Das SG Heilbronn wies die Klage auf Anerkennung als Arbeitsunfall ab, da zwischen dem Supermarkt und Kläger kein Arbeitsverhältnis bestanden habe (Az. S 3 U 2979/13).
SG Heilbronn, Pressemitteilung vom 19.12.2014 zum Urteil S 3 U 2979/13 vom 02.07.2014 (nrkr)
Der 51-jährige M. arbeitet als Maschinenschlosser in der Holzindustrie. Sein Schwager leitet einen Supermarkt in Tauberbischofsheim. Anfang Januar 2013 hängte M. (zusammen mit Sohn und Nichte) unentgeltlich rund 2 Stunden lang die Weihnachtsbaumdekoration im Supermarkt ab. Hierbei stürzte er von der Leiter, brach sich u. a. einen Lendenwirbel und wurde anschließend operiert. Noch heute leidet er unter Beschwerden. Seine Berufsgenossenschaft (BG) lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab, weil zwischen dem Supermarkt und M. kein Arbeitsverhältnis bestanden habe.
Mit seiner hiergegen gerichteten Klage machte M. geltend, er habe seinem Schwager – mit dem er freundschaftlich eng verbunden sei – keinen Gefallen erweisen wollen, sondern die Weihnachtsdekoration wie ein Beschäftigter des Supermarktes abgehangen.
Das Sozialgericht Heilbronn hat die Entscheidung der BG bestätigt: Die Weihnachtsdeko hätte grundsätzlich zwar auch von Arbeitnehmern des Supermarktes entfernt werden können. Das Gesamtbild habe hier aber nicht einer arbeitnehmerähnlichen Tätigkeit (eines sog. „Wie-Beschäftigten“) entsprochen. M. habe vielmehr aus reiner Gefälligkeit, freiwillig und unentgeltlich im Supermarkt mitgeholfen, geprägt durch die gute Freundschaft mit seinem Schwager. Dieser habe auch nur „Familienmitglieder“ mit dem Abräumen der Weihnachtsbaumdeko betraut. Vom Besteigen einer gewöhnlichen Leiter gehe schließlich auch keine erhebliche arbeitnehmerspezifische Gefahr aus.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
| Hinweis zur Rechtslage:
§ 2 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch [SGB VII] : (1) Kraft Gesetzes sind versichert 1. Beschäftigte (…). § 8 SGB VII: Die Anerkennung als Arbeitsunfall hat weitreichende Folgen: |
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Quelle: DATEV eG