Deutschland performt mittelmäßig bei Unternehmensdienstleistungen, Steuern und Digitalisierung

Die EU-Kommission hat am 27.02.2019 ihre Analyse zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in den 28 EU-Mitgliedstaaten (sog. Länderberichte) veröffentlicht. Deutschland hat nur begrenzte Fortschritte erzielt.

Länderbericht Deutschland 2019

Deutschland performt mittelmäßig bei Unternehmensdienstleistungen, Steuern und Digitalisierung

Die EU-Kommission hat am 27.02.2019 ihre Analyse zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in den 28 EU-Mitgliedstaaten (sog. Länderberichte) veröffentlicht. Deutschland hat nur begrenzte Fortschritte erzielt.

Freiberufliche Dienstleistungen

Deutschland wird bei der Weiterentwicklung des Binnenmarkts eine wichtige Rolle zugeschrieben. Jedoch bestehen immer noch einige Hindernisse, wie bereits der in der Vergangenheit viel kritisierte fehlende Wettbewerb bei Unternehmensdienstleistungen. Hier werden insb. die Bereiche der Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung sowie Architektur- und Ingenieurwesen genannt. Laut EU-Kommission sind freiberufliche Dienstleistungen nach wie vor überreguliert, wobei als Wettbewerbshindernisse Vorbehaltsaufgaben, die Pflichtmitgliedschaft in einer Kammer und die Regulierung von Preisen und Gebühren genannt werden. Mit Ausnahme geringfügiger Maßnahmen infolge von Gerichtsentscheidungen (z. B. Anpassung Gebührenordnung der Steuerberater) sind keine politischen Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs bei Unternehmensdienstleistungen und reglementierten Berufen zu verzeichnen.

Steuern

Die Effizienz und Investitionsfreundlichkeit des Steuersystems sei verbesserungswürdig. Obwohl einige Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt wurden, wird das deutsche Steuersystem als zu komplex eingestuft. Wie auch in der Vergangenheit, wird die hohe Steuer- und Abgabenbelastung, insbesondere für Geringverdiener, oder Fehlanreize für Zweitverdiener kritisiert, die die Aufnahme einer Beschäftigung verhindern. Im Gegensatz zur hohen Steuerbelastung auf das Erwerbseinkommen liegen Einnahmen aus Verbrauch- und Umweltsteuern im EU-Durchschnitt gesehen darunter. Der gesetzliche Körperschaftsteuersatz und der effektive Durchschnittssteuersatz sind hoch. Das Steuersystem bleibt komplex und verursacht vergleichsweise hohe Befolgungskosten. Der effektive Erbschaft- und Schenkungssteuersatz ist mit etwa 2 % niedrig und begünstigt eine ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland.

Der Länderbericht regt daher eine Steuerumschichtung weg von Arbeit hin zu Erbschaften und Schenkungen an (S. 39 ff).

Digitalisierung

Deutschland hat bei der Integration der Digitaltechnik in Unternehmen einige Fortschritte erzielt. Jedoch werden digitale Technologien von KMU nur langsam übernommen. Laut Fortschrittsanzeiger für die Digitale Agenda nutzen deutsche Unternehmen zunehmend den Online-Handel für den grenzüberschreitenden Verkauf von Waren und Dienstleistungen.

Deutschland ist bei den digitalen öffentlichen Diensten im Rückstand. Im EU-Vergleich gehört es zu den Ländern mit der geringsten Online-Interaktion zwischen Behörden und Bürgern. Elektronische Behördendienste sind fragmentiert und nicht immer besonders benutzerfreundlich. Größere Fortschritte zur Verbesserung der Situation werden durch das Onlinezugangsgesetz oder den Portalverbund erwartet.

Auch der flächendeckende Ausbau der Hochleistungs-Breitbandinfrastruktur kommt trotz vielversprechender Ankündigungen laut EU-Kommission nur langsam voran. Beim Hochleistungs-Breitbandausbau auf nationaler Ebene und insb. in ländlichen Regionen hinkt Deutschland hinterher.

Laut EU-Kommission muss in künstliche Intelligenz und Cybersicherheit investiert werden, wenn Deutschland weltweit wettbewerbsfähig bleiben und seine digitale Souveränität wahren will.

Arbeit und Soziales

Des Weiteren stellt die EU-Kommission fest, dass nur wenige Maßnahmen ergriffen wurden, um z. B. einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zu fördern. Gezielte Maßnahmen zur Förderung der Beteiligung von Arbeitnehmern an der Erwachsenenbildung würden dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel anzugehen, und Anreize für ein längeres Erwerbsleben setzen. Außerdem muss Deutschland mehr in Bildung investieren, da u. a. das Angebot im Bereich der digitalen Bildung seinem Anspruch als Technologieführer auf allen Ebenen hinterherhinkt.

