Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2025 um 0,1 % niedriger als im Vorquartal

Die deutsche Wirtschaft verliert nach positivem Jahresbeginn an Fahrt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 um 0,1 % gesunken, nachdem es zum Jahresbeginn 2025 noch gestiegen war.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.07.2025

Deutsche Wirtschaft verliert nach positivem Jahresbeginn an Fahrt

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2. Quartal 2025
-0,1 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
0,0 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,4 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,1 % gesunken, nachdem es zum Jahresbeginn 2025 noch gestiegen war (revidiert +0,3 % im 1. Quartal 2025 zum Vorquartal; bisher: +0,4 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten im 2. Quartal 2025 nach vorläufigen Erkenntnissen niedriger als im Vorquartal. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben stiegen dagegen preis-, saison- und kalenderbereinigt an.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich unverändert

Im Vorjahresvergleich lag das BIP im 2. Quartal 2025 preisbereinigt auf demselben Niveau wie im 2. Quartal 2024 (0,0 %), wobei im 2. Quartal 2025 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand. Preis- und kalenderbereinigt war es um 0,4 % höher als im Vorjahresquartal.

Revision der bisherigen Ergebnisse zurück bis 2008

Das Statistische Bundesamt hat, wie zu diesem Termin üblich, die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab 2021 überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Dabei ergaben sich für das vierteljährliche, preisbereinigte BIP Änderungen der bisherigen Ergebnisse von -0,7 bis +0,6 Prozentpunkten. Detaillierte Angaben zu den Neuberechnungen enthält die Tabelle „Alt-Neu-Vergleich“ am Ende dieser Pressemitteilung.

Abweichend vom zu diesem Zeitpunkt üblichen Vorgehen wurden auch die Ergebnisse der Jahre 2008 bis 2020 überarbeitet. Das preisbereinigte BIP wurde dabei nur geringfügig um maximal 0,1 Prozentpunkte angepasst. Grund für die Überarbeitung war insbesondere die Integration von Analyseergebnissen zu Geschäftsaktivitäten multinationaler Unternehmensgruppen. Diese werden in den jetzigen Ergebnissen besser abgebildet. Nähere Erläuterungen zu diesen Revisionen stellt das Statistische Bundesamt mit der Veröffentlichung der ausführlichen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2025 (22. August 2025) zur Verfügung.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

8 von 10 Händlern sind für ein Verbot chinesischer Billig-Marktplätze

Seit einigen Jahren drängen verstärkt Online-Händler auf den deutschen Markt, die zu Niedrigstpreisen Produkte vor allem aus China importieren. Mehr als drei Viertel der deutschen Händler (78 Prozent) fordern lt. Bitkom deshalb ein Verbot chinesischer Billig-Marktplätze.

Bitkom, Pressemitteilung vom 29.07.2025

  • 92 Prozent meinen, Rechtsverstöße durch Billig-Händler aus China zu beobachten
  • 4 von 10 wollen sich aufgrund der geopolitischen Lage von außereuropäischen Zulieferern trennen

Seit einigen Jahren drängen verstärkt Online-Händler auf den deutschen Markt, die zu Niedrigstpreisen Produkte vor allem aus China importieren. Mehr als drei Viertel der deutschen Händler (78 Prozent) fordern deshalb ein Verbot chinesischer Billig-Marktplätze. Aus Sicht von je 9 von 10 Händlern würden sie häufig gegen das hier geltende Recht verstoßen (92 Prozent) und ihre Produkte enthielten oft potenziell gefährliche Inhaltsstoffe (88 Prozent). Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 505 Handelsunternehmen ab 10 Beschäftigten in Deutschland befragt wurden. „Billig-Händler verschärfen den Wettbewerb und werden von vielen etablierten Handelsunternehmen als Bedrohung wahrgenommen. Die deutschen und europäischen Behörden müssen dafür sorgen, dass dieser Wettbewerb unter fairen Bedingungen stattfindet, Schlupflöcher bei beispielsweise Zöllen geschlossen werden und der Verbraucher- und Umweltschutz gewahrt wird“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

