Importpreise im Dezember 2022: +12,6 % gegenüber Dezember 2021

Die Importpreise waren im Dezember 2022 um 12,6 % höher als im Dezember 2021. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich der Anstieg im Vorjahresvergleich weiter abgeschwächt.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 31.01.2023

Jahresdurchschnitt 2022: Stärkster Anstieg der Importpreise seit 1974

Importpreise, Dezember und Jahr 2022

  • +12,6 % zum Vorjahresmonat
  • -1,6 % zum Vormonat
  • +26,3 % Jahresdurchschnitt 2022 gegenüber 2021

Exportpreise, Dezember und Jahr 2022

  • +10,6 % zum Vorjahresmonat
  • +0,1 % zum Vormonat
  • +14,6 % Jahresdurchschnitt 2022 gegenüber 2021

Die Importpreise waren im Dezember 2022 um 12,6 % höher als im Dezember 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich der Anstieg im Vorjahresvergleich weiter abgeschwächt. Im November 2022 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr noch bei +14,5 % gelegen, im Oktober 2022 bei +23,5 %. Gegenüber dem Vormonat November 2022 fielen die Importpreise im Dezember 2022 um 1,6 % und damit zum vierten Mal in Folge. Im Jahresdurchschnitt 2022 waren die Importpreise 26,3 % höher als im Vorjahr. Dies war der stärkste Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr seit 1974 (+28,7 % gegenüber 1973).

Preisanstieg im Vorjahresvergleich nach wie vor auf höhere Energiepreise zurückzuführen, Energie gegenüber Vormonat aber meist billiger

Hauptverantwortlich für den Anstieg der Importpreise im Vorjahresvergleich waren weiterhin die Preissteigerungen für den Import von Energie. Energieeinfuhren waren im Dezember 2022 um 34,1 % teurer als im Dezember 2021, verbilligten sich aber für fast alle Energiearten gegenüber November 2022 (-5,6 %). Der Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet. Die Preise lagen hier im Dezember 2022 um 45,5 % über denen von Dezember 2021 (-1,0 % gegenüber November 2022).

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 46,0 % über denen von Dezember 2021 und stiegen auch gegenüber November 2022 (+2,8 %).

Dagegen waren Mineralölerzeugnisse mit +28,4 % zwar ebenfalls teurer als vor einem Jahr, verbilligten sich aber mit -12,2 % deutlich gegenüber November 2022. Auch die Preise für importiertes Erdöl waren höher als vor einem Jahr (+18,4%), sanken aber ebenfalls im Vormonatsvergleich (-13,9 % gegenüber November 2022).

Elektrischer Strom war mit +11,6 % ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber November stiegen die Preise hier um 40,8 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Dezember 2022 um 8,2 % höher als im Dezember 2021. Gegenüber November 2022 sanken sie um 0,7 %. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 11,8 % über dem Stand des Vorjahres (-0,5 % gegenüber November 2022).

Höhere Preise für Vorleistungsgüter gegenüber Dezember 2021 vor allem bei Papier und Pappe

Importierte Vorleistungsgüter hatten mit einem Plus von 8,2 % gegenüber Dezember 2021 neben der Energiepreisentwicklung den größten Einfluss auf die Veränderungsrate des Gesamtindex. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise für Vorleistungsgüter um 1,2 %.

Höher als im Dezember 2021 waren vor allem die Importpreise für Papier und Pappe (+35,0 %), für Holz- und Zellstoff (+25,9 %) sowie für Aluminium und Halbzeug daraus (+14,7 %).

Importierte Verbrauchsgüter waren binnen Jahresfrist 11,0 % teurer, vor allem bedingt durch den Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+21,7 % gegenüber Dezember 2021). Unter anderem lagen die Preise für Milch und Milcherzeugnisse mit +25,8 %, für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +24,9 % sowie für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +16,2 % erheblich über denen von Dezember 2021. Im Vormonatsvergleich verbilligten sich die Verbrauchsgüter um 0,4 %.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 7,7 % mehr als im Dezember 2021 (-0,9 % gegenüber November 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 7,2 % über denen von Dezember 2021 (+0,9 % gegenüber November 2022). Weiterhin teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere lebende Schweine (+101,8 %), Eier (+54,3 %) und Getreide (+15,2 %), während Rohkaffee zu 8,2 % niedrigeren Preisen importiert wurde.

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Dezember 2022 um 6,5 % über denen von Dezember 2021 (-0,1 % gegenüber November 2022). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Maschinen (+7,6 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+7,1 %).

