Für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts EU: Europäisches Parlament der Unternehmen

Am 14. November 2023 nehmen in Brüssel mehr als 700 Unternehmer aus ganz Europa einen Tag lang die Plätze der Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein. Dabei richten sie ihre wirtschaftspolitischen Botschaften und Erwartungen direkt an die EU-Institutionen. Hierauf weist die DIHK hin.

DIHK, Mitteilung vom 09.11.2023

Am 14. November kommen in Brüssel beim „Europäischen Parlament der Unternehmen“ (EPdU) rund 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Europa zu Wort: Für einen Tag nehmen sie in einer simulierten Parlamentssitzung die Plätze der Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein. Hier können sie ihre Botschaften und Erwartungen rund um wirtschaftspolitische Themen direkt an die Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen richten. Die bereits sechste Auflage des EPdU ist die größte Veranstaltung ihrer Art auf Ebene der Europäischen Union. Organisiert wird sie von Eurochambres, dem Dachverband der europäischen Industrie- und Handelskammern. Das Treffen ist ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Europa. Und es zeigt: Die Unternehmerinnen und Unternehmer möchten dessen Zukunft aktiv mitgestalten.

Wie funktioniert das EPdU?

Das EPdU gibt Teilnehmenden die Gelegenheit, mit den EU-Institutionen über wirtschaftspolitische Fragestellungen zu diskutieren und abzustimmen. Im Fokus stehen in diesem Jahr drei Themen, die die Wirtschaft aktuell besonders herausfordern: Fachkräftesicherung, die Energiekrise sowie die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Fachkräfte im Binnenmarkt sichern

Die erste Sitzung des EPdUs ist der Fachkräftesicherung im Binnenmarkt gewidmet. Aus gutem Grund: Wegen des demografischen Wandels könnte die Zahl der Erwerbstätigen in der EU in den nächsten 30 Jahren um 50 Millionen zurückgehen. Um besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu können, müssen Instrumente wie Mobilitätsprogramme und die lebenslange berufliche Aus- und Weiterbildung verbessert werden. Hindernisse beispielsweise bei der Anerkennung von Qualifikationen beeinträchtigen nach wie vor das Funktionieren des Binnenmarktes und die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt.

Die Energiekrise meistern

Beim zweiten Themenblock steht die Energiekrise im Mittelpunkt. Aufgrund noch immer hoher Energiepreise und Unsicherheiten in der Energieversorgung besteht die reale Gefahr einer schleichenden Abwanderung wichtiger Industrien aus Europa. Insbesondere Unternehmen der energieintensiven Branchen erwägen, ihre Standorte ins Ausland zu verlagern. Dies würde mit einem Wohlstandsverlust einhergehen und wichtige Wertschöpfungsketten in Europa gefährden. Es sollte daher vermehrt auf den Ausbau erneuerbarer Energien einschließlich Wasserstoff sowie deren Infrastruktur gesetzt werden, um eine saubere, sichere, und erschwingliche Energieversorgung zu gewährleisten.

Weltmärkte öffnen

Zu guter Letzt widmet sich eine Sitzung der EU-Handelspolitik. Hier liegen große Potenziale, internationale Märkte für europäische Waren, Dienstleistungen und Investitionen zu öffnen und Handelshemmnisse abzubauen. Insbesondere Abkommen mit Lateinamerika und der Indopazifikregion stehen derzeit im Fokus. Dabei sind mittelstandsfreundliche Regelungen etwa zu Ursprungsregeln wichtig, damit gerade kleine und mittlere Unternehmen die Vorteile der Abkommen auch nutzen können.

Aussprache und Abstimmung

Wenige Monate vor der Europawahl im Juni 2024 vermittelt das EPdU den EU-Entscheidungsträgern, was die teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer von der Europapolitik erwarten. Die Ergebnisse der Konferenz fließen auch in die weitere Arbeit der europäischen Industrie- und Handelskammern in Brüssel ein.

Wer nicht mit vor Ort sein kann, kann die Debatte über einen Livestream verfolgen: www.parliament-of-enterprises.eu .

Quelle: DIHK

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Immobilienpreise in Deutschland fallen wieder stärker

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im dritten Quartal 2023 lt. IfW Kiel teilweise deutlich nachgegeben. Die Anzahl der Immobilientransaktionen ist deutlich gesunken. Dies zeigt das jüngste Update des German Real Estate Index (GREIX).

