2,8 % mehr Gründungen größerer Betriebe im 1. Quartal 2026 als im Vorjahreszeitraum

Im 1. Quartal 2026 wurden in Deutschland rund 37.500 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 2,8 % mehr neu gegründete größere Betriebe als im Vorjahreszeitraum.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.05.2026

  • Aufgaben größerer Betriebe sinken um 5,7 %
  • Gesamtzahl der Neugründungen steigt um 10,1 %
  • Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben sinkt um 2,0 %

Im 1. Quartal 2026 wurden in Deutschland rund 37.500 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 2,8 % mehr neu gegründete größere Betriebe als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 5,7 % auf rund 28.400.

Insgesamt 188.900 Neugründungen und 139.400 vollständige Gewerbeaufgaben

Die Gesamtzahl der Neugründungen von Gewerben war im 1. Quartal 2026 mit rund 188.900 um 10,1 % höher als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg um 9,3 % auf rund 225.300. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben war im 1. Quartal 2026 mit rund 139.400 um 2,0 % niedriger als im 1. Quartal 2025. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen sank um 4,3 % auf rund 167.500. Neben Gewerbeaufgaben zählen dazu auch Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Konjunkturerwartungen hellen sich auf

Nach zwei starken Rückgängen in den vergangenen Monaten hellen sich die Konjunkturerwartungen im Mai wieder auf, der ZEW-Index verbleibt aber weiter im negativen Bereich.

ZEW, Mitteilung vom 12.05.2026

Nach zwei starken Rückgängen in den vergangenen Monaten hellen sich die Konjunkturerwartungen im Mai wieder auf. Der ZEW-Index steigt um 7,0 Punkte und beträgt nun minus 10,2 Punkte. Er verbleibt somit im negativen Bereich. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,8 Punkten um minus 4,1 Punkte unter dem Vormonatswert.

„Die Erwartungen hellen sich auf, verbleiben aber im negativen Bereich. Die Expertinnen und Experten hoffen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs. Die schwache Industrieproduktion, steigende Energiepreise und eine Inflationsrate oberhalb der 2-Prozent-Marke belasten die deutsche Wirtschaft jedoch weiterhin. Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich ein vorsichtiges Erholungspotenzial ab, sofern der Nahost-Konflikt abklingt und die staatlichen Konjunkturimpulse ihre Wirkung entfalten“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Die Veränderungen der Salden der unterschiedlichen Wirtschaftszweige ergeben ein gemischtes Bild. Der Saldo der Automobilbranche verschlechtert sich substanziell und liegt bei minus 57,2 Punkten (minus 13,0 Punkte gegenüber dem Vormonat). Auch der Maschinenbau verzeichnet ein Minus im Mai: der Index liegt bei minus 32,1 Punkten (minus 9,2 Punkte gegenüber April). Nennenswert ist auch die Veränderung des Saldos der privaten Nachfrage. Dieser fällt mit minus 41,6 Punkten weiter ins Negative (minus 8,2 Punkte gegenüber April). Doch einige Branchen erfahren eine Verbesserung im Mai. Insbesondere hellen sich die Aussichten für die Informationstechnologien um plus 12,1 Punkten auf (Saldo bei 56,6 Punkten). Die Metallproduktion und die Baubranche verzeichnen ebenfalls Anstiege.

Die Erwartungen für die Eurozone verzeichnen einen kräftigen Anstieg im Mai. Der Index liegt um 11,3 Punkte höher als noch im April bei einem Saldo von minus 9,1 Punkten. Die Bewertung der Lage verbessert sich marginal. Diese liegt mit minus 41,4 Punkten um 1,6 Punkte über dem Vormonatswert.

