel und nun auch die Dienstleistungen.

Vor allem die industrienahen Unternehmensdienstleistungen dürften leiden. Denn in keinem anderen Wirtschaftsbereich ist das Geschäftsklima momentan so schlecht wie im exportstarken Verarbeitenden Gewerbe (Mittelständler: -2,1 Zähler auf -13,3 Saldenpunkte; Großunternehmen: +1,2 Zähler auf -22,4 Saldenpunkte). Ihm machen nicht nur die flaue Weltkonjunktur, die Eskalation der Handelskonflikte und der Brexit Sorgen. Die auf zyklische Investitionsgüter spezialisierte deutsche Industrie hat es auch deshalb schwer, weil viele Unternehmen in Deutschland und weltweit Investitionsentscheidungen zurzeit aufschieben dürften, bis sich der Nebel der politischen Unsicherheit zumindest wieder etwas lichtet.

„Mit zunehmender Deutlichkeit zeichnet sich für Deutschland eine technische Rezession ab: Nachdem die Wirtschaftsleistung bereits im zweiten Quartal um 0,1 % nachgegeben hat, erwarte ich zumindest für das dritte Quartal einen weiteren leichten Rückgang“, sagt Dr. Klaus Borger, Ökonom bei KfW Research. „Dank des guten Jahresstarts dürfte das Realwachstum im Gesamtjahr 2019 gleichwohl noch 0,4 % betragen und sich im kommenden Jahr leicht auf 0,6 % erholen. Dabei gehe ich davon aus, dass die Brexit-Schäden letztlich begrenzt bleiben, selbst bei einem noch immer möglichen Ausscheiden des Vereinigten Königreichs ohne Vertrag.“ Zudem sollten sich die Handelskonflikte im Vorfeld der für den 3. November 2020 terminierten US-Wahl zumindest etwas entspannen, weil die Trump-Administration im Wahlkampf sicherlich mit guten Konjunktur- und Aktienmarktzahlen glänzen wolle, vermutet Borger.

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