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 09.11.2023

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben im dritten Quartal 2023 teilweise deutlich nachgegeben. Gegenüber dem zweiten Quartal 2023 verbilligten sich alle Wohnsegmente, wobei es regional starke Unterschiede und Ausreißer nach oben gibt. Unter den großen Städten sind die Preise in Köln und Berlin am stabilsten. Die Anzahl der Immobilientransaktionen ist deutlich gesunken. Dies zeigt das jüngste Update des German Real Estate Index (GREIX), ein Gemeinschaftsprojekt von ECONtribute und IfW Kiel, der die tatsächlichen Verkaufspreise deutscher Immobilien nach aktuellen wissenschaftlichen Standards auswertet. Alle Daten für momentan 18 deutsche Städte und ihre Stadtteile sind frei verfügbar unter www.greix.de.

Damit zeigt das jüngste Update des Greix (German Real Estate Index), dass der Preisrückgang am Immobilienmarkt nach einer kurzen Sommerpause wieder Fahrt aufnimmt. Im Segment der Eigentumswohnungen ist der Preisverfall insgesamt betrachtet zwar nur noch moderat. Lokal sind aber starke Preiseinbrüche zu beobachten. Hoffnungen auf eine Stabilisierung und ein Ende des Preisverfalls, wie es die Entwicklung im 2. Quartal nahelegte, bewahrheiten sich nicht.

Verglichen mit dem Vorquartal, Q2 2023, gehen die Preise für Eigentumswohnungen um 1,5 Prozent zurück. Die Preise für Einfamilienhäuser sinken um 3,2 Prozent, die für Mehrfamilienhäuser um 5,9 Prozent.

Aufgrund der hohen Teuerung fallen die inflationsbereinigten Preisrückgänge für alle Marktsegmente noch stärker aus. Gemessen in aktueller Kaufkraft sinken die Preise von Eigentumswohnungen um 2,2 Prozent, für Einfamilienhäuser um 3,9 Prozent und für Mehrfamilienhäuser um 6,6 Prozent.

Verglichen zum Vorjahresquartal, Q3 2022, liegen alle Wohnsegmente sehr kräftig im Minus. Preise für Eigentumswohnungen stehen im Vergleich 10,5 Prozent tiefer, Preise für Einfamilienhäuser 12,1 Prozent und für Mehrfamilienhäuser 24 Prozent. Damit weiten vor allem Ein- und Mehrfamilienhäuser ihre Verluste im Vorjahresvergleich aus.

Die Anzahl verkaufter Immobilien ist dabei deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr (Q3, 2022) finden in allen Marktsegmenten rund ein Drittel weniger Verkäufe statt. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2019, 2020 und 2021 liegt der Einbruch bei bis zu 50 Prozent.

„Der Krise am deutschen Immobilienmarkt setzt sich fort. Die sinkenden Transaktionszahlen sprechen dafür, dass bei den gegenwärtigen Preisen nur wenige Verkäufer und Käufer zusammenfinden. Speziell mit Blick auf das Neubaugeschäft sind das schlechte Nachrichten. Für die Konjunktur, aber auch für den Standort Deutschland, der dringend neuen Wohnraum in den Städten braucht, um attraktiv für örtlich mobile Fachkräften zu sein“, sagt Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel.

Top 7 Städte

Die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen in Deutschlands Top-7-Metropolen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, München, Stuttgart) gehen fast durchgängig zurück. Nur in Köln steigen sie leicht um 1,1 Prozent. Den kräftigsten Preisrückgang verzeichnet Düsseldorf mit minus 6,6 Prozent. In Frankfurt am Main (-1,6 Prozent) und Stuttgart (-1,9 Prozent) sinken die Preise moderat, in Berlin (-0,8 Prozent) laufen sie fast seitwärts.

Hinweis: Für Hamburg und München liegen in diesem Update des Greix keine Daten für das dritte Quartal vor.

Weitere Städte

Auch außerhalb der Top-7-Metropolen verbilligen sich Eigentumswohnungen, wobei das Ausmaß große regionale Unterschiede aufweist. Die stärksten Rückgänge sind in Leipzig (-4 Prozent), Duisburg (-4,4 Prozent) und vor allem in Münster (-6,2 Prozent) sowie in Erfurt (-9,1 Prozent) zu beobachten.

Ausreißer nach oben sind Chemnitz (+5,2 Prozent) und Potsdam (+4,2 Prozent), wo die Preise gegenüber dem Vorquartal sogar recht deutlich steigen.

