Exporterwartungen im April gesunken

Der Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich leicht verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im April auf 15,6 Saldenpunkte gesunken, von 15,8 Saldenpunkten im März. Bei den deutschen Exporteuren kehrt nach und nach Normalität ein.

Exporterwartungen im April gesunken

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.04.2018

Der Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich leicht verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im April auf 15,6 Saldenpunkte gesunken, von 15,8 Saldenpunkten im März. Bei den deutschen Exporteuren kehrt nach und nach Normalität ein.

Nach einer sehr guten Entwicklung im Vormonat gaben die Exporterwartungen in der Textil- und Bekleidungsbranche wieder deutlich nach. Auch die Unternehmen aus der Metallindustrie gehen von einem geringeren Exportwachstum aus. Hier spiegelt sich die aktuelle Zolldebatte wider. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen hingegen gehen vermehrt von einem Anstieg ihres Auslandsgeschäfts aus.

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Digitalisierung erleichtert die Weiterbildung

Immer mehr Unternehmen setzen in der Weiterbildung auf digitales Lernen. Zugleich erhöht die Digitalisierung aber auch den Bedarf an Weiterbildung, zeigt eine Studie des IW Köln.

Digitalisierung erleichtert die Weiterbildung

IW Köln, Pressemitteilung vom 24.04.2018

Immer mehr Unternehmen setzen in der Weiterbildung auf digitales Lernen. Zugleich erhöht die Digitalisierung aber auch den Bedarf an Weiterbildung, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Wie die Befragung von rund 1.700 Unternehmen belegt, greifen Firmen, die weitgehend digitalisiert sind, besonders häufig auf neue Lernmethoden zurück. Das können beispielsweise Lernvideos, Web-Seminare – sog. Webinare – oder speziell für die Bedürfnisse der Unternehmen programmierte Online-Plattformen sein. Im Jahr 2016 nutzten rund 43 Prozent der digitalisierten Unternehmen solche Lernformen mehrfach. Unter den nicht-digitalisierten Unternehmen waren es nur 18 Prozent.

Die Vorteile der digitalen Weiterbildung liegen auf der Hand: Unternehmen und Mitarbeiter können Lerninhalte individuell zusammenstellen und schnell und kostengünstig an ihren Bedarf anpassen. Vor allem aber können Mitarbeiter die Inhalte zeitlich und räumlich flexibel abrufen. „Der größte Vorteil des digitalen Lernens ist, dass es sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lässt – zum Beispiel dann, wenn gerade weniger zu tun ist“, sagt IW-Wissenschaftlerin Susanne Seyda. Selbst Unternehmen, die in ihrem Kerngeschäft kaum digitale Technologien einsetzen, können mit dem mediengestützten Lernen individuell auf den Weiterbildungsbedarf ihrer Mitarbeiter reagieren.

Doch die Digitalisierung erleichtert das Lernen nicht nur – sie steigert auch den Wissensbedarf. Denn durch die Umstellung von Arbeitsabläufen und Herstellungsverfahren in den Firmen entstehen neue Tätigkeiten, für die die Beschäftigten qualifiziert werden müssen. Vor allem IT-Kenntnisse sowie Kompetenzen im Bereich Selbstständigkeit, Planungs- und Organisationsfähigkeit sind gefragte Lerninhalte. Digitalisierte Unternehmen investieren deshalb mehr Zeit und Geld in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter als andere Betriebe. „Kleine Unternehmen haben beim digitalen Lernen noch Nachholbedarf“, sagt Seyda. „Sie könnten mehr mit anderen Firmen zusammenarbeiten, die gleiche Weiterbildungsinhalte benötigen, und somit die Entwicklungskosten senken.“

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Talsohle bei den Existenzgründungen könnte 2017 erreicht worden sein

Wie das IfM Bonn mitteilt, wagten in Deutschland in 2017 nach amtlichen Angaben wieder mehr Personen den Weg in die Selbständigkeit (+0,8 %) als im Vorjahr. Dieser Anstieg ging allerdings allein auf die Freien Berufe zurück: So stieg die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen um 5.900 auf 94.700 Personen. Dagegen sank die Anzahl der gewerblichen Gründungen weiter leicht um 1,2 % auf 279.000.

