Bürokratieabbau im Gastgewerbe – Lösungen aus der Praxis für die Praxis

Um den Bürokratieabbau im Gastgewerbe weiter voranzutreiben, haben das Bundeswirtschaftsministerium und der Beauftragte für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung gemeinsam mit Branchenvertreterinnen und -vertretern einen Praxischeck für das Gastgewerbe durchgeführt.

BMWE, Pressemitteilung vom 21.07.2025

Um den Bürokratieabbau im Gastgewerbe weiter voranzutreiben, haben das Bundeswirtschaftsministerium und der Beauftragte für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung gemeinsam mit Branchenvertreterinnen und -vertretern einen Praxischeck für das Gastgewerbe durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Bereiche Lebensmittelhygiene, Allergenkennzeichnung, Arbeits-/Gesundheitsschutz sowie Brandschutz und Elektrocheck. Gerade für die überwiegend kleinen und mittelständischen Betriebe des Gastgewerbes gilt: Weniger ist mehr. Weniger Papier und mehr Gastlichkeit. Weniger Zeit am Schreibtisch und mehr Zeit bei den Gästen.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und die Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand: „Bürokratie kostet Zeit, Geld und Nerven – besonders im Mittelstand. Der Praxischeck zum Gastgewerbe hat offengelegt, was schiefläuft: Ein überbordendes Berichtswesen, Dokumentationspflichten ohne Mehrwert, ungenutzte Handlungsräume aus Sorge vor Verstößen. Kleinere Betriebe sind überproportional belastet. Der Praxischeck zeigt, wie Bürokratierückbau im Gastgewerbe konkret gelingen kann – direkt vor Ort, gemeinsam mit den Betrieben. Die Ergebnisse sind eine Blaupause für andere mittelständische Branchen und die Länder.“

Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus: „Restaurants, Gasthäuser, Bars und Kneipen sind Orte der Begegnung, der Lebensqualität und Gastfreundschaft. Damit das so bleibt, müssen sie sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Überflüssige Bürokratie muss weg. Unser Praxischeck zeigt Wege aus der Zettelwirtschaft. Bei der Lebensmittelhygiene haben die Behörden schon heute die Möglichkeit, eine Dokumentation nur von denen zu fordern, die gegen Regeln verstoßen. Dieser Spielraum sollte flächendeckend einheitlich genutzt werden. Aber auch die Politik ist gefragt: Deutschland muss aufhören, EU-Vorgaben über das notwendige Maß zu erfüllen, etwa bei der Rückverfolgung von Lebensmitteln. Ein Handyfoto vom Lieferschein reicht hier völlig aus.“

Walter Nussel MdL, Beauftragter für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung: „Der Praxischeck im Gastgewerbe hat es gezeigt: Bürokratiearmer Vollzug wird in Bayern bereits an vielen Stellen gelebt. Diese gute Vollzugspraxis wollen wir in Bayern flächendeckend und einheitlich anwenden. Und wir suchen den Schulterschluss mit anderen Bundesländern, um gute Ideen miteinander zu teilen und den Bürokratieabbau gemeinsam voranzutreiben.“

Wesentliche Empfehlungen des Praxischecks lauten:

  • Gezielte Kontrollen statt Dokumentationspflichten für alle Unternehmen: Restaurants und Gasthäuser, die die Hygienestandards einhalten, müssen nicht präventiv, sondern erst nach festgestellten Hygienemängeln die Einhaltung der Hygienestandards dokumentieren. Für Betriebe, die wie Krankenhaus- oder Schulkantinen vulnerable Gruppen versorgen, bleiben die umfassenden Dokumentationspflichten bestehen.
  • Keine Übererfüllung bei der Umsetzung von EU-Regelungen durch den Bund: Nach den bestehenden EU-Regeln kann die Herkunft von Lebensmitteln auch ohne maschinenlesbares Format rückverfolgt werden. Handyfotos sind ausreichend.
  • Lockerung der EU-Vorschriften zur Allergenkennzeichnung: Keine verpflichtende Allergenkennzeichnung für täglich, wöchentlich oder saisonal wechselnde Gerichte. Eine mündliche Mitteilung der Allergene muss genügen. Hierfür ist auf EU-Ebene zu werben.
  • Vereinfachungen beim Brandschutz (Länder): Betriebe müssen wissen, was das Gesetz von ihnen verlangt. Durch klarere Regeln beim Brandschutz, insbesondere zu den Prüfintervallen und den zur Prüfung befähigten Personen, sparen sie Zeit und Geld. Auch sollten die Bundesländer ihre Vorgaben vereinheitlichen.

Das BMWE bleibt im Austausch mit den Beteiligten zur Umsetzung der erarbeiteten Empfehlungen. Mit den sogenannten Praxischecks verfolgt das BMWE einen neuen Ansatz, um bürokratische Hemmnisse spürbar abzubauen. Hierzu simuliert das BMWE, gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Verwaltung, Prozesse von Anfang bis zum Ende. Um für konkrete Investitionsvorhaben und Fallkonstellationen bürokratische Hemmnisse auszumachen und Lösungen zu entwickeln.

Das BMWE hat bereits erfolgreich Praxischecks in den Bereichen Photovoltaik, Windenergie an Land, Wärmepumpen und Energiedienstleistungsgesetz und zu Gründungen und Unternehmensnachfolgen durchgeführt.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium

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ZEW-Index: Erholung setzt sich fort

Im Juli 2025 steigen die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland erneut an. Sie liegen mit plus 52,7 Punkten um 5,2 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage legt erneut kräftig zu.

ZEW, Pressemitteilung vom 15.07.2025

Der ZEW-Indikator liegt bei plus 52,7 Punkten

Im Juli 2025 steigen die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland erneut an. Sie liegen mit plus 52,7 Punkten um 5,2 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage legt erneut kräftig zu. Der Lageindikator für Deutschland steigt um 12,5 Punkte und liegt nun bei minus 59,5 Punkten.

„Nach den kräftigen Aufhellungen der vergangenen zwei Monate verfestigt sich die positive Stimmung unter den Befragten. Trotz anhaltender Unsicherheit im Zusammenhang mit globalen Handelskonflikten erwarten knapp zwei Drittel der Expertinnen und Experten eine Verbesserung der deutschen Konjunktur. Die Hoffnung auf eine baldige Lösung des US-EU-Zollstreits sowie potenzielle Wirtschaftsimpulse durch das geplante Investitionssofortprogramm der Bundesregierung scheinen das Stimmungsbild zu dominieren. Der gestiegene Optimismus drückt sich insbesondere in stark gestiegenen Erwartungen für den Maschinenbau und die Metallproduktion, gefolgt von der Elektrobranche, aus“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Im Juli bleiben die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stabil. Diese liegen aktuell mit plus 36,1 um 0,8 Punkte über dem Vormonatswert. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage in der Währungsunion verbessert sich ebenfalls, wenn auch deutlich weniger als der Wert für Deutschland. Mit minus 24,2 Punkten liegt sie aktuell um plus 6,5 Punkte über dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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Steigendes Alter der mittelständischen Unternehmer bremst Investitionen