In der Verantwortung sehen die Händler dabei vor allem die Europäische Union, denn 85 Prozent sind der Meinung, die EU müsse den europäischen Binnenmarkt vor außereuropäischen Online-Marktplätzen schützen. 9 von 10 Handelsunternehmen (87 Prozent) sind der Ansicht, dass die Regulierung für den Import von Produkten über entsprechende Online-Marktplätze grundsätzlich verschärft werden sollte. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre eine Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro, die derzeit für die Einfuhr außereuropäischer Produkte gilt – drei Viertel des deutschen Handels halten diese Maßnahme für sinnvoll (76 Prozent). Von selbst wird sich das Problem in den Augen der Händler nicht lösen: Nur jeder Fünfte glaubt, dass es sich bei den Billig-Marktplätzen um einen Hype handelt und sie bald wieder verschwinden (19 Prozent).

Aber auch andere globale Entwicklungen bereiten dem deutschen Handel Sorgen, insbesondere die Verschärfung der geopolitischen Lage erfordert aus seiner Sicht Anpassungen. Knapp die Hälfte der Händler ist durch geopolitische Konflikte von Lieferschwierigkeiten betroffen (47 Prozent), ein Drittel wird infolgedessen das Produktsortiment verkleinern (33 Prozent). Und auch um Abhängigkeiten von außereuropäischen Lieferanten macht sich der Handel Gedanken: 4 von 10 Handelsunternehmen geben an, solche Zulieferer durch europäische ersetzen zu wollen (41 Prozent). Denn, so sind sich zwei Drittel der Händler sicher, Deutschland stehe am Beginn eines Handelskrieges (67 Prozent).

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

Im Land steckt viel Kraft: Ländliche Räume verdienen mehr politische Aufmerksamkeit

Sie sind wirtschaftliche Zentren, Innovationsmotoren und Schlüsselakteure der Transformation – und werden regelmäßig unterschätzt: Ländliche Regionen bieten unverzichtbare Flächen, Ressourcen und Standortvorteile. Gleichzeitig stehen sie vor zahlreichen Herausforderungen, etwa bei der Nah- und Gesundheitsversorgung, der Mobilität oder beim Umgang mit Flächenressourcen. Ein DIHK-Positionspapier listet Lösungsvorschläge.

DIHK, Mitteilung vom 28.07.2025

Sie sind weit mehr als idyllische Lebens-, Natur- und Erholungsräume – ländliche Regionen sind wirtschaftliche Kraftzentren, Innovationsmotoren und Schlüsselakteure der Transformation. Mit rund der Hälfte der gesamtwirtschaftlichen und fast zwei Dritteln der industriellen Bruttowertschöpfung tragen sie maßgeblich zu Wohlstand, Beschäftigung und Innovationskraft in Deutschland bei.

Tagtäglich zeigen zahlreiche „Hidden Champions“ und viele mittelständische Betriebe – von Händlern über Zulieferer bis hin zu touristischen Anbietern sowie Dienstleistern, welches Potenzial in ländlichen Regionen steckt.

Aktive Treiber der Transformation

Trotz dieser Bedeutung werden ländliche Räume in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt und allzu oft auf die Rolle als Anhängsel urbaner Zentren reduziert. Dabei sind sie eigenständige Impulsgeber, Partner auf Augenhöhe und aktive Gestalter des Wandels: Ländliche Regionen bieten Flächen, Ressourcen und Standortvorteile, die für die Transformationsaufgaben unserer Zeit unverzichtbar sind.

So befinden sich hier etwa 95 Prozent der installierten Onshore-Windenergie-Leistung und 98 Prozent der Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Auch beim Thema Mobilität können ländliche Räume eine Vorreiterrolle einnehmen, etwa bei der Erprobung des autonomen Fahrens.

