Konjunktur im Herbst: Die Luft wird dünner

Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit noch auf hohem Niveau. Doch die aktuelle Konjunkturumfrage des DIHK zeichnet kein ungetrübtes Bild. Vor allem die Industrie spürt, dass der Wind international rauer wird.

Konjunktur im Herbst: Die Luft wird dünner

DIHK senkt Wachstumsprognose erneut

DIHK, Pressemitteilung vom 18.10.2018

Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit noch auf hohem Niveau. Doch die aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeichnet kein ungetrübtes Bild. Vor allem die Industrie spürt, dass der Wind international rauer wird.“Die Luft wird dünner. Die Sorgen werden größer“, bilanzierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Erhebung, die er gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin präsentierte. „Die Unternehmen blicken deutlich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte.“

Das zeige sich besonders in der Industrie und bei den Exporterwartungen. Immerhin, so Wansleben: „Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben vergleichsweise stabil.“

Auf Grundlage der Umfrage, die auf rund 27.000 Unternehmensantworten basiert, senkt der DIHK seine Wachstumsprognose von ursprünglich 2,7 Prozent (Jahresbeginn 2018) über 2,2 (Frühsommer 2018) auf nunmehr 1,8 Prozent. „Aufgrund der zu Jahresbeginn guten Ausgangslage hatten die Unternehmen mehr erwartet“, betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. „Die konjunkturelle Dynamik bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.“

Auch die DIHK-Prognose für 2019 liegt nur bei 1,7 Prozent. „Sorgen bereitet uns, dass Investitionen und vor allem der Export an Schubkraft einbüßen“, erläuterte Wansleben. Dagegen werde der Inlandskonsum wieder stärker zur Konjunkturstütze. „Hier macht sich die gute Arbeitsmarktsituation mit steigenden Einkommen bemerkbar – auch als Ergebnis der bisher guten Weltkonjunktur und des für uns damit verbundenen Exportwachstums.“

Eine bessere Entwicklung sei möglich, wenn der internationale Handelsstreit schneller und besser gelöst werde, als es derzeit zu erwarten sei, beim Brexit die paneuropäische Zusammenarbeit mit Großbritannien aufrechterhalten werden könne und die Bunderegierung in Deutschland die Weichen auf Aufbruch und mehr Investitionen stelle.

Weiter positiv entwickle sich die Beschäftigung: „Wir rechnen mit einem Plus von 580.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr“, sagte Wansleben. Und: „Angesichts der Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt beobachten wir eine gewisse Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaufbau.“

DIHK-Konjunkturexpertin Krietenbrink erläuterte die Resultate der Umfrage vom Herbst 2018 im Detail. Die deutsche Wirtschaft laufe „derzeit noch auf hohem Niveau“, berichtete sie; lediglich die Industrie bewerte ihre Geschäftssituation weniger gut als im Frühsommer.

Von Investitionen in Ausrüstungen, Bauten oder sonstige Anlagen seien im kommenden Jahr etwas weniger Impulse zu erwarten als vom Konsum, und die Exporterwartungen sänken erneut. Dass der DIHK seine Prognose für die Ausfuhren in diesem Jahr bereits zwei Mal deutlich nach unten korrigieren musste, führte sie vor allem auf die handelspolitischen Konflikte, weniger Dynamik auf wichtigen Absatzmärkten, den gestiegenen Ölpreis und die Abwertung vieler Schwellenländer-Währungen zurück.

Sie finden die kompletten Statements, die Umfrageergebnisse und weitere Unterlagen rechts oben zum Download. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es in der Rubrik „Konjunktur und Wachstum“.

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Boomwahrscheinlichkeit für die deutsche Wirtschaft bei knapp 35 Prozent, Rezessionsgefahr bei 6 Prozent

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in eine Boomphase eintritt, ist lt. Hans-Böckler-Stiftung weitaus höher als das Risiko einer Rezession. Für das Schlussquartal von Oktober bis Ende Dezember weist das IMK-Wachstumsradar eine mittlere Boomwahrscheinlichkeit von 34,7 Prozent und ein Rezessionsrisiko von 6,0 Prozent aus.

