Randstad-ifo-Umfrage: 11 Prozent der Firmen bieten eine Vier-Tage-Woche

Rund 11 Prozent der deutschen Unternehmen bieten eine Vier-Tage-Woche an. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiter-Befragung hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 05.07.2024

Rund 11 Prozent der deutschen Unternehmen bieten eine Vier-Tage-Woche an. Das geht aus der jüngsten Randstad-ifo-Personalleiter-Befragung hervor. Dabei gibt es unterschiedliche Formen. „51 Prozent der Mitarbeitenden mit einer Vier-Tage-Woche verzichten auf einen Teil des Gehaltes, um nur vier Tage in der Woche arbeiten zu müssen“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller. 39 Prozent verteilen ihre Vollzeitstelle auf vier statt fünf Arbeitstage. Und nur 10 Prozent können ihre Arbeitszeit bei vollem Lohn verringern.

Zusätzlich zu den 11 Prozent planen nur weitere zwei Prozent der Firmen, die Vier-Tage-Woche künftig anzubieten. Immerhin 19 Prozent diskutieren derzeit darüber. Für 30 Prozent der Firmen ist sie schlicht nicht möglich. Und für 38 Prozent der Unternehmen ist sie kein Thema.

„Viele Personaler erwarten durch eine verkürzte Arbeitszeit einen größeren Bedarf an Beschäftigten“, sagt Schaller weiter. Das sagen 59 Prozent, wenn es um eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich geht. Einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand, um die Vier-Tage-Woche im Betrieb zu etablieren, sehen 52 Prozent als ein Hindernis. Einkommensverluste für die gesamte Wirtschaft befürchten 40 Prozent. Allgemein keine positiven Effekte erwarten 37 Prozent. Auf eine stärkere Bindung ihrer Mitarbeitenden hoffen 35 Prozent und auf eine höhere Motivation der Mitarbeitenden 32 Prozent der Personalleiter.

Quelle: ifo Institut

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Produktion im Mai 2024: -2,5 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2024 gegenüber April 2024 um 2,5 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich blieb die Produktion von März 2024 bis Mai 2024 auf dem gleichen Niveau (0,0 %) wie in den drei Monaten zuvor.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 05.07.2024

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,2 % gestiegen

Produktion im Produzierenden Gewerbe
Mai 2024 (real, vorläufig):
-2,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-6,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

April 2024 (real, revidiert):
+0,1 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-3,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2024 gegenüber April 2024 saison- und kalenderbereinigt um 2,5 % gesunken. Im Dreimonatsvergleich blieb die Produktion von März 2024 bis Mai 2024 auf dem gleichen Niveau (0,0 %) wie in den drei Monaten zuvor. Im April 2024 stieg die Produktion gegenüber März 2024 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,1 % (vorläufiger Wert: -0,1 %). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2023 war die Produktion im Mai 2024 kalenderbereinigt 6,7 % niedriger.

Deutliche Rückgänge in der Automobilindustrie und im Maschinenbau

In den Wirtschaftsbereichen des Produzierenden Gewerbes waren im Mai 2024 überwiegend rückläufige Entwicklungen zu beobachten. Vor allem der Produktionsrückgang in der Automobilindustrie (kalender- und saisonbereinigt -5,2 % zum Vormonat) beeinflusste das Gesamtergebnis negativ, nachdem die Produktion in diesem Bereich im Vormonat um 4,5 % gestiegen war. Auch der Rückgang im Maschinenbau (-5,9 %) wirkte sich deutlich negativ aus.

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) nahm im Mai 2024 gegenüber April 2024 saison- und kalenderbereinigt um 2,9 % ab. Dabei sank die Produktion von Investitionsgütern um 4,0 %, die Produktion von Vorleistungsgütern um 2,7 % und die Produktion von Konsumgütern um 0,2 %. Außerhalb der Industrie stieg die Energieerzeugung im Mai 2024 um 2,6 %. Die Bauproduktion sank im Vergleich zum Vormonat um 3,3 %.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2023 sank die Industrieproduktion im Mai 2024 kalenderbereinigt um 7,3 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gestiegen

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Mai 2024 gegenüber April 2024 saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gestiegen. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in diesen Industriezweigen von März 2024 bis Mai 2024 um 3,5 % höher als in den drei Monaten zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Mai 2023 war die energieintensive Produktion im Mai 2024 kalenderbereinigt um 2,5 % höher. Eine Analyse zum Produktionsindex für energieintensive Industriezweige ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2024: -1,6 % zum Vormonat

Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai 2024 gegenüber April 2024 um 1,6 % gesunken. Im Vormonatsvergleich war dies der fünfte Rückgang in Folge.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 04.07.2024

Auftragseingang ohne Großaufträge: -2,2 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:
Mai 2024 (real, vorläufig):
-1,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-8,6 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

April 2024 (real, revidiert):
-0,6 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
-1,8 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Mai 2024 gegenüber April 2024 saison- und kalenderbereinigt um 1,6 % gesunken. Im Vormonatsvergleich war dies der fünfte Rückgang in Folge. Im Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von März 2024 bis Mai 2024 um 6,2 % niedriger als in den drei Monaten zuvor, was unter anderem auf einen Großauftrag im Dezember 2023 zurückzuführen ist. Ohne die Berücksichtigung der Großaufträge war der Auftragseingang im Mai 2024 um 2,2 % niedriger als im April 2024 und von März 2024 bis Mai 2024 um 0,8 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Für April 2024 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang des Auftragseingangs von 0,6 % gegenüber März 2024 (vorläufiger Wert: -0,2 %).

