IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt leicht, bleibt aber auf hohem Niveau
Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 16.10.2019
Der leichte Rückgang der Rezessionswahrscheinlichkeit basiert nach Analyse des IMK auf dem zuletzt mäßigen Anstieg der Industrieproduktion, der sich vom Negativtrend der vergangenen Monate abgesetzt hat. Auch die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen wirkten positiv. Allerdings verhindere eine ungünstige Entwicklung bei einer breiten Palette anderer Frühindikatoren, dass die Rezessionsgefahr stärker sinke. Darunter sind rückläufige Zahlen bei den inländischen Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe, weniger offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und eine gedrückte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Unter dem Strich würden die Konjunkturaussichten weiterhin von den beträchtlichen außenwirtschaftlichen Risiken dominiert, also von der Möglichkeit eines harten Brexits, den US-Handelskonflikten und geopolitischen Spannungen.
„Trotz der leichten Verbesserung bieten die Zahlen keinen Grund zur Entwarnung bei der Konjunktur“, sagt IMK-Experte Dr. Thomas Theobald. Die Düsseldorfer Konjunkturforscher halten es für sinnvoll, ohnehin dringend notwendige Investitionen zu forcieren und so der Wirtschaftsflaute entgegen zu wirken. „Angesichts der ungewissen weltwirtschaftlichen Lage, des hohen Bedarfs bei der Modernisierung unserer Infrastruktur und der günstigen Finanzierungsmöglichkeiten wäre es wünschenswert, die Wirtschaftspolitik würde mit der Ankündigung eines strukturellen Ausbaus der öffentlichen Investitionen mutiger agieren, als es in den letzten Wochen geschehen ist“, so Theobald.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.
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