Anstieg der Importpreise auch im Jahresdurchschnitt bedingt durch Energieverteuerung

Im Jahresdurchschnitt 2022 waren die Importpreise 26,3 % höher als im Vorjahr. 2021 hatten sie um 13,5 % über denen des Vorjahres gelegen. Im Jahr 2020 waren sie im Vorjahresvergleich um 4,3 % gefallen.

Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Plus von 111,2 % gegenüber 2021 die Veränderungsrate der Importpreise. Alle Energieträger waren 2022 im Durchschnitt deutlich teurer als 2021. Besonders stark stiegen die Preise für Erdgas (+178,6 %), Steinkohle (+161,9 %) und für elektrischen Strom (+144,0 %). Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen im Durchschnitt um 74,8 % und für Erdöl um 57,8 % über denen von 2021.

Der Importpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2022 um 13,5 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Importpreise 23,3 % höher als 2021.

Vorleistungsgüter waren 2022 um 18,9 % teurer als im Jahr 2021. Die Importpreise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen um 116,7 %, für Papier und Pappe um 37,7 %, für Metalle um 26,6 % und für Kunststoffe in Primärformen um 19,2 % über dem Niveau von 2021. Dagegen wurde für Eisenerze im Durchschnitt 7,0 % weniger bezahlt als ein Jahr zuvor.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter stiegen gegenüber 2021 um 18,9 %. Insbesondere für Rohkaffee (+38,6 %), Getreide (+36,4 %) und lebende Schweine (+36,2 %) musste im Durchschnitt mehr bezahlt werden als im Vorjahr.

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im Durchschnitt um 12,1 % über denen des Jahres 2021. Besonders verteuerten sich pflanzliche und tierische Öle und Fette (+30,5 %), ebenso Milch und Milcherzeugnisse (+29,4 %) sowie Fleisch und Fleischerzeugnisse (22,7 %).

Importierte Gebrauchsgüter waren durchschnittlich um 8,7 % teurer als 2021.

Bei den Investitionsgütern, die gegenüber 2021 eine Preissteigerung um durchschnittlich 7,2 % aufwiesen, waren unter anderem Maschinen (+7,9 %) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,4 %) teurer als ein Jahr zuvor.

Anstiege bei Vorleistungsgütern und Investitionsgütern wie auch bei Energie treiben Exportpreise

Der Index der Exportpreise lag im Dezember 2022um 10,6 % über dem Stand von Dezember 2021. Im November 2022 und im Oktober 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +11,6 % beziehungsweise bei +13,1 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2022 stiegen die Exportpreise leicht um 0,1 %.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatten im Dezember 2022 die Preissteigerungen bei den Vorleistungsgütern mit einem Plus von 12,1 % (-0,4 % gegenüber November 2022). Vorleistungsgüter haben einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren.

Hier waren insbesondere Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+38,3 %) sowie Papier und Pappe (+24,3 %) erheblich teurer als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Energieexporte waren im Dezember 2022 um 33,4 % höher als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 7,1 %. Den größten Einfluss auf die Vorjahresrate für exportierte Energie hatten hier die Veränderungsraten von Erdgas (+51,9 %) und Mineralölerzeugnissen (+28,0 %). Während Erdgas auch gegenüber November 2022 teurer wurde (+12,8 %), sanken die Preise für Mineralölerzeugnisse im Vormonatsvergleich um 11,6 %.

Investitionsgüter wurden zu 7,0 % höheren Preisen als im Vorjahr exportiert (-0,2 % gegenüber November 2022). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Dezember 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,0 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,2 %).

Preisanstiege bei Vorleistungsgütern und Energie verantwortlich für Anstieg des Exportpreisindex 2022 im Vergleich zu 2021

Im Jahresdurchschnitt 2022 lagen die Exportpreise um 14,6 % über denen des Vorjahres (2021 gegenüber 2020: +5,6 %). Dies war auch hier der stärkste Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr seit 1974 (+16,9 % gegenüber 1973).

Bei den Exportpreisen beeinflusste der Preisanstieg der Vorleistungsgüter (+17,4 %) wegen des hohen Wägungsanteils maßgeblich die Jahresveränderungsrate, auch wenn sich die Energieträger deutlich stärker verteuert hatten (+114,2 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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Kein „Happy Birthday“ – Drei Jahre Brexit für die Wirtschaft

Ob Datenschutz oder Lebensmittel: Drei Jahre nach dem Brexit entfernt sich das Vereinigte Königreich immer weiter von den Standards der Europäischen Union. Dabei wären ein Wiederaufbau der durch den EU-Austritt beschädigten Beziehungen und eine engere wirtschaftliche Anbindung aus Sicht der Unternehmen lt. DIHK durchaus vorteilhaft.

