Deutsche Industrie im Wandel: Mehr Dienstleistung, weniger Fertigung

Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist in einem fundamentalen Strukturwandel. Das zeigt sich laut ifo Institut immer deutlicher in den Kennzahlen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 21.03.2025

Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist in einem fundamentalen Strukturwandel. Das zeigt sich laut ifo Institut immer deutlicher in den Kennzahlen. Industrieunternehmen setzen zunehmend auf hybride Produkte, bei denen Waren mit produktbegleitenden Dienstleistungen kombiniert werden. Gleichzeitig verlagern viele Unternehmen Teile der physischen Fertigung ins Ausland und konzentrieren sich im Inland auf Produktentwicklung und -vertrieb. „Daher geben Zahlen zur klassischen Industrieproduktion die wirtschaftliche Leistung im Verarbeitenden Gewerbe nicht vollständig wieder. Während der Produktionsindex zwischen 2018 und 2024 um 13 % zurückgegangen ist, fiel die umfassendere Wertschöpfung im selben Zeitraum nur um 3 %“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Diese strategische Umstellung führt zu einer Anpassung der Produktionskapazitäten und steigenden Umsätzen aus nicht industriellen Tätigkeiten. „Die reine Betrachtung der Warenproduktion in Deutschland greift zu kurz. Die Industrie passt ihre Geschäftsmodelle an und konzentriert ihre inländische Aktivität zunehmend auf Forschungs- und Serviceleistungen“, so Wollmershäuser. Besonders stark zeige sich diese Entwicklung in der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Dort gewinnen Forschung und Entwicklung sowie produktnahe Dienstleistungen an Bedeutung, während traditionelle Produktionskapazitäten vermehrt ausgelagert würden. Dieser Strukturwandel sollte bei der Beurteilung der derzeitigen Lage der deutschen Industrie berücksichtigt werden.

Quelle: ifo Institut

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Erzeugerpreise für Dienstleistungen im Jahr 2024 um 2,4 % gegenüber 2023 gestiegen

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2024 um 2,4 % gegenüber dem Jahr 2023 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise für Dienstleistungen im 4. Quartal 2024 gegenüber dem 4. Quartal 2023 um 3,3 %. Gegenüber dem 3. Quartal 2024 gab es eine leichte Erhöhung um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.03.2025

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2024 um 2,4 % gegenüber dem Jahr 2023 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise für Dienstleistungen im 4. Quartal 2024 gegenüber dem 4. Quartal 2023 um 3,3 %. Gegenüber dem 3. Quartal 2024 gab es eine leichte Erhöhung um 0,1 %.

Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei: +3,8 % zum Vorjahr

Im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei stiegen die Preise mit +3,8 % gegenüber 2023 relativ stark, nachdem sie im Vorjahr gesunken waren (2023 zu 2022: -5,8 %). Maßgeblich verantwortlich dafür war die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt mit einem Anstieg von +8,6 % (2023 zu 2022: -39,4 %). Stand das Jahr 2023 noch im Zeichen einer Normalisierung der Preise nach den außergewöhnlichen Anstiegen in den Vorjahren (2022 zu 2021: +20,4 %; 2021 zu 2020: +81,2 %) infolge der coronabedingten Verwerfungen der Lieferketten, so führten 2024 vor allem die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf die Schifffahrt im Roten Meer zu insgesamt steigenden Preisen. Die Reedereien waren aus Sicherheitsgründen gezwungen, für ihre Transporte zwischen Asien und Europa auf den Weg um Afrika herum auszuweichen, was zu längeren Strecken und mehr Kraftstoffverbrauch und entsprechend zu höheren Frachtpreisen auf diesen Strecken führte. Dies wirkte sich auch mittelbar auf die Speditionsleistungen aus: Die Preise für Seespeditionsleistungen stiegen um 18,0 % gegenüber 2023. Insgesamt wurden Speditionsleistungen um 5,7 % teurer (2023 zu 2022: -10,7 %).

Ebenfalls stark stiegen die Preise im Straßengüterverkehr mit +6,0 % gegenüber 2023 (2023 zu 2022: +5,2 %). Neben der Erhöhung der Lkw-Maut zu Jahresbeginn waren gestiegene Lohn- und Personalkosten dafür verantwortlich.

Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation: +1,4 % zum Vorjahr

Im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation gab es mit +1,4 % einen leichten Preisanstieg gegenüber 2023. Am stärksten stiegen die Preise gegenüber 2023 in den Bereichen IT-Beratung und Support mit +2,6 % sowie für Softwareentwicklung und Programmierung mit +2,3 %. Auch Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Dienstleistungen verteuerten sich gegenüber 2023 mit +2,2 %. Preissteigerungen erfolgten in diesem Abschnitt zumeist in Reaktion auf höhere Kosten für die Unternehmen, zum Beispiel für Personal, Energie oder Material. Analog zur im Vergleich zum Vorjahr weniger stark gestiegenen Inflationsrate fielen diese Anpassungen 2024 gegenüber 2023 geringer aus als im Vorjahr. Zudem macht sich in der IT-Branche der Fachkräftemangel besonders bemerkbar und ist mitverantwortlich für steigende Preise.

Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen: +1,7 % zum Vorjahr

Im Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen gab es mit +1,7 % einen leichten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich dafür verantwortlich waren mit +2,3 % die Vermietungen von Immobilien, wobei sich auch die sogenannten Indexmieten mit vertraglich fixierter Anpassung an den Verbraucherpreisindex oder andere Preisindizes auf die Teuerung auswirkten.

Wirtschaftsabschnitt freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen: +2,7 % zum Vorjahr

Im Wirtschaftsabschnitt freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen gab es mit +2,7 % gegenüber 2023 einen moderaten Preisanstieg. Damit war der Anstieg weniger stark als in den Vorjahren (2023 zu 2022: +4,1 %; 2022 zu 2021: +3,6 %). Den stärksten Anstieg gab es im Wirtschaftszweig der technischen, physikalischen und chemischen Untersuchungen mit +5,8 % (2023 zu 2022: +5,0 %). Neben Preiserhöhungen für technische Überwachungsleistungen an Straßenfahrzeugen bereits zu Beginn des Jahres 2024 waren auch hier gestiegene Kosten für Personal und Material hauptverantwortlich. Ebenfalls überdurchschnittlich stiegen die Preise für Ingenieurbüro- und technische Beratungsleistungen mit +3,5 % (2023 zu 2022: +4,4 %) sowie für Rechtsberatungsleistungen mit +3,1 % (2023 zu 2022: +3,5 %). Sowohl in Ingenieurbüros als auch in Kanzleien wurden wegen allgemein gestiegener Kosten und insbesondere durch höhere Löhne und Gehälter Preisanpassungen vollzogen, die jedoch weniger stark ausfielen als im Vorjahr.

