Weniger Innovationen trotz steigender Unternehmensgründungszahlen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 lt. IAB/ZEW-Gründungspanel leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau.

ZEW, Pressemitteilung vom 06.05.2026

IAB/ZEW-Gründungspanel zeigt Rückgänge in innovativen Branchen

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 leicht gestiegen. Mit rund 157.000 Neugründungen ergibt sich ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit deutet sich erstmals seit 2021 eine Trendwende an – allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Gleichzeitig zeigen die Daten des aktuellen IAB/ZEW-Gründungspanels, dass insbesondere industrielle und innovative Branchen weiter an Dynamik verlieren. Während der Dienstleistungssektor wächst, gehen sowohl die Anzahl an Unternehmensgründungen als auch die Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Bereichen deutlich zurück.

„Die leichte Erholung bei den Gründungszahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Probleme bestehen bleiben. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und in innovativen Branchen sehen wir seit Jahren einen rückläufigen Trend, der sich 2024 nochmals verstärkt hat“, erklärt Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Besonders besorgniserregend ist der starke Rückgang bei Produktinnovationen. Junge Unternehmen bringen deutlich seltener neue Produkte auf den Markt – das schwächt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.“

Dienstleistungen treiben das Gründungsgeschehen

Der Zuwachs bei den Neugründungen wird vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Hier stieg die Zahl der Gründungen deutlich, insbesondere in konsumnahen Bereichen wie Gastronomie, Handel und persönlichen Dienstleistungen. Demgegenüber setzt sich der Negativtrend im Verarbeitenden Gewerbe fort: Die Gründungszahlen gingen dort 2024 um elf Prozent zurück. Ursachen sind unter anderem hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und geopolitische Unsicherheiten.

Innovationskraft und Beschäftigung unter Druck

Parallel zur Entwicklung der Gründungszahlen sinkt die Innovationsleistung junger Unternehmen deutlich. Nur noch vier Prozent der jungen Firmen bringen Marktneuheiten hervor – etwa halb so viele wie im Vorjahr. Besonders betroffen sind forschungsintensive Branchen, in denen der Anteil innovativer Unternehmen stark zurückgeht. Zwar bleibt der Anteil der Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insgesamt stabil, doch auch hier zeigen sich Rückgänge in zentralen Industriebereichen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass es jungen Unternehmen zunehmend schwerfällt, neue Produkte und Technologien erfolgreich am Markt zu etablieren.

Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

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Deutscher Markt für Wagniskapital startet solide ins Jahr 2026

Trotz großer wirtschaftlicher und weltpolitischer Unsicherheiten ist der deutsche Markt für Wagniskapital solide ins Jahr 2026 gestartet. Deutsche Start-ups sammelten im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein, das waren sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 04.05.2026

  • Start-ups sammeln im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein
  • Internationale Investoren spielen wieder größere Rolle
  • Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung, aber nicht so stark wie im Ausland

Trotz großer wirtschaftlicher und weltpolitischer Unsicherheiten ist der deutsche Markt für Wagniskapital solide ins Jahr 2026 gestartet. Deutsche Start-ups sammelten im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro ein, das waren sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes.

Internationale Investoren spielten im ersten Quartal anteilsmäßig wieder eine größere Rolle bei der Finanzierung deutscher Start-ups als in den Vorquartalen. Über drei Viertel der investierten Mittel stammten aus dem Ausland, gegenüber jeweils rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen. Investoren aus den USA stellten dabei mit 34 Prozent der investierten Mittel die wichtigste Kapitalquelle für deutsche Start-ups dar.

Das sind die Ergebnisse des KfW-Venture-Capital-Dashboards, in dem KfW Research quartalsweise Daten zum deutschen Venture-Capital-Markt (VC-Markt) veröffentlicht.

„Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich. Die starke Auslandsbeteiligung reflektiert sowohl die derzeit grundsätzlich hohe Investitionsaktivität US-amerikanischer Investoren als auch das anhaltende Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den deutschen Technologie- und Gründungsstandort“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Die meisten Deals in Deutschland – nämlich 18 Prozent – schlossen Start-ups aus dem Bereich Gesundheit, gefolgt von Fintechs mit knapp über 15 Prozent. Dabei blieb entsprechend der weltweiten Entwicklung der Anteil von Start-ups aus allen Wirtschaftsbereichen mit einem Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) hoch. Deutsche Start-ups, die auf KI-basierte Anwendungen setzen, sammelten im ersten Quartal in 71 Finanzierungsrunden 967 Millionen Euro ein. Mit einem Anteil von 58 Prozent am gesamten Marktvolumen übersteigt der KI-Anteil im ersten Quartal den Durchschnitt des Gesamtjahrs 2025 von rund 43 Prozent deutlich.

Die positive Entwicklung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass junge KI-Unternehmen aktuell in anderen VC-Märkten offenbar einen Finanzierungsvorteil haben. In den USA sammelten vier Marktführer im Bereich KI im ersten Quartal zusammen 188 Milliarden Dollar ein. Auch in Großbritannien und in Frankreich verzeichneten einzelne KI-Start-ups Finanzierungen in Milliardenhöhe.

„Das globale Marktumfeld bleibt schwierig. Mittelfristig könnten sich für den VC-Markt durch steigende Zinsen neue Herausforderungen ergeben. Höhere Zinsen erschweren es Venture-Capital-Investoren, Kapital einzusammeln. Wir erwarten in den kommenden Monaten keinen starken Anstieg der Investitionen in der Breite des deutschen VC-Marktes“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Cybersicherheits-Anforderungen dürfen kleine und mittlere Unternehmen nicht überfordern

Die DIHK sieht im Kabinettsbeschluss zum Cyber Resilience Act (CRA) einen wichtigen Schritt, die Cybersicherheit digitaler Produkte europaweit zu stärken. Gleichzeitig warnt sie vor erheblichen Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und fordert eine praxisnahe Umsetzung.

DIHK, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Die DIHK sieht im Kabinettsbeschluss zum Cyber Resilience Act (CRA) einen wichtigen Schritt, die Cybersicherheit digitaler Produkte europaweit zu stärken. Gleichzeitig warnt sie vor erheblichen Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und fordert eine praxisnahe Umsetzung.

„Der CRA legt zum ersten Mal klare Regeln für die Cybersicherheit in ganz Europa fest. Das ist wichtig, damit digitale Produkte sicherer werden. Aber wenn die Regeln zu streng ausgelegt werden, könnten viele Firmen damit überfordert sein“, erklärt Dirk Binding, DIHK-Bereichsleiter Digitale Wirtschaft.

KMU besonders betroffen – DIHK fordert Verhältnismäßigkeit

Positiv bewertet die DIHK, dass die europäischen Vorgaben weitgehend ohne Ergänzungen in deutsches Recht umgesetzt werden sollen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen aktuell Anforderungen aus mehreren Digitalrechtsakten parallel erfüllen müssen, ist eine Begrenzung rechtlicher Vorgaben auf das Allernötigste sinnvoll, um nicht durch noch mehr Komplexität unnötig weitere Kapazitäten in den Unternehmen zu binden.

„Viele Unternehmen haben keine Fachleute, die sich nur um solche Regeln kümmern. Neue Pflichten wie mehr Meldungen oder Dokumentationen können sie stark belasten. Deshalb müssen die Regeln so umgesetzt werden, dass sie im Alltag der Unternehmen wirklich umsetzbar sind. Sonst geraten viele kleine und mittlere Firmen in Schwierigkeiten“, so Dirk Binding.

In der Einführungsphase sowie bei Erstverstößen muss deshalb besonders berücksichtigt werden, dass es zunächst um Umsetzung und Orientierung gehen muss. „Darum brauchen wir klare Prüfungen, ob Maßnahmen wirklich angemessen sind sowie Anhörungen der betroffenen Unternehmen, bevor es zu Strafen oder Eingriffen kommt“, mahnt Binding.

Unterstützung und Leitfäden dringend notwendig

Die DIHK fordert umfassende Informations- und Unterstützungsangebote, vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. „Viele Firmen wissen noch nicht einmal, ob der CRA für sie gilt. Manche überlegen sogar wegen des erheblichen Mehraufwandes, Produkte vom Markt zu nehmen. Das zeigt: Ohne gute und frühzeitige Infos wird es für viele unnötig schwer. Deshalb brauchen wir klare Erklärungen und spezifische Leitfäden für jede Branche – spätestens sechs Monate, bevor die neuen Regeln gelten“, sagt Dirk Binding.