Unterschiedliche Entwicklungen in den Wirtschaftszweigen, geringeres Volumen an Großaufträgen im Flugzeugbau

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes waren im Mai 2024 in den Wirtschaftszweigen sehr unterschiedliche Entwicklungen zu erkennen. Besonders im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge) gingen die Auftragseingänge saison- und kalenderbereinigt um 19,2 % zum Vormonat zurück. Der deutliche Rückgang in diesem Bereich ist auf ein geringeres Volumen an Großaufträgen als im Vormonat im Bereich des Flugzeugbaus zurückzuführen. Auch der Rückgang der Auftragseingänge in der Automobilindustrie um 2,9 % hatte einen negativen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Positiv wirkten hingegen die Zuwächse bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+11,2 %).

Im Bereich der Investitionsgüter ergab sich für den Auftragseingang im Mai 2024 ein Rückgang um 4,3 % gegenüber dem Vormonat. Bei den Vorleistungsgütern (+1,4 %) und den Konsumgütern (+4,9 %) stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vormonat.

Die Auslandsaufträge gingen um 2,8 % zurück. Dabei fielen die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 4,6 % und aus der Eurozone um 0,1 %. Die Inlandsaufträge stiegen um 0,5 %.

Umsatz im Mai 2024 um 0,7 % niedriger als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Mai 2024 saison- und kalenderbereinigt 0,7 % niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2023 war der Umsatz kalenderbereinigt 6,0 % geringer. Für April 2024 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 1,0 % gegenüber März 2024 (vorläufiger Wert: -0,9 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Inflationsausgleichsprämien entlasten 26 Mio. Beschäftigte um mehr als 52 Mrd. Euro – und stabilisieren Konsum

Fast 26 Millionen Beschäftigte haben mehr als 52 Milliarden Euro als Inflationsausgleichsprämien erhalten. Das hat die Wirtschaft stabilisiert und die Sorgen der Menschen verringert, zeigt eine neue IMK-Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 03.07.2024

Fast 26 Millionen Beschäftigte haben mehr als 52 Milliarden Euro als Inflationsausgleichsprämien erhalten. Das hat die Wirtschaft stabilisiert und die Sorgen der Menschen verringert, zeigt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung: Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer*innen, die eine Prämie zum Inflationsausgleich erhalten, empfinden die Einmalzahlung als mittlere bis große Entlastung in Zeiten hoher Preise. Beschäftigte mit Prämie wollen spürbar seltener ihren Konsum einschränken als solche ohne. In Betrieben mit Tarifvertrag und mit Betriebs- oder Personalrat werden deutlich häufiger und höhere Inflationsausgleichsprämien gezahlt, so die Untersuchung, die auf einer repräsentativen Befragung basiert.

Um die wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs abzufedern, hatte die Bundesregierung im Herbst 2022 Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt, ihren Beschäftigten bis Ende 2024 bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei zusätzlich zum Lohn auszuzahlen. Ziel war es, angesichts der Rekordinflation die Kaufkraft zu stabilisieren, ohne eine Preis-Lohn-Spirale in Gang zu setzen. Laut der IMK-Studie ist das tatsächlich gelungen: „Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Inflationsausgleichsprämie einen relevanten Beitrag zur finanziellen Entlastung vieler Beschäftigter, zur Stabilisierung der Kaufkraft in Deutschland, zur Begrenzung des Kostendrucks durch Zweitrundeneffekte bei den Löhnen und zur Verbesserung des Vertrauens in politische Institutionen in der Hochinflationsphase 2022 bis 2023 geleistet hat“, schreiben der IMK-Forscher Dr. Jan Behringer und Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Gesamtwirtschaftlich entspreche die fiskalische Entlastung durch die Prämie etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Lohnstückkosten seien um rund 1,5 Prozent gesenkt worden.

Für ihre Untersuchung haben die Ökonomen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von rund 9.600 Personen ausgewertet, die im Januar und Februar dieses Jahres im Auftrag des IMK durchgeführt worden ist. 69 Prozent der befragten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geben an, dass sie seit Herbst 2022 mindestens einmal eine Inflationsausgleichsprämie bekommen haben, im Schnitt wurden ihnen insgesamt 1.953 Euro gezahlt. Hochgerechnet auf alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland ergäbe das unter Einbeziehung von Beamt*innen 25,8 Millionen Begünstigte, die insgesamt 52,5 Milliarden Euro erhalten haben.

77 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag bekommen Inflationsausgleichsprämie, ohne sind es 61 Prozent

Erheblichen Einfluss auf die Zusatzzahlung hat der Analyse zufolge unter anderem die Tarifbindung: Von den Beschäftigten mit Tarifvertrag bekamen 77 Prozent mindestens eine Inflationsausgleichsprämie, wobei die Auszahlungssumme bei Vollzeit durchschnittlich 2.272 Euro betrug. Ohne Tarif beträgt die Quote 61 Prozent und die Summe im Schnitt 1.838 Euro. Auch Mitbestimmung spielt eine Rolle: Während 77 Prozent der Beschäftigten mit Betriebs- oder Personalrat eine Prämie ausgezahlt wurde, sind es bei denjenigen ohne eine solche Vertretung 59 Prozent. Erstere haben im Schnitt 2.225 Euro bekommen, Letztere 1.822 Euro.

In der Einkommenspyramide haben die oberen Etagen häufiger profitiert: In der Gruppe ab 4.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen beträgt der Anteil 77 Prozent, in der Gruppe bis unter 2.000 Euro hingegen 50 Prozent. Auch bei der absoluten Höhe liegen die Einkommensstarken mit 2.356 Euro vor den Geringverdienenden mit 1.398 Euro.

Geschlechterunterschiede gibt es bei der Verbreitung nicht, allerdings rund 10 Prozent Vorsprung der Männer bei der Höhe – was unter anderem daran liegen dürfte, dass Frauen häufiger in Betrieben ohne Mitbestimmung und Tarif oder in Branchen arbeiten, in denen die Prämien generell niedriger ausfielen.