Wirtschaftsabschnitt Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen: +2,1 % zum Vorjahr

Auch im Wirtschaftsabschnitt Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen gab es gegenüber 2023 einen moderaten Preisanstieg von +2,1 % (2023 zu 2022: +5,6 %). Mit +5,0 % stiegen die Preise für die befristete Überlassung von Arbeitskräften am stärksten (2023 zu 2022: +6,5 %). Neben dem allgemeinen Arbeitskräftemangel waren tarifbedingte Lohnsteigerungen in der Branche maßgeblich für den Preisanstieg verantwortlich. Letzteres war auch bei den Reinigungsleistungen die Hauptursache für den Preisanstieg um +3,6 % gegenüber dem Vorjahr, jedoch auf niedrigerem Niveau als im Vergleich von 2023 zu 2022 mit +7,8 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Höhere Wehrdienst-Gehälter besser als Wehrpflicht

Die Anwerbung von mehr Freiwilligen mit höheren Gehältern wäre kostengünstiger als die Rückkehr zur Wehrpflicht. Das ergab eine Berechnung des ifo Instituts. Bei der Wehrpflicht stünde ein deutlich größerer Teil junger Menschen erst später dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 20.03.2025

Die Anwerbung von mehr Freiwilligen mit höheren Gehältern wäre kostengünstiger als die Rückkehr zur Wehrpflicht. Das ergab eine Berechnung des ifo Instituts. „Mit neuen Wehrpflichtigen könnte die Bundeswehr zwar den benötigten Personalbedarf decken. Kostengünstiger wäre es aber, den Wehrdienst durch höhere Gehälter attraktiver zu machen“, sagt ifo Forscher Panu Poutvaara.

Eine Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht könnte die Zahl der aktiven Soldaten um 195.000 erhöhen. Gleichzeitig würde dies Staatsausgaben von etwa 3,2 Milliarden Euro und volkswirtschaftliche Kosten von 17,1 Milliarden Euro pro Jahr verursachen. Bei höheren Wehrdienst-Gehältern auf privatwirtschaftlichem Niveau wären die Staatsausgaben höher (7,7 Milliarden Euro), die volkswirtschaftlichen Kosten aber deutlich niedriger (9,4 Milliarden Euro).

Bei der Wehrpflicht stünde ein deutlich größerer Teil junger Menschen erst später dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Damit könnten sie erst später beginnen, Humankapital und Vermögen aufzubauen. Dadurch entstehen volkswirtschaftliche Kosten. Die zusätzlichen Staatsausgaben ergeben sich aus dem monatlichen Nettogehalt der Wehrpflichtigen von 1.000 Euro auf 12 Monate. Dies entspricht in etwa 42 Prozent des marktüblichen Gehalts, der für die Marktlösung angesetzt wurde.

Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass bei der Wiedereinführung der Wehrpflicht ein Viertel einer Alterskohorte tatsächlich eingezogen wird. Dies war bei der alten Regelung der Fall. Bei einer höheren Einzugsrate würden sich die Kosten um den entsprechenden Faktor erhöhen. Dies gilt für die Berechnung der Kostenrechnung für den freiwilligen Wehrdienst.

Quelle: ifo Institut

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Erzeugerpreise Februar 2025: +0,7 % gegenüber Februar 2024

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Februar 2025 um 0,7 % höher als im Februar 2024. Im Januar 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,5 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im Februar 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.03.2025

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), Februar 2025
+0,7 % zum Vorjahresmonat
-0,2 % zum Vormonat

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Februar 2025 um 0,7 % höher als im Februar 2024. Im Januar 2025 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,5 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Erzeugerpreise im Februar 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 %.

Hauptursächlich für den Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren im Februar 2025 die Preissteigerungen bei den Investitionsgütern. Auch Verbrauchs- und Gebrauchsgüter sowie Vorleistungsgüter waren teurer als im Vorjahresmonat, während Energie billiger war. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im Februar 2025 um 1,4 %, gegenüber Januar 2025 stiegen sie um 0,3 %.

Rückgang der Energiepreise gegenüber Vorjahresmonat und Vormonat

Energie war im Februar 2025 um 0,8 % billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Januar 2025 fielen die Energiepreise um 1,0 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei Erdgas in der Verteilung. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Erdgaspreise gegenüber Februar 2024 um 2,7 % (-2,0 % gegenüber Januar 2025). Fernwärme kostete 1,6 % weniger als im Februar 2024 (+0,1 % gegenüber Januar 2025).

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber Februar 2024 um 1,7 % (+0,1 % gegenüber Januar 2025). Leichtes Heizöl kostete 7,5 % weniger als ein Jahr zuvor (-4,1 % gegenüber Januar 2025). Die Preise für Kraftstoffe waren 2,5 % günstiger (-0,4 % gegenüber Januar 2025).

Teurer als im Vorjahresmonat war hingegen elektrischer Strom, er kostete im Februar 2025 über alle Abnehmergruppen hinweg 1,0 % mehr als im Februar 2024. Gegenüber dem Vormonat Januar 2025 sanken die Strompreise um 1,2 %.

Preisanstiege bei Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Gebrauchsgütern

Die Preise für Investitionsgüter waren im Februar 2025 um 2,0 % höher als im Vorjahresmonat (+0,3 % gegenüber Januar 2025). Maschinen kosteten 1,9 % mehr als im Februar 2024. Die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,4 % gegenüber Februar 2024.

Verbrauchsgüter waren im Februar 2025 um 3,0 % teurer als im Februar 2024 (+0,1 % gegenüber Januar 2025). Nahrungsmittel kosteten 3,5 % mehr als im Februar 2024. Deutlich teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren Butter mit +37,7 % (-2,6 % gegenüber Januar 2025), Rindfleisch mit +21,6 % (+3,4 % gegenüber Januar 2025) und Süßwaren mit +21,1 % (+0,6 % gegenüber Januar 2025). Billiger als im Vorjahresmonat waren im Februar 2025 dagegen insbesondere Zucker (-33,5 %) und Schweinefleisch (-11,7 %).

Gebrauchsgüter waren im Februar 2025 um 1,2 % teurer als ein Jahr zuvor (+0,2 % gegenüber Januar 2025).

Leichter Preisanstieg bei Vorleistungsgütern gegenüber Februar 2024

Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Februar 2025 um 0,3 % höher als ein Jahr zuvor und um 0,4 % höher als im Vormonat.

Preissteigerungen gegenüber Februar 2024 gab es unter anderem bei Papier, Pappe und Waren daraus (+3,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Futtermittel für Nutztiere waren 2,4 % teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für chemische Grundstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7 %.

Holz sowie Holz- und Korkwaren kosteten 3,3 % mehr als im Februar 2024. Nadelschnittholz war 11,8 % teurer als im Februar 2024. Dagegen war Laubschnittholz 5,7 % günstiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Metalle stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,9 %, gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,6 %. Die Preise für Kupfer und Halbzeug daraus lagen mit +11,2 % deutlich über denen des Vorjahresmonats. Dagegen waren Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 8,8 % billiger als im Februar 2024. Die Preise für Betonstahl sanken im Vorjahresvergleich um 4,0 %.

