Auch beim Metaverse gelten die USA als führend

Das Metaverse bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Deutschlands Unternehmen sehen dabei die heimische Wirtschaft allerdings im Hintertreffen. 6 von 10 (61 Prozent) halten sie im internationalen Vergleich für abgeschlagen, Praktisch kein Unternehmen sieht Deutschland lt. Bitkom in der Spitzengruppe oder weltweit führend (je 0 Prozent).

Bitkom, Pressemitteilung vom 15.08.2024

Unternehmen sehen Deutschland international im Hintertreffen

Ob als digitaler Zwilling der Fabrik, in der Medizin oder im Gaming – das Metaverse bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Deutschlands Unternehmen sehen dabei die heimische Wirtschaft allerdings im Hintertreffen. 6 von 10 (61 Prozent) halten sie im internationalen Vergleich für abgeschlagen, 3 von 10 (29 Prozent) unter den Nachzüglern und nur 1 Prozent zumindest im Mittelfeld. Praktisch kein Unternehmen sieht Deutschland in der Spitzengruppe oder weltweit führend (je 0 Prozent). 9 Prozent wollen oder können keine Angabe machen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 605 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Das Metaverse ist noch in einem sehr frühen Stadium. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland und Europa bei Entwicklung und Anwendung der Technologie den Anschluss halten“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Das Metaverse ist keine Parallelwelt, sondern eine virtuelle Erweiterung der realen Welt. Gerade im gewerblichen und industriellen Bereich gibt es viele interessante Anwendungen für die Praxis.“

Als führende Nation gilt den deutschen Unternehmen die USA (33 Prozent). Dahinter folgen China (13 Prozent), Südkorea (7 Prozent) sowie Japan (5 Prozent). Rund ein Fünftel (21 Prozent) sehen noch keine Nation führend, 14 Prozent wollen oder können keine Angabe machen.

Quelle: Bitkom

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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 2024

Das BMWK gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage sowie die aktuelle Entwicklung in Deutschland im August 2024.

BMWK, Pressemitteilung vom 14.08.2024

  • Nach ersten, vorläufigen Ergebnissen („Schnellmeldung“) ging das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum April bis Juni preis-, kalender- und saisonbereinigt leicht um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal zurück. Mit der erneuten Eintrübung von Stimmungsindikatoren wie dem ifo-Geschäftsklimaindex, dem ZEW-Konjunkturindikator und dem S&P Global-Einkaufsmanagerindex zu Beginn des dritten Quartals sind die Risiken für die allgemein erwartete konjunkturelle Erholung gestiegen. Eine breitere konjunkturelle Belebung scheint damit vorerst nicht in Sicht zu sein.
  • Zum Ende des zweiten Quartals ist die Produktion gestiegen und auch die Auftragseingänge legten zum ersten Mal seit Jahresbeginn wieder zu. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm im Juni preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,4 % gegenüber dem Vormonat zu. Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ist sie allerdings noch um 1,3 % zurückgegangen. Die Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe war weiterhin durch starke Schwankungen bei den Großaufträgen geprägt.
  • Die Aufhellung der Verbraucherstimmung dürfte sich, gemessen am GfK-Konsumklima, fortsetzen. Angesichts des seit Jahresanfang zu beobachtenden positiven Trends und wieder niedrigerer Inflationsraten und Tariflohnsteigerungen könnte es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Belebung des privaten Konsums kommen.
  • Die Inflationsrate ist im Juli wieder leicht auf +2,3 % gestiegen. Der Preisdruck seitens Nahrungsmittel hat sich zuletzt wieder etwas erhöht; im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Preise um 1,3 %. Gleichzeitig hat sich der preisdämpfende Effekt durch billigere Energie verringert; hier lag die Jahresrate bei -1,7 %. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) blieb unverändert bei +2,9 %. Die inflationsdämpfenden Faktoren dürften aber im weiteren Jahresverlauf überwiegen.
  • Am Arbeitsmarkt hinterlässt die stagnierende Wirtschaft immer deutlichere Spuren. Die registrierte Arbeitslosigkeit nahm im Juli saisonbereinigt mit 18.000 Personen deutlich stärker zu als saisonüblich. Bei der Zahl der Erwerbstätigen fällt der Anstieg im Juni saisonbereinigt mit +7.000 Personen jedoch deutlich geringer aus als zuvor. Auch die SV-pflichtige Beschäftigung hat saisonbereinigt mit +5.000 Personen im Mai gegenüber den Vormonaten zuletzt nur noch leicht zugelegt. Aktuelle Frühindikatoren deuten ebenfalls auf eine gedämpfte Entwicklung hin.
  • Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lag im Mai nach endgültigen Ergebnissen mit 1.934 Fällen um 1,5 % höher als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Anstieg 30,9 %. Der IWH-Insolvenztrend zeigt im Juli 2024 mit 1.406 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften eine Zunahme von 20,3 % gegenüber dem Vormonatswert.

Wirtschaftliche Stagnation im zweiten Quartal

Nach der leichten konjunkturellen Belebung zu Jahresbeginn ging das Bruttoinlandsproduktion laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts vom 30. Juli im Zeitraum April bis Juni preis-, kalender- un saisonbereinigt leicht um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal zurück. Damit verläuft die Erholung der deutschen Wirtschaft schwächer als zu Jahresbeginn allgemein erwartet.

Entstehungsseitig dürfte das Ergebnis vor allem von einem Rückgang der stark exportorientierten Industrieproduktion sowie im Baugewerbe, als Gegenreaktion der witterungsbedingten Sonderentwicklung im ersten Quartal, geprägt gewesen sein. Diese dämpfenden Effekte konnten von der positiven Tendenz in den Dienstleistungsbereichen nicht kompensiert werden. Die Dichotomie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung deutet auch auf tieferliegende Strukturprobleme in der deutschen Wirtschaft hin. So hat sich die Produktion in der Industrie nach der Corona-Krise nicht wieder richtig erholt. Sie lag im zweiten Quartal dieses Jahres in etwa auf ihrem durchschnittlichen Niveau des Jahres 2020 und damit merklich unter den Höchststanden der zweiten Hälfte des Jahres 2017.

Auf der Verwendungsseite verringerte sich nach Informationen des Statistischen Bundesamtes vor allem die Investitionstätigkeit in Ausrüstungen und Bauten. Diese Schwäche dürfte nicht zuletzt auf rückläufige Orderbestände und anhaltend schwache Auftragseingänge aus dem In- und vor allem Ausland zurückzuführen sein. In der Folge ist die Kapazitätsauslastung in der deutschen Industrie einer Umfrage des Ifo Instituts zufolge auf zuletzt 77,5 % gesunken, sechs Prozentpunkte unter dem langfristigen Mittelwert.

Die grundsätzlichen Ausgangsbedingungen für eine binnenwirtschaftlich getragene Belebung in der zweiten Jahreshälfte sind nach wie vor gegeben: Die privaten Haushalte haben infolge der gesunkenen Inflationsraten und der Tariflohnsteigerungen auch real wieder mehr Geld zur Verfügung und blicken nicht mehr so pessimistisch in die Zukunft. Dies zeigt sich in der jüngsten Umfrage zum GfK-Konsumklima, wonach sich die Verbraucherstimmung im August weiter erholen dürfte. Vom privaten Konsum könnten somit in der zweiten Jahreshälfte konjunkturelle Impulse kommen.

Auch die eingeleitete Zinswende der Europäischen Zentralbank dürfte sich im weiteren Jahresverlauf zunehmend bemerkbar machen: So deuten Umfragen des jüngsten Bank Lending Surveys der EZB für Deutschland auf eine Trendwende in der Kreditnachfrage hin; diese nahm zuletzt in allen Segmenten (Unternehmens-, Wohnungsbau- und Konsumentenkredite) spürbar zu. Bei den Unternehmenskrediten ist dabei der Kreditbedarf insbesondere auf gestiegene Investitionsabsichten zurückzuführen, was auf eine Belebung der Anlageinvestitionen im zweiten Halbjahr hinweist.

