Allianz für Aus- und Weiterbildung auf gutem Weg

Die Ende 2014 gestartete Allianz für Aus- und Weiterbildung zieht lt. DIHK eine positive Zwischenbilanz. Gemeinsam haben Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit und Bundesländer erreicht, dass sich die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge 2015 erstmals seit 2011 stabilisiert hat. Das ist ein angesichts der demografischen Entwicklung und des ungebrochenen Trends zum Studium sehr gutes Ergebnis, an das die Allianzpartner nun mit zehn Arbeitsschwerpunkten anknüpfen wollen.

 

Allianz für Aus- und Weiterbildung auf gutem Weg

 

DIHK, Mitteilung vom 16.06.2016

 

Ende 2014 wurde die Allianz für Aus- und Weiterbildung als Nachfolgerin des Ausbildungspaktes vereinbart. Wirtschaft, Gewerkschaften, Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit (BA) und Bundesländer ziehen seitdem an einem Strang. Rund 18 Monate später gibt es eine positive Zwischenbilanz.

 

Zentrale Maßnahmen gestartet

 

Die Allianz hat bereits zu Beginn ihrer Laufzeit zentrale Maßnahmen auf den Weg gebracht: Das intensive Werben bei den Unternehmen für das Melden ihrer offenen Ausbildungsplätze bei den Arbeitsagenturen trägt Früchte. Mit der Einführung der Assistierten Ausbildung, dem Ausbau der ausbildungsbegleitenden Hilfen sowie einem neuen Konzept zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen testen die Allianzpartner wichtige Beiträge zur Stärkung der dualen Ausbildung. Jedem ausbildungsinteressierten Menschen wird ein Pfad aufgezeigt, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führt.

 

Angebot und Nachfrage zusammenbringen

 

Die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge hat sich im vergangenen Jahr mit rund 503.000 erstmals seit 2011 stabilisiert – angesichts von Studientrend und Demografie ein sehr gutes Ergebnis. Gleichzeitig ist die Zahl der bei der BA gemeldeten unbesetzten Lehrstellen auf 41.000 gestiegen. Auf der anderen Seite fanden lediglich rund 20.700 junge Menschen laut BA-Statistik keinen Ausbildungsplatz. Es bleibt jedoch eine wichtige Aufgabe, das Angebot der Unternehmen und die Nachfrage der Jugendlichen noch besser zusammenzubringen. Nötig sind dafür die Flexibilität und Mobilität, auch jenseits des Wunschberufs und der Heimatregion individuelle Ausbildungschancen zu ergreifen.

 

Flüchtlinge integrieren

 

Eine besondere Herausforderung ist auch am Ausbildungsmarkt die Integration von Flüchtlingen. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache sind dabei die grundlegende Voraussetzung, um eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Die Allianz hat hier wichtige Stellschrauben identifiziert. Hierzu zählen der Ausbau der Integrationskurse und der berufsbezogenen Sprachförderung, die Ausweitung der Ressourcen in den Berufsschulen sowie zusätzliche Informations- und Beratungsangebote für Betriebe und geflüchtete Menschen.

 

Zentrale Anliegen der Allianzpartner werden mit dem Integrationsgesetz umgesetzt, das hoffentlich noch vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Kraft tritt. Zum Beispiel droht während einer Ausbildung und im Anschluss bei Aufnahme einer Beschäftigung keine Abschiebung mehr (3+2-Regelung). Zudem gibt es keine Altersgrenze mehr, bis zu der eine Ausbildung aufgenommen werden muss.

 

Mehr Leistungsstarke für Berufliche Bildung gewinnen

 

Die Allianzpartner sind sich einig: Neben der Unterstützung von Flüchtlingen und schwächeren Jugendlichen sollen auch mehr Leistungsstarke für die Berufliche Bildung gewonnen werden. Dazu müssen vor allem auch Gymnasien über duale Ausbildung und die Karrierechancen durch Berufliche Bildung informieren – und zwar als gleichwertige Alternative zum Studium.

 

Arbeitsschwerpunkte der Allianzpartner für die kommenden Jahre

 

  • hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen sicherstellen
  • Ausbildungspfad mit seinen unterstützenden Instrumenten weiter stärken
  • Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt angehen
  • Qualität der dualen Ausbildung weiter stärken
  • Attraktivität der Beruflichen Bildung auch mit Blick auf leistungsstarke Jugendliche erhöhen
  • Qualifikationen besser sichtbar machen und die Datenlage mit Blick auf Flüchtlinge verbessern
  • Nachqualifizierung ausbauen
  • Berufsschulen auch als Ort der Sprachvermittlung unterstützen
  • duale Ausbildung in digitale Zukunft führen
  • Erfahrungsaustausch stärken, für duale Ausbildung werben

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Quelle: DATEV eG