Die Inflation frisst die Ersparnisse der Deutschen auf

Die Sparpolster aus der Corona-Zeit seien bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen. Gleichzeitig würden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen. Damit werde der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland leider ausfallen. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Bankbilanzen, die jetzt im ifo Schnelldienst veröffentlicht wurde.

ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.08.2022

Die Inflation frisst die zusätzlichen Ersparnisse der Deutschen auf. „Die Sparpolster aus der Corona-Zeit sind bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen. Gleichzeitig werden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen. Damit wird der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland leider ausfallen“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Das ergibt eine aktuelle Analyse der Bankbilanzen, die jetzt im ifo Schnelldienst veröffentlicht wurde.

Die Einlagen von privaten Haushalten bei Banken in Deutschland sind zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 kräftig angeschwollen. „Legt man die durchschnittliche Sparneigung der fünf Jahre vor Ausbruch der Corona-Krise zugrunde, wurden in dieser Zeit gut 70 Milliarden Euro mehr auf den Bankkonten geparkt als üblich“, fügt Wollmershäuser hinzu. Doch diese Überschusseinlagen wurden bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut. Und im zweiten Vierteljahr setzte sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fort. „Die hohe Inflation dürfte dieses ‘Entsparen‘ der Haushalte maßgeblich getrieben haben“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Quelle: ifo Institut

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Warnung vor falschen E-Mails im Namen der Bundesregierung

Gefälschte E-Mails im Namen der Bundesregierung, die zur Verifizierung der Kreditkarte auffordern, sind derzeit im Umlauf. Bis zum 31. August müsse man angeblich handeln, damit die Karte weiter genutzt werden könne, heißt es in den betrügerischen Schreiben. Diese E-Mails stammen nicht von der Bundesregierung. Die Bundesregierung erläutert, worauf Sie achten sollten und wie Sie reagieren können.

Bundesregierung, Pressemitteilung vom 22.08.2022

Gefälschte E-Mails im Namen der Bundesregierung, die zur Verifizierung der Kreditkarte auffordern, sind derzeit im Umlauf. Bis zum 31. August müsse man angeblich handeln, damit die Karte weiter genutzt werden könne, heißt es in den betrügerischen Schreiben. Diese E-Mails stammen nicht von der Bundesregierung. Worauf Sie achten sollten und wie Sie reagieren können.

Wir bitten Sie – seien Sie wachsam, öffnen Sie keine E-Mails, die Ihnen zweifelhaft erscheinen, klicken Sie auf keine Links und öffnen Sie keine Dateianhänge, die in der Mail enthalten sein könnten.

Derzeit verbreiten Kriminelle eine Mail mit der Betreffzeile „Verifizierung ihrer Kredit- oder Debitkarte ist erforderlich, um eine Sperre zu vermeiden“. Die Absender behaupten sodann, die Bezahlkarte des Empfängers entspreche nicht mehr der PSD2-Richtlinie der Europäischen Union. Bis zum 31. August müsse die Kredit- oder Debitkarte deshalb verifiziert werden, andernfalls würde das Konto gesperrt.

  • Die Zahlungsrichtlinie PSD2 („Payment Service Directive“) ist 2019 in Kraft getreten. Seit Ablauf einer Übergangsfrist müssen Verbraucherinnen und Verbraucher deshalb bei vielen Geschäften im Internet ihre Identität mit zwei voneinander unabhängigen Komponenten nachweisen. Um etwa eine Zahlung online freizugeben, brauchen sie nicht nur Kreditkartendaten und Geheimnummer, sondern müssen ihre Identität auf einem zweiten Weg bestätigen – etwa über eine PIN, die per SMS geschickt wird oder per Handy-App.

Die Polizei warnt davor, den in der E-Mail enthaltenen Link zu öffnen. Wer dem beigefügten Link „Identität bestätigen“ folgt, landet zwangsläufig auf einer gefälschten Webseite, die versucht, Daten abzugreifen.

Hat man den Link „Identität bestätigen“ geöffnet, erscheint eine Seite, auf der persönlichen Daten eingegeben werden sollen. Wer seine Daten erfolgreich eingegeben hat, der wird im Anschluss kurz darüber informiert. Nach wenigen Sekunden leiten die Täter dann auf die echte Seite der Bundesregierung um, um den Anschein einer seriösen Webseite zu vermitteln. Hier missbrauchen die Täter unter anderem das Logo der Bundesregierung.

