Datenschutz: Aufwand für Unternehmen nimmt zu

Die deutschen Unternehmen müssen lt. Bitkom noch größere Anstrengungen unternehmen, um den Datenschutz umzusetzen. Bei 63 Prozent hat der Aufwand für den Datenschutz im vergangenen Jahr zugenommen, bei 36 Prozent ist er gleichgeblieben – und nirgendwo zurückgegangen. 94 % der Unternehmen bezeichnen den aktuellen Datenschutz-Aufwand als hoch.

Bitkom, Pressemitteilung vom 01.10.2024

  • 9 von 10 Unternehmen beklagen hohen Aufwand durch Datenschutz – und fordern Reform der Aufsicht
  • Künstliche Intelligenz stellt Datenschutz vor neue Herausforderungen
  • Jedes fünfte Unternehmen räumt Datenschutzverstöße ein

Die deutschen Unternehmen müssen noch größere Anstrengungen unternehmen, um den Datenschutz umzusetzen. In rund zwei Drittel (63 Prozent) hat der Aufwand für den Datenschutz im vergangenen Jahr zugenommen, bei 36 Prozent ist er gleichgeblieben – und nirgendwo zurückgegangen. 9 von 10 Unternehmen (94 Prozent) bezeichnen den aktuellen Datenschutz-Aufwand als hoch. Zugleich sind in rund zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten innovative Projekte aufgrund von Datenschutz-Vorgaben gescheitert oder gar nicht erst angegangen worden. 70 Prozent warnen, dass der Datenschutz die Digitalisierung in Deutschland hemmt, 63 Prozent sehen das konkret für gesellschaftlich relevante Projekte wie etwa den Einsatz digitaler Technologien in Schulen. Und 64 Prozent stellen fest: Wir übertreiben es mit dem Datenschutz in Deutschland. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 605 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. „Der Schutz persönlicher Daten gehört unverrückbar zu unserem Wertesystem und unserer Demokratie in Deutschland und Europa. Bei der Umsetzung und Auslegung müssen wir aber nachsteuern, damit der Datenschutz praxistauglich bleibt“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. „Beim Datenschutz brauchen wir dringend mehr Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Einheitlichkeit. Das wäre ein Förderprogramm für die Unternehmen, das kein Geld benötigt, sondern nur politischen Willen.“

DS-GVO: Umsetzung weit fortgeschritten, aber die Sorgen bleiben

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) sorgt auch nach sechs Jahren in den Unternehmen für Unzufriedenheit. Inzwischen haben 7 von 10 Unternehmen die DS-GVO vollständig (23 Prozent) oder größtenteils (48 Prozent) umgesetzt, weitere 28 Prozent zumindest teilweise. Allerdings führt sie in den Unternehmen weiterhin zu steigendem Datenschutz-Aufwand. 42 Prozent der Unternehmen haben seit der Einführung mehr Aufwand und gehen davon aus, dass er weiter steigen wird, vor einem Jahr waren es nur 33 Prozent. Weitere 42 Prozent haben seit der Einführung mehr Aufwand und rechnen damit, dass dieser unverändert bleibt (2023: 50 Prozent). Gerade einmal bei 15 Prozent nimmt der zusätzliche Aufwand zusehends ab (2023: 12 Prozent), nur 1 Prozent hat gar keinen gestiegenen Aufwand registriert.

Der hohe Aufwand liegt auch daran, dass die Umsetzung in 84 Prozent der Unternehmen als nie vollständig abgeschlossen gilt. 80 Prozent beklagen, dass das Ausrollen neuer Tools immer neue Datenschutz-Prüfungen in Gang setzt. Und auch nach sechs Jahren leiden drei Viertel (76 Prozent) unter Rechtsunsicherheit was die genauen Vorgaben der DS-GVO betrifft. 61 Prozent kritisieren die insgesamt zu hohen Anforderungen der EU-Regeln, 56 Prozent die uneinheitliche Auslegung in der EU. Aber auch in den Unternehmen selbst gibt es Herausforderungen bei der DS-GVO-Umsetzung. So kosten bei 56 Prozent erforderliche IT- und Systemumstellungen viel Zeit, 53 Prozent tun sich schwer damit, den Beschäftigten die komplexen Anforderungen verständlich zu machen. Jeweils rund einem Drittel fehlt es am Geld (34 Prozent) bzw. an qualifizierten Beschäftigten (32 Prozent).

