Roaminggebühren bremsen europäischen Telekommunikationsmarkt

Wenn Europäer außerhalb ihres Heimatlandes unterwegs sind, schalten viele ihr Handy ab und verzichten darauf, E-Mails zu verschicken oder mobile Internetdienste zu nutzen. Das soll sich lt. EU-Kommission jedoch bald ändern.

 

 

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 17.02.2014

 
Wenn Europäer außerhalb ihres Heimatlandes unterwegs sind, schalten viele ihr Handy ab und verzichten darauf, E-Mails zu verschicken oder mobile Internetdienste zu nutzen.

 

Das hat eine neue Umfrage unter 28.000 EU-Bürgern ergeben, die die EU-Kommission am 17.02.2014 in Brüssel vorgestellt hat. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass sich die Telekommunikationsunternehmen wegen ihrer derzeitigen Preisgestaltung einen Markt von ungefähr 300 Millionen Handynutzern entgehen lassen.

 

„Ich bin wirklich von diesen Zahlen geschockt. Sie zeigen, dass wir endlich ganze Arbeit leisten und Roamingentgelte abschaffen müssen. Die Verbraucher schränken ihre Handynutzung auf extreme Weise ein, und davon haben auch die Unternehmen nichts“, sagte Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. „Das ist nicht nur ein Streit zwischen Urlaubern und Telekomanbietern. Auch Tausenden Unternehmen entstehen durch das Roaming Extrakosten. Und andere Unternehmen wie z. B. App-Anbieter erleiden Umsatzeinbußen. Roaming hat keinen Sinn in einem Binnenmarkt und ist auch wirtschaftlich kurzsichtig.“

 

Jeder zweite Europäer (47 Prozent) würde niemals mobile Internetdienste in einem anderen EU-Land nutzen. In Deutschland sind es sogar 57 Prozent. 28 Prozent der Reisenden schalten einfach ihr Telefon ab. Deutschland liegt mit 33 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

 

Vielreisende – die eigentlich potenziell das gewinnträchtigste Marktsegment bilden – schalten die Datenroamingdienste ihres Mobiltelefons sogar eher ab als gelegentlich Reisende. Grund dafür ist nach Ansicht der Kommission, dass Vielreisende einfach besser über die tatsächlichen Datenroaming-Kosten in Europa informiert sind.

 

Die Kommission hat im letzten Jahr einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, mit dem sie erreichen will, dass Kunden ab 2016 ihre Handys und Smartphones auf Reisen innerhalb der Union zu Inlandspreisen benutzen können. Mit den bestehenden Vorschriften haben die Verbraucher ab Juli 2014 das Recht, auf Reisen im Ausland die billigeren Roamingdienste eines lokalen Betreibers oder eines heimischen Konkurrenten zu benutzen, ohne die SIM-Karte wechseln zu müssen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.

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Quelle: DATEV eG