Dritter Arbeitsklima-Index für 2011

Die JOB AG legt den repräsentativen Arbeitsklima-Index für das zweite Halbjahr 2011 vor. Das Wohlgefühl deutscher Beschäftigter an ihrem Arbeitsplatz ist leicht gesunken. Auf der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) ist der Zufriedenheitsindex im 3. Quartal 2011 rückgängig von 7,6 im 2. Quartal auf aktuell 7,5. Damit hat er wieder das Niveau vom Jahresanfang erreicht.

JOB AG, Pressemitteilung vom 10.10.2011

  • Zufriedenheitsindex sinkt leicht auf 7,5 (2. Quartal 2011: 7,6)
    (Skala von 1=sehr schlecht bis 10=sehr gut)
  • Das Arbeitsklima ist noch immer wichtigster Wohlfühlfaktor
  • Arbeitnehmer reagieren sensibler auf aktuelle Wirtschaftsnachrichten
  • Ost / West-Vergleich: Zufriedenheit im Osten steigt – im Westen sinkt sie
  • Geschlechter-Unterschied: Männer zufriedener als Frauen, aber beide mit sinkender Tendenz

Das Wohlgefühl deutscher Beschäftigter an ihrem Arbeitsplatz ist leicht gesunken. Auf der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) ist der Zufriedenheitsindex im dritten Quartal 2011 rückgängig von 7,6 im zweiten Quartal auf aktuell 7,5. Damit hat er wieder das Niveau vom Jahresanfang erreicht. Der leicht negative Trend wird von den Westdeutschen, den Männern und Frauen getragen. Die Beschäftigten im Osten sind hingegen überdurchschnittlich zufrieden. Das Arbeitsklima ist für die Beschäftigten neben Gehalt und den Aufgaben weiterhin sehr wichtig als Zufriedenheitsfaktor, doch auch die Sicherheit am Arbeitsplatz gewinnt wieder leicht an Bedeutung. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Arbeitsklima-Index Studie der JOB AG, bei der mehr als 1.100 Berufstätige aus allen Regionen Deutschlands von tns emnid befragt wurden.

Die JOB AG, Fulda, Spezialist für Personal Management und Job Management in Deutschland, untersucht seit Beginn 2008 kontinuierlich einmal pro Quartal die Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Der Zufriedenheitswert sank während der nun insgesamt 15 Befragungen auf einer Skala von 1-10 nie unter die 7,0-Marke . Erstaunlich ist, dass im dritten Quartal der Zufriedenheitswert der ostdeutschen Beschäftigten über den Durchschnitt auf 7,6 anstieg. Bisher hatten die Berufstätigen im Osten das Arbeitsklima immer eher etwas unterdurchschnittlich bewertet. Im letzten Quartal lag er sogar nur bei 7,2. Überraschend bei der Untersuchung ist auch, dass in diesem Quartal die vier am häufigsten genannten Motivationsfaktoren Arbeitsklima (56 %), Gehalt (42 %), Aufgaben (41 %) sowie Sicherheit am Arbeitsplatz (30  %) alle in der Bedeutung zunahmen.

„Mit leichter Skepsis bewerten die Beschäftigten in Deutschland das dritte Quartal 2011. Schlechte Nachrichten insbesondere aus dem Euro-Raum erzeugen  eine ungewisse wirtschaftliche Zukunft und wirken sich dieses Mal unmittelbar auf den Arbeitsklima-Index aus. Bisher hatten wir negative Trends immer ein Quartal später verzeichnet“, kommentiert Stefan Polak, Vorstand der JOB AG, die Ergebnisse. „Die Beschäftigten in Deutschland scheinen durch die vorausgegangene Krise etwas sensibler als die Jahre zuvor auf negative Trends in Wirtschaft und auf den Finanzmärkten zu reagieren. Es wird spannend, wie sich der Arbeitsklima-Index zum Ende des Jahres hin entwickelt.“

Zufriedenheit der Männer und Frauen nimmt ab

Einigkeit über das Arbeitsklima im dritten Quartal herrscht sowohl bei den Frauen als auch den Männern. Beide Geschlechter stufen das Wohlgefühl am Arbeitsplatz niedriger ein als noch im Vorquartal 2011. Die Frauen lagen auch im letzten Quartal schon unter dem Durchschnittswert; ihre Bewertung sinkt von 7,5 auf aktuell 7,4. Die Männer sind mit 7,6 hingegen noch deutlich zufriedener. Im zweiten Quartal 2011 erreichte der Wert aber noch 7,7. Im Westen herrscht überraschenderweise leichter Pessimismus. Nach einem guten ersten Halbjahr rutscht nun das Wohlgefühl der westdeutschen Berufstätigen auf 7,5 herab. Ende des zweiten Halbjahrs lag der Wert noch bei 7,7. Das ostdeutsche Ergebnis im zweiten Quartal stärkt zum ersten Mal seit der ersten Befragung des Jahres 2011 den allgemeinen Durchschnittswert. Im ersten Quartal lag er noch bei 7,3, im zweiten sank er sogar leicht auf 7,2. Nun springt er auf der Skala auf überdurchschnittlich 7,6 und hält somit das Gesamtergebnis konstant.

