Höhere Zuschüsse für die Digitalisierung von Weiterbildungseinrichtungen

Ab sofort können überbetriebliche Berufsbildungsstätten höhere Zuschüsse für die digitale Ausstattung erhalten. Das BMWi fördert bis zu 90 Prozent der Investitionen, wenn sie der Fort- und Weiterbildung dienen. Ziel ist es, die Qualität der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten aus KMU zu verbessern.

Höhere Zuschüsse für die Digitalisierung von Weiterbildungseinrichtungen

BMWi, Pressemitteilung vom 13.08.2018

Ab sofort können überbetriebliche Berufsbildungsstätten höhere Zuschüsse für die digitale Ausstattung erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert bis zu 90 Prozent der Investitionen, wenn sie der Fort- und Weiterbildung dienen. Ziel ist es, die Qualität der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten aus KMU zu verbessern.

Hierzu erklärt Staatssekretär Dr. Ulrich Nussbaum: „Die Digitalisierung der Wirtschaft ist für den Mittelstand und das Handwerk eine große Chance, zugleich aber auch eine Herausforderung. So müssen sich die Fachkräfte noch stärker fort- und weiterbilden, um mit den Veränderungen Schritt zu halten. Besonders wichtig sind dabei die Handwerksmeister und Führungspersonen in den Betrieben. Sie entscheiden letztlich darüber, wie weit sich die Betriebe auf die Chancen der Digitalisierung einlassen. Wir unterstützen die Unternehmen bei der Weiterbildung ihrer Fachkräfte. Dies geschieht durch ein bundesweites Netz von Berufsbildungsstätten. Wir wollen, dass dort die modernste Technik eingesetzt werden kann. Durch die neue Förderung wird dies möglich sein und Investitionen in die digitale Ausstattung beschleunigt. Durch moderne Berufsbildungsstätten gelingt es uns, digitales Know-how in die Betriebe zu bringen.“

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ifo Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich erneut

Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich erneut verschlechtert. Der Indikator sank im dritten Quartal von 16,5 auf 2,9 Punkte und liegt damit in etwa wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2017.

ifo Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich erneut

ifo Institut, Pressemitteilung vom 09.08.2018

Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich erneut verschlechtert. Der Indikator sank im dritten Quartal von 16,5 auf 2,9 Punkte und liegt damit in etwa wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2017. Zwar verschlechterte sich die Lagebeurteilung der Experten deutlich, allerdings befindet sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Erwartungen fielen dagegen abermals sehr stark und liegen auf dem niedrigsten Wert seit Ende 2011. Die Weltkonjunktur fährt nur noch mit angezogener Handbremse.Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich nahezu in allen Regionen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen fielen deutlich in der Europäischen Union, den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern inklusive China sowie in Lateinamerika. In den USA kühlten sich die Erwartungen ebenfalls ab, dagegen verbesserte sich die Lage-Einschätzung. In den GUS-Staaten sowie im Nahen Osten und in Nordafrika verbesserten sich sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen.

Die Entwicklung des Welthandels ist gekennzeichnet durch den aktuellen Zollstreit, insbesondere für die USA und China geht inzwischen jeweils die Mehrheit der Experten von niedrigeren Exporten in den kommenden Monaten aus. Damit einhergehend sank auch die erwartete weltweite Investitionstätigkeit beträchtlich. Darüber hinaus rechnen die Befragten mit einer Stagnation des privaten Konsums.

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Mai 2018: 8,4 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Mai 2017

Im Mai 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.616 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 8,4 % weniger als im Mai 2017.

Mai 2018: 8,4 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im Mai 2017

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 09.08.2018

Im Mai 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.616 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 8,4 % weniger als im Mai 2017.

Im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) gab es im Mai 2018 mit 281 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 259 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Baugewerbes. Im Gastgewerbe wurden 182 und im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 170 Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Mai 2018 auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Im Mai 2017 hatten sie bei 1,6 Milliarden Euro gelegen.

Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 7.472 übrige Schuldner im Mai 2018 Insolvenz an (-11,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 5.574 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.558 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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Hiesige Startups halten Deutschland für die beste Wahl

Wer Deutschland als Standort für sein Startup gewählt hat, bereut dies in den allermeisten Fällen nicht. 6 von 10 Gründern (61 Prozent) sagen, dass sie erneut in Deutschland gründen würden, wenn sie wieder vor der Entscheidung stünden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Hiesige Startups halten Deutschland für die beste Wahl

Bitkom, Pressemitteilung vom 06.08.2018

  • 6 von 10 Gründern würden wieder in Deutschland gründen
  • USA hat seit der Wahl Donald Trumps an Anziehungskraft verloren

Wer Deutschland als Standort für sein Startup gewählt hat, bereut dies in den allermeisten Fällen nicht. 6 von 10 Gründern (61 Prozent) sagen, dass sie erneut in Deutschland gründen würden, wenn sie wieder vor der Entscheidung stünden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Startups. Allein die USA üben noch eine gewisse Anziehungskraft auf hiesige Startups aus: Immerhin gut jeder Fünfte (21 Prozent) würde sich für einen Neustart jenseits des Atlantiks entscheiden. Damit liegt der Anteil etwas über dem Ergebnis aus dem Vorjahr. Damals hatten kurz nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten gerade einmal 15 Prozent eine Gründung in den USA vorgezogen. Unter US-Präsident Barack Obama hatte der Wert 2016 noch bei 32 Prozent gelegen, nur 44 Prozent hätten sich damals wieder für Deutschland entschieden. Andere Länder wie Estland, die Schweiz oder Israel werden als bevorzugte Startup-Standorte nur vereinzelt genannt. „Deutschland entwickelt sich nach und nach zu einer Startup-Nation und bietet der Mehrheit der Gründer eine gute Ausgangsbasis, um ihre Geschäftsidee voranzubringen. Um Deutschland noch attraktiver für Gründer zu machen, muss die Bundesregierung bei der Digitalisierung rasch konkrete Ziele und Maßnahmen benennen, die über reine Absichtserklärungen im Koalitionsvertrag hinausgehen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Das Beispiel der USA, die durch die politischen Entwicklungen für Gründer deutlich weniger attraktiv geworden sind, zeigt wie wichtig stabile politische Rahmenbedingungen für Startups sind. Werte wie Verlässlichkeit und Stabilität haben den Wirtschaftsstandort Deutschland groß gemacht. Sie müssen wir erhalten und sie mit einem Mehr an politischer Dynamik und Agilität ergänzen.“

Für das Ausland sprechen bessere Finanzierungsbedingungen und weniger Bürokratie

Wer rückblickend lieber außerhalb von Deutschland gründen würde, nennt dafür am häufigsten bessere Finanzierungsbedingungen im Ausland (68 Prozent), weniger Bürokratie (63 Prozent) und weniger Regulierung (61 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Gründe wie besserer Austausch mit anderen Startups (39 Prozent), besserer Zugang zu Personal (33 Prozent), größerer Binnenmarkt (32 Prozent), Nähe zu potenziellen Kunden (28 Prozent) und Nähe zu exzellenten Wissenschaftseinrichtungen (23 Prozent). In 16 Prozent der Fälle spielen zudem persönliche Gründe eine Rolle. „Wenn wir verhindern wollen, dass die Ideen für Startups hierzulande erdacht, aber anderswo umgesetzt werden, dann müssen die Anliegen der jungen Tech-Unternehmen ernst nehmen. Wir müssen die Finanzierungsbedingungen international wettbewerbsfähig gestalten und den bürokratischen Aufwand für Startups massiv reduzieren“, so Berg. „Wer innovative Geschäftsmodelle etwa im Bereich des Gesundheitswesens oder in der Finanzbranche entwickeln will oder auf Datenanalysen im Bereich der Künstlichen Intelligenz angewiesen ist, der braucht mehr regulatorische Freiräume.“

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Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2018

Wie das BMWi mitteilt, ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent gesunken.

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 07.08.2018

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent gesunken. Im Baugewerbe gab die Produktion mit -3,2 Prozent stärker nach als in der Industrie mit -0,8 Prozent. In der Industrie fiel der Rückgang im Bereich Konsumgüter mit -1,6 Prozent am deutlichsten aus. Bei Vorleistungs- und Investitionsgütern wurden Produktionseinbußen von 0,8 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent verzeichnet.

Für das zweite Quartal insgesamt ergab sich ein Anstieg der Produktion im Produzierenden Gewerbe von 0,4 Prozent. Während die Industrieproduktion um 0,3 Prozent ausgeweitet wurde, gab es im Baugewerbe eine stärkere Zunahme von 1,6 Prozent.