Boomwahrscheinlichkeit für die deutsche Wirtschaft bei knapp 35 Prozent, Rezessionsgefahr bei 6 Prozent

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.10.2018

Die Konjunkturexperten der Hans-Böckler-Stiftung schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft positiver ein als viele andere Prognostiker. Ihre Erwartung, dass der moderate Aufschwung weitergeht, sehen die Forscher des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bestätigt durch die neuesten Werte ihres Konjunkturindikators. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft in den kommenden drei Monaten in eine Boomphase eintritt, weitaus höher als das Risiko einer Rezession. Für das Schlussquartal von Oktober bis Ende Dezember weist das IMK-Wachstumsradar, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Boomwahrscheinlichkeit von 34,7 Prozent und ein Rezessionsrisiko von 6,0 Prozent aus. Gegenüber dem Stand von Anfang September (35,6 % und 5,5 %) haben sich die Werte kaum verändert. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt damit „grün-gelb“. Das steht für eine Phase mit fortgesetzt solidem Wachstum.

Zum stabil relativ günstigen Konjunkturbild des Indikators trägt laut den IMK-Ökonomen wesentlich der ifo-Geschäftsklimaindex´ bei, der nach einem deutlichen Anstieg jüngst nur leicht zurückgegangen ist. Hinzu kommt die zuletzt positive Tendenz bei den Auftragseingängen. Beides fällt nach dem umfangreich geprüften Algorithmus des Indikators positiv ins Gewicht und deutlich stärker als die momentan schwächere Entwicklung bei den Aktienkursen und ein im Vergleich zum Vormonat leicht erhöhter Finanzmarktstress. „Die Situation in der Realwirtschaft hat sich im Vergleich zum Frühjahr merklich entspannt, auch wenn die Finanzmärkte derzeit volatil sind“, erklärt Konjunkturexperte Peter Hohlfeld die aktuelle Gemengelage. Es bleibe aber abzuwarten, welche der beiden gegenläufigen Tendenzen auf Dauer die Oberhand gewinnt: „Verstärken sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten, dürften die Risiken für die Konjunktur in nächster Zeit merklich zunehmen.“

Angesichts der aktuellen Indikatorwerte bekräftigt das IMK aber seine Konjunkturprognose. Die Düsseldorfer gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,9 Prozent und 2019 um 2,0 Prozent wächst, der Aufschwung fängt sich also wieder. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das Institut. „Wir befinden uns derzeit in einer Art Tugendkreislauf: Die höhere Kaufkraft sorgt für einen höheren Konsum. Der wirkt positiv auf die Beschäftigung, woraus sich wiederum erhöhte Spielräume für Lohnerhöhungen ergeben“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Die gute Binnennachfrage macht uns natürlich nicht immun gegen weltwirtschaftliche Risiken. Aber doch erfreulich widerstandsfähig.“

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neu ist, dass der Indikator nicht nur die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Turbulenzen ausweist, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftsbooms.

Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

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Blockchain vor dem Durchbruch?

Aktuell nutzen lt. Bitkom nur 6 Prozent der Startups hierzulande die Blockchain-Technologie. Aber jedes Vierte (27 Prozent) plant und diskutiert derzeit den Einsatz. Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung des Themas erkannt und erarbeitet derzeit eine Blockchain-Strategie.

Blockchain vor dem Durchbruch?

Bitkom, Pressemitteilung vom 18.10.2018

  • Jedes vierte deutsche Startup plant Einsatz der Technologie
  • Mehrheit sieht große Bedeutung der Blockchain für deutsche Wirtschaft

Ob Kryptowährungen, sichere Lieferketten oder Smart Contracts: Im Hintergrund wird immer die Blockchain-Technologie eingesetzt. Künftig könnte es deutlich mehr Anwendungen geben. Denn aktuell nutzen nur 6 Prozent der Startups hierzulande die Blockchain-Technologie. Aber jedes Vierte (27 Prozent) plant und diskutiert derzeit den Einsatz. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Startups. „Die Blockchain hat das Potenzial, fast jede Branche fundamental zu verändern. Der dezentrale, sichere Ansatz führt dazu, dass wir zum Beispiel bei Finanztransaktionen ebenso wenig wie beim Vertragsabschluss eine zentrale Vertrauensinstanz brauchen – das stellt Banken ebenso wie Notare in Zukunft vor große Herausforderungen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Blockchain ermöglicht Anwendungen, die bislang nicht denkbar oder sehr teuer und fehleranfällig waren. Jedes Unternehmen sollte jetzt prüfen, wo es selbst neue Geschäftsmodelle entwickeln kann – oder wo bestehende eigene künftig obsolet werden könnten.“