DIHK, Mitteilung vom 26.01.2023

Am 31. Januar 2020 verließ das Vereinigte Königreich (UK) die Europäische Union, genau ein Jahr später den EU-Binnenmarkt und die Zollunion. Nach 47 Jahren als wichtiges EU-Mitglied errichtete Großbritannien erhebliche Barrieren im Handel mit seinen Nachbarn. Nun verfolgt das Land eine umfassende Abwendung von EU-Standards und Normen, worunter die Planungssicherheit für Unternehmen und der bilaterale Handel leiden. Welche Perspektiven gibt es für die deutsche Wirtschaft im UK-Geschäft?

UK rutscht aus den Top Ten

Die deutschen Investitionen in Großbritannien sind seit dem Brexit-Referendum 2016 rückläufig – im Gegensatz zu den Investitionen bei anderen wichtigen deutschen Handelspartnern wie Frankreich, Italien oder Polen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Ausfuhren: Während Großbritannien 2016 noch der drittwichtigste Exportmarkt Deutschlands war, ist das Land 2022 auf Platz acht abgerutscht. Als Handelspartner hat das Vereinigte Königreich im gleichen Zeitraum sogar noch mehr an Bedeutung verloren: Hatte es zuvor an fünfter Stelle rangiert, ist es nun auf Platz elf gelandet. Dies zeigt, dass auch das umfassende EU-UK-Handelsabkommen die enge Wirtschaftsintegration des EU-Binnenmarktes nicht ersetzen kann.

Wirtschaftliche Perspektive weiter unsicher

Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien sind weiterhin in Gefahr. Immer stärker distanziert sich das UK mit seinen politischen Entscheidungen vom EU-Abkommen. Dies lässt sich beispielweise an der einseitigen Änderung der Regelungen des Nordirland-Protokolls erkennen. Damit hat Großbritannien gegen die mit der EU vereinbarten Regeln verstoßen und mehrere Streitbeilegungsverfahren ausgelöst – eines sogar vor der Welthandelsorganisation.

Zudem hat sich die britische Regierung entschieden, in allen Rechtstexten die Verweise auf EU-Regularien zu streichen. Insbesondere die Pläne zum Abweichen von EU-Regeln und Standards etwa im Datenschutz, bei Lebensmitteln oder in der Chemie unterminieren auch für deutsche Unternehmen die notwendige Planbarkeit im UK-Geschäft. Es ist hier wichtig, dass die EU weiter gemeinsam entschlossen agiert und europäische Wirtschaftsinteressen verteidigt.

Enge Partnerschaft nötig

In Zeiten großer globaler Herausforderungen und angesichts vergleichbarer Wirtschaftsinteressen ist es erforderlich, die EU-UK-Beziehungen wiederaufzubauen. Schließlich bleibt das Vereinigte Königsreich als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt ein attraktiver Markt und Innovationsstandort, aber auch ein wichtiger Partner zur Gestaltung der zukünftigen Welthandelsordnung. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Karfreitagsabkommens im April sollte sich die Bundesregierung verstärkt dafür einsetzen, dass die britische Regierung ihre Blockadehaltung zum Nordirlandprotokoll revidiert.

Aus Sicht der Unternehmen wäre eine engere wirtschaftliche EU-UK-Anbindung vorteilhaft. So sollte Großbritannien dem Pan-Europa-Mittelmeer-Übereinkommen (PEM) über Präferenzursprungsregeln beitreten und ein Veterinärabkommen mit der EU vereinbaren, um den Warenhandel zu erleichtern. Ferner sollte das Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien um einen außenpolitischen Teil ergänzt werden, der eine institutionelle Zusammenarbeit im Bereich Sanktionen und Exportkontrollen ermöglichen würde.

Quelle: DIHK

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Arbeitsmarkt: In welchen Berufen bis 2026 die meisten Fachkräfte fehlen

Der Fachkräftemangel gilt als größtes Problem der deutschen Wirtschaft. Eine neue Studie des IW Köln zeigt, in welchen Berufen es bis 2026 besonders dramatisch wird – und wo sich die Lage entspannt.

IW Köln, Pressemitteilung vom 27.01.2023

Der Fachkräftemangel gilt als größtes Problem der deutschen Wirtschaft. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, in welchen Berufen es bis 2026 besonders dramatisch wird – und wo sich die Lage entspannt.