Ältere Unternehmensinhaber investieren lt. KfW deutlich seltener als junge. Zwischen 2004 und 2023 betrug der durchschnittliche jährliche Unterschied der Unternehmensinvestitionen zwischen der niedrigsten und der höchsten Altersklasse im Mittel 20 Prozentpunkte.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 15.07.2025

  • Ältere Inhaberinnen und Inhaber investieren seltener in ihre Unternehmen und nehmen Wertverlust in Kauf
  • Demografischer Wandel führt zu dauerhaftem Investitionsstau
  • Unternehmer werden deutlich investitionsfreudiger, wenn sie Nachfolgefrage gelöst haben

Ältere Unternehmensinhaber investieren deutlich seltener als junge. Zwischen 2004 und 2023 betrug der durchschnittliche jährliche Unterschied der Unternehmensinvestitionen zwischen der niedrigsten und der höchsten Altersklasse im Mittel 20 Prozentpunkte: Während Mittelständler mit Inhabern unter 40 Jahren im Mittel zu 58 Prozent Investitionen vornahmen, waren es bei älteren Inhabern über 60 Jahren lediglich 38 Prozent. Am höchsten war die Investitionslücke laut einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zwischen den Generationen im Jahr 2007 mit 30 Prozentpunkten.

Diese Bestandsaufnahme hat sich damit zwar über die Jahre hinweg wenig verändert. Zunehmend problematisch ist dies allerdings wegen der demografischen Entwicklung: Die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland sind immer älter, der Nachwuchs fehlt. Das Durchschnittsalter der Inhaberinnen und Inhaber mittelständischer Unternehmen liegt bei über 54 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es noch 45 Jahre. Mit 54 Prozent ist mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmerschaft in Deutschland 55 Jahre oder älter, das sind knapp über 2 Millionen. Vor 20 Jahren waren es lediglich 20 Prozent.

„Die Gruppe derjenigen Unternehmen, die aufgrund eines relativ hohen Inhaberalters zurückhaltender investiert, wird sukzessive größer. Der bremsende Effekt auf die Investitionen im Mittelstand nimmt in der Gesamtsicht daher zu“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Viele Unternehmen fahren auf Verschleiß. Das kann sich Deutschland nicht dauerhaft leisten.“
Besonders stark zeigt sich die Alterung im Baugewerbe sowie bei wissensintensiven Dienstleistungen wie Steuerberatern oder Anwälten. Im Jahr 2003 waren 35 Prozent der Inhaber von Unternehmen im Baugewerbe unter 40 Jahre alt, 2024 waren es nur noch 11 Prozent. Dagegen stieg der Anteil der Chefs über 60 Jahren in dem Zeitraum von 14 auf 34 Prozent.

Bei den wissensnahen Dienstleistungen waren 2003 noch 29 Prozent der Inhaber jünger als 40, inzwischen sind es nur noch 9 Prozent. Dafür sind 42 Prozent älter als 60 Jahre, im Jahr 2003 waren das nur 10 Prozent. Im Regionalvergleich ist die Alterung der Unternehmerschaft in Westdeutschland etwas stärker ausgeprägt als in Ostdeutschland. Zudem sind kleine Mittelständler deutlicher betroffen als größere.

Dass ältere Unternehmerinnen und Unternehmer weniger investitionsfreudig sind, hat verschiedene Gründe. Für ältere Inhaber ist es deutlich unsicherer als für junge, ob sich eine Investition noch amortisieren wird. Zudem nehmen ältere Unternehmer nur ungern Kredite auf, da sie keine längerfristigen finanziellen Verpflichtungen eingehen wollen.

Auch eine ungeklärte Nachfolgefrage ist ein großes Investitionshemmnis. Das zeigt sich auch daran, dass es eine überaus positive Wirkung auf die Investitionsfreude hat, wenn sich ein Unternehmer bereits in Verhandlungen mit einem potenziellen Nachfolger befindet. Im Durchschnitt investierten alle mittelständischen Unternehmen zwischen 2007 und 2024 im Jahr 8.400 Euro je Mitarbeiter. Unternehmer, die auf Sicht von fünf Jahren einen Nachfolger suchten, investierten hingegen nur 7.300 Euro je Beschäftigtem. Gab es bereits Gespräche mit potenziellen Nachfolgekandidaten stieg diese Summe auf 16.400 Euro und sogar auf 21.900 Euro, wenn ein Nachfolger bereits gefunden war.

„Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es für junge Menschen attraktiver macht, bestehende Unternehmen zu übernehmen. Wenn ältere Unternehmer bessere Aussichten haben, Nachfolger zu finden, werden sie auch mehr investieren“, sagt Dr. Dirk Schumacher.

Quelle: KfW

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2025

Konjunkturelle Abschwächung im zweiten Quartal Nach der spürbaren Belebung zu Jahresbeginn deutet sich bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland e…

BMWE, Pressemitteilung vom 14.07.2025

  • Nach der Belebung der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn zeichnet sich im zweiten Quartal eine schwächere Dynamik ab. Trotz aufgehellter Geschäftserwartungen bleiben Industrieproduktion und Auftragseingänge volatil. Der Außenhandel wirkt wachstumsdämpfend, da Ausfuhren – vor allem in die USA – nach den Vorzieheffekten im ersten Quartal zurückgingen. Die Binnenkonjunktur zeigt eine uneinheitliche Entwicklung: Zuletzt rückläufigen Einzelhandelsumsätzen stehen Zuwächse bei PKW-Neuzulassungen von Privatpersonen und gestiegene Umsätze im Gastgewerbe gegenüber. Anhaltende geopolitische Unsicherheiten und ein unverändert schwacher Arbeitsmarkt dämpfen die Konsumlaune der privaten Haushalte. Insgesamt scheint die Belebung im zweiten Quartal nicht weiter Tritt zu fassen – auch wegen auslaufender Vorzieheffekte und andauernder Unsicherheit über die US-Zollpolitik.
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm im Mai preis‑, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,2 % zu. Während die Ausbringung von Industriegütern um 1,4 % anstieg und die Energieproduktion mit 10,8 % kräftig zulegte, ging die Bauproduktion mit -3,9 % deutlich zurück. Im gleichen Zeitraum verzeichneten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe einen Rückgang um 1,4 %. Auch wenn die Industriekonjunktur sich seit Jahresbeginn im Trend weiterhin positiv entwickelt, ist eine abermalige Eintrübung der Perspektiven im Produzierenden Gewerbe angesichts der anhaltend hohen handels- und geopolitischen Unsicherheiten nicht ausgeschlossen.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 0,9 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Gegenüber Juni 2024 meldete der Einzelhandel im Juni dagegen ein reales Umsatzplus von 2,5 %. Neuzulassungen von Pkw durch Privatpersonen sind im Juni um 2,0 % gestiegen; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich stiegen sie hingegen nur um 0,4 %. Die Frühindikatoren für die Konsumentwicklung zeigen nach einer leichten Belebung des privaten Konsums im ersten Quartal 2025 aktuell ein gemischtes Bild.
  • Die Inflationsrate sank im Juni auf +2,0 %. Erneut gingen spürbare Entlastungen von den Energiepreisen aus, aber auch der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zeigte eine rückläufige Dynamik. Die Kernrate lag mit +2,7 % leicht niedriger als im Mai. Hierzu hat ein nachlassender Preisdruck sowohl bei Waren als auch Dienstleistungen beigetragen. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Inflation auf dem aktuellen Niveau stabilisieren.
  • Auch zum Ende des zweiten Quartals ist keine Belebung auf dem Arbeitsmarkt absehbar. Während die Erwerbstätigkeit im Mai weiterhin stagnierte, hat die Arbeitslosigkeit im Juni mit einem Plus von 11 Tsd. Personen abermals etwas stärker als saisonüblich zugenommen. Die Frühindikatoren lassen auch für das dritte Quartal keine Aufhellung der Beschäftigungsperspektiven erkennen.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach aktuellsten amtlichen Daten im April 2025 um 6,6 % gegenüber dem Vormonat und um 11,5 % gegenüber April 2024 angestiegen. Der IWH-Insolvenzmonitor für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für den Juni 2025 einen Rückgang von 3,9 % ggü. dem Vormonat aus. Im Vergleich zum Juni 2024 ist ein Anstieg um 22,6 % zu verzeichnen.