Bei einer DS-GVO-Bilanz überwiegen kritische Einschätzungen. So macht für 77 Prozent die DS-GVO die eigenen Geschäftsprozesse komplizierter. 64 Prozent meinen, dass die Datenschutzbehörden in Deutschland die DS-GVO zu streng anwenden. Fast ebenso viele (62 Prozent) finden aber auch, dass deutsche Unternehmen beim Datenschutz überziehen, weil sie Angst haben, gegen die DS-GVO zu verstoßen. 53 Prozent halten die DS-GVO schlicht für einen Standortnachteil, 49 Prozent sehen, dass Innovationen aus anderen Regionen aufgrund der Datenschutz-Regeln nicht in der EU genutzt werden können. Auf der anderen Seite heben 70 Prozent hervor, dass sich durch die DS-GVO die Datensicherheit im eigenen Unternehmen verbessert hat, 48 Prozent sehen durch sie einheitlichere Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU. Zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) kommen zum Schluss: Die DS-GVO muss gelockert werden. „Auch nach sechs Jahren ist der Umgang mit der DS-GVO geprägt von Rechtsunsicherheit und vielstimmigen Auslegungen. Das ist für ein Gesetzeswerk in so einem zentralen Bereich keine gute Bilanz“, so Dehmel. „Die Politik ist gefordert, bei der DS-GVO in Sachen Praxistauglichkeit nachzusteuern.“

Künstliche Intelligenz als Hilfe beim Datenschutz

Angesichts des hohen Aufwands zieht fast die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) den Einsatz von Künstlicher Intelligenz beim Datenschutz in Betracht. Dabei geht es zum Beispiel um Chatbots für die Beschäftigten, um Datenschutzfragen schnell zu erklären, oder auch um das Erkennen von Datenschutzverstößen durch eine KI oder die automatisierte Anonymisierung oder Pseudonymisierung von Daten. 5 Prozent nutzen solche KI-Anwendungen bereits, 24 Prozent haben den Einsatz bereits geplant. Und weitere 19 Prozent diskutieren noch darüber. Auf der anderen Seite ist KI als Unterstützung beim Datenschutz für 46 Prozent aktuell kein Thema.

Zugleich sind 68 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass der Einsatz von KI in den Unternehmen den Datenschutz vor ganz neue Herausforderungen stellt. Während für 53 Prozent der Datenschutz Rechtssicherheit bei der Entwicklung von KI-Anwendungen schafft, sagen 52 Prozent mit Blick auf das eigene Unternehmen, dass der Datenschutz den KI-Einsatz behindert. 57 Prozent befürchten, der Datenschutz sorge dafür, dass die Anwendung von KI in der EU eingeschränkt wird, 52 Prozent gehen sogar davon aus, dass der Datenschutz Unternehmen aus der EU vertreibt, die KI entwickeln. Ein Grund dafür: Für 50 Prozent erschwert der Datenschutz, dass KI-Modelle mit genügend Daten trainiert werden. „Künstliche Intelligenz kann einen Beitrag zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen leisten. Wir müssen den Datenschutz so ausgestalten, dass er persönliche Daten vor unberechtigtem Zugriff von KI-Modellen schützt, zugleich aber die Entwicklung und Nutzung von KI in Deutschland und Europa fördert“, so Dehmel. „Künstliche Intelligenz braucht verständliche und handhabbare Regeln, wir dürfen die Fehler der Datenschutz-Grundverordnung aus den vergangenen Jahren beim AI Act und Data Act nicht wiederholen.“

Große Mehrheit fordert Reform der Datenschutz-Aufsicht

Eine besondere Rolle beim Datenschutz spielen die unterschiedlichen Aufsichtsbehörden auf nationaler und europäischer Ebene. Die Unternehmen sehen hier dringenden und grundsätzlichen Reformbedarf. Nur 7 Prozent sind der Meinung, das System der Datenschutz-Aufsicht solle unverändert bleiben. Aber 69 Prozent wollen es teilweise reformieren, 21 Prozent sogar grundlegend. Ganz oben auf der Reform-Wunschliste: Bessere Abstimmung zwischen den Behörden (74 Prozent), die Anerkennung der Entscheidungen anderer Aufsichtsbehörden (72 Prozent) sowie eine zentrale Datenbank zu allen Entscheidungen (70 Prozent). Zwei Drittel (67 Prozent) verlangen sogar eine Zentralisierung der Datenschutz-Aufsicht. „Die Wirtschaft will den Datenschutz nicht abschaffen oder aufweichen, aber sie will ihn gemeinsam mit der Aufsicht einheitlich umsetzen können“, so Dehmel. Auch ganz praktische Wünsche gibt es bei den Unternehmen. Dazu gehören etwa einheitliche Meldeprozesse für Datenschutzverstöße (61 Prozent) und eine schnellere Bearbeitung von Anfragen und Beschwerden durch die Aufsicht (53 Prozent).

