Start-ups brauchen im Schnitt 3,3 Mio. Euro
Bitkom, Pressemitteilung vom 08.07.2020
„Ohne erfolgreiche Finanzierungsrunden drohen Start-ups mit ihren hochqualifizierten Arbeitsplätzen und innovativen Technologien und Lösungen unverschuldet zu verschwinden. Dies müssen wir wo immer möglich verhindern, wenn wir Deutschland als erfolgreichen Start-up-Standort erhalten wollen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Von den Ideen erfolgreicher Start-ups profitieren hierzulande Mittelstand und Großunternehmen ebenso wie die öffentliche Hand.“
Einen Ausweg sieht fast jedes vierte Start-up in einem Umzug ins Ausland. 23 Prozent überlegen, Deutschland mit ihrem Start-up zu verlassen, weil es hier zu wenig Kapital gibt. Zwei Drittel (69 Prozent) meinen, dass es in Deutschland zu wenig Venture Capital für Start-ups gibt. Und sogar drei Viertel (74 Prozent) sagen, dass es Start-ups in Deutschland helfen würde, wenn Versicherungen und Pensionsfonds einfacher in Venture Capital investieren können. Ein Börsengang zur Finanzierung kommt dabei nur für eine Minderheit der Start-ups in Frage. Gerade einmal jedes Fünfte (19 Prozent) streben den Gang aufs Parkett überhaupt an. „Weltweit mangelt es nicht an Venture Capital, wohl aber in Deutschland. Anders als in den USA treten institutionelle Investoren hierzulande bislang kaum als Start-up-Finanzierer in Erscheinung. Angesichts der Corona-Folgen ist es daher besonders wichtig, dass der Zukunftsfonds für Start-ups noch in diesem Jahr kommt“, so Berg.
Verglichen mit den Vorjahren ist der Kapitalbedarf der Start-ups nur leicht gestiegen. Im vergangenen Jahr hatten Start-ups für die kommenden zwei Jahre einen durchschnittlichen Bedarf von 3,2 Millionen Euro angegeben. 2018 lag dieser bei 3,1 Millionen Euro, 2017 bei nur 2,5 Millionen Euro.