Mit der erneuten Eintrübung der Stimmung in den Unternehmen, wie sie vom ifo Geschäftsklimaindex, dem ZEW-Konjunkturindikator und dem S&P Global-Einkaufsmanagerindex zu Beginn des dritten Quartals angezeigt wird, sind die Risiken für die allgemein erwartete konjunkturelle Erholung allerdings gestiegen. Hinzu kommen neue Risiken aus geopolitischen Entwicklungen, ungünstigere internationalen Konjunkturdaten und einer gestiegenen Volatilität an den Finanzmärkten.

Globale Industrieproduktionen zuletzt gestiegen, Ausblick aber verhalten

Im April und Mai ist die weltweite Industrieproduktion saisonbereinigt um 0,6 % bzw. 0,2 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Damit übertraf sie zuletzt ihr Niveau von vor einem Jahr um 1,9 %. Der Stimmungsindikator von S&P Global ist im Juli um 0,4 Punkte auf 52,5 Punkte zurückgegangen, nachdem er bereits im Juni um 0,8 Punkte gefallen war. Er liegt aber weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der jüngste Rückgang geht allerdings auf die Industrie zurück (von 50,8 auf 49,7 Punkte), während sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich leicht verbesserte (von 53,1 auf 53,3 Punkte). Die Frühindikatoren deuten somit auf eine eher verhaltene Entwicklung der globalen Industrieproduktion in den kommenden Monaten hin.

Auch der Welthandel scheint sich – unter Schwankungen – weiter zu stabilisieren. Im Mai nahm er saisonbereinigt zwar nur geringfügig um 0,1 % gegenüber dem Vormonat zu, nachdem er aber im April schon um 1,1 % gestiegen war. Damit übertraf er im Mai sein Vorjahresniveau leicht um 0,2 %. Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich weiter eine moderate Erholung des Welthandels ab: Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index stagnierte auf hohem Niveau und blieb im Juni saisonbereinigt unverändert bei 130,4 Punkten. Während der Containerumschlag in den chinesischen Häfen gestiegen ist, gab der Nordrange Index wieder nach. Insgesamt ist der Containerumschlag-Index trotz Stagnation gegenüber dem Vormonat in der längerfristigen Tendenz immer noch aufwärtsgerichtet.

Neue Risiken ergeben sich allerdings aus geopolitischen Entwicklungen, ungünstigen internationalen Konjunkturmeldungen und einer gestiegenen Volatilität an den Finanzmärkten.

Exporte erneut spürbar rückläufig

Die jüngsten Daten zu den Exporten von Waren und Dienstleistungen enttäuschen erneut und auch die Frühindikatoren für das deutsche Auslandsgeschäft fallen überwiegend zurückhaltend aus.

Im Juni gingen die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt mit -3,5 % erneut spürbar zurück, nachdem sie bereits im Mai um 1,0 % gefallen waren. Im Juni nahmen die Exporte von Waren in die Vereinigten Staaten um 7,7 % ab, während die Ausfuhren in die Volksrepublik China um 3,4 % zulegten. Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich um +0,6 % gegenüber Mai 2024, im Mai waren sie allerdings spürbar um 3,4 % zurückgegangen. Die Importe von Waren aus den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China gingen im Juni um 6,5 % bzw. 4,9 % zurück. Damit nahmen die Ausfuhren zum zweiten Mal in Folge ab, die Importe hingegen stabilisierten sich zuletzt auf niedrigem Niveau. Der monatliche Handelsbilanzüberschuss lag im Juni angesichts der Abnahme der Warenexporte und des Anstiegs der Warenimporte mit 20,4 Mrd. Euro niedriger als im Vormonat.

Die Einfuhrpreise haben sich im Juni saisonbereinigt mit 0,5 % gegenüber dem Vormonat etwas stärker erhöht als die Ausfuhrpreise, die um 0,2 % zulegten. Damit verschlechterten sich die Terms of Trade im Vormonatsvergleich um 0,3 %. In realer Betrachtung dürfte der Rückgang bei den Ausfuhren noch etwas stärker ausgefallen sein und die Einfuhren geringfügig abgenommen haben.

Die Frühindikatoren senden hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Auslandsgeschäfts eher zurückhaltende Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben sich im Juni gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,4 % erhöht, nachdem sie im Mai deutlich um 3,0 % zurückgegangen waren. Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ergab sich eine Abnahme um 3,1 %. Die ifo Exporterwartungen sind im Juli auf -1,7 Punkte gefallen, nachdem sie im Juni bei -1,3 Punkten gelegen hatten. Der Indikator deutet darauf hin, dass keine substanzielle Besserung zu erwarten ist. In Exportbranchen wie dem Automobilsektor und der Metallerzeugung und -bearbeitung wird mit einem rückläufigen Auslandsgeschäft gerechnet.

Das deutsche Auslandsgeschäft dürfte sich auf absehbare Zeit eher verhalten entwickeln.

Anstieg der Produktion zum Ende des zweiten Quartals

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,4 % gegenüber dem Vormonat zu. Im Mai hatte der Ausstoß gemäß revidierter Daten noch um 3,1 % abgenommen. Während sich die Ausbringung im Baugewerbe im Juni mit +0,3 % nur leicht erhöhte, konnten die Industrieproduktion mit +1,5 % und die Energieproduktion mit einem Plus von 2,9 % stärker zulegen.

Innerhalb der Industrie zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die Bereiche pharmazeutische Erzeugnisse (-6,6 %) sowie Nahrungs- und Futtermittel (-5,3 %) deutliche Produktionsrückgänge verzeichneten, konnten die Hersteller von Kfz/Kfz-Teilen (+7,5 %), elektrischen Ausrüstungen (+5,2 %) sowie Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,7 %) ihren Output spürbar erhöhen. Auch im gewichtigen Maschinenbau (+1,2 %), im Bereich chemische Erzeugnisse (+1,5 %) sowie in den besonders energieintensiven Industriezweigen (+1,4 %) legte die Herstellung zu.

Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe allerdings um 1,3 % zurück. In der Industrie belief sich der Rückgang dabei auf -1,0 %, im Baugewerbe auf -2,6 % und im Bereich Energie auf -1,2 %.

Bei den Neuaufträgen zeigte sich der erste Anstieg seit Jahresbeginn, wobei die Entwicklung weiterhin durch starke Schwankungen bei den Großaufträgen geprägt wurde. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Juni gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 3,9 % gestiegen. Im Mai waren sie laut revidierten Angaben um 1,7 % gefallen. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen mit +0,4 % nur leicht zu, wobei die Länder außerhalb des Euroraums mit +0,9 % merklicher zulegten. Innerhalb der Eurozone war jedoch ein Orderrückgang von 0,3 % zu verzeichnen. Die Nachfrage aus dem Inland expandierte dagegen mit +9,1 % kräftig. Die um Großaufträge bereinigten Auftragseingänge lagen mit +3,3 % gegenüber dem Vormonat wieder deutlich im Plus.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes fiel die Entwicklung der Ordereingänge unterschiedlich aus: Während die Bestellungen in den gewichtigen Branchen Maschinenbau (+2,3 %), Kfz und Kfz-Teile (+9,3 %), bei den Metallerzeugnissen (+9,8 %) sowie im sonstigen Fahrzeugbau (+11,7 %) wieder anzogen, gingen die Auftragseingänge in den Bereichen Daten-, elektrische und optische Geräte (-7,9 %), bei der Metallerzeugung und -bearbeitung (-4,9 %), den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse (-4,6 %) sowie in der Herstellung und Weiterverarbeitung von Papier und Pappe (-5,3 %) ggü. dem Vormonat zurück.