Etablierte Unternehmen hinken beim Blockchain-Einsatz hinterher

Startups sind die Schrittmacher bei der Einführung der Blockchain. In der Gesamtwirtschaft spielt die Technologie bislang kaum eine Rolle. In praktisch keinem Unternehmen ab 20 Mitarbeitern wird sie genutzt und gerade einmal 6 Prozent diskutieren oder planen einen Einsatz. Gleichwohl sagt jedes zweite Unternehmen (53 Prozent), dass die Blockchain große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen hat. Unter den Startups teilen sogar fast zwei Drittel (63 Prozent) diese Einschätzung.

Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung des Themas erkannt und erarbeitet derzeit eine Blockchain-Strategie. „Es besteht die Chance Deutschland als führende Nation für Blockchain und Distributed Ledger Technologien zu positionieren. Dazu brauchen wir mehr Experimentierfreude, gerade auch im öffentlichen Sektor“, sagt Berg. „Wir müssen die rechtlichen Hürden für innovative Blockchain-Anwendungen aus dem Weg räumen und Forschungsmittel auf diese Technologie konzentrieren. Unser Ziel muss sein, Deutschland zu einem weltweit führenden Blockchain-Standort zu machen.“

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Fachkräftemangel: Mittelstand besonders von Engpässen betroffen

Insbesondere dem Mittelstand fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, zeigt eine Studie des IW Köln. Die Situation verschärft sich deutschlandweit – vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind Mangelware.

Fachkräftemangel: Mittelstand besonders von Engpässen betroffen

IW Köln, Pressemitteilung vom 15.10.2018

Insbesondere dem Mittelstand fällt es immer schwerer, Fachkräfte zu finden, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Situation verschärft sich deutschlandweit – vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind Mangelware. Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie beispielsweise mehr Ausbildungsplätze in Engpassberufen anbieten.

Im vergangenen Jahr waren rund 72 Prozent aller offenen Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben, das sind Berufe, für die es mehr freie Stellen als verfügbare Fachkräfte gibt. Vor fünf Jahren traf das erst auf 47 Prozent der Stellen zu.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen bei der Mitarbeitersuche häufig leer aus: Sie sind nicht so bekannt wie Konzerne und sitzen zudem oft in der Provinz. Im Schnitt können kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern jede dritte Stelle nicht besetzen. Die Folge: Diese Firmen arbeiten oft an der Auslastungsgrenze und können neue Aufträge nicht annehmen. „Der Mangel erfasst mehr und mehr Regionen und Branchen. Dabei geht es immer öfter um beruflich qualifizierte Fachkräfte, nicht um Akademiker“, erklärt IW-Wissenschaftlerin Paula Risius. Die Firmen versuchen, den Fachkräftemangel in Engpassberufen abzumildern, indem sie die Ausbildung verstärken: So ist die Zahl der Ausbildungsplätze in Engpassberufen seit 2012 um 13 Prozent gestiegen. In Berufen ohne Mangel nahm das Angebot dagegen um rund zwölf Prozent ab. „Die eigene betriebliche Ausbildung ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen entscheidend, um Fachkräfte zu gewinnen, die auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zu finden sind“, sagt Risius.

Umso alarmierender ist, dass Unternehmen in vielen Regionen zudem Probleme haben, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen – denn jeder unbesetzte Ausbildungsplatz verschärft langfristig die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter. So bleibt in Mecklenburg-Vorpommern bereits fast jede siebte Stelle unbesetzt, zeigt die IW-Studie .

Um sich im Kampf um die Köpfe gegen Großunternehmen durchzusetzen, sollten KMU starke Arbeitgebermarken aufbauen. Dabei können sie ihre Stärken ausspielen: die oft flachen Hierarchien und schnelleren Aufstiegsmöglichkeiten sowie die starke Verwurzelung in der Region. Als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu gelten ist heute eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Auszubildende zu finden.