Hintergrund

Die Länderberichte sind Teil des sog. Europäischen Semesters, das der Koordinierung der Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene dient. Die Berichte bilden die Grundlage für die nationalen Programme, die die EU-Mitgliedstaaten im April bei der EU-Kommission einreichen, und später in die jährlichen länderspezifischen Empfehlungen münden.

Deutschland hat seit Einführung des Europäischen Semesters in 2011 im Hinblick auf die Umsetzung bei 51 % der Empfehlungen einige Fortschritte erzielt, bei den verbleibenden 49 % waren begrenzte oder keine Fortschritte festzustellen.

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Befristung als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Befristete Arbeitsverträge stehen in der Kritik, weil sie den Beschäftigten angeblich keine Sicherheit bieten. Eine Studie des IW Köln zeigt aber, dass Befristungen jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Über die Hälfte der befristet Beschäftigten wechselt innerhalb von drei Jahren sogar auf eine unbefristete Stelle.

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Homeoffice und flexible Arbeitszeiten: Väter machen Überstunden, Mütter auch – und kümmern sich zusätzlich mehr um die Kinder

Flexibles Arbeiten hilft zwar bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es kann zugleich aber auch die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Dagegen helfen könnten klarere Regelungen, etwa eine Zeiterfassung im Homeoffice, und stärkere Anreize für Väter, sich ausführlicher um ihre Kinder zu kümmern. Mehr Freizeit haben weder Mütter noch Väter durch flexible Arbeitszeiten. Das zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen

Homeoffice und flexible Arbeitszeiten: Väter machen Überstunden, Mütter auch – und kümmern sich zusätzlich mehr um die Kinder

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 05.03.2019

Frauen und Männer mit Kindern nutzen flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice unterschiedlich: Während die Väter sehr viel mehr Zeit in den Job stecken, machen Mütter etwas mehr Überstunden, vor allem nehmen sie sich aber deutlich mehr Zeit für die Kinderbetreuung. Damit hilft flexibles Arbeiten zwar bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es kann zugleich aber auch die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Dagegen helfen könnten klarere Regelungen, etwa eine Zeiterfassung im Homeoffice, und stärkere Anreize für Väter, sich ausführlicher um ihre Kinder zu kümmern. Mehr Freizeit haben weder Mütter noch Väter durch flexible Arbeitszeiten. Das zeigt eine Studie von Dr. Yvonne Lott, Gender- und Arbeitszeitforscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.Wer nicht um Punkt sieben Uhr auf der Matte stehen muss, sondern seinen Arbeitsbeginn selbst bestimmen kann, hat es leichter – wenn der Nachwuchs morgens zu lange trödelt, wird die verlorene Zeit eben nachmittags aufgeholt. Noch flexibler können Beschäftigte die Arbeitszeit handhaben, wenn sie von Zuhause arbeiten dürfen. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels, einer ausführlichen Befragung, an der mehrere tausend Haushalte teilnehmen, hat WSI-Wissenschaftlerin Lott ermittelt, wie viel Zeit am Ende auf Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und andere Aktivitäten entfällt.

Homeoffice: Mütter, die im Homeoffice arbeiten, kommen demnach in der Woche auf drei Stunden mehr Betreuungszeit für die Kinder als Mütter, die nicht von Zuhause arbeiten können. Zugleich machen sie eine zusätzliche Überstunde im Job. Bei Vätern sieht es anders aus: Sie machen im Homeoffice mehr Überstunden – wöchentlich zwei mehr als Väter ohne Heimarbeit -, nehmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.

Selbstbestimmte Arbeitszeiten: Noch mehr zusätzliche Überstunden, nämlich wöchentlich vier, machen Väter, die völlig frei über ihre Arbeitszeiten entscheiden können. Bezahlt wird davon nur ein relativ kleiner Teil, die sichtbare Präsenz dürfte sich aber positiv auf Karrierechancen auswirken, vermutet die Wissenschaftlerin. Um die Kinder kümmern sich Väter mit derartiger „Vertrauensarbeitszeit“ hingegen sogar geringfügig weniger lang als Männer mit Kindern und festen Arbeitszeiten. Haben Mütter selbstbestimmte Arbeitszeiten, widmen sie der Erwerbsarbeit wöchentlich eine knappe Stunde mehr als Mütter mit festen Arbeitsstunden. In die Zeit mit Kindern fließen bei ihnen anderthalb Stunden zusätzlich.

