Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2024: +1,0 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2024 gegenüber Juni 2024 um 1,0 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 18.09.2024

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, Juli 2024
+1,0 % real zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-4,3 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Reichweite des Auftragsbestands
7,3 Monate

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2024 gegenüber Juni 2024 saison- und kalenderbereinigt um 1,0 % gestiegen. Das war der erste Anstieg des Auftragsbestands im Vormonatsvergleich seit Dezember 2023. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2023 lag der Auftragsbestand im Juli 2024 kalenderbereinigt 4,3 % niedriger.

Zum Anstieg des Auftragsbestands im Juli 2024 trug insbesondere die Entwicklung im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) bei. Hier lag der Auftragsbestand aufgrund mehrerer Großaufträge um 2,6 % höher als im Vormonat. Auch der Anstieg im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+3,4 %) wirkte sich positiv aus. Negativ beeinflusste das Gesamtergebnis hingegen der Rückgang im Bereich Maschinenbau (-1,0 %).

Die offenen Aufträge aus dem Inland stiegen im Juli 2024 gegenüber Juni 2024 um 2,1 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland lag 0,4 % höher.

Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg der Auftragsbestand um 1,1 %. Im Bereich der Vorleistungsgüter wuchs der Auftragsbestand um 1,3 % und im Bereich der Konsumgüter um 0,5 % gegenüber dem Vormonat.

Reichweite des Auftragsbestands steigt auf 7,3 Monate

Im Juli 2024 stieg die Reichweite des Auftragsbestands auf 7,3 Monate (Juni 2024: 7,2 Monate). Bei den Herstellern von Investitionsgütern erhöhte sich die Reichweite von 9,7 Monaten auf 9,9 Monate. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern sowie bei den Herstellern von Konsumgütern blieb die Reichweite jeweils konstant bei 4,1 beziehungsweise 3,5 Monaten.

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate berechnet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Lieferkette: Arbeitsbedingungen im Gütertransport gehören zur Unternehmensverantwortung – EU-Richtlinie kann neue Impulse geben

Verantwortung in der Lieferkette: Unternehmen müssen nicht nur die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern im Auge haben, sondern auch den Gütertransport, wo etwa auf deutschen Straßen nicht selten problematische Zustände herrschen. Die neue EU-Lieferkettenrichtlinie kann dafür wichtige neue Impulse geben. Das zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte aktuelle Analyse zur Situation von Lkw-Fahrenden.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.09.2024

Verantwortung in der Lieferkette: Unternehmen müssen nicht nur die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern im Auge haben, sondern auch den Gütertransport, wo etwa auf deutschen Straßen nicht selten problematische Zustände herrschen. Die neue EU-Lieferkettenrichtlinie kann dafür wichtige neue Impulse geben. Das zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte aktuelle Analyse zur Situation von Lkw-Fahrenden.

Wenn sie vom Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) hören, denken viele an miserable Arbeitsbedingungen in fernöstlichen Fabriken. Doch „ausbeuterische und teilweise gegen Menschenrechte verstoßende Praktiken“ finden sich auch ganz in der Nähe: auf der nächsten Autobahn. Das schreiben Veronique Helwing-Hentschel, Prof. Dr. Martin Franz und Dr. Philip Verfürth vom Institut für Geographie der Universität Osnabrück. Sie haben in einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekt aktuelle Entwicklungen in der Logistikbranche untersucht. Eine ihrer Fragestellungen: Inwieweit können das seit 2023 geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und die vor dem Inkrafttreten stehende Lieferkettenrichtlinie der EU – Corporate Social Due Diligence Directive, kurz CSDDD – helfen, Verstöße gegen grundlegende Beschäftigtenrechte zu unterbinden?

„Die Studie zeigt uns drastisch, wie wichtig es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Transportlogistik ist, dass Deutschland die EU-Lieferkettenrichtlinie umsetzt. Und zwar je schneller, desto besser.“

Christina Schildmann, Leiterin der Abteilung Forschungsförderung

79 Prozent der Güterbeförderung in Deutschland werden per Lkw erledigt. In der Branche herrschen großer Wettbewerbs- und Kostendruck. Die Digitalisierung hat vieles verändert, Beispiele sind die Auftragsvergabe über Plattformen oder die Echtzeitverfolgung von Lieferungen. Große Spediteure geben Aufträge häufig an Subunternehmen weiter, die sie teilweise abermals weiterreichen. Nur knapp die Hälfte der Transportleistungen wird von in Deutschland ansässigen Unternehmen erbracht. Vor 15 Jahren waren es noch 64 Prozent. Lkw-Fahrende, die auf den hiesigen Straßen unterwegs sind, stammen oft aus Polen, Tschechien, Rumänien, Litauen oder aus Ländern außerhalb der EU. Die Löhne sind niedrig, die Arbeitsbelastung ist hoch. Verstöße gegen Arbeits- und Sozialstandards sind besonders in Subunternehmensbeziehungen an der Tagesordnung, so die Forschenden. Die Internationalisierung hat auch damit zu tun, dass sich deutsche Firmen schwertun, Personal zu finden.

„Gerade die Verhandlungsmacht von Lkw-Fahrenden aus dem Ausland ist häufig gering“, so Philip Verfürth, da ihre wirtschaftliche Abhängigkeit oft stark ausgeprägt ist. Aber selbst den in Deutschland angestellten Lkw-Fahrenden falle es nicht leicht, gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Schon wegen der „hohen Mobilität und räumlichen Verteilung der Arbeitskräfte“, aber auch, weil der gewerkschaftliche Organisationsgrad gering ist und viele kleinere und mittlere Firmen nicht mitbestimmt sind.