Quelle: DIHK

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Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2026 um 0,3 % höher als im Vorquartal

Das BIP ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 um 0,3 % gestiegen, nachdem es bereits zum Jahresende 2025 zugenommen hatte. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben im 1. Quartal 2026 höher als im Vorquartal. Auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Wirtschaftsleistung in Deutschland nimmt erneut zu

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 1. Quartal 2026
+0,3 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
+0,5 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+0,3 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gestiegen, nachdem es bereits zum Jahresende 2025 zugenommen hatte (revidiert +0,2 % im 4. Quartal 2025 zum Vorquartal; bisher: +0,3 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben im 1. Quartal 2026 höher als im Vorquartal. Auch die Exporte nahmen den vorläufigen Erkenntnissen nach zu.

Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das BIP im 1. Quartal 2026 preisbereinigt um 0,5 % höher als im 1. Quartal 2025. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Anstieg 0,3 %.

Revision der bisherigen Ergebnisse

Neben der Berechnung des 1. Quartals 2026 hat das Statistische Bundesamt wie üblich auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des Vorjahres überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Dabei wurde die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP für das 4. Quartal 2025 um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert, in den restlichen Quartalen des Vorjahres blieben die Ergebnisse unverändert. Für das Gesamtjahr 2025 ergaben die neuesten Berechnungen einen Anstieg des preis- und kalenderbereinigten BIP um 0,3 % statt bisher 0,4 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Importpreise im März 2026: +2,3 % gegenüber März 2025

Die Importpreise waren im März 2026 um 2,3 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2025 (+3,6 % gegenüber Februar 2024). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 3,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.04.2026

Stärkster Anstieg der Einfuhrpreise für Energie im Vorjahresvergleich seit Dezember 2022

Importpreise, März 2026
+2,3 % zum Vorjahresmonat
+3,6 % zum Vormonat

Exportpreise, März 2026
+1,5 % zum Vorjahresmonat
+1,1 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im März 2026 um 2,3 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2025 (+3,6 % gegenüber Februar 2024). Im Februar 2026 und Januar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber den Vorjahresmonaten jeweils bei -2,3 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Einfuhrpreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 3,6 %. Einen stärkeren Anstieg im Vormonatsvergleich hatte es zuletzt im März 2022 gegeben (+5,4 % gegenüber Februar 2022), als die Importpreise für Energie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sprunghaft gestiegen waren.

Die Exportpreise waren im März 2026 um 1,5 % höher als im März 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2025 (+2,0 % gegenüber März 2024). Im Februar 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei -0,1 % gelegen, im Januar 2026 bei +0,2 %. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Ausfuhrpreise um 1,1 %. Zuletzt waren sie im August 2022 stärker gegenüber dem Vormonat gestiegen (+1,6 % gegenüber Juli 2022).

Hohe Preisanstiege für importierte Vorleistungsgüter und Energie im Zuge des Iran-Kriegs

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im März 2026 gegenüber März 2025 hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit +4,1 % (+1,2 % gegenüber Februar 2026) und für Energie mit +13,2 % (+33,6 % gegenüber Februar 2026). Stärker gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen waren die Einfuhrpreise für Energie zuletzt im Dezember 2022 (+16,7 % gegenüber Dezember 2021). Im Vormonatsvergleich stiegen die Importpreise für Energie im März 2026 sogar stärker als je zuvor seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995.

Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +25,8 % deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit +58,4 %. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über denen von März 2025 (+7,8 %). Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die die Düngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich deutlich ansteigen ließen (+10,1 %).