Konjunkturelle Abschwächung im zweiten Quartal

Nach der spürbaren Belebung zu Jahresbeginn deutet sich bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland eine etwas schwächere Dynamik im zweiten Quartal an. Zwar haben sich die Stimmungsindikatoren in den letzten Monaten -vor allem mit Blick auf die Geschäftserwartungen -spürbar aufgehellt; die jüngsten Daten zur konjunkturellen Entwicklung selbst zeichnen allerdings noch ein verhaltenes Bild: Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe hat sich nach dem deutlichen Rückgang im April zuletzt wieder etwas erholt; allerdings deutet der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex -ein Frühindikator für die Industrieproduktion -für Juni eine Abschwächung an. Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe blieben bis zuletzt vor dem Hintergrund der weiterhin hohen handels- und geopolitischen Unsicherheiten volatil. Nach der kräftigen Belebung der Warenausfuhren zu Jahresbeginn -vor allem auch in Erwartung der angekündigten Zollerhöhungen durch die US-Administration -haben sich die Exporte in den ersten zwei Monaten des laufenden Quartals deutlich abgeschwächt -insbesondere im Handel mit den USA. Damit dürfte im zweiten Quartal vom Außenhandel insgesamt ein dämpfender Effekt auf das Wirtschaftswachstum zu erwarten sein.

Bei der binnenwirtschaftlichen Nachfrage zeigt sich aktuell ein recht uneinheitliches Bild. Wie schon im Vormonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai im Vormonatsvergleich einen realen Umsatzrückgang und die Stimmung im Einzelhandel trübte sich zuletzt wieder leicht ein. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen dagegen war im Juni gegenüber dem Vormonat ein Anstieg zu verzeichnen, wodurch das gesamte zweite Quartal mit einem leichten Plus abschloss. Ebenso konnte das Gastgewerbe im April im Vormonatsvergleich einen preisbereinigten Umsatzzuwachs erzielen.

Ungeachtet zuletzt steigender Einkommens- und Konjunkturerwartungen dürfte die Kauflaune der Konsumentinnen und Konsumenten vor dem Hintergrund der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheiten sowie der nach wie vor schwachen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im zweiten Quartal verhaltener ausfallen als zuvor. Darauf deutet auch der jüngste Anstieg der GfK-Sparneigung hin -auf den höchsten Wert seit über einem Jahr.

Insgesamt scheint die zu Jahresbeginn spürbare wirtschaftliche Belebung im zweiten Quartal nicht weiter Tritt zu fassen. Neben einer Normalisierung der Vorzieheffekte im ersten Quartal im Vorfeld der angekündigten US-Zollerhöhungen ist dies auch auf die anhaltend unsicheren handels- und geopolitischen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Die damit verbundene Unsicherheit wird im Zuge der zunächst durch US-Präsident Trump bis zum 1. August verlängerten Aussetzung der sogenannten „reziproken“ Zölle weiter anhalten.

Anhaltende globale Unsicherheit dämpft Aussichten für das zweite Halbjahr

Nach den vorangegangenen beiden Anstiegen hat die weltweite Industrieproduktion im April mit einem saisonbereinigten Rückgang um 0,1 % gegenüber dem Vormonat nahezu stagniert. Damit übertraf sie den Vorjahreswert zu Beginn des zweiten Quartals um 3,1 %. Während im Euroraum mit -2,2 % deutlich und in China mit -0,3 % etwas weniger als im Vormonat produziert wurde, war in den USA mit +0,1 % ein geringfügiges Plus zu verzeichnen. Von den Frühindikatoren kommen nach der deutlichen Eintrübung zu Beginn des ersten Quartals zuletzt wieder etwas positivere Signale: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Juni um 0,5 Punkte auf 51,7 Punkte gestiegen und signalisiert damit eine etwas höhere Dynamik als im Vormonat. Während die Stimmung bei den Dienstleistern nahezu unverändert blieb (-0,1 Punkte auf 51,9 Punkte), kletterte der Index für die Industrie von 49,5 auf 50,3 Punkte und lag damit nach der schwachen Entwicklung im April und Mai wieder leicht über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der finanzmarktbasierte Sentix-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft hat im Juli mit dem dritten Anstieg in Folge seinen Aufwärtstrend fortgesetzt, wobei die Stimmungsaufhellung zuletzt über die Weltregionen hinweg an Breite gewonnen hat. Die befragten Investoren beurteilten sowohl die aktuelle Lage als auch ihre Konjunkturerwartungen deutlich günstiger als im Vormonat.

Der weltweite Warenhandel gab nach dem deutlichen, durch Vorzieheffekte im US-Geschäft gestützten Zuwachs im ersten Quartal im April saisonbereinigt um 1,4 % gegenüber dem Vormonat nach, wozu eine kräftige Korrektur bei den US-Importen von -20 % gegenüber dem Vormonat beitrug. Auch die Lieferungen in die Euroraum-Länder gingen mit -1,2 % etwas zurück. Insgesamt lag der Welthandel zu Beginn des zweiten Quartals mit +3,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat aber weiter deutlich im Plus (März: +6,6 %).

Auch wenn sich der Welthandel bislang insgesamt noch als recht robust gegenüber den bisherigen Zollanhebungen und der deutlich erhöhten handelspolitischen Unsicherheit erweist, deuten die Daten aktuell auf ein Abklingen der Vorzieheffekte sowie auf mögliche Veränderungen in der Struktur der Handelsaktivitäten hin. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im Mai zwar saisonbereinigt von 137,9 auf 138,3 Punkte gestiegen, der Umschlag an der US-amerikanischen Westküste, über die ein großer Teil des Handels mit China abgewickelt wird, ist zuletzt allerdings spürbar zurückgegangen. Auch die Aktivität in den chinesischen Häfen war geringer, während sie in Europa zunahm. Laut dem RWI könnte dies auf eine Umlenkung chinesischer Exporte nach Europa hindeuten.