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Erhebliche Verschlechterung der Konjunkturerwartungen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland fallen im Oktober 2018 auf einen Wert von minus 24,7 Punkten. Ein schlechterer Wert wurde zuletzt im August 2012 gemessen. Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft werden vor allem durch den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet.

Erhebliche Verschlechterung der Konjunkturerwartungen

ZEW, Pressemitteilung vom 16.10.2018

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland fallen im Oktober 2018 auf einen Wert von minus 24,7 Punkten. Dies entspricht dem vorherigen Tiefpunkt vom Juli dieses Jahres. Ein schlechterer Wert wurde zuletzt im August 2012 gemessen. Auch der Rückgang um 14,1 Punkte gegenüber dem Vormonat ist bemerkenswert stark. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt nach dem Brexit-Votum in Großbritannien im Juli 2016. Der langfristige Durchschnitt der Erwartungen liegt bei 22,8 Punkten und wird erheblich unterschritten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ging um 5,9 Punkte auf 70,1 Punkte zurück.

„Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft werden vor allem durch den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet. Die sich daraus ergebenden negativen Einschätzungen hinsichtlich der deutschen Exporte beginnen sich inzwischen in der tatsächlichen Exportentwicklung widerzuspiegeln. Ein weiterer negativer Einfluss auf die Export- und Konjunkturerwartungen geht von der wahrscheinlicher werdenden Gefahr eines ‚harten Brexit‘ aus. Nicht zuletzt belastet auch die als instabiler wahrgenommene Situation der Regierungskoalition in Berlin die Konjunktureinschätzungen“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken ebenfalls sehr deutlich und liegen im Oktober bei minus 19,4 Punkten, 12,2 Punkte unterhalb des Wertes vom September. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum steigt leicht um 0,3 Punkte auf einen neuen Wert von 32,0 Punkten.

Die Inflationserwartungen für das Eurogebiet steigen wieder an. Der entsprechende Indikator liegt im Oktober bei 33,2 Punkten. Dies ist ein Anstieg um 9,2 Punkte gegenüber September. Die Erwartungen an die kurzfristigen Zinsen im Eurogebiet gehen um 8,3 Punkte nach oben auf einen neuen Indikatorwert von 18,5 Punkten.

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Importpreise im August 2018: +4,8 % gegenüber August 2017

Die Einfuhrpreise waren im August 2018 um 4,8 % höher als im August 2017. Im Juli 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr ebenfalls bei +4,8 % und im Mai 2018 bei +4,4 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, veränderten sich die Importpreise im August 2018 gegenüber Juli 2018 nicht.

Importpreise im August 2018: +4,8 % gegenüber August 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.10.2018

Einfuhrpreise, August 2018

  • 0,0 % zum Vormonat
  • +4,8 % zum Vorjahresmonat

Ausfuhrpreise, August 2018

  • +0,2 % zum Vormonat
  • +2,1 % zum Vorjahresmonat

Die Einfuhrpreise waren im August 2018 um 4,8 % höher als im August 2017. Im Juli 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr ebenfalls bei +4,8 % und im Mai 2018 bei +4,4 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, veränderten sich die Importpreise im August 2018 gegenüber Juli 2018 nicht.

Der Anstieg der Importpreise gegenüber dem Vorjahr war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im August 2018 um 33,2 % teurer als im August 2017 (aber unverändert gegenüber Juli 2018).

Gegenüber August 2017 verteuerten sich insbesondere rohes Erdöl (+41,1 %) und Mineralölerzeugnisse (+37,4 %). Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im August 2018 um 1,7 % höher als im August 2017 (unverändert gegenüber Juli 2018). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 2,5 % über dem Stand des Vorjahres (unverändert gegenüber Juli 2018).

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) erhöhten sich im August 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,1 %. Gegenüber dem Vormonat fielen diese Preise um 0,2 %. Im Vergleich zu August 2017 verteuerten sich unter anderem Holz- und Zellstoff (+22,2 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+10,6 %). Dagegen lagen die Preise für Rohkupfer unter denen des Vorjahresmonats (-4,6 %).