Noch stärker wirkte sich der Krieg im Nahen Osten auf die Erdöl- und Mineralölpreise im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich aus. Im Vorjahresvergleich konnte der Preisrückgang bei Erdgas (-8,6 %) und Steinkohle (-1,5 %) die Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen (+41,6 %) und Erdöl (+24,6 %) nicht ausgleichen. Auch Strom war im Vorjahresvergleich teurer (+4,4 %). Im Vormonatsvergleich gegenüber Februar 2026 wurden alle Energieträger teurer: Mineralölerzeugnisse um 48,6 % (darunter insbesondere Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit +94,7 %), Erdöl um 45,9 %, Erdgas um 19,6 %, Steinkohle um 8,5 % und elektrischer Strom um 2,9 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 % (+0,8 % gegenüber Februar 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 0,6 % über dem Stand von März 2025 (+1,4 % gegenüber Februar 2026).

Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 0,6 % gegenüber März 2025 und um 0,5 % gegenüber Februar 2026.

Bei importierten landwirtschaftlichen Gütern und Konsumgütern Preissenkungen gegenüber dem Vorjahr, aber Preissteigerungen gegenüber dem Vormonat

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im März 2026 im Durchschnitt um 6,2 % billiger als im Vorjahresmonat (+1,2 % gegenüber Februar 2026). Die Preise für Rohkakao lagen 57,8 % unter denen von März 2025 und 19,4 % unter denen von Februar 2026. Rohkaffeeimporte waren 14,4 % preiswerter als vor einem Jahr und 2,5 % preiswerter als im Vormonat. Lebende Schweine waren mit -8,7 % ebenfalls günstiger als im März 2025, wurden aber mit +26,7 % im Vormonatsvergleich deutlich teurer. Für importiertes Getreide wurde im März 2026 ebenfalls weniger bezahlt als im März 2025 (-7,5 %), es kostete aber 0,5 % mehr als im Februar 2026. Dagegen waren insbesondere Tomaten im Vorjahres- wie auch im Vormonatsvergleich deutlich teurer (+18,4 % gegenüber März 2025 und +31,6 % gegenüber Februar 2026).

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im März 2026 um 1,9 % preiswerter als im Vorjahr (+0,7 % gegenüber Februar 2026). Die Preise für Gebrauchsgüter lagen 1,1 % unter denen des Vorjahresmonats (+0,8 % gegenüber Februar 2026), Verbrauchsgüter waren im Vorjahresvergleich 2,1 % billiger (+0,7 % gegenüber Februar 2026). Für Nahrungsmittel allgemein musste 4,3 % weniger bezahlt werden als im März 2025 (+0,4 % gegenüber Februar 2026). Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-55,9 %), Frucht- und Gemüsesäften (-28,4 %), Milch und Milcherzeugnissen (-14,4 %) sowie Schweinefleisch (-8,1 %). Teurer als im März 2025 waren vor allem geschälte Haselnüsse (+44,1 %), Rindfleisch (+15,3 %) und Kaffee (geröstet oder entkoffeiniert) mit +11,8 %.

Vorleistungsgüter mit größtem Einfluss auf Anstieg der Exportpreise im Vorjahresvergleich

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 2,2 % über denen von März 2025 und 0,7 % über denen von Februar 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,1 % über dem von März 2025 (+0,3 % gegenüber Februar 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 % der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 9,4 % über denen von März 2025 und um 25,7 % über denen von Februar 2026. Wie bei der Einfuhr konnte der Rückgang der Erdgaspreise um 15,4 % (aber +11,9 % gegenüber Februar 2026) die Preissteigerungen bei Mineralölerzeugnissen (+36,4 % gegenüber März 2025 und +44,1 % gegenüber Februar 2026) nicht ausgleichen. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 94,4 % teurer als im Vorjahr und 103,9 % teurer als im Vormonat.

Landwirtschaftliche Güter wurden 5,9 % preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Preise hier aber um 1,7 %.

Auch Konsumgüter (Exportanteil etwa 21 %) waren preiswerter als im März 2025 (-0,3 % gegenüber März 2025, aber +0,3 % gegenüber Februar 2026). Während die Preise für Verbrauchsgüter 0,7 % unter dem Preisniveau von März 2025 lagen (+0,3 % gegenüber Februar 2026), waren die Preise für Gebrauchsgüter 1,5 % höher als im Vorjahresmonat (0,0 % gegenüber Februar 2026). Bei den exportierten Verbrauchsgütern fielen insbesondere die Preise für Nahrungsmittel (-4,8 % gegenüber März 2025, aber +0,2 % gegenüber Februar 2026).