Insgesamt hat sich die Konjunktur in vielen Ländern in der ersten Jahreshälfte -vor allem angesichts vorgezogener Lieferungen an US-Unternehmen – wohl etwas besser entwickelt als von vielen Analysten erwartet. Dementsprechend wurden die Wachstumserwartungen zuletzt für viele Länder etwas aufwärts revidiert. Für die Weltwirtschaft insgesamt liegt der Prognosedurchschnitt von Consensus Economics aktuell für 2025 und 2026 bei 2,2 % bzw. 2,3 %, nach 2,7 % im vergangenen Jahr. Mit den drohenden weiteren US-Zollanhebungen ab August ist im dritten Quartal mit einer erneuten Eintrübung der Perspektiven für Welthandel und Industrieproduktion zu rechnen. Unter der weiterhin hohen handels- und geopolitischen Unsicherheit dürfte insbesondere die Investitionstätigkeit der Unternehmen leiden.

Deutsche Exporte geben im Mai weiter nach

Das Exportgeschäft hat sich im Mai weiter eingetrübt: Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen saison- und kalenderbereinigt spürbar um 3,8 % gegenüber dem Vormonat zurück (April: -0,2 %). Damit lagen sie zur Mitte des zweiten Quartals um 1,4 % unter dem Durchschnitt des ersten Quartals, das von Vorzieheffekten angesichts der angekündigten US-Zollanhebungen geprägt war. Sowohl in die EU-Länder (-2,2 %) als auch in die Drittstaaten (-0,3 %) -vor allem in die USA (-7,7 %) -wurden weniger Waren geliefert als im Vormonat. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen nahmen im Mai saison- und kalenderbereinigt mit -4,5 % noch stärker gegenüber dem Vormonat ab, lagen aber noch rund 0,5 % über dem Durchschnitt des ersten Quartals. Auch importseitig schrumpfte der Warenhandel sowohl mit Ländern innerhalb ( 3,6 %) als auch außerhalb der EU (-4,1 %), wobei die Einfuhren aus den USA sogar um 10,7 % nachgaben. Der monatliche Außenhandelsüberschuss expandierte infolge der stärker fallenden Einfuhren im Vergleich zu den Ausfuhren saisonbereinigt von 8,7 Milliarden Euro auf 9,4 Milliarden Euro.

Die Einfuhrpreise haben im Mai infolge fallender Energie- und Rohstoffpreise saisonbereinigt um 0,5 % gegenüber dem Vormonat weiter nachgegeben, während die Ausfuhrpreise mit -0,1 % nahezu stagnierten. Damit verbesserte sich das Preisverhältnis im Güteraustausch mit dem Ausland (Terms of Trade) gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Real betrachtet dürfte die Rückgänge der Warenein- und -ausfuhren damit etwas geringer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren senden für die kommenden Monate überwiegend etwas positivere Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland blieben im Mai mit einem Anstieg von saisonbereinigt 2,9 % gegenüber dem Vormonat aufwärtsgerichtet. Neben einer um 3,1 % steigenden ausländischen Nachfrage nach Konsumgütern kamen die Triebkräfte mit +5,8 % von einem deutlichen Plus im Investitionsgüterbereich, wozu mit +13,1 % vor allem Bestellungen von Kunden außerhalb des Euroraums beitrugen. In der weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsbetrachtung expandierten die Auslandsorder um 6,4 %. Die ifo Exporterwartungen haben sich im Juni im Zuge der anhaltenden Unsicherheit über die weitere Handelspolitik dagegen wieder etwas von -3,0 im Mai auf -3,9 Punkte eingetrübt. In wichtigen Exportbranchen wie dem Automobil- oder dem Maschinenbau wird für die kommenden drei Monate erneut mit rückläufigen Auslandsgeschäften gerechnet. Dagegen sind die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen vorsichtig optimistisch.

Nach dem durch Vorzieheffekte geprägten Start in das Jahr deutet sich für das deutsche Auslandsgeschäft im zweiten Quartal eine gedämpfte Entwicklung an. Auch wenn sich die Produktion und Frühindikatoren für die Weltwirtschaft zuletzt etwas günstiger dargestellt haben, bleibt die Unsicherheit kurz vor dem angekündigten Ende der US-Zollpause für die weitere Entwicklung des Außenhandels überdurchschnittlich hoch.

Auftragseinbußen im Mai, Industrieproduktion volatil

Nach einem Dämpfer im Vormonat stieg das Produktionsvolumen im Produzierenden Gewerbe im Mai wieder spürbar an. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nahm der Ausstoß preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,2 % zu, nachdem im April ein Rückgang um 1,6 % zu verzeichnen war. Während die Produktion von Industriegütern (+1,4 %) und Energie (+10,8 %) zulegte, ging die Bauproduktion um 3,9 % zurück.

Innerhalb der Industrie stellte sich die Entwicklung dabei sehr unterschiedlich dar. Die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen (+10,0 %), Kfz und Kfz-Teilen (+4,9 %) sowie Metallerzeugnissen (+0,6 %) konnte gesteigert und damit Rückgänge in den Vormonaten teilweise wieder ausgeglichen werden. Demgegenüber verringerte sich die Ausbringung von chemischen Erzeugnissen (-3,8 %), elektrischen Ausrüstungen (-3,1 %) und im Maschinenbau ( -0,4 %). Auch in den energieintensiven Industrien war im Mai -wie schon im Vormonat -ein spürbarer Produktionsrückgang zu verzeichnen (-1,8 %).

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich legte die Ausbringungsmenge mit einem Plus von 1,4 % etwas stärker zu als in den vorigen Monaten. Dieser Anstieg ist auf eine deutliche Steigerung der Industrieproduktion (+2,2 %) zurückzuführen, während der Ausstoß im Baugewerbe (-1,7%) spürbar abnahm und die Energieproduktion (-0,1 %) nahezu stagnierte.

Ähnlich wie die Industrieproduktion im Vormonat haben die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai einen Dämpfer erhalten, nachdem sie zuvor spürbar zugelegt hatten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Bestelltätigkeit gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,4 % zurückgegangen. Während die inländischen Kunden ihre Aufträge mit einem Minus von 7,8 % spürbar kürzten, nahm die Nachfrage aus dem Ausland -insbesondere dank steigender Investitionsgüter-bestellungen -um 2,9 % zu. Triebfeder hierfür war das mit +9,0 % kräftig steigende Ordervolumen aus Ländern außerhalb des Euroraums. Bei den Aufträgen aus den Ländern der Währungsunion kam es dagegen zu Einbußen von 6,5 %. Ohne Großaufträge gaben die Auftragseingänge im Vormonatsvergleich insgesamt um 3,1 % nach.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes stellte sich die Entwicklung recht unterschiedlich dar. In den Bereichen sonstiger Fahrzeugbau (+6,8 %), Herstellung von pharmazeutischen Produkten (+7,7 %), Metallerzeugnissen (+18,2 %) sowie im Maschinenbau (+1,2 %) waren Zuwächse zu verzeichnen; im gewichtigen Kfz-Bereich stagnierten die Order nahezu (-0,2 %). Dagegen ging die Nachfrage bei EDV und Optik (-17,7 %), Chemie (-3,3 %) und elektrischen Ausrüstungen (-6,2 %) zurück.