Größere Haushalte erstmals mit erhöhter Skepsis

Personen, die in einem Haushalt mit 4 Personen leben, werden seit dem ersten Quartal 2011 unzufriedener. Der Wert sank auf 7,6. Dabei bildete diese Haushaltsgröße mit 7,8 im ersten Quartal die deutlich zufriedenste Gruppe. Die Zwei- und Drei-Personen-Haushalte liegen mit 7,5 im Durchschnitt. Überraschend ist das Ergebnis der Ein-Personen-Haushalte. Hier lagen die Werte für das erste Halbjahr unter dem Durchschnitt auf nur 7,4. Nun stieg der Wert erstmals in 2011 auf 7,6. „Haushalte mit mehreren Personen spüren die Stimmungstiefs als Erstes“, so Stefan Polak. „Hier muss nicht, wie in einem Haushalt mit nur einer Person, für sich alleine gesorgt werden. Mit dem Einkommen des Hauptverdieners wird häufig die gesamte Familie unterhalten. Anstehende Krisen wirken sich dadurch schnell auf die Stimmung aus“.

Altersgruppen: Berufseinsteiger unzufrieden

Hatten die 14- bis 29-Jährigen noch im ersten Quartal 2011 (7,8) die optimistischste Sicht auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, so verzeichneten sie seitdem einen dramatischen Rückgang auf nunmehr 7,3. Ebenso rückläufig ist das Ergebnis der Beschäftigten der Kategorie „Mitten im Arbeitsleben“: die 30- bis 39-Jährigen und die 40- bis 49-Jährigen erreichen auf der Skala den Wert 7,6, sind aber damit noch leicht überdurchschnittlich zufrieden.

Der Wert der 50- bis 59-Jährigen lag im zweiten Quartal mit 7,2 deutlich unter dem Durchschnitt. Nun steigt die Zufriedenheit der Beschäftigten dieser Altersgruppe wieder auf 7,5. Die Altersgruppe 60 Jahre und höher, die im letzten Quartal (8,0) der ungeschlagene „Zufriedenheits-Champion“ waren, sind auch in diesem Quartal – trotz leichten Rücklaufs auf 7,8 – die Wohlfühlsieger.

Fast alle Berufsgruppen positiv gestimmt

Nach wie vor zeigt sich die Berufsgruppe der Selbstständigen, Freiberufler und Landwirte als die optimistischste. Hier liegt nicht nur der Arbeitsklima-Index mit 8,9 deutlich über dem Durchschnitt – er ist im Vergleich zum 2. Quartal 2011 erneut angestiegen. Auch die „Beamten“ fühlen sich wohl und erreichen den Wert 8,0. Die „Arbeiter“ stellen im Vergleich zu den anderen traditionell die unzufriedenste Berufsgruppe dar. Doch auch ihr Wert stieg im dritten Quartal weiterhin leicht von 7,2 im 2. Quartal auf 7,3 im dritten Quartal 2011. Unterdurchschnittlich unzufrieden sind die „Angestellten“ mit 7,4. Ihr Wert sank in diesem Jahr zum ersten Mal.

Zufriedenheit der Personen mit geringem Bildungsabschluss sinkt

Im zweiten Quartal 2011 sinkt der Zufriedenheitswert der Berufstätigen mit Volks- oder Hauptschulabschluss von 7,5 auf 7,3 wieder auf das Niveau des ersten Quartals. Arbeitnehmer mit einem höheren Schulabschluss sind zwar im selben Zeitraum im Durchschnitt zufriedener, die Werte jedoch stagnieren seit dem ersten Quartal 2011: Der Wert bei den Beschäftigten mit Mittlerer Reife liegt weiterhin bei 7,5, der der Hochschulabsolventen bei konstanten 7,9. „Die höher Qualifizierten stellen mit Abstand diejenige Berufsgruppe dar, die mit dem aktuellen Arbeitsklima am zufriedensten ist“, stellt Stefan Polak fest.

Alle Motivationsfaktoren nehmen zu

Das Arbeitsklima als Motivationsfaktor verzeichnet in diesem Quartal wieder einen deutlichen Anstieg was den Einfluss auf die Zufriedenheit deutscher Beschäftigter angeht. Im letzten Quartal leicht gesunken, zieht es nun wieder um vier Prozentpunkte auf 56 Prozent an. Auch das Gehalt beeinflusst traditionell sehr stark den Wert für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz und nimmt leicht auf 42 Prozent zu. Die Bedeutung der Aufgaben am Arbeitsplatz bekommt im dritten Quartal wieder mehr Zuspruch und nimmt mit 41 Prozent nur knapp hinter dem Gehalt den dritten Platz ein. An vierter Stelle liegt weiterhin die Sicherheit des Arbeitsplatzes: Mit 30 Prozent der Nennungen steigt der Wert leicht an.

Fazit

Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sinkt im 3. Quartal 2011 auf der Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) leicht auf 7,5. Der Westen (7,5), die Männer (7,6) und Frauen (7,4) stützen diesen Wert und sind weniger zufrieden als noch im ersten Halbjahr. Im Osten (7,6) hingegen ist man erstmals überdurchschnittlich zufrieden.
Alle Wohlfühlfaktoren verzeichnen einen Anstieg. Das Arbeitsklima steigt wieder auf 56 Prozent, und auch das Gehalt legt an Bedeutung zu. Die Aufgaben (41  %) steigen jedoch nicht über den Wert für das Gehalt (42 %). Auch die Sicherheit am Arbeitsplatz (30 %) rückt wieder in die Köpfe der deutschen Beschäftigten. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Arbeitsklima-Index und die Wohlfühlfaktoren der deutschen Berufstätigen im 4. Quartal 2011 entwickeln.

Die Arbeitsklima-Index-Studie finden Sie auf der Homepage der JOB AG.

Quelle: JOB AG

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Quelle: DATEV eG