Hier waren unter anderem die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit -37,1 % deutlich niedriger als im März 2025 (-8,4 % gegenüber Februar 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -12,1 % im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr (+0,2 % gegenüber Februar 2026), darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -41,9 % gegenüber März 2025 (+2,3 % gegenüber Februar 2026).

Dagegen wurde unter anderem Rindfleisch, frisch oder gekühlt, zu 22,3 % höheren Preisen exportiert als im März 2025 (+4,5 % gegenüber Februar 2026).

Berechnung der Außenhandelspreisindizes ohne Steuern und Zölle

Berechnungsgrundlage für die Indizes der Außenhandelspreise sind ausschließlich die in Verträgen vereinbarten Preise, zu denen inländische Unternehmen Waren aus dem Ausland einkaufen beziehungsweise ins Ausland verkaufen. Steuern und Zölle fließen demnach nicht in die Berechnung der Indizes ein.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Trotz Iran-Kriegs: Niedrigere Inflation als 2022 erwartet

Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 bleiben, zeigt eine Simulation des IW Köln.

IW Köln, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Die Inflation in Deutschland dürfte im Jahresdurchschnitt 2026 deutlich unter dem Krisenniveau von 2022 bleiben, zeigt eine Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Trotz der weltweiten Energiekrise infolge des Iran-Kriegs dürfte die durchschnittliche Inflation im Jahr 2026 bei 3,5 Prozent liegen. Das zeigt eine Simulation des IW, für die das Institut den Inflationsverlauf der letzten Energiekrise auf die aktuellen Preise übertragen hat. Eine Inflationswelle wie 2022 ist damit nicht zu erwarten. Auf ihrem Höhepunkt im September 2022 hatte die Inflationsrate zehn Prozent erreicht. Für Dezember 2026 rechnet das IW mit einer Preissteigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Stabileres Umfeld als 2022

Zwar sind die Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs um jeweils knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – ähnlich stark wie 2022. Doch fällt der Schock in ein stabiles Umfeld – im Januar lag die Inflationsrate noch bei 2,1 Prozent. Anders vor vier Jahren: Damals explodierten die Energiepreise inmitten einer Inflationsphase, die die Pandemie hinterlassen hatte.

Auch deshalb ist der Spielraum der Europäischen Zentralbank (EZB) heute größer. Gleichwohl ist der Zielkonflikt ähnlich: Eine Erhöhung des Leitzinses würde die Inflation dämpfen, gleichzeitig aber das ohnehin schwache Wachstum weiter bremsen.

Heizkosten als Risikofaktor

Wie stark die Inflation steigt, könnte sich an den Gasspeichern entscheiden. Die sind aktuell schlechter gefüllt als 2022. Hohe Einkaufspreise im Sommer würden im Winter direkt die Heizkosten der Haushalte verteuern. Steigende Energiepreise schlagen aber auch auf die Produktionskosten durch – und damit auf die Verbraucherpreise.

„Je länger der Iran-Krieg dauert, desto höher fällt die Inflation aus“, sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary. Einkommensarme Haushalte könnten unter Druck geraten, zielgerichtete Entlastungen wären dann angemessen. Wie beim Tankrabatt mit der Gießkanne zu entlasten, sei dennoch falsch. Der Krieg im Iran werde zwangsläufig zu Wohlstandsverlusten führen – „Wir müssen in Deutschland lernen, dass der Staat nicht jede Härte auffangen kann“, so Demary.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Autor: Markus Demary

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EU-Mercosur-Abkommen startet: Neue Dynamik im Handel mit Südamerika

44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das EU-Mercosur-Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der „Going International“-Umfrage der DIHK.

DIHK, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Mit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai gewinnt der Handel mit Südamerika für deutsche Unternehmen erheblich an Bedeutung – obwohl er bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmacht.

