Mehr Unternehmen wollen Preise erhöhen

Etwas mehr Unternehmen in Deutschland wollen lt. ifo Institut die Preise erhöhen. Nach zwölf Rückgängen in Folge sind ihre Preiserwartungen im September erstmals wieder von 14,7 auf 15,8 Punkte gestiegen.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.09.2023

Etwas mehr Unternehmen in Deutschland wollen die Preise erhöhen. Nach zwölf Rückgängen in Folge sind ihre Preiserwartungen im September erstmals wieder von 14,7* auf 15,8 Punkte gestiegen. „Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Inflationsrate das Zwei-%-Ziel der Europäischen Zentralbank erreichen wird“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Vor allem in der Gastronomie sind die Preiserwartungen kräftig von 49,1* auf 62,8 Punkte gestiegen. Bei den Einzelhändlern hingegen sank der Saldo von 33,6* auf 31,4 Punkte.

„Gute Nachrichten gibt es vom Baugewerbe. Wegen der Flaute wollen dort immer mehr Unternehmen ihre Preise senken“, sagt Wollmershäuser weiter. Die Preiserwartungen gingen auf -12,6 Punkte zurück, nach -10,2. Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Preiserwartungen leicht von 3,8 auf 4,6 Punkte. „Damit dürfte der Preisanstieg in der Industrie nahezu gestoppt sein“, ergänzt Wollmershäuser. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich jedoch gegenläufige Entwicklungen: Mehr Autohersteller planen, ihre Preise anzuheben (34,3 nach 21,0* Punkten), die Papierhersteller dagegen, sie zu senken (-55,4 nach -49,7*).

Bei den Dienstleistern insgesamt wollen wieder mehr Unternehmer ihre Preise anheben. Die Preiserwartungen stiegen von 23,7* auf 25,3 Punkte. Ähnlich wie im Handel machen Löhne in dieser Branche einen hohen Anteil der Kosten aus. Die kräftig gestiegenen Gehälter dürften von den Unternehmern zum Teil auf die Preise überwälzt werden.

Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei plus 100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei minus 100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

*Saisonbereinigt korrigiert

Quelle: ifo Institut

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Importpreise im August 2023: -16,4 % gegenüber August 2022

Die Importpreise waren im August 2023 um 16,4 % niedriger als im August 2022. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat im Juli 2023 bei -13,2 % und im Juni 2023 bei -11,4 % gelegen.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.09.2023

Importpreise, August 2023
-16,4 % zum Vorjahresmonat
+0,4 % zum Vormonat

Exportpreise, August 2023
-5,1 % zum Vorjahresmonat
+0,1 % zum Vormonat

Die Importpreise waren im August 2023 um 16,4 % niedriger als im August 2022. Das war der stärkste Rückgang der Importpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit November 1986 (-16,5 % gegenüber November 1985). Ausschlaggebend für den aktuellen Rückgang ist wie schon in den Vormonaten vor allem ein Basiseffekt durch die hohen Preissteigerungen im Vorjahr aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat im Juli 2023 bei -13,2 % und im Juni 2023 bei -11,4 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Juli 2023 stiegen die Importpreise im August 2023 um 0,4 %, nachdem sie seit September 2022 im Vormonatsvergleich durchgängig gesunken waren.

Auch die Exportpreise sind im August 2023 im Vorjahresvergleich mit -5,1 % deutlich gesunken. Im Vormonatsvergleich wurden Exporte 0,1 % teurer.

Rückgang der Importpreise auf deutlich niedrigere Energiepreise zurückzuführen

Energieeinfuhren waren im August 2023 um 54,0 % billiger als im August 2022, aber 4,1 % teurer als im Juli 2023. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas. Die Preise lagen hier im August 2023 um 73,4 % unter denen von August 2022. Gegenüber Juli 2023 fielen die Preise um 4,4 %.

Erheblich günstiger als im Vorjahresmonat waren auch alle anderen importierten Energieträger: Die Preise für elektrischen Strom sanken um 79,7 %, für Steinkohle um 61,4 %, für Erdöl um 23,0 % und für Mineralölerzeugnisse um 19,3 %. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise für importierte Energieträger jedoch deutlich: So war elektrischer Strom 20,9 % teurer als im Juli 2023, Mineralölerzeugnisse kosteten 11,9 % mehr, Erdöl war 7,5 % und Steinkohle 1,2 % teurer.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im August 2023 um 3,4 % niedriger als im August 2022. Gegenüber Juli 2023 fielen sie um 0,3 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 16,0 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,4 % gegenüber Juli 2023).

Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern und landwirtschaftlichen Gütern, gestiegene Preise für Konsum- und Investitionsgüter

Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im August 2023 um 9,7 % unter denen des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat Juli 2023 sanken sie um 0,7 %. Im Vergleich zum August 2022 verbilligten sich unter anderem Düngemittel und Stickstoffverbindungen (-53,7 %), Aluminium in Rohform und Aluminiumlegierungen (-28,0 %), Kunststoffe in Primärformen (-21,5 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-19,2 %). Dagegen verteuerten sich insbesondere Stärke und Stärkeerzeugnisse (+36,3 %) sowie Hohlglas (+14,3 %).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 1,5 % unter denen vom August 2022 (-0,2 % gegenüber Juli 2023). Billiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere Rohkaffee (-29,2 %), Naturkautschuk (-20,7 %) und Getreide (-19,4 %). Zu höheren Preisen importiert wurden dagegen lebende Schweine (+52,6 %) und Kakaobohnen (+42,6 %).

Importierte Gebrauchsgüter waren im Durchschnitt geringfügig günstiger als im August 2022 (-0,3 %). Gegenüber Juli 2023 verteuerten sie sich um 0,3 %.

Höher als im Vorjahr waren mit einem Plus von 2,5 % die Preise für Investitionsgüter (unverändert gegenüber Juli 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,7 %) sowie Maschinen (+3,1 %).

Auch die Preise für Konsumgüter lagen im Durchschnitt höher als im Vorjahr (+0,5 %). Gegenüber dem Vormonat Juli 2023 stiegen sie um 0,1 %.

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 0,7 % teurer (+0,1 % gegenüber Juli 2023), vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+2,2 % gegenüber August 2022, aber -0,5 % gegenüber Juli 2023). Besonders stark stiegen die Preise im Vergleich zu August 2022 für Obst- und Gemüseerzeugnisse (+7,1 %) sowie Getränke (+6,5 %), Fleisch und Fleischerzeugnisse waren 2,5 % teurer als vor einem Jahr. Hier lagen insbesondere die Preise für Schweinefleisch mit einem Plus von 26,6 % deutlich über denen von August 2022. Preiswerter als vor einem Jahr waren dagegen Milch und Milcherzeugnisse (-14,0 %).

Preisrückgang bei Energieexporten, landwirtschaftlichen Gütern und Vorleistungsgütern

Der Index der Exportpreise lag im August 2023 um 5,1 % unter dem Stand von August 2022. Das war der stärkste Rückgang der Ausfuhrpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der monatlichen Indexberechnung im Jahr 1962. Im Juli 2023 hatte die Jahresveränderungsrate bei -3,2 % gelegen, im Juni 2023 bei -0,9 %. Gegenüber dem Vormonat Juli 2023 stiegen die Exportpreise leicht um 0,1 %, nachdem sie seit Januar 2023 im Vormonatsvergleich durchgängig gesunken waren.

Die Preise für Energieexporte waren im August 2023 um 59,7 % niedriger als ein Jahr zuvor (+9,7 % gegenüber Juli 2023). Wie bei den Importpreisen lag der Rückgang gegenüber dem Vorjahr insbesondere in den um 73,8 % stark gesunkenen Erdgaspreisen begründet. Gegenüber dem Vormonat wurde Erdgas zu höheren Preisen exportiert (+3,3 %). Preiswerter als vor einem Jahr waren auch Mineralölerzeugnisse (-17,5 %), sie wurden aber gegenüber Juli 2023 um 11,3 % teurer.

Exportierte Vorleistungsgüter verbilligten sich gegenüber August 2022 um 4,8 % (-0,6 % gegenüber Juli 2023). Die Preise für den Export landwirtschaftlicher Güter waren 8,5 % niedriger als im Vorjahr (-1,2 % gegenüber Juli 2023).

Dagegen wurden Investitionsgüter zu 3,5 % höheren Preisen als im Vorjahr exportiert. Auch die Preise für exportierte Konsumgüter stiegen im Vorjahresvergleich (+2,1 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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„Gewinninflation“ in vier Wirtschaftsbereichen treibt Teuerung in Deutschland erheblich

Ein kräftiges Wachstum bei den Gewinnen von Unternehmen in einigen Branchen ist lt. Hans-Böckler-Stiftung ein wichtiger Grund dafür, dass die Inflation in Deutschland seit Anfang 2021 stark angestiegen ist und das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) weit überschreitet.

Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 28.09.2023

Ein kräftiges Wachstum bei den Gewinnen von Unternehmen in einigen Branchen ist ein wichtiger Grund dafür, dass die Inflation in Deutschland seit Anfang 2021 stark angestiegen ist und das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) weit überschreitet. Neben den Preisschocks von den internationalen Energie- und Nahrungsmittelmärkten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hat eine „Gewinninflation“ damit wesentlich dazu beigetragen, dass die Teuerungsraten im vergangenen und in diesem Jahr sehr hoch waren und sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Trotz der deutlichen gesamtwirtschaftlichen Wirkung konzentriert sich das Phänomen auf einen relativ kleinen Teil der Wirtschaft. Auffällig ist der Anstieg der nominalen Stückgewinne in vier Wirtschaftsbereichen verlaufen: Am Bau, im von der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) so zusammengefassten Großbereich „Handel, Verkehr und Gastgewerbe“ sowie etwas abgeschwächt im Bereich „Produzierendes Gewerbe ohne Bau- und Verarbeitendes Gewerbe“, zu dem die Energieerzeugung gehört, und in der Landwirtschaft. Vor allem in den ersten beiden Bereichen sind nach der neuen Analyse des IMK nicht nur die Gewinne stark gewachsen, sie stiegen auch stärker als in anderen europäischen Ländern und ihre Entwicklung lief jener der Löhne voraus, sodass man hier von einer durch Gewinnsteigerungen induzierten Inflation sprechen kann. In anderen Branchen, etwa weiten Teilen der Industrie, stiegen die Gewinnmargen dagegen lediglich moderat, so dass von ihnen kein besonderer Inflationsdruck ausging.

