Wirtschaftliche Lage der KMU in der EU und Überarbeitung des Small Business Acts

Die EU-Kommission hat am 03.10.2014 den aktuellen Bericht zur Lage der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa 2013/2014 veröffentlicht. Der Bericht unterstreicht die Relevanz der KMU für die Wirtschaft und zeigt auf, dass sich die Lage für KMU in der EU nach der Finanzkrise 2008 noch nicht vollständig erholt hat.

 

Die EU-Kommission hat am 03.10.2014 den aktuellen Bericht zur Lage der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa 2013/2014 veröffentlicht. Der SME Performance Review und die länderspezifischen Berichte geben einen Überblick über die Umsetzung des auslaufenden Small Business Act (SBA) von 2008 in den Mitgliedstaaten.

 

Mit dem SBA hatten sich EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf zehn Maßnahmen geeinigt, durch die das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der KMU gefördert werden soll.

 

Der Bericht unterstreicht die Relevanz der KMU für die Wirtschaft und zeigt auf, dass sich die Lage für KMU in der EU nach der Finanzkrise 2008 noch nicht vollständig erholt hat.

 

Dabei gibt es große nationale Unterschiede. Die beste Entwicklung seit der Krise zeigen deutsche KMU: Seit 2008 verzeichnen sie Zuwachsraten von über 10 % in den Bereichen Wertschöpfung, Anzahl und Beschäftigungsniveau. Es wird 2015 u. a. für deutsche KMU ein weiterer Anstieg von mindestens 4 % erwartet.

 

2015 steht die Überarbeitung des SBA an. Damit sind die Schlussfolgerungen des vorliegenden Berichts richtungsweisend für den geplanten neuen SBA, der das Kernziel „Vorfahrt für KMU“ weiterverfolgen, auf aktuelle Problemstellungen reagieren und weitere Erleichterungen für KMU auf den Weg bringen soll.

 

 

  • Der Bericht betont u. a. die Notwendigkeit einer differenzierten Behandlung von KMU und von Ausnahmen für Kleinstunternehmen und Ein-Personen-Gesellschaften: Sofern diese Unternehmen von steuerlichen und bürokratischen Erleichterungen profitierten, würden sie nachweislich mehr zur Erholung der Wirtschaft nach der Finanzkrise beitragen.
  • Der Zugang von KMU zu Finanzmitteln müsse weiter verbessert werden: Dazu beitragen sollen u. a. eine unabhängige Mittelstands-Börse, die Förderung einer besseren Annahme von Fördermöglichkeiten durch KMU und „One-Stop-Shops“. Diese sollen KMU umfänglich bei einem auf sie zugeschnittenen Zugang zu Finanzen unterstützen. Deutschland schneidet gerade in diesem Bereich gut ab, der Zugang zu Finanzmitteln ist vor allem für KMU in Süd- und Osteuropa eine Wachstumshürde.
  • Anderen zentralen Problematiken für KMU – wie der Gewinnung von Kunden (Hauptproblem deutscher KMU), Unternehmensführung und Kosten für Arbeit und Produktion – könne nur durch einen über den SBA hinausreichenden Ansatz begegnet werden: Besonderes Potenzial haben neue Technologien – u. a. IT-Einsatz, Digitalisierung, Cloud: In diesem Zusammenhang werden u. a. eGovernment, eVergabe, eZahlungen, eSignaturen genannt. Außerdem wird mehr Austausch zwischen den staatlichen Behörden, insbesondere aber die Umsetzung des Prinzips der nur einmaligen Übermittlung von Informationen an staatliche Behörden („submit-once“) gefordert.

 
Derzeit läuft eine bis zum 15.12.2014 andauernde Konsultation zur SBA-Überarbeitung. Künftig soll der SBA wohl auf den fünf Grundpfeilern Zugang zu Finanzmitteln, Unternehmertum, Qualifizierung und Innovation, intelligente Rechtsetzung/Regulierung sowie Internationalisierung aufbauen.

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Quelle: DATEV eG