Was tun, wenn man in die Falle getappt ist?

Haben Sie Ihre Kreditkartendaten bereits eingegeben, sollten Sie unverzüglich ihre Bank informieren und die betroffene Karte sperren lassen, rät das Landeskriminalamt.

Dies ist jederzeit unter der Telefonnummer 116 116 möglich. Erstatten Sie außerdem Anzeige bei der örtlichen Polizei oder der Onlinewache.

Einige Merkmale, die auf einen Betrugsversuch hindeuten:

  • Eine unpersönliche Anrede: „Sehr geehrte/r Frau/Herr bzw. Kunde“
  • Der Text der Mail gibt dringenden Handlungsbedarf vor, etwa: „Wenn Sie Ihre Daten nicht umgehend aktualisieren, dann gehen sie unwiederbringlich verloren.“ Oder: „Begleichen Sie Ihre Schulden sofort.“
  • Drohungen kommen zum Einsatz: „Wenn Sie das nicht tun, müssen wir Ihr Konto leider sperren.“
  • Sie werden aufgefordert, vertrauliche Daten wie die PIN für Ihren Online-Bankzugang oder eine Kreditkartennummer einzugeben.
  • Die E-Mail enthält Links oder Formulare.
  • Die Mail scheint von einer bekannten Person oder Organisation zu stammen, jedoch kommt Ihnen das Anliegen des Absenders ungewöhnlich vor.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik (BSI). In seinem Newsletter informiert das BSI außerdem regelmäßig zu Verbraucherschutz-Themen. Sie können ihn hier abonnieren.

Auch der Verbraucherschutz klärt zum Thema ausführlich auf. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des Netzwerks der Verbraucherzentralen in Deutschland.

Quelle: Bundesregierung

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Wie Unternehmen mit digitalen Gebäudetechnologien Energie sparen können

Mit einer intelligenten Gebäudeautomation können massiv Energie und CO2 eingespart werden – allerdings hat nicht einmal jedes achte Unternehmen solche Technologien im Einsatz. Weitere 22 Prozent planen, digitale Gebäudetechnologien demnächst zu installieren. Und 30 Prozent können sich lt. Bitkom dies zumindest vorstellen, ohne jedoch entsprechende Pläne zu verfolgen.

Bitkom, Pressemitteilung vom 22.08.2022

  • Jedes achte Unternehmen setzt auf digitale Gebäudetechnologien
  • Der Gebäudesektor ist einer der größten Energieverbraucher
  • Knapp 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen könnten bis 2030 durch Gebäudeautomation eingespart werden

Dreht in einem Bürogebäude jeder selbst an den Heizungen herum – oder wird die Temperatur in Abhängigkeit von Wetter und jeweiliger Raumnutzung automatisiert gesteuert? Läuft die Klimaanlage auf Hochtouren, während die Sommersonne durch die großen Fenster die Räume erhitzt – oder fahren sich Jalousien automatisch herunter, um für Kühle zu sorgen? Mit einer intelligenten Gebäudeautomation können massiv Energie und CO2 eingespart werden – allerdings hat nicht einmal jedes achte Unternehmen (12 Prozent) solche Technologien im Einsatz. Weitere 22 Prozent planen, digitale Gebäudetechnologien demnächst zu installieren. Und 30 Prozent können sich dies zumindest vorstellen, ohne jedoch entsprechende Pläne zu verfolgen. Das sind Ergebnisse einer für die deutsche Gesamtwirtschaft repräsentativen Befragung von 506 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden. Demnach ist eine intelligente Gebäudeautomation für ein Drittel (32 Prozent) generell kein Thema. „Im Gebäudesektor wird in Deutschland mit am meisten Energie und hier v.a. Gas verbraucht. Der Gebäudesektor ist neben Verkehr und industrieller Produktion einer der wesentlichen Verursacher von CO2-Emissionen“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Matthias Hartmann. „Digitale Technologien können den Ausstoß von Treibhausgasen und den Energiebedarf von Gebäuden massiv senken. Angesichts knapper Gasspeicher ist Energiesparen das Gebot der Stunde. Die Unternehmen tun damit nicht nur dem Klima einen Gefallen, sondern reduzieren so auch ihre Energiekosten. Mit digitalen Technologien der Gebäudeautomation lässt sich die Energie- und Prozesseffizienz im Gebäude steigern und der Komfort für die Nutzer verbessern.“