Talsohle bei den Existenzgründungen könnte 2017 erreicht worden sein

Mehr Existenzgründungen in den Freien Berufen – weniger im gewerblichen Bereich

IfM Bonn, Mitteilung vom 23.04.2018

In Deutschland wagten in 2017 nach amtlichen Angaben wieder mehr Personen den Weg in die Selbständigkeit (+0,8 %) als im Vorjahr. Dieser Anstieg ging allerdings allein auf die Freien Berufe zurück: So stieg die Anzahl der freiberuflichen Existenzgründungen um 5.900 auf 94.700 Personen. Dagegen sank die Anzahl der gewerblichen Gründungen weiter leicht um 1,2 % auf 279.000. Damit hat sich der gegensätzliche Trend zwischen den Gründungen im gewerblichen Bereich und den freiberuflichen Gründungen in 2017 fortgesetzt.

„Dies ist der erste Anstieg seit der Erfassung der gesamten Existenzgründungen im Jahr 2012. Ob jedoch damit die Talsohle bei den Existenzgründungen insgesamt erreicht ist, muss sich erst noch zeigen“, hebt Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn, hervor. „Positiv hervorzuheben ist, dass die Anzahl der Unternehmensschließungen im gewerblichen Bereich weiter gesunken ist. Auch ist die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen, die in der Regel neue Arbeitsplätze mit sich bringen, in 2017 weiter leicht gestiegen.“

Gleichwohl variiert die Gründungsneigung regional: Die Existenzgründungsintensität (Gründungen je 10.000 Erwerbspersonen) in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg liegt weit über dem Bundesdurchschnitt, vor allem die der ostdeutschen Bundesländer bleibt weit dahinter zurück.

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ifo Geschäftsklimaindex sinkt erneut

Die Hochstimmung in den deutschen Chefetagen verfliegt. Der ifo Geschäftsklimaindex Deutschland ist im April auf 102,1 Punkte gesunken, nach 103,3 im März. Auch die Erwartungen sind gesunken. Die deutsche Wirtschaft nimmt Tempo raus.

ifo Geschäftsklimaindex sinkt erneut

ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.04.2018

Die Hochstimmung in den deutschen Chefetagen verfliegt. Der ifo Geschäftsklimaindex Deutschland ist im April auf 102,1 Punkte gesunken, nach 103,3 im März. Der Indikator zur aktuellen Lage gab nach. Auch die Erwartungen sind gesunken. Die deutsche Wirtschaft nimmt Tempo raus.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima das dritte Mal in Folge verschlechtert. Die aktuelle Lageeinschätzung ist gefallen, liegt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Erwartungen gaben auf den niedrigsten Wert seit August 2016 nach. Die Kapazitätsauslastung sank um 0,3 Prozentpunkte auf nun 87,7 Prozent. Sie liegt jedoch weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 83,6 Prozent.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindex merklich gesunken. Dies war vor allem auf deutlich weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage gaben nach. Diese liegen jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Auch im Handel gab der Index nach. Die Händler waren sowohl mit ihrer aktuellen Lage als auch mit dem Ausblick auf die kommenden Monate weniger zufrieden als im März.

Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Baufirmen korrigierten ihre Erwartungen merklich nach oben, während sie ihre aktuelle Lage nahezu unverändert einschätzten.

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Disruptiven Gefahren entgegenwirken

Wie ist es um die Innovationstätigkeit im Mittelstand bestellt? Wie gut sind Mittelständler für mögliche disruptive Entwicklungen gerüstet? Dazu wurden die jüngsten Forschungsergebnisse des IfM Bonn zum Thema „Innovation“ und „Digitalisierung“ vorgestellt.