Eindeutige Ursachen für die außergewöhnlichen Gewinnanstiege lassen sich bislang noch nicht identifizieren, weil dafür noch nicht genügend aktuelle Daten aus der VGR vorliegen. Weitgehend ausschließen können die Forschenden des IMK allerdings die These einer Überschussnachfrage als zentrale Ursache für die gestiegenen nominalen Stückgewinne. Danach hätten Konsumentinnen und Konsumenten Produkte kurzfristig so stark nachgefragt, dass sich durch den „normalen“ Preisbildungsmechanismus deutlich höhere Preise ergeben. Dieser These widerspreche die Nachfrageentwicklung in den besonders durch Gewinnanstiege geprägten Wirtschaftsbereichen, betonen die Studienautor*innen Prof. Dr. Sebastian Dullien, Dr. Ulrike Stein und Prof. Dr. Alexander Herzog-Stein.

In ihrer Untersuchung durchleuchten die Forschenden die Gewinnentwicklung in der deutschen Wirtschaft erstmalig über den gesamten Zeitraum von Anfang 2021, als die zuvor sehr schwache Preisentwicklung anzog, bis inklusive des 2. Quartals 2023, dem jüngsten, für das aktuell VGR-Daten verfügbar sind. Als relevante Größe betrachten die Wissenschaftler*innen die nominalen Stückgewinne von Unternehmen als Gegenstück zu den nominalen Lohnstückkosten. Inflationstreibend sind Stückgewinne oder -kosten, wenn ihr Zuwachs die EZB-Zielinflationsrate von jährlich zwei Prozent deutlich überschreitet, und das nicht nur kurzfristig. Um die Trends besser einordnen zu können, vergleichen die Forschenden die Daten für Deutschland aus der aktuellen Krise mit denen anderer EU-Staaten sowie mit der Entwicklung in der weltweiten Finanzkrise ab 2008.

In der Analyse zeigt sich, dass die nominalen Stückgewinne gesamtwirtschaftlich ab Mitte 2021 deutlich angezogen haben und dann ab Anfang 2022 noch einmal sehr stark zulegten. Im Ergebnis lagen sie am Ende des 2. Quartals 2023 fast 25 Prozent höher als im wirtschaftlich „normalen“ Vergleichsjahr 2019, bevor die Corona-Krise begann. Vereinbar mit dem Inflationsziel der EZB wäre in dem Zeitraum ein Anstieg von weniger als 8 Prozent gewesen. Bei systematischer Betrachtung der unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche erweisen sich vier Bereiche als wesentliche Treiber der gesamtwirtschaftlichen „Gewinninflation“: Baugewerbe/Bau, Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie „Produzierendes Gewerbe ohne Bau- und Verarbeitendes Gewerbe“, zu der die Energieerzeugung gehört, und Landwirtschaft.

Gemeinsam haben die vier Branchen auffällig starke Gewinnsteigerungen, bei denen die Profite in der Spitze um knapp 50 bis fast 100 Prozent gegenüber 2019 hochschnellten (siehe Abbildung 2 in der Studie). Im Detail unterscheidet sich die Gewinnentwicklung zwischen diesen Branchen dabei im zeitlichen Ablauf sowie in der Stärke zum Teil erheblich. So hat sich in der Landwirtschaft der drastische Ausschlag relativ früh und stark zurückgebildet. In den drei übrigen Wirtschaftsbereichen dauerte die Gewinnrallye deutlich länger, sie scheint mittlerweile ihren Höhepunkt aber ebenfalls überschritten zu haben.

Verschiedene Forschende, die für Deutschland, Europa oder die USA ebenfalls eine „Gewinninflation“ beobachten, haben diverse Hypothesen zur Erklärung aufgestellt. Dazu zählen, bezogen vor allem auf die USA, ein Nachfrageüberschuss, der auch aus einer zu starken staatlichen Stützung der Nachfrage in der Krise resultieren soll. Ein anderer Erklärungsansatz geht aus von implizit koordinierten Preiserhöhungen zwischen einflussreichen Unternehmen. Das heißt dass diese, ohne formale Absprache, ausnutzen, dass sich viele Verbraucherinnen angesichts von Lieferkettenproblemen in der Corona- und von Energiepreisschüben in der Ukrainekrise auf steigende Preise eingestellt haben. In diesem Klima dehnen die Konzerne zusätzlich ihre Margen aus. Eine weitere Hypothese basiert auf dem Phänomen der asymmetrischen Preissetzung: Unternehmen geben Preiserhöhungen bei Vorprodukten oder Energie schneller und stärker an ihre Kundinnen weiter als Preissenkungen.

