Unternehmen sehen weiter viel Potenzial in Russland

Die deutsche Wirtschaft in Russland behauptet sich in schwierigem Umfeld. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) hervor, die am 09.09.2014 in Berlin vorgestellt wurde.

 

AHK und DIHK präsentieren Umfrageergebnisse

 

 

DIHK, Pressemitteilung vom 09.09.2014

 

 
Die deutsche Wirtschaft in Russland behauptet sich in schwierigem Umfeld. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) hervor, die am 09.09.2014 in Berlin vorgestellt wurde.

 

AHK-Präsident Rainer Seele erläuterte die Ergebnisse gemeinsam mit Volker Treier, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer und Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), im Haus der Deutschen Wirtschaft.

 

Der Erhebung zufolge erwarten zwei Drittel der in Russland aktiven Unternehmen bis zum Jahresende 2014 gleichbleibende oder – zum Teil stark – steigende Erlöse. Das verbleibende Drittel rechnet dagegen mit Einbrüchen um bis zu 50 Prozent und mehr.

 

„Besonders stark ist der innovative deutsche, zumeist mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau betroffen“, erläuterte DIHK-Außenwirtschaftschef Treier die Lage, „einerseits direkt durch die verhängten EU-Sanktionen oder die Unklarheit ihrer Anwendung, andererseits durch die für russische Auftraggeber aufgrund der Kreditverknappung und der Rubel-Abwertung deutlich verteuerte Finanzierung“.

 

Am stärksten betroffen sind 24 Prozent der Unternehmen von den Regelungen für Dual-Use-Güter. Firmenbezogene und Finanzmarkt-Sanktionen bereiten 23 beziehungsweise 14 Prozent der Betriebe die größten Probleme.

 

Für 58 Prozent der Befragten hat der Konflikt in der Ukraine direkte Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Allerdings sind bisher nur insgesamt 38 Prozent der Unternehmen von den beiderseitigen Sanktionen betroffen. Auch sind die Unternehmen in der Mehrheit der Ansicht, dass die politischen Ziele mit den Sanktionen nicht erreicht werden dürften.

 

Wie die Untersuchung der AHK zeigt, führen die Sanktionen zu einer weiteren Verschärfung der ohnehin durch die Rubel-Abwertung und die konjunkturelle Schwäche angespannten wirtschaftlichen Situation in Russland und zu einem deutlich eingetrübten Geschäftsklima.

 

So erwarten 71 Prozent der befragten Unternehmen bis zum Jahresende 2014 eine rezessive oder schlechte wirtschaftliche Entwicklung – das sind 16 Prozent mehr als noch im Dezember 2013. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern oder die Sanktionen lange Bestand haben, sähen sich die Unternehmen gezwungen, Projekte zu stornieren, Kurzarbeit einzuführen, Mitarbeiter zu entlassen oder sich ganz aus Russland zurückzuziehen.

 

Seele zeigte sich besorgt: „Wir spüren noch keine Veränderungen im Verhältnis zu unseren russischen Geschäftspartnern“, sagte er. „Die Hinwendung der Russen nach Asien, ob freiwillig oder gezwungen, ist jedoch eine ganz reale Herausforderung.“

 

Der AHK-Präsident betonte, dass „trotz aller politischen Begleitumstände und der anhaltenden militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine nach wie vor etwa drei Viertel der befragten deutschen Firmen das Marktpotenzial Russlands langfristig als hoch oder sehr hoch“ einschätzten.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des DIHK.

———————-

Quelle: DATEV eG