Quelle: ZEW

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Inflationsrate im April 2026 bei +2,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag lt. Statistischem Bundesamt im April 2026 bei +2,9 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt verstärkt, nachdem sie im März 2026 bereits bei +2,7 % gelegen hatte.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.05.2026

Erneut steigende Energiepreise erhöhen die Gesamtteuerung

Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+0,5 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im April 2026 bei +2,9 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt verstärkt, nachdem sie im März 2026 bereits bei +2,7 % gelegen hatte. Im Februar 2026 hatte sie noch +1,9 % betragen. So hoch wie im April 2026 war die Inflationsrate zuletzt im Januar 2024 gewesen. „Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat März 2026 stiegen die Verbraucherpreise im April 2026 um 0,6 %.

Energieprodukte verteuerten sich um 10,1 % gegenüber April 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im April 2026 um 10,1 % höher als im April 2025. Wie bereits im Vormonat März 2026 (+7,2 %) erhöhten sich die Energiepreise damit deutlich, während noch im Februar 2026 ein Preisrückgang von -1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu beobachten war. Diese Preisanstiege sind maßgeblich auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt zurückzuführen. Besonders deutlich verteuerten sich binnen Jahresfrist im April 2026 Kraftstoffe (+26,2 %). Im Vergleich mit früheren Öl- und Wirtschaftskrisen zeigt sich, dass die Preissteigerungen für Energieprodukte unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich stärker ausgefallen waren (siehe Pressemitteilung Nr. N029 vom 7. Mai 2026).

Noch stärker als Kraftstoffe verteuerte sich im April 2026 leichtes Heizöl (+55,1 % gegenüber April 2025) als Teil der Haushaltsenergie. Aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte war Haushaltsenergie insgesamt mit -0,3 % allerdings nach wie vor günstiger als im Vorjahresmonat. So blieben Strom (-4,5 %), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 %) und Fernwärme (-1,1 %) gegenüber April 2025 weiterhin günstiger. Dies ist unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen. Die aktuellsten Entlastungen wie die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe wirkten sich noch nicht aus, da sie erst zum 1. Mai 2026 in Kraft traten.

Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +1,2 % unterdurchschnittlich

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 2026 um 1,2 % höher als im Vorjahresmonat (März 2026: +0,9 %). Preiserhöhungen im April 2026 zeigten sich weiterhin vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+6,6 %, darunter Schokoladen: +9,7 %). Teurer wurden auch Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,7 %), Fleisch und Fleischwaren sowie Obst (beide +3,6 %). Profitieren konnten die Verbraucherinnen und Verbraucher von günstigeren Preisen für Speisefette und Speiseöle (-13,9 %, darunter Butter: -25,4 %; Olivenöl: -8,9 %). Zudem verbilligten sich Kartoffeln (-14,4 %) und Molkereiprodukte (-5,6 %), während sich die Preise für Eier (+14,6 %) deutlich erhöhten.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,3 %

Im April 2026 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,2 %, die Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug +1,9 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im April 2026 bei +2,3 %.

Waren verteuerten sich gegenüber April 2025 um 2,9 %

Die Preise für Waren lagen im April 2026 insgesamt um 2,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Verbrauchsgüter verteuerten sich dabei um 4,2 % und Gebrauchsgüter um 0,6 %. Neben Energieprodukten (+10,1 %) und Nahrungsmitteln (+1,2 %) wurden auch andere Waren teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke (+4,1 %, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +11,2 %) und Tabakwaren (+6,2 %). Preisrückgänge zeigten sich dagegen unter anderem bei Haushaltsgroßgeräten (-2,4 %) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-6,1 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,8 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im April 2026 um 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit lag die Teuerung für Dienstleistungen knapp unterhalb der Gesamtteuerung. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 %) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 %). Auch die Preise für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 %), Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+3,9 %), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung sowie Gaststättendienstleistungen (beide +3,2 %) waren im April 2026 deutlich höher als ein Jahr zuvor. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im April 2026 die Nettokaltmieten mit +1,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger als im Vorjahresmonat, darunter Pauschalreisen (-3,5 %).

Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,6 %, Energie um 2,1 %

Gegenüber März 2026 stieg der Verbraucherpreisindex im April 2026 um 0,6 %. Die Energiepreise stiegen infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten binnen Monatsfrist erneut um 2,1 % (März gegenüber Februar 2026: +7,7 %). Insbesondere beim Kauf von leichtem Heizöl (+4,7 %) und Kraftstoffen (+4,3 %, darunter Dieselkraftstoff: +6,1 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher einen spürbaren Preisanstieg hinnehmen. Die Nahrungsmittelpreise insgesamt stiegen mit +0,4 % moderat. Teurer waren hier zum Beispiel frisches Gemüse (+4,4 %) und Kartoffeln (+3,3 %), günstiger hingegen wurde vor allem frisches Obst (-1,0 %). Auch Flugtickets (-3,2 %) und Pauschalreisen (-2,9 %) wurden im April 2026 günstiger gegenüber März 2026.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Exporte im März 2026: +0,5 % zum Februar 2026

Im März 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Februar 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,5 % und die Importe um 5,1 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 nahmen die Exporte um 1,9 % und die Importe um 7,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.05.2026

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), März 2026
135,8 Milliarden Euro
+0,5 % zum Vormonat
+1,9 % zum Vorjahresmonat

Importe (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), März 2026
121,5 Milliarden Euro
+5,1 % zum Vormonat
+7,2 % zum Vorjahresmonat

Außenhandelsbilanz (kalender- und saisonbereinigt), März 2026
14,3 Milliarden Euro

Im März 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Februar 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,5 % und die Importe um 5,1 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 nahmen die Exporte um 1,9 % und die Importe um 7,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.

Im März 2026 wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 135,8 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 121,5 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Die Außenhandelsbilanz schloss damit im März 2026 mit einem Überschuss von 14,3 Milliarden Euro ab. Im Februar 2026 hatte der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo +19,6 Milliarden Euro betragen. Im März 2025 hatte er bei +19,9 Milliarden Euro gelegen.

Außenhandel mit EU-Staaten

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im März 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 78,4 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 61,0 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Februar 2026 stiegen die kalender- und saisonbereinigten Exporte in die EU-Staaten um 3,4 % und die Importe aus diesen Staaten um 3,0 %. In die Staaten der Eurozone wurden Waren im Wert von 54,8 Milliarden Euro (+4,1 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 40,8 Milliarden Euro (+1,7 %) aus diesen Staaten importiert. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden Waren im Wert von 23,6 Milliarden Euro (+1,7 %) exportiert und es wurden Waren im Wert von 20,1 Milliarden Euro (+5,7 %) von dort importiert.

Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten

In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden im März 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 57,4 Milliarden Euro exportiert und es wurden Waren im Wert von 60,5 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber Februar 2026 sanken die Exporte in die Drittstaaten um 3,3 % und die Importe von dort stiegen um 7,4 %.

Die meisten deutschen Exporte gingen im März 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 11,2 Milliarden Euro exportiert, das waren 7,9 % weniger als im Februar 2026. Gegenüber dem Vorjahresmonat März 2025 waren die Exporte in die Vereinigten Staaten kalender- und saisonbereinigt um 21,4 % niedriger. Einen stärkeren Rückgang der Exporte in die USA hatte es im Vorjahresvergleich zuletzt im Juni 2020 (-27,4 % gegenüber Juni 2019) gegeben. Die Exporte in das Vereinigte Königreich nahmen im Vergleich zum Vormonat um 3,2 % auf 7,4 Milliarden Euro zu. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im März 2026 im Vergleich zum Februar 2026 um 1,8 % auf 6,0 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen im März 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 15,6 Milliarden Euro eingeführt. Das waren 4,9 % mehr als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 3,7 % auf 8,0 Milliarden Euro. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen im gleichen Zeitraum um 11,7 % auf 3,5 Milliarden Euro zu.