Im vergangenen Jahr gab es immerhin zwei Protestaktionen von Lkw-Fahrenden in Deutschland, die öffentliche Aufmerksamkeit erzielten. Einmal traten etwa 65 Fahrer*innen, meist aus osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern, in einen wilden Streik und erzwangen die Auszahlung von Löhnen. Beim zweiten Protest beschränkten sich die Beschäftigten nicht darauf, mit ihren beladenen Fahrzeugen auf dem Rastplatz stehenzubleiben, sondern traten teilweise in einen Hungerstreik. Neben der Gewerkschaft ver.di trat in diesem Fall auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf den Plan, um Ansprüche der Beschäftigten durchzusetzen und eine Einigung für die Lkw-Fahrenden zu erzielen. Dies war „einer der ersten Anwendungsfälle des LkSG in der Logistik“, so Veronique Helwing-Hentschel, – denn das BAFA ist für die Kontrolle und Durchsetzung des Lieferkettengesetzes zuständig. Die Behörde durchforstete unter anderem Hunderte von Frachtbriefen und anderen Dokumenten.

Allerdings zeigte sich bald, dass „die Konsequenzen für Unternehmen seit der Einführung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz bislang relativ gering ausfielen“, so die Forschenden. Ändern könnte sich dies, wenn das Gesetz nach den Vorgaben der neuen EU-Richtlinie angepasst wird. Vor allem aus zwei Gründen: Erstens müssen Unternehmen dann auch mittelbare Geschäftspartner – etwa Subunternehmen – proaktiv auf die Einhaltung von Standards überprüfen. Zweitens können Verstöße dann mit schärferen Sanktionen geahndet werden.

Dies dürfte Unternehmen dazu veranlassen, für mehr Transparenz in den Transportlieferketten zu sorgen, erwarten Helwing-Hentschel, Franz und Verfürth. Dazu könnten auch ohnehin aufgezeichnete Daten verwendet werden, die etwa Aufschluss über die Einhaltung von Ruhezeiten geben. Dabei sei ein sensibler Umgang mit personenbezogenen Daten wichtig, betonen die Forschenden. Zudem bedürfe es „einer Verschlankung der bisher sehr aufwendigen behördlichen Vorgänge zur Feststellung von Regelverstößen im internationalen Straßengütertransport“.

Weiterhin bräuchten Lkw-Fahrende eine bessere Versorgungsinfrastruktur, um etwa die seit 2022 verbotene, aber dennoch häufig praktizierte und wenig erholsame Übernachtung in der Fahrerkabine auf der Autobahnraststätte zu unterbinden. Schließlich plädieren die Forschenden für den Auf- oder Ausbau von – beispielsweise gewerkschaftlichen – Beratungsinfrastrukturen. „Denn die Umsetzung von Sorgfaltspflichten setzt voraus, dass Beschäftigte in Transportlieferketten ihre Rechte kennen und sichere Wege aufgezeigt bekommen, diese einzufordern.“

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Schwindende Hoffnung auf Besserung

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verschlechtern sich in der Umfrage vom September 2024 erneut deutlich. Sie liegen aktuell mit plus 3,6 Punkten um 15,6 Punkte unter dem Vormonatswert. Der seit November 2023 verzeichnete Optimismus bei den Konjunkturerwartungen ist somit nahezu vollständig aufgebraucht. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechtert sich ebenfalls erneut.

ZEW, Pressemitteilung vom 17.09.2024

Der ZEW-Indikator liegt bei plus 3,6 Punkten

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verschlechtern sich in der Umfrage vom September 2024 erneut deutlich. Sie liegen aktuell mit plus 3,6 Punkten um 15,6 Punkte unter dem Vormonatswert. Der seit November 2023 verzeichnete Optimismus bei den Konjunkturerwartungen ist somit nahezu vollständig aufgebraucht. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechtert sich ebenfalls erneut. Der Lageindikator für Deutschland fällt um 7,2 Punkte und liegt bei minus 84,5 Punkten. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage ist somit auf dem schlechtesten Wert seit Mai 2020.

ZEW-Index

„Die Hoffnung auf eine baldige Besserung der wirtschaftlichen Lage schwindet zusehends. In der aktuellen Umfrage beobachten wir erneut einen spürbaren Rückgang der Konjunkturerwartungen für Deutschland. Die Anzahl der Optimisten und Pessimisten hält sich mittlerweile die Waage. Obwohl die sinkenden Konjunkturerwartungen für den Euroraum auf einen insgesamt gestiegenen Pessimismus hindeuten, ist der Rückgang der Erwartungen für Deutschland deutlich höher. Den Zinsentscheid der EZB scheinen die meisten Befragten bei ihrer Erwartungsbildung bereits eingepreist zu haben“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD die aktuellen Ergebnisse.

Die Erwartungen der Finanzmarktexpertinnen und -experten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone liegen mit aktuell plus 9,3 Punkten um 8,6 Punkte unter dem August-Wert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage in der Eurozone trübt sich ebenfalls ein. Der Lageindikator sinkt um 8,0 Punkte auf einen neuen Wert von minus 40,4 Punkten.

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Geschäftsklima für Selbständige tiefer im Minus

Das Geschäftsklima für die Selbständigen hat sich im August deutlich eingetrübt. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ fiel auf -18,4 Punkte, nach -13,4 im Juli. Damit sank er auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 17.09.2024

Das Geschäftsklima für die Selbständigen hat sich im August deutlich eingetrübt. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ fiel auf -18,4* Punkte, nach -13,4* im Juli. Damit sank er auf den tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Das Urteil zur aktuellen Lage fiel spürbar schlechter aus. Auch der Pessimismus bei den Geschäftserwartungen nahm zu. „Die Selbständigen können sich dem Abwärtssog der Gesamtwirtschaft nicht entziehen“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „Aktuell lassen sich kaum Anzeichen für Optimismus erkennen.“

Der Rückgang fiel sogar stärker aus als in der Gesamtwirtschaft. „Ein zentrales Problem bleibt der Auftragsmangel“, sagt Demmelhuber. „Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit sind sowohl Großunternehmen als auch Konsument*innen mit Aufträgen zurückhaltend.“ Vielerorts meldeten die Selbständigen im Dienstleistungsbereich oder im Einzelhandel rückläufige Umsätze. Einen Lichtblick immerhin gab es im Tourismus, wo sich die Situation erneut verbesserte.

Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Soloselbständige und Kleinstunternehmen (weniger als 9 Mitarbeiter*innen). Wie im Gesamtindex sind alle Sektoren abgebildet. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Dienstleistungssektor.