Auch wenn die Produktionsdaten zuletzt wieder besser ausgefallen sind, deuten die nach wie vor geringen Auftragseingänge aus dem Ausland auf eine weiterhin verhaltene Industriekonjunktur hin. Eine breite konjunkturelle Belebung ist damit, auch angesichts der eingetrübten Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe, vorerst nicht in Sicht.

Verbraucherstimmung auf niedrigem Niveau weiter im Aufwärtstrend

Umsatzzahlen des Einzelhandels für den Berichtsmonat Mai veröffentlicht das Statistische Bundesamt voraussichtlich erst Ende August. Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Juli um 13,9 % gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen sie um 2,1 % niedriger. Im aussagekräftigeren Zwei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber dem Vormonat um 1,9 % zu. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Juli im Vormonatsvergleich eine Abnahme um 11,2 %. In der Zwei-Monats-Betrachtung ist – nach hohen Schwankungen in den Vormonaten – ein Plus von 4,4 % zu konstatieren. Die Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen nahmen im Juli um 15,2 % ab. Auch hier ergab sich in der Zwei-Monats-Betrachtung ein – zumindest leichter – Zuwachs.

Bei der Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland, gemessen am GfK-Konsumklimaindex und dem HDE-Konsumbarometer, zeigen sich zuletzt unterschiedliche Entwicklungen: Das HDE-Konsumbarometer stagniert im August, nachdem es sich im Juli leicht eingetrübt hat. Der GfK-Konsumklimaindex hingegen zeigte im Juli eine deutliche Zunahme bei den Einkommenserwartungen sowie einen moderaten Anstieg der Anschaffungsneigung. Für August wird wieder eine Erholung des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat prognostiziert, während es im Juli zu einem leichten Rückgang gekommen war. Sowohl GfK-Konsumklima als auch HDE-Konsumbarometer zeigen aber zuvor im ersten Halbjahr einen Aufwärtstrend. Im Zuge steigender Löhne und rückläufiger Inflationsraten könnte sich der private Konsum in der zweiten Jahreshälfte beleben.

Inflationsrate zuletzt wieder leicht gestiegen, im weiteren Jahresverlauf sollten inflationsdämpfende Effekte überwiegen

Die Inflationsrate, d. h. der Anstieg des Niveaus der Verbraucherpreise binnen Jahresfrist, ist im Juli leicht auf +2,3 % gestiegen, nachdem sie im Juni +2,2 % und im Mai +2,4 % betragen hatte. Die Kernrate, bei der die Entwicklung der Preise für Energie und Nahrung außen vor bleiben, lag im Juli unverändert bei +2,9 %.

Der Preisdruck seitens Nahrungsmittel hat sich zuletzt wieder etwas erhöht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich hier die Preise um 1,3 %, im Juni hatte die Rate bei +1,1 % gelegen. Gleichzeitig hat sich der preisdämpfende Effekt durch billigere Energie verringert. Die Energiepreise waren im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat mit -1,7 % weniger stark rückläufig als noch im Juni mit -2,1 %. Im Bereich der Dienstleistungen lag der Preisauftrieb unverändert bei +3,9 % und damit weiterhin überdurchschnittlich.

Auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen haben sich die preisdämpfenden Effekte weiter verringert: Die gewerblichen Erzeugerpreise gingen im Juni um 1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Im Mai hatte die Rate bei -2,2 % gelegen. Ausschlaggebend für die jüngste Abnahme der Erzeugerpreise waren nach wie vor Preisrückgänge bei Energie. Im Vergleich zum Vormonat legten die Erzeugerpreise im Juni leicht um 0,2 % zu. Die Einfuhrpreise stiegen im Juni im Vormonatsvergleich um 0,4 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7 %. Die Verkaufspreise im Großhandel sind im Juni im Vorjahresvergleich um 0,6 % gefallen, gegenüber dem Vormonat sanken sie um 0,3 %.

An den Spotmärkten erhöhten sich infolge geopolitischer Spannungen die Preise für Erdgas zuletzt wieder spürbar. Aktuell liegt der TTF Base Load mit rd. 40 Euro/MWh etwa 15 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um rd. 25 %. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen um etwa 40 Euro/MWh bewegen werden. Der Preis für Rohöl (Brent) verringerte sich gegenüber dem Vormonat um knapp 4 % und lag bei 75 Euro/Barrel, gegenüber dem Vorjahr gab er um rd. 5 % nach.

Die inflationsdämpfenden Faktoren dürften im weiteren Jahresverlauf überwiegen: Preisrückgänge auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen aufgrund gesunkener Energiebörsenpreise, geldpolitische Straffung der EZB, angemessene Tarifabschlüsse sowie Normalisierung der Gewinnmargen der Unternehmen. So planen lt. ifo Umfrage die Unternehmen im konsumnahen Bereich zuletzt seltener mit steigenden Preisen. In ihrer Frühjahrsprojektion vom 24. April schätzt die BReg für 2024 und 2025 eine Inflationsrate von 2,4 % bzw. 1,8 %. Die Wirtschaftsforschungsinstitute (06/24) erwarten 2,2 bis 2,4 % bzw. 1,7 bis 2,0 %.

Arbeitsmarkt von stagnierender Wirtschaft geprägt

Die konjunkturelle Entwicklung hinterlässt immer deutlichere Spuren am Arbeitsmarkt. Die registrierte Arbeitslosigkeit nahm im Juli saisonbereinigt mit 18.000 Personen deutlich stärker zu als saisonüblich, die Unterbeschäftigung stieg um 1.000 Personen. Die konjunkturelle Kurzarbeit ist im Mai auf 211 Tausend Personen gefallen, die Anzeigen von Kurzarbeit bei der BA lagen im Juli gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Drittel höher. Gleichzeitig ist die Entwicklung der Erwerbstätigkeit von einer abnehmenden Dynamik geprägt. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm im Juni mit +166.000 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat zwar weiterhin zu, im Vormonatsvergleich fällt der Anstieg saisonbereinigt mit +7.000 Personen jedoch deutlich geringer aus als zuvor. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat saisonbereinigt mit +5.000 Personen im Mai gegenüber den Vormonaten zuletzt nur noch leicht zugelegt.

Aktuelle Frühindikatoren deuten ebenfalls auf eine gedämpfte Entwicklung hin: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer gibt im Juli zwar einen leicht positiven Arbeitsmarktausblick, die Arbeitslosigkeitskomponente bewegt sich jedoch weiterhin deutlich im negativen Bereich. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen ist weiter rückläufig und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hat laut ifo Beschäftigungsbarometer im Juli erneut abgenommen. Aktuell zeichnet sich damit noch keine Belebung am Arbeitsmarkt ab.

Anstieg der Unternehmensinsolvenzen setzt sich weiter fort

Im Mai stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach endgültigen Ergebnissen um 1,5 % gegenüber April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2023 betrug der Anstieg 30,9 %. Mit 1.934 Fällen wurde der höchste Wert seit Juni 2016 (1.951) verzeichnet. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 lagen die Unternehmensinsolvenzen insgesamt 28,8 % höher als im Vorjahreszeitraum sowie 6,0 % über dem Mittelwert des Vergleichszeitraums der Jahre 2016 bis 2019. Als Ursachen für das weiterhin dynamische Insolvenzgeschehen werden eine Reihe von Entwicklungen gesehen, darunter die immer noch verhaltene Konjunkturentwicklung sowie Nachholeffekte aus der Zeit der durch Sonderregelungen geprägten Vorjahre mit historisch niedrigen Insolvenzzahlen.