Disruptiven Gefahren entgegenwirken

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 20.04.2018

Wie ist es um die Innovationstätigkeit im Mittelstand bestellt? Wie gut sind Mittelständler für mögliche disruptive Entwicklungen gerüstet? Auf dem „Finanztag Mittelstand 2018“ Mitte April auf dem Petersberg/Königswinter stellte Dr. Rosemarie Kay in ihrer Keynote die jüngsten Forschungsergebnisse des IfM Bonn zum Thema „Innovation“ und „Digitalisierung“ vor. Dabei ermutigte sie insbesondere die Führungskräfte kleiner Unternehmen, regelmäßig sowohl das eigene Digitalisierungspotenzial als auch das Geschäftsmodell zu überprüfen, um nicht von disruptiven Entwicklungen überrascht zu werden.

Als eine mögliche Innovationsstrategie zeigte die stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn die Kooperation mit Start-ups auf, da die etablierten Mittelständler hierdurch Zugang zu neuen Technologien bekämen bzw. ohne großen Kapitalaufwand gezielt technische Probleme lösen könnten.

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E-Commerce im Mittelstand gewinnt an Bedeutung

Digitale Vertriebskanäle gewinnen im deutschen Mittelstand an Bedeutung, wie eine repräsentative Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels 2017 zeigt: Rund 780.000 kleine und mittlere Unternehmen nutzen mittlerweile digitale Marktplätze, Onlineshops, Beschaffungsplattformen o. ä., um Kunden ihre Produkte sowie Dienstleistungen anzubieten.

E-Commerce im Mittelstand gewinnt an Bedeutung

KfW, Pressemitteilung vom 20.04.2018

  • Jedes fünfte kleine und mittlere Unternehmen nutzt Online-Vertrieb
  • Online-Umsätze um ein Drittel auf 200 Mrd. Euro gestiegen
  • Anteil am Gesamtumsatz des Mittelstands dennoch weiterhin gering
  • Vor allem junge Unternehmen sind Vorreiter

Digitale Vertriebskanäle gewinnen im deutschen Mittelstand an Bedeutung, wie eine repräsentative Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels 2017 zeigt: Rund 780.000 kleine und mittlere Unternehmen nutzen mittlerweile digitale Marktplätze, Onlineshops, Beschaffungsplattformen o. ä., um Kunden ihre Produkte sowie Dienstleistungen anzubieten. Das ist jeder fünfte Mittelständler. Im Jahr 2016 stieg der via E-Commerce erwirtschaftete Gesamtumsatz auf insgesamt 201 Mrd. Euro an – ein Plus von 49 Mrd. Euro bzw. 32 % gegenüber dem Vorjahr (2015: 153 Mrd. Euro).

Das erhebliche Umsatzplus aus digitalem Vertrieb hat zwei Gründe: Gegenüber dem Vorjahr gibt es zum einen eine deutliche Zunahme der online-aktiven Mittelständler (+200.000). Zum anderen erwirtschaften diese Firmen mit durchschnittlich 23 % einen höheren Anteil ihres Gesamtumsatzes über Online-Kanäle (2015: 20 %). Im direkten Endverbrauchergeschäft (B2C) ist der E-Commerce dabei mit geschätzten 20 Mrd. Euro in der Breite noch nicht angekommen. Der Großteil des Onlineumsatzes im Mittelstand dürfte auf Transaktionen im Geschäftskundenbereich (B2B-Geschäft) entfallen. KfW Research geht von schätzungsweise 90 % (181 Mrd. Euro) des gesamten Online-Umsatzes aus.

„Die Digitalisierung von Geschäftsabläufen gewinnt im Mittelstand zunehmend an Bedeutung – mehr und mehr Unternehmen nutzen digitale Vertriebswege. Das schlägt sich in steigenden Onlineumsätzen nieder“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „In Relation zum Gesamtumsatz des Mittelstands von rund 4.500 Mrd. Euro jährlich ist der via E-Commerce erwirtschaftete Anteil mit 4,4 % zwar nach wie vor gering – aber der Trend zeigt eindeutig nach oben. Zu Recht – denn die mit den digitalen Kanälen verbundenen Chancen sind zu groß, als dass kleine und mittlere Firmen dies ausblenden könnten.“

