Exportschub trotz politischer Risiken

Trotz einiger Unsicherheiten erhöht der DIHK seine Wachstumsprognose für 2017, die im Herbst noch bei 1,2 Prozent gelegen hatte, auf Grundlage seiner aktuellen Konjunkturumfrage auf nunmehr 1,6 Prozent.

 

Exportschub trotz politischer Risiken

 

DIHK, Pressemitteilung vom 08.02.2017

 

Trotz einiger Unsicherheiten erhöht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose für 2017, die im Herbst noch bei 1,2 Prozent gelegen hatte, auf Grundlage seiner aktuellen Konjunkturumfrage auf nunmehr 1,6 Prozent.

 

„Die Geschäftslage der Unternehmen ist besser als gedacht“, berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben von den Ergebnissen der Erhebung, die er am 08.02.2017 gemeinsam mit dem DIHK-Konjunkturexperten Dirk Schlotböller in Berlin vorstellte.

 

„Auch die Erwartungen für die kommenden Monate hellen sich wieder etwas auf.“ Die Auftragsbücher seien „gut gefüllt“, so Wansleben weiter, und: „Wachsende wirtschaftspolitische Befürchtungen schlagen bisher kaum auf die Geschäfte durch. Der Export belebt sich unter dem Strich wieder.“

 

Davon und von den hierzulande allmählich wieder anziehenden Investitionen profitiere vor allem die Industrie. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft erhalte somit einen neuen Impuls. Konsum und Bau liefen „weiterhin gut“, so ein weiteres Resultat der DIHK-Konjunkturumfrage vom Jahresbeginn 2017, für die die Industrie- und Handelskammern rund 27.000 Unternehmensantworten ausgewertet haben.

 

Berücksichtige man bei der neuen Wachstumsprognose von 1,6 Prozent für 2017 die im laufenden Jahr geringere Zahl von Arbeitstagen, bleibe die Dynamik gegenüber 2016 unverändert, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Die Beschäftigung wachse: „2017 erwarten wir nochmals 350.000 neue Stellen.“

 

Allerdings befürchten der Umfrage zufolge mehr Betriebe – gerade in international orientierten Branchen – eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Zu den Risiken zählen die Unternehmen den künftigen Kurs der US-Regierung, den Brexit oder die Stabilität der Eurozone, aber auch steigende Rohstoffkosten und – allem voran – den Fachkräftemangel. „Vorerst überwiegt für viele Unternehmen jedoch die positive Entwicklung der Nachfrage“, so Wansleben.

 

DIHK-Konjunkturexperte Schlotböller verwies in Berlin darauf, dass der seit vier Jahren andauernde Aufschwung „keineswegs selbstverständlich“ und auch ein Ergebnis verschiedener Sonderfaktoren sei, etwa von Niedrigzinsen oder dem günstigen Wechselkurs.

 

Die vorliegenden Ergebnisse deuteten „auf eine weitere Verlängerung der Wachstumsphase hin“. Schlotböller: „Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt mit elf Punkten deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von vier Punkten – und zwar schon seit fast drei Jahren, so lange wie nie zuvor in der DIHK-Konjunkturumfrage.“ Mit einer Beschleunigung sei aber nicht zu rechnen.

 

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Quelle: DATEV eG