Zusätzliche Erholungszeit, also etwa für mehr Schlaf, individuell gestaltete Freizeit oder Sport, haben Beschäftigte mit Kindern im Haushalt durch flexible Arbeitszeiten generell nicht. Lotts Fazit ist eindeutig: „Einen Freizeitgewinn mit flexiblen Arbeitsarrangements gibt es weder für Mütter noch für Väter.“

Grundsätzlich führen flexible Modelle also bei beiden Geschlechtern im Schnitt zu längeren Arbeitszeiten im Job, zeigt Lott. Bei Männern sei dieser Effekt deutlicher ausgeprägt als bei Frauen. Wobei Letztere gleichzeitig mehr Zeit für die Kinder aufwenden und so häufig doppelt belastet sind. Der Abstand bei den Zeiten, die Mütter und Väter jeweils mit Erwerbstätigkeit und mit Kinderbetreuung verbringen, wächst mit der Flexibilität der Arbeit. Flexibles Arbeiten, das als wichtige Hilfe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt, hat damit durchaus eine Schattenseite, warnt die Forscherin: Ohne bessere Leitplanken als es sie heute in vielen Unternehmen gibt, kann es die traditionelle Rollenverteilung befördern.

Um die Gleichstellung zu fördern und die zeitliche Belastung von Eltern zu reduzieren, gäbe es der Forscherin zufolge eine Reihe politischer Maßnahmen: Die Zahl der Partner-Monate beim Elterngeld könnte von zwei auf sechs erhöht werden, um Anreize für Väter zu schaffen, sich stärker in der Kinderbetreuung zu arrangieren. Hinzukommen sollte ein Recht auf Familienarbeitszeit, das Männern die Teilzeitarbeit schmackhaft macht. Da das Ehegattensplitting offensichtlich eine ungleiche Verteilung zwischen den Partnern fördert, sollte es abgeschafft werden. Zudem hält Lott ein Recht auf Homeoffice für sinnvoll.

Doch auch die Sozialpartner sind gefragt: Eine „lebenslauforientierte Personalpolitik“ würde Beschäftigten in privat besonders belastenden Phasen mehr Luft verschaffen. Führungskräfte sollten überkommene Rollenbilder und die Vorstellung infrage stellen, lange Präsenz im Betrieb sei gleichbedeutend mit hoher Motivation. Dafür könnten Unternehmen Schulungen anbieten. Schließlich sollten klarere Regeln für Homeoffice und selbstbestimmte Arbeitszeiten geschaffen werden, um Selbstausbeutung zu verhindern, rät Lott. Da, wo völlig autonom oder zu Hause gearbeitet wird, kann auch eine Zeiterfassung helfen, die Überstunden begrenzt. In Betrieben mit Betriebsrat könnten die Arbeitervertreter dazu Regeln aushandeln, die für alle gelten.

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Politische Unsicherheiten belasten Konjunktur

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überarbeitet. Trotz rezessiver zweiter Jahreshälfte betrug das Wirtschaftswachstum für 2018 noch 1,4 Prozent. Für 2019 erwartet das HWWI nunmehr ein Wachstum von knapp 1 Prozent und für 2020 – auch dank von mehr Arbeitstagen – von 1,7 Prozent.

Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

Politische Unsicherheiten belasten Konjunktur

HWWI, Pressemitteilung vom 01.03.2019

  • Abschwächung des Wachstums im Jahr 2019 auf rund 1 Prozent
  • Fortsetzung eines gemäßigten Konjunkturanstiegs ist möglich, wenn die Politik ihre Hausaufgaben macht

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überarbeitet. Trotz rezessiver zweiter Jahreshälfte betrug das Wirtschaftswachstum für 2018 noch 1,4 Prozent. Für 2019 erwartet das HWWI nunmehr ein Wachstum von knapp 1 Prozent und für 2020 – auch dank von mehr Arbeitstagen – von 1,7 Prozent. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt würde sich damit zwar verlangsamen, aber im Grundsatz fortsetzen. Die hohe Auslastung der personellen Kapazitäten stellt bereits heute einen wesentlichen limitierenden Faktor für das Wachstum dar. Der Anstieg der Verbraucherpreise, der zeitweilig die 2-Prozent-Marke überschritten hatte, ist mittlerweile wieder deutlich darunter gefallen – teils wegen des Ölpreisrückgangs, teils durch die Revision des Verbraucherpreisindex, die das aktuellere Konsumentenverhalten berücksichtigt.