In der Grundtendenz bleibt die Dynamik der industriellen Nachfrage trotz des Rücksetzers im Mai aufwärtsgerichtet: Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Neuaufträge um 2,1 % im Plus, wobei Auftriebskräfte insbesondere von den Auslandsordern im Investitions- (+11,8 %) sowie Konsumgütersegment (+2,4 %) ausgingen. Im Inland lag die Bestelltätigkeit dagegen in der Dreimonatsbetrachtung um 4,1 % im Minus.

Die Industriekonjunktur hat ihre tendenzielle Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn auch im Frühsommer fortgesetzt, angesichts der unvorhersehbaren US-Zollpolitik unterliegt sie jedoch zum Teil deutlichen Schwankungen. Im Zuge der weiterhin hohen handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten dürfte die weitere Entwicklung zumindest bis zum Abschluss eines stabilen Handelsabkommens zwischen der EU und den USA volatil bleiben. Ungeachtet der zuletzt zu beobachtenden Aufhellung der Geschäftserwartungen in vielen Industriezweigen ist daher auch eine abermalige Eintrübung der Konjunktur im Produzierenden Gewerbe vor diesem Hintergrund nicht ausgeschlossen.

Erlöse im Einzelhandel abermals rückläufig; Konsumstimmung trübt sich ein

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 0,9 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Sowohl der Handel mit Lebensmitteln (-0,6 %) als auch der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln (-1,4 %) verschlechterten sich im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Juni dagegen ein reales Umsatzplus von 2,5 %, insbesondere, weil der Internet- und Versandhandel gegenüber dem Vorjahr noch um deutliche 10 % ausgeweitet wurde. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich war noch ein leichter Umsatzanstieg von 0,7 % im Einzelhandel zu verzeichnen, was auch auf eine Aufwärtsrevision des Vormonatswertes von -1,1 % auf -0,6 % zurückzuführen ist.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Juni im Vormonatsvergleich um 2,0 % gesunken; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich stiegen sie um 1,8 %. Gegenüber dem Vorjahr kam es zu einem deutlichen Minus in Höhe von 13,8 %. Hintergrund sind vorgezogene Neuzulassungen im Juni 2024 aufgrund anstehender EU-Neuregelungen. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Juni im Vormonatsvergleich ein Plus von 2,0 % und in der Drei-Monats-Betrachtung von 0,4 %. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Juni um 4,0 %. Der Umsatz im Gastgewerbe legte im April gegenüber dem Vormonat nominal um 1,8 % und preisbereinigt um 1,7 % zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe einen nominalen Umsatzzuwachs von 1,7 %, in realer Rechnung jedoch einen Umsatzrückgang um 1,0 %.

Nach der leichten Belebung des privaten Konsums im ersten Quartal 2025 zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein gemischtes Bild. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) erlebte nach einem deutlichen Anstieg im Vormonat wieder einen leichten Rückprall und ging im Juni um 1,7 Zähler auf -20,3 Punkte zurück. Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage vergleichsweise stabil entwickelte, sanken die Erwartungen wieder etwas deutlicher um 3,0 Zähler auf -28,1 Punkte. Sie bewegen sich damit weiterhin spürbar im negativen Bereich. Lt. Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Juli mit einem leichten Rückgang um -0,3 Zähler auf -20,3 Pt. etwas abschwächen. Im Juni legt die Verbraucherstimmung laut dem Marktforschungsinstitut mit +0,8 Zählern jedoch erneut zu, verbleibt mit -20,0 Pt. aber unverändert deutlich im negativen Bereich. Grund für die erwartete leichte Abkühlung im Juli ist trotz verbesserter Einkommenserwartungen vor allem eine erhöhte Sparneigung. Die Anschaffungsneigung blieb im Juni nahezu unverändert. Das HDE-Konsumbarometer legte im Juli hingegen weiter zu und erreichte den höchsten Wert seit einem Jahr.

Die überwiegend leichte Eintrübung der aktuellen Frühindikatoren deutet auf eine weiterhin gedämpfte Kauflaune der Konsumentinnen und Konsumenten hin. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten sowie der nach wie vor schwachen Arbeitsmarktlage dürfte die Dynamik des privaten Konsums im zweiten Quartal wieder nachlassen.

Inflationsrate sinkt auf 2,0 %

Die Inflationsrate, also der Anstieg des Preisniveaus binnen Jahresfrist, sank im Juni mit +2,0 % gegenüber dem Vormonat leicht. Im Mai hatte sie noch +2,1 % betragen. Im Vormonatsvergleich stagnierte das Verbraucherpreisniveau saisonbereinigt (±0,0 %). Erneut ging eine spürbare Entlastung von den Energiepreisen aus, die gegenüber Juni 2024 um 3,5 % abnahmen (±0,0 % gegenüber Mai 2025). Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zeigte mit +2,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ebenfalls eine rückläufige Dynamik. Im Vormonatsvergleich ergab sich ein Rückgang des Preisniveaus um 0,5 %. Die Kernrate, d. h. die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, lag im Juni im Vorjahresvergleich mit +2,7 % leicht niedriger als im Mai, als sie +2,8 % betrug. Hierzu hat mit +3,3 % ein etwas nachlassender Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen ebenso beigetragen wie moderate Preissteigerungen für Waren, die um +0,8 % teurer wurden. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Kernrate leicht um 0,2 %.

Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Inflation angesichts weniger dynamischer Tariflohn¬steigerungen und einer zunächst noch verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Dynamik auf dem aktuellen Niveau stabilisieren.

Arbeitsmarktausblick für das Sommerhalbjahr bleibt gedämpft

Auch zum Ende des zweiten Quartals ist keine Belebung auf dem Arbeitsmarkt absehbar. So ist die Arbeitslosigkeit im Juni mit einem Plus von 11 Tsd. Personen abermals stärker als saisonüblich gestiegen. Aufgrund einer geringeren Inanspruchnahme arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen ist die Unterbeschäftigung hingegen um 10 Tsd. Personen zurückgegangen. Die Erwerbstätigkeit konnte auch im Mai mit einem saisonbereinigten (sb) Plus in Höhe von 2 Tsd. Personen nur leicht zulegen und entwickelt sich im Vorjahresvergleich weiterhin rückläufig. Auch bei der SV-pflichtigen Beschäftigung war im April mit +1 Tsd. Personen abermals eine Stagnation zu beobachten. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ist im April mit 214 Tsd. Personen leicht gesunken, die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit wird sich im Juni voraussichtlich auf dem Niveau der vorigen Monate bewegen.