Datenschutzverstöße: Häufig gemeldet, selten folgenlos

Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) räumt Datenschutzverstöße in den vergangenen zwölf Monaten ein. 16 Prozent hatten einen solchen Verstoß, 4 Prozent sogar mehrere. Zwei Drittel (66 Prozent) berichten von keinen bekannten Verstößen, weitere 14 Prozent wollen oder können dazu keine Angaben machen. Die Unternehmen mit Verstößen haben diese überwiegend (65 Prozent) der Aufsicht gemeldet. Folgenlos blieben die Datenschutzverstöße für die Unternehmen nur selten. 11 Prozent bezeichnen die Folgen als sehr schwerwiegend, 32 Prozent als eher schwerwiegend. 29 Prozent halten sie für eher nicht schwerwiegend, 17 Prozent für überhaupt nicht schwerwiegend. Fragt man die Unternehmen nach den konkreten Folgen der schwersten Datenschutzverletzung der vergangenen zwölf Monate, so nennen fast alle (94 Prozent) den organisatorischen Aufwand, etwa Information der Kundinnen und Kunden. Dahinter folgt aber bereits mit 47 Prozent ein Bußgeld. 14 Prozent haben Kunden verloren, 5 Prozent mussten Schadenersatz bezahlen. Weitere 3 Prozent beklagen Reputationsschäden. Keine Folgen tragen mussten nur 3 Prozent aller Unternehmen mit Datenschutzverstößen. „Verstöße gegen den Datenschutz haben Konsequenzen, und das ist den Unternehmen auch bewusst“, sagt Dehmel.

Vor dem Wahljahr: Wunsch nach Handeln der Politik

Vor dem anstehenden Wahljahr erwarten sich die Unternehmen mit Blick auf den Datenschutz vor allem drei Dinge von der Bundesregierung: Die Zusammenführung der vielen Sonder- und Spezialvorschriften zu Datenschutz und Datennutzung (91 Prozent), europäisch stärker vereinheitlichte Datenschutzvorgaben (87 Prozent) sowie die Reduzierung des bürokratischen Aufwands bei Datenschutzvorfällen (79 Prozent). „Wir brauchen beim Datenschutz Einfachheit und Klarheit. Der Datenschutz hat tiefgreifende Auswirkungen auf Unternehmen ebenso wie auf die Gesellschaft, deshalb muss er verständlich und praxistauglich gemacht werden“, so Dehmel. 66 Prozent wollen föderale Gesetze im Datenschutz angleichen, 65 Prozent einfacher verständliche Datenschutzvorgaben und 61 Prozent eine praxistaugliche Reform der DS-GVO. Rund zwei Drittel (64 Prozent) wünschen sich eine politische Lösung für internationale Datentransfers und 67 Prozent einen besseren Zugang zu Daten der öffentlichen Hand für Unternehmen.

(…)

Quelle: Bitkom

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Digitalisierung durch Corona ausgebremst

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung half die COVID-19-Pandemie nicht, die Digitalisierung in Deutschland voranzubringen. Zwar gaben Unternehmen lt. ZEW-Studie mehr Geld für Technik aus, die Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit ermöglicht. Gleichzeitig gingen jedoch Investitionen in modernste Produktionsmittel ebenso zurück wie solche in modernste Analyse- und Planungstechnologien sowie digital gestütztes Kundenmanagement. Vor allem größere Vorhaben wurden verschoben oder ganz aufgegeben.

ZEW, Pressemitteilung vom 01.10.2024

ZEW-Studie zur digitalen Transformation während der COVID-Pandemie

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung half die COVID-19-Pandemie nicht, die Digitalisierung in Deutschland voranzubringen. Zwar gaben Unternehmen mehr Geld für Technik aus, die Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit ermöglicht. Gleichzeitig gingen jedoch Investitionen in modernste Produktionsmittel ebenso zurück wie solche in modernste Analyse- und Planungstechnologien sowie digital gestütztes Kundenmanagement. Vor allem größere Vorhaben wurden verschoben oder ganz aufgegeben. Das zeigt eine gemeinsam von ZEW Mannheim, dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER) und weiteren Forschungseinrichtungen verfasste Studie auf Basis einer repräsentativen Betriebsbefragung.