Im Detail

Die Konjunktur in Deutschland, die sich bis Sommer letzten Jahres in einem lang andauernden Aufschwung befand, ist danach ins Stocken geraten; in der zweiten Jahreshälfte ist das reale Bruttoinlandsprodukt, teils wegen Sondereffekten (infolge von durch Änderungen der Abgas-Prüfstandards in der Autoindustrie verursachten Produktionskürzungen und Zulassungsstaus) sogar gesunken. Während die Binnennachfrage aber noch zunahm, war der außenwirtschaftliche Gesamtimpuls negativ. Zur Verschlechterung des Konjunkturklimas haben nicht zuletzt politische Verunsicherungen, wie die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten, die Brexit-Querelen oder der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU beigetragen. Die Beschäftigung hat gleichwohl weiter zugenommen; die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gesunken. Die Verbraucherpreise haben in den vergangenen Monaten relativ stark geschwankt. Mit wieder gesunkenen Ölpreisen sank die Inflationsrate zu Beginn dieses Jahres wieder deutlich unter 2 Prozent. Aber auch die Revision des Verbraucherpreisindex – regelmäßige Anpassung der Wägungsschemata an verändertes Käuferverhalten – hat die Inflationsrate etwas gedämpft.

Die weiteren Konjunkturperspektiven werden durch recht divergierende, zum Teil sich überlagernde Einflüsse bestimmt; das sorgt für eine gewisse Unsicherheit. Die politischen Risiken gewinnen vor dem Hintergrund einer sich weltweit abkühlenden Konjunktur an Einfluss auf Investitions- und Konsumentscheidungen. Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für sich gesehen jedoch weiter relativ günstig. Geld- und Finanzpolitik sind neutral bis expansiv ausgerichtet und der Preis- und Lohnanstieg sind moderat. Bei weiter zunehmender Beschäftigung steigt so die Kaufkraft und damit auch die Binnennachfrage. Hinzu kommt, dass sich die Lage in der Autoindustrie, die in der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres teilweise durch Produktionsausfälle betroffen war, wieder „normalisieren“ dürfte, was für sich gesehen erst mal produktionserhöhend wirkt.

Belastend für die deutsche Wirtschaft wirken allerdings verschiedene Einflüsse von außen. Der Brexit rückt immer näher – formaler Stichtag ist der 29. März – und eine Austrittsregelung ist bislang nicht zustande gekommen. Ein ungeregelter Ausstieg Großbritanniens hätte direkte, aber auch indirekte dämpfende Wirkungen auf den zwischenstaatlichen Handel und die davon betroffenen Wirtschaftszweige. Die weiter drohende Möglichkeit von US-Strafzöllen nicht zuletzt für deutsche PKW-Importe würde die deutsche Autoindustrie erheblich treffen. Und über die unmittelbaren Auswirkungen dieser externen Belastungen hinaus würden in der Folge auch die Binnennachfrage, insbesondere Investitionen und privater Konsum, beeinträchtigt.

Konjunkturelle Vorausschätzungen sind immer bedingte Prognosen. Unter der Bedingung, dass es zu einem geordneten Ausstieg Großbritanniens aus der EU oder einer weiteren Aufschiebung kommt, die US-Importzölle, insbesondere gegen die deutsche Autoindustrie, abgewendet werden können, sowie die EU-internen Probleme begrenzt werden können, werden weiterhin die positiven binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die weitere Wirtschaftsentwicklung dominieren.

Der bis Jahresmitte 2018 zu verzeichnende Aufschwung könnte sich dann in moderatem Tempo fortsetzen. Ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts im Laufe dieses Jahres entsprechend des Potentialpfades von 1 ½ Prozent wäre unter diesen Bedingungen möglich. Im Jahresdurchschnitt 2019 würde die deutsche Wirtschaft dann um knapp 1 Prozent wachsen. Der Arbeitsmarkt würde sich weiter leicht verbessern. Die jahresdurchschnittliche Teuerungsrate wird, nachdem sich die Entwicklung der Ölpreise wieder beruhigt hat, etwa 1 3/4 Prozent betragen. Für die Konjunkturperspektiven für das Jahr 2020 gilt unter den vorgenannten Bedingungen ähnliches wie für 2019. Ohne neue Belastungen könnte sich dann der Konjunkturanstieg in gemäßigtem Tempo fortsetzen. Die deutsche Wirtschaft würde dann kalenderbereinigt erneut um annähernd 1 1/2 Prozent (unbereinigt, wegen mehr Arbeitstagen, sogar um 1,7 Prozent) wachsen. Die Arbeitsmarktsituation würde sich kontinuierlich leicht verbessern. Die Inflationsrate der Verbraucherpreise könnte sich auf 2 Prozent zubewegen.