Dullien, Stein und Herzog Stein prüfen die verschiedenen Ansätze anhand der vorliegenden VGR-Daten auf ihre Plausibilität. Für die Hypothese der Überschussnachfrage finden sie keinerlei empirischen Beleg. Die asymmetrische Preissetzung kann nach Analyse der IMK-Fachleute allenfalls einen Teil des Gewinnschubs erklären, weil dieser schon einsetzte, bevor die Energiepreise im Frühjahr 2022 explodierten. Die These von den impliziert koordinierten Preiserhöhungen von Unternehmen mit einer gewissen Marktmacht, für die Prof. Dr. Isabella Weber und ihr Ko-Autor Evan Wasner in den USA einige Indizien gefunden haben, stehe in Deutschland „durchaus mit den aggregierten Daten in Einklang“, schreiben die IMK-Expert*innen. Allerdings stelle sich die Frage, „warum dieser Kanal insbesondere bei jenen Wirtschaftsbereichen wirken sollte, die jetzt besonders hohe Gewinnanstiege zu verbuchen haben.“ Denn während etwa der Einzelhandel tatsächlich stark konzentriert ist, sind Gastgewerbe oder Baubranche eher durch kleine Unternehmen geprägt.

Generell fehlten für eine vertiefte Analyse noch die nötigen Daten, konstatieren die Forschenden. Ihr Fazit daher: Die „Gewinninflation“ ist eine Realität, auch wenn sie sich langsam abzuschwächen scheint. Wie sie zustande kommt, lässt sich derzeit noch nicht befriedigend erklären.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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Deutschland-Tempo: Neue oder alte Zeitrechnung für Genehmigungsverfahren?

Die gesetzlichen Weichen für das Tempo beim Ausbau von Verkehrsinfrastruktur oder Industrieanlagen werden lt. DIHK momentan gestellt. Durchgreifende Beschleunigungen, wie sie etwa beim LNG-Terminal Wilhelmshaven möglich waren, sind den Gesetzesentwürfen zufolge aber vorerst nicht in Sicht.

DIHK, Mitteilung vom 28.09.2023

Der 17. Dezember 2022 hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher: Damals eröffnete Olaf Scholz nach 194 Tagen Planungs- und Bauzeit in Wilhelmshaven das erste LNG-Terminal Deutschlands – eine Rekordzeit. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die schon seit Jahren auf die Genehmigung einer Umgehungsstraße oder Industrieanlage warten, werden sich die Augen gerieben haben. Jahre war die bisherige Zeitrechnung für Planungs- und Genehmigungsverfahren in Deutschland – zumal für so große Infrastruktureinrichtungen wie LNG-Terminals. Aber Tage?

Vorbild für weitere „Tempo-Projekte“

Möglich gemacht hatte diese Geschwindigkeit das sogenannte LNG-Beschleunigungsgesetz, das im Frühjahr 2022 verabschiedet wurde. Es reduziert Prüfpflichten, verkürzt Fristen und erlaubt das spätere Festlegen von Ersatzmaßnahmen. Mit Erfolg: Dauerten Genehmigungsverfahren für vergleichbare Projekte bisher manchmal sogar Jahrzehnte, erfolgte die Fertigstellung dieses Terminals nach nur einem guten halben Jahr. Das Gesetz gilt daher als Vorbild für weitere Beschleunigungsmaßnahmen. Im Juli 2022 folgte ein Gesetzespaket mit zahlreichen Erleichterungen für den Windenergie-Ausbau an Land. Später erleichterte der Gesetzgeber nach längerem Drängen der Wirtschaft den „Fuel-Switch“ – die Brennstoffumstellung von Gas auf Öl – auch schon vor dem Vorliegen einer behördlichen Genehmigung.

Gesetzesentwürfe für Industrie und Infrastruktur wieder enttäuschend

Die Erwartung war deshalb groß, als das Bundeskabinett im April 2023 zwei weitere Gesetzesentwürfe zur Beschleunigung der Genehmigung von Industrieanlagen und der Verkehrsinfrastruktur (Straße, Schiene, Luft und Wasserwege) beschloss. Doch als Experten aus Unternehmen und IHKs die Gesetzeswerke studierten, wurde klar: Zwar sind einige Verbesserungen vorgesehen – etwa für den Ersatzneubau von Brücken oder das Einhalten von Fristen durch Genehmigungsbehörden. Doch so wegweisende Erleichterungen, wie sie für LNG-Terminals, Windenergie-Anlagen oder den Fuel-Switch letztlich erfolgreich waren, bleiben für viele Bundesstraßen oder Industrieanlagen vorerst Zukunftsmusik.