Die gute Nachricht zuerst: 2026 könnte es bundesweit rund 152.000 mehr Erzieher geben als noch 2021, das ist ein größerer Zuwachs als in allen anderen Berufen. Die schlechte Nachricht: Der Bedarf wächst noch stärker, sodass der Fachkräftemangel bestehen bleibt – bis 2026 dürften bundesweit immer noch 23.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Das geht aus einer neuen IW-Studie hervor, die die künftige Entwicklung von 1.300 Berufen untersucht. Für die Berechnung nehmen die IW-Wissenschaftler an, dass sich die Trends der vergangenen sieben Jahre in Zukunft fortsetzen, dass beispielsweise ähnlich viele Menschen nach Deutschland zuwandern oder die Menschen weiterhin jedes Jahr etwas später Rente gehen.

Viel mehr Softwareentwickler – aber immer noch zu wenig

2026 dürfte es zudem deutlich mehr Experten für Softwareentwicklung geben als noch 2021: Ihre Zahl steigt voraussichtlich um rund 84.500, das entspricht einem Zuwachs von fast 50 Prozent. Trotzdem steigt auch die Fachkräftelücke auf knapp 7.000 – ebenfalls ein Plus von fast 50 Prozent. Ähnlich entwickelt sich die Situation in der Kranken- und Altenpflege: Auch dort werden künftig deutlich mehr Menschen arbeiten, aber immer noch längst nicht genug, um den Bedarf zu decken.

In vielen Berufen werden bis 2026 aber auch weniger Menschen arbeiten: Den größten Rückgang gibt es bei ausgebildeten Bankkaufleuten (-74.000). Damit einher geht aber keine große Fachkräftelücke, denn durch den Wandel im Bankensektor geht der Bedarf an klassischen Bankkaufleuten zurück.

„Viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen können nur bewältigt werden, wenn es genügend Fachkräfte gibt“, sagt IW-Studienautor Alexander Burstedde. „Sonst werden zu wenig Windräder gebaut, Menschen gepflegt, Kinder betreut und die Digitalisierung lahmt weiter wie bisher.“ Nach wie vor entscheiden sich viele Menschen für Berufe, in denen es keinen Mangel gibt, während Mangelberufe zu selten gewählt werden.

Großer Handlungsdruck durch den demografischen Wandel – vor allem in Westdeutschland

Die vielen Renteneintritte der Babyboomer werden viele Arbeitskräfte kosten, vor allem in Westdeutschland. Bleibt die Zuwanderung auf dem gleichen Niveau wie bisher, kann die Lücke nur zu rund 70 Prozent ausgeglichen werden. „Wir müssen vor allem älteren Menschen attraktive Angebote machen, damit sie freiwillig länger arbeiten – gerne auch in Teilzeit“, sagt Studienautor Alexander Burstedde. „Sonst bleibt die Arbeit in Zukunft immer öfter liegen.“

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

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ifo Beschäftigungsbarometer gestiegen (Januar 2023)

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat zugelegt. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Januar auf 100,2 Punkte, nach 99,6 Punkten im Dezember. Der schwindende Pessimismus in der deutschen Wirtschaft zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.01.2023

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat zugelegt. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Januar auf 100,2 Punkte, nach 99,6 Punkten im Dezember. Der schwindende Pessimismus in der deutschen Wirtschaft zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt.

In der Industrie ist das Beschäftigungsbarometer merklich gestiegen. Insbesondere im Maschinenbau und der Elektroindustrie werden neue Mitarbeiter gesucht. Auch bei den Dienstleistern hat die Einstellungsbereitschaft zugenommen. Gerade in der IT-Branche sind viele Stellen unbesetzt. Die Entlassungen bei großen IT-Firmen sind eine Chance für viele kleine und mittlere Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen. Im Handel halten sich Einstellungs- und Entlassungspläne in etwa die Waage. Im Bauhauptgewerbe gibt es trotz des schwierigen Umfelds leicht positive Beschäftigungserwartungen.Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ifo Instituts.

Quelle: ifo Institut

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ifo Exporterwartungen gestiegen (Januar 2023)

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im Januar auf plus 4,3 Punkte gestiegen, von plus 2,0 Punkten im Dezember. Die deutschen Exporteure hoffen auf neuen Schwung zu Beginn des Jahres.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.01.2023

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich verbessert. Die ifo Exporterwartungen sind im Januar auf plus 4,3 Punkte gestiegen, von plus 2,0 Punkten im Dezember. Die deutschen Exporteure hoffen auf neuen Schwung zu Beginn des Jahres.

Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie rechnet mit deutlichen Zuwächsen bei den Exporten in den kommenden Monaten. Auch in die Chemische Industrie ist der Optimismus zurückgekehrt. Nach zuletzt sechs Monaten mit pessimistischen Erwartungen gehen nun viele Unternehmen davon aus, ihre Exporte steigern zu können. Höhere Auslandsumsätze erwartet auch die Autoindustrie. Sie geht aber von einen merklich weniger starken Anstieg aus als in den beiden Monaten zuvor. Im Maschinenbau zeichnet sich im Moment wenig Dynamik ab. Die Unternehmer rechnen eher mit einem konstanten Exportgeschäft. Die Unternehmen in der Metallindustrie gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus. Gleiches gilt für die Möbelbranche.

Quelle: ifo Institut

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Unterstützung für KMU bei Small Ticket-Finanzierungen – Außenwirtschaft stärken

BMF und BMWK haben sich auf ein Instrument der Außenwirtschaftsförderung geeinigt, mit dem die Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen) ergänzt werden.

BMF und BMWK, Gemeinsame Pressemitteilung vom 25.01.2023

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie das Bundesministerium der Finanzen haben sich auf ein Instrument der Außenwirtschaftsförderung geeinigt, mit dem die Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen) ergänzt werden. Damit wird ein Vorhaben des Koalitionsvertrages umgesetzt.

„Es ist geplant, die Forfaitierungsgarantie bis zum Ende des zweiten Quartals 2023 einzuführen. Der Bund kann mit diesem Instrument den Banken den Großteil der Risiken aus der Übernahme von bundesgedeckten Forderungsverkäufen der Exporteure aus zugrunde liegenden Exportgeschäften gegen Zahlung einer entsprechenden Prämie abnehmen. So verschaffen wir exportorientierten KMU spürbare Liquiditätsspielräume. Damit stärken wir den deutschen Mittelstand.“

Parlamentarischer Staatssekretär im BMF, Dr. Florian Toncar

„Mit dem neuen Instrument helfen wir kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU), im Auslandsgeschäft ihr volles Potenzial zu nutzen. Die neuen Garantien helfen den Unternehmen dabei, ihre Zahlungsrisiken im Auslandsgeschäft zu verringern. Damit wird eine seit Jahren bekannte Lücke bei Exportgarantien mit Auftragswerten unter 10 Mio. Euro geschlossen.“

Parlamentarische Staatssekretärin im BMWK, Dr. Franziska Brantner

Quelle: BMF

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ifo Geschäftsklimaindex gestiegen (Januar 2023)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 90,2 Punkte gestiegen, nach 88,6 Punkten im Dezember.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.01.2023

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 90,2 Punkte gestiegen, nach 88,6 Punkten im Dezember. Dies war auf merklich weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Unternehmen waren jedoch etwas unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Die deutsche Wirtschaft startet zuversichtlicher ins neue Jahr.

Im Verarbeitenden Gewerbe setzte der Index seine Aufwärtsbewegung fort. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage besser. Zudem hellten sich die Erwartungen für das erste Halbjahr merklich auf. Der Auftragsbestand ist rückläufig, aber weiterhin auf einem hohen Niveau. In den kommenden Monaten soll die Produktion steigen.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Für die kommenden Monate waren die Dienstleister weniger pessimistisch. Die laufenden Geschäfte entwickeln sich hingegen weniger gut. Dies gilt insbesondere für Transport und Logistik sowie für das Gastgewerbe.

Im Handel ist der Index deutlich gestiegen. Insbesondere die Erwartungen verbesserten sich. Die Firmen bewerteten die aktuelle Lage weiterhin leicht positiv.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima geringfügig verbessert. Die Unternehmen blickten etwas weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Mit den laufenden Geschäften waren sie etwas weniger zufrieden.

Quelle: ifo Institut

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Höhere Innovationsausgaben und mehr forschende Unternehmen

Die deutsche Wirtschaft hat die Ausgaben für Innovationen im Jahr 2021 deutlich um 4,7 Prozent auf 178,6 Mrd. Euro gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle ZEW-Innovationserhebung 2022.