*(Salden, nicht saisonbereinigt)

Quelle: ifo Institut

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Kapital für Wirtschaft und freie Berufe

Die Wirtschaft und insbesondere der Mittelstand sollen mit zinsgünstigen Darlehen und Beteiligungskapital unterstützt werden. Dazu hat die Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Wirtschaftsplans des ERP-Sondervermögens für das Jahr 2025 (BT-Drs. 20/12786) vorgelegt.

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 13.09.2024

Die Wirtschaft und insbesondere der Mittelstand sollen mit zinsgünstigen Darlehen und Beteiligungskapital unterstützt werden. Dazu hat die Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Wirtschaftsplans des ERP-Sondervermögens für das Jahr 2025 (20/12786) vorgelegt. Damit sollen aus dem ERP-Sondervermögen Mittel in Höhe von rund 1,191 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Für Unternehmen der gewerblich orientierten Wirtschaft und für Angehörige der freien Berufe könnten dadurch zinsgünstige Darlehen und Beteiligungskapital mit einem Volumen von insgesamt zwölf Milliarden Euro mobilisiert werden.

Quelle: Deutscher Bundestag – hib-Nr. 601/2024

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Ausbildungsstart 2024: Herausforderungen bleiben – doch es gibt Lichtblicke

Auch in diesem Jahr bleiben lt. DIHK zum Ausbildungsstart viele Werkbänke und Bürostühle leer. Um mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung zu begeistern, macht die IHK-Organisation u. a. in der Kampagne „Jetzt #könnenlernen“ auf die Vorteile dieses Karriereeinstiegs aufmerksam. Und auch die Betriebe zeigen großen Einsatz für den Fachkräftenachwuchs.

DIHK, Mitteilung vom 12.09.2024

Die meisten Berufsausbildungen starten im August und September – doch beinahe jedes zweite Unternehmen im Bereich Industrie und Handel konnte im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Das zeigen die Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage 2024. Mehr als jedes dritte Unternehmen mit Besetzungsschwierigkeiten gibt sogar an, keine einzige Bewerbung erhalten zu haben. Kleinere Betriebe sowie Unternehmen der Branchen Industrie, Gastgewerbe, Handel, Verkehr und Baugewerbe sind besonders vom Mangel an Auszubildenden betroffen. Allerdings geht noch was, auch im laufenden Ausbildungsjahr: Nachzügler können – etwa nach einem unbefriedigenden Studienstart – noch bis ins neue Jahr hinein eine Azubi-Laufbahn starten.

Immer mehr Azubis kommen aus dem Ausland

Nach wie vor gibt es aktuell insgesamt deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge wurden von Oktober 2023 bis August 2024 knapp eine halbe Million Ausbildungsstellen angeboten – im gleichen Zeitraum haben sich 418.000 Menschen auf einen Ausbildungsplatz beworben. Trotz insgesamt rückläufiger Zahlen zeichnet sich bei den ausländischen Bewerbern für Ausbildungsplätze ein Plus von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2022/2023 ab. Ihre Zahl ist von 78.000 auf 91.000 gestiegen. Davon kommen 35.000 aus den Haupt-Asylherkunftsländern. Die Integration von ausländischen Bewerbern in den Arbeitsmarkt ist für die deutsche Wirtschaft enorm wichtig, um den kontinuierlichen Rückgang der Anzahl von Azubis mit deutschem Pass auszugleichen, die bislang noch rund 87 Prozent aller Azubi-Stellen besetzen. IHKs und DIHK unterstützen diesen Prozess durch vielfältige Beratungsangebote und Netzwerkprojekte.

Wie Unternehmen Auszubildende gewinnen

Die bundesweite DIHK-Ausbildungsumfrage zeigt, dass Unternehmen auf die unterschiedlichsten Werkzeuge setzen, um potenzielle Auszubildende anzusprechen. Beispielsweise nutzen 86 Prozent der Betriebe die eigene Website als Plattform, um auf sich als Ausbildungsbetrieb aufmerksam zu machen. Rund 70 Prozent setzen zudem auf Initiativen wie Schnuppertage oder Praktika. Die Betriebe berichten, dass der persönliche Kontakt und eine direkte Ansprache entscheidende Wege sind, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. Neben innovativen Rekrutierungsstrategien setzen Unternehmen insbesondere auch auf flache Hierarchien, eine moderne IT-Ausstattung sowie finanzielle Anreize und neue Lern- und Lehrkonzepte. Herausragende Beispiele sind etwa die zwei Gewinner des IHK-Bildungspreises 2024: Die duale Ausbildung der Krones AG, die Aus- und Weiterbildung in einem internationalen Programm vereint, oder die duale Ausbildung der zapf umzüge AG, die ungelernten Mitarbeitern durch den Erwerb von Teilqualifikationen den Weg in die Berufsausbildung und den Meister ebnet.

Auch IHKs werben für die duale Ausbildung

Im Rahmen der Ausbildungskampagne „Jetzt #könnenlernen – Ausbildung macht mehr aus uns“ wirbt die IHK-Organisation derzeit mit bislang zwanzig Azubis auf Plakaten und digitalen Werbetafeln sowie auf dem TikTok-Kanal @die.azubis für die Ausbildung. Mit Botschaften wie „Wir demonstrieren jeden Tag. Unsere Stärken“ und „Unser Berufsziel: Mehr Sein als Schein“ machen sie auf die Vorteile der dualen Ausbildung aufmerksam. Die eigene Begeisterung steckt an. Zwischen Oktober 2023 und August 2024 haben sich mehr junge Menschen um einen Ausbildungsplatz beworben als im vergleichbaren Zeitraum 2022/2023.

Was sich Unternehmen von der Politik wünschen

Damit Unternehmen passende Auszubildende ausbilden können, muss unter anderem die zielgerichtete Berufsorientierung gestärkt und bereits in den Schulen angesetzt werden. Der jüngste Bildungsmonitor sowie der Nationale Bildungsbericht verdeutlichen, dass zunehmend mehr Schülerinnen und Schülern eine solide Grundbildung fehlt und sich deren schulische Leistungen tendenziell kontinuierlich verschlechtern. Eine stärkere Einbindung von Wirtschafts-, Finanz- oder MINT-Themen sollten daher im Unterricht eine größere Rolle einnehmen. Auch die schulische Förderung von Deutschkenntnissen und Softskills wie Umgangsformen sind aus Sicht der Ausbildungsbetriebe immer wichtiger.

