Zwei Drittel aller Unternehmen bürgerschaftlich engagiert

Der Mittelstandsmanager berichtet, dass sich fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland gesellschaftlich engagieren. Größere Firmen seien dabei stärker als kleine und mittelständische aktiv. Das zeige eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

 

Mittelstandsmanager, Pressemitteilung vom 31.08.2012

 

Geld- und Sachspenden für gute Zwecke oder Arbeitszeit für soziale Belange: Fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland engagieren sich gesellschaftlich. Größere Firmen sind dabei stärker als kleine und mittelständische aktiv. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

 

Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen (64 Prozent) engagierten sich im vergangenen Jahr bürgerschaftlich. Dies zeigt eine Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für den ersten Engagementbericht der Bundesregierung. „Für eine Kultur der Mitverantwortung“ lautet der Titel der Untersuchung. „Die Übernahme von unternehmerischer Mitverantwortung für die Gesellschaft hängt vielfach davon ab, ob in den Unternehmen hierfür ein Bewusstsein besteht. Deshalb kommt es künftig darauf an, bereits in die Hochschulausbildung der Nachwuchsführungskräfte das Thema ‚Soziale Verantwortung‘ zu integrieren“, schreiben die Macher der Studie.

 

Den Ergebnissen zufolge haben die Unternehmen im Jahr 2011 mindestens 11,2 Milliarden Euro für gute Zwecke ausgegeben. Das Meiste davon machen Geldspenden (8,5 Milliarden) oder Sachspenden (1,5 Milliarden) aus. Auch betriebliche Infrastruktur wird kostenfrei überlassen, dieser Bereich macht 900 Millionen Euro aus.

Direktes Umfeld häufig gefördert

 

Die Arbeitszeit, die Mitarbeiter für das bürgerschaftliche Engagement aufbringen, entspricht einem Gegenwert von rund 22 Millionen Euro. Größere Unternehmen sind in der Regel aktiver als kleinere und mittlere Unternehmen; letztere geben aber einen höheren Anteil ihres Umsatzes für wohltätige Zwecke aus.

 

Die 4400 befragten Unternehmen fördern vor allem ihr direktes lokales Umfeld und dort am intensivsten Kindergärten und Schulen, Freizeit und Sport. Auch Soziales und Integration oder Kunst und Kultur zählen zu den Bereichen, für die sich die Unternehmen aktiv einsetzen. Sie arbeiten dabei in erster Linie mit Vereinen und Freiwilligenorganisationen zusammen. Wichtige Kooperationspartner sind zudem soziale Einrichtungen, Verbände, religiöse Einrichtungen oder Stiftungen.

Größe des Unternehmens entscheidend

 

Die Unternehmensgröße spielt beim Engagement eine zentrale Rolle: Je größer das Unternehmen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich engagiert, heißt es in der Studie. Von den kleinen Firmen mit einer Betriebsgröße von bis zu 49 Beschäftigten engagieren sich rund 63 Prozent. Bei Unternehmen mit 50 bis 499 Beschäftigten sind es 71 Prozent. Bei Konzernen mit über 500 Mitarbeitern liegt die Engagementquote bei 96 Prozent.

 

Die Ergebnisse der Unternehmensbefragung verdeutlichen, dass vor allem drei Probleme Unternehmen vom Engagement abhalten:

 

 
  1. Unternehmen sehen nicht immer einen Bedarf für ein Engagement in ihrem Umfeld.
  2. Unternehmen fehlen Informationen über die Handlungsmöglichkeiten und
  3. es fehlen ihnen Kenntnisse über mögliche Formen eines Engagements.

 

Deswegen empfiehlt die Sachverständigenkommission der Bundesregierung unter dem Vorsitz von IW-Direktor Professor Dr. Michael Hüther, Anlaufstellen zu schaffen, bei denen Firmen Infos zu Formen des Engagements, Förderungsmöglichkeiten, Partnern etc. erhalten. Auch Schnittstellen zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen sollten den Experten zufolge geschaffen und unterstützt werden.

 

Die besprochene Studie finden Sie auf der Homepage der IW Köln.

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Quelle: DATEV eG