ZEW, Pressemitteilung vom 24.01.2023

ZEW-Innovationserhebung 2022: Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat die Ausgaben für Innovationen im Jahr 2021 deutlich um 4,7 Prozent auf 178,6 Milliarden Euro gesteigert. Damit wurde der Rückgang aus dem Jahr 2020 – damals sanken die Innovationsausgaben pandemiebedingt um 3,6 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro – wettgemacht. Das Vor-Pandemie-Niveau aus dem Jahr 2019 (176,9 Milliarden Euro) wurde allerdings nur leicht übertroffen. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der kontinuierlich forschenden Unternehmen um knapp 8 Prozent auf einen neuen Höchststand von etwa 42.000. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Innovationserhebung 2022, die das ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich durchführt.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Es ist eine gute Nachricht, dass die Unternehmen bei den Innovationsausgaben im zweiten Pandemiejahr stark aufgeholt haben und sogar mehr in Innovationen investiert haben als noch im Jahr vor der Pandemie. Mich freut besonders, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen kräftig zulegen konnten. Nur mit Forschung und Innovation können wir die großen Herausforderungen meistern, vor denen unser Land steht. Deswegen wollen wir die Rahmenbedingungen für Innovation und Transfer weiter verbessern. Mit der Zukunftsstrategie Forschung und Innovation werden wir unsere Anstrengungen und Ressourcen als Bundesregierung bündeln und auf die großen Herausforderungen ausrichten. Ein Schwerpunkt ist hierbei die Erhöhung der Innovatorenquote kleiner und mittlerer Unternehmen und die Steigerung der Gründungsrate. So sichern wir Innovationsfähigkeit und damit Wachstum und Wohlstand.“

Wie in den Vorjahren entwickelten sich auch 2021 die Innovationsausgaben in den Dienstleistungssektoren günstiger. Mit einem Wachstum von 9,7 Prozent nahmen sie mehr als dreimal so stark zu wie in der Industrie (+3,0 Prozent). Gleichwohl liegt das Niveau der Innovationsausgaben in den Industriebranchen mit 130,6 Milliarden Euro weiterhin erheblich über dem in den Dienstleistungen (48,0 Milliarden Euro).

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wiesen 2021 mit einem Zuwachs um 9 Prozent eine höhere Dynamik der Innovationsausgaben auf als Großunternehmen, die ihre Ausgaben um 3,9 Prozent steigerten. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem Jahr 2020 fort, in dem die Innovationsausgaben der KMU leicht angestiegen waren, während die Großunternehmen einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen hatten.

Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz, die sogenannte Innovationsintensität, sank 2021 zum ersten Mal seit sechs Jahren. Mit 3,0 Prozent lag sie um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Ausweitung der Innovationsausgaben im Jahr 2021 hielt damit nicht Schritt mit der kräftigen, zum Teil inflationsgetriebenen, Expansion der Umsätze.

Für die Jahre 2022 und 2023 dürften die Innovationsausgaben mit etwa 180 Milliarden Euro kaum weiter zunehmen. Allerdings sind diese Zahlen nur grobe Richtwerte. Aufgrund des unsicheren weltwirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds konnten viele Unternehmen keine Planzahlen zur Entwicklung der Innovationsausgaben vorlegen.

Konzentration der Innovationstätigkeit auf forschende Unternehmen

Im Jahr 2021 hat sich die Innovationstätigkeit in Deutschland auf weniger Unternehmen konzentriert. Bei insgesamt gestiegenen Innovationsausgaben ging die Anzahl der Unternehmen mit Innovationsaktivitäten auf rund 198.000 (59,6 Prozent aller Unternehmen) zurück. 2020 waren noch mehr als 201.000 Unternehmen (60,9 Prozent) innovationsaktiv gewesen. Dabei stieg die Anzahl der Unternehmen, die auf Basis eigener, kontinuierlicher Forschungs- und Entwicklungs(FuE)-Tätigkeit innovieren, um knapp 8 Prozent auf 42.000 an. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Innovationserhebung Anfang der 1990er-Jahre. Auch die Anzahl der gelegentlich forschenden Unternehmen nahm zu, um 6 Prozent auf rund 33.000. Rückläufig war dagegen die Anzahl der Unternehmen, die ohne eigene FuE Innovationsaktivitäten verfolgen. Ein Teil dieser Unternehmen hatte im Jahr 2020 in Reaktion auf die veränderten Bedingungen durch die Pandemie Innovationsprojekte umgesetzt, die insbesondere die Digitalisierung von Prozessen und Vertriebswegen betrafen. 2021 dürfte dieser Effekt nicht mehr schlagend gewesen sein. Der Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen ging im Jahr 2021 um 1,3 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent zurück.