Glas und Glaswaren waren 4,6 % günstiger als im Vorjahresmonat, insbesondere Flachglas war 9,0 % billiger als im Februar 2024.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Konjunktur: Bis Ende des Jahres dürften fast 26.000 Unternehmen pleitegehen

In den vergangenen Jahren meldeten immer mehr Unternehmen Insolvenz an. Zu viel Bürokratie, die hohen Energiepreise und die hartnäckige Wirtschaftsflaute belasten die Firmen stark. Auch im Jahr 2025 dürften nochmals mehr Unternehmen Konkurs anmelden als im Vorjahr, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 19.03.2025

In den vergangenen Jahren meldeten immer mehr Unternehmen Insolvenz an. Zu viel Bürokratie, die hohen Energiepreise und die hartnäckige Wirtschaftsflaute belasten die Firmen stark. Auch im Jahr 2025 dürften nochmals mehr Unternehmen Konkurs anmelden als im Vorjahr, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Bis Ende des Jahres dürften etwa 25.800 Unternehmen in Deutschland in die Pleite rutschen: Das ist das Ergebnis einer neuen IW-Studie. Damit steigt die Zahl der insolventen Unternehmen nun schon im vierten Jahr in Folge – im Vergleich zu 2021 dürfte sich ihre Zahl nahezu verdoppeln. Ein Ende des Trends ist noch nicht in Sicht.

Krisen belasten Unternehmen schwer

Die Krisen der vergangenen Jahre haben die deutsche Wirtschaft hart getroffen. Die Corona-Pandemie leitete die Trendwende bei den Insolvenzen ein: In den Jahren vor der Pandemie meldeten von Jahr zu Jahr weniger Unternehmen Insolvenz an. Während der Pandemie wurde ein Tiefpunkt erreicht, da die Antragspflicht ausgesetzt wurde. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 stiegen dann die Energiepreise sprunghaft an, steigende Preise und die folgenden Rezessionsjahre setzten den Unternehmern stark zu.

Die Krisen sind allerdings nicht der einzige Treiber für die Pleiten: Deutschland wird als Wirtschaftsstandort zunehmend unattraktiver. Die hohe Regulierung und Bürokratie in Deutschland verhindern Investitionen und treiben die Insolvenzen weiter in die Höhe. Hinzu kommt: Hierzulande gibt es im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA nur wenige Gründer. Vor allem der Fachkräftemangel und die hohen Auflagen für Unternehmen halten viele davon ab, den Schritt zu wagen.

Neue Regierung muss Trendwende bei Insolvenzen schaffen

Nicht jede Insolvenz ist zwangsläufig ein Problem: Unternehmenspleiten sind teilweise normal, nicht jedes Geschäftsmodell ist auch langfristig ein Erfolg. Umso wichtiger ist es, dass die Politik Gründern keine Steine in den Weg legt, sondern Innovationen fördert. „Die neue Bundesregierung muss die Kehrtwende schaffen, die Wirtschaft wieder ankurbeln und Deutschland als Wirtschaftsstandort wieder attraktiv machen“, sagt Studienautor und IW-Insolvenzexperte Klaus-Heiner Röhl. „Die ausufernde Bürokratie, eine marode Infrastruktur und der Fachkräftemangel hemmen die Neugründungen und treiben die Insolvenzen weiter nach oben. Das muss sich schleunigst ändern.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Unternehmen locken Fachkräfte eher mit flexiblen Arbeitszeiten als mit mehr Gehalt

Gut drei Viertel der Unternehmen argumentieren in Stellenausschreibungen mit flexiblen Arbeitszeiten. Das geht aus der aktuellen Personalleiterbefragung von Randstad und dem ifo Institut hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.03.2025

Gut drei Viertel der Unternehmen argumentieren in Stellenausschreibungen mit flexiblen Arbeitszeiten. Das geht aus der aktuellen Personalleiterbefragung von Randstad und dem ifo Institut hervor. „Angesichts des Arbeits- und Fachkräftemangels müssen Unternehmen für Bewerber attraktiv sein. Flexible Arbeitszeiten spielen dabei eine zentrale Rolle“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller. Vor allem Dienstleister (78 %) setzen auf flexible Arbeitszeiten. Im Handel sind es 72 %. Große Unternehmen bieten diese Möglichkeit etwas häufiger als kleine Firmen an.

Um zusätzliche Anreize zu schaffen, bieten 68 % außerdem Weiterbildungen an. Bei großen Unternehmen sind es 85 %, bei kleinen Firmen 58 %. Zusatzangebote wie ein Jobticket, eine Kantine oder Sport folgen auf Rang drei mit 60 %. Bei den großen Unternehmen bieten sogar 89 % diese Möglichkeiten. Unter den kleinen Firmen sind es nur 37 %. Etwa ein Drittel der Unternehmen bietet einen flexiblen Arbeitsort (34 %). Der Handel kann diese Option seltener anbieten (20 %) als die Industrie (35 %) oder die Dienstleister (39 %). Auf eine überdurchschnittliche Bezahlung setzen 32 % der Unternehmen. Die Möglichkeiten eines Sabbaticals (12 %), einer 4-Tage-Woche (11 %) oder einer Workation (5 %) spielen bisher eine untergeordnete Rolle.

Quelle: ifo Institut

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Handel: Wo Deutschland noch Exportweltmeister ist

Handelskonflikte, Kriege und eine stockende Globalisierung: Für exportorientierte Volkswirtschaften sind schwierige Zeiten angebrochen. Umso wichtiger ist es, seine Stärken als Land zu kennen. Eine neue Studie des IW Köln zeigt, bei welchen Waren Deutschland den weltweiten Export dominiert.

IW Köln, Pressemitteilung vom 18.03.2025

Handelskonflikte, Kriege und eine stockende Globalisierung: Für exportorientierte Volkswirtschaften sind schwierige Zeiten angebrochen. Umso wichtiger ist es, seine Stärken als Land zu kennen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, bei welchen Waren Deutschland den weltweiten Export dominiert.

Bestimmte Medikamente, chemische Halbstoffe, optische Mikroskope: Bei all diesen Waren ist Deutschland besonders stark und dominant im Export. Der deutsche Anteil am weltweiten Export macht hier mindestens 30 Prozent aus. Eine neue vom Auswärtigen Amt geförderte IW-Studie untersucht insgesamt mehr als 5.300 Warengruppen, die Deutschland exportiert. In rund 180 dieser Gruppen ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 exportdominant, vor 13 Jahren galt das noch für etwa 240 Warengruppen. Besonders stark ist die Exportdominanz in den Bereichen Chemie, Maschinenbau, Elektrotechnik und unedle Metalle. Bei manchen Schmerzmitteln und Düngemitteln macht der deutsche Weltexportanteil sogar mehr als 90 Prozent aus.