Der IWH-Insolvenztrend zeigt im Juli 2024 mit 1.406 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften einen stärker als zuvor erwarteten Anstieg von 20,3 % gegenüber dem Vormonat (+37,2 % gegenüber Vorjahresmonat), nachdem im Mai und Juni jeweils ein Rückgang verzeichnet wurde. Einen größeren relativen Zuwachs auf Monatsbasis hatte es zuletzt im März 2021 gegeben, allerdings von einem deutlich niedrigeren Niveau aus. Das IWH rechnet auf Basis von Frühindikatoren damit, dass die Insolvenzzahlen im August leicht sinken und dann im September wieder ansteigen – und sich weiterhin durchgehend über dem Vor-Corona-Niveau bewegen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

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IMK Inflationsmonitor: Leichter Anstieg der Teuerungsraten im Juli, Kernrate sinkt

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juli gegenüber Juni leicht von 2,2 auf 2,3 % gestiegen. Hauptgründe dafür waren ein etwas stärkerer Anstieg der weitgefassten Nahrungsmittelpreise (um 2,2 %) und dass die Entwicklung der Energiepreise zwar weiterhin den generellen Preisauftrieb dämpfte, aber weniger stark als im Juni. Dementsprechend sind lt. Hans-Böckler-Stiftung auch die Inflationsraten einiger Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, leicht gestiegen.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 14.08.2024

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juli gegenüber Juni leicht von 2,2 auf 2,3 Prozent gestiegen. Hauptgründe dafür waren ein etwas stärkerer Anstieg der weitgefassten Nahrungsmittelpreise (um 2,2 Prozent) und dass die Entwicklung der Energiepreise zwar weiterhin den generellen Preisauftrieb dämpfte, aber weniger stark als im Juni. Dementsprechend sind auch die Inflationsraten einiger Haushaltstypen, die sich nach Einkommen und Personenzahl unterscheiden, leicht gestiegen. Der Unterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten haushaltsspezifischen Inflationsrate war relativ gering und betrug 0,6 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Im Juli 2023 waren es 1,0 Prozentpunkte und auf dem Höhepunkt der Inflationswelle im Herbst 2022 sogar 3,1 Prozentpunkte. Während einkommensschwache Haushalte im Mittel des Jahres 2022 und auch 2023 eine deutlich höhere Teuerung schultern mussten als Haushalte mit mehr Einkommen, war ihre Inflationsrate trotz eines leichten Anstiegs im Juli 2024 wie in den Vormonaten unterdurchschnittlich: Der Warenkorb von Alleinlebenden mit niedrigen Einkommen verteuerte sich um 1,7 Prozent, der von Familien mit niedrigen Einkommen um 1,8 Prozent. Das ergibt der neue IMK Inflationsmonitor, den das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung vorlegt.

Insgesamt lag die Inflationsrate von sieben der untersuchten neun Haushaltstypen im Mai bei oder leicht unter zwei Prozent, die der übrigen bei 2,2 und 2,3 Prozent. Trotz des leichten Wiederanstiegs der Teuerungsrate sei im Jahresverlauf eine weitere Abschwächung bei der Preisdynamik absehbar, analysieren die Forschenden. Da gleichzeitig die Konjunkturentwicklung auch aufgrund der hohen Zinsen schwach ist und Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte bestehen, halten die Fachleute des IMK weitere Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) für dringend nötig und einen Senkungsschritt beim nächsten EZB-Zinsentscheid im September auch für wahrscheinlich.

Dr. Silke Tober, IMK-Inflationsexpertin, und der wissenschaftliche Direktor Prof. Dr. Sebastian Dullien berechnen seit Anfang 2022 monatlich spezifische Teuerungsraten für neun repräsentative Haushaltstypen, die sich nach Zahl und Alter der Mitglieder sowie nach dem Einkommen unterscheiden. Seit kurzem liefert der Monitor ein erweitertes Datenangebot: Online lassen sich längerfristige Trends der Inflation für alle sowie für ausgewählte einzelne Haushalte im Zeitverlauf in interaktiven Grafiken abrufen (Link zur Datenbank unten).

Die längerfristige Betrachtung illustriert, dass ärmere Haushalte während der Teuerungswelle bis in den Sommer 2023 hinein besonders stark durch die Inflation belastet waren, weil sie einen großen Teil ihres schmalen Budgets für Güter des Grundbedarfs wie Nahrungsmittel und Haushaltsenergie ausgeben müssen. Diese waren lange die stärksten Preistreiber. Im Laufe der letzten Monate hat die Preisdynamik dort aber nachgelassen, so dass sich die einkommensspezifischen Differenzen seit dem Höhepunkt im Oktober 2022 deutlich verändert haben. Damals hatten Familien mit niedrigen Einkommen die höchste Inflationsbelastung im Haushaltsvergleich mit 11,0 Prozent. Dagegen waren es beim Haushaltstyp der Alleinlebenden mit sehr hohen Einkommen 7,9 Prozent. Vor einem Jahr, im Juli 2023, waren es Alleinlebende mit niedrigen Einkommen, die mit der höchsten Teuerungsrate konfrontiert waren – 6,5 Prozent. Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen lagen auch in jenem Monat mit 5,5 Prozent deutlich niedriger und unter der hohen allgemeinen Inflationsrate von damals 6,2 Prozent.

Aktuell verteuern sich die spezifischen Warenkörbe von ärmeren Haushalten weniger stark als der Durchschnitt, weil die im Jahresvergleich geringeren Preise für Haushaltsenergie bei ihnen ein relativ großes Gewicht haben. Allerdings stiegen bei ihnen wegen der leicht anziehenden Teuerung bei Lebensmitteln die haushaltsspezifischen Inflationsraten von Juni auf Juli um 0,1 (Alleinlebende) bzw. 0,2 Prozentpunkte (Familien), während sie für die meisten anderen Haushalte stabil blieben. Dass wiederum Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen mit 2,3 Prozent aktuell eine leicht höhere Inflationsrate haben als die übrigen Haushalte im Vergleich, liegt daran, dass diese Haushalte stärker als andere etwa Kfz-Versicherungen, Restaurantdienstleistungen, Gesundheitsdienstleistungen oder Dienstleistungen zur Wohnungsinstandhaltung nachfragen, deren Preise aktuell deutlich anziehen. Das gilt tendenziell auch für Paare mit Kindern und hohen Einkommen, deren Warenkorb sich im Juli um 2,2 Prozent verteuerte. Die Inflationsraten von Paaren ohne Kinder und von Paaren mit Kindern und jeweils mittleren Einkommen betrugen je 2,0 Prozent, ebenso hoch fiel die Teuerung für Alleinlebende mit höheren Einkommen aus. Bei Alleinlebenden und bei Alleinerziehenden mit jeweils mittleren Einkommen legten die Preise im Jahresvergleich um je 1,9 Prozent zu.

„Trotz des leichten Preishüpfers im Juli liegt die Inflationsrate für fast alle Haushaltstypen nahe an der EZB-Zielinflation. Das ist ein wichtiges Signal für die Geldpolitik. Allerdings darf dabei nicht ausgeblendet werden, dass das Preisniveau deutlich höher ist als vor der Inflationswelle. Die Kaufkraft eines Teils der Haushalte hat sich von dem Teuerungsschub noch nicht vollständig erholt. Das gilt insbesondere für Familien der Mittelschicht, wie wir kürzlich in einer Studie gezeigt haben.“

Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor IMK

Kerninflation weist nach unten, trotz staatlicher Maßnahmen, die die Preise antreiben

Dullien und Tober rechnen im weiteren Jahresverlauf mit nachlassendem Teuerungsdruck, auch bei den Dienstleistungspreisen, die zuletzt kräftig angezogen haben und deshalb zu Recht unter besonderer Beobachtung stünden. Nach saisonbereinigten Daten der Deutschen Bundesbank war der Anstieg der Dienstleistungspreise in Deutschland im Juli im 12-Monats-Vergleich bereits leicht rückläufig. In dem für die EZB besonders wichtigen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) fiel der Anstieg der Dienstleistungspreise im Juli sogar um 0,3 Prozentpunkte niedriger aus als im Juni. Die leichte Entspannung wirkte sich auch auf die Kernrate aus, also die Inflationsrate ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Posten Energie und Nahrungsmittel. Sie sank nach dem VPI-Konzept im Juli um 0,2 Prozentpunkte. Dabei müsse zudem noch berücksichtigt werden, dass die Rückkehr zum normalen Mehrwertsteuersatz auf Speisen im Gastgewerbe vom Jahresanfang noch nachwirke und dieser Effekt die Kernrate erhöhe, erklären die Fachleute des IMK.