Jetzt Weichen stellen

Noch ist es für eine neue Zeitrechnung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren jedoch nicht zu spät. Am 20. September konnte die DIHK im Verkehrs- und Umweltausschuss des Bundestages die Wünsche der Unternehmen nach schnelleren Verfahren erläutern. Zu den wichtigsten Empfehlungen der Wirtschaft an die Abgeordneten zählen dabei ein Abbau von Prüfpflichten und von Stichtagsregelungen sowie verbindlichere Fristen für Behörden beziehungsweise einen erleichterten vorzeitigen Baubeginn. Jetzt gehen die Parlamentsberatungen in die entscheidende Phase. Danach wird sich zeigen, ob Unternehmen bei Genehmigungsverfahren weiterhin in Jahren rechnen müssen. Oder ob sie sich künftig doch – wie am 17. Dezember 2022 in Wilhelmshaven – auf eine überschaubare Zahl von Tagen einstellen können.

Quelle: DIHK

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Inflationsrate im September 2023 voraussichtlich +4,5 %

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wird die Inflationsrate in Deutschland im September 2023 voraussichtlich +4,5 % betragen. Das ist der niedrigste Wert seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.09.2023

Verbraucherpreisindex, September 2023:
+4,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, September 2023:
+4,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,2 % zum Vormonat (vorläufig)

Die Inflationsrate in Deutschland wird im September 2023 voraussichtlich +4,5 % betragen. Das ist der niedrigste Wert seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. Zuletzt war die Inflationsrate im Februar 2022 mit +4,3 % niedriger als im aktuellen Monat. Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Im August 2023 hatte die Inflationsrate bei +6,1 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber August 2023 voraussichtlich um 0,3 %. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, oftmals auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +4,6 % (August 2023: +5,5 %).

Im September 2023 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat mit +7,5 % weiterhin überdurchschnittlich. Dagegen lag der Anstieg der Energiepreise mit +1,0 % deutlich unterhalb der Vorjahresveränderungsrate des Gesamtindex. Grund dafür ist unter anderem ein Basiseffekt gegenüber September 2022, welcher durch die Maßnahmen des dritten Entlastungspakets der Bundesregierung (Auslaufen des Tankrabatts) beeinflusst wurde. Auf die Preisentwicklung im Bereich der Dienstleistungen mit +4,0 % zum Vorjahresmonat wirkt als Basiseffekt der Wegfall des von Juni bis August 2022 geltenden 9-Euro-Tickets im September 2022.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2023: Kaufkraft kehrt zurück – Politische Unsicherheit hoch

Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Jahr 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,6 %. Damit wird die Prognose vom Frühjahr 2023 kräftig um 0,9 Prozentpunkte nach unten revidiert.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.09.2023

Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Jahr 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,6 %. Damit wird die Prognose vom Frühjahr 2023 kräftig um 0,9 Prozentpunkte nach unten revidiert. „Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich die Industrie und der private Konsum langsamer erholen, als wir im Frühjahr erwartet haben“, sagt Oliver Holtemöller, stellvertretender Präsident und Leiter der Abteilung Makroökonomik am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Deutschland befindet sich seit über einem Jahr im Abschwung. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022 hat der Erholung von der Pandemie ein jähes Ende bereitet. Die schon zuvor anziehende Verbraucherpreisinflation ist auf über 8 % gestiegen. Dadurch wird den privaten Haushalten Kaufkraft entzogen. Die Leitzinsen sind um über vier Prozentpunkte gestiegen. Das trifft insbesondere die Bauwirtschaft.

Die Stimmung in den Unternehmen hat sich zuletzt erneut verschlechtert, dazu trägt auch politische Unsicherheit bei. Insgesamt deuten die Indikatoren darauf hin, dass die Produktion im dritten Quartal 2023 nochmals spürbar gesunken ist. Allerdings haben mittlerweile die Löhne aufgrund der Teuerung angezogen, die Energiepreise abgenommen und die Exporteure die höheren Kosten teilweise weitergegeben, sodass Kaufkraft zurückkehrt. Daher dürfte der Abschwung zum Jahresende abklingen und der Auslastungsgrad der Wirtschaft im weiteren Verlauf wieder steigen.

Für das Jahr 2024 liegt die Prognose mit 1,3 % nur 0,2 Prozentpunkte unter der Prognose vom Frühjahr. In den Jahren danach wird sich bemerkbar machen, dass das Potenzialwachstum aufgrund der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung mittelfristig deutlich zusammenschmilzt.

Die konjunkturelle Schwäche ist mittlerweile auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Die Institute erwarten allerdings nur einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 2,6 Millionen Personen im Jahr 2023. Im kommenden Jahr wird die Zahl der Arbeitslosen wohl leicht sinken.