Rückgang seit Höchststand

Gegenüber den jeweiligen Höchstständen verlieren Eigentumswohnungen durch den abermaligen Preisrutsch weiter an Wert. Ausnahmen sind Berlin und Köln, wo sich die Preise stabilisieren bzw. leicht anziehen. In den beiden Metropolen sind die Verkaufspreise für Eigentumswohnungen darüber hinaus am stabilsten und notieren gegenüber den Boomzeiten mit 6 bzw. gut 4 Prozent im Minus.

Am größten ist der Wertverlust in Düsseldorf mit über minus 17 Prozent und Stuttgart mit über minus 15 Prozent. Für den Greix, also alle 18 Städte des Index, liegt der Preisrückgang gegenüber dem Höchststand bei gut 10 Prozent.

Gemessen in aktueller Kaufkraft ist die Wertminderung in allen Städten noch beträchtlicher und liegt circa 10 Prozentpunkte höher. Für Düsseldorf und Frankfurt beträgt der inflationsbereinigte Verlust gegenüber dem Höchststand rund 25 Prozent, für den Greix 20 Prozent.

„Die Zinserhöhungen der EZB haben eine deutliche Trendwende nach unten auf dem deutschen Wohnungsmarkt ausgelöst, und noch ist der Boden nicht in Sicht. Immerhin fallen die Preise schon jetzt nicht mehr so drastisch wie noch im letzten Jahr. Aber der Markt befindet sich auch auf einem niedrigeren Niveau, mittlerweile etwa auf dem von 2019. Der EZB-Entscheid, die Zinsen vorerst nicht weiter zu senken, ist zumindest ein Hoffnungsschimmer für eine Stabilisierung am Immobilienmarkt“, so Schularick.

Quelle: IfW Kiel

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Geschäfte im Einzelhandel laufen etwas schlechter

Die Geschäftslage im Einzelhandel hat sich lt. ifo Institut erneut etwas verschlechtert. Der Indikator fiel von -9,8 Punkten im September auf -13,4 Punkte im Oktober. Die Erwartungen an die kommenden Monate haben sich leicht verbessert, bleiben aber auf einem niedrigen Niveau.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 08.11.2023

Die Geschäftslage im Einzelhandel hat sich erneut etwas verschlechtert. Der Indikator fiel von -9,8* Punkten im September auf -13,4 Punkte im Oktober. Die Erwartungen an die kommenden Monate haben sich leicht verbessert, bleiben aber auf einem niedrigen Niveau. „Die Vorzeichen für den Start des Weihnachtsgeschäfts sind daher für viele Einzelhändler nicht eindeutig“, sagt ifo-Experte Patrick Höppner.

Besonders verhalten ist die Situation bei Möbelhäusern, Baumärkten und im Bekleidungshandel. Im dritten Quartal kamen dort zu wenige Kundinnen und Kunden in die Geschäfte: Das berichteten 58,2 % der Baumärkte, 73,7 % der Bekleidungshändler und 80,9 % der Möbelhäuser.

Im dritten Quartal meldeten 53,8 % (2. Quartal: 45,4 %) der Einzelhändler zu wenig Nachfrage. Daneben blieb der Fachkräftemangel für 38,5 % (35,4 %) der Unternehmen ein bedeutendes Problem. „Akute Personalprobleme haben sich bei vielen Einzelhändlern verfestigt. Erfolgreiche Strategien zur Fachkräftegewinnung und -sicherung werden daher für die Unternehmen immer wichtiger“, so Höppner.

*Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Inflationsrate im Oktober 2023 bei +3,8 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober 2023 bei +3,8 %. Im September 2023 hatte die Inflationsrate bei +4,5 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Oktober 2023 gegenüber dem Vormonat September 2023 unverändert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.11.2023

Inflationsrate sinkt auf den niedrigsten Stand seit August 2021

Verbraucherpreisindex, Oktober 2023

  • +3,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • +0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Oktober 2023

  • +3,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
  • -0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Oktober 2023 bei +3,8 %. Im September 2023 hatte die Inflationsrate bei +4,5 % gelegen. Die Rate hat sich damit weiter abgeschwächt und erreichte den niedrigsten Stand seit August 2021 (ebenfalls +3,8 %). „Die Inflationsrate bleibt im mittel- und im längerfristigen Vergleich dennoch hoch. Insbesondere die über den längeren Kriegs- und Krisenzeitraum gestiegenen Preise für Nahrungsmittel und für Energie sind für die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin spürbar“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, und ergänzt: „Aktuell lässt der Preisauftrieb auf der Verbraucherebene etwas nach. Die Jahresteuerung bei Nahrungsmitteln hat sich weiter abgeschwächt und die meisten Energieprodukte wurden binnen Jahresfrist sogar günstiger.“ Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, blieben die Verbraucherpreise im Oktober 2023 gegenüber dem Vormonat September 2023 unverändert.

