Konjunktur im Herbst: Die Luft wird dünner
DIHK senkt Wachstumsprognose erneut
DIHK, Pressemitteilung vom 18.10.2018
Das zeige sich besonders in der Industrie und bei den Exporterwartungen. Immerhin, so Wansleben: „Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben vergleichsweise stabil.“
Auf Grundlage der Umfrage, die auf rund 27.000 Unternehmensantworten basiert, senkt der DIHK seine Wachstumsprognose von ursprünglich 2,7 Prozent (Jahresbeginn 2018) über 2,2 (Frühsommer 2018) auf nunmehr 1,8 Prozent. „Aufgrund der zu Jahresbeginn guten Ausgangslage hatten die Unternehmen mehr erwartet“, betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. „Die konjunkturelle Dynamik bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.“
Auch die DIHK-Prognose für 2019 liegt nur bei 1,7 Prozent. „Sorgen bereitet uns, dass Investitionen und vor allem der Export an Schubkraft einbüßen“, erläuterte Wansleben. Dagegen werde der Inlandskonsum wieder stärker zur Konjunkturstütze. „Hier macht sich die gute Arbeitsmarktsituation mit steigenden Einkommen bemerkbar – auch als Ergebnis der bisher guten Weltkonjunktur und des für uns damit verbundenen Exportwachstums.“
Eine bessere Entwicklung sei möglich, wenn der internationale Handelsstreit schneller und besser gelöst werde, als es derzeit zu erwarten sei, beim Brexit die paneuropäische Zusammenarbeit mit Großbritannien aufrechterhalten werden könne und die Bunderegierung in Deutschland die Weichen auf Aufbruch und mehr Investitionen stelle.
Weiter positiv entwickle sich die Beschäftigung: „Wir rechnen mit einem Plus von 580.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr“, sagte Wansleben. Und: „Angesichts der Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt beobachten wir eine gewisse Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaufbau.“
DIHK-Konjunkturexpertin Krietenbrink erläuterte die Resultate der Umfrage vom Herbst 2018 im Detail. Die deutsche Wirtschaft laufe „derzeit noch auf hohem Niveau“, berichtete sie; lediglich die Industrie bewerte ihre Geschäftssituation weniger gut als im Frühsommer.
Von Investitionen in Ausrüstungen, Bauten oder sonstige Anlagen seien im kommenden Jahr etwas weniger Impulse zu erwarten als vom Konsum, und die Exporterwartungen sänken erneut. Dass der DIHK seine Prognose für die Ausfuhren in diesem Jahr bereits zwei Mal deutlich nach unten korrigieren musste, führte sie vor allem auf die handelspolitischen Konflikte, weniger Dynamik auf wichtigen Absatzmärkten, den gestiegenen Ölpreis und die Abwertung vieler Schwellenländer-Währungen zurück.
Sie finden die kompletten Statements, die Umfrageergebnisse und weitere Unterlagen rechts oben zum Download. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es in der Rubrik „Konjunktur und Wachstum“.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des DIHK.
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