An der Preisfront entspannt sich die Lage nach und nach. Die Inflationsrate dürfte im Jahr 2023 bei 6,1 % liegen und auf 2,6 % im Jahr 2024 zurückgehen. Die Kerninflation (Inflation ohne Energiepreise) sehen die Institute im laufenden Jahr bei 6,1% und im kommenden Jahr bei 3,1 %.

Quelle: ifo Institut

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Mehr als 40 Prozent der Start-up-Strategie bereits umgesetzt

Mehr als 40 Prozent der 130 Maßnahmen der Start-up-Strategie, die die Bundesregierung im Juli 2022 beschlossen hat, sind bereits umgesetzt worden (BT-Drucks. 20/8450).

Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 27.09.2023

Mehr als 40 Prozent der 130 Maßnahmen der Start-up-Strategie, die die Bundesregierung im Juli 2022 beschlossen hat, sind bereits umgesetzt worden. Das geht aus einer Unterrichtung (20/8450) zum ersten Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Start-up-Strategie der Bundesregierung hervor. Mit der Strategie sollen die Rahmenbedingungen für Start-ups in Deutschland verbessert werden.

Zu den bereits umgesetzten Projekten zählen laut der Unterrichtung der DeepTech & Climate Fonds, der in das Wachstum von Unternehmen mit Zukunftstechnologien investiert. Hingekommen sei zudem der Wachstumsfonds Deutschland, der privates Kapital institutioneller Investoren aus Deutschland und Europa für die Start-up-Finanzierung mobilisieren soll. Genannt wird weiterhin das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das Start-ups bei der Talentgewinnung helfen soll. (…)

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 699/2023

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Deutsche Wirtschaft setzt auch auf Open Source

Ob Bürosoftware, Videokonferenzen oder Grafikbearbeitung – für die meisten Anwendungen gibt es auch Open-Source-Lösungen. Sie werden inzwischen in der Breite der deutschen Wirtschaft eingesetzt: 7 von 10 Unternehmen (69 Prozent) nutzen lt. Bitkom Open-Source-Lösungen. Nur 18 Prozent stehen Open Source ablehnend gegenüber.

Bitkom, Pressemitteilung vom 27.09.2023

  • 7 von 10 Unternehmen verwenden Open-Source-Software
  • Als wichtigste Vorteile gelten Kosten und Zugriff auf den Quellcode
  • Bitkom veröffentlicht „Open Source Monitor 2023“

Ob Bürosoftware, Videokonferenzen oder Grafikbearbeitung – für die meisten Anwendungen gibt es auch Open-Source-Lösungen. Sie werden inzwischen in der Breite der deutschen Wirtschaft eingesetzt: 7 von 10 Unternehmen (69 Prozent) nutzen Open-Source-Lösungen. Nur 18 Prozent stehen Open Source ablehnend gegenüber. Das sind Ergebnisse des „Open Source Monitor 2023“, den der Digitalverband Bitkom am 27.09.2023 veröffentlicht hat. Für den Monitor wurden 1.155 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland sowie 102 Personen aus der öffentlichen Verwaltung befragt. „Open Source ist keine nerdige Nische in der digitalen Welt. Open Source bietet den Unternehmen konkrete Vorteile, etwa durch individuell angepasste Lösungen oder auch die Möglichkeit, eine Software umfassend auf Sicherheitslücken zu überprüfen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Open Source bietet aber auch Chancen für den Standort Deutschland und hilft, dem Ziel der Digitalen Souveränität näher zu kommen.“

Als größte Vorteile von Open Source gelten Kosteneinsparungen, die 35 Prozent nennen, und der Zugriff auf den Quellcode (16 Prozent), dahinter folgen die einfache Anpassung an eigene Bedürfnisse (7 Prozent) sowie der leichte Anbieterwechsel (6 Prozent). Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl von Open-Source-Lösungen ist für Unternehmen, die bereits Open Source verwenden, die Funktionalität. Sie wird von 95 Prozent der Unternehmen genannt. Große Bedeutung haben außerdem die Sicherheit und verfügbare Sicherheitszertifizierungen (93 Prozent) sowie die Darlegung von Urheberschaft und Rechteinhaberschaft (85 Prozent).

Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) trägt zum Erfolg von Open Source bei. Am häufigsten durch kostenpflichtigen Support oder Lizenzen für kostenpflichtige Enterprise-Varianten entsprechender Lösungen (41 Prozent). In jedem vierten Unternehmen (25 Prozent) arbeiten aber auch Teams oder einzelne Beschäftigte aktiv an Projekten in der Open-Source-Community mit und 15 Prozent stellen veränderten Quellcode selbst wieder zur Verfügung. Allerdings wird in den Unternehmen der Open-Source-Einsatz häufig noch nicht strategisch angegangen. Nur jedes Dritte (32 Prozent) hat eine Open-Source-Strategie.

Quelle: Bitkom

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Deutscher Mittelstand hat Energiepreisschwankungen bisher gut verkraftet

Die turbulenten Preisentwicklungen auf den Energiemärkten infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben viele kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland heftig und unvorbereitet getroffen. Insgesamt hat der deutsche Mittelstand lt. KfW Research die Energiepreisschwankungen jedoch gut verkraftet.

