Das HWWI hat die Lage und zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft anhand von Szenarien analysiert. Die Ergebnisse der Studie „Versicherungen in Zeiten der Krise – Szenarien der Weltwirtschaft und Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft“ deuten trotz Anzeichen einer konjunkturellen Erholung auf weiterhin große Risiken hin.
HWWI, Pressemitteilung vom 01.07.2014
Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat im Auftrag von Aon Deutschland die Lage und zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft anhand von Szenarien analysiert.
Die Ergebnisse der Studie „Versicherungen in Zeiten der Krise – Szenarien der Weltwirtschaft und Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft“ deuten trotz Anzeichen einer konjunkturellen Erholung auf weiterhin große Risiken hin. „Die strukturellen Ursachen der Krise sind nur zu einem Teil beseitigt und die an den Märkten herrschende Unsicherheit ist geradezu paradigmatisch“, sagt Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Leiter des HWWI. „Die globale Finanzkrise stellt eine tiefe Zäsur dar, die eine Zeitenwende für die Globalisierung bedeutet.“
Die Krise hat zudem eine gefährliche Diskrepanz im Verhalten der Märkte erzeugt. Während private Haushalte risikoscheuer werden, gehen institutionelle Anleger auf der Suche nach Rendite höhere Risiken ein. Die anhaltende Niedrigzinsphase, für die durch die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank vorerst kein Ende absehbar ist, kann potenziell neue Verwerfungen an den Märkten verursachen. „Über die kurzfristige Krisenpolitik hinaus können nur strukturelle Reformen mittelfristig die notwendige realwirtschaftliche Orientierung geben. Die Politik kann nur so glaubwürdig sein und Vertrauen schaffen“, sagt Prof. Dr. Henning Vöpel, Mitautor der Studie.
Auch das Versicherungsgeschäft wird von diesen Entwicklungen maßgeblich beeinflusst. „Im Anlagegeschäft verhindern die hohen Unsicherheiten eine adäquate Risikobeurteilung durch konventionelle Instrumente“, sagt Jan-Oliver Thofern, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Aon Deutschland. An ihre Stelle muss eine individuelle, szenarienbasierte Analyse treten. Die Versicherungsnachfrage wird dem gegenüber eher von langfristigen Faktoren wie dem demografischen Wandel, Entwicklung der Erwerbstätigkeit sowie politisch-regulatorischen Veränderungen im Alterssicherungssystem bestimmt. „Die volkswirtschaftlich wichtige Funktion von Versicherungen, Risiken und deren Folgen beherrschbar zu machen, ist vor weiteren Verwerfungen an den Märkten zu schützen“, resümiert Straubhaar. „Ein allmählicher Ausstieg aus der Krisenpolitik und eine Rückkehr zur nachhaltigen Wirtschaftspolitik sind daher geboten.“
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des HWWI.
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Quelle: DATEV eG