Im Falle, dass die vorgenannten politischen Risiken, speziell Brexit und US-Strafzölle, virulent werden, würden sich die konjunkturellen Perspektiven merklich eintrüben. Dies gilt umso mehr, wenn diese Risiken in summarum virulent würden. Von deren Auswirkungen wäre die Entwicklung im Jahr 2019 dann teilweise betroffen, das Jahr 2020 aber von den direkten und indirekten Auswirkungen umso heftiger. Eine Beeinträchtigung der Exporte würde zu vorsichtigeren Dispositionen bei Unternehmensinvestitionen und Beschäftigung und damit auch zu einem geringeren Anstieg der Einkommen und des privaten Konsums und anderer Ausgaben führen. Wie stark die Dämpfung der Konjunkturdynamik ausfiele, hinge von der jeweiligen Konstellation der Ereignisse ab. Im ungünstigsten Fall – ungeordneter Brexit und US-Strafzölle auf europäische Autos – wäre zudem mit zusätzlicher abwartender Zurückhaltung der Unternehmen in ihren Dispositionen zu rechnen, die die unmittelbaren Effekte zunächst noch verstärken würden. Eine rezessive Entwicklung wäre dann nicht auszuschließen.

Eine mögliche Eintrübung der globalen Konjunktur träfe auf eine geld- und fiskalpolitische ungünstige Konstellation. Die Spielräume für eine noch expansivere und stärker koordinierte Politik sind sehr begrenzt. Dieser Umstand stellt einen weiteren Risikofaktor in diesem und im nächsten Jahr dar.

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Patientenversorgung mit innovativen Medizinprodukten in Gefahr

Zwei neue EU-Verordnungen sehen für Medizinprodukte Regulierungen vor, die zusätzliche Bürokratie bewirken und vor allem kleineren Anbietern den Marktzugang erschweren. Eine aktuelle Umfrage lässt befürchten, dass die Innovationskraft der Branche leiden könnte. Der DIHK mahnt deshalb auch im Interesse der Patientenversorgung praktikablere Übergangsphasen, einen Bestandsschutz für bewährte Altprodukte und Sonderregelungen für Nischenprodukte an. Die Betriebe benötigten Freiheiten, gleichzeitig aber auch Rechtssicherheit.

Neue EU-Verordnungen

Patientenversorgung mit innovativen Medizinprodukten in Gefahr

DIHK, Mitteilung vom 28.02.2019

Die Versorgung der Patienten mit innovativen Medizinprodukten ist in Deutschland zunehmend gefährdet. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und des Industrieverbandes SPECTARIS hervor, an der sich bundesweit 320 Unternehmen beteiligt haben. Grund für die Sorge ist der Einführungsfahrplan für die neue EU-Verordnung zu Medizinprodukten (MDR), die ab Mai 2020 gilt, sowie die EU-Verordnung zur In-vitro-Diagnostik (IVDR) mit einer Übergangsfrist bis Mai 2022. Diese Vorschriften sehen neue Regulierungen von Medizinprodukten vor, die für zusätzliche Bürokratie sorgen und den Marktzugang vor allem für kleine und mittlere Anbieter erschweren. Betroffen ist eine breite Palette von Erzeugnissen: Sie reicht von implantierbaren Produkten wie Herzschrittmachern und Hüftprothesen über medizinische Software oder chirurgische Instrumente bis hin zu Verbrauchsmaterial, etwa Spritzen, Pflastern und Verbänden.

Negative Auswirkungen auf die Innovationskraft der Branche befürchtet

Das Ziel der EU-Verordnungen, für sichere und verlässliche Medizinprodukte zu sorgen, ist zwar richtig und wichtig. Schärfere Verordnungen dürfen aber nicht den medizinischen Fortschritt im Interesse der Patienten gefährden. Der DIHK-SPECTARIS-Umfrage zufolge rechnen 79 Prozent der Unternehmen in der mittelständisch geprägten Branche mit erheblichen Schwierigkeiten, Innovationen zukünftig auf den Markt zu bringen. Fast drei Viertel der Betriebe sehen Kostensteigerungen beim Marktzugang mit großer oder sehr großer Sorge; jedes dritte Unternehmen schätzt sogar die eigene Existenz als gefährdet ein. Viele Befragte planen auch, Produkte vom europäischen Markt zu nehmen, womit sie der Gesundheitsversorgung nicht mehr zur Verfügung stünden. Betroffen wären bewährte Produkte wie zum Beispiel wiederverwendbare chirurgische Instrumente. Kommen die neuen EU-Verordnungen zur Anwendung, könnten zudem lebenswichtige Nischenprodukte – wie etwa Herzschrittmacher für Kinder – womöglich nicht mehr wirtschaftlich produziert werden.