Insgesamt können digitale Technologien fast ein Drittel dazu beitragen, dass der Gebäudesektor in Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2030 erfüllt. Wie eine Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergibt, können so bis zu 14,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Dies entspricht fast 30 Prozent des im Klimaschutzgesetz formulierten Reduktionsziels für den Gebäudesektor von 51 Millionen Tonnen CO2. Maßgebliche Technologien sind eine smarte Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Wichtige Einsatzfelder sind zudem die Warmwassererzeugung und Beleuchtung. „Mit Hilfe traditioneller energetischer Baumaßnahmen bzw. Sanierung allein werden die nötigen Einsparungen nicht gelingen – schon allein deshalb, weil es kaum ausreichend Fachkräfte im Handwerk für ein solches Mammutprojekt gibt. Wir brauchen eine stärker ergebnisorientierte Förderung, die den Einsatz digitaler Technologien berücksichtigt. Mehr noch: Wir brauchen eine digitale Renovierungswelle“, betont Hartmann.

Quelle: Bitkom

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Exporte in Nicht-EU-Staaten im Juli 2022: voraussichtlich -7,6 % zum Juni 2022

Im Juli 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 7,6 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, wurden im Juli 2022 Waren im Wert von 56,8 Mrd. Euro exportiert.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 22.08.2022

Exporte in Drittstaaten (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Juli 2022

  • 56,8 Milliarden Euro
  • -7,6 % zum Vormonat
  • +9,4 % zum Vorjahresmonat

Exporte in Drittstaaten (Originalwerte Warenausfuhren), Juli 2022

  • 56,3 Milliarden Euro
  • +5,5 % zum Vorjahresmonat

Im Juli 2022 sind die Exporte aus Deutschland in die Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) gegenüber Juni 2022 kalender- und saisonbereinigt um 7,6 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, wurden im Juli 2022 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 56,8 Milliarden Euro exportiert.

Nicht kalender- und saisonbereinigt wurden im Juli 2022 nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro in Drittstaaten exportiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2021 stiegen die Exporte um 5,5 %. Dieser wertmäßige Anstieg ist auch vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Außenhandelspreise zu sehen.

Wichtigster Handelspartner für die deutschen Exporteure waren auch im Juli 2022 die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden Waren im Wert von 12,5 Milliarden Euro exportiert. Damit stiegen die Exporte in die Vereinigten Staaten gegenüber Juli 2021 um 14,9 %. In die Volksrepublik China wurden Waren im Wert von 8,9 Milliarden Euro exportiert, das waren 6,1 % mehr als im Vorjahresmonat. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sanken im Vorjahresvergleich um 2,2 % auf 5,7 Milliarden Euro.

Exporte nach Russland gegenüber dem Vorjahresmonat um 56,0 % gesunken

Die deutschen Exporte in die Russische Föderation sanken im Juli 2022 gegenüber Juli 2021 infolge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland getroffenen Sanktionen um 56,0 % auf 1,0 Milliarden Euro. Im Juli 2022 lag Russland damit auf Rang 12 der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Exporte außerhalb der EU. Im Juni 2022 hatte Russland noch Rang 10, im April Rang 14 und im Februar Rang 5 belegt.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Inflationsziel der EZB wird bis 2024 weit verfehlt

Die Inflationsrate im Euroraum dürfte im Zeitraum 2022 bis 2024 das EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent deutlicher übersteigen als bisher angenommen. So werden für die Jahre 2022, 2023 bzw. 2024 im Median Inflationsraten von 7,5 Prozent, 4,5 Prozent bzw. 3,0 Prozent erwartet. Diese Ergebnisse liefert die Sonderfrage zum ZEW-Finanzmarkttest August 2022.

ZEW, Pressemitteilung vom 19.08.2022

Die Inflationsrate im Euroraum dürfte im Zeitraum 2022 bis 2024 das EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent deutlicher übersteigen als bisher angenommen. So werden für die Jahre 2022, 2023 bzw. 2024 im Median Inflationsraten von 7,5 Prozent, 4,5 Prozent bzw. 3,0 Prozent erwartet. Im Mai 2022 betrugen die entsprechenden Prognosen noch 6,3, 3,5 bzw. 2,5 Prozent. Insbesondere die Entwicklungen der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Löhne im Euroraum aber auch die Geldpolitik der EZB führten zu den gestiegenen Inflationserwartungen. Einzig die konjunkturelle Entwicklung im Eurogebiet wird aktuell eher bremsend für die Inflationsentwicklung gesehen. Diese Ergebnisse liefert die Sonderfrage zum ZEW-Finanzmarkttest August 2022. Darin äußerten die Befragten ihre Einschätzung zu den Entwicklungen von Inflation in der Eurozone innerhalb der Jahre 2022 bis 2024.