Bei denjenigen, denen eine Sonderzahlung zuteil wurde, lässt sich ein klarer Effekt feststellen: „Unsere Umfrage liefert Hinweise, dass die Inflationsausgleichsprämie die finanziellen Auswirkungen der hohen Inflation bei vielen Haushalten abmildern konnte“, so Behringer und Dullien. Rund zwei Drittel der Begünstigten gaben an, dass die Prämie für ihren Haushalt eine mittlere oder große finanzielle Entlastung darstellt.

Das wirkt sich offenbar auch auf die Zuversicht aus: Befragte ohne Inflationsausgleichsprämie machen sich zu 45 Prozent große Sorgen um die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und zu 40 Prozent um die eigene Situation, diejenigen mit Prämie zu 41 beziehungsweise 30 Prozent. Die Entwicklung der Lebenshaltungskosten betrachten mehr als die Hälfte derjenigen, die leer ausgegangen sind, mit großer Sorge, bei den Begünstigten nur 42 Prozent. Eine Folge: 42 Prozent der Befragten ohne Prämie haben überhaupt kein Vertrauen in die Regierung, bei den Befragten mit Prämie rund ein Drittel.

Spürbar weniger Sorgen um die finanzielle Zukunft, niedrigere Inflationserwartung und geringerer Spardruck beim Konsum

„Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die finanzielle Entlastung durch die Inflationsausgleichsprämie dazu beigetragen hat, die Sorgen der Beschäftigten hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation sowie der Entwicklung der Lebenshaltungskosten zu mindern. Zudem scheint die Maßnahme das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit des Staates und der Regierung etwas verbessert zu haben, was sich auch in geringeren Inflationserwartungen widerspiegelt. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass Beschäftigte mit geringen Einkommen von dieser pauschalen Sonderzahlung prozentual (wenn auch nicht absolut) stärker profitieren als Beschäftigte mit hohen Einkommen und gerade untere und mittlere Einkommensgruppen durch die gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel finanziell besonders stark belastet waren“, erklären die IMK-Forscher.

Die Kauflaune hat sich dadurch stabilisiert: Bei allen abgefragten Konsumkategorien hatten die Befragten mit Prämie seltener vor, sich künftig einzuschränken. Besonders stark war der positive Effekt bei Reisen und Urlaub, Freizeit, Unterhaltung und Kultur, Gaststätten- und Restaurantbesuchen sowie bei Wohnungsinstandhaltung. In diesen Kategorien ist der Anteil der Befragten, die sich einschränken wollen, zwischen elf und sieben Prozentpunkte niedriger, wenn sie eine Entlastung erhielten. „Die Inflationsausgleichsprämie dürfte die Konsumnachfrage dabei einerseits direkt über die Erweiterung der finanziellen Spielräume der Privathaushalte und andererseits indirekt über ihre dämpfende Wirkung auf die Inflationserwartungen und die Reduktion der Unsicherheit beeinflusst haben“, erklären die Autoren.

Die gezahlten Summen seien tatsächlich „gesamtwirtschaftlich relevant“ gewesen, heißt es in der Studie. In den Jahren 2022 und 2023 entsprachen sie jeweils 1,8 und 1,5 Prozent der Nettolöhne. Auch die Auswirkung auf den Fiskus – und spiegelbildlich die Entlastung von Unternehmen und Beschäftigten – war erheblich: Den Schätzungen des IMK zufolge hätte der Staat 33 Milliarden Euro mehr eingenommen, wenn die Beschäftigten statt der Inflationsausgleichsprämie steuer- und abgabenpflichtige Zahlungen in gleicher Höhe bekommen hätten. Wenn die Löhne so weit erhöht worden wären, dass die Beschäftigten netto dasselbe wie mit den Prämien erhalten hätten, wären es 58,1 Milliarden mehr gewesen. Zum Vergleich: Die Energiepreisbremsen dürften den Staat etwa 40 Milliarden Euro gekostet haben. Um den gleichen Nettoeinkommenseffekt ohne Steuer- und Abgabenfreiheit zu erreichen, wären die Arbeitskosten um rund 68 Milliarden Euro zusätzlich gestiegen. Das heißt: Die Lohnstückkosten waren dank der Inflationsausgleichsprämie in den Jahren seit 2022 rund 1,5 Prozent niedriger.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine konzertierte Aktion von Staat, Gewerkschaften und Arbeitgebern externe Schocks abfedern und die Wirtschaft stabilisieren könne, so die IMK-Forscher. Einziges Manko der Inflationsausgleichsprämien: Als Einmalzahlung läuft ihr Effekt zum Jahresende aus. „Die Tarifparteien sind jetzt gefragt, für Lohnerhöhungen zu sorgen, die die Kaufkraft auch ohne weitere Inflationsausgleichsprämien stärken“, sagt IMK-Direktor Dullien. „Denn ohne ein spürbares Wachstum des privaten Konsums wird die deutsche Wirtschaft sich nicht aus der aktuellen Stagnation befreien können.“

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Unternehmen treiben mit der Cloud ihre Digitalisierung voran

Cloud Computing treibt die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft. 6 von 10 Unternehmen, die Cloud Computing nutzen oder dies zumindest diskutieren, wollen so ihre internen Prozesse digitalisieren. Vor einem Jahr lag der Anteil lt. Bitkom nur bei 45 Prozent.