KfW/KfW Research, Pressemitteilung vom 27.09.2023

  • Mehrheit der Unternehmen hat durch energiebewusstes Verhalten den Energieverbrauch reduziert
  • Energiekostenanteil im Mittelstand niedriger als noch vor Ausbruch des Ukrainekrieges
  • Weitere Einsparmaßnahmen für viele Kleinunternehmen herausfordernd

Die turbulenten Preisentwicklungen auf den Energiemärkten infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben viele kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland heftig und unvorbereitet getroffen. Insgesamt hat der deutsche Mittelstand die Energiepreisschwankungen jedoch gut verkraftet. Neben dem mittlerweile wieder gesunkenen Energiepreisniveau und generell nachlassenden Krisensymptomen waren hierbei vor allem umfangreiche Maßnahmen zur Senkung des unternehmerischen Energieverbrauchs ausschlaggebend: Bereits im März 2023 hatten 72 % der mittelständischen Unternehmen ihren Energieverbrauch durch energiebewusstes Verhalten, wie etwa die Absenkung der Raumtemperatur oder spritsparendes Fahren, reduziert, weitere 9 % hatten dies geplant. Das zeigen zwei Sonderbefragungen von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels. Auch aufwändigere Maßnahmen wie Investitionen in Energieeffizienz bzw. in die Erzeugung von Strom/Wärme aus erneuerbaren Energien wurden von immerhin schon 19 % bzw. 15 % umgesetzt (geplant: 16 % bzw. 20 %).

Dass sich die zum Teil massiven Einsparbemühungen der Unternehmen ausgezahlt haben, wird auch mit Blick auf den Energiekostenanteil im Mittelstand deutlich. Schon vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2021 machten bei etwa einem Drittel (34 %) der mittelständischen Unternehmen die Energiekosten maximal zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus. Diese Gruppe hat sich seitdem noch einmal vergrößert: Im Frühjahr 2023 hatten 42 % der kleinen und mittleren Firmen einen maximalen Anteil der Energiekosten am Gesamtumsatz von zwei Prozent. Dies entspricht rund 1,6 Mio. Unternehmen. Bei weiterhin 31 % liegen die Energiekosten zwischen zwei und fünf Prozent des Umsatzes, bei jedem fünften Mittelständler bei 5-10 %. Gleichzeitig halbierte sich der Anteil der Mittelständler mit einem hohen Energiekostenanteil (mehr als zehn Prozent) von 16 % auf 7 %.

Mit Blick auf künftige Energieeinsparmöglichkeiten zeigt sich, dass gut ein Viertel der mittelständischen Unternehmen (28 %) bereits Maßnahmen umgesetzt und außerdem noch weitere Energieeinsparungen geplant hat. Ähnlich viele haben bisher weder Sparmaßnahmen durchgeführt noch geplant (27 %), 4 %, sind über die Planung noch nicht hinausgekommen. Jedoch geben auch 41 % an, alle – ihnen zum aktuellen Zeitpunkt bekannten bzw. mit ihren derzeitigen finanziellen und technologischen Möglichkeiten – zur Verfügung stehenden Sparmaßnahmen ausgeschöpft zu haben. Hierbei zeigt sich ein deutlicher Größenunterschied: Vor allem für die Kleinunternehmen scheinen weitere Einsparungen herausfordernd. Von den Mittelständlern mit weniger als 10 Beschäftigten berichten 42 %, bereits alle Maßnahmen ausgeschöpft zu haben, unter den großen Mittelständlern mit über 50 Beschäftigten sind es nur 29 %. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte darin liegen, dass größere Unternehmen über mehr Kapazitäten verfügen, auch aufwändigere Einsparmaßnahmen durchzusetzen. Während einfache Methoden, wie energiebewussteres Verhalten, von nahezu jedem Unternehmen ohne größeren Aufwand durchgeführt werden können, erfordern größere Investitionsvorhaben mehr Ressourcen, die kleine Firmen seltener aufbringen können. Darüber hinaus sehen sich auch energieintensive Unternehmen – also solche, bei denen mehr als zehn Prozent des Umsatzes auf Energiekosten entfallen – mit 62 % deutlich häufiger Herausforderungen für weitere Energieeinsparmaßnahmen gegenüber. Dies ist naheliegend, denn gerade energieintensive Unternehmen haben sich aufgrund ihrer Kostenstruktur in der Vergangenheit bereits intensiver mit Einsparmaßnahmen befasst und diese entsprechend umgesetzt.