Passgenaue Maßnahmen statt pauschaler Lösungen

Gleichzeitig stehen diese Regionen vor zahlreichen, teils spezifischen Herausforderungen, etwa bei der Sicherstellung von Nah- und Gesundheitsversorgung, der Mobilität oder beim Umgang mit Flächenressourcen. Hier braucht es individuelle Lösungsansätze, die den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort gerecht werden.

Innovative Konzepte wie digitale Gesundheitsanwendungen, On-Demand-Verkehre oder vollautomatisierte Kleinstsupermärkte – sogenannte Smart Stores – können die Versorgung gerade in dünn besiedelten Gebieten deutlich verbessern. Damit diese Ansätze wirken können, sind verlässliche und rechtssichere Rahmenbedingungen nötig. Ein Beispiel: die Öffnungsmöglichkeiten von Smart Stores an Sonn- und Feiertagen. Hier könnten entsprechende Regelungen aus Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Hessen oder Sachsen-Anhalt als Vorbild dienen.

Fachkräfte für ländliche Räume gewinnen und sichern

Eine zentrale Herausforderung bleibt das Thema Fachkräfte. Viele ländliche Regionen stehen durch den demografischen Wandel und die Abwanderung junger Menschen in städtische Ballungszentren unter besonderem Druck. Dabei bergen sie enormes Potenzial: Rund 60 Prozent aller Ausbildungsplätze werden „auf dem Land“ bereitgestellt. Um diese Standorte dauerhaft zu sichern, schlägt die DIHK unter anderem vor, die Mindestgröße von Klassen zu senken, Blockunterricht zu stärken sowie die Zusammenbeschulung affiner Ausbildungsberufe zu ermöglichen.

Acht Handlungsfelder für starke ländliche Regionen

Diese und weitere Vorschläge hat die DIHK – gebündelt in acht zentralen Handlungsfeldern – in einem Positionspapier zusammengefasst, das Sie hier abrufen können (PDF, 790 KB).

Neben geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen braucht es vor allem mehr Sichtbarkeit für die Stärken und Potenziale ländlicher Räume. Denn sie sind kein Ort des Mangels, sondern Räume der Möglichkeiten, geprägt von Tatkraft, Unternehmertum und Mut für neue Wege.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

RWI/ISL-Containerumschlag-Index stagniert: US-Zollpolitik bremst Welthandel aus

Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Juni mit saisonbereinigt 136,5 Punkten gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert und zeigt damit die anhaltende Schwäche im Welthandel.

RWI, Pressemitteilung vom 25.07.2025

Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Juni mit saisonbereinigt 136,5 Punkten gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert und zeigt damit die anhaltende Schwäche im Welthandel. Seit Jahresbeginn bewegt sich der Index seitlich – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Handelspolitik der Vereinigten Staaten die globalen Warenströme belastet. Bemerkenswert sind gegenläufige regionale Entwicklungen, die sich hinter dem Gesamtbild verbergen: Europäische Häfen verzeichneten im Juni deutliche Rückgänge und machten damit ihre vorangegangenen Zugewinne wieder zunichte – ein Hinweis für die Unsicherheit im Welthandel.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im Juni mit 136,5 Punkten gegenüber 136,4 Punkten (revidiert) im Vormonat weitgehend unverändert geblieben.
  • Beim Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist ein Rückgang von 116,8 (revidiert) auf 115,5 Punkte im Juni gegenüber dem Vormonat zu beobachten.
  • In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag mit 151,2 Punkten gegenüber 151,3 Punkten (revidiert) im Vormonat nur leicht gesunken.
  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für Juli 2025 wird am 28. August 2025 veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der globale Containerumschlag stagniert unter dem Druck der US-Zollpolitik. Zwar könnte die jüngste Einigung zwischen den USA und China Ende Juni für eine vorübergehende Belebung sorgen, doch die grundsätzliche Unsicherheit durch immer neue Zollankündigungen der US-Administration bleibt bestehen und belastet die Weltwirtschaft weiterhin.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V