EU übertrifft China und USA

Trotz eines leichten Rückgangs bei der Zahl der exportdominanten Warengruppen seit 2010 ist Deutschland im Vergleich mit ähnlich großen europäischen Volkswirtschaften weiterhin stark, liegt aber weit hinter den deutlich größeren USA, die bei rund 350 Warengruppen dominieren. Doch auch die USA schaffen es im Gesamtranking der untersuchten Länder nur auf Platz zwei, denn unangefochtene Spitze bei der Exportdominanz ist China: Das Land hat bei gut 1.500 Warengruppen einen Weltexportanteil von über 30 Prozent. Hinzu kommt: Insbesondere bei Maschinen und elektronischen Waren hat China in den vergangenen Jahren an Exportanteilen hinzugewonnen, während die Bundesrepublik in diesen Bereichen seit 2010 eingebüßt hat. Vergleicht man Chinas Exportdominanz allerdings mit der der EU, ergibt sich ein anderes Bild: Der europäische Staatenbund hat in mehr als doppelt so vielen Bereichen eine Exportdominanz.

Politik muss Investitionen stärker fördern

Aus strategischer Sicht ist es wichtig zu wissen, wo die deutsche Wirtschaft Stärken hat. Wenn Deutschland bei bestimmten Waren den Export dominiert, sind andere Länder hier von der Bundesrepublik ein Stück weit abhängig. Gerade in Zeiten von Handelskonflikten kann das ein Trumpf sein, um auch politisch Druck auszuüben. „Es wird deutlich, wie wichtig die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa ist, um mit den Schwergewichten USA und China mithalten zu können“, sagt Samina Sultan, Studienautorin und IW-Außenhandelsexpertin. „Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit umfassend und nachhaltig stärken“, sagt Co-Autor Jürgen Matthes. „Es braucht eine unternehmens- und investitionsfreundlichere Wirtschaftspolitik, damit die deutsche Wirtschaft ihre dominanten Exportpositionen besser verteidigen und auch neue erschließen kann“, sagt Matthes.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Fachkräfte brauchen Wohnungen: Mit neuen Konzepten gegen den doppelten Mangel

Wo bezahlbarer Wohnraum fehlt, haben Betriebe noch mehr Probleme als ohnehin, Mitarbeitende zu gewinnen und zu binden. Doch die Lage verschlechtert sich lt. DIHK stetig. Es gilt, dringend gegenzusteuern: durch beschleunigte Planungs- und Genehmigungsprozesse, eine konsequente Verwaltungsdigitalisierung, mehr Rechtssicherheit und durch einen wirksamen Bürokratieabbau.

DIHK, Pressemitteilung vom 17.03.2025

Die wachsende Wohnungsnot, insbesondere in Ballungszentren, erschwert zunehmend die Mobilität am Arbeitsmarkt – mit negativen Folgen für die Fachkräftesicherung in der Wirtschaft. Auch aus diesem Grund hatte sich die Bundesregierung 2021 das Ziel gesetzt, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen. Doch die Realität sieht anders aus: Tatsächlich fertiggestellt wurden im Jahr 2023 lediglich knapp 294.400 Wohnungen, 2024 waren es wohl noch weniger. Und die Lage verschlechtert sich weiter, denn das reale Bauvolumen wird 2025 das fünfte Jahr in Folge schrumpfen. Eine Wohnung zu finden, wird also absehbar noch schwieriger, Mieten dürften weiterhin steigen.

Diese Entwicklung trifft auch die Unternehmen hart: Ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum ist eine wichtige Voraussetzung, um qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und langfristig binden zu können. Insbesondere in Zeiten eines spürbaren Fachkräftemangels in Deutschland ist dies ein wichtiger Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu stärken.

Viele politische Ansätze, zu wenig genutztes Marktpotenzial

Doch Investitionen in den dringend benötigten Wohnungsbau werden hierzulande wesentlich durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Hürden bei deren Umsetzung erschwert. Lange Genehmigungsfristen, strenge Auflagen und hohe Standards verteuern und verzögern sowohl den Neubau als auch die Modernisierung von bereits vorhandenem Wohnraum. Vorschriften und Auflagen, die mit klimapolitischen Zielen verbunden sind, belasten die Branche zusätzlich.

Der Zusammenbruch der Ampelkoalition im November 2024 hat dazu geführt, dass die lang ersehnte große Novellierung des Baugesetzbuches mit vielen Erleichterungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft für den Wohnungsbau nicht mehr umgesetzt wurde. Die Parteien verfolgen nun unterschiedliche Ansätze, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Viele davon greifen die ursprünglichen Vorschläge erneut auf und werden von der Wirtschaft positiv bewertet – so etwa die geplante Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Reduzierung von Vorschriften – und damit Kosten – für Neubauten und energetische Sanierung sowie eine umfassende Digitalisierung sämtlicher Prozesse.

Aus Sicht der Unternehmen gibt es jedoch noch weitere wichtige Ansatzpunkte. Um in Deutschland tatsächlich mehr und vor allem schneller ausreichend Wohnraum zu schaffen, braucht die Baubranche klare Investitionsanreize, die den Markt wieder in Schwung bringen können. Daten elektronisch bereitzustellen, reicht allein nicht aus, um Abläufe entscheidend zu beschleunigen.

Gezielte Strategie und mehr Tempo dringend nötig

Die gescheiterte Novellierung des Baugesetzbuches ist für die Unternehmen und die Politik eine Chance, nach der Wahl bei einem neuen Anlauf weitere positive Signale für einen stärkeren Wohnungsbau zu setzen. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist eine gezielte Strategie erforderlich, um den Ausbau des Wohnungsangebotes voranbringen. Dies kann unter anderem gelingen, indem die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen noch stärker in den Fokus rückt und indem die öffentliche Verwaltung ihre Prozesse konsequent digitalisiert.

Zudem benötigen die Unternehmen Rechtssicherheit bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben. Gleichzeitig müssen bürokratische Belastungen wirksam abgebaut werden, und es gilt, die Flut an ständig neuen Regularien einzudämmen. Ein Ansatz hierfür ist die Einführung einer praxistauglichen Genehmigungsfiktion. Demnach gilt ein Bescheid als positiv, wenn die Behörden nicht innerhalb einer gesetzlich vorgeschriebenen Frist widersprechen. So werden nicht zuletzt weitere Baukostensteigerungen vermieden und die strukturellen Investitionsbedingungen im Wohnungsbau für Unternehmen verbessert – unter dem Strich auch ein wertvoller Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Quelle: DIHK

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Zahl der Existenzgründungen steigt 2024 leicht

Im Jahr 2024 haben sich in Deutschland etwas mehr Menschen selbstständig gemacht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Existenzgründungen stieg um 17.000 oder 3 Prozent auf 585.000. Die Gründungsintensität erhöhte sich dabei auf 115 Gründungen je 10.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren – nach 110 im Jahr 2023. Die schwierigere Lage auf dem Arbeitsmarkt trug lt. KfW dazu bei, dass mehr Menschen in die Selbstständigkeit gingen.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 17.03.2025

  • Positive Entwicklung von Gründungen im Nebenerwerb getrieben
  • Mehrheit der Gründerinnen und Gründer will aus Überzeugung selbstständig sein
  • Neugründungen dominieren, Existenzgründungen durch Unternehmensübernahmen legen auf niedrigem Niveau zu

Im Jahr 2024 haben sich in Deutschland etwas mehr Menschen selbstständig gemacht als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Existenzgründungen stieg um 17.000 oder 3 Prozent auf 585.000. Die Gründungsintensität erhöhte sich dabei auf 115 Gründungen je 10.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren – nach 110 im Jahr 2023. Die schwierigere Lage auf dem Arbeitsmarkt trug dazu bei, dass mehr Menschen in die Selbstständigkeit gingen.

