Betriebliche Ausbildung stärken – Fachkräfte sichern

Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 487.000 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen – ein leichter Rückgang von 0,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Gleichzeitig gab es beim Start ins neue Ausbildungsjahr deutlich mehr offene Stellen als unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber. Weniger Azubis heute bedeuten aber fehlende Fachkräfte in den Betrieben morgen. Die neue Bundesregierung sollte lt. DIHK daher deutliche Akzente setzen, um die duale Ausbildung zu stärken und möglichst viele Potenziale zu entfalten.

DIHK, Mitteilung vom 07.04.2025

Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 487.000 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen – laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung ein leichter Rückgang von 0,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Gleichzeitig gab es beim Start ins neue Ausbildungsjahr deutlich mehr offene Stellen als unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber. Weniger Azubis heute bedeuten aber fehlende Fachkräfte in den Betrieben morgen. Die neue Bundesregierung sollte daher deutliche Akzente setzen, um die duale Ausbildung zu stärken und möglichst viele Potenziale zu entfalten.

Allianz für Aus- und Weiterbildung und Pakt für berufliche Schulen fortsetzen

Die bewährte „Allianz für Aus- und Weiterbildung“, in der sich Wirtschaftsverbände, Bundesregierung, Bundesländer, Bundesagentur für Arbeit und Gewerkschaften für die duale Ausbildung stark machen, und der „Pakt für berufliche Schulen“ von Kultusministerkonferenz und Bundesbildungsministerium sollten konsequent fortgeführt werden. Berufsschulen brauchen eine moderne Ausstattung, eine verlässliche Infrastruktur und qualifizierte Lehrkräfte.

Fördermittel aus dem Digitalpakt 2.0 und dem Startchancenprogramm müssen auch ihnen zugutekommen. Angesichts fehlender Bewerberinnen und Bewerber sowie zahlreicher unbesetzter Ausbildungsplätze ist es an der Zeit, die politischen Diskussionen über staatlich verpflichtende, umlagefinanzierte “Ausbildungsgarantien” ein für alle Mal zu beenden. Stattdessen sollte die Ausbildungsreife junger Menschen systematisch gefördert werden.

Berufsorientierung verbessern und digitalisieren

Ermöglicht wird dies durch eine konsequente praxisorientierte und ausgewogene Berufsorientierung in allen Schulen. Auch Gymnasien sollten verbindlich über die Perspektiven informieren, die eine duale Ausbildung mit anschließender Höherer Berufsbildung als gleichwertiger Bildungsweg zum Studium bietet. Zusätzlich zu betrieblichen Praktika und zur persönlichen Unterstützung durch Ausbildungs- und Berufsberatung oder Ausbildungsbotschafter bzw. -botschafterinnen sind mehr digitale Formate ein Weg, um die junge Zielgruppe zu erreichen.

Jugendberufsagenturen bundesweit stärken

Viele junge Menschen brauchen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung eine gute und kompetente Begleitung, um unrealistische Berufswünsche geradezurücken, den passenden Betrieb zu finden und Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Diese Beratung sollte möglichst aus einer Hand und unter einem Dach erfolgen. Ein guter Weg wäre es, Jugendberufsagenturen unter bundesweiter Beteiligung der Industrie- und Handelskammern zu stärken und sie als präsente Marke und zentrale Anlaufstelle für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf zu etablieren.

Förderangebote wie Einstiegsqualifizierungen, Assistierte Ausbildung und ehrenamtliche Mentorenprogramme müssen noch bekannter gemacht, weiterentwickelt und nachhaltig gesichert werden. Wer ein Studium abgebrochen hat, sollte schnellstmöglich mit Ausbildungsbetrieben in Kontakt treten. Hierzu gilt es, vorhandene regionale Initiativen von Hochschulen, Kammern und Arbeitsagenturen noch besser miteinander zu vernetzen.

Gleichwertigkeit voranbringen – DBAD etablieren

Die internationale Mobilität von Auszubildenden ist wichtig, um gleichzeitig die Attraktivität der dualen Ausbildung und die Kompetenzen des Fachkräftenachwuchses zu erhöhen. Um sie zu verbessern, sollte ein „Deutscher Beruflicher Austauschdienst“ (DBAD) analog zum Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) etabliert und mit Bundesmitteln unterstützt werden. Zudem müssen vergünstigte ÖPNV-Tickets und bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende wie Studierende gleichermaßen verfügbar sein.