„Einerseits halfen diese pandemiebedingten Investitionen den Unternehmen, negative Folgen der Pandemie abzumildern. Sie konnten die Homeofficenutzung stärker ausdehnen und nahmen weniger Kurzarbeit in Anspruch. Diese Anpassungsinvestitionen gingen jedoch zu Lasten anderer Technologieinvestitionen, was möglicherweise zum aktuell schwachen Produktivitätswachstum in Deutschland beiträgt“, erklärt Prof. Dr. Melanie Arntz, stellvertretende Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“ und Ko-Autorin der Studie.

So wurde ein Großteil der Investitionen in moderne digitale Technologien vor der Pandemie getätigt, während die Investitionstätigkeit mit der Pandemie insgesamt zurückging. Die pandemiebedingte Investitionslücke beläuft sich dabei auf etwa 50 Prozent. Damit brachte die Pandemie entgegen der öffentlichen Wahrnehmung keinen Digitalisierungsschub, sondern warf die Technologieentwicklung in Deutschland sogar um knapp 1,5 Jahre zurück.

Für die Zeit nach der Pandemie prognostiziert Arntz auf Grundlage der Studienergebnisse: „Wir vermuten, dass der unmittelbar nach der Pandemie auftretende Energiepreis- und Unsicherheitsschock wegen des Krieges in der Ukraine in Deutschland dazu beigetragen hat, größere Investitionen auch nach Abklingen der Pandemie weiter aufzuschieben. Für das Produktivitätswachstum in Deutschland und die Erholung der Wirtschaft sind dies keine guten Voraussetzungen.“

Quelle: ZEW

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Unternehmen erwarten höhere Produktivität durch Künstliche Intelligenz

Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland erwartet eine größere Produktivität durch Künstliche Intelligenz (KI). 70 % der vom ifo Institut befragten Unternehmen hoffen auf derartige Effekte.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.10.2024

Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland erwartet eine größere Produktivität durch Künstliche Intelligenz (KI). 70 % der vom ifo Institut befragten Unternehmen hoffen auf derartige Effekte. „Dies zeigt, dass viele Unternehmen Chancen in der KI sehen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Alle Unternehmen werden prüfen müssen, ob und wie sie KI einsetzen können.“

Innerhalb der nächsten fünf Jahre erwarten die Firmen durchschnittlich 8 bis 16 % mehr Produktivität. Besonders hohe Erwartungen haben die Dienstleister (10,2 bis 20,9 %) und der Handel (9,1 bis 23 %), gefolgt von der Industrie (7,8 bis 17,3 %). Im Baugewerbe sind die Erwartungen am geringsten (8,2 bis 14,8 %). Das passt auch zu dem geringen Einsatz von KI in dieser Branche. „Die Spannbreite zeigt allerdings auch die Unsicherheit der Unternehmen über die genauen Auswirkungen von KI.“

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im September 2024 voraussichtlich +1,6 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im September 2024 voraussichtlich +1,6 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber August 2024 unverändert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.09.2024

Verbraucherpreisindex, September 2024:
+1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
0,0 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2024:
+1,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
-0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im September 2024 voraussichtlich +1,6 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegenüber August 2024 unverändert. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +2,7 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Containerumschlag steigt auf breiter Basis

Der Containerumschlag-Index des RWI Essen und des ISL ist nach der aktuellen Schnellschätzung im August recht kräftig auf saisonbereinigt 134,4 Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen.

RWI Essen, Pressemitteilung vom 30.09.2024

Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im August recht kräftig auf saisonbereinigt 134,4 Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dabei verteilte sich der kräftige Zuwachs recht gleichmäßig auf die betrachteten Weltregionen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im August von 132,2 (revidiert) auf 134,4 Punkte gestiegen.
  • Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist im August gegenüber dem Vormonat von 111,7 (revidiert) auf 114,1 Punkte gestiegen. Damit setzt der Containerumschlag seine Seitwärtsbewegung bei allerdings großen Schwankungen fort.
  • In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag leicht von 146,5 Punkten im Vormonat auf 149,7 Punkte gestiegen.
  • Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für September 2024 wird am 25. Oktober 2024 veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der breit angelegte Anstieg des Containerumschlags lässt hoffen, dass die Störungen des Welthandels der vergangenen Monate nun überwunden werden. Auch die erneute kräftige Ausweitung des Containerumschlags in Europa deutet auf eine allmähliche Bewältigung der Schwäche hin. Der Abstand zum weltweiten Containerumschlag ist aber immer noch groß.“

Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

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Preiserwartungen deutlich gesunken

Immer weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Die ifo Preiserwartungen sanken im September auf 13,8 Punkte, nach 16,1 im August. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2021.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.09.2024

Immer weniger Unternehmen in Deutschland wollen ihre Preise erhöhen. Die ifo Preiserwartungen sanken im September auf 13,8 Punkte, nach 16,1* im August. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2021. „Die wirtschaftliche Krise verringert die Spielräume für die Unternehmen, ihre Preise anzuheben“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Damit dürfte die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten unter der 2%-Marke bleiben, die die Europäische Zentralbank anstrebt.“

Für die kurzfristige Entwicklung der Verbraucherpreise spielen insbesondere die Preiserwartungen in den konsumnahen Wirtschaftszweigen eine Rolle. Diese sind spürbar zurückgegangen auf 18,2 Punkte, nach 25,0* im August. Dazu haben sowohl die Einzelhändler als auch die konsumnahen Dienstleister beigetragen. Auch im Bauhauptgewerbe und bei den unternehmensnahen Dienstleistern (inklusive Großhandel) sind die Preiserwartungen gesunken auf -0,3 bzw. 17,9 Punkte, nach 2,3* bzw. 18,9 im August. Nur in der Industrie gab es einen leichten Anstieg auf 6,1 Punkte, nach 5,1* im August.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei −100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

* Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im August 2024: +0,2 % gegenüber August 2023

Die Importpreise waren im August 2024 um 0,2 % höher als im August 2023. Im Juli 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,9 % gelegen, im Juni 2024 bei +0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Einfuhrpreise im August 2024 gegenüber dem Vormonat Juli 2024 um 0,4 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.09.2024

Importpreise, August 2024
+0,2 % zum Vorjahresmonat
-0,4 % zum Vormonat

Exportpreise, August 2024
+0,8 % zum Vorjahresmonat
0,0 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im August 2024 um 0,2 % höher als im August 2023. Im Juli 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,9 % gelegen, im Juni 2024 bei +0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Einfuhrpreise im August 2024 gegenüber dem Vormonat Juli 2024 um 0,4 %.

Die Exportpreise lagen im August 2024 um 0,8 % über dem Stand von August 2023. Im Juli 2024 hatte die Jahresveränderungsrate ebenfalls bei +0,8 % gelegen, im Juni 2024 bei +0,6 %. Gegenüber dem Vormonat Juli 2024 veränderten sich die Exportpreise nicht.

Anstieg der Importpreise im Vergleich zu August 2023 durch höhere Preise insbesondere bei Konsumgütern

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im August 2024 hatte der Preisanstieg bei den Konsumgütern um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Es verteuerten sich vor allem die Importe der Verbrauchsgüter (+2,7 % gegenüber August 2023). Auch Gebrauchsgüter waren 1,2 % teurer als vor einem Jahr.

Bei den Verbrauchsgütern musste insbesondere für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl weiterhin deutlich mehr (+122,7 %) gegenüber dem Vorjahresmonat gezahlt werden. Gegenüber Juli 2024 sanken die Preise hier um 4,0 %.

Insgesamt waren importierte Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich um 5,1 % teurer (+0,5 % gegenüber Juli 2024).

Gestiegene Preise auch bei landwirtschaftlichen Gütern

Die Preise für landwirtschaftliche Güter verteuerten sich zum Vorjahr um 5,5 %. Insbesondere Rohkakao (+130,3 %) war deutlich teurer als vor einem Jahr, gegenüber dem Vormonat sanken die Preise für Rohkakao jedoch um 5,1 %. Die Preise für Rohkaffee waren um 33,4 % höher als im August 2023 und stiegen auch im Vormonatsvergleich (+5,2 %). Dagegen waren unter anderem Zwiebeln (-33,7 %), Paprika (-22,4 %) und lebende Schweine (-16,2 %) preiswerter als vor einem Jahr.

Unveränderte Preise bei Vorleistungsgütern und leicht gestiegene Preise bei Investitionsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter veränderten sich im Vorjahresvergleich nicht. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise bei den Vorleistungsgütern um 0,6 %. Die Preise für Investitionsgüter stiegen sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Vormonat Juli 2024 um 0,1 %.