Bitkom, Pressemitteilung vom 03.07.2024

  • 61 Prozent wollen per Cloud interne Prozesse digitalisieren – vor einem Jahr waren es nur 45 Prozent
  • KI und Cybersicherheit treiben das Cloud-Wachstum
  • In 5 Jahren wird Cloud die Unternehmens-IT dominieren

Cloud Computing treibt die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft. 6 von 10 Unternehmen (61 Prozent), die Cloud Computing nutzen oder dies zumindest diskutieren, wollen so ihre internen Prozesse digitalisieren. Vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 45 Prozent. Ebenso viele (61 Prozent) wollen mit ihren Cloud-Aktivitäten eine Umstellung auf Plattformen und Software-as-a-Service forcieren (2023: 57 Prozent). Insgesamt nutzen 81 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing, weitere 14 Prozent planen dies oder diskutieren darüber, für gerade einmal 5 Prozent ist die Cloud kein Thema. Dabei wollen die Unternehmen die Cloud künftig noch intensiver nutzen als heute. Aktuell betreiben die Unternehmen rund ein Drittel (38 Prozent) der IT-Anwendungen aus der Cloud. In fünf Jahren soll der Anteil auf 54 Prozent gestiegen sein. Das zeigt der „Cloud Report 2024“, den der Digitalverband Bitkom heute in Berlin vorgestellt hat. Grundlage der Daten ist eine repräsentative Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen. „Die Cloud ist auch in Deutschland eine Basis-Technologie der digitalen Wirtschaft. Cloud-Anwendungen ermöglichen selbst kleinen Unternehmen eine vollständige Digitalisierung ihrer Prozesse und Geschäftsmodelle“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die Cloud wird die Unternehmens-IT künftig dominieren.“

Weitere Ziele bei der Cloud-Nutzung sind derzeit Kostenreduzierungen (62 Prozent), eine Erhöhung der IT-Sicherheit (57 Prozent), eine Reduzierung von CO2-Emissionen (56 Prozent), der Aufbau von Plattformen zur Kooperation mit Dritten (50 Prozent) sowie die Entwicklung innovativer Produkte und Dienste (49 Prozent). 44 Prozent sehen in der Cloud einen Ausweg aus der Hardware-Knappheit für den Betrieb eigener Server, 38 Prozent einen Zugang zu innovativen Technologien wie Internet of Things und Künstliche Intelligenz.

Beim Thema Nachhaltigkeit sehen die Unternehmen sowohl Vor- als auch Nachteile durch die Cloud. Jeweils 6 von 10 Unternehmen geben an, dass sich durch Cloud Computing Energie und Ressourcen einsparen lassen (61 Prozent) und Nachhaltigkeits-Reports leichter erstellt werden können (59 Prozent). Zugleich glauben drei Viertel (75 Prozent), dass Cloud Computing durch die leichte Skalierbarkeit dazu führt, dass Software immer ressourcenhungriger wird. Und 54 Prozent halten den Energie- und Ressourcenverbrauch der Cloud für zu intransparent. „Mit Cloud Computing können Unternehmen nachhaltiger werden. Das ist allerdings kein Selbstläufer, sondern erfordert gezielte Maßnahmen. Auch in der Cloud muss der Ressourcenverbrauch im Blick bleiben“, sagt Wintergerst.

Nachfrage an KI-Anwendungen aus der Cloud soll sich in 5 Jahren verdoppeln

Aktuell nutzen die Unternehmen in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen aus der Cloud. Vorne liegen mit jeweils rund zwei Dritteln E-Mail (67 Prozent), Anwendungen für Personalverwaltung, Buchhaltung sowie Finanzplanung (67 Prozent), Speicherplatz für Dateien (66 Prozent) sowie Office-Software (64 Prozent). 58 Prozent nutzen die Rechenleistung der Cloud parallel für unterschiedlichste Anwendungen, 56 Prozent haben Datenbanken in der Cloud. Dahinter folgen Webconferencing (49 Prozent), Kollaborationstools (48 Prozent), Sicherheitssoftware (48 Prozent), ERP (36 Prozent), IoT-Dienste (34 Prozent), CRM (32 Prozent) und Softwareentwicklung (30 Prozent). Bereits 17 Prozent der Unternehmen nutzen die Cloud für KI-Anwendungen.

Fragt man die Unternehmen, was in den kommenden fünf Jahren für sie interessant sein könnte, gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen mit großem Wachstumspotenzial. So wollen 80 Prozent E-Mail aus der Cloud nutzen (plus 13 Prozentpunkte), 74 Prozent Speicherplatz (plus 8 Prozentpunkte) und 73 Prozent Office Software (plus 9 Prozentpunkte). Ebenfalls starkes Wachstum soll es demnach bei Webconferencing (60 Prozent, plus 11 Prozentpunkte) und Softwareentwicklung (41 Prozent, plus 11 Prozentpunkte). An der Wachstumsspitze liegen neben CRM-Anwendungen (48 Prozent, plus 16 Prozentpunkte) Sicherheitslösungen (64 Prozent, plus 16 Prozentpunkte). Ganz vorne liegt Künstliche Intelligenz. Die Zahl der Unternehmen, die KI aus der Cloud beziehen wollen soll sich von aktuell 17 Prozent auf dann 34 Prozent verdoppeln. „IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz werden dem Cloud Computing einen kräftigen Schub verleihen und gleichzeitig fördert die Cloud den Einsatz von KI und stärkt die Sicherheit“, so Wintergerst.

KI aus der Cloud: Größtes Interesse an Prognosen und Datenanalysen

Bei KI-Diensten aus der Cloud interessieren sich die Unternehmen, die sie bereits nutzen oder das tun wollen vor allem für Vorhersagen und Prognosen (87 Prozent) sowie Datenanalysen (81 Prozent). Zwei Drittel (67 Prozent) wollen KI-basierte Sicherheitslösungen und Betrugserkennung nutzen, dahinter folgen die Automatisierung von Geschäftsprozessen (52 Prozent), die Analyse und Generierung von Texten (50 Prozent), Sprache oder Audio (46 Prozent) sowie Bilder oder Videos (43 Prozent). KI-gestützte Softwareentwicklung ist für 42 Prozent interessant, Chatbots für 37 Prozent und Personalauswahl und Recruiting für 31 Prozent. Ein Viertel (24 Prozent) hat Interesse an Gesichtserkennung und zwölf Prozent an Emotionenerkennung. „Die Cloud bietet auch kleineren Unternehmen einen sehr leichten Zugang zu den verschiedensten Arten von Künstlicher Intelligenz“, so Wintergerst.