Dullien und Tober rechnen damit, dass die EZB den Leitzins im September erneut senken wird. „Angesichts der sich weitgehend in Einklang mit den Erwartungen entwickelnden Preise und Löhne im Euroraum“ sei das die richtige Entscheidung, und sollte auch nicht das Ende des Zinssenkungskurses sein, mahnen die Forschenden, denn: „Aktuell dämpft das deutlich restriktive Zinsniveau die Konjunktur und insbesondere die Investitionen. Die Europäische Zentralbank hat bislang die Zinsen nur sehr zögerlich gesenkt, obwohl die Inflation aus heutiger Sicht bereits im kommenden Jahr das Inflationsziel von zwei Prozent erreichen wird.“

Gerade in Deutschland berge die anhaltende Wirtschaftsschwäche die Gefahr mittelfristig zu niedriger Lohnsteigerungen, eines Abbaus von Produktionskapazitäten und einer Verknappung von Fachkräften, weil etwa weniger ausgebildet werde oder Arbeitnehmende bei Stellenabbau in den frühzeitigen Ruhestand entlassen werden. Hingegen würde eine durch gesenkte Zinsen unterstützte wirtschaftliche Belebung Unternehmen schon kurzfristig doppelt entlasten: Einmal durch niedrigere Finanzierungskosten, zum zweiten, indem eine bessere Auslastung und mehr Investitionen die Produktivität steigern.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Tariflöhne steigen 2024 nach den bislang vorliegenden Abschlüssen nominal um 5,6 Prozent – Kräftige Erholung bei den Reallöhnen

Unter Berücksichtigung der im 1. Halbjahr 2024 getätigten Neuabschlüsse und der in den Vorjahren für 2024 bereits vereinbarten Tariferhöhungen steigen die Tariflöhne in diesem Jahr nominal um durchschnittlich 5,6 %. Angesichts eines deutlichen Rückgangs der Inflationsraten auf durchschnittlich 2,4 % im 1. Halbjahr 2024 ergibt sich hieraus lt. Hans-Böckler-Stiftung real eine Lohnsteigerung von 3,1 %.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 13.08.2024

Unter Berücksichtigung der im 1. Halbjahr 2024 getätigten Neuabschlüsse und der in den Vorjahren für 2024 bereits vereinbarten Tariferhöhungen steigen die Tariflöhne in diesem Jahr nominal um durchschnittlich 5,6 Prozent. Angesichts eines deutlichen Rückgangs der Inflationsraten auf durchschnittlich 2,4 Prozent im 1. Halbjahr 2024 ergibt sich hieraus real eine Lohnsteigerung von 3,1 Prozent. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist dies der mit Abstand höchste jährliche Reallohnzuwachs bei den Tariflöhnen. Allerdings gingen dem drei Jahre mit Reallohnverlusten voraus. Zu diesem Ergebnis kommt das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner heute vorgelegten Halbjahresbilanz zur aktuellen Entwicklung der Tariflöhne.

„In diesem Jahr schaffen die kräftigen Reallohnzuwächse erstmals einen deutlichen Ausgleich für den massiven Reallohnrückgang der Jahre 2021 und 2022 und das kleine Minus 2023,“ sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten. „Die Kaufkraftverluste der Vorjahre konnten damit etwa zur Hälfte kompensiert werden. Insgesamt liegt das preisbereinigte Niveau der Tariflöhne jedoch immer noch deutlich unter dem Spitzenwert des Jahres 2020. Damit besteht bei der Tariflohnentwicklung weiterhin ein erheblicher Nachholbedarf. Deutliche Reallohnzuwächse sind zudem auch ökonomisch sinnvoll, um die konjunkturelle Entwicklung zu stabilisieren.“

„Die Auswertung zeigt, dass Tarifbindung ein wichtiges Instrument ist, um für viele Menschen materielle gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten. Das reduziert auch die Einkommensungleichheit und stabilisiert in einer Zeit, in der sich viele Menschen Sorgen um die soziale Ungleichheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt machen, die Gesellschaft als Ganzes. Schon deshalb sollten wir alle ein Interesse an einer hohen Tarifbindung haben und diese stärken.“

Prof. Dr. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI

Bislang sind für knapp 19,7 Millionen Beschäftigte Tariferhöhungen vereinbart worden, die im Lauf des Jahres 2024 wirksam werden. Für knapp 11,6 Millionen Beschäftigte wurden diese Tariferhöhungen bereits 2023 oder früher in Tarifverträgen mit mehrjähriger Laufzeit festgelegt. Hierzu gehören auch große Tarifbranchen wie z.B. der Öffentliche Dienst und die Metall- und Elektroindustrie. Hinzu kamen im 1. Halbjahr 2024 neue Tarifvereinbarungen für mehr als 8 Millionen Beschäftigte, darunter die Chemische Industrie, das Bauhauptgewerbe und der Einzelhandel.

Nominal liegt die Tariflohnentwicklung 2024 fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei fallen die Zuwächse der im 1. Halbjahr 2024 getätigten Neuabschlüsse mit einer Tariferhöhung von 7,6 Prozent noch einmal deutlich kräftiger aus. Dies liegt vor allem daran, dass hier Abschlüsse in großen Tarifbranchen wie dem Bauhauptgewerbe, dem Einzelhandel und dem Groß- und Außenhandel getätigt wurden, deren letzte Tariferhöhung bereits mehrere Jahre zurückliegt und deren Nachholbedarf deshalb besonders groß war.

Einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Tariflöhne leisten im Jahr 2024 wiederum die sogenannten Inflationsausgleichsprämien (IAPs), die in nahezu allen großen Tarifbranchen wie auch in vielen kleinen Tarifbereichen vereinbart wurden. Bei den IAPs handelt es sich um steuer- und abgabenfreie Einmalzahlungen, die den Beschäftigten, im Vergleich zu einer regulären Tariferhöhung, einen höheren Nettolohn und den Arbeitgebern niedrigere Arbeitskosten ermöglichen. Die Nettolöhne hängen dabei vom Haushaltskontext und der Steuerklasse der Beschäftigten ab. Je nach Tarifbereich variieren die IAPs zwischen einigen 100 bis 3.000 Euro. In vielen Fällen werden sie über einen Zeitraum von zwei Jahren in mehreren Tranchen oder auch als monatliche Zusatzzahlungen gewährt. Insgesamt können die IAPs bis Ende 2024 ausgezahlt werden, sodass sie in diesem Jahr noch einmal stark zur Geltung kommen. Da die IAPs in den Berechnungen des WSI-Tarifarchives lediglich als Bruttoeinmalzahlungen berücksichtigt werden, können für viele Beschäftigte die Tariferhöhungen netto noch einmal deutlich höher ausfallen. „Allerdings sind die Inflationsausgleichsprämien als Einmalzahlungen durchaus ein zweischneidiges Schwert“, so der Tarifexperte Schulten. „Auf der einen Seite haben sie kurzfristig geholfen, Kaufkraftverluste zu begrenzen und sorgen in diesem Jahr für besonders hohe Reallohnzuwächse. Schon jetzt ist allerdings auch absehbar, dass sich der Wegfall der Inflationsausgleichsprämien im Jahr 2025 stark dämpfend auf die Tariflohnentwicklung auswirken wird.“

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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KfW Research: 44 % der Privathaushalte sind grundsätzlich offen für nachhaltige Geldanlagen

44 % der Haushalte in Deutschland investieren bereits grün oder können sich das vorstellen. Jeder siebte Haushalte in Deutschland (14 %) steckt sein Erspartes in nachhaltige Geldanlagen. Weitere 30 % können sich vorstellen, das künftig zu machen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung, die KfW Research im Rahmen des KfW-Energiewendebarometers erhoben hat.