Energieprodukte verbilligten sich um 3,2 % gegenüber Oktober 2022

Die Preise für Energieprodukte lagen im Oktober 2023 um 3,2 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats und dämpften somit die Inflationsrate. Im September 2023 hatte die Teuerung von Energie noch bei +1,0 % gelegen. Zuvor waren die Energiepreise im Vorjahresvergleich letztmals im Januar 2021 gesunken (-2,0 % gegenüber Januar 2020). Ausschlaggebend für den auffälligen Preisrückgang im Oktober 2023 war das sehr hohe Energiepreisniveau im Kriegs- und Krisenvorjahr (Basiseffekt). Besonders sichtbar wird dies bei den Kraftstoffen, die im Oktober 2023 um 7,7 % günstiger waren als ein Jahr zuvor. Die Preise für die Haushaltsenergie blieben im gleichen Zeitraum nahezu konstant (+0,1 % gegenüber Oktober 2022). Deutlich günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber dem Vorjahrsmonat waren zum Beispiel leichtes Heizöl (-28,2 %) und Erdgas (-13,0 %). Strom war im Oktober 2023 jedoch mit +4,7 % weiterhin merklich teurer als ein Jahr zuvor.

Nahrungsmittel bleiben Preistreiber mit +6,1 % gegenüber Oktober 2022

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Oktober 2023 um 6,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel verlangsamte sich damit erneut (September 2023: +7,5 %; August 2023: +9,0 %). Schwächer als im Oktober 2023 waren die Nahrungsmittelpreise im Vorjahresvergleich zuletzt im Februar 2022 gestiegen (+5,4 % gegenüber Februar 2021). Für viele Nahrungsmittelgruppen lag die Preiserhöhung im Oktober 2023 weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Vor allem für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+13,4 %) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (+10,9 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr bezahlen. Deutlich teurer wurden auch Obst (+9,6 %) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+8,6 %). Dagegen waren Speisefette und Speiseöle um 13,3 % günstiger als ein Jahr zuvor: Hier stand jedoch den merklichen Preisrückgängen bei Butter (-27,5 %) und Sonnenblumenöl, Rapsöl und Ähnlichem (-16,7 %) ein starker Preisanstieg bei Olivenöl (+38,0 %) gegenüber.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +4,3 %

Im Oktober 2023 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +4,5 % und die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie bei +4,3 %. Diese Kenngrößen verdeutlichen auch, dass die Teuerung in anderen Güterbereichen weiterhin hoch ist. Der Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, hatte sowohl im Oktober 2023 mit +4,3 % als auch bereits im September 2023 mit +4,6 % über der Gesamtteuerung gelegen (Inflationsrate im September 2023: + 4,5 %).

Waren verteuerten sich gegenüber Oktober 2022 um 3,6 %

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Oktober 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,6 %, wobei sich die Verbrauchsgüter um 3,5 % verteuerten. Insbesondere wurden hier neben den Nahrungsmitteln (+6,1 %) auch alkoholfreie Getränke (+8,8 %), sowie alkoholische Getränke und Tabakwaren (+8,5 %) teurer. Die Preise von Gebrauchsgütern lagen gegenüber Oktober 2022 um 3,8 % höher.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,9 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Oktober 2023 um 3,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, die Teuerung hierfür hat sich damit kaum geändert (September 2023: +4,0 %). Seit September 2023 dämpft das seit Mai 2023 gültige Deutschlandticket den Preisanstieg bei Dienstleistungen. Vor allem die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches verbilligten sich im Oktober 2023 (-22,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat). Weiterhin bedeutsam für die Preissteigerung bei Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten, die mit +2,0 % ebenfalls dämpfend wirkten. Einige andere Preise für Dienstleistungen erhöhten sich jedoch deutlich, unter anderem die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+10,7 %), für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen (+10,5 %) sowie für Pauschalreisen (+ 8,8 %) und Gaststättendienstleistungen (+6,7 %).