Die Frühindikatoren lassen auch für das dritte Quartal keine Aufhellung der Beschäftigungsperspektiven erkennen. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat sich zwar geringfügig verbessert, bewegt sich jedoch nach wie vor deutlich unterhalb der Expansionsschwelle und weist auf eine weiter zunehmende Arbeitslosigkeit hin. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich im Baugewerbe und im Handel zwar verbessert, die Einstellungsbereitschaft im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor erlebte jedoch einen merklichen Rückprall. Auch der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit weist auf einen anhaltend geringen Personalbedarf der Unternehmen hin. Angesichts der ebenfalls anhaltend schwachen Lagebeurteilung der Unternehmen haben sich die Chancen auf eine spürbare Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt im Sommerhalbjahr damit abermals eingetrübt.

Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im April 2025 nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts um 6,6 % gegenüber dem Vormonat auf 2.125 beantragte Verfahren gestiegen. Gegenüber April 2024 ist ein Anstieg um 11,5 % zu verzeichnen. Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Juni mit 1.420 Insolvenzen einen Rückgang um 3,9 % gegenüber dem Vormonat aus. Dem gegenüber steht ein Anstieg um 22,6 % im Vergleich zum Juni 2024 und um 50,4 % gegenüber einem durchschnittlichen Juni der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Im zweiten Quartal 2025 waren laut IWH 4.524 Personen- und Kapitalgesellschaften von einer Insolvenz betroffen. Damit wurde das zweite Quartal 2024 um 20 % übertroffen.

Hinweis

In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 11.Juli 2025 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium

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Bundesrat beschließt Gesetz zur Umsetzung der RED III und ebnet schnelleren Genehmigungsverfahren bei erneuerbaren Energien den Weg

Der Bundesrat hat am 11.07.2025 dem Entwurf für ein Gesetz zur Umsetzung der Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2023/2413 (RED III) zugestimmt. Damit wird die Energiewende beschleunigt, Wirtschaft und Kommunen erhalten Planungssicherheit und die Belange der Umwelt bleiben gewahrt.

BMWE, BMUKN und BMWSB, Gemeinsame Pressemitteilung vom 11.07.2025

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 11.07.2025 dem Entwurf für ein Gesetz zur Umsetzung der Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2023/2413 (RED III) zugestimmt. Damit wird die Energiewende beschleunigt, Wirtschaft und Kommunen erhalten Planungssicherheit und die Belange der Umwelt bleiben gewahrt. An dem Gesetzesvorhaben waren das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) und das Bundesbauministerium (BMWSB) beteiligt.

Das neue Gesetz wird wesentliche Teile der 2023 überarbeiteten Richtlinie (EU) 2018/2001 zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien in nationales Recht überführen und dafür unter anderem Änderungen am Immissionsschutzgesetz und am Wasserhaushaltsgesetz vornehmen. Damit setzt die Bundesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Ziel ist es, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu erleichtern.

Wichtiges Element ist die Ausweisung von sogenannten Beschleunigungsgebieten für Windenergieanlagen an Land einschließlich zugehöriger Energiespeicher am selben Standort, die im Baugesetzbuch und Raumordnungsgesetz geregelt wird.

Damit können Vorhaben innerhalb dieser Gebiete in einem vereinfachten und beschleunigten Verfahren nach den neuen Bestimmungen im Windenergieflächenbedarfsgesetz genehmigt werden – digital, bürokratiearm und pragmatisch. Dadurch wird zugleich eine Anschlussregelung für Windenergieanlagen an Land an die EU-Notfall-Verordnung geschaffen, deren Genehmigungserleichterungen zum 30. Juni 2025 ausgelaufen sind.

Von der Richtlinie vorgesehene Beschleunigungsmaßnahmen für alle Erneuerbare-Energien-Vorhaben, zum Beispiel Windenergie, Solarenergie, Geothermie und Wärmepumpen, auch außerhalb von Beschleunigungsgebieten, werden durch Änderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes und des Wasserhaushaltsgesetzes ebenfalls umgesetzt.

Das Gesetz tritt unmittelbar nach seiner Verkündung in Kraft.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium

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Handelsgespräche EU – USA: Dienstleistungshandel sollte berücksichtigt werden

In der Diskussion um die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA wird der Handel mit Dienstleistungen vernachlässigt, kritisiert ein aktueller Kiel Policy Brief des IfW Kiel. Dabei liegt er in einer ähnlichen Größenordnung wie der Warenhandel. Zwischen 2014 und 2024 verzeichneten die USA in jedem Jahr einen teils erheblichen Überschuss im Dienstleistungshandel mit der EU, der das US-Defizit beim Warenhandel zum Teil ausgleicht.

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 10.07.2025

In der Diskussion um die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA wird der Handel mit Dienstleistungen vernachlässigt, kritisiert ein aktueller Kiel Policy Brief. Dabei liegt er in einer ähnlichen Größenordnung wie der Warenhandel. Zwischen 2014 und 2024 verzeichneten die USA in jedem Jahr einen teils erheblichen Überschuss im Dienstleistungshandel mit der EU, der das US-Defizit beim Warenhandel zum Teil ausgleicht.

„Die Bedeutung des Dienstleistungshandels für die USA mit der EU spielt in den Handelsgesprächen der beiden Länder leider nur eine untergeordnete Rolle, andernfalls würde diese Tatsache der EU eine erhebliche Verhandlungsmacht verleihen“, sagt Holger Görg, Forschungsdirektor „Außenhandel“ am Kiel Institut für Weltwirtschaft und einer der Autoren des Kiel Policy Briefs „Transatlantic Ties beyond Goods Trade: Significance and Policy Implications of EU-U.S. Services Trade“.

Demnach haben technologischer Fortschritt und Kostensenkungen bei Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie die Digitalisierung von Geschäftsmodellen den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen in den letzten Jahren erheblich erleichtert. Nach Zahlen des statistischen Amts der EU, Eurostat, ist das Volumen des Dienstleistungshandels – also die Summe der Im- und Exporte – zwischen der EU und den USA in den Jahren 2014 bis 2024 um 169 Prozent gestiegen, hat sich damit also fast verdreifacht. Dabei sind die EU und die USA bei Dienstleistungen der jeweils wichtigste Handelspartner füreinander.

Handel mit Dienstleistungen beinahe so bedeutend wie Handel mit Waren

Eurostat beziffert das Dienstleistungshandelsvolumen für 2024 auf 816,9 Milliarden Euro und das Warenhandelsvolumen auf 867,1 Milliarden Euro. Der Dienstleistungsverkehr zwischen den USA und der EU ist damit quantitativ mittlerweile fast so bedeutend wie der gesamte Warenverkehr zwischen den beiden Volkswirtschaften. Den US-Überschuss im Dienstleistungsverkehr beziffert Eurostat auf 148,0 Milliarden Euro und damit auf etwa drei Viertel des US-Defizits im Warenhandel von 197,4 Milliarden Euro.

