Der demografische Wandel ist in vollem Gang, die Schülerzahlen sinken. Zugleich steigt der Fachkräftebedarf der Wirtschaft. Daher müssen neue Zielgruppen für die berufliche Bildung erschlossen werden. Wie dies geschehen kann, darüber diskutierten Fachleute auf dem Berufsbildungskongress.
Bundesregierung, Pressemitteilung vom 19.09.2011
Der demografische Wandel ist in vollem Gang, die Schülerzahlen sinken. Zugleich steigt der Fachkräftebedarf der Wirtschaft. Daher müssen neue Zielgruppen für die berufliche Bildung erschlossen werden. Wie dies geschehen kann, darüber diskutierten Fachleute auf dem Berufsbildungskongress in Berlin.
„Es ist es von großer Bedeutung, alle Potenziale zu erschließen und jeden an das für ihn höchstmögliche Bildungsniveau heranzuführen“, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser.
Lage auf dem Ausbildungsmarkt gut wie lange nicht
Trotz doppelter Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr deutlich verbessert. Bis Ende August wurden den Beratungs- und Vermittlungsstellen 50.000 betriebliche Ausbildungsstellen mehr gemeldet als im Vorjahreszeitraum. So günstig wie jetzt war die Lage für junge Leute auf dem Arbeitsmarkt lange nicht mehr.
Mit 9,5 Prozent liegt die Jugendarbeitslosigkeit weit unter dem EU-Durchschnitt von 20 Prozent, unterstrich Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Das deutsche duale Ausbildungssystem übernehme zunehmend eine Vorbildfunktion in Europa, so die Ministerin.
Neue Zielgruppen erschließen
Dies geschehe zum einen durch die Initiative Bildungsketten. Mit ihnen werden leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bereits ab der 7. Klasse individuell bis in die Ausbildung hinein gefördert. Zum anderen müsse die Attraktivität des dualen Systems im Wettbewerb mit anderen Bildungsbereichen erhöht werden, sagte Schavan. Dies werde künftig durch den Europäischen Qualifikationsrahmen geschehen, der für ganz Europa festlegt, welche Abschlüsse welchen Wert haben.
„In den Zeugnissen wird dann klar sein, dass eine anspruchsvolle dreijährige Ausbildung auf der gleichen Stufe steht, wie eine Gymnasialausbildung, dass ein Mechatroniker dann genauso viel wert ist wie das Abitur“, erklärte die Ministerin.
„Neue Kultur der offenen Türen“
Bundespräsident Christian Wulff forderte in seiner Eröffnungsrede mehr Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Bildungsgängen. Dies gelte insbesondere zwischen Hochschule und Berufsbildung. Jeder Euro für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland sei gut angelegt. Bildungsgerechtigkeit sei ein Gebot sozialer Verantwortung, aber auch ein Gebot des demografischen Wandels, betonte Wulff.
Der Bundespräsident regte eine „neue Kultur der offenen Türen“ an, damit Auszubildende mehr Weltoffenheit und Mobilität in ihrer Ausbildung vermittelt bekämen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist das anerkannte Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Das BIBB identifiziert Zukunftsaufgaben der Berufsbildung, fördert Innovationen in der nationalen wie internationalen Berufsbildung und entwickelt neue, praxisorientierte Lösungsvorschläge für die berufliche Aus- und Weiterbildung.
Quelle: Bundesregierung
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