„Trotz der leichten Zunahme im vergangenen Jahr muss man konstatieren: Seit 2018 befindet sich die Gründungstätigkeit in Deutschland im Seitwärtstrend“, sagt Dr. Georg Metzger, Ökonom für Gründungsthemen bei KfW Research.

Die leicht positive Entwicklung der Gründungstätigkeit ist einem Plus bei den Nebenerwerbsgründungen zu verdanken. Diese erhöhten sich um 5 Prozent oder 19.000 auf 382.000. Die Zahl der Vollerwerbsgründungen ist mit 203.000 um 1 Prozent oder 2.000 Personen leicht niedriger als im Vorjahr.

Das sind Ergebnisse einer Vorabauswertung des aktuellen KfW-Gründungsmonitors. Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung mit jährlich über 50.000 Interviews.

Knapp zwei Drittel der Gründerinnen und Gründer (65 %) gründeten, da sie die Selbstständigkeit gegenüber einer Anstellung präferieren. Die meisten von ihnen wollen dauerhaft selbstständig sein und schätzen dabei vor allem die Unabhängigkeit. 31 Prozent der Gründerinnen und Gründer dagegen wären eigentlich lieber angestellt als selbstständig. Sie planen die Selbstständigkeit häufiger als vorübergehende Episode, um ein höheres Einkommen zu erreichen, eine Geschäftsidee umzusetzen oder die eigene Karriere voranzubringen.

83 Prozent der Gründungen im Jahr 2024 waren Neugründungen von Unternehmen. Bei Existenzgründungen durch Neugründungen werden Unternehmen rechtlich wie organisatorisch neu gegründet. Im Gegensatz dazu gibt es Existenzgründungen durch Übernahmen von oder Beteiligungen an bereits bestehenden Unternehmen.

„Seit Mitte der 2000er-Jahre zeigt sich ein trendmäßiger Rückgang des Anteils der Existenzgründungen durch Übernahmen und Beteiligungen. Zwar ist ihr Anteil 2024 gegen diesen Trend um 4 Prozentpunkte auf 17 Prozent der Gründungen gestiegen, angesichts der enormen Nachfolgelücke ist das aber immer noch viel zu wenig“, sagt Dr. Georg Metzger.

Quelle: KfW

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2025

Die wirtschaftliche Schwäche setzt sich angesichts verhaltener binnen- und außenwirtschaftlicher Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Ungewissheiten hinsichtlich der handels- und geopolitischen Perspektiven zu Jahresbeginn fort. Einer Stabilisierung in der Industrie stand dabei zuletzt eine rückläufige Entwicklung in den Dienstleistungen gegenüber. Aktuelle Frühindikatoren zeigen lt. BMWK eine uneinheitlich Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft.

BMWK, Pressemitteilung vom 17.03.2025

  • Die wirtschaftliche Schwäche setzt sich angesichts verhaltener binnen- und außenwirtschaftlicher Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Ungewissheiten hinsichtlich der handels- und geopolitischen Perspektiven zu Jahresbeginn fort. Einer Stabilisierung in der Industrie stand dabei zuletzt eine rückläufige Entwicklung in den Dienstleistungen gegenüber. Aktuelle Frühindikatoren zeigen eine uneinheitlich Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft, wobei sich in der Tendenz eine Bodenbildung andeutet. Dabei könnten von den derzeit diskutierten Vorhaben der zukünftigen Regierungskoalition stabilisierende Erwartungseffekte und zunehmende Planungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft ausgehen
  • Die Produktion im Produzierenden Gewerbe startet positiv ins Jahr 2025 mit einem Anstieg um 2,0 % im Januar gegenüber dem Vormonat. Dabei legte die Ausbringung in der Industrie deutlich um 2,6 % zu, im Baubereich hingegen mit +0,4 % nur schwach und im Bereich Energie war sie mit -0,5 % leicht rückläufig. Bei den Auftragseingängen ist es zu Jahresbeginn zu einem Rückprall gekommen, sie sind im Januar um 7,0 % gesunken. Im produzierenden Gewerbe insgesamt zeichnet sich noch keine konjunkturelle Erholung ab, auch wenn zu Jahresbeginn vorherige Produktionsverluste teilweise wieder ausgeglichen werden konnten. Darauf deutet auch die Stimmung in den Unternehmen hin, die sich laut ifo Geschäftsklima und S&P Global weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt.
  • Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Januar geringfügig um 0,3 % ggü. dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Januar ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat mit -6,8 % als auch dem Vorjahresmonat mit -6,4 % rückläufig. Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und anhaltende geopolitische Unsicherheiten minderten zuletzt die Planungssicherheit und Konsum-laune der Verbraucherinnen und Verbraucher.
  • Die Inflationsrate lag im Februar mit unverändert +2,3 % nahe der geldpolitischen Zielmarke von 2 %. Während sich Nahrungsmittel binnen Jahresfrist merklich stärker verteuerten als im Januar, hat der Preisauftrieb bei der Kernrate nachgelassen und die Energiepreise sind wieder etwas stärker gefallen. Auch aufgrund administrativer Preisanhebungen zu Jahresbeginn ist erst im weiteren Jahresverlauf wieder mit spürbaren Rückgängen der Inflationsrate zu rechnen.
  • Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt zu Jahresbeginn schwach. Während die Arbeitslosigkeit im Februar saisonbereinigt weiter leicht zugenommen hat, ging die Erwerbstätigkeit im Januar abermals zurück. Die realisierte Kurzarbeit lag im Dezember zwar weiter deutlich höher als im Vorjahr, die Anzeigen von Kurzarbeit haben sich gegenüber Herbst zuletzt jedoch auf etwas niedrigerem Niveau stabilisiert. Angesichts einer sich weiter abschwächenden Arbeitsnachfrage und fehlender konjunktureller Impulse ist in diesem Jahr mit einer eher verhaltenen Frühjahrsbelebung zu rechnen.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im Dezember 2024 verglichen mit dem Vormonat nahezu unverändert geblieben (+0,2 %). Im Gesamtjahr 2024 betrug der Anstieg 22,4 % gegenüber 2023. Der IWH-Insolvenztrend weist für Februar 1.436 Insolvenzen aus, das sind 7,0 % mehr als im Januar. Gleichzeitig hält es das IWH auf Basis von Frühindikatoren für denkbar, dass die Phase steigender Insolvenzzahlen vorerst beendet sein könnte.