Die Konjunktur im Produzierenden Gewerbe hat nach der Stagnation im Jahresanfangsquartal im zweiten Quartal sowohl in der Industrie als auch im Baugewerbe wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings ist ein kleinerer Gang eingelegt als im Vorjahr. Trotz zögerlicher Auftragseingänge dürfte sich der Aufschwung im Produzierenden Gewerbe mit moderatem Tempo fortsetzen. Die Auftragsbestände von Industrie und Baugewerbe sind weiterhin sehr hoch und das Geschäftsklima liegt trotz Eintrübung noch deutlich im positiven Bereich.

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Startups: Ohne KI und Datenanalyse kein wirtschaftlicher Erfolg

Die Startups sind sich einig: Ohne Künstliche Intelligenz und Datenanalysen ist der wirtschaftliche Erfolg deutscher Unternehmen bedroht. Jeweils 96 Prozent der deutschen Startups geben an, dass sowohl Künstliche Intelligenz als auch Big Data eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen haben werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Startups: Ohne KI und Datenanalyse kein wirtschaftlicher Erfolg

Bitkom, Pressemitteilung vom 01.08.2018

  • Gründer sehen herausragende Bedeutung der Technologietrends für die deutsche Wirtschaft
  • 4 von 10 deutschen Startups setzen bereits Künstliche Intelligenz ein

Die Startups sind sich einig: Ohne Künstliche Intelligenz und Datenanalysen ist der wirtschaftliche Erfolg deutscher Unternehmen bedroht. Jeweils 96 Prozent der deutschen Startups geben an, dass sowohl Künstliche Intelligenz als auch Big Data eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen haben werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 deutschen Startups. „Ein solch eindeutiges Ergebnis ist selten, unter Startups gibt es offenbar keine zweite Meinung: Ohne den Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden wir künftig keinen wirtschaftlichen Erfolg haben. Die Politik, aber auch etablierte Unternehmen sind gut beraten, sich diese Einschätzung zu Herzen zu nehmen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung bei Künstlicher Intelligenz einen Schwerpunkt ihrer Technologie- und Wirtschaftspolitik setzen will. Jetzt ist wichtig, dass es schnell geht, zügig Programme entwickelt und dann umgehend von der Politik in die Praxis umgesetzt werden.“

Startups sind Vorreiter beim KI-Einsatz

Die Einschätzung der Gründer spiegelt sich auch in der Praxis wider. So geben 3 von 5 (60 Prozent) an, dass sie Big Data und Datenanalysen in ihrem Startup nutzen, 2 von 5 (43 Prozent) setzen Künstliche Intelligenz ein. Und diese Zahlen dürften weiter steigen, denn jedes Dritte Startup (33 Prozent) plant oder diskutiert den künftigen Einsatz von KI, jedes Vierte (25 Prozent) den von Big Data. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern setzt nur rund jedes Vierte (28 Prozent) Datenanalysen ein und sogar nur 3 Prozent KI. Auch die entsprechenden Planungen sind zurückhaltender als bei Startups. So wollen zwar 29 Prozent künftig Daten analysieren, aber gerade einmal 8 Prozent wollen KI nutzen. Berg: „Revolutionäre Technologien wie KI einzusetzen, ist für viele etablierte Unternehmen nicht einfach. Oft stehen dem über Jahre und Jahrzehnte gewachsene Strukturen entgegen. Eine Antwort kann lauten: Kooperation mit Startups. Sie bringen innovative Technologien und neue Ideen mit – und können helfen, frischen Wind durch die Unternehmen zu blasen.“

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Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2018

Wie das BMWi mitteilt, sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent gesunken. Die Bestellungen aus dem Inland und dem Euroraum verringerten sich um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent.

Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni 2018

BMWi, Pressemitteilung vom 06.08.2018

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent gesunken. Die Bestellungen aus dem Inland und dem Euroraum verringerten sich um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent. Bei den Aufträgen aus dem Nicht-Euroraum kam es zu einem Rückgang um 5,9 Prozent. Der Anteil an Großaufträgen war für einen Juni unterdurchschnittlich.