Preise für Mineralölprodukte sanken gegenüber dem Vormonat um 2,5 %

Im Vergleich zum September 2023 blieb der Verbraucherpreisindex im Oktober 2023 stabil (0,0 %). Die Energiepreise insgesamt sanken binnen Monatsfrist um 1,7 %. Die Preise für Kraftstoffe gingen um 2,8 % zurück. Unter der Haushaltsenergie wurde vor allem Erdgas (-1,3 %) günstiger. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt stiegen im Vergleich zum Vormonat kaum an (+0,1 %). Jedoch zogen im Oktober 2023 auch einige Preise deutlicher an, unter anderem saisonbedingt die Preise für Bekleidung und Schuhe (+1,3 %). (…)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Produktion im September 2023: -1,4 % zum Vormonat

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im September 2023 gegenüber August 2023 um 1,4 % gesunken. Damit war die Produktion den vierten Monat in Folge rückläufig.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.11.2023

Produktion in den energieintensiven Industriezweigen um 0,4 % gesunken

Produktion im Produzierenden Gewerbe
September 2023 (real, vorläufig):

  • -1,4 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
  • -3,7 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

August 2023 (real, revidiert):

  • -0,1 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
  • -1,9 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2023 gegenüber August 2023 saison- und kalenderbereinigt um 1,4 % gesunken. Damit war die Produktion den vierten Monat in Folge rückläufig. Im weniger volatilen Quartalsvergleich war die Produktion im 3. Quartal 2023 um 2,1 % niedriger als im 2. Quartal 2023. Im August 2023 sank die Produktion gegenüber Juli 2023 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse um 0,1 % (vorläufiger Wert: -0,2 %).

Innerhalb des Produzierenden Gewerbes sind überwiegend negative Entwicklungen der Wirtschaftsbereiche zu erkennen. Der Rückgang ist zu einem Großteil auf die Entwicklung in der Automobilindustrie zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt -5,0 % zum Vormonat). Weiterhin beeinflussten Rückgänge bei der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (-4,4 %) und in der Pharmaindustrie (-9,2 %) das Gesamtergebnis negativ. Einen positiven Einfluss hatte hingegen der Produktionszuwachs im Maschinenbau (+4,1 %).

Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) nahm im September 2023 gegenüber August 2023 saison- und kalenderbereinigt um 1,7 % ab. Die Produktion von Investitionsgütern ging um 0,2 % zurück, die Produktion von Vorleistungsgütern sank um 1,9 % und die Produktion von Konsumgütern um 4,9 %. Außerhalb der Industrie sank die Energieerzeugung im September 2023 um 1,7 %. Die Bauproduktion blieb zum Vormonat unverändert.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2022 war die Produktion im Produzierenden Gewerbe im September 2023 kalenderbereinigt 3,7 % niedriger. Die Industrieproduktion sank im gleichen Zeitraum um 3,3 %.

Produktion in energieintensiven Industriezweigen gesunken

In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im September 2023 gegenüber August 2023 saison- und kalenderbereinigt um 0,4 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2022 war die energieintensive Produktion im September 2023 um 8,5 % niedriger.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im September 2023: +0,2 % zum Vormonat

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im September 2023 gegenüber August 2023 um 0,2 % gestiegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 06.11.2023

Auftragseingang ohne Großaufträge: -2,2 %

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe:
September 2023 (real, vorläufig):

  • +0,2 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
  • -4,3 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

August 2023 (real, revidiert):

  • +1,9 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
  • -6,3 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im September 2023 gegenüber August 2023 saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im 3. Quartal 2023 um 3,9 % niedriger als im 2. Quartal 2023. Der Auftragseingang ohne Großaufträge fiel im September 2023 um 2,2 % gegenüber dem Vormonat. Für August 2023 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg des Auftragseingangs gegenüber Juli 2023 von 1,9 % (vorläufiger Wert +3,9 %). Die ungewöhnlich hohe Revision im August 2023 ist auf fehlerhaft gemeldete Daten im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurückzuführen.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes sind im September 2023 stark gegenläufige Entwicklungen der Auftragseingänge zu erkennen. Der Anstieg ist zu einem Großteil auf die Entwicklung im Maschinenbau zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt +8,5 % zum Vormonat). Weiterhin beeinflussten Zuwächse bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (+8,5 %) sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung (+8,7 %) das Gesamtergebnis positiv.