KfW, Pressemitteilung vom 13.08.2024

  • 14 % investieren bereits grün, weitere 30 % können es sich vorstellen
  • Zweifler bemängeln zu wenige Informationen über Wirksamkeit der Investments
  • Renditenachteile spielen nur untergeordnete Rolle

44 % der Haushalte in Deutschland investieren bereits grün oder können sich das vorstellen. Jeder siebte Haushalte in Deutschland (14 %) steckt sein Erspartes in nachhaltige Geldanlagen. Weitere 30 % können sich vorstellen, das künftig zu machen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung, die KfW Research im Rahmen des KfW-Energiewendebarometers erhoben hat.

Zu nachhaltigen Geldanlagen zählen grüne Konten und Spareinlagen, nachhaltige Fonds und Wertpapiere sowie finanzielle Beteiligungen an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Viele Haushalte zögern trotz grundsätzlicher Bereitschaft. Gründe dafür: Neben fehlendem finanziellen Spielraum sind es vor allem Zweifel daran, ob ihr Geld wirklich klimafreundlich investiert wird (32 % der betroffenen Haushalte). Weitere 19 % geben an, die Produkte nicht zu verstehen.

Privathaushalte sind mit einem Geldvermögen von zuletzt 8 Bio. Euro ein wichtiger Akteur bei der Finanzierung der Klimawende.

„Auch angesichts knapper öffentlicher Kassen ist der Beitrag privaten Kapitals zur Finanzierung der grünen Transformation hoch relevant“, sagte Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass viele Menschen in Deutschland bereit sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kapital in klimafreundliche Projekte zu lenken. Entscheidend ist aber, dass sie leichteren Zugang zu Informationen über nachhaltige Geldanlagen bekommen als bisher, insbesondere mit Blick auf den resultierenden Beitrag zum Klimaschutz“, sagte die KfW-Chefvolkswirtin.

53 % der Haushalte können sich nicht vorstellen, Geld in grüne Finanzanlagen zu investieren, 3 % sind unentschlossen. Darunter sind sehr viele Haushalte mit unterdurchschnittlichem Einkommen, die schlicht kein Geld zum Sparen und Anlegen haben. Mehr als 56 % der Haushalte mit unterdurchschnittlichem Einkommen haben grundsätzlich keinen finanziellen Spielraum für eine Geldanlage. Schaut man sich nur die Haushalte an, die Geldvermögen haben, investieren immerhin rund 23 % bereits jetzt in nachhaltige Anlagen.

Besonders interessiert an grünen Investments sind junge Menschen. Die Gruppe der 18- bis 30-Jährigen besitzt dreimal so oft nachhaltige Fonds und Wertpapiere wie die Gruppe der über 65-Jährigen (15 % gegenüber 5 % der Haushalte). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei grünen Konten und Spareinlagen (7 % gegenüber 2 %). Etwas anders verhält es sich mit Beteiligungen an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien (2 % gegenüber 3 %).

Mögliche Renditenachteile spielen für die Befragten nur eine untergeordnete Rolle bei der Entscheidung für oder wider eine nachhaltige Geldanlage. Allen Haushalten, die potenziell willens sind zu investieren oder schon investiert haben, wurde als Basisszenario eine Kapitalanlage von 10.000 Euro mit 3 % Zinsen, also 300 Euro Ertrag im Jahr, vorgestellt. Danach waren 86 % aller Haushalte bereit, auf 0,1 Prozentpunkte Rendite – also 10 Euro – zu verzichten, wenn ihre Anlage dafür nachhaltig ist. 74 % würden auf 0,5 Prozentpunkte – also 50 Euro – und immerhin noch 57 % auf 1,5 Prozentpunkte – also 150 Euro – verzichten.

„Mit den Privathaushalten in Deutschland gibt es einen relevanten potenziellen Investorenkreis für nachhaltige Geldanlagen, der durch geeignete Rahmenbedingungen seinen Beitrag zur grünen Transformation Deutschlands und der Welt leisten kann“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Quelle: KfW

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Novelle des Förderprogramms „STARK“ startet

Das BMWK schließt eine Lücke bei der Unterstützung des Strukturwandels in den Kohleregionen. Bis dato war die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Transformation, Beschäftigungssteigerung und Wirtschaftsleistung das primäre Ziel. Unternehmen profitieren von diesen Rahmenbedingungen im zweiten Schritt. Nun ist aber auch eine direkte Unternehmensförderung möglich.

BMWK, Pressemitteilung vom 13.08.2024

„Glück Auf!“ für direkte investive Unternehmensförderung in den Kohleregionen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) schließt eine Lücke bei der Unterstützung des Strukturwandels in den Kohleregionen. Bis dato war die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Transformation, Beschäftigungssteigerung und Wirtschaftsleistung das primäre Ziel. Unternehmen profitieren von diesen Rahmenbedingungen im zweiten Schritt. Nun ist aber auch eine direkte Unternehmensförderung möglich. Somit können noch schnellere Wirkung erzielt werden.

Für das Gelingen des Kohleausstiegs bedarf es weiterer privater Investitionen in Alternativen zur Kohleverstromung. Daher wird insbesondere die Produktion von Batterien, Solarpaneelen, Windturbinen, Wärmepumpen, Elektrolyseuren und Ausrüstung für die Abschneidung, Nutzung und Speicherung von CO₂, gefördert.

Minister Habeck: Die Unternehmen in den Revieren und an den Kraftwerksstandorten gestalten den Strukturwandel vor Ort ganz wesentlich mit. Sie schaffen und sichern Arbeitsplätze, indem sie sich und die Regionen neu erfinden oder konkret in neue Wertschöpfungsprozesse investieren. Mit der „STARK“-Novelle werden wir genau solche Transformationsprozesse fördern. Wir machen Strukturstärkungsmittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen endlich auch für direkte Unternehmensförderungen und die direkte Schaffung von Industriearbeitsplätzen nutzbar. Damit setzen wir eine zentrale Maßnahme aus dem Gesamtpaket für einen verbesserten Strukturwandel in den Kohleregionen um, das wir mit den Ländern diesen Sommer beschlossen haben.

Hierfür wurde das Förderprogramm „STARK“, zur Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerksstandorten, novelliert. Inbegriffen sind zudem weitere bürokratische Entlastungen, Verfahrenserleichterungen und Hilfestellungen. STARK ist das größte und am breitesten aufgestellte Programm im durch den Kohleausstieg bedingten Strukturwandel. Es soll sicherstellen, dass die Menschen und Regionen auch nach dem Kohleausstieg gute Perspektiven haben. Es zeigt, dass ökonomisch, ökologisch und sozialer Wandel nachhaltig gelingen kann. Die Kohleregionen werden somit sichtbare Modellregionen und können zu international weiteren Anstrengungen im Klimaschutz inspirieren.

Weitere Informationen zu STARK

Mit der neuen Förderkategorie „Transformationstechnologien“ wird der Auf- und Ausbau der Produktion von Batterien, Solarpaneelen, Windturbinen, Wärmepumpen, Elektrolyseuren und Ausrüstung für die Abschneidung, Nutzung und Speicherung von CO₂ gefördert. Dabei werden wir die beihilferechtlichen Erleichterungen der Bundesregelung für „Transformationstechnologien“ bzw. des EU-Beihilferahmens des Temporary Crisis and Transition Framework (TCTF) nutzen. Hierfür müssen Projekte bis 31.12.2025 beschieden und daher zeitnah beantragt werden. Die Erleichterungen ermöglichen eine Förderung bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten. Bundesminister Habeck hatte sich intensiv und erfolgreich für die Schaffung dieser beihilferechtlichen Möglichkeiten eingesetzt.

