Frauen, die kleine und mittelständische Unternehmen KMUs gründen bzw. leiten, brauchen eine bessere finanzielle und pädagogische Unterstützung. Das EU-Parlament fordert ferner die Mitgliedstaaten auf, Frauen über 50 zu ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben bzw. in ihn zurückzukehren.
EU-Parlament, Pressemitteilung vom 13.09.2011
Frauen, die kleine und mittelständische Unternehmen KMUs gründen bzw. leiten, brauchen eine bessere finanzielle und pädagogische Unterstützung. Dies wird in einer am 13.09.2011 angenommenen Resolution hervorgehoben. Das Parlament fordert ferner die Mitgliedstaaten auf, Frauen über 50 zu ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben bzw. in ihn zurückzukehren.
Nur eine von zehn Frauen in der EU leitet ein Unternehmen im Gegensatz zu einem von vier Männern. Das Parlament fordert daher die Kommission, die Mitgliedstaaten sowie die regionalen und lokalen Behörden auf, mehr tun, um Unternehmerinnen über Fördermöglichkeiten, wie außerordentliche Zuschüsse, Risikokapital, Sozialversicherungsregelungen und Zinsvergütungen, besser zu informieren. Dadurch sollen deren Inanspruchnahme erhöht werden.
Das Europäische Progress-Mikrofinanzierungsinstrument bietet beispielsweise Mikro-Darlehen von bis zu 25.000 Euro für Kleinstunternehmen an. Zudem sollen Menschen, die ihres eigenen Unternehmen gründen wollen und keinen Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen haben, dieses Darlehen in Anspruch nehmen können.
„Trotz aller Einschränkungen und Beschränkungen, denen Frauen heute ausgesetzt sind, hat eine wachsende Zahl von Frauen bewiesen, dass sie mehr als fähig sind, erfolgreiche Unternehmen zu gründen. Einfach gesagt, in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit kann es sich Europa nicht mehr leisten, solch eine lebendige Quelle an Potenzial ungenutzt zu lassen!“, sagte Marina Yannakoudakis (EKR, UK), die für die Bericht verantwortlich zeichnet.
Berufliche Bildung
Die Kommission soll berufliche Bildung und den Austausch bewährter Verfahren zur Förderung des Unternehmertums unter Frauen fördern. Laut der nichtbindenden, per Handzeichen angenommenen Entschließung soll sie einen Aktionsplan vorschlagen, um die Zahl der Unternehmerinnen zu erhöhen.
Das EU-Austauschprogramm „Erasmus für junge Unternehmerinnen und Unternehmer“, das Jungunternehmern ermöglicht, mit Unternehmern in deren KMU in einem anderen EU-Land bis zu sechs Monaten zusammenzuarbeiten, soll stärker gefördert werden, so die Abgeordneten.
Frauen über 50 wieder zurück in Brot und Lohn
Die Abgeordneten fordern auch Maßnahmen, um Frauen über 50 zu ermöglichen, weiter auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen bzw. wieder in ihn zurückzukehren. Zudem sollen die Mitgliedstaaten ältere Frauen in Prozesse des lebenslangen Lernens einbeziehen und flexible Umschulungsprogramme für ältere Frauen unterstützen. Dies wird in einer zweiten, am Dienstag per Handzeichen angenommenen, nichtbindenden Entschließung gefordert.
„Wenn wir es nicht schaffen, die Altersgruppe der Frauen 50plus auf dem Arbeitsmarkt ohne Diskriminierung zu halten“, sagte die Berichterstatterin Edit Bauer (EVP, SK), „ist es unmöglich, die Ziele der Europa-2020-Strategie in Bezug auf die Beschäftigungsquote von 75% und die Verringerung der Zahl der in Armut lebenden Menschen um 20 Millionen zu erreichen.“
Gefahr von Armut reduzieren
Da Karrieren von Frauen in der Regel langsamer, kürzer und länger unterbrochen sind als die der Männer, verdienen sie weniger und tragen somit weniger in persönliche Rentenkassen bei. Dies wiederum erhöht das Risiko von Altersarmut. Das Parlament fordert daher Maßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierungen auf, auch durch die Bekämpfung von Stereotypen, die mit Geschlechter- und Altersdiskriminierung verbunden sind – als Teil des 2012 Europäischen Jahres des Aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen.
Quelle: EU-Parlament
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