Witwenrente nach nur 19 Tagen Ehe – Langes Scheidungsverfahren verhinderte frühere Hochzeit

War eine frühere Eheschließung aufgrund eines jahrelangen Scheidungsverfahrens unmöglich, so ist laut SG Berlin selbst dann nicht von einer Versorgungsehe auszugehen, wenn der Versicherte bereits bei der Hochzeit tödlich erkrankt war und die Ehe demzufolge nur 19 Tage dauerte. Trotz der Ehedauer von unter einem Jahr bestehe ein Anspruch auf Witwenrente (Az. S 11 R 5359/08).

 

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Elektronischer Rechtsverkehr soll die Kommunikation zwischen Justiz und Bürgern weiter fördern

Das BMJ hat Diskussionsentwürfe eines Gesetzes zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs bei den Gerichten sowie eines Gesetzes zur Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen vorgestellt. Künftig sollen danach bundesweit einheitliche und technikneutrale Standards für die elektronische Kommunikation mit der Justiz gelten. Damit korrespondierend soll für Rechtsanwälte die Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr verpflichtend sein.

 

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Kein Verbot der verwaltungs- und strafrechtlichen Doppelbestrafung durch europäische Grundrechtecharta

Nach Ansicht des EuGH-Generalanwalts Cruz Villalón steht die Charta der Grundrechte der Europäischen Union dem nicht entgegen, dass eine Person strafrechtlich verfolgt wird, gegen die bereits wegen derselben Handlung eine bestandskräftige Verwaltungssanktion verhängt wurde. Das Willkürverbot gebiete jedoch, dass die zuvor verhängte Verwaltungssanktion in dem Sinne berücksichtigt wird, dass sie sich auf die Strafsanktion mildernd auswirkt (Az. C-617/10).

 

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Nur begrenzte Kostenerstattung für Erlaubnis zur Sendung kurzer Fernsehausschnitte von öffentlichem Interesse

Nach Auffassung von EuGH-Generalanwalt Bot ist die Begrenzung der Kostenerstattung, die ein Fernsehsender dafür schuldet, dass er kurze Ausschnitte von Ereignissen von großem öffentlichen Interesse, wie z. B. Fußballspielen, verwenden darf, gerechtfertigt. Diese Begrenzung schaffe einen ausgewogenen Ausgleich zwischen den verschiedenen betroffenen Grundrechten (Az. C-283/11).

 

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Kein Kita-Platz – Stadt muss Kosten für Privatbetreuung ersetzen

Die Stadt Mainz konnte einer Frau für ihre Tochter nicht schon ab deren vollendetem zweiten Lebensjahr einen städtischen Kindergartenplatz zur Verfügung stellen, sondern erst sechs Monate später. In der Zwischenzeit wurde das Kind in einer privaten Betreuungseinrichtung untergebracht. Das VG Mainz hat die Stadt verpflichtet, den Klägerinnen die Kosten für diese Unterbringung zu ersetzen (Az. 1 K 981/11.MZ).

 

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Erfolglose Verfassungsbeschwerden gegen die Berechnung von Zusatzrenten der VBL nach § 18 BetrAVG

Wenn sich eine Verfassungsbeschwerde gegen komplexe Regelungen richtet, genügt es laut BVerfG nicht, nachteilige Ungleichbehandlungen durch einzelne Faktoren in einer Leistungsberechnung zu rügen. Die Beschwerdeführer müssen sich vielmehr auch mit ihrem Zusammenwirken und dem Gesamtergebnis auseinandersetzen. Dazu sind erforderlichenfalls Alternativberechnungen vorzulegen, die, wenn nötig, auch mit Hilfe sachkundiger Dritter zu erstellen sind (Az. 1 BvR 1065/03, 1 BvR 1082/03).

 

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