Um das Potenzial von Azubis aus dem Ausland nutzen zu können, erhoffen sich 43 Prozent der ausbildenden Unternehmen eine Vereinfachung von bürokratischen Prozessen bei Visum- und Aufenthaltsverfahren. Strukturelle Probleme wie fehlender Wohnraum in Betriebsnähe (28 Prozent) und mangelnde Integrationsunterstützung (17 Prozent) weisen zudem darauf hin, dass neben der Wirtschaft selbst auch staatliche Stellen bei der Integration ausländischer Azubis stärker gefordert sind.

Quelle: DIHK

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im September 2024

Die deutsche Wirtschaft befindet sich lt. BMWK auch zu Beginn des dritten Quartals weiterhin in einer Stagnation.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.09.2024

  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich zu Beginn des dritten Quartals weiterhin in einer Stagnation. Rückläufige Auftragsbestände und eine tendenziell weiter schwache Auftragslage dämpfen die exportorientierte Industrie. Auch bei den konsumnahen Dienstleistungsbereichen Handel, Verkehr, Gastgewerbe wird die Lage weiter ungünstig beurteilt. Trotz der rückläufigen Inflation und der deutlich gestiegenen Kaufkraft im Zuge der höheren Reallöhne hat sich die Stimmung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern eingetrübt. Eine konjunkturelle Erholung dürfte wohl erst gegen Jahresende eintreten.
  • Zu Beginn des dritten Quartals ist die Produktion wieder gesunken, während die Auftragseingänge zum zweiten Mal in Folge expandierten. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,4 % gegenüber dem Vormonat gedrosselt. Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich lag sie damit um 2,7 % im Minus. Auch wenn die Auftragseingänge zu Beginn des dritten Quartals im Plus lagen, ging die Bestelltätigkeit ohne die stark schwankenden Großaufträge um 0,4 % gegenüber dem Vormonat zurück.
  • Trotz rückläufiger Inflation und deutlich gestiegener Kaufkraft im Zuge der höheren Reallöhne hat sich die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland laut HDE-Konsumbarometer und GfK-Konsumklima zuletzt wieder verschlechtert. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel inklusive Kfz ist im August zwar um 2,3 Zähler gestiegen, lag mit -23,1 Punkte aber weiterhin spürbar im negativen Bereich. Insgesamt machen die Frühindikatoren aktuell wenig Hoffnung auf eine spürbare Konsumbelebung.
  • Die Inflationsrate lag im August mit +1,9 % erstmals seit März 2021 wieder unter der Zielmarke von 2 %. Zwar hat sich der Preisdruck bei Nahrungsmitteln mit 1,5 % leicht erhöht, aber er war weiterhin unterdurchschnittlich. Gleichzeitig haben sich die preisdämpfenden Effekte durch billigere Energie spürbar verstärkt. So gingen die Energiepreise im Vorjahresvergleich um 5,1 % zurück. Überdurchschnittlich war indes weiterhin der Preisauftrieb bei Dienstleistungen mit +3,9 %. Insgesamt dürften die inflationsdämpfenden Faktoren im weiteren Jahresverlauf bestehen bleiben.
  • Die schwache Konjunktur zeigt sich zunehmend am Arbeitsmarkt. Die registrierte Arbeitslosigkeit nahm im August saisonbereinigt um 2.000 Personen zu, während sich die Erwerbstätigkeit im Juli mit +4.000 Personen deutlich geringer als in den Monaten zuvor erhöhte. Die Frühindikatoren deuten auf keine baldige Trendwende hin, sodass derzeit von keiner Belebung am Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte auszugehen ist.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lag im Juni nach endgültigen Ergebnissen mit 1.653 Fällen um 14,5 % niedriger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Anstieg 6,8 %. Der IWH-Insolvenztrend zeigt im August 2024 mit 1.282 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften eine Zunahme von 27,3 % gegenüber dem Vormonatswert.

Wirtschaftliche Schwäche hält an

Die deutsche Wirtschaft befindet sich auch zu Beginn des dritten Quartals weiterhin in einer Stagnation. Die Industrieproduktion ist vor allem infolge der anhaltend rückläufigen Auslandsnachfrage und sinkender Auftragsbestände weiterhin in einem Abschwung; zuletzt tendierten auch wichtige Dienstleistungsbereiche wie Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie sonstige Dienstleister schwächer. Erschwert wird die aktuelle Bewertung der Entwicklung im Dienstleistungssektor durch die umstellungsbedingt derzeit stark eingeschränkte Datenverfügbarkeit der Konjunkturstatistiken im Handel und Dienstleistungsbereich.

Aktuelle Stimmungs- und Frühindikatoren deuten keine kurzfristige konjunkturelle Erholung an. Die Industrieproduktion und die Auftragseingänge – bereinigt um Großaufträge – waren im Juli erneut rückläufig, wobei bei der Produktion ferienbedingte Sondereffekte eine Rolle gespielt haben dürften. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August zum dritten Mal in Folge gefallen, die Unternehmen bewerteten zuletzt sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen pessimistischer. Im Verarbeitenden Gewerbe gab der Index besonders deutlich nach, was zum Teil auf die erwartete Wachstumsverlangsamung in wichtigen Absatzmärkten, insbesondere den USA und China, zurückzuführen sein dürfte. Angesichts der weiterhin schwachen Auslandsnachfrage, der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und der erst langsam und mit Verzögerung wirkenden entlastenden Effekte der geldpolitischen Lockerung dürfte sich die industrielle Schwächephase zunächst fortsetzen und die exportorientierte deutsche Industrie dämpfen.

Auch im Dienstleistungsbereich setzte sich die Eintrübung des Geschäftsklimas vor allem mit Blick auf die Geschäftserwartungen fort. Trotz der rückläufigen Inflation und der deutlich gestiegenen Kaufkraft im Zuge der höheren Reallöhne tendierten zuletzt auch wichtige Stimmungsindikatoren der privaten Haushalte, namentlich das GfK-Konsumklima und das HDE-Konsumbarometer, schwächer.