Im August 2022 erwarten die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten für die Jahre 2022, 2023 bzw. 2024 im Median Inflationsraten von 7,5, 4,5 bzw. 3,0 Prozent. Im Vergleich zu den letzten beiden Sonderfragen zur Inflation in der Eurozone im Februar und Mai 2022 fallen die Prognosen deutlich höher aus. So wurden im Mai 2022 für die Jahre 2022 bis 2024 im Median noch Inflationsraten von 6,3, 3,5 bzw. 2,5 Prozent erwartet. Im Februar 2022 betrugen die entsprechenden Prognosen noch 3,9, 2,5 und 2,1 Prozent.

Entwicklungen der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Löhne im Euroraum treiben die Inflation

Insbesondere die Entwicklungen der Energie- und Rohstoffpreise sowie der Löhne im Euroraum führten zu den gestiegenen Inflationserwartungen. Rund 77, 63 bzw. 66 Prozent der befragten Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten gaben an, dass sie aufgrund dieser Entwicklungen ihre Inflationsprognosen angehoben haben.

Auch die Geldpolitik der EZB wird von den Befragten aktuell als eher inflationär, also zu expansiv, eingeschätzt. Während nur rund 25 Prozent der Expertinnen und Experten ihre Inflationsprognosen aufgrund geldpolitischer Entwicklungen nach unten revidiert haben, geben dagegen rund 43 Prozent an, diese deswegen stark bzw. leicht angehoben zu haben. Für die verbleibenden knapp 32 Prozent hatte die Geldpolitik der EZB keinen Einfluss auf ihre Inflationsprognosen.

Laut Einschätzung einiger Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten war die Entwicklung der Konjunktur im Eurogebiet in den letzten drei Monaten eine Bremse für die Inflation. So gaben rund 38 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Inflationsprognosen für den Zeitraum 2022 bis 2024 aufgrund dieser nach unten korrigiert haben.

„Zwar erwarten die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten weiterhin, dass sich die Inflation in den nächsten beiden Jahren verlangsamen wird. Allerdings entfernen sich die Prognosen der Expertinnen und Experten seit mehreren Quartalen immer weiter von der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent. Die stark gestiegenen Inflationserwartungen sind zu einem großen Teil auf die Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen zurückzuführen. Für rund 43 Prozent der befragten Expertinnen und Experten trägt die EZB allerdings mit einer zu expansiven Geldpolitik selbst zur Inflation bei.“ kommentiert Dr. Frank Brückbauer, Advanced Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“ das Ergebnis.

Quelle: ZEW

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Erzeugerpreise Juli 2022: +37,2 % gegenüber Juli 2021

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2022 um 37,2 % höher als im Juli 2021. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 19.08.2022

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juli 2022 um 37,2 % höher als im Juli 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im Juni 2022 hatte die Veränderungsrate bei +32,7 % und im Mai bei +33,6 % gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise im Juli 2022 um 5,3 %. Das ist ebenfalls der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit Beginn der Erhebung.

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Zudem stiegen auch die Preise für Vorleistungsgüter (+19,1 %), Investitionsgüter (+8,0 %) sowie Ge- und Verbrauchsgüter (+10,9 % und +16,2 %) deutlich an.

Energiepreise mehr als verdoppelt, insbesondere durch starke Anstiege bei Erdgas und Strom

Die Energiepreise waren im Juli 2022 im Durchschnitt 105,0 % höher als im Vorjahresmonat. Allein gegenüber Juni 2022 stiegen diese Preise um 14,7 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Juli 2021 von 163,8 % und elektrischer Strom mit +125,4 %.

Kraftwerke zahlten für Erdgas 234,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer war Erdgas 194,7 % teurer und für Wiederverkäufer 186,6 %. Gegenüber Juni 2022 wurde Erdgas über alle Abnehmergruppen hinweg 18,8 % teurer.

