Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union erläutert, dass im Jahr 2012 die Abgabenquote im Verhältnis zum BIP in der EU28 auf 39,4% des BIP stieg und die Steuern auf Arbeit die größte Quelle des Steueraufkommens waren.
Eurostat, Pressemitteilung vom 16.06.2014
Die Abgabenquote im Verhältnis zum BIP, d.h. die Summe aller Steuern und Sozialbeiträge in % des BIP, belief sich in der EU282 im Jahr 2012 auf 39,4 %; ein Anstieg gegenüber 38,8 % im Jahr 2011. Die Abgabenquote im Euroraum (ER18) erhöhte sich im Jahr 2012 auf 40,4 %, gegenüber 39,5 % im Jahr 2011. Schätzungen von Eurostat für das Jahr 2013 zeigen, dass die Steuereinnahmen als Prozent des BIP in beiden Gebieten weiter ansteigen werden.
Die Abgabenbelastung variiert deutlich zwischen den Mitgliedstaaten und reichte im Jahr 2012 von unter 30 % des BIP in Litauen (27,2 %), Bulgarien und Lettland (je 27,9 %), Rumänien und der Slowakei (je 28,3 %) sowie in Irland (28,7 %) bis über 40 % des BIP in Dänemark (48,1 %), Belgien (45,4 %), Frankreich (45,0 %), Schweden (44,2 %), Finnland (44,1 %), Italien (44,0 %) und Österreich (43,1 %).
Zwischen 2011 und 2012 wurden Anstiege der Abgabenquote im Verhältnis zum BIP von über 1 Prozentpunkt in Ungarn (von 37,3 % auf 39,2 %), Italien (von 42,4 % auf 44,0 %), Griechenland (von 32,4 % auf 33,7 %), Frankreich (von 43,7 % auf 45,0 %), Belgien (von 44,2 % auf 45,4 %) und Luxemburg (von 38,2 % auf 39,3 %), verzeichnet. Die höchsten Rückgänge wurden in Portugal (von 33,2 % auf 32,4 %), dem Vereinigten Königreich (von 35,8 % auf 35,4 %) und in der Slowakei (von 28,6 % auf 28,3 %) verzeichnet.
Diese Informationen stammen aus der Veröffentlichung „Taxation trends in the European Union“, Ausgabe 2014, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, und der Generaldirektion Steuern und Zollunion der Europäischen Kommission herausgegeben wird. Diese Veröffentlichung beinhaltet harmonisierte Steuerindikatoren auf der Grundlage des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 95), die einen genauen Vergleich der Steuersysteme und Steuerpolitiken zwischen den Mitgliedstaaten ermöglichen.
Steuern auf Arbeit sind in fast allen Mitgliedstaaten die größte Quelle des Steueraufkommens
Die größte Quelle des Steueraufkommens in der EU28 sind Steuern auf Arbeit, die im Jahr 2012 über die Hälfte des gesamten Steueraufkommens ausmachten (51,0 %), gefolgt von Konsumsteuern (28,5 %) und Kapitalsteuern (20,8 %).
In vierundzwanzig Mitgliedstaaten waren im Jahr 2012 Steuern auf Arbeit die größte Quelle des Steueraufkommens und in dreizehn Mitgliedstaaten machten sie mehr als die Hälfte des gesamten Steueraufkommens aus. Die höchsten Anteile durch die Besteuerung der Arbeit gab es in Schweden (58,6 %), den Niederlanden (57,5 %), Österreich (57,4 %) und Deutschland (56,6 %). Nur in Bulgarien (32,9 %), Malta (34,6 %), Zypern (37,1 %) und dem Vereinigten Königreich (38,9 %) lag dieser Anteil unter 40 %.
In vier Mitgliedstaaten war im Jahr 2012 der Steuersatz auf Konsum die größte Quelle des Steueraufkommens: Bulgarien, Kroatien, Malta und Rumänien. Die höchsten Anteile durch die Besteuerung des Konsums verzeichneten Bulgarien (53,3 %), Kroatien (49,1 %) und Rumänien (45,1 %) und die niedrigsten in Belgien (23,7 %), Frankreich und Italien (je 24,7 %).
Den geringsten Anteil am Steueraufkommen in allen Mitgliedstaaten hatten im Jahr 2012 Steuern auf Kapital. Anteile von über 25 % fanden sich in Luxemburg (27,5 %), dem Vereinigten Königreich (27,4 %), Malta (26,6 %) und Zypern (26,1 %) und von unter 10 % in Estland (7,1 %) und Slowenien (9,8 %).
Niedrigster impliziter Steuersatz auf Arbeit in Malta und auf Konsum in Spanien
Der durchschnittliche implizite Steuersatz auf Arbeit in der EU28 stieg von 35,8 % im Jahr 2011 auf 36,1 % in 2012. In den Mitgliedstaaten reichte der implizite Steuersatz auf Arbeit im Jahr 2012 von 23,3 % in Malta, 24,5 % in Bulgarien, 25,2 % im Vereinigten Königreich und 25,4 % in Portugal bis 40,1 % in Finnland, 41,5 % in Österreich und 42,8 % in Belgien und Italien.
Der durchschnittliche implizite Steuersatz auf Konsum in der EU28 blieb in den Jahren 2011 und 2012 stabil bei 19,9 %. Im Jahr 2012 war der implizite Steuersatz auf Konsum am niedrigsten in Spanien (14,0 %), Griechenland (16,2 %) und der Slowakei (16,7 %) und am höchsten in Dänemark (30,9 %), Kroatien (29,1 %) und Luxemburg (28,9 %).
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Eurostat.
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Quelle: DATEV eG