Vor diesem Hintergrund gehen daher auch die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute in ihren Herbstprognosen von einer fortgesetzten wirtschaftlichen Stagnation in der zweiten Jahreshälfte und einer konjunkturellen Belebung erst im Verlauf des kommenden Jahres, getragen von einer Erholung des privaten Konsums, einer anziehenden Auslandsnachfrage und einer Trendumkehr bei der Investitionsentwicklung, aus.

Weltwirtschaft verliert an Fahrt

Die weltweite Industrieproduktion ist im Juni saisonbereinigt mit -0,1 % gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Damit liegt sie im Vorjahresvergleich zwar immer noch um 1,5 % im Plus, die Entwicklung bleibt aber nach wie vor schleppend. Für Juli und August signalisiert der Frühindikator der Bundesbank ebenfalls eine Stagnation der globalen Industriekonjunktur. Auch der Stimmungsindikator von S&P Global deutet für die Erholung der weltweiten Industriekonjunktur einen weiteren Dämpfer an. Im August ist der Index zum dritten Mal in Folge leicht gesunken – von 49,7 auf 49,5 Punkte – und bleibt damit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im Dienstleistungsbereich hat sich die Stimmung dagegen um 0,5 Punkte auf 53,8 Punkte im August verbessert, sodass der Gesamtindikator nach dem Rückgang im Juli nun wieder auf 52,8 Punkte gestiegen ist. Insgesamt deuten die Frühindikatoren darauf hin, dass sich die Gangart der Weltwirtschaft verlangsamt und die weltweite Nachfrage, insbesondere nach Industrieerzeugnissen, auch in der zweiten Jahreshälfte verhalten bleibt.

Der internationale Warenhandel hat im Juni saisonbereinigt um 0,7 % gegenüber dem Vormonat expandiert und befand sich damit wieder in etwa auf dem Niveau von Ende 2022. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag er um 1,8 % im Plus. Zum Start in das zweite Halbjahr deuten aktuelle Meldungen zum Containerumschlag darauf hin, dass die verhaltene Erholung des Welthandels anhält: Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzte seinen recht dynamischen Aufwärtstrend im Juli mit einem saisonbereinigten Anstieg von 131,2 auf 133,2 Punkte fort. Triebfeder war der Containerumschlag in den chinesischen Häfen. Der Anstieg des Nordrange-Index kam dagegen ins Stocken. Aktuelle Einkaufsmanagerindizes weisen darauf hin, dass die weltweiten Exportaufträge zuletzt rückläufig waren, was eine abnehmende Dynamik des Welthandels nahelegt. Die Impulse aus dem Auslandsgeschäft dürften also auch in der zweiten Jahreshälfte eher gering ausfallen.

Außenhandel kommt im Juli nicht in Schwung

Das deutsche Auslandsgeschäft tritt auf der Stelle. Nach den vorangegangenen deutlichen Einbußen sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Juli gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt nahezu stagniert (-0,1 %). Zu Beginn des dritten Quartals liegen die Ausfuhren um -2,7 % unter dem Vorquartal, im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich fällt das Minus mit -1,9 % auch deutlich aus. Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen expandierten dagegen gegenüber dem Vormonat mit +2,8 % kräftig, wozu vor allem deutlich gestiegene Warenimporte aus dem Euroraum (+8,3 %), aus dem wichtigsten deutschen Zuliefererland China (+6,6 %) sowie aus den USA (+5,3 %) beitrugen. Der monatliche Handelsbilanzüberschuss verringerte sich im Zuge der stärkeren Dynamik bei den Ein- als bei den Ausfuhren im Juli um 3,6 Mrd. EUR auf 9,4 Mrd. EUR.

Die Einfuhrpreise haben im Juli saisonbereinigt mit -0,3 % gegenüber dem Vormonat wieder etwas nachgegeben, v.a. bedingt durch geringere Preise für importierte Energie und Rohstoffe. Gleichzeitig stagnierten die Ausfuhrpreise (0,0 %), sodass sich das Preisverhältnis von exportierten zu importierten Gütern um 0,2 % gegenüber dem Vormonat verbesserte. In realer Betrachtung dürften damit die Einfuhren noch etwas stärker gestiegen sein.

Die Frühindikatoren senden aktuell gemischte, aber überwiegend verhaltene Signale für die weitere Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben im Juli saisonbereinigt um 5,1 % ggü. dem Vormonat zugelegt, nachdem sie schon im Juni mit +1,4 % im Plus lagen. Ohne Großaufträge stiegen die Auslandsorder um +3,3 %. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Bestellungen aus dem Ausland mit -0,9 % aber weiter im Minus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im August zum dritten Mal in Folge eingetrübt, auf nunmehr -4,8 Punkte. Wichtige Exportbranchen wie der Automobilsektor und der Maschinenbau rechnen für die kommenden drei Monate per Saldo weiterhin mit einer rückläufigen Auslandsnachfrage. Auch laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) erwarten die deutschen Exporteure für 2024 schrumpfende Geschäfte.

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen globalen Industriekonjunktur und enttäuschender Meldungen zu Einkaufsmanagerindizes in wichtigen Absatzmärkten sind für die deutsche Exportwirtschaft auch in den kommenden Monaten keine nennenswerten Impulse zu erwarten.

Produktion startet schwach in das dritte Quartal

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,4 % gegenüber dem Vormonat gedrosselt. Gemäß revidierter Daten hatte der Ausstoß im Juni noch um 1,7 % zugenommen. Dabei ging die Industrieproduktion um 3,2 % zurück, während sich die Energieproduktion um 1,9 % verringerte; die Ausbringung im Baugewerbe wurde leicht um +0,3 % erhöht.

Innerhalb der Industrie fällt der Vormonatsvergleich mehrheitlich negativ aus: Deutliche Produktionsrückgänge wurden in gewichtigen Bereichen wie der Herstellung von Kfz und Kfz-Teilen (-8,1 %), dem Maschinenbau (-0,5 %), der Metallerzeugnisse (-3,8 %) und den chemischen Erzeugnissen (-1,3 %) vermeldet. Ihre Ausbringung steigern konnten lediglich Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln (+3,5 %), Druckerzeugnissen, Ton-, Bild- und Datenträgern (+1,8 %) und Bekleidung (+9,4 %) sowie die Branche Reparatur und Installation von Maschinen (+5,6 %).

Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 2,7 % zurück. In der Industrie belief sich der Rückgang dabei auf 2,9 % und im Baugewerbe auf 3,4 %. Nur im Energiebereich war mit +0,9 % ein Plus zu verzeichnen.

Dagegen scheint sich die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe zu stabilisieren. Im Juli nahmen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 2,9 % zu, nachdem sie sich im Juni um 4,6 % erhöht hatten. Die Auftriebskräfte kamen zu Beginn des dritten Quartals vor allem vom Auslandsgeschäft. Während die Ordereingänge aus dem Ausland um 5,1 % zulegten, stagnierte die Nachfrage aus dem Inland (0,0 %) nach einem Auftragsschub im Vormonat (+9,4 %). Ohne die stark schwankenden Großaufträge ging die Bestelltätigkeit allerdings leicht um 0,4 % gegenüber dem Vormonat zurück.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes fiel die Entwicklung dabei unterschiedlich aus: Während die Bereiche Pharmazeutische Erzeugnisse (-6,4 %), Chemie (-0,8 %) und Maschinenbau (-6,1 %) Auftragseinbußen hinnehmen mussten, konnten der stark von Großaufträgen geprägte sonstige Fahrzeugbau (+86,5 %), der Bereich Kfz und Kfz-Teile (+1,6 %) sowie die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (+18,6 %) teils deutliche Bestellzuwächse gegenüber dem Vormonat verbuchen.

Dennoch bleibt die Industriekonjunktur am aktuellen Rand verhalten. Neben den Produktionsdaten haben sich auch wichtige Stimmungsindikatoren im Verarbeitenden Gewerbe zuletzt weiter eingetrübt. Die Auftragseingänge befinden sich trotz einer leichten Belebung im Juli nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Auch die jüngsten Indikatoren zur Weltkonjunktur deuten auf eine weiterhin schwache Auslandsnachfrage in den kommenden Monaten hin. Damit ist kurzfristig nicht mit einer spürbaren Belebung der exportorientierten Industrie in Deutschland zu rechnen.

Verbraucherstimmung trübt sich wieder ein

Aufgrund der noch lückenhaften Konjunkturstatistiken im Handel und Dienstleistungsbereich liegen derzeit noch keine Informationen für die aktuellen Einzelhandelsumsätze vor. Der letzte Datenstand ist April 2024. Das Statistische Bundesamt hat angekündigt, die saisonbereinigten Umsatzzahlen des Einzelhandels im Laufe des Septembers zu veröffentlichen. Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im August um 5,6 % gestiegen, ihr Niveau vom Vorjahresmonat unterschritten sie allerdings deutlich um 27,8 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es mit dem Auslaufen der Förderung des Absatzes von gewerblich genutzten elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Umweltbonus) zum Ende August 2023 in dem Monat zu einem kräftigen Aufwuchs der Neuzulassungen kam. Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen im August um 1,9 % zu. Bei den PKW-Neuzulassungen von Privatpersonen ergab sich im August im Vormonatsvergleich eine leichte Abnahme um 0,7 %. In der Drei-Monatsbetrachtung ist – nach hohen Schwankungen in den Vormonaten – ein Plus von 3,3 % zu konstatieren. Die Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im August um 8,8 %. In der Drei-Monatsbetrachtung ergab sich hier ein Zuwachs von 1,2 %.

Die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland hat sich laut HDE-Konsumbarometer und GfK-Konsumklima zuletzt wieder eingetrübt. Das HDE-Konsumbarometer ging im September weiter zurück, nachdem es im August vorübergehend stagniert hatte. Auch für das GfK-Konsumklima wird ein Rückgang für September prognostiziert, zuvor war eine Erholung beobachtet worden. Ausschlaggebend für die jüngste Entwicklung waren vor allem Rückschläge bei den Einkommens- und Konjunkturerwartungen.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel inklusive Kfz ist im August zwar um 2,3 Zähler gestiegen, lag mit -23,1 Punkte aber weiterhin spürbar im negativen Bereich. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich um 0,5 Zähler auf -15,8 Punkte. Die Erwartungen zogen um 3,9 Zähler an und lagen bei -30,2 Punkten. Beide Teilindikatoren hatten zuvor im Juni und Juli nachgegeben.

Insgesamt machen die Frühindikatoren aktuell wenig Hoffnung auf ein spürbares Anziehen der Verbraucherausgaben in Deutschland. Die Fußball-Europameisterschaft scheint dem Konsum keine spürbaren Impulse gegeben zu haben und selbst merkliche reale Lohnsteigerungen können die Verbraucherstimmung angesichts gestiegener Sorgen um den Arbeitsplatz offenbar nicht heben.

Inflationsrate erstmals seit März 2021 wieder unter 2 Prozent

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) ist im August auf +1,9 % gefallen, nachdem sie im Juli +2,3 % betragen hatte. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) ging im August ebenfalls leicht auf +2,8 % zurück.

Der Preisdruck seitens Nahrungsmittel hat sich im Vorjahresvergleich zuletzt weiter leicht erhöht. Hier lagen die Preise um 1,5 % höher, im Juli hatte die Rate bei +1,3 % gelegen. Gleichzeitig hat sich aber der preisdämpfende Effekt durch billigere Energie wieder verstärkt, was maßgeblich für den deutlichen Rückgang der Inflationsrate im August war. Die Energiepreise waren im August mit -5,1 % gegenüber dem Vorjahr spürbar stärker rückläufig als noch im Juli mit -1,7 %. Im Bereich der Dienstleistungen lag der Preisauftrieb unverändert bei +3,9 % und damit weiterhin überdurchschnittlich.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen tendieren zwar seit dem Frühjahr im Vormonatsvergleich wieder leicht aufwärts, wirken insgesamt aber tendenziell weiter dämpfend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise legten im Juli gegenüber Juni leicht um 0,2 % zu. Im Vorjahresvergleich gingen sie jedoch um 0,8 % zurück. Ausschlaggebend waren hier nach wie vor Preisrückgänge bei Energie. Die Einfuhrpreise verringerten sich im Juli im Vormonatsvergleich um 0,4 % und lagen damit 0,9 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel gingen im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,8 % und im Vorjahresvergleich um -1,1 % zurück.