Strom kostete für Weiterverteiler 215,9 % mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 129,2 %. Für gewerbliche Anlagen, die häufig tarifgebundene Verträge abschließen, waren die Preise 10,0 % höher als ein Jahr zuvor. Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise für elektrischen Strom, über alle Abnehmergruppen betrachtet, im Juli um 20,0 %. Für Abnehmer kleinerer Mengen wie Haushalte (-5,5 %) und gewerbliche Anlagen (-5,1 %) sanken die Preise hier sogar leicht, bedingt durch den Wegfall der EEG-Umlage.

Mineralölerzeugnisse waren 41,8 % teurer als im Juli 2021, gegenüber Juni 2022 sanken die Preise hingegen um 4,3 %. Leichtes Heizöl war mehr als doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (+107,9 %), Kraftstoffe kosteten 31,6 % mehr. Im Vormonatsvergleich sanken die Preise für Mineralölerzeugnisse insgesamt um 4,3 %.

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 14,6 % höher als im Juli 2021 (+0,4 % gegenüber Juni 2022).

Hohe Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern, vor allem bei Metallen und chemischen Grundstoffen

Vorleistungsgüter waren im Juli 2022 um 19,1 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Juni 2022 sanken diese Preise um 0,3 %. Unter den Vorleistungsgütern stiegen die Preise für Metalle um 24,1 % gegenüber Juli 2021. Gegenüber dem Vormonat Juni 2022 sanken diese Preise hingegen vergleichsweise stark um 2,5 %. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 29,6 % teurer als im Juni 2022, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 16,2 % mehr. In beiden Produktbereichen sanken aber die Preise gegenüber Juni 2022 (Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen -2,8 %, Nichteisenmetalle -5,3 %).

Chemische Grundstoffe verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 33,4 %. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +100,4 %. Die Preise für Holzpellets und Hackschnitzel verdoppelten sich ebenfalls binnen Jahresfrist (Pellets, Briketts aus Sägenebenprodukten +98,3 %, Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln +123,6 %). Futtermittel für Nutztiere verteuerte sich im Vorjahresvergleich um 38 %, gegenüber dem Vormonat sanken die Preise aber um 5,0 %.

Die Preise für Getreidemehl waren 48,9 % höher als im Juli 2021. Gegenüber Juni 2022 sanken diese Preise um 1,1 %.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern vor allem durch gestiegene Nahrungsmittelpreise

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Juli 2022 um 16,2 % höher als im Juli 2021 und stiegen gegenüber Juni 2022 um 1,3 %. Nahrungsmittel waren 21,1 % teurer als im Vorjahr (+1,6 % gegenüber Juni 2022). Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+75,2 % gegenüber Juli 2021). Milch und Rahm kosteten 32 % mehr als im Juli 2021, gegenüber dem Vormonat Juni stiegen die Preise hier um 9,8 %. Kaffee war 31,6 % teurer als vor einem Jahr. Fleisch ohne Geflügel kostete 23,5 % mehr als ein Jahr zuvor (+0,9 % gegenüber Juni 2022).

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Juli 2022 um 10,9 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,6 %).

Investitionsgüter kosteten 8,0 % mehr als im Vorjahr. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Juli 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,7 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,9 %). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Turbinen (+22,4 %), Ventilatoren (+21,2 %) sowie für Aufzüge und Rolltreppen (+17,8 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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DIHK-Ausbildungsumfrage: Ausbildungsplatz sucht Bewerber!

Noch nie war es schwieriger für Betriebe, Azubis zu finden. Und noch nie haben sie größere Anstrengungen unternommen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Die aktuelle Ausbildungsumfrage des DIHK zeigt, wie die Corona-Pandemie die Lage am Ausbildungsmarkt verschärft hat.

DIHK, Mitteilung vom 18.08.2022

Noch nie war es schwieriger für Betriebe, Azubis zu finden. Und noch nie haben sie größere Anstrengungen unternommen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Die aktuelle Ausbildungsumfrage des DIHK zeigt, wie die Corona-Pandemie die Lage am Ausbildungsmarkt verschärft hat.

Vielfältige Ausbildungschancen nutzen – Fachkräfte sichern

Ein deutlicher Anstieg der Ausbildungsangebote trifft in diesem Jahr auf eine erneut geringere Zahl suchender Jugendlichen. Mehr als vier von zehn IHK-Ausbildungsbetriebe konnten im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen – ein Allzeithoch. Von diesen Unternehmen hat mehr als jedes dritte keine einzige Bewerbung erhalten. Damit sind rund 27.000 Ausbildungsbetriebe leer ausgegangen. Dabei ist der Fachkräftemangel längst in vielen Unternehmen angekommen: Erfahrene Mitarbeitende der Baby-Boomer-Generation gehen in den Ruhestand. Die Unternehmen müssen diese Stellen dringend mit Nachwuchs besetzen, damit der deutschen Wirtschaft nicht die Luft ausgeht. Für Ausbildungsbewerber bedeutet diese Situation: hohe Job-Sicherheit und gute Zukunftsaussichten.