Wirtschaftliche Schwäche hält zu Jahresbeginn an

Die wirtschaftliche Lage ist zu Jahresbeginn 2025 weiterhin geprägt von hohen innen- und außenpolitischen Ungewissheiten: außenpolitisch vor allem mit Blick auf die sprunghafte US-Handelspolitik sowie die Perspektiven des Krieges in der Ukraine, innenpolitisch hinsichtlich der Ausgestaltung und Umsetzung der finanzpolitischen Vorschläge im Kontext der laufenden Sondierungsgespräche. Trotz der Erholung der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Januar, die vor allem von den Automobilherstellern getragen wurde, ist noch keine grundlegende Trendwende in der Industrieproduktion absehbar. So ist die Kapazitätsauslastung in der Industrie nach Angaben des ifo Institutes zu Jahresbeginn von dem bereits niedrigen Niveau weiter gesunken. Auf eine anhaltende industrielle Schwäche deuten zuletzt auch wieder rückläufige Auftragseingänge, der spürbare Rückgang des Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als Indikator für die Industrieproduktion sowie die schwächeren VDA-Daten zur Automobilproduktion im Februar hin. Im Dienstleistungssektor, der die Schwäche der Industrie- und Bauproduktion im vergangenen Jahr teilweise kompensieren konnte, kam es sowohl bei den unternehmens- wie auch den konsumnahen Dienstleistern zum Jahresende zu kräftigen Rückgängen in der Produktion.

Die erwartete Belebung des privaten Konsums scheint sich auch zu Jahresbeginn nicht zu realisieren: Der Einzelhandel startet nach dem schwachen Weihnachtsgeschäft mit einem geringen Plus in das neue Jahr und die Kfz-Zulassungen von privaten Haltern waren im Februar im Vormonatsvergleich deutlich rückläufig.

Die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft zeigt sich zuletzt uneinheitlich: Der ifo-Geschäftsklimaindex blieb im Februar unverändert, wobei sich die Einschätzungen zur Geschäftslage etwas verschlechterten, während sich die Erwartungen aufgehellt haben. Vor allem Dienstleister bewerteten sowohl ihre Geschäftslage wie auch die Perspektiven pessimistischer. Das von der KfW und dem ifo Institut ermittelte Geschäftsklima für den Mittelstand zeigte, dass auch die Mittelständler im Februar sowohl ihre aktuelle Lage wie auch die Geschäftserwartungen negativer einschätzten.

Andere Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex von S&P Global oder die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich – ausgehend von niedrigen Niveaus – zuletzt etwas aufgehellt und deuten eine konjunkturelle Bodenbildung an. Die Umfrageindikatoren für die Stimmung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern senden ebenfalls uneinheitliche Signale. Während sich zuletzt das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) und das HDE-Konsumbarometer leicht verbesserten, war das GfK-Konsumklima weiter rückläufig.

Die anhaltend schwache binnen- und außenwirtschaftliche Nachfrage bei gleichzeitig gestiegenen Ungewissheiten hinsichtlich der handels- und geopolitischen Perspektiven dürften in der Wirtschaft und bei privaten Haushalten weiterhin zur Zurückhaltung bei Investitions-, Beschäftigungs- und Konsumentscheidungen führen. Auch wenn sich die außen- und geopolitischen Ungewissheiten auf absehbare Zeit vermutlich nicht verringern werden, könnten von den derzeit diskutierten finanzpolitischen Vorhaben der zukünftigen Regierungskoalition stabilisierende Erwartungseffekte und zunehmende Planungssicherheit für private Haushalte und die Wirtschaft ausgehen.

Erhöhte Unsicherheit lastet auf weltwirtschaftlichen Perspektiven

Die globale Industriekonjunktur zeigte sich zuletzt robust. Im Dezember beschleunigte sie sich – sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern – mit saisonbereinigt +0,8 % gegenüber dem Vormonat, nachdem sie in den vorangegangenen Monaten verhaltener expandiert hatte. Damit lag sie zum Jahresende 2024 um 2,5 % über dem Vorjahreswert. In den Frühindikatoren für die weltweite Produktionsentwicklung spiegelt sich aktuell die deutlich gestiegene Unsicherheit mit Blick auf einen möglichen internationalen Handelskrieg wider. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global ist im Februar weiter, um 0,3 Punkte auf 51,5 Punkte gefallen. Damit signalisiert er nach wie vor ein leichtes, aber etwas geringeres Wachstum als im Vormonat. Während der Index im Dienstleistungsbereich auf nunmehr 51,6 Punkte nachgab, hellte sich die Stimmung in der Industrie mit einem Anstieg von 0,5 Punkten auf 50,6 Punkte weiter auf. Allerdings dürfte die gefestigte Entwicklung in der Industrie zumindest zum Teil auf temporäre Vorzieheffekte mit Blick auf die angekündigten US-Zollanhebungen zurückzuführen sein. Auch der SENTIX-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft, der die Stimmung unter Investorinnen und Investoren widerspiegelt, ist im März gefallen; sowohl die Erwartungen als auch die Lageeinschätzung trübten sich ein. Hinter dem Rückgang des Gesamtindex verbergen sich stark divergierende regionale Entwicklungen: Während sich die Stimmung der Finanzmarktakteure in Europa infolge der angekündigten staatlichen Mehrausgaben sprunghaft verbesserte, brach der SENTIX-Index für die USA zuletzt so stark ein wie zuletzt in der globalen Finanzkrise 2008. Die erratische Handelspolitik der US-Administration sorgt für eine hohe Verunsicherung und Volatilität an den Finanzmärkten.

Der weltweite Güterhandel hat seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Im Dezember nahm er im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 1,1 % zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag er um 3,3 % im Plus. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass der Welthandel auch zu Jahresbeginn 2025 trotz der gestiegenen handelspolitischen Unsicherheit zunächst weiter expandieren dürfte. Im Januar konnte der RWI/ISL-Index mit einem Anstieg von 128,9 auf 133,1 Punkte seinen Rückgang im Vormonat wieder ausgleichen, wobei besonders der Nordrange Index für europäische Häfen mit +4,8 auf 110,9 Punkte kräftig zulegte. Insgesamt stagniert der Containerumschlag aber seit Sommer 2024.

Insgesamt werden Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung vor dem Hintergrund der gestiegenen geo- und handelspolitischen Unsicherheit und einer erwarteten Abkühlung der Wachstumsdynamik in den USA aktuell tendenziell abwärts revidiert.