Nachqualifizierung ausbauen – Azubis aus dem Ausland gezielt anwerben

Für Menschen ohne Berufsabschluss sollten Nachqualifizierungen ausgebaut werden, insbesondere durch standardisierte Teilqualifikationen und die neue Möglichkeit der individuellen Feststellung beruflicher Fähigkeiten (Validierung).

Angesichts der demografischen Entwicklung brauchen wir nicht nur mehr qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland, sondern auch junge Menschen, die in unser Land kommen und hier eine duale Ausbildung absolvieren. Wichtig ist daher, weltweit Interessentinnen und Interessenten zu gewinnen und die Voraussetzungen für eine Qualifizierung in Deutschland zu schaffen. So ist es möglich, gezielt dem Fachkräftemangel in den Betrieben entgegenzuwirken und gleichzeitig das Konzept der dualen Ausbildung zu stärken.

Quelle: DIHK

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Industrie 4.0: Drei Viertel der Unternehmen investieren in Weiterbildung

Ob zur Zusammenarbeit mit Robotern, zur besseren Steuerung von Prozessen oder zur Optimierung der Produktion durch die Auswertung großer Datenmengen: 74 Prozent der Industrieunternehmen investieren lt. Bitkom in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um Industrie 4.0. 68 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass durch den Einsatz von Industrie 4.0 in der Produktion neue Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 07.04.2025

  • Digitale Technologien mildern Fachkräftemangel und verhindern Fehler in der Fabrikarbeit
  • 44 Prozent sagen, Stellenkürzungen anderer Industrieunternehmen helfen bei Schließung der eigenen Fachkräftelücke

Ob zur Zusammenarbeit mit Robotern, zur besseren Steuerung von Prozessen oder zur Optimierung der Produktion durch die Auswertung großer Datenmengen: 74 Prozent der Industrieunternehmen investieren in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um Industrie 4.0. Etwa 7 von 10 Unternehmen (68 Prozent) gehen davon aus, dass durch den Einsatz von Industrie 4.0 in der Produktion neue Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen. Und ebenso viele beobachten, dass Arbeitsplätze für geringer qualifiziertes Personal wegfallen (68 Prozent). Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die unter 552 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde. Demnach kann Industrie 4.0 aber auch gering qualifizierten Beschäftigten bei der Bewältigung komplexer Aufgaben helfen – beispielsweise durch die schrittweise Anleitung über ein digitales Assistenzsystem. Diese Möglichkeit sehen 44 Prozent der Industrieunternehmen. „Die Anwendung digitaler Technologien in der Produktion schafft Stellen mit einem sehr spezifischen Profil, das schwer zu finden ist: Es verlangt eine umfangreiche Qualifikation auf dem Feld der IT und Datenanalyse, gleichzeitig müssen entsprechende Fachkräfte über tiefgehende Kenntnisse der Fertigungsprozesse verfügen. Andererseits organisieren und erledigen die Technologien einfache Aufgaben im Produktionsprozess selbst und ermöglichen es, dass Personal ohne spezielle Qualifikation anspruchsvollere Tätigkeiten übernimmt – reduzieren so also auch wieder den Bedarf an Fachkräften“, sagt Nick Kriegeskotte, Experte für Industrie 4.0 beim Bitkom.

Ein Drittel der deutschen Industrie ist daher insgesamt der Überzeugung, dass Anwendungen der Industrie 4.0 die Herausforderungen des Fachkräftemangels abmildern (32 Prozent). Gleichzeitig lässt sich ein grundsätzlicher Vorteil erkennen: Denn entsprechende Technologien reduzieren die Fehleranfälligkeit bei der Arbeit in der Fabrik, sagen 6 von 10 Unternehmen (57 Prozent). „Durch die Analyse von Echtzeitdaten ist eine ständige Kontrolle von menschlichen und automatisierten Arbeitsschritten in der Produktion möglich. Fehler fallen sofort auf und können umgehend behoben oder sogar vorausschauend verhindert werden, sodass die Fertigung nicht unterbrochen werden muss“, so Kriegeskotte.