Fokus auf Kostenreduktion

Eine weitere Verschiebung der Innovationstätigkeit betrifft den stärkeren Fokus auf Kostensenkungen. Gleichzeitig ging die Anzahl der Unternehmen zurück, die originär neue Produktinnovationen (Marktneuheiten) eingeführt haben. Im Jahr 2021 wiesen rund 44.000 Unternehmen in Deutschland und damit 13,4 Prozent aller Unternehmen kostenreduzierende Prozessinnovationen auf – eine Zunahme von 13 Prozent gegenüber 2020. Nur 21.000 Unternehmen (6,4 Prozent) hatten Marktneuheiten im Angebot, ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber 2020. Die mit Prozessinnovationen erzielte durchschnittliche Stückkostensenkung erhöhte sich 2021 auf 3,3 Prozent (2020: 3,1 Prozent). Der Umsatzanteil von Marktneuheiten stieg trotz der rückläufigen Anzahl von Unternehmen mit solchen Innovationen leicht von 3,2 Prozent (2020) auf 3,3 Prozent (2021) an. Hierfür waren allerdings Sondereffekte aus der Einführung von Covid19-Impfstoffen verantwortlich.

Quelle: ZEW

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Hoffnungsvoller Start des Konsumklimas in das Jahr 2023

Die Verbraucherstimmung in Deutschland startet lt. GfK mit etwas mehr Optimismus in das Jahr 2023. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung erholen sich weiter und legen spürbar zu. Die Anschaffungsneigung setzt ihr Auf und Ab der letzten Monate fort und verliert aktuell leicht.

GfK, Pressemitteilung vom 24.01.2023

Die Verbraucherstimmung in Deutschland startet mit etwas mehr Optimismus in das Jahr 2023. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung erholen sich weiter und legen spürbar zu. Die Anschaffungsneigung setzt ihr Auf und Ab der letzten Monate fort und verliert aktuell leicht. GfK prognostiziert für das Konsumklima für Februar 2023 -33,9 Punkte und damit 3,7 Punkte mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert -37,6 Punkte). Dies sind die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2023.

Damit verbessert sich das Konsumklima zum vierten Mal in Folge. Weniger stark steigende Preise für Energie – auch aufgrund kostendämpfender Maßnahmen der Bundesregierung – sind in erster Linie für den erfreulichen Start verantwortlich.

„Mit dem vierten Anstieg in Folge festigt sich der positive Trend des Konsumklimas. Auch wenn das Niveau noch sehr niedrig ist, hat der Pessimismus zuletzt doch nachgelassen“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Sinkende Preise für Energie, wie Benzin und Heizöl, haben dafür gesorgt, dass die Konsumstimmung weniger trüb ist. Dennoch wird das Jahr 2023 für die Binnenkonjunktur schwierig bleiben. Der private Konsum wird in diesem Jahr keinen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten können. Darauf deutet auch das nach wie vor sehr niedrige Niveau des Indikators hin“.

Einkommenserwartung legt spürbar zu

Die Einkommensaussichten der Verbraucher bleiben auf Erholungskurs. Der Indikator lässt sein Rekordtief vom September 2022 mehr und mehr hinter sich und gewinnt im Januar 11,2 Punkte hinzu. Er klettert damit auf -32,2 Punkte. Dies ist der vierte Anstieg in Folge. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Minus jedoch noch immer gut 49 Punkte. Das heißt, das Niveau ist nach wie vor sehr niedrig.

Neben der moderateren Entwicklung der Energiepreise in den letzten Wochen dürften auch die Entlastungspakete der Bundesregierung zur Dämpfung der Energiekosten die Einkommensstimmung gestützt haben. So ist im Dezember auch der Rückgang der Inflationsrate von 10 Prozent auf 8,6 Prozent teilweise auf entsprechende Maßnahmen der Politik, wie zum Beispiel die Übernahme der Abschlagszahlung für Gas, zurückzuführen. Somit gehen die Konsumenten davon aus, dass die realen Einkommenseinbußen nicht so drastisch ausfallen werden, wie noch vor einigen Wochen befürchtet wurde.

Anschaffungsneigung bleibt im Keller

Die Anschaffungsneigung büßt ihre Zugewinne aus dem Vormonat aktuell wieder komplett ein. Der Indikator verliert 2,4 Punkte und weist -18,7 Zähler auf. Damit setzt sich das regelmäßige Auf und Ab der letzten Monate auch zu Jahresbeginn 2023 fort. Im Vergleich zu Januar 2022 weist die Anschaffungsneigung derzeit ein Minus von knapp 24 Punkten auf.

Die Anschaffungsneigung kann momentan nicht von der spürbaren Erholung der Einkommensstimmung profitieren. Nach wie vor ist die Verunsicherung angesichts der multiplen Krisen, wie Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation sehr ausgeprägt. Ein wesentlicher Teil dieser Verunsicherung stammt offenbar aus der Tatsache, dass viele Haushalte in den kommenden Monaten deutlich höhere Beträge für ihre Heizkostenabrechnung erwarten. Hierfür legen sie bereits jetzt Geld auf die Seite. Dies fehlt natürlich im Moment für andere Ausgaben, wie zum Beispiel Anschaffungen.