Bei den Vorleistungsgütern waren unter anderem Stärke und Stärkeerzeugnisse (-24,7 %), Akkus und Batterien (-5,3 %) sowie Eisen, Stahl und Ferrolegierungen (-3,4 %) preiswerter als ein Jahr zuvor, während beispielsweise Holz- und Zellstoff (+21,5 %) sowie Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug (+6,0 %) teurer waren.

Bei den Investitionsgütern waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenmotoren um 2,6 % teurer, während Datenverarbeitungs- und periphere Geräte im Vorjahresvergleich um 4,6 % billiger importiert wurden.

Gesunkene Preise bei Energieimporten

Gegenüber August 2023 verbilligten sich die Energieimporte um 5,4 %. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatten Mineralölerzeugnisse. Die Preise lagen hier im August 2024 um 12,8 % unter denen von August 2023. Gegenüber Juli 2024 sanken die Preise um 4,8 %. Günstiger als vor einem Jahr waren auch elektrischer Strom (-13,0 %), Erdöl (-3,0 %) sowie Erdgas (-1,7 %). Gegenüber Juli 2024 verteuerte sich elektrischer Strom jedoch um 20,9 % und Erdgas um 2,6 %. Erdöl dagegen verbilligte sich gegenüber dem Vormonat Juli 2024 um 5,1 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im August 2024 um 0,9 % höher als im August 2023. Gegenüber Juli 2024 sanken sie um 0,2 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 0,7 % über dem Stand des Vorjahres (0,0 % gegenüber Juli 2024).

Preissteigerungen bei Exporten von Investitions- und Konsumgütern

Bei der Ausfuhr hatten die Preissteigerungen bei Investitionsgütern den größten Einfluss auf die Preisentwicklung. Diese verteuerten sich gegenüber August 2023 um 1,6 % (-0,1 % gegenüber Juli 2024). Einen wesentlichen Einfluss hatten hier die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+2,0 %) sowie für Maschinen (+1,9 %).

Konsumgüter wurden im Vergleich zu August 2023 um 2,3 % teurer. Während Gebrauchsgüter im Vorjahresvergleich nur um 0,9 % teurer waren, lagen die Preise für exportierte Verbrauchsgüter 2,7 % über denen von August 2023.

Der Preisrückgang bei Energieexporten von 15,2 % im Vorjahresvergleich (0,0 % gegenüber Juli 2024) konnte die Teuerungen bei ausgeführten Investitions- und Konsumgütern nicht ausgleichen. Erheblich günstiger im Vorjahresvergleich waren Erdgas (-17,0 %), Mineralölerzeugnisse (-14,5 %) und Strom (-13,0 %). Während gegenüber dem Vormonat Juli 2024 die Preise für Mineralölerzeugnisse sanken (-5,3 %), wurden Erdgas und Strom im Vergleich zum Vormonat teurer exportiert (+2,7 % und +20,9 %).

Auch der Export landwirtschaftlicher Güter war im Vergleich preiswerter (-1,2 % gegenüber August 2023 und -2,4 % gegenüber Juli 2024).

Die Preise für exportierte Vorleistungsgüter stiegen dagegen im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr leicht an (+0,3 %). Gegenüber dem Vormonat sanken sie leicht um 0,2 %.

Quelle: Statistische Bundesamt (Destatis)

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Cybersicherheit als Schlüssel zur erfolgreichen Digitalisierung

Angesichts der stetig wachsenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität ist es lt. DIHK für Unternehmen aller Größenklassen essenziell, sich mit den Risiken zu beschäftigen, denen sie in einer digitalisierten und vernetzten Welt ausgesetzt sind. Entsprechende gesetzliche Anforderungen erhöhen die Aufmerksamkeit für das Thema Cybersicherheit.

DIHK, Meldung vom 26.09.2024

In einer digitalisierten und vernetzten Wirtschaft wächst die Angriffsfläche für Cyberkriminalität stetig. Die Bedrohungen insbesondere durch professionelle Attacken aus dem Ausland nehmen zu. Jedes Unternehmen, egal welcher Größe, muss sich daher mit den Risiken beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um technische Maßnahmen, die die IT-Abteilung verantwortet, sondern um eine umfassende, strategische Verankerung von Cybersicherheit in allen Geschäftsbereichen.

Anzahl der Cyberangriffe steigt

Die DIHK-Digitalisierungsumfrage zeigt, dass durchschnittlich jedes fünfte Unternehmen hierzulande im vergangenen Jahr vermutlich oder gesichert Opfer eines Cyberangriffes wurde. Bei Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten waren es sogar 55 Prozent. Es ist insofern davon auszugehen, dass es früher oder später jedes Unternehmen treffen wird. Klar ist, dass ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen immense wirtschaftliche Schäden drohen. Dennoch fehlt es insbesondere in kleineren und mittleren Unternehmen oft noch an ausreichendem Bewusstsein für die Gefahr, in anderen Fällen an den erforderlichen Ressourcen.

