Jobmotor Mittelstand – keinen Sand ins Getriebe streuen!

Derzeit sind in Deutschland fast 42 Millionen Menschen erwerbstätig, so viele wie nie zuvor. Doch dieses Beschäftigungswunder, zu dem der Mittelstand einen wichtigen Beitrag leistet, ist keine Naturkonstante. Die nicht zuletzt wegen des zunehmenden Fachkräftemangels steigenden Arbeitskosten werten viele Betriebe als Risiko. Der DIHK mahnt deshalb einen Verzicht auf weitere Mindestlöhne und Regulierungen an und wendet sich energisch gegen Mehrbelastungen bei der Besteuerung von Einkommen, Erbschaften und Vermögen.

 

DIHK, Pressemitteilung vom 27.06.2013

 

Der deutsche Arbeitsmarkt überrascht einmal mehr positiv: Während ringsum in Europa die Zahl der Arbeitsplätze sinkt, schaffen die Unternehmen in Deutschland auch 2013 zusätzliche Beschäftigung. Einen wichtigen Beitrag leistet abermals der Mittelstand. Doch manches, was in den Programmen zur Bundestagswahl steht, wäre Sand im Getriebe des Jobmotors.

 

Der Arbeitsmarkt läuft, …
Derzeit sind in Deutschland fast 42 Millionen Menschen erwerbstätig, so viele wie nie zuvor. Rund 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Der Mittelstand ist zuversichtlich, dass sich die Auftragslage allmählich bessert. Nun gilt es, passende Fachkräfte zu sichern. Im Jahr 2013 wollen kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) rund 200.000 zusätzliche Stellen schaffen – allein 60.000 in den Sparten Gesundheit und Soziales, Gastronomie und Tourismus.

 

Mittelständische IT-Dienstleister, Versicherer und Unternehmensberater wollen 55.000 Arbeitnehmer einstellen. Einstellungsbereit zeigt sich auch der industrielle Mittelstand – trotz schwierigen konjunkturellen Umfeldes: In den Branchen Metall, Elektro und Maschinenbau suchen die KMU rund 25.000 Fachkräfte.

 

… doch das Beschäftigungswunder ist keine Naturkonstante
Die deutsche Wirtschaft konnte ihre Wettbewerbsfähigkeit auch dank maßvoller Lohnpolitik steigern. Doch in der Metall- und Elektroindustrie haben die Lohnstückkosten zuletzt zugelegt. Zudem fordern manche Parteien in ihren Wahlprogrammen flächendeckende Mindestlöhne.

 

Risiko Arbeitskosten: Kehrseite des Fachkräftemangels
Die DIHK-Konjunkturumfrage bei 28.000 Unternehmen zeigt: Die Arbeitskosten erscheinen wieder stärker auf dem Risikoradar der Unternehmen. 38 Prozent der Betriebe sehen steigende Arbeitskosten mittlerweile als Geschäftsrisiko – insbesondere in personalintensiven Dienstleistungsbranchen wie im Reinigungsgewerbe (52 Prozent) und in der Sicherheitswirtschaft (75 Prozent). Erwartete Steigerungen bei den Arbeitskosten sind dabei auch die Folge des zunehmenden Fachkräftemangels.

 

Steuern vereinfachen statt erhöhen
Neben einem Verzicht auf weitere Mindestlöhne und Regulierungen, etwa bei Werkverträgen, muss vor allem gelten: Hände weg von höheren Steuern für den Mittelstand! Mehrbelastungen bei der Besteuerung von Einkommen, Erbschaften und Vermögen träfen den wirtschaftlichen Mittel stand gleich doppelt: Den Betrieben fehlte dann Kapital für Investitionen, ihren Kunden Geld zum Einkaufen. Allein die diskutierte Erhöhung der Einkommensteuer um sieben Prozentpunkte auf 49 Prozent würde 1,4 Millionen Arbeitsplätze gefährden. Stattdessen wäre eine Steuerreform auch angesichts von Steuerrekordeinnahmen machbar. Wichtige Elemente wären die Stärkung des Eigenkapitals, die Abschaffung der Kostenbesteuerung bei der Gewerbesteuer sowie die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung – finanziert im Zweifel auch durch den Abbau von Subventionen, die der Wirtschaft zufließen.

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Quelle: DATEV eG