„Die momentane Lage der kleinen und mittleren Unternehmen mit Blick auf die Energiekostenbelastung ist weitestgehend entspannt – auch weil die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht und beispielsweise durch energiebewusstes Verhalten ihre Kosten gesenkt haben“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

„Gerade im derzeitigen Umfeld ist die Vorhersage von Energiepreisschwankungen mit großer Unsicherheit verbunden. In jedem Fall gilt es, die Energiekostenentwicklung und die Kostentragfähigkeit der mittelständischen Unternehmen weiterhin im Auge zu behalten und gegebenenfalls mit Hilfe geeigneter Maßnahmen, wie Beratung oder finanzieller Förderung, die Unternehmen bei der Identifizierung und Umsetzung weiterer Energieeinsparmaßnahmen zu unterstützen.“ (…)

Quelle: KfW

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Konsumklima: Keine Erholung in Sicht für 2023

Ein deutlicher Anstieg der Sparneigung lässt das Konsumklima erneut sinken. GfK prognostiziert für das Konsumklima im Oktober -26,5 Punkte und damit 0,9 Punkte weniger als im Vormonat (revidiert -25,6 Punkte).

GfK, Pressemitteilung vom 27.09.2023

Nach einer insgesamt negativen Entwicklung im Vormonat, geht die Verbraucherstimmung in Deutschland im September erneut leicht zurück. Die Konjunkturerwartung legt zwar etwas zu und auch die Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung verzeichnen minimale Zuwächse. Ein deutlicher Anstieg der Sparneigung lässt das Konsumklima allerdings erneut sinken. GfK prognostiziert für das Konsumklima im Oktober -26,5 Punkte und damit 0,9 Punkte weniger als im Vormonat (revidiert -25,6 Punkte). Dies sind Ergebnisse der GfK Konsumklimastudie für September 2023.

Die Sparneigung klettert nach einem Plus von 7,5 Punkten auf einen Wert von 8,0 Zählern und damit auf den höchsten Stand seit April 2011 mit damals 8,8 Punkten. Dieser deutliche Anstieg lässt das Konsumklima zum zweiten Mal in Folge leicht sinken. „Damit dürften die Chancen auf eine Erholung der Konsumstimmung noch in diesem Jahr auf Null gesunken sein“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Gründe dafür sind eine anhaltend hohe Inflationsrate aufgrund stark steigender Lebensmittel- und Energiepreise. Somit wird der private Konsum in diesem Jahr keinen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten.“

Für eine signifikante Verbesserung der Binnennachfrage ist es absolut notwendig, dass die Inflationsrate wieder auf ein erträgliches Maß zurückgeführt wird. Die Europäische Zentralbank strebt dabei für die Euro-Länder eine Rate von etwa 2 Prozent an. Wann diese Größe erreicht sein wird, ist bislang nicht abzusehen.

Einkommensaussicht stabilisiert sich

Nach den spürbaren Verlusten im Vormonat stabilisiert sich die Einkommenserwartung im September. Der Indikator zeigt sich nach einem minimalen Plus von 0,2 Punkten mit -11,3 Punkten nahezu unverändert.

Die hohe Inflationsrate von derzeit 6,1 Prozent drückt auf die Kaufkraft der privaten Haushalte und verhindert damit auch eine nachhaltige Erholung der Einkommensstimmung. Vor allem die stark gestiegenen Lebensmittelpreise belasten die Haushalte spürbar. Hinzu kommt, dass auch die Energiepreise, etwa für Benzin und Heizöl, zuletzt wieder leicht zugelegt haben.

Anschaffungsneigung verharrt auf sehr niedrigem Niveau

Die Anschaffungsneigung tritt weiter auf der Stelle. Der Indikator gewinnt nur 0,6 Punkte hinzu und weist mit -16,4 Punkten nach wie vor einen sehr niedrigen Wert auf. Seit mehr als einem Jahr verharrt die Konsumneigung nun in diesem Bereich. Ein im Vergleich noch niedrigeres Niveau wurde zuletzt während der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 gemessen.

Der Indikator stagniert und zeigt keinen klaren Trend. Steigende Ausgaben für Lebensmittel und Energie belasten die Budgets der privaten Haushalte und lassen weniger finanzielle Mittel für andere, vor allem größere, Anschaffungen. Folglich wird die Konsumfreude erst dann wieder zurückkommen, wenn die Inflationsrate auf ein akzeptables Niveau zurückgeführt wird und die Haushalte spürbare reale Einkommenszuwächse verzeichnen können.

Konjunkturaussicht vorerst ohne weiteren Rückgang

Ähnlich der Einkommenserwartung stabilisiert sich auch die Konjunkturerwartung nach einem deutlichen Rückgang im Vormonat. Der Indikator gewinnt 2,8 Punkte hinzu und weist nun -3,4 Punkte auf.

Der deutschen Wirtschaft steht in diesem Jahr eine leichte Rezession bevor. Nach den aktuellen Prognosen sowohl des ifo Institutes für Wirtschaftsforschung (ifo) als auch dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen. Zudem hat die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nachgelassen. So erwarten das DIW für dieses Jahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um etwa 150.000 Personen. Schließlich verstärken die steigenden Unternehmensinsolvenzen die Sorgen vieler Beschäftigter vor Jobverlust. (…)

Quelle: GfK

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