Zu wenige „Benannte Stellen“

Für die Zertifizierung von Medizinprodukten sind die sog. „Benannten Stellen“ wie zum Beispiel der TÜV Süd zuständig. Diese Zulassungsstellen müssen zunächst ein nationales Notifizierungsverfahren nach neuer Rechtslage durchlaufen, das sie von staatlicher Seite aus autorisiert. Wegen der neuen EU-Verordnungen müssen jedoch künftig mehr Unternehmen bei einer Benannten Stelle eine Zulassung für ihre Medizinprodukte beantragen. Es besteht die berechtigte Sorge, dass nicht rechtzeitig eine ausreichende Zahl solcher Zulassungsstellen zur Verfügung stehen wird, um Medizinprodukte nach den neuen Regeln zu prüfen. Die Benannten Stellen werden somit zunehmend zum Flaschenhals. Dabei klagen schon heute 75 Prozent der Unternehmen u. a. über zu lange Wartezeiten von der Antragstellung bis zur Zertifizierung.

Unterstützung der Politik notwendig

Was die vielen mittelständischen Firmen jetzt brauchen, ist die Zuversicht, auch in Zukunft ihre Produkte auf den Markt bringen zu können. Dafür ist die Unterstützung der Politik notwendig. Der Gesetzgeber sollte deshalb praktikablere Übergangsphasen, einen Bestandsschutz für bewährte Altprodukte und Sonderregelungen für Nischenprodukte umsetzen, wie sie beispielsweise in den USA bestehen. Für die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte benötigen die Betriebe zudem einen Rechtsrahmen, der nicht nur die erforderlichen Freiheiten gewährt, sondern gleichzeitig Rechtssicherheit bietet – um die Innovationskraft der Industrie zu sichern, aber vor allem zur besseren Versorgung der Patienten.

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Frauenanteil in den Chefetagen des deutschen Mittelstands weiter im Sinkflug

In den Chefetagen des deutschen Mittelstands befindet sich der Frauenanteil weiter im Sinkflug. Im Jahr 2017 wurden nur noch 15,4 % der insgesamt rund 3,76 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande von Chefinnen geführt, wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research zeigt.

Sonderauswertung zu Frauen in Führungspositionen

Frauenanteil in den Chefetagen des deutschen Mittelstands weiter im Sinkflug

KfW, Pressemitteilung vom 28.02.2019

  • Rückläufiger Trend: Nur noch 15,4 % der deutschen Mittelständler unter weiblicher Führung
  • Gute Lage am Arbeitsmarkt bremst Interesse an Selbständigkeit
  • Auch in der Gesamtwirtschaft sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert
  • Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hinterher

In den Chefetagen des deutschen Mittelstands befindet sich der Frauenanteil weiter im Sinkflug. Im Jahr 2017 wurden nur noch 15,4 % der insgesamt rund 3,76 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande von Chefinnen geführt, wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März zeigt. Im Jahr zuvor hatte der Anteil noch 16,4 % betragen, auf seinem Höchststand im Jahr 2013 sogar 19,4 %. Die Anzahl frauengeführter Mittelständler sank damit zwischen 2013 und 2017 um 100.000 auf aktuell noch 580.000 Unternehmen.

Der Rückgang bei den Chefinnen ist auch Folge eines sinkenden Frauenanteils unter den Existenzgründern. Nur 206.000 Frauen wagten im Jahr 2017 den Schritt in die Selbständigkeit (-23 % gegenüber 2016). Der Anteil an allen Gründern sank zuletzt um 3 Prozentpunkte und liegt gegenwärtig bei 37 %. Vor allem bei Vollerwerbsgründungen ist die Beteiligung von Frauen zurückgegangen. Mit zeitlicher Verzögerung bremst diese Entwicklung auch den Anstieg der frauengeführten Mittelständler. Eine Ursache für die sinkenden Gründerinnenzahlen ist die nach wie vor sehr gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt: Erwerbstätigkeit ist für immer mehr Frauen attraktiv, Karriereentscheidungen fallen daher immer häufiger gegen die Selbständigkeit aus.

„Beim Thema Frauen in Führungspositionen hinkt Deutschland hinterher. Nicht nur die Chefsessel im Mittelstand sind wieder zunehmend männlich besetzt, auch im mittleren und höheren Management in der Wirtschaft gibt es im internationalen Maßstab deutlichen Nachholbedarf,“ sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. So sind in Deutschland nur 28 % der mittleren und höheren Führungspositionen von Frauen besetzt. Der EU-Durchschnitt liegt bei über 31 %. Länder wie Schweden oder die USA kommen auf rund 40 %. Selbst in Schwellenländern wie Russland, Brasilien oder Mexiko ist der Anteil von Frauen im Management deutlich höher als hierzulande. Tendenziell gilt: Je höher die Führungsebene und je größer das Unternehmen, desto geringer der Frauenanteil. Von den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland hatte im vergangenen Jahr kein einziges einen weiblichen CEO.