Trotz des großen Interesses sind vielen Unternehmen die KI-Anwendungen aus der Cloud derzeit noch zu teuer (75 Prozent), sie werden als Sicherheitsrisiko betrachtet (64 Prozent) oder gelten als nicht vereinbar mit dem Datenschutz (62 Prozent). 59 Prozent können sie aufgrund fehlendem Know-hows im Unternehmen derzeit nicht nutzen. Zugleich sagen aber 56 Prozent, dass die Cloud Zugang zu neuesten KI-Technologien ermöglicht, 36 Prozent, dass KI-Anwendungen in der Cloud einfach zu nutzen sind und 28 Prozent attestieren ihnen ein transparentes Preismodell.

4 von 10 Cloud-Nutzern setzen auf „Cloud only“ oder „Cloud first”

Jedes siebte Unternehmen (14 Prozent), das die Cloud nutzt, fährt eine „Cloud only“-Strategie. Das bedeutet, Cloud Computing wird für alle Anwendungen und Systeme genutzt und bestehende Lösungen werden in die Cloud überführt. Weitere 26 Prozent setzen auf „Cloud first“. Dabei werden Cloud-Lösungen bei neuen Projekten bevorzugt verwendet und bestehende Anwendungen werden bei Bedarf in die Cloud umgezogen. 39 Prozent haben eine „Cloud too“-Strategie, ergänzen also bestehende IT-Lösungen um Cloud-Anwendungen. 18 Prozent folgen bei der Cloud keiner festgelegten Strategie. „4 von 10 Unternehmen, die heute bereits Cloud Computing nutzen, räumen der Cloud klare Priorität in ihrer IT-Strategie ein. Anbieter von Software müssen hierfür geeignete Angebote entwickeln“, so Wintergerst.

Zudem setzen 25 Prozent der Cloud-Nutzer auf eine Hybrid-Cloud, das heißt auf eine Mischung von öffentlichen und privaten Cloud-Diensten. Weitere 18 Prozent planen den Einsatz, 10 Prozent diskutieren darüber. Und sogar 38 Prozent nutzen eine Multi-Cloud, das heißt sie verwenden Cloud-Dienste von verschiedenen Anbietern. Weitere 11 Prozent planen den Wechsel zur Multi-Cloud, ebenfalls 11 Prozent diskutieren darüber. Für die Multi-Cloud spricht aus Sicht der Anwender vor allem die Vermeidung von Ausfällen (100 Prozent), die bessere Verteilung von Ressourcen bei voller Auslastung (96 Prozent) sowie die Reduzierung von Lock-In-Effekten (76 Prozent) bzw. die Stärkung der Handlungsfreiheit (62 Prozent). 57 Prozent wollen spezielle Dienste bei bestimmten Anbietern nutzen, 51 Prozent nennen wirtschaftliche Gründe wie eine Kostensenkung.

Mehr als die Hälfte will in die Cloud investieren

In diesem Jahr wollen 54 Prozent aller Unternehmen in Deutschland in die Cloud investieren. Ein Drittel von ihnen (33 Prozent) plant dabei höhere Ausgaben als im Vorjahr, nur 21 Prozent wollen sie reduzieren. 42 Prozent halten die Investitionen stabil. Für die Zukunft planen sogar 77 Prozent Cloud-Investitionen. Wintergerst: „Die Cloud ist vielerorts essenzieller Bestandteil der Unternehmens-IT. Investitionen in die Cloud sind Investitionen in die digitale Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.“

Bei der Auswahl ihres Cloud-Anbieters sind für die Unternehmen insbesondere Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance (99 Prozent), die Leistungsfähigkeit und Stabilität des Angebots (97 Prozent) sowie die Möglichkeit zur Datenverschlüsselung (93 Prozent) entscheidend. Weitere wichtige Kriterien sind Nachhaltigkeit (61 Prozent), Interoperabilität (60 Prozent), Rechenzentren in Deutschland oder der EU (59 Prozent), sowie ein vertrauenswürdiges Herkunftsland des Anbieters (58 Prozent). Für die Hälfte (50 Prozent) sind Innovationskraft wie Zugriff auf neueste Lösung entscheidend, 46 Prozent achten auf Offenheit, etwa durch Open Source, 41 Prozent auf niedrige Kosten sowie 30 Prozent auf Konformität mit Gaia-X und 28 Prozent auf eine weltweite Verfügbarkeit des Angebots.

Cloud-Standort Deutschland liegt ganz vorn

Bei den Unternehmen, die auf den Standort der Cloud-Rechenzentren achten, rangiert Deutschland ganz oben: 99 Prozent würden heimische Rechenzentren bevorzugen, für 1 Prozent kommen sie zumindest in Frage. Standorte in der übrigen EU würden 60 Prozent bevorzugen, für 37 Prozent kommen sie in Frage. Dahinter folgen die USA (11 Prozent würden sie bevorzugen, für 34 Prozent kommen sie in Frage), der Rest von Europa (8 Prozent bzw. 24 Prozent), Japan (8 Prozent bzw. 16 Prozent) sowie Indien (5 Prozent bzw. 15 Prozent). Großbritannien würden nur 3 Prozent bevorzugen, aber für 49 Prozent kämen Rechenzentren dort zumindest in Frage. Schlusslichter sind China, das nur 1 Prozent bevorzugen und 3 Prozent akzeptieren würden, sowie Russland, das für praktisch kein Unternehmen (0 Prozent) überhaupt in Frage kommt.