Außenhandelsüberschuss geht im Januar wieder deutlich zurück

Die deutschen Exporte kommen auch zu Jahresbeginn nicht in Schwung. Nach einem saison- und kalenderbereinigten Plus im Dezember von 1,3 % kam es bei den nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Januar gegenüber dem Vormonat zu einem deutlichen Rückgang um 4,5 %. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lagen sie allerdings noch um 0,3 % im Plus. Besonders in die EU-Länder (-4,2 %), aber auch in die übrige Welt (-0,4 %) wurde im Januar weniger geliefert als im Vormonat; die Ausfuhren in die USA gaben mit -4,2 % ebenfalls ggü. Dezember weiter nach. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen haben sich im Januar mit saison- und kalenderbereinigt -0,5 % gegenüber dem Vormonat schwach entwickelt, im Dreimonatsvergleich nahmen sie aber um 1,6 % zu. Infolge der stärkeren Einbußen bei den Exporten im Vergleich zu den Importen schrumpfte der monatliche Außenhandelsüberschuss saisonbereinigt von 11,3 Mrd. EUR auf 5,2 Mrd. EUR und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022. Mit den USA dürfte sich der Überschuss bei sinkenden Warenausfuhren und deutlich steigenden Warenimporten (+6,5 % gegenüber dem Vormonat) im Januar ebenfalls verringert haben.

Die Einfuhrpreise sind im Januar saisonbereinigt um 1,1 % ggü. dem Vormonat gestiegen. Die Ausfuhrpreise legten mit +0,4 % etwas schwächer zu, sodass sich die Terms of Trade gegenüber dem Vormonat um 0,7 % verschlechterten. In realer Betrachtung dürfte der Rückgang der Ausfuhren also etwas höher ausgefallen sein, während die Einfuhren preisbereinigt nur leicht zugenommen haben dürften.

Die Frühindikatoren signalisieren nach wie vor keine nachhaltige Exportbelebung. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Januar saisonbereinigt um 2,3 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, wobei vor allem die ausländische Nachfrage nach Investitionsgütern weiter nachgab (-3,2 %). Durch den starken Einbruch im November lagen die Auslandsorder im Dreimonatsvergleich insgesamt sogar um 7,3 % im Minus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im Februar trotz der gestiegenen Unsicherheit mit Blick auf die internationale Handelspolitik erstmals seit November 2024 wieder verbessert (von -7,1 auf -5,0 Punkte), auch, weil sich die Exportaussichten in der gewichtigen Automobilbranche aufgehellt haben. Insgesamt werden für das Verarbeitende Gewerbe aber nach wie vor rückläufige Auslandsumsätze erwartet.

Die Exportwirtschaft leidet weiterhin unter der schwachen Auftragslage, außerdem erschwert die erratische US-Handelspolitik zunehmend sowohl die kurz- als auch die längerfristige Geschäftsplanung der Unternehmen. Spürbare Vorzieheffekte im US-Geschäft sind in den Januar-Daten nicht erkennbar. Nach der deutlich rückläufigen Entwicklung der Exporte im Schlussquartal 2024 zeichnet sich aktuell eine weitere Hängepartie für die deutschen Exporteure ab.

Industrieproduktion steigt, aber Trendwende noch nicht in Sicht

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat preis-, kalender- und saisonbereinigt im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,0 % zugelegt. Im Dezember war sie nach leicht aufwärts revidierten Angaben um 1,5 % gesunken. In der Industrie stieg die Ausbringung mit +2,6 % deutlich, im Baugewerbe hingegen mit +0,4 % nur schwach und im Bereich Energie war sie mit -0,5 % leicht rückläufig.

Innerhalb der Industrie entwickelten sich die einzelnen Wirtschaftszweige im Januar sehr unterschiedlich: Deutliche Rückgänge meldeten der zuletzt häufig durch Großaufträge geprägte sonstige Fahrzeugbau (-12,2 %) und die Hersteller von Metallerzeugnissen (-7,7 %). Auch die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen (-5,3 %) sowie von DV-geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (-2,5 %)hat sich rückläufig entwickelt. Spürbare Zuwächse waren hingegen bei der Reparatur und Installation von Maschinen (+15,6 %) sowie im Bereich Kfz und Kfz-Teile (+6,4 %) zu verzeichnen. Auch bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse ist es zu einem deutlichen Plus gekommen (+5,6 %), der gewichtige Maschinenbau konnte ebenfalls leicht zulegen (+1,0 %).

Im weniger volatilen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich stagnierte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar. Während sich die Industrieproduktion um 0,8 % rückläufig entwickelte, konnte das Baugewerbe um 1,0 % zulegen und auch die Energieproduktion wurde mit +5,5 % spürbar ausgeweitet.

Bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe ist es zu Jahresbeginn zu einem Rückprall gekommen. Sie sind im Januar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 7,0 % gesunken, nachdem sie im Dezember um 5,9 % gestiegen waren. Vor allem aus dem Inland gingen im Januar mit einem Minus von 13,2 % spürbar weniger Bestellungen ein; hier war es allerdings im Dezember infolge von Großaufträgen zu einer kräftigen Zunahme um 14,0 % gekommen. Die Auslandsorders verringerten sich im Januar vergleichsweise geringfügig um 2,3 %. Bereinigt um Großaufträge sanken die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat um 2,7 %.

Im weniger volatilen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 2,4 % ab. Dabei stand einem deutlichen Plus von 5,8 % bei den Inlandsbestellungen ein kräftiges Minus von 7,3 % bei den Aufträgen aus dem Ausland gegenüber.

Auch wenn zum Jahresbeginn vorherige Produktionsverluste teilweise wieder ausgeglichen werden konnten, zeichnet sich im Produzierenden Gewerbe insgesamt noch keine konjunkturelle Erholung ab. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich laut ifo Geschäftsklima und S&P Global zuletzt zwar leicht erholt, bewegt sich jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. Angesichts der zuletzt wieder deutlich rückläufigen Auftragseingänge ist derzeit noch keine nachhaltige Belebung der Industrieproduktion abzusehen.

Einzelhandelsumsatz leicht im Plus; Frühindikatoren uneinheitlich

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Januar geringfügig um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Januar ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Der Handel mit Lebensmitteln zog im Januar leicht an (+1,6 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel verringerte sich um 3,8 % zu. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich hingegen ein Plus von 12,0 %.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat rückläufig (-6,8 % bzw. -6,4 %). Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber der Vorperiode um 4,2 % ab. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Februar im Vormonatsvergleich ein deutliches Minus von 9,6 %. In der Drei-Monats-Betrachtung sanken die Zahlen um 2,8 % zu. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Februar um 5,3 %. Das Gastgewerbe verzeichnete gegenüber dem Vorjahr nominal ein leichtes Umsatzplus von 0,6 %; preisbereinigt ging er um 2,6 % zurück. Im Dezember 2024 setzte das Gastgewerbe kalender- und saisonbereinigt nominal 2,2 % weniger um als im Vormonat. Gegenüber Dezember 2023 ging der Umsatz um 0,2 % zurück.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im Dezember um 1,5 Zähler auf 23,8 Punkte gestiegen, stagniert aber insgesamt seit Jahresmitte 2024 auf niedrigem Niveau. Die Beurteilung der aktuellen Lage hellte sich leicht um 0,4 Zähler auf 13,4 Punkte auf. Die Erwartungen stiegen um 2,6 Zähler -33,5 Punkte. Die Unternehmen des Einzelhandels planen laut ifo-Umfrage weiterhin Preiserhöhungen. So kletterten die Preiserwartungen zum fünften Mal in Folge auf nun 33,2 Punkte.