„Wie stark Frauen im Management vertreten sind, hängt wesentlich von den Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Deutschland hat in den vergangenen Jahren hier einiges auf den Weg gebracht – aber es ist noch Luft nach oben. Um den Anteil von Frauen in Führung zu stärken, braucht es darüber hinaus aber auch einen Wandel in gesellschaftlichen Rollenbildern und in den Unternehmenskulturen. Hierfür braucht man einen langen Atem, aber es ist unerlässlich, dass wir diesen langfristigen Prozess aktiv angehen – auf das Potenzial von Frauen in Führung werden wir zukünftig nicht verzichten können“, so Dr. Jörg Zeuner.

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Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich zunehmend bemerkbar bei den Auszubildenden: In 68 Prozent der Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein, nur in 10 Prozent erhöhte sich die Anzahl, in 18 Prozent der Firmen blieb sie unverändert. Das ist das Ergebnis der neuesten ifo-Randstad-Personalleiter-Befragung.

Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.02.2019

Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich zunehmend bemerkbar bei den Auszubildenden: In 68 Prozent der Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein, nur in 10 Prozent erhöhte sich die Anzahl, in 18 Prozent der Firmen blieb sie unverändert. Das ist das Ergebnis der neuesten ifo-Randstad-Personalleiter-Befragung. Zwei Drittel der Firmen gaben aber an, dass die Zahl der Auszubildenden bei ihnen dem Ziel entspricht, doch immerhin ein Drittel wünscht sich, mehr Jugendliche auszubilden. Die Auszubildenden bringen heutzutage meist die Mittlere Reife mit (56 Prozent), gefolgt vom Hauptschulabschluss (34 Prozent) und dem Abitur (30 Prozent); Mehrfachnennungen waren möglich. Mittlere Reife und Hauptschul-Abschluss sind vor allem in der Industrie und im Handel verbreitet, während Abiturienten besonders häufig in der Industrie und bei Dienstleistern beschäftigt sind. Abitur und Fachabitur spielen in Großunternehmen eine überdurchschnittlich wichtige Rolle.

Knapp zwei Drittel der Personalleiter beklagen derweil eine nachlassende Qualität der Bewerber. Dem gegenüber stehen nur 4 Prozent, die von einer Verbesserung sprechen; 28 Prozent können keinen Unterschied feststellen. Mit den eigenen Auszubildenden sind die Personalleiter indes zufriedener: 76 Prozent der Personalleiter bewerten ihre eigenen Auszubildenden als gut, 11 Prozent sogar als sehr gut. Nur 13 Prozent sind nicht zufrieden.

Auf die Frage nach der Qualität der Ausbildung von Hochschulabsolventen reagieren die Personalleiter zurückhaltend: Nur 2 Prozent sind sehr zufrieden, 46 Prozent sind zufrieden, 11 Prozent unzufrieden, 1 Prozent ist sehr unzufrieden, aber 41 Prozent machten keine Angabe dazu. Am höchsten ist die Zufriedenheit in der Industrie (57 Prozent), gefolgt von den Dienstleistern (47 Prozent). Am wenigsten zufrieden sind die Händler (42 Prozent).

Bei der Bewertung der digitalen Fähigkeiten von Auszubildenden zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Sie werden von knapp zwei Drittel der Personalleiter als sehr gut oder gut eingeschätzt; ein Drittel bewertet sie als weniger gut, nur 4 Prozent als ungenügend. Mit den digitalen Fähigkeiten von Hochschulabsolventen zeigen sich die Personalleiter noch zufriedener: 87 Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut (24 Prozent sehr gut, 63 Prozent gut).

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Importpreise im Januar 2019: +0,8 % gegenüber Januar 2018

Die Importpreise waren im Januar 2019 um 0,8 % höher als im Januar 2018. Im Dezember 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,6 % gelegen, im November 2018 bei +3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Importpreise im Januar 2019 gegenüber Dezember 2018 um 0,2 %.

Importpreise im Januar 2019: +0,8 % gegenüber Januar 2018

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.02.2019

Importpreise, Januar 2019

  • -0,2 % zum Vormonat
  • +0,8 % zum Vorjahresmonat

Exportpreise, Januar 2019

  • +0,1 % zum Vormonat
  • +1,1 % zum Vorjahresmonat

Die Importpreise waren im Januar 2019 um 0,8 % höher als im Januar 2018. Im Dezember 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,6 % gelegen, im November 2018 bei +3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Importpreise im Januar 2019 gegenüber Dezember 2018 um 0,2 %.

Der Anstieg der Importpreise gegenüber Januar 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) beeinflusst. Sie lagen im Durchschnitt um 1,2 % über dem Stand des Vorjahresmonats (+0,2 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt um 0,8 %.