Zunehmend relevant am Markt für hochregulierte Anwendungen wie etwa im Finanz- oder Gesundheitswesen oder auch für die öffentliche Verwaltung sind sog. souveräne Cloud-Angebote. Sie versprechen Datenschutz und Datensouveränität auf höchstem Niveau. Allerdings können derzeit nur 4 Prozent der Verantwortlichen in den Unternehmen erklären, worum es dabei geht, 31 Prozent wissen zumindest ungefähr, worum es sich dabei handelt. 21 Prozent haben bereits davon gehört, können aber nicht erklären, was es bedeutet, und 41 Prozent sind souveräne Cloud-Angebote völlig unbekannt. „Anbieter souveräner Cloud-Angebote müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten, wenn sie sich am Markt etablieren wollen“, so Wintergerst. „Das Potenzial für souveräne Clouds ist auf jeden Fall groß.“

Cloud-Hindernisse: Fachkräftemangel, fehlende Zeit, hohe Kosten

Größte Hemmnisse bei der Umsetzung von Cloud-Projekten und den Umzug in die Cloud sind fehlendes qualifiziertes Personal (76 Prozent), die Sorge vor unberechtigtem Zugriff auf sensible Daten (64 Prozent), fehlende Zeit (63 Prozent) sowie ein zu hoher Investitionsbedarf (62 Prozent). Als weitere unternehmensinterne Hürden gelten eine zu komplexe Migration in die Cloud (55 Prozent), fehlende qualifizierte externe Beratung (53 Prozent), Angst vor Datenverlust (52 Prozent) sowie Widerstand im eigenen Unternehmen (43 Prozent). Aber auch externe Vorgaben hemmen den Cloud-Einsatz. So beklagen 55 Prozent zu hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit, 51 Prozent zu hohe Anforderungen an den Datenschutz und 50 Prozent fühlen sich allgemein durch regulatorische Vorgaben an Cloud-Projekten gehindert.

Quelle: Bitkom

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Fachkräftemangel von Branche zu Branche und regional sehr unterschiedlich ausgeprägt

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat, bedingt durch die Konjunkturschwäche, weiter abgenommen: Im 2. Quartal 2024 melden 35 % der Unternehmen im KfW-ifo-Fachkräftebarometer eine Behinderung ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal – das sind rd. ein Prozentpunkt weniger als im Januar 2024.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 03.07.2024

  • Fachkräfteknappheit im Sommer 2024 durch schwache Konjunktur verringert, aber weiter auf hohem Niveau
  • 35 % der deutschen Unternehmen erleben Behinderung der Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal
  • Dienstleistungsbranche und Unternehmen in östlichen Bundesländern überdurchschnittlich stark betroffen

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat, bedingt durch die Konjunkturschwäche, weiter abgenommen: Im 2. Quartal 2024 melden 35 % der Unternehmen im KfW-ifo-Fachkräftebarometer eine Behinderung ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal – das sind rd. ein Prozentpunkt weniger als im Januar 2024, dem Zeitpunkt der letzten Erhebung, und 15 Prozentpunkte weniger als im Juli 2022, als der Fachkräftemangel sein bisheriges Hoch seit Beginn der Befragung aufwies. Trotz des deutlichen Rückgangs bleibt der Fachkräftemangel im historischen Vergleich immer noch auf sehr hohem Niveau und damit weiter eine Herausforderung für die Wirtschaft.

Im Dienstleistungsbereich liegt die Fachkräfteknappheit weiterhin deutlich über dem Durchschnitt – 42 % der Unternehmen dieses Wirtschaftsbereichs sehen ihre Geschäftstätigkeit dadurch beeinträchtigt. Im Verarbeitenden Gewerbe waren mit 25 % dagegen deutlich weniger Unternehmen betroffen, denn die konjunkturelle Abschwächung hat seit Mitte 2022 vor allem in Industrieunternehmen die Arbeitskräftenachfrage verringert. Allerdings sind immer noch fast dreimal so viele Industrieunternehmen betroffen wie im langfristigen Mittel: Im Durchschnitt aller Quartale seit 1991 meldete jedes zehnte der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Behinderungen durch fehlende Fachkräfte. Im Handel behinderte der Fachkräftemangel aktuell 28 % der Unternehmen. Im Einzelhandel lag der Anteil bei 30 %, im Großhandel und im Bauhauptgewerbe jeweils bei 27 %. Insgesamt waren im 2. Quartal 2024 kleine und mittlere Unternehmen mit 34 % etwas weniger betroffen als große Unter-nehmen (36 %).

Blickt man tiefer in die Branchen, so zeigt sich die Betroffenheit vom Fachkräftemangel stark ausdifferenziert: Besonders hohe Anteile betroffener Unternehmen melden aktuell Rechts- und Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit 71 %. Mehr als 50 % waren es unter den Betrieben der Gebäude- und Gartenbetreuung sowie des Landverkehrs (Straße, Schiene), bei Architektur- und Ingenieurbüros, unter Reisebüros, Reiseveranstaltenden und sonstigen Reservierungsdienstleistenden.

Stark nachgelassen hat der Fachkräftemangel dagegen in diversen Industriezweigen. Relativ wenig betroffen sind derzeit u. a. Herstellende von Leder, Lederwaren und Schuhen, (11 %), von Holz-, Flecht- und Korbwaren (15 %), elektrischen Ausrüstungen (15 %) und von Möbeln (16,5 %) sowie Unternehmen der Metallerzeugung- und Bearbeitung (14 %).

Wie in den Branchen, so zeigen sich auch regional deutlich Unterschiede. Besonders ausgeprägt ist der Fachkräftemangel derzeit in Ostdeutschland mit 40% betroffenen Unternehmen. Zum Vergleich: In Hessen und Rheinland-Pfalz liegt der Anteil bei 32 %. Arbeitgeber in vielen Regionen der ostdeutschen Bundesländer haben aufgrund eines spürbaren Rückgangs der inländischen Erwerbsbevölkerung und der geringen Zuwanderung besondere Schwierigkeiten, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen. Gerade strukturschwache ländliche und kleinstädtische Regionen laufen dadurch Gefahr, wirtschaftlich zurückfallen.

