Die deutsche Wirtschaft ist auf moderatem Wachstumskurs, aber das fragilere weltwirtschaftliche Umfeld hinterlässt Spuren. Das teilt das BMWi mit.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2016
BMWi, Mitteilung vom 12.02.2016
Die Weltwirtschaft entwickelt sich gegenwärtig mit mäßiger Dynamik. Im laufenden Jahr ist eine geringe Beschleunigung zu erwarten. Damit setzt sich die schwunglose Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Die Wachstumsperspektiven der Vereinigten Staaten und der japanischen Wirtschaft werden für das laufende Jahr grundsätzlich positiv eingeschätzt. Auch im Euroraum dürfte sich die konjunkturelle Erholung fortsetzen. In China dagegen verlangsamt sich das Wachstum. Dies beeinträchtigt die chinesischen Handelspartner vor allem in Asien. Rohstoffexportierende Länder wie Russland oder Brasilien werden durch die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise belastet. Aktuelle Konjunkturindikatoren deuten nicht auf eine Belebung der globalen Wirtschaft hin. So ist die weltweite Industrieproduktion im November 2015 etwas gesunken und der weltweite CompositeEinkaufsmanager Index von Markit ging im Januar ebenfalls geringfügig zurück. Die jüngst gestiegene Volatilität an den Kapitalmärkten spiegelt auch die konjunkturellen Risiken wider.
Trotz der gedämpften Weltkonjunktur konnten die deutschen Exporteure im Jahr 2015 Waren im Wert von knapp 1.200 Mrd. Euro exportieren. In der Tendenz waren die Ausfuhren seit Jahresmitte vor allem wegen einer geringeren Nachfrage aus den großen Schwellenländern leicht abwärtsgerichtet. Im Dezember gingen die Warenexporte in jeweiligen Preisen um 1,6 % und im vierten Quartal zusammengenommen um 1,5 % zurück. Die nominalen Wareneinfuhren sind im Berichtsmonat Dezember um 1,6 % gesunken. Der Überschuss der Handelsbilanz im Gesamtjahr 2015 von knapp 250 Mrd. Euro ist vor allem auch wegen der preiswerteren Ölimporte deutlich höher als im Jahr zuvor.
Das Produzierende Gewerbe konnte seine Schwächephase zum Jahresende noch nicht überwinden. Die Produktion ging im Dezember gegenüber dem Vormonat erneut zurück. Im Jahresschlussquartal wurde damit insgesamt ein Minus verzeichnet. Grund sind rückläufige Produktionszahlen in der Industrie (-0,9 %) sowie bei der Energieerzeugung (-2,9 %). Lediglich der Bausektor (+1,2 %) konnte ein Plus verbuchen. Innerhalb der Industrie ging die Erzeugung von Investitions- und Konsumgütern zurück. Die Produzenten von Vorleistungsgütern konnten ihr Produktionsvolumen leicht ausweiten. Die Auftragseingänge in der Industrie sind trotz eines leichten Rückgangs im Dezember nach einem verhaltenen dritten Quartal im Jahresschlussquartal wieder angestiegen (+1,0 %). Nachfrageimpulse kamen dabei aus dem Inland und dem Nicht-Euroraum, die Bestellungen aus dem Euroraum waren rückläufig. Das wirtschaftliche Umfeld hat auch die aktuellen Lagebeurteilungen etwas eingetrübt. Sie befinden sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Auch die Umfrage des DIHK zu Jahresbeginn erbrachte ein positives Stimmungsbild der Wirtschaft. Dies und die leichte Erholung der Auftragseingänge sprechen für eine allmähliche Belebung der Industriekonjunktur.
Der private Konsum hat die Konjunktur in Deutschland auch im vierten Quartal gestützt. Fundamentale Faktoren wie der geringe Inflationsdruck aufgrund niedriger Rohölpreise sowie die günstigen Beschäftigungs- und Einkommensaussichten wirken sich positiv auf den privaten Konsum aus. Am aktuellen Rand zeichnen die Indikatoren ein gemischtes Bild. Das Konsumklima hat sich nach leichten Rückgängen im Herbst 2015 seit November auf hohem Niveau stabilisiert. Die Stimmung der Einzelhändler hat seit September etwas nachgegeben. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kraftfahrzeuge konnten im vierten Quartal nicht ausgeweitet werden. Die weiteren Perspektiven für den privaten Konsum bleiben zum Jahresbeginn 2016 angesichts moderater Preisniveausteigerungen und einer dynamischen Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung nach wie vor günstig.
Die Situation am Arbeitsmarkt ist weiterhin positiv. Die Erwerbstätigkeit stieg im Monat Dezember saisonbereinigt weiter kräftig um 44.000 Personen an. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm bis zum aktuellen Rand (November) sogar noch stärker zu. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung erhöhten sich im Januar deutlich weniger als saisonal üblich. Saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit sogar um 20.000 Personen zurück. Die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften blieb ungebrochen. Die hohe Flüchtlingsmigration ist in ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt noch begrenzt.
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Quelle: DATEV eG