Investitionsgüter verteuerten sich um 0,2 % gegenüber August 2017 (+0,1 gegenüber Juli 2018). Während Kraftwagen (+1,0 %) und Maschinen (+0,8 %) teurer waren, wurden insbesondere Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-11,7 %) zu niedrigeren Preisen als im August 2017 importiert.

Die Einfuhrpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) lagen im Durchschnitt um 0,7 % über denen des Vorjahresmonats (+0,2 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % teurer, die Importpreise für Gebrauchsgüter änderten sich im Durchschnitt nicht.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 1,3 % billiger als im August 2017 (+1,5 % gegenüber dem Vormonat). Während sich unter anderem Rohkaffee (-16,9 %) und Naturkautschuk (-13,4 %) stark verbilligten, wurden insbesondere Kern- und Steinobst (+11,3 %) sowie Getreide (+9,3 %) zu höheren Preisen importiert.

Der Index der Ausfuhrpreise lag im August 2018 um 2,1 % über dem Stand von August 2017. Im Juli 2018 hatte die Jahresveränderungsrate bei +1,7 % und im Juni 2018 bei +1,5 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Juli 2018 stiegen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt um 0,2 %.

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2018

Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter im Aufschwung. Die Bundesregierung erwartet gemäß ihrer Herbstprojektion eine Expansion der gesamtwirtschaftlichen Leistung im laufenden und im kommenden Jahr von preisbereinigt jeweils 1,8 %. Dabei wird die solide konjunkturelle Grunddynamik angesichts des schwierigeren außenwirtschaftlichen Umfelds vor allem durch die solide Binnenwirtschaft gestützt.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 15.10.2018

  • Der Aufschwung setzt sich fort. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Herbstprojektion für dieses und das kommende Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von jeweils 1,8 %.
  • Die Erzeugung des Produzierenden Gewerbes wird im laufenden Quartal durch Sondereffekte gedämpft. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stiegen nach zwei schwachen Monaten an, der Auftragsbestand ist weiterhin sehr hoch. Das Baugewerbe befindet sich in der Hochkonjunktur.
  • Die Entwicklung von Einkommen und Konsumnachfrage der privaten Haushalte bleibt aufwärtsgerichtet. Auch die Stimmung im Handel ist gut.
  • Die Erwerbstätigkeit steigt weiter kräftig und die Arbeitslosigkeit geht spürbar zurück. Strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt bleiben aber Herausforderungen.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter im Aufschwung. Die Bundesregierung erwartet gemäß ihrer Herbstprojektion eine Expansion der gesamtwirtschaftlichen Leistung im laufenden und im kommenden Jahr von preisbereinigt jeweils 1,8 %. Dabei wird die solide konjunkturelle Grunddynamik angesichts des schwierigeren außenwirtschaftlichen Umfelds vor allem durch die solide Binnenwirtschaft gestützt. Überlagert wird dies allerdings durch vorübergehende Produktionsanpassungen bei Herstellern von Personenkraftwagen und ihren Vorleistern. Dies ist Folge der Umstellung auf den neuen Abgastestzyklus WLTP, der ab 1. September verbindlich ist und einen Zulassungsstau bei Pkw-Typen auslöste. Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung wird dadurch im dritten Quartal etwas gedämpft. Mit der allmählichen Auflösung des Zulassungsstaus dürfte sich die Konjunktur im vierten Quartal wieder beschleunigen. Die jüngsten Indikatoren für die Industrie und für die Gesamtwirtschaft sprechen allesamt dafür, dass der Aufschwung der deutschen Wirtschaft auf einem soliden Fundament steht. Wichtige binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte entfalten unverändert ihre Wirkung: Die Beschäftigung und Einkommen erhöhen sich weiter kräftig. Insbesondere in den Dienstleistungsbereichen nimmt die Wertschöpfung weiter zu und die Bauwirtschaft boomt. Für das kommende Jahr sind kräftige Impulse durch die Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen zu erwarten.

Aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld kommen gegenwärtig geringere Impulse. Hierauf weisen Indikatoren für den globalen Handel und die globale Industrieproduktion hin. Bei unterschiedlicher Entwicklung in den Schwellenländern kommt die etwas verlangsamte Dynamik der industriellen Erzeugung vor allem aus den entwickelten Volkswirtschaften. Der gegenwärtig schwache Welthandel geht demgegenüber auf geringere Handelsströme der Schwellenländer insbesondere in Asien zurück. Der IHS Markit Global Composite PMI gab im September den dritten Monat in Folge nach und der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima verschlechterte sich für das dritte Quartal 2018 erneut. Vor diesem Hintergrund gehen die internationalen Organisationen in ihren jüngsten Prognosen weiter von einer zwar positiven, aber gegenüber früheren Einschätzungen abgeschwächten Entwicklung der Weltwirtschaft aus.

Unter dem schwierigeren außenwirtschaftlichen Umfeld leiden grundsätzlich auch die deutschen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen. Im August gingen die Exporte saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen leicht um 0,6 % zurück. Im stabileren Dreimonatsvergleich erhöhten sich die Ausfuhren nominal deutlich um 1,0 %, preisbereinigt dürfte er jedoch etwas geringer ausfallen. Die ifo Exporterwartungen sind weiterhin abwartend niedrig und deuten noch nicht auf eine deutliche Belebung der Ausfuhren hin. Die nominalen Importe von Waren und Dienstleistungen waren von März dieses Jahres bis Juli aufwärtsgerichtet. Im August nahmen sie saisonbereinigt um 1,8 % ab. Im Dreimonatsvergleich betrug der Anstieg der Importe 3,6 %. Auch preisbereinigt dürften sie sich deutlich positiv entwickelt haben.

Im Produzierenden Gewerbe hat sich der Produktionsrückgang der beiden Vormonate im August merklich verlangsamt, obwohl die eingangs erwähnten Sondereffekte in der Kfz-Industrie noch Einfluss hatten. Die Erzeugung in der Industrie nahm im August dennoch lediglich um 0,1 % ab, im Zweimonatsvergleich Juli/August gegenüber Mai/Juni verringerte sich der Produktionsausstoß jedoch um 2,2 %. Die Produktion im Baugewerbe wurde im gleichen Zeitraum um 0,7 % eingeschränkt. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen nach Rückschlägen in den beiden Vormonaten im August demgegenüber um 2,0 % zu, bei kräftigen Auftragszuwächsen in der Kfz-Industrie. Allerdings lagen die Bestellungen im Zweimonatsvergleich bei einem Rückgang um 1,9 % noch deutlich im Minus. Hier dürfte sich auch weiterhin die geringere Dynamik des Welthandels und die gestiegene Unsicherheit durch die Handelskonflikte bemerkbar machen. Dennoch dürfte sich die Industriekonjunktur mit der allmählichen Auflösung des Zulassungsstaus im vierten Quartal erholen. Die seit Februar auf den höchsten Wert gestiegenen Geschäftserwartungen zeugen von Zuversicht. Das sehr gute Auftragspolster mit einer Reichweite von 5,6 Monaten gibt Sicherheit. Das Baugewerbe arbeitet nahe seiner Kapazitätsgrenzen, sein Boom dürfte anhalten.

Die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts und kräftige Lohnzuwächse sorgen dafür, dass der private Konsum eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur bleibt. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Herbstprojektion eine Ausweitung der privaten Konsumausgaben um 1,6 % im laufenden und um weitere 2,0 % im kommenden Jahr. Am aktuellen Rand deuten die Umsätze im Einzelhandel auf eine etwas langsamere Gangart hin, nach einem schwachen Start ins dritte Quartal sanken sie im August erneut geringfügig um -0,1 %. Die Umsätze im Kfz-Handel gingen im Juli ebenfalls zurück. Durch die Zulassungsprobleme bei Pkw sind auch die Neuzulassungen privater Kfz im September stark zurückgegangen (-32,8 % im Vergleich zum Vormonat). Für eine positive Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden Monaten sprechen neben dem Anstieg der Einkommen die Stimmungsindikatoren. Sowohl das ifo Geschäftsklima für den Einzelhandel als auch das Konsumklima der Verbraucher haben sich im September verbessert.