Neue gesetzliche Vorgaben bewirken Aufmerksamkeit

Der Gesetzgeber hat auf die Herausforderungen reagiert. Die 2023 in Kraft getretene zweite EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-2-Richtlinie) wird mit dem deutschen NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz realisiert und tritt voraussichtlich im Frühjahr 2025 in Kraft – die DIHK hat hierzu bereits im Mai in einem Positionspapier Stellung bezogen.

Das Gesetz verpflichtet viel mehr Unternehmen als bislang, ihre Cybersicherheit zu erhöhen, Vorfälle ans Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu melden und die Verantwortung für Cybersicherheit in den Führungsetagen zu verankern. Abgeleitete Sicherheitsanforderungen ergeben sich für Betriebe entlang der Lieferkette. Wichtig ist aber zugleich, dass Unternehmen bei der Umsetzung nicht durch neue bürokratische Lasten überfordert werden. Zusätzliche Dokumentationen und Nachweise an sich machen die Unternehmen nicht sicherer.

Cybersicherheit als Gemeinschaftsaufgabe

Die Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit sind gewaltig, aber nicht unlösbar. Was es jetzt braucht, ist eine effiziente Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Wirtschaft, um die Unternehmen widerstandsfähiger zu machen und die Bedrohungen zu bewältigen.

Dafür müssen die Kooperationsprozesse der Behörden untereinander (BSI, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Aufsichts- und Sicherheitsbehörden der Bundesländer, sektorspezifische Aufsichtsbehörden) und mit der Wirtschaft klar definiert und umgesetzt werden. Dies erfordert eine angemessene Ausstattung der Behörden. Meldungen der Unternehmen zu Cybersicherheits-Vorfällen müssen einen konkreten Mehrwert für die Betriebe haben, etwa durch eine Lieferung passgenauer aktueller Lagebilder mit Handlungsempfehlungen seitens der öffentlichen Stellen.

Die Aufmerksamkeit für NIS-2 allein bewirkt, dass Unternehmen sich verstärkt mit dem Thema befassen. Aktuell werden Ressourcen jedoch leider eher durch die Frage gebunden, ob man zu den Verpflichteten zählt. Gleichzeitig sind insbesondere die im Gesetz enthaltenen Maßnahmen zum Risikomanagement eine gute Grundlage, die jedes Unternehmen für seine eigenen Vorkehrungen nutzen sollte.

Quelle: DIHK

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ifo Beschäftigungsbarometer gefallen (September 2024)

Die Personalplanung der Unternehmen in Deutschland wird vorsichtiger. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im September auf 94,0 Punkte, nach 94,8 Punkten im August.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.09.2024

Die Personalplanung der Unternehmen in Deutschland wird vorsichtiger. Das ifo Beschäftigungsbarometer sank im September auf 94,0 Punkte, nach 94,8 Punkten im August. „Die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft hinterlassen nach und nach Spuren auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die Unternehmen ziehen häufiger einen Arbeitsplatzabbau in Betracht.“

In der Industrie ist das Barometer auf den niedrigsten Wert seit August 2020 gefallen. Weil Aufträge fehlen, planen die Firmen ihr Personal zurückhaltender. Ähnliches gilt für den Handel. Aufgrund der Konsumzurückhaltung wird weniger Personal gebraucht. Auch bei den Dienstleistern ist die Einstellungsbereitschaft gesunken. Die Dynamik hat sich in den letzten Monaten merklich abgeflacht. Nur im Baugewerbe ist das Barometer leicht gestiegen. Es ist jedoch von einer konstanten Entwicklung der Mitarbeiterzahlen auszugehen.

Quelle: ifo Institut

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Moderate Erholung des Konsumklimas – bei sinkenden Konjunkturaussichten

Nach einem deutlichen Rückschlag im Vormonat erholt sich die Verbraucherstimmung in Deutschland im September 2024 wieder etwas. Die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden 12 Monaten sehen die Deutschen lt. GfK etwas negativer als noch im Monat zuvor.