Für Februar gibt das Marktforschungsinstitut GfK eine Abnahme des Konsumklima von 1,2 Zählern auf -22,6 Pt. an. Negative Effekte hatten laut Institut am aktuellen Rand der Rückgang von Einkommenserwartungen und der Anschaffungsneigung. Ferner legte die Sparneigung zu. Laut GfK-Prognose wird das Konsumklima im März weiter um 2,1 Zähler auf 24,7 Pt. sinken. Das HDE-Konsumbarometer hellte sich dagegen im Februar nach einem schwachen Jahresstart leicht auf.

Trotz deutlicher Reallohnzuwächse in Höhe von 3,1 % im Jahr 2024 zeichnet sich mit Blick auf die Frühindikatoren weiterhin keine Trendwende ab. Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und anhaltende geopolitische Unsicherheiten belasten die Planungssicherheit und Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Inflationsrate verharrt bei 2,3 %

Der Auftrieb der Verbraucherpreise liegt weiterhin nahe der geldpolitischen Zielmarke von 2 %. So belief sich die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) im Februar unverändert auf 2,3 %. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,4 %. Einerseits haben die Preise für Nahrungsmitteln im Februar binnen Jahresfrist deutlich zugelegt und lagen um 2,4 % höher als im Vorjahresmonat. Andererseits waren die Energiepreise im Februar mit -1,6 % im Vorjahresvergleich weiterhin rückläufig und entlasteten die Inflationsrate. Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ist um 0,2 Prozentpunkte weiter auf 2,7 % gefallen. Mit ausschlaggebend hierfür war ein erneut etwas geringerer Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen von 3,8 %, der aber weiterhin deutlich überdurchschnittlich blieb.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen entwickeln sich zunehmend dynamischer, wirken aber insgesamt noch nicht erhöhend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise nahmen im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 % zu, gegenüber dem Vormonat sind sie um 0,1 % gesunken. Die Einfuhrpreise legten im Januar im Vormonatsvergleich um 1,1 % zu und lagen damit um 3,1 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel haben sich im Februar sowohl gegenüber dem Vormonat um 0,6 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 % erhöht.

An den Spotmärkten haben die Preise für Erdgas binnen Jahresfrist spürbar angezogen und der TTF Base Load lag zuletzt bei rd. 42 Euro/MWh und damit fast 62 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat sank er allerdings um 24 %. Die Markterwartungen deuten für die kommenden Quartale auf Erdgaspreise von weiterhin etwas über 40 Euro/MWh hin. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 65 Euro/bl fast 11 % unter dem Niveau des Vormonats bzw. 17 % unter dem Vorjahreswert.

Auch infolge administrativer Preisanhebungen wie der Erhöhung der CO2-Bepreisung, der Anhebung des Briefportos und der Verteuerung des Deutschlandtickets dürfte sich die Inflationsrate in den nächsten Monaten weiter etwas über der 2%-Marke bewegen. Im weiteren Jahresverlauf sollten dann aber inflationsdämpfende Faktoren – wie die moderate Preisentwicklung auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die Nachwirkung der restriktiven Geldpolitik und wieder niedrigere Tarifabschlüsse – die Oberhand gewinnen.

Arbeitsmarkt entwickelt sich zu Jahresbeginn weiter schleppend

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt zu Jahresbeginn schwach. Die Arbeitslosigkeit hat die 3 Mio. Schwelle im Februar zwar nicht erreicht, ist saisonbereinigt (sb) jedoch um 5 Tsd. Personen gestiegen. Gleichzeitig nahm die Unterbeschäftigung mit sb +2 Tsd. Personen leicht zu. Die Erwerbstätigkeit ist im Januar sb mit –11 Tsd. Personen etwas stärker als zu Jahresbeginn üblich zurückgegangen. Die SV-pflichtige Beschäftigung hat im Dezember um sb 12 Tsd. Personen zugelegt und kompensierte damit fast vollständig den Beschäftigungsrückgang im November. Die realisierte Kurzarbeit lag im Dezember mit 222 Tsd. Personen abermals deutlich höher als im Vorjahresmonat, der Vormonatswert wurde jedoch erneut deutlich abwärtsrevidiert (-31 Tsd. Personen). Angesichts einer Stabilisierung der Anzeigen von Kurzarbeit ist daher vorerst nicht mit dem noch im Herbst befürchteten dynamischen Anstieg zu rechnen.

Die Frühindikatoren deuten auf eine weiterhin gedämpfte Entwicklung am Arbeitsmarkt hin: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist auf 98,3 Punkten gesunken, wobei sich nicht nur die Arbeitslosigkeitskomponente weiter rückläufig entwickelte, sondern auch die erwartete Beschäftigungsentwicklung erstmals seit der Corona-Pandemie nur noch knapp unterhalb der Expansionsschwelle blieb. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich nach einem Anstieg im Vormonat zuletzt ebenfalls wieder abgeschwächt, was auch auf einen abermaligen Rückgang der Einstellungsbereitschaft im Dienstleistungsbereich zurückzuführen ist. Gleichzeitig weisen die bei der BA gemeldeten Stellen auf eine insgesamt rückläufige Arbeitsnachfrage hin. Angesichts fehlender konjunktureller Impulse ist mit Blick auf die erwartete Frühjahrsbelebung daher weiterhin mit einer eher verhaltenen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen.

Unternehmensinsolvenzen in 2024 deutlich gestiegen

Im Dezember 2024 lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen mit 1.791 Fällen auf dem Niveau des Vormonats November (1.787), jedoch 15,5 % über dem Vorjahresmonat. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 21.812 Unternehmensinsolvenzen gezählt, dies entspricht einem Anstieg von 22,4 % gegenüber 2023 sowie knapp 50 % gegenüber 2022. Es ist der höchste Jahreswert seit 2015. Während die von einer Insolvenz betroffenen Beschäftigten im Monats- und Jahresvergleich zweistellig zulegten (Dezember gegenüber November: +30,1 %; 2024 gegenüber 2023: 11,2 %), war der Anstieg bei den voraussichtlichen Forderungen jeweils dreistellig (Dezember gegenüber November: +110,4 %; 2024 gegenüber 2023: 118,4 %). Als Ursachen für die Zunahme der Unternehmensinsolvenzen sind unterschiedliche Faktoren zu nennen, darunter die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten sowie Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen (u. a. Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Corona-Jahre).

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im Februar mit 1.436 Insolvenzen einen Anstieg von 7,0 % gegenüber dem Vormonat sowie von 20,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten lag mit 18.839 rund 52 % höher als im Februar 2024. Das IWH sieht auf Basis von Frühindikatoren Anzeichen dafür, dass die Phase steigender Insolvenzzahlen vorerst beendet sein könnte. Für die Monate März und April werden konstante oder leicht rückläufigen Insolvenzzahlen erwartet.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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