Einen stark negativen Einfluss hatte hingegen der Rückgang der Auftragseingänge im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-12,5 %). In diesem Bereich waren die Auftragseingänge im August 2023 zum Vormonat um 19,9 % gestiegen. Im September beeinflussten zudem Rückgänge in der Automobilindustrie (-2,5 %) und im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, etc.) (-9,7 %) das Gesamtergebnis negativ.

Sowohl im Bereich der Vorleistungsgüter (+0,9 %) als auch im Bereich der Investitionsgüter (+0,7 %) stieg der Auftragseingang im September 2023 gegenüber dem Vormonat. Bei den Konsumgütern ergab sich ein Rückgang um 8,4 %.

Die Auslandsaufträge erhöhten sich um 4,2 %. Dabei nahmen die Aufträge aus der Eurozone um 6,2 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone um 2,9 % zu. Die Inlandsaufträge fielen um 5,9 %.

Umsatz im September 2023 um 1,6 % niedriger als im Vormonat

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im September 2023 saison- und kalenderbereinigt 1,6 % niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2022 war der Umsatz kalenderbereinigt 2,3 % geringer. Für August 2023 ergab sich nach der Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,5 % gegenüber Juli 2023 (vorläufiger Wert +0,4 %). Auch hier waren die bereits erwähnten fehlerhaft gemeldeten Daten der Grund für die beträchtliche Revision.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Weltweiter Handel legt deutlich zu

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator weist für den Welthandel im Oktober im Vergleich zum Vormonat September lt. IfW Kiel einen deutlichen Anstieg von 2 Prozent aus (preis- und saisonbereinigt).

IfW Kiel, Pressemitteilung vom 07.11.2023

Der weltweite Handel zeigt sich im Oktober nach schwachen Vormonaten deutlich aufwärtsgerichtet (Vergleich zum Vormonat September, preis- und saisonbereinigt). Einen ähnlich starken Zuwachs gab es zuletzt im März. Getragen wird der Aufschwung insbesondere auch von den Mitgliedsländern der Europäischen Union, wo die Wirtschaftsleistung zuletzt leicht schrumpfte. Die starken Handelszahlen sind daher ein positives Zeichen für das 4. Quartal. Chinas Handelsaktivität spiegelt dagegen die global gedämpfte Konjunktur wider.

Das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator weist für den Welthandel im Oktober im Vergleich zum Vormonat September einen deutlichen Anstieg von 2 Prozent aus (preis- und saisonbereinigt).

Dieser wird insbesondere auch vom Handel der EU gestützt, wo sowohl Exporte (+2,5 Prozent) als auch Importe (+2,4 Prozent) mit einem klaren Plus versehen sind.

Für Deutschland liegen die Oktoberwerte für die Exporte (+1,8 Prozent) ebenfalls im grünen Bereich, für die Importe (-0,2 Prozent) zeigen sie seitwärts. Jüngste Zahlen der offiziellen Handelsstatistik hatten noch für September eine Abnahme der deutschen Exporte dokumentiert.

„Die Zahlen für den weltweiten Handel sind stark wie lange nicht mehr, nur im März dieses Jahres wurde ein vergleichbarer Zuwachs erreicht“, sagt Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicator.

„Durchaus überraschend, dass die guten Zahlen ausgerechnet vom EU-Handel getragen werden, wo die Wirtschaftsleistung zuletzt geschrumpft ist. Ihre fünf größten Volkswirtschaften – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande – könnten den Indikatorwerten zufolge ihre Exporte im Oktober gesteigert haben, was ein sehr positives Zeichen zu Beginn des vierten Quartals ist.“

In den USA dürften die Exporte (+0,2 Prozent) nach den Zahlen des Kiel Trade Indicator auf Vormonatsniveau liegen, die Importe (+2,1 Prozent) ansteigen.

Chinas Handel folgt offenbar dem konjunkturellen Abwärtssog rund um den Globus, die Indikatorwerte zeigen einen Rückgang für Exporte (-1,4 Prozent) und Importe (-1,2 Prozent) an. „Zwar hatten sich Chinas Exporte im August und September leicht positiv entwickelt. Der Oktober zeigt aber, dass sich eine Rückkehr zu vergangenen Expansionsphasen schwierig gestaltet“, so Stamer.