„Die Fachkräfteknappheit bleibt weiter ein großes Thema für die Unternehmen in Deutschland, auch wenn sie aufgrund der konjunkturellen Schwächephase erneut etwas zurückgegangen ist“, sagt Dr. Fritzi Köhler. Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Mit 35 % behindert sie immer noch einen erheblichen Teil der Unternehmen. Alle Wirtschaftsbereiche sind betroffen, große Unternehmen etwas häufiger als der Mittelstand. Mit dem erwarteten Anziehen der Konjunktur wird auch der Mangel an Fachkräften sich wieder verstärken. In welchem Ausmaß, hängt davon ab, wie erfolgreich ein Gegensteuern gelingt, etwa mit Anreizen für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, mit der Anwerbung und Integration qualifizierter Zuwandernder, bedarfsgerechter Qualifizierung und Umschulung von Arbeitnehmern sowie Maßnahmen zur Steigerung der einzel- und gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität, zum Beispiel durch eine stärkere Digitalisierung“.

Quelle: KfW

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Digitalisierung schadet Arbeitern und sorgt für Ungleichheit

Neue digitale Technologien am Arbeitsplatz wirken sich unterschiedlich auf die Gesundheit von Beschäftigtengruppen aus. Dies zeigt eine ZEW-Studie über gesundheitliche Auswirkungen der Digitalisierung.

ZEW, Pressemitteilung vom 01.07.2024

ZEW-Studie zu Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit von Beschäftigtengruppen

Neue digitale Technologien am Arbeitsplatz wirken sich unterschiedlich auf die Gesundheit von Beschäftigtengruppen aus. Bei Beschäftigten, die hauptsächlich manuellen Tätigkeiten nachgehen („Arbeiter“), verschlechtert sich der Gesundheitszustand und Krankentage nehmen zu, während sie sich auf Beschäftigte, die wissensintensive (Büro-)Tätigkeiten ausüben („Angestellte“), nicht auswirken. Allerdings verringern gezielte Schulungsmaßnahmen und eine unterstützende Unternehmenskultur die negativen Auswirkungen. Das zeigen Wissenschaftler/innen vom ZEW Mannheim sowie den Universitäten Konstanz und Edinburgh in einer Studie über gesundheitliche Auswirkungen der Digitalisierung. Diese basiert auf repräsentativen Befragungs- und Sozialversicherungsdaten von rund 3.200 Arbeitnehmer/innen von 2011 bis 2019, die vom ZEW und weiteren Partnern erhoben wurden.

Der Einsatz neuer digitaler Technologien, wie das Internet der Dinge/Dienste, KI oder Big Data, führt in allen Berufen zu mehr Arbeitskomplexität, Zeit- und Leistungsdruck. „Arbeiterinnen und Arbeiter wiesen aber schon vor der Einführung neuer Technologien einen schlechteren Gesundheitszustand als Angestellte auf. Diese Unterschiede vergrößerten sich durch die Digitalisierung“, erklärt Oliver Schlenker, Co-Autor der Studie und Wissenschaftler am ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“.

Er ergänzt: „Diese Ergebnisse bestätigen eine etablierte Theorie aus der Organisationspsychologie nach der vor allem diejenigen Beschäftigten Stress durch technologischen Wandel und eine gesteigerte Komplexität der Tätigkeiten erfahren, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten. Und das trifft vor allem auf Beschäftigte in manuellen Tätigkeiten zu.“

Richtiges Training und Gewöhnung an komplexe Aufgaben machen den Unterschied aus

Indem man die Arbeitnehmer/innen gezielt unterstützt, kann man den durch Technik verursachten Stress („Technostress“) aber auch entgegenwirken, wie Oliver Schlenker betont: „Wir haben erste Hinweise darauf, dass gezielte Schulungen sowie die Unterstützung durch Vorgesetzte helfen, diesen ‚Technostress‘ zu verringern. Führungskräfte haben demnach die direkte Möglichkeit, durch gezielte Hilfe den Krankenstand zu verringern und die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu verbessern.“

Digitalisierung verschärft Ungleichheiten

Werden keine Maßnahmen ergriffen, fördert die Digitalisierung bestehende Ungleichheiten, wie Schlenkers Kollegin Prof. Dr. Melanie Arntz, stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs und Ko-Autorin, erläutert: „Arbeiterinnen und Arbeiter weisen im Schnitt ein niedrigeres Bildungsniveau als Büroangestellte auf und verdienen weniger. Mit der Digitalisierung verstärkt sich zusätzlich die gesundheitliche Ungleichheit. KIs der neuen Generationen, wie ChatGPT, werden immer stärker eingesetzt. Umso wichtiger ist es, dass sich gesundheitliche Ungleichheiten zwischen beiden Beschäftigtengruppen nicht verstärken oder verfestigen, sondern frühzeitig gegengesteuert wird. Schließlich beeinflusst eine schlechtere Gesundheit langfristig die Produktivität und damit auch das Einkommen.“

Quelle: ZEW

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KfW-Mittelstandsatlas zeigt regionale Vielfalt des deutschen Mittelstands

Der Mittelstand in Deutschland zeigt sich trotz der jüngsten Krisen resilient und facettenreich. Der KfW-Mittelstandsatlas 2024 zeigt: Neben regionalen Besonderheiten weisen die Bundesländer viele übergreifende Gemeinsamkeiten auf.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 02.07.2024

  • KfW Research gibt zum zweiten Mal tiefe Einblicke in die mittelständische Unternehmensstruktur auf Bundeslandebene
  • Große Spannbreiten zwischen Bundesländern bei Investitionen, Renditen und Finanzierungsmustern
  • Gesamtgesellschaftliche Herausforderungen betreffen gesamten Mittelstand

Der Mittelstand in Deutschland zeigt sich trotz der jüngsten Krisen resilient und facettenreich. Detaillierte Einblicke in die regionale Vielfalt mittelständischen Unternehmertums gibt der aktuelle KfW-Mittelstandsatlas, eine zum zweiten Mal durchgeführte, regional differenzierte Analyse wesentlicher Indikatoren der Geschäftstätigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Selbstständigen. Der KfW-Mittelstandsatlas 2024 zeigt: Neben regionalen Besonderheiten weisen die Bundesländer viele übergreifende Gemeinsamkeiten auf.

