Mehr als 82 Milliarden Euro sind 2013 hierzulande in Forschung und Entwicklung geflossen, den Löwenanteil trägt die Industrie. Doch die FuE-Ausgaben könnten – und sollten – gerade mit Blick auf Innovationen noch höher sein. Dafür müssen jedoch die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, mahnt der DIHK. Wichtige Ansatzpunkte wären etwa die Vereinfachung des Steuerrechts, ein Ausbau der Fachkräftebasis und eine weitere Verbesserung der öffentlichen Projektförderung.
DIHK, Mitteilung vom 27.11.2014
2013 sind in Deutschland über 82 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung geflossen -davon stammten über zwei Drittel von den Unternehmen. Den Löwenanteil der FuE-Ausgaben trägt die Industrie, die damit nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit sichert, sondern auch ihre mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze. 2015 entsteht allein im „Netzwerk Industrie“ – es umfasst Produzenten, Zulieferer und Dienstleister – ein Drittel der neu geschaffenen Arbeitsplätze. Eine DIHK-Umfrage zeigt jedoch, dass die Unternehmen ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben, gerade im Hinblick auf Innovationen. Damit mehr geforscht und entwickelt werden kann, braucht es einige Verbesserungen bei den politischen Rahmenbedingungen.
Steuervereinfachung an vorderster Stelle
Oberste Priorität messen die Industrieunternehmen einer grundsätzlichen Vereinfachung des Steuerrechts bei. Damit können nicht nur Arbeitsabläufe und Prozesse verschlankt, sondern auch Kosten gesenkt werden. Vor dem Hintergrund kürzerer Innovations- und Investitionszyklen wäre insbesondere die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung am Anfang mehr, am Ende weniger Abschreibung hilfreich. Fast jeder fünfte Betrieb sieht zudem weitere Nachbesserungen in der Unternehmensteuerreform 2008 als prioritär an das sind fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Der Verzicht auf gewerbesteuerliche Hinzurechnungen (z. B. bei Lizenzen), die Entschärfung der Zinsschranke und die Verbesserung der Verlustvortragsmöglichkeit würden Entlastungen auf der Finanzierungsseite bringen und Spielräume für Investitionen in Innovationen schaffen.
Statt steuerlicher Forschungsförderung bewährte Projektförderung
Eine steuerliche Forschungsförderung ist für die meisten Unternehmen weniger relevant.
Der Anteil der Unternehmen, die darin eine Priorität für den Innovationsstandort Deutschland sehen, sinkt von 17 Prozent im Jahr 2012 auf aktuell 13 Prozent. Vielmehr setzen die Unternehmen auf die öffentliche Projektförderung. Die Fördermöglichkeiten werden immer leichter handhabbar: Gegenüber 2012 sinkt der Anteil der Unternehmen, die einen vereinfachten Zugang zur Projektförderung als notwendig erachten, von 34 auf 19 Prozent. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums beispielsweise ist zu einer festen Instanz in der Förderpolitik geworden und hat bereits viele Innovationsimpulse gegeben. Bei der anstehenden Weiterentwicklung des ZIM ab 2015 sollten nicht nur auch die Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern einbezogen werden, sondern auch eine Erhöhung der Mittel ins Auge gefasst werden.
Innovationen brauchen kluge Köpfe
Einen Ausbau der Fachkräftebasis sieht jedes zweite Unternehmen als dringlich an, um die Innovationskraft Deutschlands zu erhalten und zu stärken. Um weiterhin für Forscher und Fachkräfte attraktiv zu sein, bedarf es weiterer Anstrengungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so z. B. der Ausbau der Ganztagsbetreuung auch für Schulkinder. Beim Thema Zuwanderung brauchen wir eine Willkommenskultur, die einen unbürokratischen Start ins Arbeitsleben hierzulande ermöglicht. Dazu gehören z. B. die Unterstützung bei Behördengängen, das Angebot von Sprachkursen sowie die Beratung zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen. Daneben gilt es, die Potenziale älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch besser einzubinden. Die Rente mit 63 ist vor diesem Hintergrund der falsche Weg. Vielmehr ist die Politik gefragt, flexible und unbürokratische Lösungen für das Arbeiten im Rentenalter sowie für einen flexiblen Übergang in die Rente zu finden.
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Quelle: DATEV eG