Aktuell macht vor allem die wirtschaftliche Lage den deutschen Industrieunternehmen zu schaffen: Rund ein Drittel gibt an, aus diesem Grund in den kommenden Monaten in größerem Umfang Stellen streichen zu müssen (34 Prozent). Dennoch bringen die Stellenkürzungen in der Industrie auch Chancen mit sich: Für 44 Prozent erweisen sich Entlassungen bei anderen Unternehmen als hilfreich, um eigene freie Stellen zu besetzen und so die Fachkräftelücke zu schließen.

Quelle: Bitkom

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Exporte im Februar 2025: +1,8 % zum Januar 2025

Im Februar 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber Januar 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,8 % und die Importe um 0,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 um 0,1 % und die Importe um 4,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.04.2025

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Februar 2025
131,6 Milliarden Euro
+1,8 % zum Vormonat
+0,1 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Februar 2025
113,8 Milliarden Euro
+0,7 % zum Vormonat
+4,6 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), Februar 2025
+17,7 Milliarden Euro

Im Februar 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber Januar 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,8 % und die Importe um 0,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 um 0,1 % und die Importe um 4,6 %.

Im Februar 2025 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 131,6 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 113,8 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im Februar 2025 mit einem Überschuss von 17,7 Milliarden Euro ab. Im Januar 2025 hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo der Außenhandelsstatistik +16,2 Milliarden Euro betragen. Im Februar 2024 hatte er bei +22,6 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Februar 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 70,2 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 58,6 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Januar 2025 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 0,5 % und die Importe aus diesen Staaten um 2,3 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 48,5 Milliarden Euro (+0,3 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 39,2 Milliarden Euro (+2,8 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 21,7 Milliarden Euro (+1,0 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 19,4 Milliarden Euro (+1,4 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im Februar 2025 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 55,2 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Januar 2025 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 3,2 % zu, während die Importe von dort um 1,0 % sanken.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Februar 2025 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 8,5 % mehr Waren exportiert als im Januar 2025. Damit nahmen die Exporte in die Vereinigten Staaten auf einen Wert von 14,2 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 0,6 % auf 6,8 Milliarden Euro. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken um 3,8 % auf 6,5 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im Februar 2025 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,7 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 7,1 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 3,9 % auf 7,6 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 5,2 % auf 3,5 Milliarden Euro ab.

Die Exporte in die Russische Föderation sanken im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 kalender- und saisonbereinigt um 3,0 % auf 0,6 Milliarden Euro, gegenüber Februar 2024 nahmen sie um 13,4 % ab. Die Importe aus Russland sanken im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 um 4,5 % auf 0,1 Milliarden Euro, gegenüber Februar 2024 nahmen sie um 49,4 % ab.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im Februar 2025 Waren im Wert von 129,8 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 111,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 sanken die Exporte damit um 1,8 % und die Importe stiegen um 3,1 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im Februar 2025 mit einem Überschuss von 18,4 Milliarden Euro ab. Im Februar 2024 hatte der Saldo +24,1 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Produktion im Februar 2025: -1,3 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 um 1,3 % gesunken.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.04.2025

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,6 % gesunken

Produktion im Produzierenden Gewerbe
Februar 2025 (real, vorläufig):
-1,3 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-4,0 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Januar 2025 (real, revidiert):
+2,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,6 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 saison- und kalenderbereinigt um 1,3 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von Dezember 2024 bis Februar 2025 um 0,1 % höher als in den drei Monaten zuvor. Für Januar 2025 wurde das vorläufige Ergebnis bestätigt (+2,0 % gegenüber Dezember 2024). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 war die Produktion im Februar 2025 kalenderbereinigt 4,0 % niedriger.

Deutlicher Produktionsrückgang im Baugewerbe

Die negative Entwicklung der Produktion im Februar 2025 ist insbesondere auf den Rückgang im Baugewerbe zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt -3,2 % zum Vormonat). Auch die Rückgänge in der Nahrungsmittelindustrie (-5,3 %) und in der Energieerzeugung (-3,3 %) beeinflussten das Gesamtergebnis negativ. Positiv wirkte sich hingegen der Produktionszuwachs im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+3,3 %) aus.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) nahm im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,5 % ab. Dabei stieg die Produktion von Investitionsgütern um 0,2 %. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank um 0,4 % und die Produktion von Konsumgütern um 3,0 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 fiel die Industrieproduktion im Februar 2025 kalenderbereinigt um 4,1 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von Dezember 2024 bis Februar 2025 um 0,1 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Februar 2024 war die energieintensive Produktion im Februar 2025 kalenderbereinigt um 4,0 % niedriger. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Mehr Selbständige wollen wieder investieren