Derzeit wächst vor allem diejenige Gruppe von Unternehmen am stärksten, die ihren Umsatz ausschließlich über digitale Kanäle erzielt. Besonders jüngere Firmen, die weniger als 10 Jahre am Markt sind, setzen nach den Erkenntnissen von KfW Research verstärkt auf Online-Vertrieb: „In der jungen Unternehmergeneration finden sich häufig Vorreiter in Sachen E-Commerce: Sie erwirtschaften im Schnitt bereits 43 % ihres Umsatzes über digitalen Vertrieb – und kommen somit im Vergleich zum Durchschnitt aller Unternehmen auf einen nahezu doppelt so hohen Online-Anteil.“

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Künstliche Intelligenz verändert die Energiebranche

Die Energiebranche steht vor der Herausforderung, nach der ökologischen Energiewende jetzt die Digitalisierung der Energiewende zu meistern – und die Bundesbürger gehen davon aus, dass neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) dabei eine große Bedeutung zukommt. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bitkom.

Künstliche Intelligenz verändert die Energiebranche

Bitkom, Pressemitteilung vom 20.04.2018

  • Zwei Drittel der Bundesbürger erwarten verbesserte Energieversorgung durch KI-Einsatz
  • 9 von 10 rechnen mit geringerem Energieverbrauch durch selbstlernende Heizungen
  • Bitkom veranstaltet erste Digital Energy Conference am 7. Juni 2018 in Berlin

Wie lässt sich der bei Wind im Norden und bei viel Sonne im Süden produzierte Strom dorthin bringen, wo er benötigt wird? Wie kann der Energieverbrauch noch besser vorhergesagt werden? Und wie kann der Stromverbrauch in Unternehmen und Haushalten so an das Angebot angepasst werden, dass die Verbraucher davon im Idealfall gar nichts bemerken? Die Energiebranche steht vor der Herausforderung, nach der ökologischen Energiewende jetzt die Digitalisierung der Energiewende zu meistern – und die Bundesbürger gehen davon aus, dass neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) dabei eine große Bedeutung zukommt. So halten zwei Drittel (68 Prozent) eine automatisierte Energieversorgung auf Basis computergestützter Bedarfsanalysen für sinnvoll. 9 von 10 Befragten (89 Prozent) sehen die Chance einer Reduzierung des Energieverbrauchs durch automatisierte und selbstlernende Heizsysteme. „In der öffentlichen Wahrnehmung geht es in der Energiepolitik vor allem um die Erzeugung: Atom- und Kohlekraftwerke versus Windräder oder Solaranlagen. Die zentrale Herausforderung liegt allerdings darin, ein optimales Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netz und Speichern herzustellen – und das wird nur mit digitalen Technologien gelingen“, sagt Robert Spanheimer, Referent Smart Grids beim Digitalverband Bitkom. „Künstliche Intelligenz kann uns dabei helfen, aus den vielen zur Verfügung stehenden Daten Schlüsse zu ziehen, aber auch in Haushalten und Unternehmen den Energieverbrauch ohne unser Zutun und ohne Komforteinbußen zu reduzieren.“ So müssten wir in Zukunft die Heizung nicht mehr programmieren, wann das Badezimmer für uns warm sein soll, sondern die Steuerung lernt unsere Gewohnheiten kennen und passt dann automatisch die Temperatur an.

Welche Rolle digitale Technologien wie KI, Big Data oder Blockchain aber auch digitale Plattformen und Smart Grids für das Energiesystem der Zukunft spielen ist auch Thema der Digital Energy Conference, die Bitkom erstmals am 7. Juni in Berlin veranstaltet. Dort werden mehr als 200 Entscheider aus Energie- und Digitalwirtschaft sowie Startups mit Wissenschaftlern und Politikern zusammenkommen. Hauptredner ist Jochen Homann, der Präsident der Bundesnetzagentur. Alle Informationen zur Veranstaltung gibt es online unter energy-conference.de .