Zusätzlich werden Antragsstellern weitere Investitionsförderungen in den Förderkategorien „Qualifikation/Aus- und Weiterbildung“, „Stärkung unternehmerischen Handelns“ und „innovative Ansätze“ eröffnet.

„STARK“ ist mit rd. 2,8 Mrd. Euro derzeit die größte Bundesmaßnahme, die über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvkG) finanziert wird. Sie startete im Juli 2020 und läuft bis zum 31. Dezember 2038. Bislang werden über 260 Projekte in den Kohleregionen umgesetzt. Sie reichen zum Beispiel von Forschungs-, Wirtschafts- und Bildungsvernetzung im Rahmen des AI-Village für künstliche Intelligenz oder dem Wissens- und Technologietransfer für autonomen H2-basierten ÖPNV im ländlichen Raum über gemeinsame Entwicklung von Zukunftsvisionen für den Strukturwandel durch Jugendliche, bis zu bspw. Gründungsförderung oder der Gewinnung von Fachkräften. Für den verbleibenden Förderzeitraum stehen Mittel in Höhe von rd. 2,3 Mrd. Euro für neue Anträge zur Verfügung.

STARK wird aus den bis zu 41,09 Mrd. Euro finanziert, mit denen der Bund bis 2038 die Reviere und strukturschwachen Standorte von Kohlekraftwerken nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen unterstützt.

Die Fördergebiete von STARK liegen in den noch aktiven Braunkohlerevieren – Lausitzer Revier, Rheinisches Revier und Mitteldeutsches Revier –, in den ehemaligen Braunkohlerevieren Helmstedt und Altenburger Land und in strukturschwachen Standorten von Steinkohlekraftwerken. Dazu gehören Wilhelmshaven, Unna, Hamm, Herne, Duisburg, Gelsenkirchen, Rostock, Saarlouis und Saarbrücken. Der Großteil der STARK-Mittel ist den noch aktiven Braunkohlerevieren zugeordnet.

Die betroffenen Bundesländer werden in die Zuwendungsverfahren von STARK eingebunden. Sie haben auch bei der Erarbeitung der STARK-Novelle mitgewirkt.

Die neue Förderrichtlinie wurde auf der Homepage des BMWK veröffentlicht.

Die Antragstellung ist ab sofort beim BAFA möglich.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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Bürokratie beim Anwerben ausländischer Fachkräfte zu hoch

Die bürokratischen Hindernisse beim Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland bleiben auch mit dem Job-Turbo zu hoch. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.08.2024

Die bürokratischen Hindernisse beim Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland bleiben auch mit dem Job-Turbo zu hoch. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiterbefragung hervor. „Viele Personalleiter erwarten einen eher geringen Nutzen vom vorgeschlagenen Job-Turbo und dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller.

39 % der Befragten urteilen, dass diese Maßnahmen den Firmen keine praktischen Hilfen bieten. Der Job-Turbo soll Unternehmen leichter mit geflüchteten Fachkräften in Kontakt bringen. Für 34 % ist der Weiterbildungsbedarf im Betrieb zu hoch, um diese Unterstützung zu nutzen. Für jeweils rund 30 % bleiben die Beschäftigungshürden zu hoch und Visumanträge dauern weiterhin zu lange. Rund 23 % bemerken immerhin, dass Fachkräfte eher verfügbar sind und 21 % stellen niedrigere Sprachbarrieren durch verpflichtende Kurse vor der Jobvermittlung fest.

Die Hälfte der befragten Firmen sehen keinen zusätzlichen Anreiz, Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen. Nach Einführung des Job-Turbo und des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes werden 30 % ihre gewohnte Einstellungspraxis nicht ändern. Positive Effekte erwarten knapp ein Fünftel der Unternehmen: 17 % planen ausländische Fachkräfte für mehr als 8 Monate einzustellen; nur ein Prozent denkt über eine kurzfristige Einstellung bis 8 Monate nach.

Quelle: ifo Institut

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Trotz Krisen bleibt der volkswirtschaftliche Beitrag der kleinen und mittleren Unternehmen hoch

Mehr als 3,4 Mio. Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der EU-Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), das sind über 99 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft. Sie erwirtschafteten laut IfM Bonn in 2022 mehr als 2,66 Billionen Euro.

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 12.08.2024

Zum Mittelstand zählen sowohl die unabhängigen KMU als auch die großen Familienunternehmen

Mehr als 3,4 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), das sind über 99 % aller Unternehmen der Privatwirtschaft. Sie erwirtschafteten laut der aktuellsten statistischen Daten in 2022 mehr als 2,66 Billionen Euro. Das waren über 27 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Insgesamt steuerten sie 55,7 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei – 6 % mehr als in 2021.

Mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten (19 Millionen) in Deutschland arbeitet in einem Kleinst-, Klein- oder mittelgroßen Unternehmen. Auch finden sich weiterhin über 70 % aller Auszubildenden in den KMU. Allerdings sinkt in den Kleinstunternehmen (weniger als 10 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte) seit Jahren die Anzahl der Auszubildenden, so dass diese Unternehmen mittelfristig ihren Fachkräftebedarf voraussichtlich nicht mehr über ihre eigene betriebliche Berufsausbildung werden decken können.

Mittelstand umfasst KMU und größere Familienunternehmen

Zu den mittelständischen Unternehmen zählen nach Definition des IfM Bonn nur diejenigen Unternehmen, bei denen Eigentum und Leitung in der Hand von maximal zwei natürlichen Personen oder deren Familienangehörigen liegen. Daher zählen auch Unternehmen mit über 250 Beschäftigten zum Mittelstand, wenn die Familienangehörigen noch mindestens 50 % der Unternehmensanteile halten und aktiv in der Geschäftsführung tätig sind. Da die qualitativen Merkmale des Mittelstands (Art der Geschäftsführung, Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Unabhängigkeit) nicht in den amtlichen Statistiken berücksichtigt sind, ermittelt das IfM Bonn jährlich die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands auf Basis der KMU-Definition.

Unabhängig davon schätzen die IfM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unregelmäßigen Abständen die Anzahl der Familienunternehmen sowie deren Anteile am Gesamtumsatz und an der Gesamtbeschäftigung in Deutschland. Demnach erwirtschafteten bei der letzten Schätzung in 2019 die rund 3,2 Millionen Familienunternehmen rund 37 % aller Umsätze und beschäftigten hierzulande rund 56 % aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Quelle: IfM Bonn

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Am Data Act scheiden sich die Geister

Die deutsche Wirtschaft bereitet sich auf die Umsetzung des Data Act der EU vor. Durch ihn wird sich der Umgang mit Daten stark verändern. Ab September 2025 gelten neue Regeln. Die deutsche Wirtschaft ist lt. Bitkom noch gespalten, wie sie die Regelung bewerten soll.