Berufsorientierung ausbauen und Ausbildung anders denken

Fehlende Berufsorientierung während der letzten zwei Corona-Jahre und damit einhergehende Unsicherheiten haben den Bewerberrückgang ausgelöst. Ausbildungsmessen oder Betriebspraktika konnten nicht wie gewohnt stattfinden – und diese frühzeitigen Praxiseinblicke sind entscheidend für junge Menschen. Der DIHK-Umfrage zufolge möchten deshalb drei von vier Ausbildungsbetriebe ihr Angebot in der beruflichen Orientierung künftig weiter ausbauen.

Außerdem richten sie die Wissensvermittlung und Art des Ausbildens zunehmend an den Wünschen der Generation Z aus. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren versucht, ihre Ausbildung mit flachen Hierarchien (58 Prozent) und moderner IT-Technik (51 Prozent) attraktiver zu gestalten. Weitere häufig genannte Ansätze zur zeitgemäßen Gestaltung sind ein einfaches Einstellungsverfahren, finanzielle Anreize, neue Lehr- und Lernkonzepte sowie eigene Projekte für Azubis. Mobile und Teilzeit-Ausbildungsangebote oder Auslandsaufenthalte spielen ebenfalls zunehmend eine Rolle.

Betriebe gegen Ausbildungsgarantie auf Wunschberufe

Eine Ausbildungsgarantie auf Wunschberufe, wie die Bundesregierung sie plant, lehnen vier von fünf Unternehmen (81 Prozent) ab. 43 Prozent äußern die Sorge, dass außerbetrieblich Qualifizierte nicht dem Bedarf der Praxis entsprechen würden. Zwölf Prozent befürchten einen weiteren Rückgang der Bewerbungen für ihre Ausbildungsplätze. Jedes zehnte Unternehmen verweist zudem darauf, dass schulschwache Jugendliche bei einer Ausbildung im Betrieb bessere Chancen hätten.

Was getan werden muss

Auf Grundlage der Befragungsergebnisse wird sich der DIHK weiter für die Stärkung der Berufsorientierung, der dualen Ausbildung und für die Umsetzung der Ausbildungsgarantie im Sinne einer Chancengarantie einsetzen. Wie in der Allianz für Aus- und Weiterbildung vereinbart, sollen Jugendliche, die bis Ende September eines Jahres bei ihrer Lehrstellensuche leer ausgegangen sind, weiterhin drei Angebote für eine betriebliche Ausbildung erhalten – wenn auch nicht immer in Wunschberufen. Die IHKs verstärken ihre Beratungs- und Vermittlungsaktivitäten, um noch Azubis für das Ausbildungsjahr 2022 zu gewinnen. Praxiserfahrung ermöglichen, Informieren und Interesse für gute Zukunftschancen wecken – das sollte als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden.

Quelle: DIHK

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Starke Innovationstätigkeit sichert Existenzen im Krisenjahr 2020

In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass junge Unternehmen besonders anpassungsfähig reagiert haben. Dies ergab die aktuelle Auswertung der Befragungen des IAB/ZEW-Gründungspanels.

ZEW, Pressemitteilung vom 18.08.2022

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Unternehmen

In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass junge – also bis zu vier Jahre alte – Unternehmen besonders anpassungsfähig reagiert haben. Sie richteten sich auf die neue Situation ein und im Durchschnitt nahm der Anteil junger Unternehmen mit Prozessinnovationen sogar zu. Zudem halfen ihnen die fortgesetzten Innovationsanstrengungen, auch in der Krise ihre Existenz zu sichern. Dies ergab die aktuelle Auswertung der Befragungen des IAB/ZEW-Gründungspanels.