Powered by WPeMatico

Mehr Ausbildungsverträge in den größeren Betrieben, weniger in den Kleinstbetrieben

Die Anzahl der Auszubildenden in der gewerblichen Wirtschaft und in den Freien Berufen ist lt. IfM Bonn in 2024 um rund 19.000 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 24.07.2025

Ausbildungsquote ist in Rheinland-Pfalz und Saarland am höchsten

Die Anzahl der Auszubildenden in der gewerblichen Wirtschaft und in den Freien Berufen ist in 2024 um rund 19.000 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt lag sie Ende Dezember 2024 bei 1,52 Millionen.

Am höchsten ist aktuell die Ausbildungsquote – der Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – in Rheinland-Pfalz und im Saarland, am niedrigsten in Berlin und Hamburg.

Größere Betriebe sind zunehmend im Vorteil

Obwohl die Gesamtzahl an Auszubildenden in 2024 zum zweiten Mal in Folge gestiegen ist, profitieren von dieser Entwicklung vor allem größere Betriebe (+4,6 %) und mittlere Betriebe (+1,9 %). Dagegen sank die Anzahl der Ausbildenden in den Klein- und Kleinstunternehmen (-1,0 %/-2,6 %).

Insgesamt bilden zwar weiterhin die Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Betriebe (68,4 %) die meisten Auszubildenden aus, seit Jahren wächst jedoch stetig der Anteil der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den größeren Betrieben. Zugleich geraten die Kleinstbetriebe (weniger als 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) beim Wettbewerb um zukünftige Fachkräfte immer stärker ins Hintertreffen.

Quelle: IfM Bonn

Powered by WPeMatico

Startups setzen voll auf Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist die wichtigste Technologie für Tech-Startups in Deutschland. Inzwischen nutzen lt. Bitkom 82 Prozent KI, vor einem Jahr waren es 76 Prozent, 2023 sogar erst 49 Prozent.

Bitkom, Pressemitteilung vom 28.07.2025

  • 8 von 10 Startups nutzen KI – die Hälfte von ihnen ist auf die Technologie angewiesen
  • Fast zwei Drittel warnen, dass Regulierung KI-Entwicklung in Europa behindert
  • 89 Prozent sehen in KI die wichtigste Zukunftstechnologie

Künstliche Intelligenz ist die wichtigste Technologie für Tech-Startups in Deutschland. Inzwischen nutzen 82 Prozent KI, vor einem Jahr waren es 76 Prozent, 2023 sogar erst 49 Prozent. Weitere 16 Prozent planen oder diskutieren den KI-Einsatz. Zugleich halten 89 Prozent KI für die wichtigste Zukunftstechnologie (2024: 80 Prozent). 55 Prozent sind sicher, dass Startups, die KI nicht nutzen, keine Zukunft haben – vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 39 Prozent. Und 43 Prozent meinen, dass sie ohne KI ihre Produkte und Dienstleistungen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr anbieten könnten. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 152 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Künstliche Intelligenz hat sich in Rekordtempo zum Treiber von Innovationen entwickelt. Startups sind Vorreiter beim KI-Einsatz“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Vor allem Mittelständler können von Startups lernen, wie man KI sinnvoll in die Praxis bringt.“

Startups nutzen derzeit KI gleichermaßen zur Unterstützung ihres Geschäftsbetriebs (63 Prozent) wie zur Verbesserung ihrer Produkte oder Dienstleistungen (62 Prozent). Die große Mehrheit der Startups, die KI einsetzt, verwendet dabei auch generative KI (87 Prozent): 71 Prozent zur Unterstützung des eigenen Geschäftsbetriebes, 54 Prozent als Teil des Produktangebots. Ein möglicher Grund dafür: Fast drei Viertel (74 Prozent) haben festgestellt, dass Startups, die KI in ihren Produkten integriert haben, leichter Finanzierungen bekommen. Allerdings räumt auch rund ein Drittel (35 Prozent) ein, dass KI die großen Erwartungen bislang nicht erfüllt hat.

