Neun von zehn Unternehmen in der EU hatten weniger als zehn Beschäftigte

Kleinstunternehmen sowie KMU gelten als ein Motor der Wirtschaft der EU. Bei der überwiegenden Mehrheit (92,7 %) der 22,3 Mio. Unternehmen des nichtfinanziellen Bereichs der gewerblichen Wirtschaft in der EU handelte es sich lt. Eurostat im Jahr 2012 um Kleinstunternehmen (mit 0 bis 9 Beschäftigten), auf die 29,2 % der Beschäftigung entfielen.

 

Über 1,6 Millionen neue Einzelunternehmen im Jahr 2012

 

Eurostat, Pressemitteilung vom 17.11.2015

 

Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gelten als ein Motor der Wirtschaft der Europäischen Union (EU). Sie schaffen Arbeitsplätze und tragen zum Wirtschaftswachstum bei. Bei der überwiegenden Mehrheit (92,7 %) der 22,3 Millionen Unternehmen des nichtfinanziellen Bereichs der gewerblichen Wirtschaft in der EU handelte es sich im Jahr 2012 um Kleinstunternehmen (mit 0 bis 9 Beschäftigten), auf die 29,2 % der Beschäftigung entfielen, 7,1 % waren kleine und mittlere Unternehmen (mit 10 bis 249 Beschäftigten), die 38,0 % der Beschäftigung ausmachten, und 0,2 % waren Großunternehmen (mit 250 oder mehr Beschäftigten) mit einem Anteil von 33,0 % an der Beschäftigung.

 

Im Jahr 2012 wurden in der EU 2,3 Millionen Unternehmen gegründet. Die meisten davon (70,8 %) hatten keine abhängig Beschäftigten. Diese Einzelunternehmen stellten 46,9 % aller Beschäftigten in neu gegründeten Unternehmen dar.

 

Anlässlich der Europäischen KMU-Woche vom 16. bis 22. November, die auf die Förderung des Unternehmertums abzielt, veröffentlicht Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, Daten zu Unternehmen nach Beschäftigungsgrößenklassen, unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung von Kleinstunternehmen in der gewerblichen Wirtschaft der EU.

 

Höchste Anteile von Kleinstunternehmen in Griechenland, niedrigste in Deutschland
In allen EU-Mitgliedstaaten waren mit Abstand die meisten Unternehmen des nichtfinanziellen Bereichs der gewerblichen Wirtschaft Kleinstunternehmen (weniger als 10 Beschäftigte), wobei Griechenland (96,7 %), die Slowakei (96,5 %), die Tschechische Republik (96,0 %), Polen und Portugal (jeweils 95,2 %), Italien (94,9 %) und Frankreich (94,8 %) die größten Anteile aufwiesen. Der Anteil der kleinen Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte) lag in allen Mitgliedstaaten außer Deutschland (14,7 %), Österreich (10,9 %), Luxemburg (10,6 %) und Rumänien (10,2 %) bei unter 10 %. In diesen vier Mitgliedstaaten waren auch die mittleren Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) verhältnismäßig am stärksten vertreten. Bei den Großunternehmen (mindestens 250 Beschäftigte) lag der Anteil in allen Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, bei höchstens 0,5 %.

 

Höchste Beschäftigungsquoten in Kleinstunternehmen in Griechenland und Italien
In den meisten EU-Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, war der größte Teil der Beschäftigten in Kleinstunternehmen tätig; die entsprechenden Anteile lagen in einer Reihe von südeuropäischen Mitgliedstaaten bei über 40 %: Griechenland (58,6 %), Italien (46,4 %), Portugal (42,3 %) und Spanien (40,8 %). Dagegen war in folgenden Ländern noch nicht einmal jeder Fünfte in einem Kleinstunternehmen tätig: im Vereinigten Königreich (17,3 %), in Luxemburg (18,0 %) und in Deutschland (19,0 %). Auf EU-Ebene waren Großunternehmen der wichtigste Arbeitgeber (für 33,0 % aller Beschäftigten), gefolgt von Kleinstunternehmen (29,2 %), kleinen Unternehmen (20,8 %) und mittleren Unternehmen (17,2 %).

 

Höchster Anteil neuer Einzelunternehmen in Frankreich
Mit 308.000 neu gegründeten Unternehmen war Frankreich 2012 der EU-Mitgliedstaat mit der höchsten Zahl neu gegründeter Unternehmen, vor Italien (275.000), Spanien (248 000), dem Vereinigten Königreich (242.000), Deutschland (238.000) und Polen (229.000). Insgesamt wurden 2012 in der EU 2,3 Millionen Unternehmen gegründet.
Es überrascht nicht, dass in fast allen EU-Mitgliedstaaten die meisten neu gegründeten Unternehmen keine abhängig Beschäftigten hatten (Einzelunternehmen). Der höchste Anteil an neu gegründeten Unternehmen ohne abhängig Beschäftigte wurde in Frankreich verzeichnet (92,3 %), mit einigem Abstand gefolgt von Polen (86,9 %), den Niederlanden (86,4 %) und der Tschechischen Republik (86,1 %). Nur in drei Mitgliedstaaten waren nicht Einzelunternehmen die wichtigste Größenklasse bei neu gegründeten Unternehmen, sondern Unternehmen mit 1 bis 4 abhängig Beschäftigten: dem Vereinigten Königreich (wo 80,5 % aller neu gegründeten Unternehmen zwischen 1 und 4 abhängig Beschäftigte hatten), Zypern (67,7 %) und Kroatien (47,7 %). In der EU hatten 70,8 % der neu gegründeten Unternehmen keine abhängig Beschäftigten, 26,4 % 1 bis 4 abhängig Beschäftigte, 1,9 % 5 bis 9 abhängig Beschäftigte und 0,9 % 10 oder mehr abhängig Beschäftigte.

 

Einzelunternehmen haben den größten Anteil an der Beschäftigung in neu gegründeten Unternehmen
Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, entfiel in 14 Mitgliedstaaten der größte Anteil an der Beschäftigung in neu gegründeten Unternehmen auf Einzelunternehmen.

 

Dies war insbesondere der Fall in Frankreich (dort machten neu gegründete Unternehmen ohne abhängig Beschäftigte 75,9 % der Gesamtbeschäftigung in neu gegründeten Unternehmen aus), der Tschechischen Republik (66,0 %), den Niederlanden (63,8 %), Portugal (63,5 %), Polen (63,1 %), Dänemark (62,5 %) und Belgien (61,7 %). In neun Mitgliedstaaten hatten Unternehmen mit 1 bis 4 abhängig Beschäftigten den größten Anteil an der Gesamtbeschäftigung in neu gegründeten Unternehmen, vor allem in Zypern (53,6 %), dem Vereinigten Königreich (52,8 %) und in Finnland (50,0 %). In Kroatien (39,5 %), Rumänien (39,2 %) und Malta (32,9 %) stellten Unternehmen mit 10 oder mehr abhängig Beschäftigten den größten Anteil an der Beschäftigung in neu gegründeten Unternehmen. Insgesamt entfielen in der EU auf Unternehmen ohne abhängig Beschäftigte 46,9 % der Beschäftigung in neu gegründeten Unternehmen, 31,1 % auf Unternehmen mit 1 bis 4 abhängig Beschäftigten, 8,3 % auf Unternehmen mit 5 bis 9 abhängig Beschäftigten und 14,3 % auf Unternehmen mit 10 oder mehr abhängig Beschäftigten.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Eurostat.

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Quelle: DATEV eG