Jedes zehnte junge Unternehmen führte danach im Krisenjahr 2020 eine Marktneuheit ein. Ein Wert der drei Prozentpunkte höher liegt als bei etablierten Unternehmen. „Der überdurchschnittliche Innovationsanteil der jungen Unternehmen zeigt, dass junge Unternehmen nicht nur mit den etablierten mithalten können, sondern das Potenzial besitzen, sie überflügeln zu können und damit den Wettbewerb in ihren jeweiligen Branchen zu stärken“; sagt Dr. Sandra Gottschalk, eine der Autorinnen des IAB/ZEW-Gründungspanels und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“.

Hinzu kommt ein im Berichtsjahr auffälliger Anstieg der Prozessinnovationen. Jedes vierte junge Unternehmen war hier aktiv. Das ist ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Referenzjahr 2018 – also vor der Corona-Pandemie. „Der Anstieg könnte darauf hindeuten, dass die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen Prozessinnovationen nötig machten“, sagt Gottschalk.

Insgesamt hat die Corona-Pandemie unterschiedliche, branchenspezifische Effekte auf das Gründungsgeschehen in Deutschland ausgelöst. Die Anzahl neuer Unternehmen ist 2020 insgesamt gegenüber dem Vorjahr nur leicht gesunken und 2021 sogar wieder angestiegen. Dabei gibt es eindeutige Gewinner- und Verliererbranchen der Krise. Wenig überraschend brach 2020 die Gründungstätigkeit im Gastgewerbe und im Tourismus mit 25 Prozent gegenüber 2019 am deutlichsten ein. Dagegen verzeichnete die Chemieindustrie ein Plus von fast 16 Prozent und in der Branche Software und Games stiegen die Neugründungen sogar um 31 Prozent. Insgesamt überstieg sowohl 2020 als auch 2021 die Zahl der Gründungen die der Schließungen. Dies ist vermutlich weitgehend auf die ausgezahlten Wirtschaftshilfen, die Regelungen zur Kurzarbeit und die zeitweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zurückzuführen.

Das IAB/ZEW-Gründungspanel verfolgt die Entwicklung neu gegründeter Unternehmen über mehrere Jahre und stellt umfangreiche unternehmensspezifische Informationen bereit. Hierzu werden im Auftrag des ZEW Mannheim und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jedes Jahr etwa 6.000 Unternehmen telefonisch befragt.

Quelle: ZEW

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Gut drei Viertel der Unternehmen bieten berufliche Weiterbildung an

Gut 77 % der deutschen Unternehmen haben im Jahr 2020 Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung ihrer Beschäftigten angeboten. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Anteil der weiterbildenden Unternehmen gegenüber 2015 damit unverändert geblieben

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17.08.2022

Gut 77 % der deutschen Unternehmen haben im Jahr 2020 Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung ihrer Beschäftigten angeboten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Anteil der weiterbildenden Unternehmen gegenüber 2015 damit unverändert geblieben. Im Jahr 2020 boten 63 % der Unternehmen die klassische Form der Weiterbildung mit Lehrveranstaltungen in Form von Lehrgängen, Kursen und Seminaren an. 73 % der Unternehmen setzten auch andere Formen der betrieblichen Weiterbildung ein wie etwa Informationsveranstaltungen, Job-Rotation und selbstgesteuertes Lernen beispielsweise durch E-Learning.

Das Weiterbildungsangebot ist abhängig von der Unternehmensgröße. Während gut die Hälfte (57 %) der Unternehmen mit zehn bis 19 Beschäftigten Lehrveranstaltungen angeboten haben, waren es 95 % der Unternehmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten. Im Durchschnitt verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 28 Stunden im Jahr in Lehrgängen, Kursen oder Seminaren. Dies waren sechs Stunden mehr als im Jahr 2015. Bei gut drei Viertel (76 %) der Teilnahmestunden handelte es sich um interne Lehrveranstaltungen, bei knapp einem Viertel (24 %) um externe Lehrveranstaltungen. 2015 betrug der Anteil externer Lehrveranstaltungen noch 37 %.

Im Durchschnitt verwendeten die Teilnehmenden 37 % der Stunden für Gesundheit und Arbeitsschutz gegenüber 20 % im Jahr 2015. Das Angebot an selbstgesteuertem Lernen stieg von 26 % im Jahr 2015 auf einen Anteil von 42 % im Jahr 2020. Dieser Anstieg könnte auf mehr eigenständiges Lernen und weniger Präsenzveranstaltungen in der Pandemie zurückzuführen sein, aber auch einen allgemeinen Trend zu mehr E-Learning widerspiegeln. Ob und inwieweit die Corona-Pandemie und damit verbundene Veränderungen der Arbeitswelt Einfluss auf die Weiterbildung hatten, lässt sich erst anhand der tiefergehenden Analyse der Daten feststellen.