Originalwerte für den Außenhandel (nicht kalender- und saisonbereinigt)

Nominal (nicht kalender- und saisonbereinigt) wurden im März 2026 Waren im Wert von 150,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und Waren im Wert von 130,4 Milliarden Euro nach Deutschland importiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 stiegen die Exporte damit um 6,9 % und die Importe um 11,1 %. Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss im März 2026 mit einem Überschuss von 19,8 Milliarden Euro ab. Im März 2025 hatte der Saldo +23,2 Milliarden Euro betragen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Produktion im März 2026: -0,7 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,7 % gesunken, die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen jedoch um 1,2 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.05.2026

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 1,2 % gestiegen

Produktion im Produzierenden Gewerbe
März 2026 (real, vorläufig):
-0,7 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-2,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Februar 2026 (real, revidiert):
-0,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-0,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,7 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von Januar 2026 bis März 2026 um 1,2 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Im Februar 2026 sank die Produktion gegenüber Januar 2026 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,5 % (vorläufiger Wert: -0,3 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 war die Produktion im März 2026 kalenderbereinigt 2,8 % niedriger.

Produktionsrückgänge in der Energieerzeugung und im Maschinenbau

Der Rückgang im März 2026 gegenüber dem Vormonat ist auf die Produktionsrückgänge in der Energieerzeugung (-4,0 %) und im Maschinenbau (-2,7 %) zurückzuführen. Positiv wirkten sich hingegen die Anstiege im Baugewerbe (+1,9 %) und in der Automobilindustrie (+1,9 %) aus.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) sank im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,9 %. Dabei sank die Produktion von Investitionsgütern um 1,6 % und die Produktion von Konsumgütern um 1,9 %. Die Produktion von Vorleistungsgütern stieg dagegen um 0,8 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 4,1 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gestiegen

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,2 % gestiegen. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen von Januar 2026 bis März 2026 um 2,1 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat März 2025 war die energieintensive Produktion im März 2026 kalenderbereinigt um 1,2 % niedriger.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Öffentliche Konsultation zur EU Inc.

Die EU-Kommission führt derzeit eine öffentliche Konsultation zu ihrem Verordnungsvorschlag für die Schaffung einer neuen europaweiten Gesellschaftsform, der EU Inc., durch.

BRAK, Mitteilung vom 07.05.2026

Die Europäische Kommission führt derzeit eine öffentliche Konsultation zu ihrem Verordnungsvorschlag für die Schaffung einer neuen europaweiten Gesellschaftsform, der EU Inc., durch.

Die EU Inc. ist dadurch gekennzeichnet, dass sie innerhalb von 48 Stunden gegründet werden kann und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg vollständig digital verwaltet wird. Sie soll Erleichterung im Bereich der grenzüberschreitenden Gründung und Expansion von Unternehmen bringen und bildet den Grundstein für das 28. Regime.

Die Beteiligung an der Konsultation ist noch bis zum 25. Juni 2026 möglich.

Quelle: BRAK, Nachrichten aus Brüssel Ausgabe 09/2026

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IW halbiert Wachstumsprognose für 2026

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Der Iran.-Krieg mit seinen ansteigenden Energiepreisen und Lieferstörungen stoppt die erhoffte Erholung, zeigt die Konjunkturprognose des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 07.05.2026

