Vier von fünf Mittelständlern in Deutschland haben in den Jahren 2013 bis 2015 Projekte zum Ausbau ihrer Digitalisierung durchgeführt. Nur wenige Unternehmen sehen sich dabei einem zusätzlichen Wettbewerbsdruck durch Start-ups oder Internetfirmen ausgesetzt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des ZEW.
ZEW, Pressemitteilung vom 05.09.2016
Kostspielige Investitionen in Digitalisierung sind noch selten
Nahezu alle Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten haben in den zurückliegenden drei Jahren Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Auch bei den kleineren Unternehmen sind es rund 80 Prozent. Einer großen Gruppe mit geringen Ausgaben stehen fünf Prozent der Mittelständler gegenüber, die 100.000 Euro und mehr jährlich ausgeben. Unternehmen, die in Bezug auf ihren Digitalisierungsgrad als Vorreiter angesehen werden können, haben zu 93 Prozent technologische und zu 84 Prozent Kompetenzprojekte durchgeführt, bei den Nachzüglern waren es hingegen 70 Prozent bei den technologischen Projekten und nur 45 Prozent bei den Kompetenzprojekten. Mangelnde IT-Kompetenzen der Beschäftigten werden überdies am häufigsten als Hemmnis der Digitalisierung genannt.
Etwa die Hälfte der Unternehmen hält es für wahrscheinlich, dass sie in Zukunft infolge der Digitalisierung flexibler auf Kundenwünsche reagieren müssen, ein gutes Drittel antizipiert zunehmenden Preisdruck. Hingegen halten es nur sechs Prozent der Unternehmen für sehr wahrscheinlich und elf Prozent für wahrscheinlich, dass Start-ups oder marktfremde Internetfirmen ihnen Konkurrenz machen werden.
„Wettbewerb durch Digitalisierung wird von den Unternehmen eher in traditionellen Wettbewerbsdimensionen wie Preis und Servicequalität erwartet. Die meisten Unternehmen rechnen nicht damit, ihren Markt an eine Internetfirma zu verlieren“, erläutert PD Dr. Marianne Saam, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Informations- und Kommunikationstechnologien“ sowie Projektleiterin der Studie.
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Quelle: DATEV eG