Auch die Entwicklung der Importpreise für Energie trug wesentlich zum Anstieg des Importpreisindex gegenüber dem Vorjahr bei. Energieeinfuhren waren im Januar 2019 um 1,4 % teurer als im Januar 2018 (-1,7 % gegenüber Dezember 2018). Den größten Einfluss auf die Teuerungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 11,3 %. Die Preise für Erdöl lagen dagegen um 6,0 % unter denen im Januar 2018.

Der Importpreisindex ohne Energie war im Januar 2019 um 0,7 % höher als im Januar 2018 (unverändert gegenüber Dezember 2018). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 1,1 % über dem Stand des Vorjahres (-0,3 % gegenüber Dezember 2018).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) erhöhten sich im Januar 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 %. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise um 0,3 %. Im Vergleich zu Januar 2018 verteuerten sich besonders stark Eisenerze (+15,6 %) sowie Holz- und Zellstoff (+11,5 %). Dagegen lagen die Preise für Rohkupfer (-10,1 %) und für elektronische Bauelemente (-5,8 %) unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2019 um 0,5 % über denen von Januar 2018 und stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,2 %. Während Maschinen (+1,5 %) sowie Kraftwagen und deren Teile (+1,3 %) teurer waren, wurden insbesondere Smartphones (-12,2 %) sowie Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-6,8 %) günstiger importiert als im Januar 2018.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 0,3 % teurer als im Januar 2018 (+1,7 % gegenüber dem Vormonat). Während sich Kartoffeln (+12,1 %) und Getreide (+10,3 %) verteuerten, wurden insbesondere Eier (-27,0 %) und Rohkaffee (-6,3 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

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Industrie überwindet Flaute, Rezession droht nicht

Im Februar hat sich das Konjunkturbarometer des DIW Berlin spürbar erholt, bleibt mit etwa 99 Punkten aber noch knapp unter der 100-Punkte-Schwelle, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht.

Industrie überwindet Flaute, Rezession droht nicht

DIW Berlin, Pressemitteilung vom 27.02.2019

Im Februar hat sich das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) spürbar erholt, bleibt mit etwa 99 Punkten aber noch knapp unter der 100-Punkte-Schwelle, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. „Das konjunkturelle Bild ist nicht so trüb, wie es zuletzt häufig gezeichnet wurde“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Eine Rezession droht nicht. Schon allein wegen der Einkommensspritze, die die Regierung den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Jahresbeginn verpasst hat, dürfte der Jahresauftakt kräftig ausfallen.“ Die Zeiten der Hochkonjunktur seien jedoch vorbei, künftig werde sich die Wirtschaft etwas gemächlicher entwickeln. Im ersten Vierteljahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um ein halbes Prozent wachsen, angesichts vieler globaler Risiken – etwa die mit dem Brexit und drohenden Handelskonflikten verbundenen Unsicherheiten – und einer sich graduell abschwächenden Auslandsnachfrage dann aber an Fahrt verlieren.

Die Produktion der deutschen Industrie legt im ersten Quartal wohl kräftig zu. „Die Umsätze sind in wichtigen Bereichen zuletzt in die Höhe geschnellt – in der Automobilindustrie, die aufgrund von Zertifizierungsproblemen in der zweiten Jahreshälfte 2018 ins Schleudern geraten war, wie auch in der Chemie- und Pharmabranche, deren Produktionsketten durch die niedrigen Rheinpegel zeitweilig stockten“, sagt DIW-Ökonom Simon Junker. Das Nachholen ausgefallener Produktion wird die deutsche Wirtschaft wohl insgesamt in der ersten Jahreshälfte deutlich anschieben.

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am 27. März 2019.

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ifo Beschäftigungsbarometer sinkt leicht

Die deutschen Unternehmen werden etwas zurückhaltender bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 102,9 Punkte gefallen, nach 103,0 Punkten im Januar.

ifo Beschäftigungsbarometer sinkt leicht

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.02.2019

Die deutschen Unternehmen werden etwas zurückhaltender bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 102,9 Punkte gefallen, nach 103,0 Punkten im Januar. Trotz abkühlender Konjunktur ist der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin intakt. Die Zahl der Beschäftigten wird weiter steigen.Verantwortlich für den Rückgang des Beschäftigungsbarometers waren der Handel und das Verarbeitende Gewerbe. Hier hat sich in den letzten Monaten die Dynamik abgeflacht. Der Anteil der Unternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen wollen, hat kontinuierlich abgenommen. Im Bauhauptgewerbe und dem Dienstleistungssektor ist das Beschäftigungsbarometer hingegen gestiegen. Dies gilt auch für die längerfristige Perspektive. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre hat die Beschäftigungsdynamik kontinuierlich zugenommen.

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