Am Arbeitsmarkt hält die positive Entwicklung an. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im August saisonbereinigt um 31.000 Personen; auf Jahresfrist betrug der Anstieg 1,3 %. Im Juli lag der Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit 77.000 Personen über dem Niveau der letzten Monate. Auch wenn sich die Frühindikatoren im September unterschiedlich entwickelten, signalisieren sie eine anhaltend starke Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften. Die Zahl der Arbeitslosen sank im September saisonbereinigt um 23.000 Personen; in Ursprungszahlen verringerte sie sich nach dem Ende der Ferienzeit auf 2,26 Mio. Personen. Langfristige Herausforderungen bleiben die Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Stärkung der Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen.

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Unsicherheit deutscher Unternehmen deutlich gestiegen

Die Unsicherheit deutscher Unternehmen bei der Beurteilung der kommenden Monate ist deutlich größer geworden. Das ifo-Maß für Unsicherheit (Streuungsmaß) hat zwischen Mai und September um 6,2 Punkte zugelegt.

Unsicherheit deutscher Unternehmen deutlich gestiegen

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.10.2018

Die Unsicherheit deutscher Unternehmen bei der Beurteilung der kommenden Monate ist deutlich größer geworden. Das ifo-Maß für Unsicherheit (Streuungsmaß) hat zwischen Mai und September um 6,2 Punkte zugelegt.

Ähnlich kräftige Anstiege in einem vergleichbaren Zeitraum gab es zuletzt während der Weltfinanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Schätzungen des ifo Instituts zufolge dürfte dieser Anstieg die Industrieproduktion in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte und im kommenden um nochmals 1,3 Prozentpunkte dämpfen. Denn getrieben wird die Unsicherheit durch die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Dienstleistungssektor. Im Handel und im Bauhauptgewerbe hat die Unsicherheit zugenommen; jedoch war der Anstieg deutlich geringer.

Unsichere Zeiten sind dadurch geprägt, dass es Unternehmen und Haushalten schwerer fällt, die Zukunft präzise vorherzusagen. Dadurch werden sie zurückhaltender bei Entscheidungen. Unternehmen schieben Investitionen oder Neueinstellungen auf, Haushalte verlegen Konsum-Entscheidungen in die Zukunft, insbesondere bei langlebigen Gütern.

Gemessen wird die Unsicherheit durch die Streuung der Erwartungen bei den Unternehmen. Einheitliche Antworten deuten eher auf ein sicheres Umfeld hin, eine größere Streuung dagegen auf größere Unsicherheit, weil ein Teil der Unternehmen die Zukunft viel positiver als der Schnitt erwartet, ein anderer Teil aber viel negativer.

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Verbraucherpreise September 2018: +2,3 % gegenüber September 2017

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise in Deutschland im September 2018 um 2,3 % höher als im September 2017. Damit zog die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – an. Eine höhere Inflationsrate hatte es zuletzt mit +2,4 % im November 2011 gegeben.

Verbraucherpreise September 2018: +2,3 % gegenüber September 2017

Starke Preisanstiege bei Mineralölprodukten sorgen für höchste Inflationsrate seit knapp 7 Jahren

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.10.2018

Verbraucherpreisindex, September 2018

  • +2,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2018

  • +2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im September 2018 um 2,3 % höher als im September 2017. Damit zog die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – an. Eine höhere Inflationsrate hatte es zuletzt mit +2,4 % im November 2011 gegeben. Im Vergleich zum Vormonat August 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im September 2018 um 0,4 %. Das Statistische Bundesamt bestätigt somit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 27. September 2018.