Startups blicken skeptisch auf den AI Act

Die europäische KI-Regulierung durch den AI Act wird von vielen Startups kritisch gesehen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) warnen, dass übertriebene Regulierung der Grund dafür ist, dass besonders starke KI-Lösungen kaum in der EU entwickelt werden. 45 Prozent sind sich sicher, dass der AI Act ihr Startup in der Nutzung oder Entwicklung von KI einschränken wird. Und 43 Prozent beklagen, dass ihr Startup durch den AI Act einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen aus anderen Ländern wie den USA oder China hat. Dabei teilen 71 Prozent die Hoffnung, dass Europa im globalen Wettlauf um KI eine Spitzenposition erreichen kann. „Wir müssen alles dafür tun, damit Startups in Deutschland und Europa bei KI international konkurrenzfähig sein können. Dazu gehören Zurückhaltung und Planungssicherheit bei der Regulierung“, so Wintergerst.

Datenschutz und Rechtsunsicherheit gelten als größte KI-Hemmnisse

Bereits heute sind die größten Hemmnisse für den KI-Einsatz sind aus Sicht deutscher Startups Anforderungen an den Datenschutz (33 Prozent) sowie Verunsicherung durch rechtliche Hürden oder Unklarheiten wie etwa beim AI Act (27 Prozent). Erst dahinter folgenden fehlende finanzielle Mittel (21 Prozent) und fehlendes Personal (20 Prozent). Weitere Hemmnisse beim KI-Einsatz sind die Sorge, dass Unternehmensdaten in falsche Hände geraten, fehlende Zeit im Alltagsgeschäft sowie die Sorge vor künftigen rechtlichen Einschränkungen der Technologie (jeweils 15 Prozent). 12 Prozent fehlen Daten für einen nutzbringenden Einsatz von KI, 9 Prozent das technische Know-how, 7 Prozent sehen keine sinnvolle Anwendung, 6 Prozent haben kein Vertrauen in KI und 3 Prozent fokussieren sich auf andere Zukunftstechnologien. Nur 1 Prozent beklagt fehlende Akzeptanz von KI bei den Beschäftigten. Rund ein Viertel (26 Prozent) sieht überhaupt keine Hemmnisse beim KI-Einsatz.

Get Started, die Startup-Initiative des Bitkom, hat heute Handlungsempfehlungen veröffentlicht, wie es gelingen kann, in Deutschland mehr erfolgreiche KI-Startups aufzubauen. Diese reichen von einem verbesserten Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung über die Ausbildung von Talenten und den leichteren Zugang zu Daten bis zu einer öffentlichen Vergabe, die Startups stärker in den Blick nimmt.

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico

4,4 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben 2024 Mehrarbeit geleistet

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland gehören Überstunden zum Arbeitsalltag: Knapp 4,4 Mio. von ihnen haben im Jahr 2024 durchschnittlich mehr gearbeitet, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart war. Das entsprach einem Anteil von 11 % der insgesamt 39,1 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.07.2025

  • Mehrarbeit in der Finanz- und Versicherungsbranche und der Energieversorgung am weitesten verbreitet
  • Knapp ein Fünftel der Betroffenen leistet unbezahlte Überstunden

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland gehören Überstunden zum Arbeitsalltag: Knapp 4,4 Millionen von ihnen haben im Jahr 2024 durchschnittlich mehr gearbeitet, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart war. Das entsprach einem Anteil von 11 % der insgesamt 39,1 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Dabei leisteten Männer mit einem Anteil von 13 % etwas häufiger Mehrarbeit als Frauen (10 %).