Für das zweite Quartal insgesamt ergab sich ein Orderminus von 1,6 Prozent. Ausschlaggebend hierfür war ein Minus bei den Investitionsgütern von 3,5 Prozent. Während die Bestelltätigkeit beim gesamten Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland und dem Euroraum um 2,0 Prozent beziehungsweise 4,9 Prozent abnahm, erhöhte sie sich aus dem Nicht-Euroraum um 1,0 Prozent.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren im laufenden Jahr, abgesehen von einem deutlichen Anstieg im Mai, schwach. Dadurch sind die Orders im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 um 1,5 Prozent gesunken. Allerdings war es in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit +4,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 zu einem sehr kräftigen Auftragsplus gekommen. Bei der Entwicklung am aktuellen Rand dürften auch Verunsicherungen durch die Handelspolitik eine Rolle gespielt haben. Der Auftragsbestand ist weiterhin sehr hoch und das Geschäftsklima trotz Eintrübung noch deutlich im positiven Bereich.

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Fairness lohnt sich doch

Wenn Betriebe willkürlich den Lohn kürzen, sinken Motivation und Produktivität der Beschäftigten. Weniger offensichtlich hingegen: Beschäftigte werden auch dann unproduktiver, wenn nicht sie, sondern die Kolleginnen und Kollegen unfair behandelt werden. Das stellte jetzt eine Forschungsgruppe am IWH fest.

Fairness lohnt sich doch

IWH, Pressemitteilung vom 31.07.2018

Wenn Betriebe willkürlich den Lohn kürzen, sinken Motivation und Produktivität der Beschäftigten – klar. Weniger offensichtlich hingegen: Beschäftigte werden auch dann unproduktiver, wenn nicht sie, sondern die Kolleginnen und Kollegen unfair behandelt werden. Das stellte jetzt eine Forschungsgruppe um Sabrina Jeworrek am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) fest.

Was passiert mit der eigenen Produktivität, wenn einer Kollegin oder einem Kollegen Ungerechtigkeit widerfährt? Dieser indirekte Einfluss am Arbeitsplatz wurde bisher kaum untersucht. Unfaires Verhalten des Arbeitgebers macht Angestellte unproduktiver – auch dann, wenn sie selbst gar nicht betroffen sind. Das zeigen IWH-Ökonomin Sabrina Jeworrek und Koautoren Matthias Heinz, Vanessa Mertins, Heiner Schumacher sowie Matthias Sutter in einem verhaltensökonomischen Experiment. Das Experiment simulierte eine unfaire Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Situation: 195 Probanden wurden für zwei Arbeitseinsätze in einem Callcenter angeworben, um eine deutschlandweite Umfrage durchzuführen. Die 3,5 Stunden langen Schichten wurden jeweils zu Beginn mit 40 Euro pro Einsatz vergütet. Die Beschäftigten wurden während ihres Einsatzes im Callcenter zufällig in eine von drei Gruppen eingeteilt, um den indirekten Effekt unfairen Verhaltens messen zu können: In der ersten Gruppe blieb die Personalmenge in der zweiten Schicht unverändert. In einer zweiten Gruppe wurde das Personal um 20 % reduziert, den Verbliebenen wurde aber nicht mitgeteilt, dass es sich um Kündigungen handelte. Vielmehr wurde ihnen mitgeteilt, dass für die zweite Schicht schlicht weniger Personal anwesend sein würde. In der dritten Gruppe wurde das Personal ebenfalls um 20 % reduziert, die Kündigung aber an die verbliebenen Beschäftigten kommuniziert. „Den Personen in der dritten Gruppe sagten wir außerdem, dass wir ihren Kolleginnen und Kollegen gekündigt haben, damit wir Kosten sparen können, und dass die Auswahl der Personen vollkommen willkürlich war. Wir wollten, dass die Situation möglichst unfair wirkt“, so Ökonomin Jeworrek.

