Exporte sind auch in den Euro-Krisenstaaten kräftig gewachsen

Griechenland, Italien, Portugal und Spanien haben im internationalen Wettbewerb zuletzt Boden gutmachen können. So sind die Handelsbilanzdefizite seit 2008, als in fast allen der heutigen Krisenstaaten ein Höchststand erreicht wurde, zum Teil deutlich geschrumpft. Das IW Köln gibt einen Überblick.

 

IW Köln, Pressemitteilung vom 11.04.2012

 

Griechenland, Italien, Portugal und Spanien haben im internationalen Wettbewerb zuletzt Boden gutmachen können. So sind die Handelsbilanzdefizite seit 2008, als in fast allen der heutigen Krisenstaaten ein Höchststand erreicht wurde, zum Teil deutlich geschrumpft.
Spanien beispielsweise verringerte sein Minus im Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen von 5,8 % auf nur noch 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2011. Griechenland und Portugal konnten ihre Handelsbilanzdefizite immerhin um mehr als die Hälfte abbauen. Zu dieser Entwicklung hat vor allem das dynamische Exportwachstum seit 2009 beigetragen. Allein im Jahr 2011 sind die Waren- und Dienstleistungsausfuhren in Portugal, Griechenland und Spanien um schätzungsweise 7 bis 9 % gestiegen – und damit in etwa so stark wie in Deutschland. Zudem konnten diese Länder auf ihren Absatzmärkten Marktanteile hinzugewinnen.

Bemerkenswert ist diese positive Entwicklung umso mehr, als sich an der Preis- und Kostensituation der Euro-Krisenländer im vergangenen Jahr meist nur wenig geändert hat. Vor diesem Hintergrund ist zweifelhaft, ob diese Staaten wirklich weitere drastische Lohnsenkungen – manche Ökonomen fordern Kürzungen von bis zu 30 % – vornehmen müssen, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Weitere Informationen zum Download finden Sie auf der Homepage des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln.

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Quelle: DATEV eG