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Finanz- und Versicherungsbranche und der Energieversorgung leisten am häufigsten Mehrarbeit

Deutliche Unterschiede zeigten sich mit Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche. Am weitesten verbreitet war Mehrarbeit in den Bereichen Finanz- und Versicherungsleistungen und Energieversorgung, wo 17 % beziehungsweise 16 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon betroffen waren. Am niedrigsten war der Anteil mit 6 % im Gastgewerbe, gefolgt von der Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen wie etwa Wach- und Sicherheitsdienstleistungen oder Reinigungsdienstleistungen (8 %).

15 % der Betroffenen mit mindestens 15 Stunden Mehrarbeit pro Woche

Für die meisten Beschäftigten war der Umfang der Mehrarbeit auf wenige Stunden pro Woche begrenzt. 45 % gaben an, durchschnittlich weniger als fünf Überstunden geleistet zu haben. Bei insgesamt 73 % waren es weniger als zehn Stunden. Allerdings leisteten 15 % der Betroffenen mindestens 15 Stunden Mehrarbeit in der Woche.

Bei einem Großteil fließt die Mehrarbeit in ein Arbeitszeitkonto ein

Mehrarbeit kann in Form von bezahlten und unbezahlten Überstunden geleistet werden oder auf ein Arbeitszeitkonto einfließen, über das sie später wieder ausgeglichen werden kann. Von den Personen, die 2024 mehr gearbeitet hatten als vertraglich vereinbart, leistete knapp jede oder jeder Fünfte (19 %) unbezahlte Überstunden. 16 % wurden für ihre Überstunden bezahlt. 71 % nutzten ein Arbeitszeitkonto für die geleistete Mehrarbeit. Mehrarbeit wurde teilweise über eine Kombination der drei Formen geleistet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Powered by WPeMatico

Bürokratieabbau für kleinere und mittlere Unternehmen

Über konkrete Maßnahmen zur Entbürokratisierung für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort vom 17.07.2025 (BT-Drs. 21/927).

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 22.07.2025

Über konkrete Maßnahmen zur Entbürokratisierung für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/927) auf eine Kleine Anfrage (21/711) der AfD-Fraktion. Seit Amtsantritt der Bundesregierung sind demnach folgende Maßnahmen eingeleitet:

Ausbau der digitalen Angebote im Zoll- und Verbrauchsteuerbereich, unter anderem mittels Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) durch das Bundesministerium der Finanzen. Die Umsetzung ist bis Ende des Jahres 2025 vorgesehen.

Die Aufhebung der Stoffstrombilanzverordnung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Die Aufhebung der Verordnung ist am 8. Juli 2025 in Kraft getreten. (…)

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 315/2025

Powered by WPeMatico

Unternehmensnachfolge 2025: Mittelstand schlägt Alarm

Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zu einer der größten Herausforderungen für den deutschen Mittelstand. Innerhalb der nächsten zehn Jahre drohen bis zu 250.000 Betriebe wegzubrechen, weil sich keine geeignete Nachfolge findet – darunter auch Tausende wirtschaftlich gesunde Unternehmen. Besonders angespannt ist die Lage laut DIHK-Nachfolgereport im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Verkehrsgewerbe.

DIHK, Mitteilung vom 21.07.2025

Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zu einer der größten Herausforderungen für den deutschen Mittelstand. Noch nie wollten so viele Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Betrieb übergeben – doch die passende Nachfolge ist rar. In den Beratungen der Industrie- und Handelskammern (IHKs) stehen bundesweit rund 9.600 übergabebereiten Unternehmen nur etwa 4.000 potenzielle Interessenten gegenüber. Mehr als ein Viertel der Altinhaberinnen und Altinhaber zieht bereits eine vollständige Schließung in Betracht. Hochgerechnet könnten innerhalb der nächsten zehn Jahre bis zu 250.000 Betriebe wegbrechen – darunter auch Tausende wirtschaftlich gesunde Unternehmen.