Die Selbständigen in Deutschland sind lt. ifo Institut wieder vermehrt bereit zu investieren. Nach 13,6 % im November 2024 planen nun 19,9 %, ihre Investitionen 2025 zu erhöhen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.04.2025

Die Selbständigen in Deutschland sind wieder vermehrt bereit zu investieren. Nach 13,6 % im November 2024 planen nun 19,9 %, ihre Investitionen 2025 zu erhöhen. „Dies ist ein kleiner Lichtblick, doch die Selbständigen benötigen stabile Rahmenbedingungen, um nachhaltig stärker zu investieren“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Knapp die Hälfte der Selbständigen (48,8 %) plant, in diesem Jahr im gleichen Ausmaß zu investieren wie im Vorjahr. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die vorhaben, ihre Investitionen 2025 zu kürzen, von 39,3 auf 31,2 % gesunken. „Die Selbständigen zeigen noch eine deutlich geringere Bereitschaft zu investieren als die restliche deutsche Wirtschaft“, sagt Demmelhuber.

Neben den Investitionserwartungen hat sich auch das Geschäftsklima für die Selbständigen und Kleinstunternehmen deutlich verbessert. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg von -21,3* Punkten im Februar auf -15,8* im März. Insbesondere die skeptischen Stimmen bei den Erwartungen sind weniger geworden. Aber auch ihre laufenden Geschäfte beurteilten die Selbständigen erneut seltener negativ.

Für die Finanzierung der geplanten Investitionen spielt der Kreditzugang eine Rolle: Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal ging hier der Anteil der Selbständigen zurück, die Schwierigkeiten meldeten (von 35,1 % auf 34 %), während diese Quote in der Gesamtwirtschaft leicht zunahm (von 30,5 % auf 31,4 %). Der Anteil der Befragten, die überhaupt Kreditverhandlungen führen, ging allerdings bei den Selbständigen zurück auf 7,9 % (10,4 % zuletzt) und ist wesentlich geringer als in der Gesamtwirtschaft mit 23,3 %.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Soloselbständige und Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter*innen). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor.

*(Salden, nicht saisonbereinigt)

Quelle: ifo Institut

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Februar 2025 unverändert zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 unverändert geblieben (0,0 %).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.04.2025

Auftragseingang ohne Großaufträge: -0,2 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:
Februar 2025 (real, vorläufig):
0,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-0,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Januar 2025 (real, revidiert):
-5,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+0,1 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Februar 2025 gegenüber Januar 2025 saison- und kalenderbereinigt unverändert geblieben (0,0 %). Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,2 % niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Dezember 2024 bis Februar 2025 um 1,6 % niedriger als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge stieg er um 0,4 %. Im Januar 2025 sank der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Dezember 2024 um 5,5 % (vorläufiger Wert: -7,0 %). Die Abweichung zum vorläufigen Ergebnis ist auf Nachmeldungen in den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung, Maschinenbau und Automobilindustrie zurückzuführen.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes sind im Februar 2025 in den Wirtschaftszweigen sehr unterschiedliche Entwicklungen zu erkennen. Die Rückgänge der Auftragseingänge in den Bereichen Herstellung von Metallerzeugnissen (saison- und kalenderbereinigt -7,4 % zum Vormonat), Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (-5,3 %) und der Pharmaindustrie (-5,9 %) beeinflussten das Gesamtergebnis negativ. Positiv auf das Gesamtergebnis wirkten sich hingegen die gestiegenen Auftragseingänge im Maschinenbau (+3,4 %), im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +3,8 %) und in der Automobilindustrie (+0,6 %) aus.

Bei den Investitionsgütern stieg der Auftragseingang im Februar 2025 um 1,5 % gegenüber dem Vormonat. Demgegenüber fiel der Auftragseingang sowohl bei den Vorleistungsgütern (-1,3 %) als auch bei den Konsumgütern (-5,2 %).

Die Auslandsaufträge stiegen um 0,8 %. Dabei gingen die Aufträge aus der Eurozone um 3,0 % zurück. Die Aufträge von außerhalb der Eurozone stiegen hingegen um 3,4 %. Die Inlandsaufträge nahmen um 1,2 % ab.

