Deutsche Industrie hat 2018 gelitten
ifo Institut, Pressemitteilung vom 15.01.2019
„Die Unwägbarkeiten bei der Wiedereinführung von Zöllen, beim Ausgang der Brexit-Verhandlungen und bei den Haushaltsplänen der neuen italienischen Regierung haben tiefe Spuren auf den wichtigsten deutschen Absatzmärkten hinterlassen. Aber auch hausgemachte Probleme insbesondere in der deutschen Automobilindustrie, die im Zusammenhang mit neuen Abgasstandards standen, dämpften die Konjunktur.“ Damit haben sich die Triebkräfte verabschiedet, die die deutsche Wirtschaft im Jahr 2017 in die Hochkonjunktur gebracht haben. Exporte von Waren und Dienstleistungen legten mit 2,4 Prozent nur noch schwach zu.
In diesem Jahr dürfte die Konjunktur im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2018 wieder etwas kräftiger zulegen. Die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiterhin intakt. Die Beschäftigung wird wohl ihren Rekordwert vom Vorjahr übertreffen, gleichzeitig dürften Lohnsteigerungen, Steuer- und Abgabenentlastungen sowie eine Ausweitung der Transferleistungen für ein dickes Einkommensplus bei den Haushalten sorgen. Dies stützt den privaten Konsum und die Baukonjunktur, die auch aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen lebhaft bleiben dürfte. Insgesamt aber dürfte das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr niedriger ausfallen als im Vorjahr. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft im Abschwung.
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