GfK, Pressemitteilung vom 26.09.2024

Nach einem deutlichen Rückschlag im Vormonat erholt sich die Verbraucherstimmung in Deutschland im September 2024 wieder etwas. Sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung verbessern sich – dementsprechend verzeichnet das Konsumklima in der Prognose für Oktober im Vergleich zum Vormonat (revidiert -21,9 Punkte) einen leichten Anstieg um 0,7 Zähler auf -21,2 Punkte. Dämpfend auf die Erholung des Konsumklimas wirkt allerdings die Sparneigung, die in diesem Monat erneut ansteigt. Die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden 12 Monaten sehen die Deutschen etwas negativer als noch im Monat zuvor. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des GfK Konsumklimas powered by NIM. Es wird seit Oktober 2023 gemeinsam von GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), Gründer der GfK, herausgegeben.

Das Konsumklima profitiert aktuell vor allem von verbesserten Einkommensaussichten sowie einer etwas weniger pessimistischen Anschaffungsneigung. Der neuerliche Anstieg der Sparneigung um 1,3 Punkte verhindert dagegen eine deutlichere Erholung der Konsumstimmung in diesem Monat.

„Nach dem herben Rückschlag im Vormonat kann die leichte Verbesserung des Konsumklimas eher als Stabilisierung auf niedrigem Niveau interpretiert werden. Seit Juni 2024 – da wurden für das Konsumklima -21 Punkte gemessen – ist das Konsumklima nicht vorangekommen. Deshalb kann der geringe Anstieg auch nicht als Beginn einer spürbaren Erholung interpretiert werden. Dazu ist die gegenwärtige Stimmungslage unter den Verbrauchern generell zu labil“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. „Neben den bekannten negativen Einflussfaktoren, wie Kriege, Krisen und Inflation kommt seit wenigen Monaten wieder der Arbeitsmarkt als Faktor dazu.“

Leicht steigende Arbeitslosenzahlen, eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen sowie Ankündigungen diverser Unternehmen, Personal abzubauen bzw. Unternehmensteile ins Ausland zu verlagern, hat sicherlich die Sorgen um den Job bei einer Reihe von Beschäftigten erhöht.

Die Konjunkturaussichten sinken zum zweiten Mal in Folge

Die zunehmenden öffentlichen Diskussionen um einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen haben zudem auch dazu beigetragen, dass die Konjunkturerwartungen – gegen den leicht positiven Trend bei der Konsumstimmung – in diesem Monat zurückgegangen sind. Der Indikator sinkt um 1,3 Zähler auf 0,7 Punkte. Er weist damit exakt den gleichen Wert wie im April dieses Jahres auf.

Die Einschätzung der Deutschen zur Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden 12 Monaten stagniert folglich seit einem knappen halben Jahr.

So geht auch das ifo Institut in seiner jüngst veröffentlichten Prognose davon aus, dass Deutschland das Jahr 2024 vermutlich mit einer roten Null abschließen wird. Das Institut prognostiziert, dass das Bruttoinlandsprodukt real um 0,1 Prozent zurückgehen wird.

Die Einkommenserwartungen erholen sich nach Einbruch im Vormonat

Während die Konjunkturaussichten weniger optimistisch eingeschätzt werden, erholen sich die Einkommenserwartungen der deutschen Verbraucher nach dem Einbruch im August wieder. Der Einkommensindikator gewinnt 6,6 Zähler hinzu und klettert damit auf 10,1 Punkte. Damit kann er jedoch nur einen Teil der enormen Verluste aus dem Vormonat in Höhe von mehr als 16 Punkten gutmachen.

Offenbar überlagern momentan die zunehmenden Sorgen um den Arbeitsplatz die Kaufkraftzuwächse, die ein Großteil der privaten Haushalte derzeit verzeichnen kann. Die Inflation in Deutschland hat sich bei etwa zwei Prozent stabilisiert, während die tariflichen Lohnzuwächse und die Renten deutlich stärker zulegen.

Anschaffungsneigung: Rückenwind durch steigende Einkommenserwartungen

Die steigenden Einkommenserwartungen sorgen bei der Anschaffungsneigung für Rückenwind. Sie legt um vier Zähler zu und weist nun -6,9 Punkte auf. Dies ist der höchste Stand seit März 2022. Damals wurden -2,1 Punkte gemessen.

Trotz des aktuellen Anstiegs ist das Niveau der Anschaffungsneigung noch immer ausgesprochen niedrig. Dies spricht für eine anhaltend große Verunsicherung unter den Konsumenten, die durch Inflation, geopolitische Krisen sowie zunehmende Sorgen um die Sicherheit des Arbeitsplatzes geprägt wird.

Quelle: GfK

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