44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der „Going International“-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. „Das ist ein starkes Signal“, sagt Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. „Gerade bei bislang vergleichsweise geringem Handelsvolumen wird deutlich, welches Potenzial viele Unternehmen im Mercosur sehen.“

„Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden.“

Dr. Volker Treier – Außenwirtschaftschef | Mitglied der Hauptgeschäftsführung

Schon vor Inkrafttreten haben bereits 13 Prozent der international tätigen Unternehmen konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen eingeleitet. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen bereiten insbesondere eine Ausweitung ihrer Exportaktivitäten in die Mercosur-Staaten vor. „Die geplanten Zollsenkungen eröffnen deutschen Exporteuren spürbare Wettbewerbsvorteile“, so Treier. „Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Marktstrategie in Südamerika gezielt auszubauen.“

Zu den wichtigsten erwarteten Effekten zählen ein verbesserter Marktzugang, der Abbau von Handelshemmnissen sowie geringere Kosten. Wie alle Handelsabkommen ist aber auch das mit dem Mercosur kein Selbstläufer. „Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden. Dann können mehr Unternehmen die Chancen nutzen“, betont Treier.

Mit dem Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Mai setzt die EU ein Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel. „Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung ist das ein wichtiges Zeichen“, so Treier. „Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch mit weiteren Abkommen etwa mit Indien, Indonesien und Mexiko.“

Quelle: DIHK

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Inflationsrate im April 2026 voraussichtlich +2,9 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2026 voraussichtlich +2,9 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber März 2026 um 0,6 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2026

Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,6 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, April 2026:
+2,9 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,5 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im April 2026 voraussichtlich +2,9 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber März 2026 um 0,6 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt im April 2026 voraussichtlich +2,3 %. Die Preise für Energie steigen gegenüber dem Vorjahresmonat voraussichtlich um 10,1 %, dies ist der stärkste Preisanstieg bei Energie seit Februar 2023 (+19,1 % gegenüber Februar 2022).

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Gut ein Drittel der Mittelständler berichtet über schwierige Kreditverhandlungen

Das Warten auf eine signifikante Belebung der Kreditnachfrage hat sich lt. KfW-ifo-Kredithürde im ersten Quartal 2026 fortgesetzt. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Banken über Kredite sprachen, stieg zwar zum zweiten Mal in Folge leicht um 0,8 Prozentpunkte an. Die Quote der Mittelständler mit Kreditinteresse lag aber unverändert deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 29.04.2026

  • Finanzinstitute sind weiterhin überdurchschnittlich restriktiv bei der Kreditvergabe
  • Nachfrage nach Krediten bleibt im Mittelstand ebenfalls gering; nur 21 Prozent der Unternehmen führten im ersten Quartal Kreditgespräche

Das Warten auf eine signifikante Belebung der Kreditnachfrage hat sich im ersten Quartal 2026 fortgesetzt. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Banken über Kredite sprachen, stieg zwar zum zweiten Mal in Folge leicht um 0,8 Prozentpunkte an. Mit 21 Prozent lag die Quote der Mittelständler mit Kreditinteresse aber unverändert deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts. Von den Großunternehmen führten 28,6 Prozent Kreditverhandlungen. Das waren 2,9 Prozentpunkte weniger als im Schlussquartal 2025.

„Bislang sehen wir am Kreditmarkt keine Signale für eine Belebung der Investitionstätigkeit bei den Unternehmen. Die Unsicherheit angesichts mannigfaltiger geopolitischer Krisen und der konjunkturell schwierigen Lage in Deutschland ist einfach zu groß“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

„Es ist allerdings auch so, dass immer mehr mittelständische Unternehmen gar keinen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung nutzen, sondern unter anderem Eigenmittel.“

Von denjenigen Mittelständlern, die im ersten Quartal Kreditverhandlungen führten, berichteten 34 Prozent über schwierige Gespräche. Das waren 3,8 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Die Lage hat sich demnach etwas entspannt, die Banken sind aber weiterhin überdurchschnittlich restriktiv. Bei den Großunternehmen bewerteten 29,1 Prozent ihre Kreditverhandlungen als schwierig, hier gab es kaum eine Veränderung zum Vorquartal.

Das sind die Ergebnisse der KfW-ifo-Kredithürde. Dafür wertet die KfW jedes Quartal Daten der Konjunkturumfragen des ifo-Instituts aus, differenziert nach Größenklassen und Wirtschaftsbereichen.