Reibungsloser Ablauf im Containerschiffnetzwerk

Obwohl die Wassermenge im Panamakanal weiter sinkt, bringt das für die Containerschifffahrt derzeit keine größeren Probleme. Es stauen sich kaum mehr Containerschiffe als üblich. Die etwa 110 Frachtschiffe, die auf beiden Seiten des Kanals ankern, sind vor allem Tanker und Massengutschiffe. Der Stau ist insgesamt in den vergangenen Monaten sogar leicht gefallen. Aufgrund des Niedrigwassers hat die Kanalbehörde die Anzahl von täglichen Frachtschiffspassagen weiter auf nun 25 reduziert, bei voller Auslastung wären es etwa 50 Prozent mehr.

Auch von anderen wichtigen Seeregionen gehen mittlerweile keine nennenswerten Einschränkungen mehr durch Schiffsstaus aus, Ausnahme sind die Häfen von Shanghai und Zhejiang, deren Staus saisonal stark schwanken. Die Menge an global verschifften Standardcontainern unterstreicht den derzeit recht reibungslosen Ablauf im Containerschiffnetzwerk. Die Anzahl war im September sprunghaft angestiegen und hält sich auch im Oktober oberhalb von 14 Millionen Stück, nahe am Höchststand von vor 2 Jahren.

„Von Seiten der Containerschifffahrt steht einem guten Weihnachtsgeschäft dieses Jahr nichts im Weg, der limitierende Faktor dürften die eher trüben Konjunkturaussichten und die anhaltende Inflation sein“, so Stamer.

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft

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Bundesregierung will Energiepreisbremsen verlängern

Die Bundesregierung will die Energiepreisbremsen verlängern. Eine Fortführung im Winter 2023/2024 würde eine Versicherung gegen unerwartete Risiken darstellen, heißt es in dem Verordnungsentwurf der Bundesregierung (20/9062).

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 06.11.2023

Die Bundesregierung will die Energiepreisbremsen verlängern. Eine Fortführung der Energiepreisbremsen im Winter 2023/2024 würde eine Versicherung gegen unerwartete Risiken darstellen, heißt es in dem Verordnungsentwurf der Bundesregierung (20/9062) zur Verlängerung der Energiepreisbremsen (PBVV).

Europa befinde sich angesichts des weiter andauernden Krieges in der Ukraine nach wie vor in einer Phase, in der unerwartet Risiken entstehen könnten. Die Strom- sowie die Gas- und Wärmepreisbremsen hätten im Winter 2022/2023 dazu beigetragen die Erwartungen der Letztverbraucherinnen und -verbraucher zu stabilisieren. Dies dürfte beruhigend auf die Energiemärkte gewirkt haben, heißt es in dem Entwurf. Die Energiepreisbremsen seien nach dem Strompreisbremsegesetz (StromPBG) und dem Erdgas- und Wärmepreisbremsengesetz (EWPBG) bis 31. Dezember 2023 befristet. Sie können aber jeweils durch Rechtsverordnung der Bundesregierung mit Zustimmung des Deutschen Bundestages bis 30. April 2024 verlängert werden. Das solle mit der Verordnung geschehen.

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 809/2023

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Auftragsstornierungen im Wohnungsbau erreichen neuen Höchststand

Die Stornierungswelle im Wohnungsbau reißt lt. ifo Institut nicht ab. Im Oktober meldeten 22,2 % der Unternehmen gestrichene Projekte, im Vormonat waren es 21,4 %.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.11.2023

Die Stornierungswelle im Wohnungsbau reißt nicht ab. Im Oktober meldeten 22,2 % der Unternehmen gestrichene Projekte, im Vormonat waren es 21,4 %. „Es wird immer schlimmer, mehr und mehr Projekte scheitern am gestiegenen Zinsniveau und den teuren Baupreisen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Das Neugeschäft im Wohnungsbau ist weiterhin sehr schwach, die Auftragsbestände der Firmen schmelzen ab.“

Bereits 48,7 % der Betriebe berichteten über Auftragsmangel, nach 46,6 % im September. Vor einem Jahr, im Oktober 2022, lag der Anteil noch bei 18,7 %. „Fast jeder zweite Betrieb im Wohnungsbau leidet mittlerweile unter Auftragsmangel und es werden jeden Monat mehr. Für einige wird die Situation bedrohlich, jedes zehnte Unternehmen meldete bereits Finanzierungsschwierigkeiten“, sagt Wohlrabe. „Der Ausblick für den Wohnungsbau bleibt finster, die Unternehmen stimmen sich auf harte Zeiten ein“, sagt Wohlrabe.