Trotz aller Krisen stellen mittelständische Unternehmen mehr Personal ein und sind in allen Regionen Deutschlands eine tragende Säule des deutschen Arbeitsmarktes. Mit über 32 Mio. erwerbstätigen Personen und einem durchschnittlichen jährlichen Beschäftigungsplus von etwa 1,6 % (in den Jahren 2018 bis 2022), beschäftigen KMU so viele Menschen wie nie zuvor. Wie stark der Mittelstand in Krisenzeiten ist, zeigt auch ein positives Umsatzwachstum von durchschnittlich 4,4 % in sämtlichen Bundesländern. Spitzenreiter in den Jahren 2018-2022 war dabei Schleswig-Holstein mit 6,2 %, gefolgt von Berlin mit 5,5 %.

Die Analyse zeigt, dass die klare Trennlinie zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern kaum noch vorhanden ist. So zählen beispielsweise neben Berlin (9,4 %) und Bayern (8,3 %) auch Brandenburg (8,1 %) und Sachsen (7,7 %) zu den Spitzenreitern in Sachen Umsatzrendite. Dort sind die Unternehmen weit überdurchschnittlich profitabel. Auch bei der Investitionsbereitschaft legt Brandenburg vor und bewegt sich über dem gesamtdeutschen Wert von 43 % der investierenden KMU. Klimaschutzinvestitionen rücken in allen Bundesländern stärker in den Fokus – der Anteil der Klimaschutzinvestitionen an allen Neuinvestitionen des Mittelstands (240 Mrd. Euro) lag im Jahr 2022 bei rund 15 %. Im Ländervergleich am aktivsten waren dabei Unternehmen aus Hessen (18,7 %), Sachsen-Anhalt (18,4 %) und Brandenburg (17,6 %).

„Auch wenn sich der Status Quo zwischen den Bundesländern unterscheidet – die künftigen, grundlegenden Herausforderungen ähneln sich sehr. Die grüne und digitale Transformation erfordert erhöhte Anstrengungen des gesamten Mittelstands. Durch den demografischen Wandel wird die Mobilisierung Erwerbstätiger in Zukunft entscheidend sein“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib.

„Die identifizierten regionalen Besonderheiten verdeutlichen in diesem Zusammenhang aber auch die Bedeutung differenzierter wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur passgenauen Unterstützung der jeweiligen Unternehmenslandschaft.“

Quelle: KfW

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Inflationsrate im Juni 2024 voraussichtlich +2,2 %

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2024 voraussichtlich +2,2 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2024 voraussichtlich um 0,1 %.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 01.07.2024

Verbraucherpreisindex, Juni 2024:
+2,2 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,1 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2024:
+2,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni 2024 voraussichtlich +2,2 % betragen. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Mai 2024 voraussichtlich um 0,1 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +2,9 %. (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Preiserwartungen leicht gesunken

Die ifo Preiserwartungen sind im Juni leicht auf 15,9 Punkte gesunken, nach 16,1 im Mai. Vor allem in der Industrie und in den konsumnahen Branchen wollen etwas weniger Unternehmen als im Vormonat ihre Preise anheben.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.07.2024

Die ifo Preiserwartungen sind im Juni leicht auf 15,9 Punkte gesunken, nach 16,1* im Mai. Vor allem in der Industrie und in den konsumnahen Branchen wollen etwas weniger Unternehmen als im Vormonat ihre Preise anheben. „Daher dürfte die Inflationsrate ihren Rückgang langsam fortsetzen und im August erstmals seit März 2021 unter die Zwei-Prozent-Marke sinken“, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

In den konsumnahen Bereichen sind die Preiserwartungen leicht auf 22,7 Punkte gefallen, nach 23,0* im Mai. Vor allem im Einzelhandel mit Bekleidung und elektrischen Haushaltsgeräten sowie in den Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung ist seltener mit Preisanstiegen zu rechnen. Die Unterhaltungselektronik und Fahrradhändler planen sogar mit sinkenden Preisen. Hingegen vermehrt ihre Preise erhöhen wollen vor allem der Einzelhandel mit Nahrungsmitteln und Getränken, die Kfz-Händler sowie die Gastronomie und das Hotelgewerbe.

Im Verarbeitenden Gewerbe sind die Preiserwartungen auf 6,6 Punkte gesunken, nach 7,4* im Mai. Insbesondere in den nicht-energieintensiven Industriezweigen hat sich der Rückgang fortgesetzt und mit 6,8 Punkten den niedrigsten Wert seit November 2020 erreicht. In den energieintensiven Industriezweigen dürften die Preisrückgänge mittlerweile gestoppt sein. Nach 14 negativen Werten in Folge sind dort die Preiserwartungen seit Mai wieder positiv und lagen im Juni weitgehend unverändert bei 2,6 Punkten.

Bei den unternehmensnahen Dienstleistern (inklusive Großhandel) und im Bauhauptgewerbe sind die Preiserwartungen gestiegen auf 22,8 und 1,7 Punkte, nach 21,1* und -3,9 im Mai. Damit wollen erstmals seit April 2023 wieder mehr Baufirmen ihre Preise anheben als senken.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei -100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

* Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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