Konjunkturerwartung klettert auf Vorkriegsniveau

Wie die Einkommenserwartung legen auch die Konjunkturaussichten der Verbraucher zu Jahresbeginn deutlich zu. Mit dem dritten Anstieg in Folge gewinnt der Konjunkturindikator 9,7 Punkte hinzu und steigt auf -0,6 Punkte. Damit hat die Konjunkturstimmung fast wieder ihren langjährigen Durchschnittswert erreicht, der bei etwa null Punkten liegt. Ein besserer Wert als aktuell wurde zuletzt vor Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 mit 24,1 Punkten gemessen.

Die Konsumenten gewinnen offenbar zunehmend den Eindruck, dass die Rezession, in die die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung vieler Experten in diesem Jahr rutschen soll, weniger scharf ausfallen wird, als noch vor einigen Wochen befürchtet, vielleicht sogar ganz vermieden werden kann.

Quelle: GfK

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Produktivitätsgewinne der Digitalisierung brauchen Zeit

Die technischen Neuerungen durch die Digitalisierung Anfang der 2000er Jahre haben erst mit mehreren Jahren Verzögerung zur Steigerung der Produktivität in der deutschen Wirtschaft geführt. Das geht aus Berechnungen des ifo Instituts hervor.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.01.2023

Die technischen Neuerungen durch die Digitalisierung Anfang der 2000er Jahre haben erst mit mehreren Jahren Verzögerung zur Steigerung der Produktivität in der deutschen Wirtschaft geführt. Das geht aus Berechnungen des ifo Instituts hervor. „Unternehmen brauchen Zeit zur Umstellung ihrer Produktionsprozesse. Neue Technik verbreitet sich nicht schlagartig, sondern nach und nach. Das bedeutet in der Wirklichkeit eine Verzögerung der theoretisch sofort möglichen Produktivitätsgewinne“, sagt ifo-Forscher Robert Lehmann. „Die durch die Digitalisierung mögliche Produktivität der untersuchten Wirtschaftsbereiche ab Anfang der 2000er Jahre stieg erst am Ende des Jahrzehnts tatsächlich an.“

„Die Coronakrise brachte einen weiteren Schub für die Digitalisierung mit sich. Viele Arbeitsprozesse wurden erheblich umgekrempelt,“ fügt Lehmann hinzu. „Ähnlich wie bei der ersten Digitalisierungswelle dürften auch jetzt einige Jahre ins Land ziehen, bis sich die Produktivitätsgewinne bemerkbar machen.“

Ab dem Jahre 2000 war die Zahl der Handys, der Internet-Nutzer und der Breitband-Nutzer gestiegen. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität verändert sich zunächst nicht messbar. „Für viele Unternehmen war es schwierig einzuschätzen, welche neuen Technologien sinnvoll eingesetzt werden können. Dadurch entstehen Suchkosten“, erläutert Lehmann. Außerdem müssten Mitarbeiter im Umgang mit neuer Software geschult werden, was Lernkosten verursache. Gleichzeitig veralteten bestehende Kompetenzen der Mitarbeitenden. Zudem müssten Produktionsfaktoren und Betriebsabläufe angepasst werden. Schließlich benötigten Unternehmen Zeit zum Aufbau neuer Infrastruktur, z. B. von Online-Plattformen. Ergänzende Investitionen müssten erst geplant und getätigt werden, bevor sich Produktivitätsgewinne einstellen können.

Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich einige Handlungsempfehlungen ableiten, um die Produktivitätsgewinne der Digitalisierung zu beschleunigen. „In Zukunft könnte ein erleichterter Zugriff auf Wagniskapital den Zugang vieler Unternehmen zu finanziellen Ressourcen erleichtern, was wiederum die Möglichkeiten zur Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ankurbelt“, sagt Lehmann. Ebenso könnten steuerliche Anreize zur Unterstützung von Forschungsausgaben und Trainingsmaßnahmen gesetzt werden. Schließlich könnte die Förderung von Homeoffice oder Hybridarbeit erweitert werden. Kombiniert mit zusätzlichen Investitionen in den Breitbandausbau könnte auf diese Weise in den kommenden Jahren das volle Produktivitätspotenzial der neuen Technologien ausgeschöpft werden.

Quelle: ifo Institut

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