Besonders Mittelständler im Großhandel bewerteten das Verhalten der Banken als restriktiv. 42,6 Prozent der Unternehmen beklagten hier schwierige Kreditverhandlungen, gefolgt von 41,9 Prozent im Einzelhandel. Bei den Großunternehmen beschrieben sogar 44,7 Prozent der Einzelhändler die Banken als zurückhaltend bei der Kreditvergabe.

„In dem derzeitigen unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfeld ist es durchaus möglich, dass die Kreditverhandlungen für viele Unternehmen noch schwieriger werden als derzeit. Das gilt insbesondere dann, wenn wegen der aktuellen Lage vermehrt Kredite zur Deckung ungeplant höherer Kosten nachgefragt werden sollten“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Quelle: KfW, KfW Research

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Eine Arbeitsstunde kostete im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro

Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs in Deutschland haben im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde gezahlt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, zahlten deutsche Arbeitgeber im Jahr 2025 gemessen am Durchschnitt der EU von 34,90 Euro rund 29 % mehr für eine Stunde Arbeit.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.04.2026

  • Arbeitskosten je Arbeitsstunde in Deutschland um 3,6 % höher als im Vorjahr
  • EU-weit höchste Arbeitskosten in Luxemburg, niedrigste in Bulgarien
  • Arbeitsstunde in Deutschland 2025 im Vergleich zu 2020 um 22,3 % teurer, Abstand des Arbeitskostenniveaus zum EU-Durchschnitt fast unverändert

Unternehmen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs in Deutschland haben im Jahr 2025 durchschnittlich 45,00 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde gezahlt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten deutsche Arbeitgeber im Jahr 2025 gemessen am Durchschnitt der Europäischen Union (EU) von 34,90 Euro rund 29 % mehr für eine Stunde Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde in Deutschland um 3,6 % (2024: 43,50 Euro je geleisteter Arbeitsstunde), damit war der Anstieg geringer als im EU-weiten Durchschnitt (+4,1 %). Im aktuellen EU-Durchschnitt sind die Arbeitskosten für Belgien nicht einberechnet, da für Belgien zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Ergebnisse vorliegen.

Arbeitsstunde kostet in Luxemburg durchschnittlich 56,80 Euro, in Bulgarien 12,00 Euro

Die Arbeitskosten je geleisteter Stunde fallen in der EU sehr unterschiedlich aus. Die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde wurden im Jahr 2025 nach den bisher vorliegenden Ergebnissen in Luxemburg (56,80 Euro), Dänemark (51,70 Euro) und den Niederlanden (47,90 Euro) gezahlt. Allerdings hatte Belgien, für das noch keine Ergebnisse für 2025 vorliegen, in dieser Rangfolge im Vorjahr anstelle der Niederlande auf Platz 3 gelegen. Die Länder mit den EU-weit niedrigsten Arbeitskosten im Jahr 2025 waren Ungarn (15,20 Euro), Rumänien (13,60 Euro) und Bulgarien (12,00 Euro).

Die höchsten prozentualen Anstiege der Arbeitskosten waren 2025 in Bulgarien (+13,1 %), Kroatien (+11,6 %) und Polen (+10,5 %) zu verzeichnen. Am schwächsten waren die Erhöhungen in Frankreich (+2,0 %), Dänemark (+3,0 %) und Italien (+3,2 %). In Malta sanken die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht (-0,5 %).

Arbeitskosten im Fünfjahresvergleich in allen Wirtschaftsabschnitten gestiegen

Verglichen mit dem Jahr 2020 sind die Arbeitskosten in Deutschland in allen Wirtschaftsabschnitten um mindestens 14 % gestiegen. In den Bereichen Erbringung freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, Erbringung sonstiger wirtschaftlicher Dienstleistungen sowie im Gastgewerbe erhöhten sich die Arbeitskosten sogar um mehr als 30 %. Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt betrug der Anstieg im Fünfjahresvergleich 22,3 %. In Relation zu den Arbeitskosten im EU-Durchschnitt veränderte sich die Situation 2025 im Vergleich zu 2020 jedoch kaum: Die Arbeitskosten in Deutschland lagen mit 30 % (2020) beziehungsweise 29 % (2025) annähernd gleichbleibend über dem EU-Durchschnittswert.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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