Drei mögliche Szenarien waren zu diesem Zeitpunkt denkbar: „Entweder die Versuchspersonen sind froh, dass sie nicht betroffen sind und machen einfach normal weiter wie bisher. Oder sie leisten sogar besonders gute Arbeit, um ihre Dankbarkeit auszudrücken. Denkbar ist aber ebenso, dass sie das Verhalten des Arbeitgebers als ungerecht wahrnehmen, obwohl sie selbst nicht einmal betroffen sind, und ihre Arbeitsleistung als Folge dessen reduzieren“, so Jeworrek. Letzteres war der Fall: In der dritten Gruppe wurden die Beschäftigten signifikant unproduktiver, die durchschnittliche Anzahl der Anrufe sank um 12 %, da die Probanden längere Pausen einlegten und den Arbeitsplatz früher verließen. Der Umstand, dass in der zweiten Vergleichsgruppe ebenfalls 20 % weniger Arbeitskräfte beschäftigt waren, schien demgegenüber aber keinen Einfluss auf die Produktivität zu haben.

Einige Wochen später klärten die Ökonomen die Beschäftigten über das Experiment auf und befragten diejenigen, denen nicht gekündigt wurde, zu ihrer Arbeitszufriedenheit: In allen Gruppen waren die Teilnehmenden zufrieden mit Lohn, Atmosphäre und dem Verhalten des Managements gegenüber ihnen selbst. Das Verhalten den Kolleginnen und Kollegen gegenüber stufte die dritte Gruppe allerdings deutlich schlechter ein als die Vergleichsgruppen. Befragt danach, was sie als besonders unsozial empfanden, nannten sie vor allem die willkürliche Auswahl der entlassenen Personen und die Kündigungen per se.

Zuletzt befragte die Forschungsgruppe erfahrene Personalleiterinnen und -leiter. Diese sollten einschätzen, wie sich die Produktivität der Versuchspersonen im Verlauf des Experiments entwickelt hatte. Obwohl die Fachleute das Ergebnis im Durchschnitt sehr gut einschätzten, lagen sie einzeln oft daneben: Ungefähr 60 % überschätzten den negativen Effekt auf die Arbeitsleistung, dafür unterschätzten die verbliebenen Befragten den Effekt oder vermuteten gar einen Produktivitätsanstieg.

„Wir vermuten, dass die Kosten von unfairem Verhalten für Arbeitgeber deutlich höher sind als ursprünglich gedacht“, so Jeworrek. „Sparmaßnahmen können ihr Ziel komplett verfehlen, wenn Angestellte durch die Kündigungen ihrer Kolleginnen und Kollegen unproduktiver werden.“ Das bedeutet: Nicht nur Angestellte schätzen eine faire Behandlung – sie lohnt sich auch aus ökonomischer Sicht.

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Wohlhabende Haushalte verbrauchen die meisten Ressourcen

Mit zunehmendem Haushaltseinkommen werden der Materialfußabdruck und damit der Ressourcenverbrauch in Deutschland größer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ZEW, Mannheim.

Wohlhabende Haushalte verbrauchen die meisten Ressourcen

ZEW, Pressemitteilung vom 02.08.2018

Mit zunehmendem Haushaltseinkommen werden der Materialfußabdruck und damit der Ressourcenverbrauch in Deutschland größer. Als Indikator für Ressourcenverbrauch bezeichnet der Materialfußabdruck die Menge an Rohstoffen, die es braucht, um alle von einem Haushalt konsumierten Güter zu produzieren. Je nach Wohlstandsniveau geben die einzelnen Haushalte in Deutschland ihr Einkommen für unterschiedliche Güter aus: Während die Ausgaben für Nahrungsmittel, Wohnen, Energie und Kommunikation bei ärmeren und bei wohlhabenden Haushalten gleichermaßen groß sind, ist der Ausgabenanteil beim wohlhabendsten Viertel der Haushalte mit Blick auf Transport besonders hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim.

Um den Materialfußabdruck von Haushalten zu bestimmen, muss nicht nur die Menge der Rohstoffe -wie etwa Biomasse, Mineralien oder fossile Energieträger -im Inland berücksichtigt werden, sondern auch die Menge der Rohstoffe, die im Ausland für Produktion und Transport der im Inland konsumierten Güter anfallen. Schränken wohlhabende Länder wie Deutschland den Konsum materialintensiver Güter ein, fällt ihr Materialfußabdruck kleiner aus. Umgekehrt gilt: Mit höherem Konsum materialintensiver Güter wächst der Materialfußabdruck.