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Der Iran-Krieg mit seinen ansteigenden Energiepreisen und Lieferstörungen stoppt die erhoffte Erholung, zeigt die Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Der Krieg im Nahen Osten trifft die seit langem angeschlagene deutsche Wirtschaft hart. Das IW rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von gut 0,4 Prozent – weniger als halb so viel wie im Dezember prognostiziert. Die erhoffte Erholung nach drei Jahren Rezession und Stagnation fällt damit erneut aus. Betroffen sind nahezu alle Bereiche: Exporte schrumpfen, Investitionen und Konsum stagnieren, die Erwerbstätigkeit sinkt – einzig der Staat stützt die Nachfrage.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Die deutschen Exporte sinken 2026 um 0,3 Prozent – zum vierten Mal in Folge. Das Auslandsgeschäft koppelt sich weiter vom Welthandel ab, der um 1,7 Prozent zulegt. Denn die globale Nachfrage verschiebt sich weg vom deutschen Produktionsportfolio, die Wettbewerbsfähigkeit sinkt, Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland.
  • Die Investitionskrise hält an: Das IW halbiert nahezu seine Prognose für die Anlageinvestitionen von 2,2 auf 1,2 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen etwa für Maschinen oder Nutzfahrzeuge lagen schon 2025 um elf Prozent unter dem Niveau von 2019. Nur jedes fünfte Unternehmen plant höhere Ausgaben – doppelt so viele wollen sogar kürzen.
  • Der private Konsum kommt 2026 nicht vom Fleck: Noch im Dezember rechnete das IW mit einem Plus von einem Prozent – jetzt stagniert er wieder. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Inflation auf gut drei Prozent und entziehen den Haushalten Kaufkraft. Die Folge: Viele Bürger halten ihr Geld zusammen.
  • Die schlechte Konjunktur setzt sich auf dem Arbeitsmarkt fort: Die Arbeitslosigkeit steigt auf gut drei Millionen, die Arbeitslosenquote auf 6,4 Prozent. Die Erwerbstätigkeit sinkt um 190.000 Personen.
  • Dass die Wirtschaft noch ein Plus verzeichnet, liegt am Staat: Öffentliche Konsumausgaben und Verteidigungsinvestitionen stützen die Nachfrage. Das hat seinen Preis: Das Staatsdefizit steigt auf 156 Milliarden Euro, die Staatsquote auf über 51 Prozent.

Krisen setzen der deutschen Wirtschaft zu

„Die Krisen prasseln schneller auf die deutsche Wirtschaft ein, als sie sich erholen kann“, sagt IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Es sei dennoch verfehlt, wenn die Politik mit Tankrabatten suggeriere, die zwangsläufigen Wohlstandsverluste auffangen zu können. „Die Politik muss sich auf das konzentrieren, was sie beeinflussen kann“, so Grömling. Wenn Schwarz-Rot das Reformfenster nutze, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Investitionsbedingungen für Unternehmen zu verbessern, sei dem Land mehr geholfen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im März 2026: +5,0 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 5,0 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.05.2026

Auftragseingang ohne Großaufträge: +5,1 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
März 2026 (real, vorläufig):
+5,0 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+6,3 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Februar 2026 (real, revidiert):
+1,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+3,5 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 5,0 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 5,1 % höher als im Vormonat, damit erreichte der Auftragseingang ohne Großaufträge das höchste Niveau seit Februar 2023. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im 1. Quartal 2026 insgesamt um 4,1 % niedriger als im 4. Quartal 2025. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war ein sehr hohes Volumen an Großaufträgen zum Jahresende 2025. Ohne Großaufträge stieg der Auftragseingang im Dreimonatsvergleich um 1,6 %. Im Februar 2026 stieg der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Januar 2026 um 1,4 % (vorläufiger Wert: +0,9 %).

Die positive Entwicklung der Neuaufträge im Verarbeitenden Gewerbe im März 2026 verteilte sich auf fast alle Wirtschaftsbereiche. Den größten Einfluss auf das Gesamtergebnis hatten dabei die Anstiege der Auftragseingänge in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (saison- und kalenderbereinigt +21,5 % zum Vormonat), im Maschinenbau (+6,9 %) sowie in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+14,4 %).

Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im März 2026 um 2,1 % höher und bei den Vorleistungsgütern um 9,2 % höher als im Vormonat. Bei den Konsumgütern stieg er um 7,3 %.

Die Auslandsaufträge stiegen im März 2026 um 5,6 %. Dabei stiegen die Aufträge aus der Eurozone um 10,1 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 2,7 %. Die Inlandsaufträge stiegen um 4,0 %.

Umsatz im März 2026 um 0,7 % höher als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im März 2026 saison- und kalenderbereinigt 0,7 % höher als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 2,0 % niedriger. Für Februar 2026 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 1,3 % gegenüber Januar 2026 (vorläufiger Wert: -0,5 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Wirtschaftliche Lage wirkt sich auf Ausbildungsmarkt aus

Der Berufsbildungsbericht zeigt lt. Bundesregierung: Auf dem Ausbildungsmarkt 2025 ist ein Rückgang des Angebots an Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Gleichzeitig blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt.