An den Spotmärkten waren die Preise für Erdgas in den letzten Wochen weiterhin recht moderat, auch wenn der TTF Base Load mit rund 37 Euro/MWh aktuell etwa 8 % über dem Niveau des Vorjahres liegt. Gegenüber dem Vormonat sank er um fast 2 %. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise auch in den kommenden Quartalen um 40 Euro/MWh bewegen werden. Der Preis für Rohöl der Sorte verringerte sich gegenüber dem Vormonat um fast 14 % und lag zuletzt bei 70,6 Euro/Barrel. Gegenüber dem Vorjahr ging der Preis für Rohöl um 22 % zurück.

Die Inflation dürfte infolge geringer Preissteigerungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen, moderater Energiebörsenpreise, der Wirkung der geldpolitischen Straffung der EZB, angemessener Tarifabschlüsse sowie Normalisierung der Gewinnmargen der Unternehmen im weiteren Jahresverlauf moderat bleiben. Die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in ihren Herbstprognosen für dieses Jahr Inflationsraten von 2,2 bis 2,4 % und nächstes Jahr von 2,0 bis 2,4 %.

Wirtschaftliche Schwäche schlägt sich zunehmend am Arbeitsmarkt nieder

Die schwache Konjunktur lässt die Arbeitslosigkeit weiter steigen und bremst den Zuwachs bei der Erwerbstätigkeit zunehmend ab: Die registrierte Arbeitslosigkeit nahm im August saisonbereinigt zwar nur leicht um 2.000 Personen zu, aber die Unterbeschäftigung erhöhte sich mit +8.000 Personen merklich. Die konjunkturelle Kurzarbeit ist im Juni auf 232 Tausend Personen gestiegen, die Anzeigen von Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit legten im Juli gegenüber dem Vormonat weiter um 5.000 Personen zu. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Juli mit +155.000 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat zwar weiterhin, im Vormonatsvergleich fällt der Anstieg saisonbereinigt mit +4.000 Personen jedoch deutlich geringer aus als in den letzten Monaten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weist saisonbereinigt mit -9.000 Personen im Juni gegenüber den Vormonaten erstmals seit April 2023 wieder eine negative Veränderungsrate auf.

Die Frühindikatoren deuten auf keine baldige Trendwende hin: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer gibt im August nur noch einen leicht positiven Arbeitsmarktausblick, die Arbeitslosigkeitskomponente bewegt sich dabei jedoch weiterhin im negativen Bereich. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen ist weiter rückläufig. Laut ifo Beschäftigungsbarometer war die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im August zum dritten Mal in Folge rückläufig, insbesondere in der Industrie. Derzeit ist somit von keiner Belebung am Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte auszugehen.

Unternehmensinsolvenzen sinken; aber erneuter Anstieg erwartet

Im Juni sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen um 14,5 % gegenüber Mai. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Anstieg 6,8 %. Mit 1.653 Fällen liegt der Wert nah am vor-Corona-Mittelwert 2016-2019 (1.660). In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 lagen die Unternehmensinsolvenzen 24,9 % höher als im Vorjahreszeitraum. Als Ursachen für das weiterhin dynamische Insolvenzgeschehen werden eine Reihe von Entwicklungen gesehen, darunter die immer noch verhaltene Konjunkturentwicklung sowie Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Vorjahre mit historisch niedrigen Insolvenzzahlen.

Der IWH-Insolvenztrend zeigt im August mit 1.282 Insolvenzen einen Rückgang von 8,8 % ggü. dem Vormonat (+27,3 % ggü. Vorjahresmonat), nachdem im Juli ein starker Anstieg verzeichnet wurde. Das IWH rechnet auf Basis von Frühindikatoren damit, dass die Insolvenzzahlen im September und Oktober wieder ansteigen – und sich weiterhin durchgehend über dem Vor-Corona-Niveau bewegen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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Kurzarbeit in der Industrie nimmt zu

Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie ist in den vergangenen Monaten leicht gestiegen und dürfte lt. ifo Institut auch weiter zunehmen. Demnach fuhren im August 14,3 % der teilnehmenden Firmen in der Industrie Kurzarbeit, nach 12,5 % im Mai.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.09.2024

Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie ist in den vergangenen Monaten leicht gestiegen und dürfte auch weiter zunehmen. Demnach fuhren im August 14,3 % der teilnehmenden Firmen in der Industrie Kurzarbeit, nach 12,5 % im Mai. Für die kommenden drei Monate erwarten dies 23 %, nach 18,8 % im Mai – wobei die Erwartung seit 2022 immer über dem tatsächlichen Stand lag. Im langjährigen Vergleich ist die Kurzarbeit leicht erhöht. Der Anstieg ist angesichts der schlechten Wirtschaftslage in der Industrie vergleichsweise gering. „Dies ist allerdings kein positives Zeichen. Vielmehr verdeutlicht es, dass viele betroffene Unternehmen die Krise als sehr schwerwiegend ansehen. Deshalb scheinen sie trotz Arbeitskräfteknappheit eher Beschäftigung abzubauen oder Standorte zu verlagern, statt diese mit Hilfe von Kurzarbeit zu überbrücken”, sagt ifo-Experte Sebastian Link.

Der Schwerpunkt der Nennungen von Kurzarbeit liegt bei den Möbelherstellern mit einem Anteil von 29,2 %, gefolgt von der Metallerzeugung mit 27,7, den Herstellern elektrischer Ausrüstungen mit 23,1 %, dem Maschinenbau mit 19,8 % und der Autobranche mit 19,3. In der Chemie hingegen wurde keine nennenswerte Kurzarbeit berichtet.

Die Bundesagentur für Arbeit gab die Zahl der Kurzarbeiter im Juni mit 232.000 an, nach 215.000 im Mai, wobei diese überwiegend auf das Verarbeitende Gewerbe entfielen. Während der Corona-Zeit betrug sie zeitweise sogar 6 Millionen.