In einer Gesamtbetrachtung des Handelsdefizits der USA mit der EU, die neben dem Waren- auch den Dienstleistungshandel berücksichtigt, schrumpft das Defizit also erheblich.

Eine herausragende Rolle spielen dabei digital erbringbare Dienstleistungen wie Gebühren für die Nutzung von geistigem Eigentum oder digitale Unternehmensdienstleistungen. Laut Eurostat lag ihr Handelsvolumen 2023 bei 77,2 Prozent des gesamten Dienstleistungshandels zwischen der EU und den USA. „Dies spiegelt die weltweit dominante Rolle von US-Tech-Konzernen wie Google, Meta oder Microsoft wider“, so Görg.

Die Zahlen des US-amerikanischen Bureau of Economic Analysis weichen aufgrund unterschiedlicher Datenquellen und Erhebungsmethoden zwar von den Eurostat-Zahlen ab. Aber auch sie zeigen die immense Bedeutung des Dienstleistungshandels zwischen der EU und den USA und wie stark dieser in den vergangenen Jahren zugenommen hat.

Handelsgespräche mit den USA: Zuckerbrot und Peitsche

Görg: „Die EU sollte in den Verhandlungen mit den USA auf eine Zuckerbrot-und-Peitsche-Strategie setzen. Sie sollte die USA einerseits mit Erleichterungen im Dienstleistungshandel locken, indem sie etwa Regelungen in den EU-Mitgliedsstaaten vereinheitlicht oder Bürokratie abbaut. Andererseits den USA mit Beschränkungen drohen, sollten sie im Warenhandel unbeirrt auf Abschottung setzen.“

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft

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Großhandelspreise im Juni 2025: +0,9 % gegenüber Juni 2024

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Juni 2025 um 0,9 % höher als im Juni 2024. Im Mai 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,4 % gelegen, im April 2025 bei +0,8 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Juni 2025 gegenüber dem Vormonat Mai 2025 um 0,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.07.2025

Großhandelsverkaufspreise, Juni 2025
+0,9 % zum Vorjahresmonat
+0,2 % zum Vormonat

Die Verkaufspreise im Großhandel waren im Juni 2025 um 0,9 % höher als im Juni 2024. Im Mai 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,4 % gelegen, im April 2025 bei +0,8 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Großhandelspreise im Juni 2025 gegenüber dem Vormonat Mai 2025 um 0,2 %.

Gestiegene Preise für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren sowie für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Nicht-Eisen-Metallhalbzeug

Hauptursächlich für den Anstieg der Großhandelspreise insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat war im Juni 2025 der Preisanstieg bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren. Die Preise lagen hier im Durchschnitt 4,2 % über denen von Juni 2024. Insbesondere Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze waren auf Großhandelsebene erheblich teurer als ein Jahr zuvor (+26,2 %), ebenso Zucker, Süßwaren und Backwaren (+18,2 %). Auch für Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette (+8,8 %) musste merklich mehr bezahlt werden als im Vorjahresmonat.

Die Großhandelsverkaufspreise für Nicht-Eisen-Erze, Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat (+20,5 %).

Dagegen waren die Preise im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen 5,9 % niedriger als im Juni 2024.

Ebenfalls günstiger im Vorjahresvergleich waren die Preise im Großhandel mit Altmaterial- und Reststoffen (-6,1 %), Eisen, Stahl und Halbzeug daraus (-5,4 %) sowie mit Datenverarbeitungs- und peripheren Geräten (-5,0 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Beantragte Regelinsolvenzen im Juni 2025: + 2,4 % zum Vorjahresmonat

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni 2025 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.07.2025

April 2025: 11,5 % mehr Unternehmens- und 0,8 % mehr Verbraucherinsolvenzen als im April 2024

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2025 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

11,5 % mehr Unternehmensinsolvenzen im April 2025 als im April 2024

Für den April 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 2.125 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 11,5 % mehr als im April 2024.

Die Forderungen der Gläubiger aus den im April 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im April 2024 hatten die Forderungen bei rund 11,4 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im April 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im April 2025.

Insolvenzhäufigkeit im Bereich Verkehr und Lagerei am höchsten

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im April 2025 in Deutschland insgesamt 6,1 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 11,3 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe sowie das Gastgewerbe mit jeweils 9,8 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

0,8 % mehr Verbraucherinsolvenzen im April 2025 als im April 2024

Im April 2025 gab es 6.328 Verbraucherinsolvenzen. Damit stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 0,8 % gegenüber April 2024.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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EU stellt hohe Anforderungen an KI-Anbieter

Der Digitalverband Bitkom sieht in dem am 10.07.2025 von der EU-Kommission vorgestellten „GPAI Code of Practice“ zum AI Act die Chance, Rechtssicherheit für die Entwicklung von KI in Europa zu schaffen. Gegenüber ersten Entwürfen sei er vereinfacht worden und orientiere sich stärker am Gesetzestext, sodass er in den Unternehmen besser anzuwenden sei.

Bitkom, Pressemitteilung vom 10.07.2025

  • EU-Kommission hat „GPAI Code of Practice“ zum AI Act vorgestellt
  • Bitkom sieht Chance für mehr Rechtssicherheit, warnt aber vor schwieriger Risikoprüfung und hohem bürokratischem Aufwand
  • Dehmel: „Der Code of Practice darf keine Bremse für den KI-Standort Europa werden“

Der Digitalverband Bitkom sieht in dem heute von der EU-Kommission vorgestellten „GPAI Code of Practice“ zum AI Act die Chance, Rechtssicherheit für die Entwicklung von KI in Europa zu schaffen. Gegenüber ersten Entwürfen sei er vereinfacht worden und orientiere sich stärker am Gesetzestext, sodass er in den Unternehmen besser anzuwenden sei. „Damit der AI Act wirklich praxistauglich umgesetzt werden kann, müssen aber sehr umfassende, aber vage formulierte Prüfpflichten nachgebessert und der bürokratische Aufwand deutlich reduziert werden. Der Code of Practice darf keine Bremse für den KI-Standort Europa werden.“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Die EU-Kommission hat heute den von einer unabhängigen Expertenkommission erstellten „GPAI Code of Practice“ veröffentlicht, in den Vorschläge von mehr als 1.000 Stakeholdern eingeflossen sind. Er soll Klarheit darüber schaffen, wie die Anforderungen des AI Act für sogenannte Allzweck-KI-Modelle (GPAI-Modelle) umgesetzt werden müssen, die besonders leistungsfähig und vielseitig einsetzbar sind und etwa die technologische Grundlage für Anwendungen wie ChatGPT bilden.

Kritisch sieht Bitkom die verschärfte Verpflichtung zur offenen Risikosuche bei sehr leistungsstarken KI-Modellen, der sogenannten „open-ended risk identification“. Das bedeutet, dass Unternehmen kontinuierlich nach potenziell denkbaren Risiken suchen müssen, die ein KI-Modell verursachen könnte. „Zusammen mit uneindeutig definierten Grundrechtsrisiken und gesellschaftlichen Risiken, bei denen häufig kaum etablierten Methoden zur Identifikation und Bewertung existieren, entsteht neue Rechtsunsicherheit für europäische KI-Anbieter“, so Dehmel. Zudem verursacht der „Code of Practice“ an zentralen Stellen neuen bürokratischen Aufwand, etwa was Dokumentationspflichten bei Beschwerden von Rechteinhabern angeht.