Je teilnehmender Person entstanden den Unternehmen, die Lehrveranstaltungen anboten, Kosten in Höhe von 1 846 Euro. Die Weiterbildungskosten je Beschäftigten lagen in diesen Unternehmen bei 966 Euro.

Den größten Anteil an den Weiterbildungskosten hatten mit 57 % die Personalausfallkosten, das heißt die Lohnkosten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 23 % der Kosten entfielen auf Zahlungen und Gebühren an Weiterbildungsanbieter sowie auf Kosten für externes Weiterbildungspersonal in internen Veranstaltungen. 13 % der Kosten entstanden den Unternehmen für internes Weiterbildungspersonal. Kosten für Räume und Ausstattung, Unterrichtsmaterial und Reisekosten sanken gegenüber 2015 von 11 % auf 3 %. Auch hier spiegelt sich die pandemiebedingte Entwicklung zu weniger Präsenzveranstaltungen wider.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022

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Gasumlage: Mehrkosten in Milliardenhöhe für Industrie und private Haushalte

Am 15.08.2022 haben die Gas-Netzbetreiber bekannt gegeben, dass die Gasumlage ab Oktober 2,419 Ct/kWh betragen wird. Nach IW-Berechnungen dürften sich die Mehrkosten für die Industrie auf 5,7 Milliarden Euro pro Jahr belaufen.

IW Köln, Mitteilung vom 15.08.2022

Am 15.08.2022 haben die Gas-Netzbetreiber bekannt gegeben, dass die Gasumlage ab Oktober 2,419 Ct/kWh betragen wird. Für Haushalte und Wirtschaft bedeutet das: Die Kosten für Energie klettern weiter in die Höhe. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten für die Industrie auf 5,7 Mrd. Euro. Eine Familie mit einem Einfamilienhaus (140 Quadratmeter) muss jährlich 542 Euro zusätzlich für Gas aufbringen.

Nach IW-Berechnungen dürften sich die Mehrkosten für die Industrie auf 5,7 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Am stärksten betroffen sind energieintensive Grundstoffindustrien. Weil hier besonders viel Gas benötigt wird, auch als Rohstoff, wird die Gasumlage dort am härtesten zu spüren sein. Dazu zählen etwa die Chemie- und Metallindustrie und die Hersteller und Verarbeiter von Glas, Keramik, Steinen und Erden. Alleine diese drei Branchen tragen mehr als die Hälfte der Mehrkosten.

Energiearmut dürfte steigen

Doch auch den privaten Haushalten kommt die Umlage teuer zu stehen. Die IW-Berechnungen zeigen, dass eine Familie mit einem Einfamilienhaus (140 Quadratmeter) nun 542 Euro mehr im Jahr zahlen muss – die Mehrwertsteuer noch nicht mit eingerechnet. Wer in einer Singlewohnung (60 qm) lebt, muss sich auf rund 203 Euro an Mehrkosten einstellen. Schon im Juli warnten Experten des IW, dass rund jeder vierte Haushalt in Deutschland mehr als zehn Prozent seines Einkommens für Energie ausgeben muss und demnach als energiearm gilt. Das Problem dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen.

Preissignale und gezielte Hilfen sind wichtig

Die anstehende Umlage bedeutet eine enorme Mehrbelastung für alle Verbraucher. Sie trifft die Haushalte schwer, aber auch der Wirtschaftsstandort Deutschland wird durch den rapiden Anstieg der Energiepreise stark geschwächt. Doch nicht nur die Gasumlage belastet die Verbraucher: Ohnehin sind die Preise für Gas bereits gestiegen und auch auf der Stromrechnung könnte sich die Umlage bemerkbar machen. Dennoch führt kein Weg daran vorbei: Preissignale sind wichtig, um Verbraucher zum Sparen zu bewegen. Die aktuellen Szenarien der Bundesnetzagentur zur Gefahr einer Gasmangellage im Winter zeigen dies mehr als deutlich. „Alle müssen mit anpacken”, sagt IW-Ökonom Thilo Schaefer. „Doch die Politik sollte dabei nicht vergessen, gerade die sozial Schwächeren zu unterstützen und sie nicht mit den immensen Mehrkosten alleine zu lassen.”

Quelle: IW Köln

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