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „In welchem dieser Bereiche halten Sie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für am sinnvollsten?“

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Abmahnmissbrauch eindämmen – Gesetzgeber ist gefordert

Unseriöse Abmahnvereine und vermeintliche Mitbewerber missbrauchen das Instrument der wettbewerbsrechtlichen Abmahnung zunehmend als lukrative Einnahmequelle. Vor allem der Online-Handel leidet, und für kleine Gewerbetreibende kann der Trend sogar existenzbedrohend werden. Der DIHK hat 2017 eine Verbändeinitiative gegen Abmahnmissbrauch ins Leben gerufen. Sie regt u. a. an, die Anforderungen an die Klagebefugnis zu verschärfen und den „fliegenden Gerichtsstand“ abzuschaffen.

Abmahnmissbrauch eindämmen – Gesetzgeber ist gefordert

DIHK, Pressemitteilung vom 19.04.2018

Der Missbrauch von Abmahnungen sorgt vielerorts für Ärger. Für Händler werden Abmahnungen zunehmend existenzbedrohend. Dabei ist das deutsche System der privaten Rechtsdurchsetzung mit der wettbewerbsrechtlichen Abmahnung als Instrument der außergerichtlichen Streitbeilegung im Grundsatz ein Erfolgsmodell. Rechtsverstöße lassen sich auf diese Weise meist schnell, unbürokratisch und für die beteiligten Parteien vergleichsweise kostengünstig abstellen. Die Abmahnung gerät jedoch zunehmend in Verruf und hat sich durch unseriöse Marktteilnehmer zu einem fragwürdigen Geschäftsmodell mit Fokus auf finanziellen Eigeninteressen der Abmahnenden entwickelt. Aus DIHK-Sicht sollte der Gesetzgeber deshalb dringend einschreiten.

Unternehmer werden ausgebremst

Vor allem der Online-Handel ist durch missbräuchliche Abmahnungen belastet. Besonders betroffen sind kleine Gewerbetreibende, die vermehrt wegen Verstößen gegen rein formale Vorschriften auf ihren Web-Seiten abgemahnt werden. In einer aktuellen Studie des Gütesiegel-Anbieters Trusted Shops gaben mehr als die Hälfte der teilnehmenden Händler an, dass sie sich aufgrund von Abmahnungen in ihrer Existenz bedroht fühlen – ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren (2016: 49 Prozent, 2015: 47 Prozent). Gerade kleine Online-Händler geben häufig auf, weil ihnen das Risiko von Abmahnungen oder Vertragsstrafen zu hoch ist.

Missbräuchlich agierende Abmahnvereine werden zum Problem

Vermeintliche Mitbewerber mit ihren Rechtsanwälten und unseriöse Abmahnvereine missbrauchen das Instrument als lukrative Einnahmequelle. Abgemahnt werden meist formale Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und Fehler bei den Informationspflichten – allesamt Verstöße, die leicht im Internet recherchierbar sind. Beispielsweise kann es sich dabei um ein fehlerhaftes Impressum mit nicht ausgeschriebenem Vornamen, unzureichende Garantiebedingungen, den nicht anklickbaren Link zur Streitbeilegungsplattform oder falsche Begriffe in AGB handeln. Obwohl die Abmahnungen in diesen Fällen formal berechtigt sind, ist fraglich, ob derartige Verstöße den Wettbewerb wirklich beeinträchtigen. Fraglich ist auch, warum Wettbewerber solche formalen Verstöße überhaupt abmahnen dürfen: Schließlich kauft kein Verbraucher nur wegen dieser Fehler genau bei diesem Unternehmen – und nicht beim Wettbewerber.

Der Gesetzgeber ist gefordert

Der DIHK setzt sich seit vielen Jahren gegen Abmahnmissbrauch ein und hat 2017 eine gemeinsame Verbändeinitiative gegen Abmahnmissbrauch mit konkreten Forderungen an den Gesetzgeber ins Leben gerufen. Die Initiative regt an, die Anforderungen an die Klagebefugnis zu verschärfen. Denkbar wäre beispielsweise eine Vorab-Prüfung, welche Verbraucherschutzvereine, aber auch welche Wettbewerbsvereine welche Rechtsverstöße abmahnen dürfen.