Bundesregierung, Mitteilung vom 06.05.2026

Der Berufsbildungsbericht zeigt: Auf dem Ausbildungsmarkt 2025 ist ein Rückgang des Angebots an Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Gleichzeitig blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt. Wie sieht der Ausbildungsmarkt im Detail aus?

Der im Bundeskabinett vorgestellte und beschlossene Berufsbildungsbericht 2026 gibt einen Überblick über die Ausbildungssituation im Berichtsjahr 2025. Beleuchtet werden dabei sowohl langfristige Trends als auch aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt. Es wird deutlich: Die wirtschaftliche Lage hatte Einfluss auf die Ausbildungsbilanz, zugleich gibt es aber auch ermutigende Entwicklungen.

So zeigt der Bericht einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im letzten Jahr; auch blieben 2025 mehr junge Menschen als im Vorjahr bei der Ausbildungsplatzsuche erfolglos. Zudem verringerte sich das Angebot an Ausbildungsstellen. Gleichzeitig ist die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen deutlich gesunken.

Der Ausbildungsmarkt im Detail

Rund 476.000 duale Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2025 abgeschlossen. Das entspricht einem Rückgang von 10.300 Verträgen (-2,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. In der schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Jahr 2025 dagegen erneut deutlich gestiegen (+3,8 Prozent). Das ist mit Blick auf den hohen Fachkräftebedarf in diesen Bereichen ein gutes Zeichen. Deutlich zurückgegangen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen: Bundesweit wurden 530.300 Ausbildungsstellen angeboten und damit 25.300 Stellen (-4,6 Prozent) weniger als 2024.

Dem rückläufigen Angebot an Ausbildungsplätzen steht – wie im Vorjahr – eine leicht steigende Nachfrage der Bewerberinnen und Bewerber gegenüber (+0,7 Prozent). 2025 blieben deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt: Mit 54.400 Stellen blieben 15.000 weniger Stellen unbesetzt als im Vorjahr – ein Rückgang von 21,6 Prozent. Gleichzeitig hatten etwa 84.400 junge Menschen zum Stichtag 30. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und hielten deshalb ihren Vermittlungswunsch weiter aufrecht. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 14.000 (+19,9 Prozent) gestiegen.

Berufliche und regionale Unterschiede

Ob die Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolgreich verläuft oder eine offene Stelle besetzt werden kann, hängt laut Berufsbildungsbericht auch mit der Branche und der Region zusammen, in der der Ausbildungsplatz angeboten wird. So ist zum Beispiel die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen in Berufen der Lebensmittelherstellung und des Verkaufs, der Gastronomie und im Hoch- und Tiefbau 2025 erneut sehr viel höher als die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber. Deutlich weniger gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gab es hingegen im Friseurhandwerk, in der Softwareentwicklung, in Kfz-Berufen sowie in Büro- und Verwaltungsberufen.

Auch regionale Unterschiede lassen sich feststellen: So haben es etwa Bewerberinnen und Bewerber in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen schwerer als in Thüringen oder Bayern. Umso mehr gilt für Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildungsstelle, möglichst mobil und flexibel zu sein – sowohl mit Blick auf die Region als auch auf den Wunschberuf.

So stärkt die Bundesregierung die berufliche Bildung

Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel sowie die digitale und ökologische Wende stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen: Um diese zu bewältigen, sind Betriebe auf gut qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Die Bundesregierung trägt daher mit einer Reihe von Initiativen dazu bei, die berufliche Bildung zu fördern sowie mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern.

Mit der neuen Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung wird – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – das System der beruflichen Bildung gestärkt. Die Offensive soll die Voraussetzungen verbessern, um Fachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren. Auch der von der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ organisierte „Sommer der Berufsausbildung“ soll dabei helfen, junge Menschen stärker für die Perspektive berufliche Bildung zu begeistern. Der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ gehören neben der Bundesregierung auch Sozialpartner und Verbände an.