Quelle: ifo Institut

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25 % mehr Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse im Jahr 2023

Die Zahl der im Ausland erworbenen und in Deutschland anerkannten Berufsabschlüsse ist im Jahr 2023 weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nahm die Zahl der positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um 25 % von 52.300 auf 65.300 zu. Damit war der Zuwachs deutlich größer als im Vorjahr (+11 %).

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.09.2024

Die Zahl der im Ausland erworbenen und in Deutschland anerkannten Berufsabschlüsse ist im Jahr 2023 weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm die Zahl der positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um ein Viertel (+25 %) von 52.300 auf 65.300 zu. Damit war der Zuwachs deutlich größer als im Vorjahr (+11 %). Im Vergleich zum Jahr 2016 (26.200 anerkannte Abschlüsse), in dem das Statistische Bundesamt erstmals die Anerkennungen sowohl nach bundes- als auch landesrechtlich geregelten Verfahren erfasste, hat sich die Zahl der anerkannten Berufsabschlüsse mehr als verdoppelt.

Unter den im Jahr 2023 positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren wurden 58 % (38.100) der Anträge von Frauen und 42 % (27.200) von Männern gestellt. Darüber hinaus wurde mit 94 % (61.300) die Mehrheit der Anträge auf Anerkennungen von Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit gestellt.

Weiterhin vor allem Anerkennungen in medizinischen Gesundheitsberufen

Wie bereits in den Vorjahren wurden 2023 gut zwei Drittel (45.000 bzw. 69 %) aller anerkannten ausländischen Berufsqualifikationen im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Anerkennungen hier um 9.500 (+27 %). Damit entfielen mehr als die Hälfte (36.700 bzw. 56 %) aller Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse auf die Berufe Pflegefachmann-/frau und dessen Vorgängerberufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Altenpfleger/in (27.300 bzw. 42 % aller Anerkennungen) sowie Arzt/Ärztin im Rahmen der Approbationserteilung (9.500 bzw. 14 % aller Anerkennungen). Mit einem größeren Abstand folgten Anerkennungen der Berufe Ingenieur/-in (3.200 bzw. 5 % aller Anerkennungen), Lehrer/in (2.300 bzw. 4 % aller Anerkennungen) sowie mit einem Anteil an allen Anerkennungen von jeweils 3 % Erzieher/-in (1.700) und Physiotherapeut/-in (1.700).

Stärkster Zuwachs von Anerkennungen aus dem Ausbildungsstaat Türkei

Unter allen positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren wurden in der Türkei erworbene Berufsqualifikationen mit 10 % aller Fälle (6.600 Abschlüsse) am häufigsten anerkannt. Auf den Plätzen 2 bis 4 lagen mit jeweils 7 % die Ausbildungsstaaten Bosnien und Herzegowina (4.500) und Philippinen (4.500), gefolgt von Tunesien (4.300). Auch Anerkennungen aus Syrien und Indien (jeweils 3.300) sowie aus der Ukraine (3.000) waren weiterhin stark vertreten. Besonders starke Anstiege bei den Anerkennungen waren vor allem bei Anträgen aus den Ausbildungsstaaten Türkei (+2.800), Tunesien (+1.600), der Ukraine (+1.500) und Indien (+1.200) zu verzeichnen.

Deutlicher Anstieg der Gesamtzahl der Anerkennungsverfahren

Insgesamt wurden im Jahr 2023 deutschlandweit 81.700 Anerkennungsverfahren bearbeitet, von denen 67.500 auch beschieden wurden. Darunter waren 2.300 oder 3 % negativ beschiedene Fälle, in denen die Berufsqualifikation nicht anerkannt wurde. Auf das im Jahr 2020 mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz eingeführte beschleunigte Fachkräfteverfahren waren 7 % (4.600) aller beschiedenen Anerkennungen zurückzuführen.

Insgesamt 62 100 Anträge wurden 2023 neu gestellt, das waren 12.600 (+26 %) Neuanträge mehr als im Vorjahr (49.500). 82 % der bearbeiteten Anerkennungsverfahren betrafen reglementierte und 18 % nicht reglementierte Berufe. Der überwiegende Teil (81 % bzw. 66.000) der bearbeiteten Verfahren unterlag dem Bundesrecht und 19 % (15.900) der Verfahren unterlagen dem Landesrecht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Beschäftigte verbringen 17 % ihrer Arbeitszeit im Homeoffice

Die Beschäftigten in Deutschland verbringen lt. ifo Institut durchschnittlich 17 % ihrer Arbeitszeit zuhause. Der Umfang von Homeoffice hat sich zum Vorjahr somit nicht verändert.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 12.09.2024

Die Beschäftigten in Deutschland verbringen durchschnittlich 17 % ihrer Arbeitszeit zuhause. „Der Umfang von Homeoffice ist gegenüber dem Vorjahr unverändert“, sagt ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. „Dies mag vor dem Hintergrund der Debatte um die Rückkehr ins Büro überraschen. Doch das Ergebnis deckt sich mit anderen Daten, wonach das Homeoffice keinesfalls auf dem Rückzug ist.”

Die Durchschnittszahlen verbergen große Unterschiede nach Branchen. Besonders intensiv wird in der IT-Branche (58 % der Arbeitszeit) und in den Unternehmensberatungen (50 %) von zuhause gearbeitet. Dagegen verbringen Arbeitnehmer auf dem Bau und in der Gastronomie nur 2 % ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. In der Industrie sind es 10 % der Arbeitsstunden.

Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice liegt derzeit bei 23,4 %, nur knapp unter dem Wert vom Februar (24,1 %). „Strengere Regeln müssen nicht unbedingt weniger Homeoffice bedeuten“, erläutert Alipour. „Denn bei den Angeboten der Arbeitgeber kommt es vor allem auf die Koordination von Präsenzzeiten an, um den persönlichen Kontakt zu stärken.“

Homeoffice ist in Großunternehmen besonders verbreitet. Dort verbringen Beschäftigte 20 % ihrer Arbeitszeit zu Hause. Dagegen liegt der Anteil in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nur bei 15 %.

Die Ergebnisse basieren auf der ifo Konjunkturumfrage unter rund 9.000 Unternehmen.

Quelle: ifo Institut

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