Die Erwartungen notierten bei außerordentlich schlechten -63,9 Punkten.

Quelle: ifo Institut

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Industriestrategie: Eine gute Standortpolitik ist die beste Industriepolitik

Die Industrie droht ihre Rolle als tragende Säule der deutschen Konjunktur zu verlieren. Das Bundeswirtschaftsministerium will mit seiner jüngst vorgestellten Industriestrategie gegensteuern. Doch um die Rahmenbedingungen tatsächlich zu verbessern, müssten nach einer aktuellen DIHK-Umfrage auch andere Bereiche der Politik mitziehen.

DIHK, Mitteilung vom 02.11.2023

In seiner kürzlich vorgestellten Industriestrategie bekräftigt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Bedeutung der Industrie – vom industriellen Mittelstand bis zur Großindustrie. Das „Netzwerk Industrie“ als enger Verbund von Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern prägt den Standort Deutschland und trägt maßgeblich zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hierzulande bei.

Die aktuelle DIHK-Umfrage zeigt jedoch, dass die Industrie derzeit nicht mehr die tragende Säule der Konjunktur ist. Nicht nur die aktuelle Lageeinschätzung fällt bei den Industriebetrieben deutlich schlechter aus als in der Gesamtwirtschaft. Auch die in der Vorumfrage schon trüben Erwartungen für die nächsten zwölf Monate haben sich weiter verdüstert. Fehlende Impulse aus dem Inland, eine schleppende Weltkonjunktur, hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Arbeitskosten, der Fachkräftemangel sowie eine überbordende Bürokratie machen der Branche enorm zu schaffen.

Entlastungen nötig – von A bis Z

Die Industriestrategie kommt zu einem Zeitpunkt, wo eine alarmierende konjunkturelle Entwicklung auf wachsende strukturelle Defizite am Standort Deutschland trifft. Sie formuliert einen klaren Auftrag und nimmt die Politik in die Pflicht, schnell zu handeln. Dabei ist nicht allein das Wirtschaftsministerium gefragt. Vielmehr ist der Schulterschluss mit anderen Bereichen der Politik Voraussetzung dafür, dass sich die Rahmenbedingungen hierzulande tatsächlich verbessern. Richtschnur dafür sollte die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sein. Das bedeutet vor allem eine geringere Regelungsdichte für unternehmerische Entscheidungen: von A wie Abbau von Bürokratie und Regulierung über U wie Unternehmenssteuerreform bis Z wie Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte. Gelingt es, die strukturellen Defizite zu verringern, kann dies auch konjunkturell einen neuen Aufschwung geben.

Ohne Energie keine Industrie!

Das Energieangebot ist zu gering, die Energiepreise sind für alle Betriebe zu hoch und für höchst energieintensive Unternehmen längst nicht mehr wettbewerbsfähig. Diese Probleme beschreibt die Strategie treffend, bleibt jedoch in puncto Lösungsvorschlägen hinter den Notwendigkeiten zurück. So sollte die Ausweitung des Energieangebots – vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien – insbesondere durch Strom-Partnerschaften gelingen: Der Ausbau wird dabei über Investitionszuschüsse und eine Netzentgeltabsenkung für grüne Stromlieferverträge (PPA) beschleunigt. Mit einer entsprechenden Ergänzung im Wachstumschancengesetz, das aktuell beraten wird, ließe sich dies schnell in die Tat umsetzen. Eine Senkung der Stromsteuer und die Übernahme verbleibender Abgaben und Umlagen in den Bundeshaushalt würden zudem den Strom in der Breite der Wirtschaft bezahlbarer machen. Und damit die Versorgung mit Wasserstoff zu einer echten Alternative werden kann, brauchen die Betriebe rasch Klarheit über eine Importstrategie und den Infrastrukturausbau.

Ohne Weltmärkte keine Aufträge!

In der Industrie hängt hierzulande jeder zweite Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Exportgeschäft ab. Die deutschen Unternehmen leben vom globalen Handel. Deshalb sollte eine Industriestrategie neben dem deutschen und dem europäischen Binnenmarkt auch die Weltmärkte im Blick behalten. Dazu gehört als politische Aufgabe der Abschluss von Handelsabkommen mit wichtigen Partnern wie dem Mercosur, Indien und Indonesien sowie ein deutlicher Bürokratieabbau in der Außenwirtschaft. Das würde auch die Diversifizierung von Lieferketten erleichtern.

Quelle: DIHK

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