Branchen unter Druck – mit Folgen für Innenstädte und Regionen

Besonders angespannt ist die Lage im Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Verkehrsgewerbe. In diesen Branchen kommen auf einen potenziellen Nachfolger rechnerisch mehr als drei beziehungsweise vier angebotene Betriebe, bei Dienstleistern und in der IT-Branche immerhin noch zwei. Die Folgen reichen oft deutlich über die betroffenen Unternehmen hinaus – vielerorts stehen Geschäfte leer, Innenstädte verlieren an Attraktivität und regionale Versorgungsstrukturen brechen weg. Das hat negative Auswirkungen auf die Standortqualität ganzer Regionen: Wenn etwa ein Gasthof auf dem Land schließt, geht nicht nur ein wirtschaftlicher Akteur verloren, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für die Gemeinde.

Demografie, Bürokratie und Krisen schrecken ab

Allein demografisch bedingt steigt die Zahl der Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Nachfolge regeln wollen. Doch die Bevölkerungsentwicklung allein erklärt nicht die zunehmenden Probleme beim Generationenwechsel. Seit 2019 hat sich die Lücke zwischen übergabebereiten Unternehmen und Nachfolgeinteressierten in den IHK-Beratungen nahezu verdoppelt. Mehr als 50.000 Rückmeldungen aus dem IHK-Service zur Unternehmensnachfolge zeigen: Die andauernde Rezession, wirtschaftliche Unsicherheit, gestiegene Energie- und Personalkosten, der Fachkräftemangel und die in vielen Teilen überbordende Bürokratie dämpfen die Bereitschaft, sich langfristig unternehmerisch zu engagieren. Selbst viele qualifizierte Fachkräfte entscheiden sich oft gegen eine Selbstständigkeit. Für ein sicheres Angestelltenverhältnis können sie in Zeiten des Personalmangels häufig gute Konditionen aushandeln.

IHKs wirken, aber die Politik muss nachziehen

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ist die Zahl der IHK-Beratungen im Jahr 2024 angestiegen. Das intensive Engagement der IHKs vor Ort zeigt Wirkung: Zuletzt kamen wieder etwas mehr Interessenten für eine Unternehmensübernahme. Dabei wächst in der Industrie das Interesse an der Selbstständigkeit im Wege einer Unternehmensnachfolge. Manche wollen auf diese Weise eine neue Perspektive jenseits der stark vom Strukturwandel betroffenen Branchen finden. Das alles kann jedoch gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen als „Push-Faktoren“ für Unternehmertum in unserem Land nicht ersetzen.

Die DIHK hat aus den Praxiserfahrungen der von den IHKs beratenen Unternehmen und potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern konkrete Empfehlungen abgeleitet.

  • Zentrale Anlaufstelle für Nachfolgen schaffen
    So sollten Unternehmen etwa den gesamten Übergabeprozess bei nur einer staatlichen Stelle anzeigen können. Das sorgt für mehr Übersichtlichkeit und reduziert den bürokratischen Aufwand.
  • Vorschriften abbauen und Bestandsschutz für übernommene Betriebe einführen
    Wer etwa einen Gastronomiebetrieb übernimmt, muss sich mit einer Vielzahl an Regularien gleichzeitig auseinandersetzen. Das reicht von der Nutzungsfähigkeit der Betriebsräumlichkeiten, einer Gaststättenerlaubnis und Brandschutzauflagen über Themen wie technische Gebäudeausrüstung, Barrierefreiheit, Energieeffizienz, Hygiene, Lärmschutz bis hin zum Denkmalschutz. All diese Vorschriften sollten entschlackt und Anforderungen dort gestrichen werden, wo sie für Übernehmerinnen und Übernehmer zu unverhältnismäßig hoher Belastung führen. Die Politik sollte zudem einen für die verbleibenden Regelungen auskömmlich befristeten Bestandsschutz bei gerade erst übernommen Unternehmen prüfen.
  • Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen
    Wer modernisieren oder umbauen möchte oder muss, sollte schneller und unbürokratisch Genehmigungen erhalten – etwa mittels Genehmigungsfiktionen, Stichtagsregelungen, Fristverkürzungen und Vereinfachungen.
  • Rechtssichere Datenübernahme ermöglichen
    Die Weiterverwendung von Kunden- und Lieferantendaten sollte unkompliziert und datenschutzkonform möglich sein.
  • Nachfolgekultur stärken
    Unternehmertum muss als realistischer beruflicher Weg sichtbar werden. Eine stärkere Verankerung im Bildungssystem kann helfen, mehr junge Menschen für diese Option zu begeistern.