Die Studie zeigt nun, dass der durchschnittliche Materialfußabdruck eines Haushalts in Deutschland im Jahr 2008 bei 26,99 Tonnen lag. Während 95,57 Prozent aller Haushalte hierzulande einen Materialfußabdruck von weniger als 60 Tonnen hinterlassen haben, lag er bei 0,87 Prozent aller Haushalte bei mehr als 100 Tonnen. Familien mit Kindern haben im Schnitt eher einen unterdurchschnittlichen Materialfußabdruck, Alleinstehende hingegen einen überdurchschnittlichen. Mit zunehmendem verfügbaren Einkommen wächst auch der Materialfußabdruck: Das Viertel der Haushalte mit dem höchsten Haushaltseinkommen hat mit durchschnittlich 49,29 Tonnen einen Materialfußabdruck, der mehr als drei Mal so groß ist wie der des ärmsten Viertels der deutschen Bevölkerung (16,15 Tonnen).

Teurere Nahrungsmittel wirken sich am stärksten auf den Materialfußabdruck aus

Für die Analyse wurden Daten zur Einkommens- und Verbrauchsstichprobe ausgewertet, die Konsumausgaben deutscher Haushalte für verschiedene Zwecke abbildet. Die Haushalte wurden weiter anhand ihrer Ausgaben sowie nach Anzahl und Alter der Haushaltsmitglieder eingeteilt und dabei zehn verschiedene Ausgabentypen berücksichtigt: Nahrungsmittel, Bekleidung, Wohnen, Energie, Haushaltsgeräte, Transport, Kommunikation, Gesundheit und Bildung, Freizeitwaren sowie sonstige Ausgaben.

Die Studie untersucht weiterhin, wie deutsche Haushalte ihre Konsumausgaben an Preis- und Einkommensänderungen anpassen. Dabei zeigt sich, dass sich eine Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln am stärksten auf den Materialfußabdruck auswirkt: Steigen die Nahrungsmittelpreise um ein Prozent, fällt der Materialfußabdruck der Haushalte um insgesamt 3,27 Millionen Tonnen. Preiserhöhungen bei Transport, Wohnen sowie Gesundheit und Bildung führen dazu, dass der Materialfußabdruck um jeweils mehr als zwei Millionen Tonnen zurückgeht. Bei Preiserhöhungen in den Bereichen Bekleidung und Kommunikation sinkt der Materialfußabdruck um weniger als eine Million Tonnen.

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ifo Wirtschaftsklima Euroraum sinkt erneut

Die Stimmung im Euroraum kühlt sich ab. Das ifo Wirtschaftsklima ist von 31,1 auf 19,6 Saldenpunkte gefallen. Während sich die Lageeinschätzung der Experten leicht verschlechterte, trübten sich ihre Erwartungen deutlich ein und erreichen den niedrigsten Wert seit Ende 2012. Dies deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung im Euroraum hin.

ifo Wirtschaftsklima Euroraum sinkt erneut

ifo Institut, Pressemitteilung vom 02.08.2018

Die Stimmung im Euroraum kühlt sich ab. Das ifo Wirtschaftsklima ist von 31,1 auf 19,6 Saldenpunkte gefallen. Während sich die Lageeinschätzung der Experten leicht verschlechterte, trübten sich ihre Erwartungen deutlich ein und erreichen den niedrigsten Wert seit Ende 2012. Dies deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung im Euroraum hin.Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich in den fünf größten Volkswirtschaften des Euroraums. Allerdings variiert das Ausmaß der Abschwächung. In Deutschland, Italien und den Niederlanden korrigierten die Experten insbesondere ihre Erwartungen stark nach unten. Der Lageindikator sank in diesen drei Ländern ebenfalls. Trotz des Rückgangs wird die aktuelle Lage in Deutschland und den Niederlanden als weiterhin sehr gut eingeschätzt. Auch in Frankreich und Spanien verbleibt der Lageindikator im positiven Bereich. In Italien ist er hingegen negativ.Während die Experten beim privaten Konsum im Euroraum mit einem weiteren Rückgang der Dynamik rechnen, erwarten sie erstmals seit Ende 2012 wieder stagnierende Investitionen. Die aktuelle Zoll- und Protektionismusdebatte führte zu einer deutlichen Verschlechterung der Exporterwartungen. Die Experten erwarten eine Inflationsrate für dieses Jahr von 1,7 Prozent, nach 1,6 Prozent im Vorquartal. Die Kreditversorgung durch das Bankensystem verbessert sich allmählich.

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