Positiv sieht Bitkom dagegen, dass bei Fragen der Sicherheit nun der Fokus mehr auf die zu erreichenden Ergebnisse gelegt und darauf verzichtet wird, konkrete Methoden vorzugeben. Das lässt den Anbietern von Allzweck-KI-Modellen mehr Freiheit bei der Wahl der verwendeten Methoden und berücksichtigt besser die hohe technologische Entwicklungsdynamik in diesem Bereich. Für mehr Rechtssicherheit sorgt zudem, dass die Anbieter von Allzweck-KI-Modellen bei der Nutzung von Daten Dritter wie öffentlich verfügbaren Daten – sogenannte „third party sets“ – grundsätzlich von der Verantwortung ausgenommen sind.

Quelle: Bitkom

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Inflationsrate im Juni 2025 bei +2,0 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni 2025 bei +2,0 %. Das war der niedrigste Wert seit Oktober 2024 (ebenfalls +2,0 %). Im Mai und April 2025 hatte die Inflationsrate jeweils bei +2,1 % gelegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.07.2025

Inflationsrate schwächt sich erneut leicht ab

Verbraucherpreisindex, Juni 2025:
+2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2025:
+2,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2025 bei +2,0 %. Das war der niedrigste Wert seit Oktober 2024 (ebenfalls +2,0 %). Im Mai und April 2025 hatte die Inflationsrate jeweils bei +2,1 % gelegen. „Die Inflationsrate hat sich im Juni erneut leicht abgeschwächt und den niedrigsten Stand im ersten Halbjahr erreicht. Neben den weiterhin fallenden Energiepreisen ging insbesondere der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln zurück“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). „Inflationstreibend wirkte dagegen nach wie vor die überdurchschnittliche Teuerung bei Dienstleistungen.“ Gegenüber dem Vormonat Mai 2025 blieben die Verbraucherpreise im Juni 2025 insgesamt unverändert (0,0 %).

Energieprodukte verbilligten sich um 3,5 % gegenüber Juni 2024

Die Preise für Energieprodukte lagen im Juni 2025 um 3,5 % niedriger als im Vorjahresmonat. Der Preisrückgang fiel damit erneut niedriger aus als in den Monaten zuvor (Mai 2025: -4,6 %; April 2025: -5,4 %). Binnen Jahresfrist gingen im Juni 2025 vor allem die Preise für Kraftstoffe (-4,6 %) zurück. Haushaltsenergie verbilligte sich im selben Zeitraum um 2,8 %. Hier konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher insbesondere von günstigeren Preisen für Brennholz, Holzpellets oder andere Brennstoffe, leichtes Heizöl (jeweils -5,6 %) sowie Strom (-2,4 %) profitieren. Die Preise für Fernwärme (-0,1 %) und für Erdgas (+0,1 %) blieben gegenüber dem Vorjahresmonat nahezu unverändert.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,0 %

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Juni 2025 um 2,0 % höher als im Vorjahresmonat, damit ging der Preisauftrieb für Nahrungsmittel im Juni 2025 auf den Stand der Gesamtteuerung zurück. Im Mai 2025 hatte die Teuerung noch +2,8 % betragen. Von Juni 2024 bis Juni 2025 verteuerte sich vor allem Obst (+7,4 %). Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+5,3 %) sowie für Molkereiprodukte und Eier (+3,6 %) fiel die Preiserhöhung deutlich aus. Im Einzelnen standen teilweise starken Preiserhöhungen (zum Beispiel Schokolade: +17,4 %) auffällige Preisrückgänge (zum Beispiel Zucker: -28,6 %) gegenüber. Daneben waren unterdurchschnittliche Preiserhöhungen zu beobachten, zum Beispiel für Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+0,6 %) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (+0,5 %). Günstiger als ein Jahr zuvor war beispielsweise Gemüse (-3,0 %, darunter Kartoffeln: -11,2 %).

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,7 %

Im Juni 2025 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,6 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Juni 2025 bei +2,7 %. Die beiden Kenngrößen liegen seit Januar 2024 über der Gesamtteuerung und verdeutlichen somit, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch war.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Juni 2025 um 3,3 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach +3,4 % im Mai 2025. Von Juni 2024 bis Juni 2025 erhöhten sich Preise vor allem für kombinierte Personenbeförderung (+11,4 %), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,5 %) und Versicherungen (+8,1 %). Auch für stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,6 %) wurden überdurchschnittliche Preiserhöhungen ermittelt. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren zudem viele andere Dienstleistungen wie Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung, der Besuch in Gaststätten (jeweils: +4,1 %) sowie Pauschalreisen ins Ausland (+3,8 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung bei Dienstleistungen blieben die Nettokaltmieten mit +2,0 %. Dagegen waren nur wenige Dienstleistungen günstiger als im Vorjahresmonat, zum Beispiel Telekommunikation (-1,4 %) und Flugtickets (-1,3 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Juni 2024 um 0,8 %

Waren insgesamt verteuerten sich von Juni 2024 bis Juni 2025 um 0,8 %. Im Mai 2025 hatte die Teuerung +0,9 % betragen. Im Juni 2025 erhöhten sich die Preise für Verbrauchsgüter um 1,1 % und für Gebrauchsgüter um 0,5 %. Neben dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+2,0 %) wurden einige andere Waren deutlich teurer, zum Beispiel alkoholfreie Getränke (+7,9 %, darunter Kaffee und Ähnliches: +19,8 %), Tabakwaren (+6,4 %) und Personenkraftwagen (+4,0 %). Preisrückgänge waren hingegen außer bei der Energie (-3,5 %) unter anderem bei Mobiltelefonen (-7,1 %), Geräten der Informationsverarbeitung (-3,8 %) sowie Bekleidungsartikeln (-0,5 %) zu verzeichnen.

Preise insgesamt blieben gegenüber dem Vormonat stabil

Im Vergleich zum Mai 2025 blieb der Verbraucherpreisindex im Juni 2025 unverändert. Teurer binnen Monatsfrist wurden mit dem Start in die Sommersaison vor allem Pauschalreisen ins Ausland (+6,3 %) und Flugtickets (+4,9 %). Die Preise für Energie insgesamt blieben gegenüber dem Vormonat unverändert (0,0 %). Teurer wurde hier vor allem leichtes Heizöl (+3,5 %), günstiger wurden hingegen zum Beispiel Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-0,5 %). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt binnen Monatsfrist gaben nach (-0,5 %, darunter Gemüse: -2,2 %; Obst: -0,8 %). Zudem gingen unter anderem die Preise für Bekleidungsartikel (-1,9 %) sowie für Schuhe und Schuhzubehör (-0,8 %) zurück.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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