Darüber hinaus sollte das Gesetz konkreter definieren, wann ein Missbrauch vorliegt. Von der Rechtsprechung bereits entwickelte Kriterien sollten ins Gesetz aufgenommen werden, wie beispielsweise ein Missverhältnis zwischen geschäftlichen Einnahmen des Abmahners und seinen finanziellen Risiken aus dieser Abmahntätigkeit. Das erleichtert den Nachweis von Rechtsmissbrauch. Ein weiterer Vorschlag für den Gesetzgeber ist die Einführung einer Streitwert- oder Kostendeckelung für einfach gelagerte Fälle. Auch die Abschaffung des sogenannten „fliegenden Gerichtsstands“ kann eine effektive Maßnahme sein. Denn bei Rechtsverstößen im Internet können Abmahner derzeit jedes beliebige Gericht in ganz Deutschland aussuchen. In der Vergangenheit hat sich dies als besonders missbrauchsanfällig erwiesen.

Endspurt für Petition

Auch betroffene Unternehmer setzen sich aktiv gegen Abmahnmissbrauch ein. So liegt derzeit eine Petition einer betroffenen Unternehmerin beim Deutschen Bundestag vor, die eine Reform des wettbewerbsrechtlichen Abmahnwesens fordert. Diese bezieht sich auf das Verbändepapier und kann noch bis zum 24. April 2018 unterstützt werden.

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Konjunkturforscher heben Prognose leicht an

Die führenden Konjunkturforscher Deutschlands haben ihre Vorhersage für 2018 und 2019 leicht angehoben. Sie erwarten für das laufende Jahr nun 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und für das kommende Jahr 2,0 Prozent. Im Herbst hatten sie nur mit 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet, wie aus der halbjährlichen Gemeinschaftsdiagnose (Frühjahrsgutachten) hervorgeht.

Konjunkturforscher heben Prognose leicht an

ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.04.2018

Die führenden Konjunkturforscher Deutschlands haben ihre Vorhersage für 2018 und 2019 leicht angehoben. Sie erwarten für das laufende Jahr nun 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und für das kommende Jahr 2,0 Prozent. Im Herbst hatten sie nur mit 2,0 und 1,8 Prozent gerechnet, wie aus der halbjährlichen Gemeinschaftsdiagnose (Frühjahrsgutachten) hervorgeht, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. „Der Boom, in dem sich die deutsche Wirtschaft befindet, hält an. Allerdings wird die Luft dünner, da die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper werden“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung und -prognosen des federführenden ifo Instituts. Mit Blick auf die Wirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung ergänzt er: „Gerade, wenn Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung laufen dem Nachhaltigkeitsgedanken zuwider.“

Der Finanzierungsüberschuss des Staates bleibt trotz der Abgabenentlastungen und Ausgabensteigerungen aufgrund der kräftigen Konjunktur und wegen progressionsbedingter Mehreinnahmen fast gleich: 36,6 Milliarden Euro 2017, 37,8 Milliarden im laufenden Jahr und 34,7 im kommenden. Die Zahl der Erwerbstätigen wird von 44,3 Millionen 2017 auf 44,9 Millionen in diesem Jahr und auf 45,3 Millionen im kommenden Jahr steigen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Arbeitslosen von 2,5 über 2,3 auf 2,2 Millionen Menschen. Damit sinkt die Arbeitslosenquote von 5,7 über 5,2 auf 4,8 Prozent. Die Verbraucherpreisinflation wird bis 2019 auf 1,9 Prozent ansteigen. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss (Waren, Dienstleistungen und Übertragungen) wird voraussichtlich leicht zunehmen, von 262,6 Milliarden Euro in 2017 auf 277,0 im laufenden Jahr und auf 284,5 Milliarden im kommenden. Das sind 8,0 und 8,2 und 8,0 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung des Jahres.

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