Laut KG Berlin ist die GEMA gegenüber Künstlern ab dem Jahr 2010 nicht berechtigt, die diesen als Urhebern zustehenden Vergütungsanteile um sog. Verlegeranteile zu kürzen. Nunmehr liegen die schriftlichen Urteilsgründe vor (Az. 24 U 96/14).
KG Berlin, Pressemitteilung vom 01.12.2016 zum Urteil 24 U 96/14 vom 14.11.2016
Denn nach den vertraglichen Regelungen der GEMA gehöre neben dem Komponisten, dem Textdichter und dem Bearbeiter auch der Verleger des Werks zu den beteiligten Bezugsberechtigten, wenn das Werk als verlegt gemeldet worden sei und die Künstler dieser Registrierung nicht widersprochen hätten. Der Gesetzgeber habe jedoch durch die Regelung in § 7 UrhG zum Ausdruck gebracht, dass die GEMA als Verwertungs-gesellschaft eine Treuhänderin der Künstler sei. Dementsprechend dürfe sie die Einnahmen aus ihrer Tätigkeit ausschließlich an die Berechtigten, nämlich die Künstler als Urheber, verteilen, nicht jedoch auch an die Verleger. Zwar würden deren Leistungen erst eine Voraussetzung dafür schaffen, die Werke gegen eine Vergütung zu nutzen. Dies reiche jedoch nicht aus, da nach dem Willen des Gesetzgebers diese Leistungen keinen urheberrechtlichen Schutz genießen würden.
Soweit die Künstler ihre Rechte zuerst aufgrund vertraglicher Vereinbarungen auf die GEMA übertragen hätten, würde eine zeitlich nachfolgende Vereinbarung der Künstler mit Verlagen, wodurch diese ebenfalls ein Nutzungsrecht erwerben sollten, ins Leere gehen. Denn dieselben Rechte könnten nur einmal wirksam übertragen werden.
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Quelle: DATEV eG