Maßgeblich beeinflusst wurde die Inflationsrate – wie in den Vormonaten – durch den Preisanstieg bei Energieprodukten. Die Energiepreise lagen im September 2018 um 7,7 % höher als im September 2017. Die Teuerungsrate für Energie hat sich damit erneut erhöht (August 2018: +6,9 %). Im September 2018 waren insbesondere leichtes Heizöl (+35,6 %) und Kraftstoffe (+13,0 %) teurer als ein Jahr zuvor. Den starken Preisanstiegen bei Mineralölprodukten standen vergleichsweise moderate Preisentwicklungen bei anderen Energieprodukten gegenüber (zum Beispiel Umlagen von Zentralheizung und Fernwärme: +2,4 %; Strom: +0,9 %; Gas: -1,5 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie hätte die Inflationsrate im September 2018 bei +1,6 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von September 2017 bis September 2018 mit +2,8 % überdurchschnittlich. Der Preisanstieg binnen Jahresfrist hat sich damit im September 2018 etwas verstärkt (August 2018: +2,5 %). Erheblich teurer als ein Jahr zuvor war Gemüse (+12,3 %, darunter Kartoffeln: +14,6 %). Auch für Molkereiprodukte und Eier (+3,5 %), Obst (+2,7 %) sowie Fisch und Fischwaren (+2,2 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher binnen Jahresfrist deutlich mehr bezahlen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im September 2018 bei +1,5 % gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im September 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 %, maßgeblich bestimmt durch den Preisanstieg bei Energie (+7,7 %). Auch andere Waren verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlich, zum Beispiel Bier (+5,4 %), Zeitungen und Zeitschriften (+4,3 %) sowie Tabakwaren (+3,2 %). Günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher wurden unter anderem Telefone (-5,3 %) und Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,6 %).

Im Vergleich zu den Preisen für Waren erhöhten sich im September 2018 die Preise für Dienstleistungen insgesamt mit +1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich schwächer. Die Preisentwicklung für Dienstleistungen wirkte somit dämpfend auf die Inflationsrate. Bedeutsam für die Preiserhöhung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+1,5 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Stärker verteuerten sich zum Beispiel Pauschalreisen (+3,1 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+2,7 %). Günstiger waren hingegen Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (-11,4 %), insbesondere durch den Wegfall der Kinderbetreuungskosten in einigen Bundesländern. Preisrückgänge gegenüber September 2017 gab es auch bei Flugtickets (-3,9 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-0,7 %).

Veränderung im September 2018 gegenüber dem Vormonat August 2018

Im Vergleich zum August 2018 stieg der Verbraucherpreisindex im September 2018 um 0,4 %. Deutlich waren die Preiserhöhungen im Vormonatsvergleich bei Bekleidungsartikeln (+8,1 %) sowie bei Schuhen und Schuhzubehör (+4,4 %). Hier wirkte sich vor allem die Umstellung auf die Herbst-/Winterkollektion aus. Zudem stiegen im September 2018 die Preise für Energie um 2,0 % gegenüber August 2018, insbesondere wurden Mineralölprodukte teurer (+4,3 %, davon leichtes Heizöl: +9,7 %; Kraftstoffe: +2,6 %).

Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt zogen im September 2018 gegenüber dem Vormonat an (+0,9 %). Binnen Monatsfrist erhöhten sich vor allem die Preise für Gemüse (+7,8 %, darunter Gurken: +47,1 %; Tomaten: +32,2 %) sowie für Speisefette und Speiseöle (+2,5 %, darunter Butter: +4,5 %). Einige Nahrungsmittel wurden auch etwas günstiger, zum Beispiel Süßwaren (-0,7 %).

Deutliche Preisrückgänge im Vormonatsvergleich gab es mit dem Auslaufen der Sommerferien im September bei Pauschalreisen (-10,5 %) und bei Flugtickets (-4,2 %).

Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im September 2018 um 2,2 % über dem Stand von September 2017. Im Vergleich zum August 2018 stieg der HVPI im September 2018 um 0,4 %. Die vorläufigen Ergebnisse für den HVPI vom 27. September 2018 wurden damit bestätigt.

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Juli 2018: 1,8 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Juli 2017

Im Juli 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.641 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,8 % mehr als im Juli 2017.

Juli 2018: 1,8 % mehr Unternehmensinsolvenzen als im Juli 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.10.2018

Im Juli 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.641 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,8 % mehr als im Juli 2017.

Im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) gab es im Juli 2018 mit 275 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 266 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Baugewerbes. Im Gastgewerbe wurden 204 und im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 182 Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Juli 2018 auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Im Juli 2017 hatten sie bei knapp 1,5 Milliarden Euro gelegen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 8.004 übrige Schuldner im Juli 2018 Insolvenz an (+0,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 6 025 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.594 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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