Quelle: DIHK

Powered by WPeMatico

Kapitalmangel in Deutschland: Jedes vierte Startup denkt an Wegzug

Fehlendes Wagniskapital könnte dazu führen, dass Startups Deutschland verlassen. Jedes vierte junge Unternehmen (26 Prozent) überlegt aktuell, aus diesem Grund ins Ausland zu gehen. 81 Prozent haben festgestellt, dass Investoren aufgrund der konjunkturellen Lage zurückhaltender geworden sind, nur 23 Prozent meinen, dass es hierzulande ausreichend Venture Capital für Startups gibt. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 152 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom, Pressemitteilung vom 22.07.2025

  • Im Schnitt brauchen deutsche Startups 2,5 Millionen Euro frisches Kapital
  • Nur 23 Prozent halten das in Deutschland verfügbare Kapital für ausreichend
  • Konjunkturelle Lage erschwert Investorensuche

Fehlendes Wagniskapital könnte dazu führen, dass Startups Deutschland verlassen. Jedes vierte junge Unternehmen (26 Prozent) überlegt aktuell, aus diesem Grund ins Ausland zu gehen. 81 Prozent haben festgestellt, dass Investoren aufgrund der konjunkturellen Lage zurückhaltender geworden sind, nur 23 Prozent meinen, dass es hierzulande ausreichend Venture Capital für Startups gibt. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 152 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Im Schnitt benötigen Startups in den kommenden zwei Jahren rund 2,5 Millionen Euro frisches Wagniskapital. Nur ein knappes Viertel (24 Prozent) ist für die kommenden beiden Jahre ausreichend finanziert. „Die im internationalen Vergleich schwierige Finanzierungssituation stellt viele deutsche Startups seit Jahren vor Probleme. Mit Initiativen wie dem Zukunftsfonds hat die Politik zuletzt gegengesteuert, hier muss jetzt nachgelegt werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Unser Ziel muss nicht nur sein, Tech-Startups in Deutschland zu halten, sondern Deutschland auch für Gründerinnen und Gründer aus anderen Ländern Europas oder auch den USA richtig attraktiv zu machen.“

Unter den Startups, die über einen Umzug nachdenken, gibt es keine klare Präferenz für ein Zielland. So überlegen 28 Prozent eine Verlegung in die USA, 25 Prozent in ein anderes EU-Land und ebenfalls 25 Prozent in ein europäisches Land außerhalb der EU. 23 Prozent wissen noch nicht, welches Land in Frage kommt oder wollten dazu keine Angabe machen.

Trotz der Kapitalsorgen ist die große Mehrheit der Startups, die für die kommenden zwei Jahre frisches Geld benötigen, zuversichtlich, dass sie die Finanzierungsrunden erfolgreich abschließen können. 29 Prozent halten es für sehr wahrscheinlich, dass sie das Kapital einsammeln werden, 50 Prozent für eher wahrscheinlich. Dagegen halten es nur 17 Prozent für eher unwahrscheinlich, 2 Prozent für sehr unwahrscheinlich, dass ihnen die Finanzierung gelingt. Auch der Weg an die Börse ist für eine knappe Mehrheit der Startups eine Option. 53 Prozent können sich einen Börsengang grundsätzlich vorstellen. Für 40 Prozent kommt dabei eine ausländische Börse in Frage, für 45 Prozent eine deutsche.

Quelle: Bitkom

Powered by WPeMatico