Umsatz im Februar 2025 um 0,2 % höher als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Februar 2025 saison- und kalenderbereinigt 0,2 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 war der Umsatz kalenderbereinigt 2,9 % geringer. Für Januar 2025 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,9 % gegenüber Dezember 2024. Hier gab es im Bereich Maschinenbau größere Revisionen, der vorläufige Wert hatte +0,4 % betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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RWI-Rohstoffstudie: Die Nachfrage nach Primärrohstoffen bleibt auch künftig hoch

Klimaneutrale Wirtschaft, neue Wohnungen, moderne Infrastruktur – die Herausforderungen sind groß. Und sie erfordern eines: Primärrohstoffe. Deutschland wird auch im Jahr 2045 nicht ohne heimisch gewonnene Rohstoffe im Bereich Steine und Erden auskommen – trotz intensivem Rycycling. Das zeigt die aktuelle Rohstoffstudie des RWI Essen.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 03.04.2025

Klimaneutrale Wirtschaft, neue Wohnungen, moderne Infrastruktur – die Herausforderungen sind groß. Und sie erfordern eines: Primärrohstoffe. Deutschland wird auch im Jahr 2045 nicht ohne heimisch gewonnene Rohstoffe im Bereich Steine und Erden auskommen – trotz intensivem Rycycling. Das zeigt die aktuelle Rohstoffstudie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden e.V. (bbs).

Die Ergebnisse des Berichts in Kürze:

  • Heimische Primärrohstoffe unverzichtbar: Die deutsche Volkswirtschaft benötigt auch in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Mengen an Primärrohstoffen aus dem Bereich Steine und Erden. Haupttreiber sind der große Bedarf an Wohnraum, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen und der Umbau der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität.
  • Recycling hilft – aber ersetzt Primärrohstoffe nur zum Teil: Der Anteil von Sekundärrohstoffen am Gesamtrohstoffbedarf bleibt stabil oder steigt nur leicht – von aktuell 15,2 Prozent auf maximal 16,3 Prozent im Jahr 2045 – je nach Szenario. Eine im Vergleich zu heute deutlich umfassendere Substitution von Primärrohstoffen mit Hilfe von Recycling oder industriellen Nebenprodukten ist somit nicht in Sicht.
  • Ob hohes oder niedriges Wachstum – an Primärrohstoffen führt kein Weg vorbei: Die Studie betrachtet dazu zwei Szenarien bis 2045 – eines mit moderatem und eines mit schwachem Wirtschaftswachstum. In der Variante mit moderatem Wachstum mit durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr, sinkt die Primärrohstoffnachfrage bis 2045 leicht auf 524 Millionen Tonnen (−5,8 Prozent gegenüber 2022). Das Aufkommen von Sekundärrohstoffen geht ebenfalls leicht zurück – auf 94 Millionen Tonnen (−5,4 Prozent). Die Sekundärstoffquote bleibt mit 15,2 Prozent unverändert. In der Variante mit schwachem Wachstum, das durchschnittlich 0,1 Prozent pro Jahr unterstellt, fällt der Rückgang deutlicher aus: Die Primärgewinnung geht auf 452 Millionen Tonnen zurück (−18,5 Prozent), die Sekundärrohstoffe auf 88 Millionen Tonnen (−11,5 Prozent). Hier steigt die Sekundärstoffquote leicht auf 16,3 Prozent. Beide Szenarien zeigen: Sekundärrohstoffe werden auch künftig einen Beitrag zur Rohstoffversorgung leisten – ersetzen können sie Primärrohstoffe allerdings bei Weitem nicht.
  • Sekundärrohstoffquellen versiegen teilweise: Mit der Beendigung der Kohleverstromung und der Transformation der Stahlindustrie entfallen wichtige industrielle Nebenprodukte, die bisher zur Sekundärrohstoffversorgung beigetragen haben. Das dämpft das Substitutionspotenzial der Sekundärrohstoffe zusätzlich.