Bitkom, Pressemitteilung vom 12.08.2024

  • 49 Prozent sehen den Data Act als Chance für ihr Unternehmen, 40 Prozent als Risiko
  • Jedes zweite Unternehmen wünscht sich mehr Hilfe bei der Umsetzung
  • In gut einem Jahr gelten neue Regeln für den Umgang mit Daten

Die deutsche Wirtschaft bereitet sich auf die Umsetzung des Data Act der EU vor. Durch ihn wird sich der Umgang mit Daten stark verändern. Ab September 2025 gelten neue Regeln: Wer dann eine smarte Waschmaschine kauft, kann viele der von ihr gesammelten Daten nutzen. Und ein Unternehmen, das Druckgussmaschinen herstellt, muss dem Nutzer der Maschine Zugang zu Daten gewähren, die es auch selbst von der Maschine erhält. Das regelt der Data Act, den die EU Anfang des Jahres verabschiedet hat. Die deutsche Wirtschaft ist noch gespalten, wie sie die Regelung bewerten soll. Rund die Hälfte (49 Prozent) sehen den Data Act als Chance für ihr Unternehmen, wobei 10 Prozent weit überwiegend und 39 Prozent eher eine Chance im Data Act erkennen. Zugleich sehen ihn 40 Prozent aber als Risiko, 11 Prozent weit überwiegend und 29 Prozent eher als Risiko. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Die EU will mit dem Data Act den Turbo für die Datenökonomie in Europa zünden. Damit der Data Act keine Fehlzündung wird, müssen die von ihm eröffneten Möglichkeiten auch genutzt werden“, sagt David Schönwerth, Bereichsleiter Data Economy beim Bitkom. „Wichtig ist, dass sich wirklich alle Unternehmen mit dem Data Act beschäftigen. Der Data Act betrifft fast die gesamte Wirtschaft und nicht nur Unternehmen, die bereits heute Daten anbieten oder Daten von Dritten nutzen.“ Entsprechend wünscht sich eine knappe Mehrheit (53 Prozent) mehr Beratung durch öffentliche Stellen bei der Umsetzung des Data Acts. „Das ist ein Aufruf an die Bundesregierung: Die Unternehmen benötigen dringend Klarheit, welche Aufsichtsbehörden für den Data Act zuständig sind“, so Schönwerth.

Überwiegend positiv fällt die Einschätzung des Data Act aus, wenn die Unternehmen den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus in die deutsche Gesamtwirtschaft richten. Hier sehen 58 Prozent den Data Act als Chance (18 Prozent weit überwiegend, 40 Prozent eher) und nur 32 Prozent als Risiko (13 Prozent weit überwiegend, 19 Prozent eher).

Quelle: Bitkom

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Unternehmen halten am Homeoffice fest

Trotz der medialen Aufmerksamkeit für eine mögliche Abkehr vom Homeoffice belegt eine ZEW-Befragung, dass hybride Arbeitsmodelle in deutschen Unternehmen ungebrochen weit verbreitet sind. Darüber hinaus erwarten Unternehmen für die kommenden zwei Jahre einen weiteren Anstieg der Homeoffice-Nutzung.

ZEW, Pressemitteilung vom 12.08.2024

Repräsentative ZEW-Studie zur aktuellen und geplanten Nutzung von Homeoffice

Zuletzt gab es immer wieder Berichte, dass namhafte Unternehmen ihre Homeoffice-Regelungen einschränken wollen. Die angekündigten „Return-to-Office“-Strategien reichen dabei von neuen Obergrenzen für die Anzahl der Homeoffice-Tage bis zur Wiedereinführung der täglichen Präsenzpflicht. Trotz der medialen Aufmerksamkeit für eine mögliche Abkehr vom Homeoffice belegt eine ZEW-Befragung, dass hybride Arbeitsmodelle in deutschen Unternehmen ungebrochen weit verbreitet sind. Darüber hinaus erwarten Unternehmen für die kommenden zwei Jahre einen weiteren Anstieg der Homeoffice-Nutzung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des ZEW Mannheim unter rund 1.200 Unternehmen im Juni 2024.

„Laut unserer Befragung arbeiten Beschäftigte in 82 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft mindestens einmal wöchentlich im Homeoffice. Im stärker ortsgebundenen Verarbeitenden Gewerbe sind es 48 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die ihren Beschäftigten mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche ermöglichen, verharrt damit seit der Corona-Pandemie auf einem konstant hohen Niveau. Demnach sehen wir aktuell keine Anzeichen für eine Abkehr der Unternehmen von Homeoffice-Angeboten, die mindestens einen Tag pro Woche umfassen“, kommentiert Studienleiter Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ die Ergebnisse.

Kein Rückgang der Homeoffice-Angebote erwartet

Ein Vergleich der aktuellen Homeoffice-Nutzung mit der Situation vor der Pandemie macht deutlich, wie stark sich das mobile Arbeiten in deutschen Unternehmen etabliert hat. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich der Anteil der Unternehmen mit Homeoffice-Angeboten von 24 Prozent vor der Pandemie auf nun 48 Prozent verdoppelt. In der Informationswirtschaft ist der Anteil mit einem Sprung von 48 Prozent auf 82 Prozent ebenfalls stark angestiegen.

„Mit Blick auf die nächsten zwei Jahre rechnen die Unternehmen auch nicht damit, Angebote mit mindestens einem Homeoffice-Tag pro Woche zurückzufahren. Im Gegenteil: Der Anteil an Unternehmen mit Homeoffice-Angeboten wird laut Erwartungen nochmals ansteigen – auf 88 Prozent in der Informationswirtschaft und 57 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe“, so Erdsiek.

Darüber hinaus rechnen die befragten Unternehmen auch mit einem steigenden Anteil der Beschäftigten, die solche Angebote künftig nutzen werden. Beispielsweise erwarten etwa zwei Drittel der Unternehmen in der Informationswirtschaft, dass im Juni 2026 mehr als 20 Prozent ihrer Beschäftigten mindestens einmal wöchentlich im Homeoffice arbeiten werden.

Verbreitung mehrtägiger Homeoffice-Modelle verdoppelt sich

Hybride Arbeitsmodelle können vielfältig ausgestaltet und an die betrieblichen Bedarfe angepasst werden. Ein grundlegender und universeller Bestandteil ist jedoch die vereinbarte Homeoffice-Frequenz. Im Wesentlichen lassen sich fünf Homeoffice-Modelle unterscheiden, die von wöchentlich einem bis zu fünf Tagen Homeoffice reichen.

„Aktuell erlauben 42 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft einem Teil ihrer Beschäftigten, an mindestens drei Tagen pro Woche von zuhause zu arbeiten. Vor der Corona-Pandemie war Homeoffice in diesem zeitlichen Umfang hingegen nur in 21 Prozent der Unternehmen möglich“, so Erdsiek. „Auch für die restlichen Homeoffice-Modelle liegt die aktuelle Verbreitung weit über dem Niveau vor der Pandemie – in den meisten Fällen etwa doppelt so hoch. Das gilt sowohl für die Informationswirtschaft als auch fürs Verarbeitende Gewerbe.“

Größere Unternehmen bieten häufiger Modelle mit mehreren Homeoffice-Tagen

In welchem zeitlichen Umfang im Homeoffice gearbeitet werden darf, variiert jedoch stark nach Unternehmensgröße. Dabei gilt: Je größer ein Unternehmen, umso wahrscheinlicher ist es, dass ein Teil der Beschäftigten Angebote mit hoher Homeoffice-Frequenz nutzen kann. Beispielsweise kommen Modelle mit mindestens drei Homeoffice-Tagen in etwa drei Viertel der großen Unternehmen in der Informationswirtschaft (mindestens 100 Beschäftigte) zum Einsatz. Dieser Unternehmensanteil sinkt auf 61 Prozent für mittlere Unternehmen (20 bis 99 Beschäftigte) und beträgt nur 35 Prozent für kleine Unternehmen (fünf bis 19 Beschäftigte).

„Hybride Arbeitsmodelle mit mindestens zwei Homeoffice-Tagen pro Woche werden derzeit von 91 Prozent der großen, 80 Prozent der mittleren und 55 Prozent der kleinen Unternehmen in der Informationswirtschaft genutzt. Im Verarbeitenden Gewerbe liegen diese Unternehmensanteile zwischen 76 Prozent für große und 15 Prozent für kleine Unternehmen.“

Quelle: ZEW

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