Quelle: Bundesregierung

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Mangelnde IT-Infrastruktur und Daten bremsen Einsatz digitaler Zwillinge

Digitale Zwillinge spielen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie eine herausragende Rolle – das sagt die Mehrheit der Unternehmen in einer aktuellen Bitkom-Umfrage. Dazu braucht es große Mengen an Echtzeitdaten sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur. Aus Sicht der Industrie gibt es hier noch Defizite.

Bitkom, Pressemitteilung vom 05.05.2026

  • 6 von 10 Industrieunternehmen sehen große Bedeutung digitaler Zwillinge für die Wettbewerbsfähigkeit
  • Die Hälfte ist der Auffassung, der Einsatz digitaler Zwillinge scheitert häufig an mangelnder IT-Infrastruktur
  • 57 Prozent wünschen sich mehr Daten

Digitale Zwillinge spielen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie eine herausragende Rolle – das sagt die Mehrheit der Unternehmen in einer aktuellen Bitkom-Umfrage. Unter digitalen Zwillingen versteht man eine Art Computer-Klon eines Geräts, einer Maschine, Anlage oder sogar einer ganzen Fabrik. Mit ihm lassen sich Abläufe simulieren, überwachen, planen und steuern. Dazu braucht es große Mengen an Echtzeitdaten sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur. Aus Sicht der Industrie gibt es hier noch Defizite. Mehr als die Hälfte der deutschen Industrieunternehmen (57 Prozent) ist der Auffassung, dass die notwendigen Daten zum Einsatz digitaler Zwillinge fehlen. Und auch bei der technischen Infrastruktur läuft nicht alles rund: Fast die Hälfte (48 Prozent) sieht Mängel in der IT-Infrastruktur als Grund dafür, dass der Einsatz digitaler Zwillinge häufig scheitert. Das zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Industriemesse Hannover unter 555 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt wurde.

„Digitale Zwillinge haben herausragende Bedeutung für die Zukunft der deutschen Industrie“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. „Die Technologie braucht vor allem eines: Daten. Alle Industrieunternehmen sollten sich mit der Thematik und den Erkenntnissen von Initiativen in diesem Bereich intensiv beschäftigen und diese im eigenen Unternehmen und in Produkten anwenden. Wichtig ist auch, die Daten nicht nur selbst zu nutzen, sondern die Offenheit, diese auch mit anderen sinnvoll zu teilen.“

Die deutsche Industrie sieht bei digitalen Zwillingen noch Aufholbedarf. Mehr als ein Fünftel (23 Prozent) sieht sich hier vorne (3 Prozent an der Spitze; 20 Prozent als Vorreiter). 60 Prozent sehen ihr Unternehmen aber eher als Nachzügler und 14 Prozent sind der Auffassung, sie hätten den Anschluss verpasst. Dabei hat die deutsche Industrie die Bedeutung digitaler Zwillinge als Wettbewerbsfaktor erkannt. 6 von 10 Industrieunternehmen (62 Prozent) rechnen ihnen eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit zu (27 Prozent sehr groß; 35 Prozent eher groß). Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) misst dieser Technologie hingegen eine geringe Bedeutung bei (21 Prozent eher gering; 15 Prozent sehr gering).

Auch mit Blick auf die Abläufe und Prozesse innerhalb der Produktion steht die deutsche Industrie digitalen Zwillingen mehrheitlich positiv gegenüber. Fast 8 von 10 Industrieunternehmen (79 Prozent) sind der Auffassung, digitale Zwillinge ermöglichten eine vorausschauende Wartung und vermieden so ungeplante Ausfälle. Fast 6 von 10 (58 Prozent) sagen, digitale Zwillinge machten Produktionsprozesse effizienter. Ebenso viele (58 Prozent) sehen darin eine Chance, völlig neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Und auch der Nachhaltigkeitsfaktor ist für die Industrie relevant. Zwei Drittel (66 Prozent) sehen in der Technologie eine Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren. Rückert: „Auch die Politik ist gefordert, Unternehmen gezielt zu unterstützen – etwa durch niedrigschwellige KI-Förderprogramme für den Mittelstand.“

Quelle: Bitkom

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