„Unsere Studie zeigt: Wir werden den Rohstoffbedarf auch künftig bei Weitem nicht alleine durch Sekundärrohstoffe decken können“, erklärt RWI-Wissenschaftler Dr. Jochen Dehio. „Wer mit neuem Deutschlandtempo Wohnungen bauen, die Infrastruktur modernisieren und die Klimawende schaffen will, braucht eine verantwortungsvolle heimische Rohstoffgewinnung. Denn der Bedarf an Steine-Erden-Rohstoffen wird hoch bleiben. Die Dekarbonisierung und der Ausstieg aus der Kohleverstromung erhöhen sogar noch den Druck, da einige industrielle Nebenprodukte wegfallen werden. All dies erfordert vereinfachte Planungsverfahren, eine Optimierung der Regulierung, eine Förderung des Recyclings und mehr gesellschaftlicher Akzeptanz für die nachhaltige Gewinnung heimischer Rohstoffe.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

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Auftragsmangel im Wohnungsbau leicht rückläufig

Der Auftragsmangel im Wohnungsbau hat sich lt. ifo Institut etwas verringert. Dennoch bleibt er immer noch für rund 54 % der Unternehmen ein Problem – im Februar waren es 55 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.04.2025

Der Auftragsmangel im Wohnungsbau hat sich etwas verringert. Dennoch bleibt er immer noch für rund 54 % der Unternehmen ein Problem – im Februar waren es 55 %. „Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer im Wohnungsbau: Mehr neue Wohnungen wurden genehmigt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

Die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen stieg im Januar auf 18.000. Das waren rund 7 % mehr als im Januar 2024. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau verbesserte sich insgesamt leicht, bleibt aber tief im negativen Bereich. Der Anstieg ging auf die etwas weniger pessimistischen Erwartungen der Unternehmen zurück. „Die Wohnungsbauunternehmen bleiben zurückhaltend. Die meisten erwarten noch eine anhaltende Durststrecke“, sagt Wohlrabe. Der Anteil der Auftragsstornierungen fiel erneut und liegt nun bei 7,8 %, nach 9,3 % im Vormonat.

Quelle: ifo Institut

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Trump-Zölle könnten BIP um 0,3 % reduzieren

Die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle könnten die deutsche Wirtschaft massiv schädigen. Nach ersten Berechnungen des ifo Instituts würden die neuen Zölle das BIP in diesem Jahr um 0,3 % reduzieren. Einige Schlüsselbranchen wie Auto und Maschinenbau wären besonders stark betroffen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 03.04.2025

Die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle könnten die deutsche Wirtschaft massiv schädigen. Nach ersten Berechnungen des ifo Instituts würden die neuen Zölle das BIP in diesem Jahr um 0,3 % reduzieren. Einige Schlüsselbranchen wie Auto und Maschinenbau wären besonders stark betroffen. „Da Deutschlands Wirtschaft bereits stagniert, ist es möglich, dass die US-Zölle das Wirtschaftswachstum in Deutschland unter die Nulllinie drücken“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest.

„Wenn die USA bei den angekündigten Zöllen bleiben, ist das der größte Angriff auf den Freihandel seit dem 2. Weltkrieg“, sagt Fuest. Die deutsche Wirtschaft leidet nach Ansicht der ifo Experten dreifach: Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportieren kann. Zweitens, weil Deutschland aufgrund der geringeren Wettbewerbsfähigkeit Chinas weniger nach China exportieren kann. Drittens, weil Länder wie China dann stärker auf andere Exportmärkte ausweichen müssen und damit deutsche Unternehmen zusätzlich unter Druck setzen werden.

„Die Zolldifferenz zwischen den USA und der EU beträgt durchschnittlich nur 0,5 Prozentpunkte. Dass gegenüber der EU dennoch zusätzliche Zölle in Höhe von 20 % verhängt wurden, zeigt, dass die US-Regierung das Niveau gegenseitiger Zölle willkürlich festgelegt hat und dabei auch handelsfremde Aspekte wie Mehrwertsteuersätze miteinbezogen hat“, sagt ifo Außenhandelsexpertin Lisandra Flach. „Da eine solche Interpretation von Reziprozität von nur wenigen Handelspartnern weltweit geteilt wird, macht das bilaterale Verhandlungen mit der US-Regierung schwierig“, so Flach.

Die Europäische Union sollte mit größtmöglicher Geschlossenheit auf die neuen US-Zölle reagieren und konkrete Gegenmaßnahmen androhen, beispielsweise eine Digitalsteuer, die die USA empfindlich treffen würden. „Eine vorschnelle Reaktion mit Gegenzöllen wäre aber kontraproduktiv und könnte eine handelspolitische Eskalationsspirale weiter befördern“, warnt ifo Experte Andreas Baur. Man sollte erst verhandeln, allerdings mit einer relativ kurzen Frist bis zum Inkrafttreten der Gegenmaßnahmen.

