Die deutsche Wirtschaft hat bereits Erhebliches zur Optimierung ihres Energieverbrauchs geleistet. Mit dem „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ will die Bundesregierung nun weitere massive Einsparungen erreichen und den CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 bis 30 Millionen Tonnen verringern. Der DIHK befürwortet den Ansatz, auf freiwilliges Engagement zu setzen. Zwang werde Effizienzpotenziale weder effektiv noch effizient aktivieren können.
DIHK, Mitteilung vom 11.12.2014
Internationale Vergleiche zeigen, dass die deutsche Wirtschaft bereits erhebliche Leistungen beim Energiesparen erbracht hat und in mehreren Effizienz-Benchmarks weltweit Platz eins belegt. Die Große Koalition hat mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) nun einen neuen politischen Rahmen gesetzt. Erwartet werden weitere Milliardeninvestitionen, massive Energieeinsparungen und eine CO2-Reduktion in Höhe von 25 bis 30 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2020. Hohe Strom- und Gaspreise sind zwar auch weiterhin Motivation genug, nach Einsparungen zu suchen. Aber: Die „low hanging fruits“ sind geerntet. Jetzt müssen die Unternehmen schon sehr viel genauer hinsehen, um weitere Potenziale zu entdecken und zu realisieren.
Investitionen in Gebäudeeffizienz brauchen Verlässlichkeit
Eine professionelle Energieberatung und berechenbare Förderprogramme sind zentrale Stellschrauben für eine gute Effizienzpolitik. Die Verstetigung der KfW-Mittel unter Einbeziehung gewerblicher Gebäude sind ebenso richtige Signale wie die Prüfung der Qualitätsstandards in der Energieberatung. Eine Ausweitung der finanziellen Förderung für energetische Sanierungen kann zusätzlichen Schub in die private Gebäudesanierung bringen. Anreize für mehr Investitionen in Gebäudeeffizienz von Unternehmen sollten jedoch in ein Gesamtkonzept für mehr Investitionen eingebettet sein, etwa über die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung. Nicht zuletzt sollte der Staat mit gutem Beispiel vorangehen. Über eine Viertelmillion energetisch sanierte öffentliche Gebäude hätten auch faktisch eine Vorbildwirkung und würden die Glaubwürdigkeit der Gebäudeeffizienzpolitik unterstreichen.
Energieeffizienz benötigt mehr Finanzierungsangebote
Zu lange Amortisationszeiten oder Nachteile aus der Kapitalbindung außerhalb des Kerngeschäfts sind ein häufiges Hemmnis für mehr Effizienzmaßnahmen in Unternehmen.
Daher kommt der Entwicklung zusätzlicher Finanzierungsoptionen große Bedeutung im NAPE zu. Ziel ist es, u. a. durch ein wettbewerbliches Ausschreibungsmodell für Effizienzmaßnahmen sowie bessere Rahmenbedingungen für Anlagen- und Energiespar-Contracting die Handlungsalternativen der Unternehmen zu erweitern und hierdurch passgenaue Lösungen zu ermöglichen.
Unternehmen in Eigeninitiative bestärken
Unternehmen können selbst am besten einschätzen, an welchen Stellen sie neue Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergreifen. Daher ist der Ansatz des Nationalen Aktionsplans richtig, auf freiwilliges Engagement zu setzen. Durch die Initiierung von 500 Effizienznetzwerken bis 2020 sollen Unternehmen in einem moderierten Erfahrungsaustausch ihre eigenen Potenziale ermitteln, Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Darauf haben sich Bundesregierung und Vertreter der Wirtschaft – u. a. der DIHK – in einer gemeinsamen Vereinbarung verständigt. Unterstützend wird das Programm „Energieberatung Mittelstand“ wirken, das mit einer neuen Förderstruktur weitergeführt wird.
Bauplan steht: Umsetzung muss zum Fundament passen
Viele Maßnahmen aus dem Aktionsplan werden über die nächsten Jahre weiterentwickelt.
Zwang wird Effizienzpotenziale aber weder effektiv noch effizient aktivieren können. Der DIHK wird dafür eintreten, dass die als marktwirtschaftlich angekündigten Maßnahmen auch tatsächlich nach dieser Maßgabe umgesetzt werden. Eine erfolgreiche Energieeffizienzpolitik muss individuelle und freiwillige Lösungen ermöglichen.
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Quelle: DATEV eG