Die Strategie des US-Präsidenten ist nach Ansicht von ifo Präsident Clemens Fuest wenig überzeugend: „Die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft misst sich an ihrer Produktivität, nicht am Außenhandelssaldo. Die Produktivität wird sinken, weil die Zölle die internationale Arbeitsteilung beeinträchtigen. Wenn Trump Investitionen in die USA locken und gleichzeitig das Handelsdefizit reduzieren möchte, müssen die Amerikaner selbst mehr sparen. Das erfordert schmerzhafte Anpassungen in Form von Konsumverzicht.“

Auch die Idee, direkte Steuern mit Zöllen ganz zu ersetzen, ist nach Ansicht von Fuest illusorisch. Dennoch könne Trump die Einnahmen verwenden, um die direkten Steuern zu senken. Allerdings würde das stark regressiv wirken. „Wenn Trump außerdem das Budgetdefizit senken will, wie er behauptet, wird es nichts mit den Steuersenkungen.“

Quelle: ifo Institut

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Nachhaltigkeit- und Sorgfaltspflichten: Anwendung neuer Regeln wird verschoben

Das EU-Parlament stimmte für ein späteres Inkrafttreten für die neuen EU-Regeln zu Sorgfaltspflichten und zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Größte Unternehmen erhalten ein weiteres Jahr Zeit, einige Unternehmen zwei zusätzliche Jahre.

EU-Parlament, Pressemitteilung vom 03.04.2025

  • Größte Unternehmen erhalten ein weiteres Jahr Zeit, bis neue Sorgfaltspflichten in Kraft treten
  • Einige Unternehmen erhalten zwei zusätzliche Jahre für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Verschiebung ist Teil der Bemühungen, Bürokratie und Hürden für Unternehmen abzubauen

Am Donnerstag stimmte das Parlament für ein späteres Inkrafttreten für neue EU-Regeln zu Sorgfaltspflichten und zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Mit 531 Ja-Stimmen, 69 Nein-Stimmen und 17 Enthaltungen unterstützten die Abgeordneten den Vorschlag der Kommission, der Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der EU ist.

Die neuen “Due-Diligence“-Vorschriften verpflichten Unternehmen, ihre negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren. Die Mitgliedstaaten haben ein zusätzliches Jahr – bis zum 26. Juli 2027 – Zeit, um die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Die einjährige Verlängerung gilt auch für die erste Welle betroffener Unternehmen, und zwar für EU-Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Nettoumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro sowie Nicht-EU-Unternehmen mit einem Umsatz über diesem Schwellenwert in der EU. Diese Unternehmen müssen die Regeln erst ab 2028 anwenden. Dies gilt auch für eine zweite Gruppe: Unternehmen in der EU mit mehr als 3.000 Mitarbeitern und einem Nettoumsatz von mehr als 900 Millionen Euro sowie für Nicht-EU-Unternehmen mit einem Umsatz über diesem Schwellenwert in der EU.

Die Anwendung der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird sich für eine zweite und dritte Gruppe von Unternehmen, die unter die Gesetzgebung fallen, um zwei Jahre verzögern. Große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern müssen erstmals im Jahr 2028 für das vorangegangene Geschäftsjahr über ihre sozialen und ökologischen Maßnahmen Bericht erstatten. Börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen müssen diese Informationen ein Jahr später vorlegen.

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat am 26. Februar 2025 das Vereinfachungspaket „Omnibus I“ vorgelegt. Neben der Richtlinie zur Verschiebung der Anwendung der Berichts- und Sorgfaltspflichten, die heute vom Parlament gebilligt wurde, enthält das Paket auch eine weitere Richtlinie zur Änderung des Inhalts und des Umfangs der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Sorgfaltspflichten, mit dem sich zunächst der Rechtsausschuss des Parlaments befassen wird.

Nächste Schritte

Um die Umsetzung der Maßnahmen zu beschleunigen, hatte das Parlament am Dienstag beschlossen, das Dringlichkeitsverfahrens anzuwenden. Damit der Gesetzesentwurf in Kraft treten kann, bedarf es nun der formellen Zustimmung des Rates, der den gleichen Text am 26. März 2025 bestätigt hat.

Quelle: Europäisches Parlament

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